Belüftunqsvorrichtunq für eine Rauchgasreiniqunqsvorrichtunq
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Belüftungsvorrichtung für eine Rauchgas- reinigungsvorrichtung, einen Plattenbelüfter für die erfindungsgemäße Belüftungs- vorrichtung, eine Membran für den Plattenbelüfter sowie ein Verfahren.
Rauchgas, welches insbesondere bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entsteht, enthält unter anderem oftmals einen beachtlichen Anteil an Schwefeloxiden. Aufgrund deren Aggressivität gegenüber der Umwelt soll der Ausstoß an Schwefeloxiden soweit wie möglich vermieden werden. Hierzu werden Rauchgasreini- gungsvorrichtungen eingesetzt.
Vorrichtungen zur Reinigung von Rauchgas sind bereits bekannt, beispielsweise bei Kraftwerken, in denen aus fossilen Brennstoffen Energie erzeugt wird, insbesondere Kohlekraftwerke, Ölkraftwerke, Gaskraftwerke oder dergleichen. Gattungsgemäße Vorrichtungen umfassen normalerweise einen Wäscher mit Wasch- flüssigkeitsdüsen, die häufig in mehreren Ebenen angeordnet sind, einen Wasch- flüssigkeitssumpf, in dem Waschflüssigkeit gesammelt wird, und einen Absorptionsbereich, der sich in einem zylindrischen Behälterabschnitt des Wäschers vom Waschflüssigkeitssumpf bis zur oberen Waschflüssigkeitsdüsenebene erstreckt. Rauchgas wird in einen unteren Abschnitt des Absorptionsbereiches in den Wäscher geleitet, strömt von dort im wesentlichen vertikal aufwärts und ver- lässt den Wäscher durch eine oberhalb der Waschflüssigkeitsdüsen vorgesehene Austrittsöffnung. Die Waschflüssigkeit, auch Absorbens genannt, enthält Stoffe, die unter anderem Schwefeloxide binden beziehungsweise chemisch umwandeln. Auf seinem Weg durch den Wäscher kommt das Rauchgas mit aus den Wasch-
flüssigkeitsdüsen austretender Waschflüssigkeit in Kontakt und wird gereinigt, insbesondere entschwefelt, was nachfolgend näher beschrieben ist. Eine derartige Reinigungsvorrichtung ist beispielsweise aus der DE-A-100 58 548 bekannt.
Die Waschflüssigkeit umfasst neben Wasser vorzugsweise Stoffe mit Alkali- und/oder Erdalkalianteilen, die mit den im Rauchgas vorhandenen Schwefeloxiden und mit den im Wäscher erzeugten Schwefeloxiden reagieren. Es wird insbesondere Kalziumoxid, Kalziumhydroxid, Kalziumhydrogenkarbonat, Kalziumkarbonat oder dergleichen verwendet. Bei der Verwendung von Seewasser als Waschflüssigkeit sind bereits erhebliche Mengen an alkalischen Stoffen, insbesondere Hy- drogencarbonat, in der Waschflüssigkeit enthalten.
Die alkalischen Stoffe reagieren bei Verwendung von Seewasser als Waschflüssigkeit mit den in dem Rauchgas vorhandenen Schwefeloxiden im wesentlichen zu Sulfaten, die dann im Seewasser gelöst sind. Das Rauchgas wird auf diese Weise von den unerwünschten Schwefeloxiden gereinigt und tritt aus der Reinigungsvorrichtung aus. Die Waschflüssigkeit hingegen gelangt zusammen mit den in dieser schwebend gehaltenen Sulfatteilchen in den Waschflüssigkeitssumpf und wird dort gesammelt.
Wird die Rauchgasreinigungsanlage mit Kalk betrieben, entsteht im wesentlichen Kalziumsulfat. Kalziumsulfat ist der Stoff, der dem Gips zugrundeliegt. Somit handelt es sich hierbei um ein erwünschtes Nebenprodukt des Rauchgasreinigungsverfahrens, das aus der im Waschflüssigkeitssumpf gesammelten Waschflüssigkeit gewonnen wird. Die Kalziumsulfatteilchen werden zusammen mit der Waschflüssigkeit dem Waschflüssigkeitssumpf entnommen und dieser in einem sich anschließenden Verfahren entzogen. Das Kalziumsulfat kann dann zu verschiedenen Werkstoffen weiterverarbeitet werden, insbesondere zu Bauwerkstoffen.
Ein Problem bei der Gewinnung von Kalziumsulfat besteht darin, dass bei der Reaktion der Waschflüssigkeit mit dem Rauchgas nicht nur Kalziumsulfat, sondern auch unerwünschte Nebenprodukte wie beispielsweise Sulfite, insbesondere Kalziumsulfit entstehen, die das Kalziumsulfat verunreinigen und somit die Qualität des Nebenproduktes mindern.
Im Falle der Verwendung von Seewasser als Waschflüssigkeit entstehen entsprechend der gelösten alkalischen Stoffe Sulfite als unerwünschte Nebenprodukte. Bei der Rauchgasreinigungsvorrichtung gemäß DE 295 17 698 wird das gebildete Sulfit im Absorbersumpf oxidiert. Die Schwefeldioxidabscheidung erfolgt hierbei nicht durch Zusatz von Erdalkalien, sondern durch Hydrogencarbonat. Auch bei diesem Prozeß wird Sulfit gebildet.
Um den Anteil dieser unerwünschten Sulfite in der in dem Waschflüssigkeitssumpf vorhandenen Waschflüssigkeit beziehungsweise bei der Verwendung von Seewasser als Waschflüssigkeit im Abwasser zu verringern, wird in der US-A-4 539 184 vorgeschlagen, in zumindest einem Bereich des Waschflüssigkeitssumpfes Sauerstoff in Form von Luft oder dergleichen einzubringen, um dort vorhandene Kalziumsulfite zu Kalziumsulfat zu oxidieren.
Auch die CA-A-2 135 430 beschreibt eine Rauchgasreinigungsvorrichtung mit einer im Waschflüssigkeitssumpf vorgesehenen Oxidationseinrichtung in Form eines horizontal angeordneten Gitters bestehend aus Sauerstoffzuführleitungen mit entsprechenden Öffnungen, durch die Sauerstoff in die im Waschflüssigkeitssumpf gesammelte Waschflüssigkeit eingeleitet werden kann. Das horizontale Gitter ist derart in dem Waschflüssigkeitssumpf positioniert, dass dieser in zwei Bereiche unterteilt wird.
Gattungsgemäße Rauchgasreinigungsvorrichtungen sind als Wäscher bekannt und sind oftmals als Wäscherturm ausgebildet. Der Wäscherturm weist in der Regel wenigstens einen unteren Einlass für das ungereinigte Rauchgas auf, unterhalb des Rauchgaseinlasses einen Sumpf für ein Absorbens, oberhalb des Rauchgaseinlasses eine Einheit, mit der das Absorbens in das eintretende Rauchgas gesprüht wird, sowie einen im oberen Bereich des Wäscherturms angeordneten Auslass für das gereinigte Rauchgas. Das Absorbens ist in der Regel flüssig und enthält beispielsweise Kalziumkarbonat, welches mit den Oxiden des Schwefels reagiert, wobei Kalziumsulfit sowie Kalziumsulfat (Gips) gebildet wird. Es kommen auch Verfahren zum Einsatz, die als Absorbens Seewasser verwenden. Seewasser enthält neben alkalischen Stoffen insbesondere Hydrogenkarbonat, welche ebenfalls mit den Schwefeloxiden reagieren.
In den vorbeschriebenen kalkbasierten Verfahren fällt üblicherweise eine große Menge an Gips an, der bei hinreichender Reinheit nicht entsorgt werden muß, sondern einer weiteren Verwertung, zum Beispiel in der Baustoffindustrie, zugeführt werden kann. Dazu ist es jedoch erforderlich, dass der Sulfitanteil gegenüber dem Sulfatanteil möglichst gering ist. Dies gilt auch bei der Verwendung von Seewasser als Absorbens, bei diesem Verfahren fällt kein Gips an. Zu diesem Zweck wird dem verbrauchten Absorbens Sauerstoff zugeführt, so dass ein möglichst hoher Anteil an Sulfiten zu Sulfaten weiteroxidiert wird.
Im Stand der Technik ist es bislang üblich, Sauerstoff in das Absorbens einzubla- sen und zugleich eine Umwälzung des Absorbens vorzunehmen, so dass eine möglichst gute Durchmischung des Absorbens mit Sauerstoff und eine Sulfatbildung unterstützt wird. Dieser Vorgang ist jedoch verbesserungswürdig.
Die Erfindung schlägt als L ö s u n g vor, eine gattungsgemäße Belüftungsvorrichtung für eine Rauchgasreinigungsvorrichtung in einem Belüftungsbereich mit wenigstens einem Plattenbelüfter zu versehen, der in ein im Belüftungsbereich angeordnetes, fluides Absorbens eingetaucht ist.
Bei dem Absorbens handelt es sich um das aus der Absorbtionsreaktion abgeleitete, im wesentlichen verbrauchte fluide Absorbtionsmittel, ggf. gemischt mit frischem Absortionsmittel. Der Plattenbelüfter erlaubt es, das Oxidans, beispielsweise Luft, über einen vergrößerten Bereich dem Absorbens zuzuführen. Hierdurch kann eine Beschleunigung der Sulfatbildung sowie ein höherer Wirkungsgrad erreicht werden. Theoretisch können Sulfitrestwerte von kleiner als etwa 1 ,5 Gew.-%, insbesondere kleiner als etwa 1,0 Gew.-% erreicht werden. Angestrebt ist eine vollständige Oxidation. Das rückfließende Seewasser hat dann eine Qualität, die den gängigen Umweltvorschriften entspricht. Der Belüftungsbereich ist ein Teil der Belüftungsvorrichtung, in dem das Absorbens mit dem Oxidans in Kontakt gebracht werden kann. Die Belüftungsvorrichtung kann beispielsweise als Teil des Sumpfes, als Sumpf insgesamt, als separates Gefäß oder Becken oder dergleichen ausgebildet sein. Im letzteren Fall steht das Becken beziehungsweise das Gefäß fluidtechnisch mit dem Sumpf des Wäscherturms in Verbindung. Der Plattenbelüfter kann beispielsweise durch Platten gebildet sein, die einen Hohlraum aufweisen, der mit einer Oxidansquelle in fluidtechnischer Verbindung steht. Die
Oberfläche einer Platte des Plattenbelüfters ist mit wenigstens einer Öffnung versehen, durch die das Oxidans in das Absorbens eintreten kann. Das Oxidans ist oft gasförmig und wird durch die Öffnung in das Absorbens eingeblasen. Der Plattenbelüfter kann mehrere Platten dieser Art aufweisen, die beispielsweise gestapelt oder dergleichen angeordnet sein können. Vorzugsweise sind die Platten mit einer gemeinsamen Oxidansquelle strömungstechnisch verbunden.
Gemäß der Erfindung wird Seewasser als Absorbens verwendet. Durch die Verwendung von Seewasser als Absorbens können die Kosten weiter reduziert werden. Insbesondere ist dies vorteilhaft für Anlagen, die im Bereich der Küsten installiert sind, bei denen also Seewasser kostengünstig bereitgestellt werden kann.
In einer Weiterbildung wird vorgeschlagen, dass der Belüftungsbereich durch ein fluidtechnisch mit einem Sumpf der Rauchgasreinigungsvorrichtung in Verbindung stehendes Belüftungsbecken gebildet ist. Dies erlaubt es vorteilhaft, auch nach dem Wäscher eine Belüftungsvorrichtung separat auszubilden, so dass beide Vorrichtungen voneinander unabhängig für ihre bestimmungsgemäße Aufgabe optimal ausgebildet werden können. Es braucht beispielsweise die Belüftungsvorrichtung hinsichtlich ihrer Abmessungen nicht an die Abmessungen des Wäscherturms angepasst zu werden, dessen Abmessungen durch seinen bestimmungsgemäßen Betrieb als Wäscherturm fest vorgegeben sind. Durch die optimale Ausgestaltungsmöglichkeit des Belüftungsbeckens kann der Wirkungsgrad weiter erhöht werden. Darüber hinaus kann die Belüftungsvorrichtung nach strömungstechnischen Gesichtspunkten optimiert werden, um einen Energieaufwand für eine Strömungserzeugung zu reduzieren. Die Verbindung zwischen Sumpf und Belüftungsbecken kann beispielsweise durch eine Rohrleitung oder dergleichen gebildet sein. Es kann aber auch ein gemeinsames Becken gebildet sein, welches Sumpf und Belüftungsbecken zugleich bildet, wobei der Belüftungsbereich des Belüftungsbeckens außerhalb des Sumpfbereiches angeordnet ist. Beide können darüber hinaus durch eine Öffnung strömungstechnisch in Verbindung stehen.
Es wird ferner vorgeschlagen, dass sich die Plattenbelüfter im wesentlichen über den gesamten Belüftungsbereich erstrecken. Dies erlaubt es, das Belüftungsbecken hinsichtlich seiner Abmessungen so klein wie möglich auszugestalten. Kosten können eingespart werden.
Gemäß einer Weiterbildung weist die Belüftungsvorrichtung eine Umwälzeinheit für das Absorbens auf. Mit der Umwälzeinheit kann eine zusätzliche Erhöhung der Wirkung der Belüftungsvorrichtung erreicht werden. Durch das Umwälzen des Absorbens kann zudem eine erhöhte Oxidansmenge in das Absorbens eingeführt werden, so dass eine Beschleunigung der Reaktion erreicht werden kann.
In einer vorteilhaften Weiterbildung wird vorgeschlagen, dass der Plattenbelüfter und die Umwälzeinheit einstückig ausgebildet sind. Auf diese Weise können separate Einheiten eingespart werden. So können beispielsweise an den Platten Umwälzpumpen oder dergleichen vorgesehen sein. Der Verfahrensablauf kann weiter optimiert werden.
Alternativ oder zusätzlich kann eine Umwälzung auch durch eine strömungstechnische Anordnung der Plattenbelüfter, Strömungshindernisse/Einbauten und/oder Gaseinblasung, erzeugt werden.
Ferner wird vorgeschlagen, dass der Plattenbelüfter an einem Gitter angeordnet ist. Die Anordnung an einem Gitter erlaubt es, die Plattenbelüfter auf einfache Weise im Belüftungsbecken anzuordnen. Das Gitter hält die Plattenbelüfter in ihrer vorgesehenen Stellung, so dass sie ihre bestimmungsgemäße Funktion optimal wahrnehmen können. Das Gitter kann beispielsweise durch Rohrleitungen gebildet sein, durch die das Oxidans den einzelnen Platten des Plattenbelüfters zugeleitet werden kann. Auf diese Weise wird zugleich eine einfache und bequeme Speisung der Platten des Plattenbelüfters mit dem Oxidans erreicht.
Mit der Erfindung wird ferner ein Plattenbelüfter für die erfindungsgemäße Belüftungsvorrichtung vorgeschlagen, wobei der Plattenbelüfter im wesentlichen tellerförmig ausgebildet ist. Die Tellerform erlaubt neben einer einfachen Herstellung des Plattenbelüfters die Erzeugung einer möglichst großen Oberfläche, die mit dem Absorbens in Kontakt gebracht werden kann. Darüber hinaus eignet sich die Tellerform hervorragend für die Ausbildung eines gestapelten Aufbaus oder dergleichen, so dass eine kompakte Bauform bei zugleich hoher Kontaktfläche mit dem Absorbens erreicht werden kann.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass der Plattenbelüfter
im wesentlichen oval ausgebildet ist. Durch die ovale Form kann unter Berücksichtigung strömungstechnischer Gesichtspunkte erreicht werden, dass das Belüftungsbecken hinsichtlich seiner Abmessungen wie beispielsweise Höhe, Breite oder Länge reduziert ausgebildet werden kann. Kosten können weiter eingespart werden. Alternative Formen wie rund, eckig usw. liegen im Rahmen der Erfindung.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass der Plattenbelüfter eine perforierte Membran aufweist. Die perforierte Membran erlaubt es, eine Vielzahl von Öffnungen, Poren oder Schlitzen vorzusehen, durch die das Oxidans in das Absorbens eingeführt werden kann. Die Membran kann beispielsweise aus einem Kunststoff oder dergleichen gebildet sein, in dem entsprechende Öffnungen vorgesehen sind. Eine hohe Anzahl von Öffnungen kann erreicht werden. Darüber hinaus erlaubt die Ausgestaltung in Form einer Membran, dass die Öffnungen hinsichtlich ihres Durchmessers optimal an den bestimmungsgemäßen Betrieb ange- passt sein können. Der Wirkungsgrad der Belüftungsvorrichtung kann insgesamt weiter verbessert werden.
Gemäß einem weiteren Vorschlag der Erfindung ist die Membran austauschbar. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn einzelne oder eine Vielzahl von Poren zugesetzt sind oder eine Beschädigung der Membran vorliegt. Auf diese Weise kann erreicht werden, dass nicht der gesamte Plattenbelüfter ausgetauscht werden muss, sondern lediglich die Membran am Plattenbelüfter. Kosten können weiter eingespart werden.
Mit der Erfindung wird ferner eine Membran für einen erfindungsgemäßen Plattenbelüfter vorgeschlagen, der Poren für ein fluides Oxidans aufweist. Vorzugsweise sind die Poren hinsichtlich Anzahl und Durchmesser derart gewählt, dass eine optimale Wirkung des Oxidans in dem Absorbens erreicht werden kann. In möglichst kurzer Zeit soll ein Großteil des vorhandenen Sulfit-Anteils zu Sulfat weiteroxidiert sein. So kann beispielsweise vorgesehen sein, dass die Membran ein bis 10 Poren pro cm2 aufweist. Natürlich hängt die Anzahl der Poren auch vom Durchmesser der Poren ab, welcher wiederum an die Viskosität des Oxidans und des Fluids an- gepasst sein soll. Das Vorsehen von Poren erlaubt ein industrielles Herstellen der Membran, wobei hohe Qualitätsanforderungen erreicht werden können.
Gemäß einer Weiterbildung wird vorgeschlagen, dass die Poren im Mittel einen Durchmesser von etwa 0,1 bis 1 ,5 mm, vorzugsweise von etwa 0,25 bis 0,9 mm, besonders bevorzugt von etwa 0,4 bis 0,8 mm aufweisen. Es hat sich gezeigt, dass diese Porengröße dazu geeignet ist, die Zuführung des Oxidans in das Ab- sorbens zu optimieren.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass die Membran anstelle von Poren oder zusätzlich zu Poren wenigstens einen Schlitz aufweist. Mit dem Schlitz können beispielsweise Gasblasen im Absorbens erzeugt werden, die zugleich in vorgebbarer Weise eine Umwälzung bewirken. Besonders vorteilhaft ist diese Ausgestaltung in Kombination mit Poren, so dass durch die Poren beispielsweise kleine, sehr fein verteilte Gasblasen erzeugt werden, die aufgrund ihrer Größe nur einen sehr geringen Auftrieb im Absorbens erfahren, wohingegen die durch einen Schlitz erzeugten Gasblasen einen hohen Auftrieb bewirken und aufgrund ihres Aufsteigens ein Mitführen des Absorbens in eine gewünschte Richtung bewirken. Die Wirkung der Belüftungsvorrichtung kann weiter verbessert werden.
Gemäß einem weiteren Vorschlag ist die Membran aus EPDM (Ethylen-Propylen- Dienmomomeren-Membran) gebildet. Eine Membran aus diesem Werkstoff zeichnet sich durch eine hohe Robustheit aus, so dass Wartungen reduziert werden können. Darüber hinaus kann erreicht werden, dass unerwünschte Ablagerungen im Bereich der flexiblen Membran reduziert sind. Der Betrieb der Belüftungsvorrichtung kann weiter optimiert werden. Auch Silikon oder andere, geeignete Kunststoffe sind einsetzbar.
Mit der Erfindung wird ferner ein Verfahren zum Belüften eines Absorbens in einer erfindungsgemäßen Belüftungsvorrichtung vorgeschlagen, wobei dem in einem Belüftungsbereich der Belüftungsvorrichtung angeordneten, flüssigen Absorbens mittels eines in dem Absorbens eingetauchten, erfindungsgemäßen Plattenbelüf- ters ein gasförmiges Oxidans zugeführt wird, wobei im Absorbens das Oxidans enthaltende Gasblasen gebildet werden, deren mittlerer Durchmesser im wesentlichen kleiner als etwa 1 ,5 mm, vorzugsweise kleiner als etwa 1 ,0 mm, insbesondere kleiner als etwa 0,7- mm. ist. Es hat sich gezeigt, dass die Gasblasen im Vergleich zu bekannten Belüftungsvorrichtungen länger im Kontakt mit dem Absor-
bens bleiben, da sie aufgrund ihrer Größe nur einer geringen Auftriebskraft im Ab- sorbens ausgesetzt sind. Durch die Erhöhung der Anzahl der Gasblasen kann bei gleicher Oxidansmenge eine Oberflächenvergrößerung des Oxidans mit dem Ab- sorbens erreicht werden, so dass eine Reaktion im gewünschten Sinne beschleunigt und mit einem hohen Wirkungsgrad erreicht werden kann.
In einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird vorgeschlagen, dass mittels eines Schlitzes des Plattenbelüfters Gasblasen erzeugt werden, die eine Umwälzung des Absorbens bewirken. Auf diese Weise kann erreicht werden, dass in dem Absorbens eine Strömung erreicht wird, wobei sich die Strömung vorzugsweise derart ausbildet, dass ein möglichst großer Anteil des Absorbens mit dem Oxidans in Kontakt gebracht werden kann. Auf diese Weise kann auch der Teil des Absorbens erreicht werden, der nicht unmittelbar mit dem Plattenbelüfter in Kontakt steht.
Ferner wird vorgeschlagen, dass als Oxidans im wesentlichen Sauerstoff, Luft oder ein sauerstoffenthaltendes oder bei Einführen in das Absorbens Sauerstoff freisetzendes Gas oder Gasgemisch verwendet wird.
Weitere Merkmale und Vorteile können der folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels entnommen werden. Im wesentlichen gleichbleibende Bauteile sind mit den gleichen Bezugszeichen bezeichnet. Ferner wird bezüglich gleicher Merkmale und Funktionen auf die Beschreibung zum Ausführungsbeispiel in Fig. 1 verwiesen. Die Zeichnungen sind Schemazeichnungen und dienen nur der Erläuterung des folgenden Ausführungsbeispiels.
Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht in teilweise geschnittener Darstellung einer Rauchgasreinigungsvorrichtung mit einer Belüftungsvorrichtung gemäß der Erfindung sowie einem Wäscherturm,
Fig. 2 schematisch ausschnittsweise ein Blockschaltbild für die Rauchgas-
. . reinigungsvorrichtung gemäß Fig. 1 ,
Fig. 3 eine Draufsicht auf ein Belüftungsbecken der erfindungsgemäßen
Belüftungsvorrichtung mit an einem Gitter angeordneten Plattenbe- lüftern und
Fig. 4 in vergrößerter Darstellung ein Gitterausschnitt mit Plattenbelüftern gemäß der Erfindung.
In Fig. 1 ist perspektivisch in teilweise aufgeschnittener Darstellung eine Rauch- gasreinigungsvorrichtung 10 dargestellt, die einen Wäscherturm 20 sowie eine Belüftungsvorrichtung 12 aufweist. Der Übersichtlichkeit halber sind der Zuführbereich des zu reinigenden Rauchgases sowie der Abführbereich nicht dargestellt. Der Wäscherturm 20 weist in seinem unteren Bereich einen Sumpf 18 auf, in dem ein Absorbens, im vorliegenden Fall Seewasser, angeordnet ist. Zum Seewasser können noch weitere Stoffe hinzugefügt sein, um die Wirkungsweise der Rauch- gasreinigungsvorrichtung 10 zu verbessern. Neben dem Wäscherturm 20 strömungstechnisch in Verbindung mit dem Sumpf 18 sind Pumpen 28 angeordnet, die über Leitungen 24 das Absorbens zu einem Eindüsbereich 26 innerhalb des Wäscherturms 20 führen. Dort wird über nicht näher dargestellte Düsen das Absorbens in Gegenströmung in das den Wäscherturm 20 von unten nach oben durchströmende Rauchgas eingedüst. Dabei werden unerwünschte chemische Bestandteile im Rauchgas ausgewaschen und/oder chemisch gebunden. Das ein- gedüste Absorbens sammelt sich wieder im Sumpf 18. Fig. 2 zeigt die Rauchgas- reinigungsvorrichtung 10 gemäß Fig. 1 in einer schematischen Blockdarstellung.
Aus diesem Grund steht der Sumpf 18 mit einem Belüftungsbecken 14 einer Belüftungseinrichtung 12 strömungstechnisch über einen Durchlass 32 in Verbindung. Im Belüftungsbecken 14 ist ein Gitter 34 mit Plattenbelüftern 16 im Absorbens eingetaucht angeordnet. Das Belüftungsbecken 14 weist eine Breite von etwa 20 m und eine Länge von etwa 70 m auf (Fig. 3). Am Gitter 34 sind die einzelnen Plattenbelüfter 16 angeordnet und werden über dieses mit Luft als Oxidans versorgt. In der vorliegenden Ausgestaltung weist jedes Gitter 34 eine Länge von etwa 9 m auf, wobei an jedem Gitter 34 Plattenbelüfter 16 in Stapelbauweise angeordnet sind (Fig. 4). Jeder Plattenbelüfter 16 ist im wesentlichen tellerförmig und oval ausgebildet. Dabei ist die große Halbachse der ovalen Erstreckung etwa parallel zur Flüssigkeitsoberfläche des Absorbens ausgerichtet. In der vorliegenden
Ausgestaltung beträgt die Abmessung der großen Halbachse etwa 0,7 m und die kleine Halbachse etwa 0,2 m. Die Dicke des Plattenbelüfters 16 liegt bei etwa 0,02 m. Am Gitter 34 sind die Plattenbelüfter 16 im Abstand von etwa 0,1 m angeordnet. Aus einer nicht näher dargestellten Oxidansquelle wird über Leitungen 30 dem Gitter 34 Luft als Oxidans zugeführt. Diese strömt über die Gitter 34 in die Plattenbelüfter 16 und tritt dort durch eine nicht näher dargestellte Membran in das Ab- sorbens aus. Hierdurch wird eine gute Versorgung des Absorbens mit Oxidans erreicht.
Das in den Figuren dargestellte Ausführungsbeispiel dient lediglich der Erläuterung der Erfindung und ist für diese nicht beschränkend.
Bezuqszeichenliste
10 Rauchgasreinigungsvorrichtung
12 Belüftungsvorrichtung
14 Belüftungsbecken
16 Piattenbelüfter
18 Sumpf
20 Wäscherturm
22 Membran
24 Leitung
26 Eindüsbereich
28 Pumpe
30 Leitung
32 Durchlass
34 Gitter