Verfahren zum Betrieb eines Bediensystems für ein Fahrzeug und Bediensystem für ein Fahrzeug
Die vorliegende Erfindung betrifft Verfahren zum Betrieb eines Bediensystems für ein Fahrzeug und ein Bediensystem für ein Fahrzeug und insbesondere ein Bediensystem, welches eine grafische Anzeigeeinheit und eine berührungssensitive Oberfläche umfasst.
In Fahrzeugen, wie zum Beispiel Personenkraftwagen oder Lastkraftwagen, werden eine Vielzahl von Bedienfunktionen, wie zum Beispiel eine Bedienung eines Navigationssystems, eine Bedienung eines Audio- und Videounterhaltungssystems oder eines Belüftungssystems des Fahrzeugs usw., mit Hilfe eines Bediensystems bedient, welches eine grafische Anzeigeeinheit und eine berührungssensitive Oberfläche, einen sogenannten Touchscreen, umfasst. Dazu werden auf dem Touchscreen häufig eine oder mehrere Bedienflächen, wie zum Beispiel Bedienknöpfe, so genannte Buttons, dargestellt, welche durch Berühren der berührungssensitiven Oberfläche mit Hilfe eines Fingers betätigt werden können. Aufgrund der meist beschränkten Größe des Touchscreeπs im Fahrzeug weisen derartige Bedienflächen eine geringe Größe auf. In vielen Bediensituationen, wie zum Beispiel während der Fahrt, sind diese Bedienflächen daher für den Benutzer oder Fahrer des Fahrzeugs nur schwer zu treffen und es kommt zu sogenannten Fehltreffern. Jeder Fehltreffer erfordert anschließend einen erneuten Bedienversuch. Hierbei besteht jedoch ein ebenso großes Risiko wie beim ersten Versuch, die Bedienfläche zu verfehlen. Dies kann zu einer negativen Produktwahrnehmung führen und bedingt aufgrund der daraus resultierenden verlängerten Gesamtbediendauer ein erhöhtes Risiko für die Fahrsicherheit, da der Fahrer stärker und für einen längeren Zeitraum von den Geschehnissen im Straßenverkehr abgelenkt wird.
Aufgabe dieser Erfindung ist daher, die Bedienung eines derartigen Bediensystems mit einem sogenannten Touchscreen zu verbessern.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zum Betrieb eines Bediensystems für ein Fahrzeug nach Anspruch 1 oder nach Anspruch 6 und ein Bediensystem für ein Fahrzeug nach Anspruch 8 gelöst. Die abhängigen Ansprüche definieren bevorzugte und vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung.
Erfindungsgemäß wird ein Verfahren zum Betrieb eines Bediensystems für ein Fahrzeug bereitgestellt. Das Bediensystem umfasst eine grafische Anzeigeeinheit und eine berührungssensitive Oberfläche. Die grafische Anzeigeeinheit und die berührungssensitive Oberfläche können beispielsweise als ein sogenannter Touchscreen ausgebildet sein. Dabei sind Koordinaten von auf der Anzeigeeinheit dargestellten Informationen Koordinaten der berührungssensitiven Oberfläche zugeordnet. Gemäß dem Verfahren wird mindestens eine Bedienfläche auf der Anzeigeeinheit dargestellt. Die Bedienfläche ist zum Betätigen einer Bedienfunktion vorgesehen, indem ein entsprechender Bereich der berührungssensitiven Oberfläche von einem Benutzer berührt wird. Bei dem Verfahren wird eine Berührung der berührungssensitiven Oberfläche durch den Benutzer erfasst und durch Vergleichen der Koordinaten der Berührung mit den Koordinaten der mindestens einen Bedienoberfläche bestimmt, ob die mindestens eine Bedienoberfläche bei der Berührung getroffen wurde. Wenn keine Bedienfläche getroffen wurde, wird die mindestens eine Bedienfläche vergrößert dargestellt. Genauer gesagt bedeutet dies, dass, wenn nur eine Bedienfläche dargestellt wurde, diese Bedienfläche vergrößert dargestellt wird, wenn sie nicht getroffen wurde, und dass, wenn mehrere Bedienflächen dargestellt wurden, eine oder mehrere der Bedienflächen vergrößert dargestellt werden, wenn keine der mehreren Bedienflächen getroffen wurde.
Wurden bei einem Bedienversuch durch den Benutzer die Bedienflächen verfehlt, so werden eine oder mehrere der Bedienflächen vergrößert dargestellt, so dass bei einem zweiten Versuch eine Trefferwahrscheinlichkeit vergrößert wird. Sollte auch bei einem zweiten Versuch kein Treffer vorliegen, so können die Bedienflächen weiter vergrößert dargestellt werden, um eine Trefferwahrscheinlichkeit weiter zu erhöhen. Eine von vornherein vergrößerte Darstellung der Bedienflächen hätte aufgrund der begrenzten Größe der gesamten Anzeigeeinheit eine Verringerung der insgesamt darstellbaren Informationen zur Folge. Erkennt hingegen das Bediensystem aufgrund des ersten Fehltreffers, dass der Benutzer derzeit eine Bedienung der Bedienflächen vornehmen möchte, ist eine Verringerung der insgesamt dargestellten Informationsmenge akzeptabel, um die Trefferwahrscheinlichkeit zu erhöhen.
Gemäß einer Ausführungsform des Verfahrens kann eine Vergrößerung der mindestens einen Bedienfläche in der vergrößerten Darstellung in Abhängigkeit einer Entfernung der Koordinaten der mindestens einen Bedienfläche zu den Koordinaten der Berührung bestimmt werden. So kann beispielsweise bei einer großen Entfernung der Koordinaten einer Bedienfläche zu den Koordinaten der Berührung eine kleine Vergrößerung gewählt werden, wohingegen bei einer geringen Entfernung der Koordinaten einer Bedienfläche zu den
Koordinaten der Berührung eine große Vergrößerung gewählt werden kann. Da anzunehmen ist, dass der Benutzer die gewünschte Bedienfläche nur geringfügig verfehlt hat, kann eine der Berührung nahe liegende Bedienfläche stark vergrößert werden, wohingegen Bedienflächen, welche von den Berührkoordinaten weiter entfernt sind, weniger stark vergrößert werden, da der Benutzer vermutlich die näher liegende Bedienfläche treffen wollte. Weiterhin kann eine Bedienfläche, beispielsweise die den Berührkoordinaten nächstliegende Bedienfläche, so stark vergrößert werden, dass sie die Koordinaten der Berührung umfasst. Berührt der Benutzer in diesem Fall bei seinem zweiten Versuch die gleichen Koordinaten wie bei seinem ersten Versuch, so führt dies im zweiten Versuch zu einem Treffer.
Alternativ oder zusätzlich können, zum Beispiel wenn die Koordinaten der Berührung von allen Bedienflächen verhältnismäßig weit entfernt sind, alle Bedienflächen gleichmäßig vergrößert werden, um bei einem zweiten Versuch eine erhöhte Trefferwahrscheinlichkeit zu erreichen.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird ein weiteres Verfahren zum Betrieb eines Bediensystems für ein Fahrzeug bereitgestellt. Das Bediensystem umfasst eine grafische Anzeigeeinheit und eine berührungssensitive Oberfläche. Bei dem Verfahren wird mindestens eine Bedienfläche, welche für eine Berührung durch einen Benutzer zum Betätigen einer Bedienfunktion vorgesehen ist, auf der Anzeigeeinheit dargestellt und die mindestens eine Bedienfläche in Abhängigkeit eines Zustands des Bediensystems vergrößert dargestellt. Der Zustand des Bediensystems kann durch Eingaben des Benutzers verändert werden. So kann beispielsweise in Abhängigkeit eines aktuellen Bedienkontexts, wie zum Beispiel einem Zustand einer Anwendung des Bediensystems oder des Gesamtzustandes des Bediensystems, bestimmt werden, welche Funktion am wahrscheinlichsten bedient werden soll und die Bedienfläche, welche dieser Funktion zugeordnet ist, entsprechend vergrößert dargestellt werden. So kann beispielsweise im Fall einer Anwendung eines Navigationssystems nach einer Eingabe eines Navigationsziels eine Bedienfläche zum Starten einer Zielführung vergrößert dargestellt werden, da es üblicherweise nach der Eingabe des Navigationsziels wahrscheinlich ist, dass nun die Zielführung gestartet werden soll. Durch Vergrößern der entsprechenden Bedienfläche kann ein Fehltreffer bei einem Versuch, die Bedienfläche zu berühren, mit großer Wahrscheinlichkeit verringert werden.
Bei den zuvor beschriebenen Verfahren wird gemäß einer Ausführungsform eine Häufigkeit des vergrößerten Darstellens der mindestens einen Bedienfläche bestimmt. Die Bestimmung
kann beispielsweise durch das Bediensystem erfolgen In Abhängigkeit der Häufigkeit kann die mindestens eine Bedienflache dann vergrößert dargestellt werden Auf diese Art und Weise „lernt" das Bediensystem im Laufe der Zeit, welche Bedienflachen häufiger betätigt werden und kann durch vergrößertes Darstellen dieser Bedienflachen eine erhöhte Trefferwahrschemlichkeit erreichen
Erfindungsgemaß wird ferner ein Bediensystem für ein Fahrzeug bereitgestellt Das Bediensystem umfasst eine grafische Anzeigeeinheit, welche ausgestaltet ist, eine Information für einen Benutzer darzustellen, eine beruhrungssensitive Oberflache und eine Steuereinheit Die beruhrungssensitive Oberflache ist derart ausgestaltet, dass sie eine Berührung durch den Benutzer erfassen kann und der Steuereinheit entsprechende Koordinaten der Berührung bereitstellen kann Die Koordinaten der beruhrungssensitiven Oberflache sind Koordinaten von auf der Anzeigeeinheit dargestellten Informationen zugeordnet Die Steuereinheit ist mit der Anzeigeeinheit und der beruhrungssensitiven Oberflache gekoppelt Die Steuereinheit ist in der Lage, mindestens eine Bedienflache, welche für eine Berührung durch den Benutzer zum Betatigen einer Bedienfunktion vorgesehen ist, auf der Anzeigeeinheit darzustellen Bei einer Berührung der beruhrungssensitiven Oberflache durch den Benutzer werden Beruhrkoordinaten von der beruhrungssensitiven Oberflache zu der Steuereinheit übertragen und die Steuereinheit bestimmt, ob die mindestens eine Bedienflache bei der Berührung getroffen wurde, indem sie die Koordinaten der Berührung mit den Koordinaten der mindestens einen Bedienflache vergleicht Werden mehrere Bedienflachen auf der Anzeigeeinheit dargestellt, wird für jede Bedienflache durch Vergleich der Koordinaten der jeweiligen Bedienflache mit den Koordinaten der Berührung bestimmt, ob die Bedienflache getroffen wurde Wenn keine Bedienflache getroffen wurde, stellt die Steuereinheit mindestens eine Bedienflache vergrößert auf der Anzeigeeinheit dar
Ein derartiges Bediensystem ist zum Durchfuhren der zuvor beschriebenen Ausfuhrungsformen des Verfahrens zum Betrieb eines Bediensystems für ein Fahrzeug geeignet und umfasst daher die zuvor beschriebenen Vorteile
Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnungen anhand bevorzugter Ausfuhrungsformen erläutert
Fig 1 zeigt eine schematische Blockdarstellung eines Bediensystems gemäß einer Ausfuhrungsform der vorliegenden Erfindung
Fig. 2 zeigt schematisch den Betrieb des Bediensystems der Fig. 1 gemäß einer Ausführungsform der Erfindung.
Fig. 3 zeigt schematisch den Betrieb des Bediensystems der Fig. 1 gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung.
Fig. 4 zeigt schematisch den Betrieb des Bediensystems der Fig. 1 gemäß noch einer weiteren Ausführungsform der Erfindung.
Fig. 1 zeigt ein Bediensystem 1 für ein Fahrzeug. Das Bediensystem 1 kann beispielsweise ein Bediensystem für ein Navigationssystem des Fahrzeugs oder für ein Audio-Λ/ideosystem des Fahrzeugs sein. Das Bediensystem 1 umfasst eine grafische Anzeigeeinheit 2, auf welcher Informationen für einen Benutzer darstellbar sind. Die grafische Anzeigeeinheit 2 kann beispielsweise ein Bildschirm oder eine Flüssigkristallanzeige umfassen. Das Bediensystem 1 umfasst ferner eine berührungssensitive Oberfläche 3, welche auf einer Oberfläche der grafischen Anzeigeeinheit 2 angebracht ist, und eine Steuereinheit 4, welche mit der Anzeigeeinheit 2 und der berührungssensitiven Oberfläche 3 gekoppelt sind. Die berührungssensitive Oberfläche 3 ist in der Lage, eine Berührung der berührungssensitiven Oberfläche 3 durch den Benutzer zu erfassen und entsprechende Koordinaten als Berührkoordinaten der Steuereinheit 4 bereitzustellen. Informationen, welche auf der grafischen Anzeigeeinheit 2 von der Steuereinheit 4 dargestellt werden können, besitzen Koordinaten auf der Anzeigeeinheit 2, welche den Koordinaten der berührungssensitiven Oberfläche 3 zugeordnet sind. So wird der Steuereinheit 4 ermöglicht, zu bestimmen, ob eine Berührung der berührungssensitiven Oberfläche 3 an einer Stelle erfolgt, an welcher eine vorbestimmte Information auf der Anzeigeeinheit 2 dargestellt ist, indem Koordinaten der dargestellten Information mit Koordinaten der Berührung verglichen werden. Für eine Bedienung des Bediensystems 1 können beispielsweise, wie in Fig. 1 dargestellt, fünf Bedienflächen 5-9 auf der Anzeigeeinheit 2 dargestellt werden. Die Koordinaten der dargestellten Bedienflächen 5-9 sind der Steuereinheit 4 bekannt und bei einer Berührung der berührungssensitiven Oberfläche 3 liefert die berührungssensitive Oberfläche 3 Koordinaten der Berührung zu der Steuereinheit 4. Durch Vergleich der Koordinaten von der berührungssensitiven Oberfläche 3 kann die Steuereinheit 4 bestimmen, ob eine Berührung in einem Bereich von einer der Bedienflächen 5-9 stattgefunden hat oder nicht.
Wenn durch den Koordinatenvergleich festgestellt wird, dass eine der Bedienflächen 5-9 berührt wurde, so wird eine entsprechende Information von der Steuereinheit 4 einem (nicht
gezeigten) weiteren System des Bediensystems 1 , wie zum Beispiel einem Navigationssystem, zur weiteren Verarbeitung bereitgestellt
Ergibt hingegen der Koordinatenvergleich, dass keine der Bedienflachen 5-9 berührt wurde, so liegt ein sogenannter Fehltreffer vor, d h der Benutzer des Bediensystems 1 hat vermutlich versucht, eine der Bedienflachen 5-9 zu berühren, hat dies jedoch nicht geschafft, sondern einen Bereich außerhalb der Bedienflachen 5-9 berührt Ursache hierfür kann beispielsweise sein, dass die Berührung durch einen Fahrer des Fahrzeugs stattgefunden hat und der Fahrer des Fahrzeugs nur einen kurzen Blick auf die Anzeigeeinheit 2 geworfen hat, sich danach wieder den Geschehnissen im Straßenverkehr zugewendet hat, und die Berührung der beruhrungssensitiven Oberflache 3 nachfolgend blind durchgeführt hat, wodurch der Fehltreffer zustande kam Der Fehltreffer kann auch aufgrund starker Erschütterungen des Fahrzeugs durch einen schlechten Fahrbahnbelag hervorgerufen worden sein Da das Bediensystem im Fall des Fehltreffers trotz der Berührung der beruhrungssensitiven Oberflache nicht die gewünschte Wirkung zeigt, wird der Fahrer oder Benutzer des Fahrzeugs einen zweiten Bedienversuch unternehmen Um den Fahrer oder Benutzer bei diesem zweiten Versuch zu unterstutzen, werden, wie nachfolgend im Zusammenhang mit den Figuren 2-4 gezeigt, vergrößerte Darstellungen der Bedienflachen 5-9 auf der Anzeigeeinheit 2 in Abhängigkeit von der Art des Fehltreffers angezeigt
In Fig 2A sind auf der Anzeigeeinheit 2 die nicht vergrößert dargestellten Bedienflachen 5-9 dargestellt Eine erste Berührung des Benutzers wird an der mit einem „X" bezeichneten Beruhrposition 10 erfasst Durch Koordinatenvergleich der Beruhrposition 10 mit den Koordinaten der Bedienflachen 5-9 ergibt sich, dass keine der Bedienflachen 5-9 berührt wurde Daraufhin wird der Abstand der Beruhrposition 10 zu den Koordinaten der Bedienflachen 5-9 bestimmt Der Abstand der Beruhrposition 10 zur Bedienflache 5 kann beispielsweise durch Bestimmen aller Abstande von allen Koordinaten der Bedienflache 5 zu den Koordinaten der Beruhrposition 10 und einer anschließenden Mittelung erfolgen Alternativ kann beispielsweise ein Mittelpunkt der Bedienflache 5 bestimmt werden und ein Abstand der Koordinaten des Mittelpunktes der Bedienflache 5 zu den Koordinaten der Beruhrposition 10 bestimmt werden Auf vergleichbare Art und Weise werden die Abstande der Bedienflachen 6-9 zu der Beruhrposition 10 bestimmt Da in Fig 2A der Abstand der Beruhrposition 10 zu der Bedienflache 5 verglichen mit den Abstanden der Beruhrposition 10 zu den Bedienflachen 6-9 erheblich geringer ist und darüber hinaus der absolute Abstand der Beruhrposition 10 zu der Bedienflache 5 sehr gering ist, kann davon ausgegangen werden, dass der Benutzer die Bedienflache 5 berühren wollte Daher steuert die Steuereinheit 4 die Anzeigeeinheit 2 derart an, dass die Bedienflache 5, wie in Fig 2B
gezeigt, vergrößert dargestellt wird. Die Bedienfläche 5 ist so stark vergrößert, dass sie nun die Koordinaten der Berührposition 10 der ersten Berührung des Benutzers umfassen würde. Zusätzlich ist in Fig. 2B eine Berührposition 11 eines zweiten Berührversuchs des Benutzers dargestellt, welcher zu einem Treffer führt.
In Fig. 3A ist wiederum eine Darstellung der nicht vergrößerten Bedienflächen 5-9 auf der Anzeigeeinheit 2 dargestellt. Ein erster Bedienversuch des Benutzers hat eine Berührung der berührungssensitiven Oberfläche 3 an der Berührposition 10 ergeben. Da die Berührposition 10 verglichen mit der Berührposition 10 der Figur 2A erheblich weiter von den Bedienflächen 5-9 aufgetreten ist und der Abstand der Berührposition 10 zu der Bedienfläche 6 und der Bedienfläche 7 nur unwesentlich unterschiedlich ist, wird nicht, wie in Fig. 2B, nur die nächstliegende Bedienfläche (was im vorliegenden Beispiel die Bedienfläche 7 wäre) vergrößert gezeigt, sondern, wie in Fig. 3B gezeigt, alle Bedienflächen 5-9 vergrößert dargestellt. Dabei werden die Bedienflächen, welche einen geringeren Abstand zu der Berührposition 10 aufweisen, stärker vergrößert, als Bedienflächen, welche einen größeren Abstand zu der Berührposition 10 aufweisen. Dementsprechend wird die Bedienfläche 7 am stärksten vergrößert, wohingegen die Bedienfläche 9 am wenigsten stark vergrößert wird. Mit den in Fig. 3B dargestellten vergrößerten Bedienflächen 5-9 unternimmt der Benutzer einen zweiten Bedienversuch. Dabei berührt er die berührungssensitive Oberfläche an der Berührposition 11. Wiederum liegt kein Treffer vor, da die Koordinaten der Berührposition 11 mit keiner der Koordinaten der Bedienflächen 5-9 übereinstimmen. Daraufhin erzeugt die Steuereinheit 4 eine noch weiter vergrößerte Darstellung der Bedienflächen 5-9, wie in Fig. 3C dargestellt. Wiederum werden die Bedienflächen, welche der Berührposition 11 am nächsten liegen, stärker vergrößert als die Bedienflächen, welche von der Berührposition 11 weiter entfernt liegen. Somit hat, wie in Fig. 3C dargestellt, nun die Bedienfläche 7 die größte Ausdehnung und wird, wie in Fig. 3C dargestellt, bei einem dritten Berührversuch des Benutzers an der Berührposition 12 getroffen, womit der Bedienvorgang abgeschlossen ist.
Fig. 4A zeigt die nicht vergrößerten Bedienflächen 5-9 auf der Anzeigeeinheit 2 sowie eine Berührposition 10 eines ersten Bedienversuchs des Benutzers. Wiederum liegt kein Treffer bei diesem ersten Berührversuch vor. Da die Berührposition 10 in diesem Fall zu allen
Bedienflächen 5-9 einen sehr großen Abstand aufweist, werden von der Steuereinheit 4 gleichmäßig vergrößerte Bedienflächen 5-9 auf der Anzeigeeinheit 2, wie in Fig. 4B dargestellt, angezeigt. Eine zweite Bedienung des Benutzers führt zu einer Berührung an der Berührposition 11. Da auch diese Berührung keine Treffer ergibt und immer noch einen sehr großen Abstand zu allen Bedienflächen 5-9 aufweist, werden die Bedienflächen 5-9, wie in
Fig. 4C gezeigt, nochmals gleichmäßig vergrößert zur Anzeige gebracht. Eine dritte Berührung an der Berührposition 12 führt nun letztendlich zu einem Treffer.
Die zuvor gezeigten Ausführungsformen zur Vergrößerung der Bedienflächen 5-9 können auch miteinander kombiniert verwendet werden. Darüber hinaus ist es auch möglich, dass bei einer Berührung, welche zu keinem Fehltreffer führte, grundsätzlich alle Bedienflächen zunächst gleichmäßig vergrößert werden. Darüber hinaus kann die Häufigkeit einer
Vergrößerung einer Bedienfläche vom von der Steuereinheit 4 bestimmt und gespeichert und über einen längeren Zeitraum integriert werden, so dass die Bedienflächen, die häufig vergrößert wurden, nach einiger Zeit grundsätzlich vergrößert auf der Anzeigeeinheit 2 dargestellt werden.
Außerdem ist es möglich, die vergrößerte Darstellung in Abhängigkeit eines Bedienkontexts anzuzeigen. Der Bedienkontext kann zum Beispiel einen Zustand einer Anwendung, z.B. einer Navigationsanwendung, umfassen. In Abhängigkeit des Bedienkontexts kann dann eine Bedienfläche, welche in dem jeweiligen Zustand eine größte Bedienwahrscheinlichkeit aufweist, vergrößert angezeigt werden. So kann beispielsweise nach einer Eingabe eines Navigationsziels bei einer Navigationsanwendung die Bedienfläche zum Starten einer Zielführung vergrößert dargestellt werden, da es nach Abschluss der Eingabe des Navigationsziels sehr wahrscheinlich ist, dass nun die Zielführung zu starten ist. Dadurch kann die Anzahl von Fehltreffern wirkungsvoll verringert werden, ohne von vornherein einen großen Anteil der Fläche der Anzeigeeinheit 2 für die Bedienflächen zu verwenden.
BEZUGSZEICHENLISTE
1 Bediensystem
2 Anzeigeeinheit
3 berührungssensitive Oberfläche
4 Steuereinheit 5-9 Bedienfläche 10 Berührposition
11 Berührposition
12 Berührposition