WERKZEUG ZUM ANBRINGEN EINES SCHLAUCHES AN EIN KABEL UND HERSTELLVERFAHREN
Technisches Gebiet
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Werkzeug zum Anbringen eines Schlauches an eine elektrische Leitung, ein Kabel, einen Kabelabschnitt usw. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Anbringen eines, insbesondere geschlitzten Schlauches, an ein Kabel bzw. ein Verfahren.
Stand der Technik
Beispielsweise im Fahrzeugbau, im Anlagenbau usw. werden Schläuche oder
Schlauchabschnitte verwendet, um eine elektrische Leitung, worunter auch ein Kabel ein Kabelschnitt oder ähnliches verstanden werden kann, von außen her zu schützen.
Dementsprechend kann ein solcher Schlauch auch als Schutzschlauch bezeichnet werden. Dieser wird um zumindest einen Abschnitt des Kabels herum angebracht und dient dort zum Schutz desselben. Ein solcher Schlauch kann zudem die Eigenschaft haben, den eigenen Durchmesser zu verengen und den freien Innenquerschnitt im Inneren des Schlauches einzuschnüren, wenn der Schlauch in die Länge gezogen wird. Es ist auch möglich, dass eine Oberflächenbeschaffenheit des Kabels das Überwinden eines vergleichsweise hohen Reibwerts erforderlich macht. Dadurch gestaltet sich das Aufbringen des Schlauches auf das Kabel von Hand schwierig und zeitaufwendig.
Bisher wird das Aufschieben des Schlauches auf das Kabel in der Regel von Hand bzw. manuell durchgeführt. Dabei kann, je nach Oberflächenbeschaffenheit des Kabels an dessen Außenumfang, beispielsweise Magnesiumsilikathydrat, Talkum oder ein anderes Gleitmittel zur Verringerung der Reibung zwischen dem Außenumfang des Kabels und einem
Innenumfang des Schlauches eingesetzt werden. Häufig ist der Einsatz dieser Gleitmittel
jedoch aufgrund von teilweise unabsehbaren chemischen oder physikalischen Reaktionen mit z.B. einem Material des Außenumfangs des Kabels oder Kabelabschnitts nicht erwünscht bzw. dürfen Gleitmittel teilweise in der Reinraummontage aufgrund der
Schmutzpartikelbegrenzung nicht angewendet werden. Das manuelle Anbringen von
Schläuchen an Kabeln kann daher zeit- und kraftintensiv sein, was in einer Serienfertigung eine hohe Herausforderung für Montagepersonal darstellen kann. Des Weiteren verlangt das manuelle Anbringen des Schlauches einen hohen Leistungs- und Übungsgrad des
Montagepersonals, wobei dieser Grad Schwankungen unterliegen kann.
Beschreibung der Erfindung
Eine Aufgabe der Erfindung ist es, unter Einsatz konstruktiv möglichst einfacher Mittel eine werkzeuggestützte Möglichkeit zum einfacheren Anbringen eines Schlauches an ein Kabel zu schaffen.
Die Aufgabe wird durch den Gegenstand der unabhängigen bzw. nebengeordneten
Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung und den begleitenden Figuren angegeben.
Ein erster Aspekt betrifft ein Werkzeug zum Anbringen eines Schlauches an eine elektrische Leitung, ein Kabel, einen Kabelabschnitt usw. Das Werkzeug weist einen
Kabelaufnahmeabschnitt auf, der bezüglich einer Kabellängsachse in einer ersten radialen Position angeordnet ist, zum Einlegen des Kabels und zum zumindest teilweisen Umgreifen eines Außenumfangs des Kabels derart eingerichtet ist, dass das Werkzeug entlang der Kabellängsachse führbar und relativ zu zumindest dem Kabel bewegbar ist. Ferner weist das Werkzeug einen Schlauchführungsabschnitt auf, der bezüglich der Kabellängsachse und oder einer Schlauchlängsachse in einer gegenüber dem Kabelaufnahmeabschnitt äußeren, zweiten radialen Position angeordnet ist und in dem ein Abschnitt des Schlauches anordbar ist.
Das Kabel kann insbesondere für den Hochvoltbereich geeignet sein und ggf. einen
Schutzmantel aus Silikon usw. aufweisen, welcher ein Aufschieben des Schlauches zusätzlich erschweren würde. Der Schlauch kann insbesondere ein Schutzschlauch sein, der ggf. ein verstärkendes Gewebe oder ähnliches aufweisen kann. Zudem kann der Schlauch
auch geschlitzt sein, wobei der Schlitz entlang einer Schlauchlängsachse verlaufen kann, so dass der Schlauch in Umfangsrichtung zwei freie Enden aufweisen kann. Die freien Enden können in einer montierten Position, in der der Schlauch an dem Kabel angeordnet oder angebracht ist, beispielsweise auf Stoß aneinander anliegen oder sich in der
Umfangsrichtung des Schlauchs überlappen. Das Werkzeug kann insbesondere ein
Handwerkzeug sein, das manuell entlang der Kabellängsachse bzw. Schlauchlängssachse, die vorzugsweise parallel zueinander verlaufen und ggf. hinsichtlich der jeweiligen
Längsenden zueinander versetzt angeordnet sein können, geführt werden kann. Der Kabelaufnahmeabschnitt kann an unterschiedliche Leitungsdurchmesser geometrisch angepasst sein, wobei vorzugsweise Leitungsquerschnitte von 16 mm2 bis 35 mm2, ggf. aber auch kleinere oder größere Leitungsquerschnitte bearbeitet werden können.
Funktional betrachtet, kann der Schlauchführungsabschnitt dazu eingerichtet sein, während einer zumindest im Wesentlichen translatorischen Bewegung des Werkzeugs entlang der Kabellängsachse und/oder der Schlauchlängsachse, die vorzugsweise parallel zueinander verlaufen und ggf. hinsichtlich der jeweiligen Längsenden zueinander versetzt angeordnet sein können, den Schlauch aufzuspreizen, damit das Kabel in den aufgespreizten Schlauch abschnittsweise einlegbar ist. Der Kabelaufnahmeabschnitt kann dazu eingerichtet sein, das Kabel in den Schlauch einzulegen, während der Schlauch in diesem Abschnitt durch den Schlauchführungsabschnitt aufgespreizt ist. Ferner kann der Schlauchführungsabschnitt dazu eingerichtet sein, während einer fortgeführten Bewegung des Werkzeugs, den
Schlauch zumindest teilweise um das Kabel herum zu schließen, wobei hier eine
Überlappung freier Enden des Schlauchs in Umfangsrichtung des Kabels bzw. des
Schlauchs vorgesehen sein kann. So kann Abschnitt für Abschnitt der Schlauch um den Außenumfang des Kabels herum angebracht werden und damit ein schlauchgeschütztes Kabel hergestellt werden.
Dadurch kann ermöglicht werden, dass das Anbringen des Schlauches an dem Kabel besser reproduzierbar erfolgen kann, auch wenn das Montagepersonal einen geringeren
Erfahrungsgrad aufweist. Es hat sich gezeigt, dass der Zeitaufwand zum Anbringen des Schlauches an dem Kabel signifikant verringert werden kann, da das Werkzeug mit wenigen Handgriffen einsatzbereit ist und im Prinzip in einer translatorischen Bewegung geführt wird. Dadurch ist auch erforderliche Kraftaufwand deutlich geringer. Der Konstruktionsaufwand für die Kabel-Schlauch-Anordnung ist ebenfalls geringer, da die Passung zwischen
Kabelaußendurchmesser und Schlauchinnendurchmesser von geringerer Bedeutung als beim Aufziehen bzw. Auffädeln des Schlauches auf das Kabel ist.
Gemäß einer Weiterbildung kann der Schlauch ein geschlitzter Schlauch sein, wobei der Schlauchführungsabschnitt dazu eingerichtet sein kann, in Umfangsrichtung freie Enden des Schlauches derart aufzunehmen, dass der Schlauch zum Einlegen des in dem
Kabelaufnahmeabschnitt angeordneten Kabels aufspreizbar ist. Dies kann beispielsweise durch die relative Anordnung des Schlauchführungsabschnitts gegenüber dem
Kabelaufnahmeabschnitt erreicht werden, wobei der Schlauchführungsabschnitt radial außen angeordnet ist. Dadurch wird ermöglicht, dass das Werkzeug lediglich entlang der
Kabellängsachse geführt werden muss, diese Bewegung den Schlauch zwingend aufspreizt und das Kabel direkt aus dem Werkzeug in den aufgespreizten Schlauch eingelegt wird.
In einer Weiterbildung kann der Schlauchführungsabschnitt derart ausgeformt sein, dass in Umfangsrichtung des Kabels und/oder des Schlauches freie Enden des Schlauches in einem Nachlauf des Werkzeugs miteinander in Überlappung bringbar sind. In anderen Worten, kann der Schlauchführungsabschnitt derart ausgeformt sein, dass der Schlauch, der zuvor aufgespreizt wurde, um das in den Schlauch eingelegte Kabel herum geschlossen wird. Dadurch wird ermöglicht, dass das Werkzeug lediglich entlang der Kabellängsachse geführt werden muss und diese Bewegung den Schlauch zwingend um das Kabel herum schließt.
Gemäß einer Weiterbildung kann der Schlauchführungsabschnitt eine Gabelform aufweisen, wobei sich freie Enden von Zinken der Gabelform bezüglich der Kabellängsachse einander annähern können. Dadurch kann der Schlauch, nachdem das Kabel in den zuvor
aufgespreizten Schlauch eingelegt wurde, um das Kabel herum geschlossen werden, wozu lediglich eine Bewegung des Werkzeugs entlang der Kabellängsachse durchgeführt wird.
In einer Weiterbildung können sich die freien Enden des Schlauchführungsabschnitts bezüglich eines Scheitels des Kabelaufnahmeabschnitts, auf den das Kabel ein- oder auflegbar ist, in einem Abstand zu dem Scheitel einander annähern. Beispielsweise kann der Scheitel in einer Richtung quer zur Kabellängsachse in einer ersten Ebene angeordnet sein. Die freien Enden des Schlauchführungsabschnitts können in der Richtung quer zur
Kabellängsachse in einer zweiten Ebene angeordnet sein, wobei die erste und die zweite Ebene voneinander beabstandet sein können.
Gemäß einer Weiterbildung kann der Kabelaufnahmeabschnitt ein U-Profil aufweisen, in das das Kabel einlegbar ist. Beispielsweise kann eine Innenkontur des U-Profils geometrisch an den Außenumfang des Kabels derart angepasst sein, dass das Kabel im Wesentlichen spielfrei, mit einer Spielpassung oder ähnlich aufgenommen werden kann. Dies ermöglicht eine gute Führung des Werkzeugs relativ zu dem Kabel. Das U-Profil kann abschnittsweise offen sein, damit das Kabel eingelegt werden kann.
In einer Weiterbildung können sich parallel zu ersten Schenkeln des U-Profils zweite Schenkel des Schlauchführungsabschnitts in Richtung eines Scheitels des U-Profils erstrecken, wobei zwischen den ersten Schenkeln und den zweiten Schenkeln ein Spalt zur Aufnahme von freien Enden des Schlauches ausgebildet ist. Dadurch wird der
Schlauchführungsabschnitt aufgespreizt und offen gehalten, um das Kabel aus dem
Kabelaufnahmeabschnitt in den Schlauch einlegen zu können. Ein Verbindungsabschnitt zwischen den ersten Schenkeln und zweiten Schenkeln kann einen Anschlag für die freien Enden des Schlauches ausbilden, wodurch die Handhabung des Werkzeugs nochmals vereinfacht werden kann.
Gemäß einer Weiterbildung können sich von freien Enden des U-Profils, insbesondere von freien Enden von ersten Schenkeln des U-Profils, jeweils zweite Schenkel des
Schlauchführungsabschnitts derart weg erstrecken, dass der Schlauch zwischen einer Außenseite der Schenkel des U-Profils und einer Innenseite der zweiten Schenkel des Schlauchführungsabschnitts anordbar ist. In anderen Worten lässt sich das Kabel auf einer Innenseite des U-Profils anordnen, während der Schlauch auf einer Außenseite des U-Profils angeordnet werden kann. Dadurch lässt sich das Werkzeug kompakt ausgestalten.
In einer Weiterbildung kann das Werkzeug ferner einen Kabelniederhalter aufweisen, der dem Kabelaufnahmeabschnitt und/oder dem Schlauchaufnahmeabschnitt entlang der Kabellängsachse nachlaufend angeordnet ist und zum in Kontakt bringen mit zumindest dem Außenumfang des Kabels eingerichtet ist. Funktional betrachtet, kann der Kabelniederhalter mit insbesondere dem Schlauchführungsabschnitt Zusammenwirken, wobei der
Kabelniederhalter das Kabel in dem aufgespreizten Schlauch niederhalten und/oder das Kabel in den aufgespreizten Schlauch eindrücken kann. Dabei kann der Kabelniederhalter
dem Kabelaufnahmeabschnitt und/oder dem Schlauchaufnahmeabschnitt entlang der Kabellängsachse nachlaufend oder vorlaufend angeordnet sein.
Gemäß einer Weiterbildung kann der Kabelniederhalter einen Steg und einen Rollkörper aufweisen, wobei der Rollkörper über den Steg von dem Kabelaufnahmeabschnitt und/oder dem Schlauchführungsabschnitt entlang der Kabellängsachse beabstandet sein kann. Der Steg kann mit einer Seite an einem Hauptkörper des Werkzeugs einstückig damit ausgeformt oder über ein Befestigungsmittel, wie etwa eine Schraubverbindung, eine Klemmverbindung usw., daran befestigt sein. Ferner kann der Rollkörper an einer anderen Seite des Stegs angeordnet sein. Im Betriebszustand des Werkzeugs kann der Rollkörper versetzt zu der Kabellängsachse angeordnet sein, damit der Rollkörper mit seinem
Außenumfang mit dem Außenumfang des in dem Kabelaufnahmeabschnitt angeordneten Kabels in Kontakt gebracht werden kann.
In einer Weiterbildung kann der Kabelniederhalter derart angeordnet sein, dass dieser dem Kabelaufnahmeabschnitt und/oder dem Schlauchführungsabschnitt bezüglich einer
Bewegung des Werkzeugs entlang der Kabellängsachse relativ zu dem Kabel nachläuft. Damit kann das Kabel in den aufgespreizten Schlauch eingedrückt oder dort niedergehalten werden.
Gemäß einer Weiterbildung kann das Werkzeug ferner einen Handgriff aufweisen. Der Handgriff kann eine gute Handhabung des Werkzeugs ermöglichen.
In einer anderen Weiterbildung kann der Handgriff auswechselbar ausgestaltet sein.
Insbesondere kann der Handgriff wahlweise vom Hauptkörper des Werkzeugs gelöst oder am Hauptkörper des Werkzeugs angebracht werden. Dies kann beispielsweise über einen form- oder kraftschlüssigen Wechselverschluss, z.B. auch über ein Schnellwechselsystem, erfolgen. Dies ermöglicht eine einfache und schnelle Anpassung des Handgriffs an verschiedene Einsatzzwecke des Werkzeugs.
In einer Weiterbildung kann das Werkzeug ferner eine Handanlagefläche aufweisen. Die Handanlagefläche kann beispielsweise zwischen dem Handgriff und dem
Kabelaufnahmeabschnitt und/oder dem Schlauchaufnahmeabschnitt kann eine
Handauflagefläche ausgebildet bzw. angeordnet sein, über die zum Beispiel eine Druckkraft,
insbesondere eine Normalkraft, auf das Kabel und/oder den Schlauch ausgeübt werden kann, während das Werkzeug gleichzeitig an dem Handgriff entlang der Kabellängsachse und/oder der Schlauchlängsachse bewegt werden kann. Die Druckkraft ist im Wesentlichen senkrecht zu der Bewegungsrichtung des Werkzeugs gerichtet. Die Handanlagefläche kann beispielsweise über einen form- oder kraftschlüssigen Wechselverschluss, z.B. auch über ein Schnellwechselsystem, erfolgen. In einigen Ausführungsformen kann die
Handauflagefläche eine Baueinheit mit dem oben beschriebenen Handgriff bilden und gemeinsam angebracht oder gelöst werden.
Ein zweiter Aspekt betrifft ein Verfahren zum Anbringen eines, insbesondere geschlitzten Schlauches, an ein Kabel bzw. ein Verfahren zum Herstellen eines schlauchgeschützten Kabels bzw. eine Verwendung des vorstehenden Werkzeugs. Das Verfahren sieht die folgenden Schritte vor:
Bereitstellen eines Werkzeugs gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, Anbringen von in Umfangsrichtung des Schlauches freien Enden des Schlauches an einem Schlauchführungsabschnitt des Werkzeugs,
Einlegen des Kabels in einem Kabelaufnahmeabschnitt des Werkzeugs, und
Bewegen des Werkzeugs relativ zu dem Kabel entlang einer Kabellängsachse und/oder einer Schlauchlängsachse,
wobei während der Bewegung des Werkzeugs der Schlauch durch den
Schlauchführungsabschnitt aufgespreizt wird, das Kabel aus dem Kabelaufnahmeabschnitt in den Schlauch eingelegt wird und in der weiteren Bewegung des Werkzeugs der Schlauch durch zumindest den Schlauchführungsabschnitt zumindest teilweise um das Kabel herum geschlossen wird.
Das Verfahren ermöglicht insbesondere die oben für das hier verwendete Werkzeug erläuterten Vorteile.
Kurze Figurenbeschreibung
Nachfolgend wird ein vorteilhaftes Ausführungsbeispiel der Erfindung unter Bezugnahme auf die begleitenden Figuren erläutert. Es zeigen:
Figur 1 in einer perspektivischen Ansicht ein Werkzeug zum Anbringen eines
Schlauches an einem Kabel gemäß einer Ausführungsform,
Figur 2 in einer Seitenansicht ein Werkzeug zum Anbringen eines Schlauches an einem Kabel gemäß einer Ausführungsform, wobei auch das Kabel und der Schlauch exemplarisch gezeigt sind,
Figur 3 in einer perspektivischen Ansicht einen Kabelniederhalter zum Anbringen an einem Werkzeug zum Anbringen eines Schlauches an einem Kabel gemäß einer Ausführungsform, und
Figur 4 ein Flussdiagramm eines Verfahrens zum Anbringen eines Schlauches an einem Kabel.
Die Figuren sind lediglich schematische Darstellungen und dienen nur der Erläuterung der Erfindung. Gleiche oder gleichwirkende Elemente sind durchgängig mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
Detaillierte Beschreibung
Figur 1 zeigt in einer perspektivischen Ansicht ein Werkzeug 10, das sich zum Anbringen eines Schlauches 20 (siehe Figur 2) an ein Kabel 30 (siehe Figur 2) eignet. Das Werkzeug 10 kann beispielsweise aus einem geeigneten Kunststoff gefertigt sein.
Das Werkzeug 10 weist einen Handgriff 1 1 auf, der hier exemplarisch einen zylindrischen Körper mit einer profilierten Oberfläche aufweist und als Griffstück für eine manuelle
Bedienung des Werkzeugs 10 dient. Zudem weist das Werkzeug 10 eine Handauflagefläche 12 auf, über die eine Druckkraft in Richtung des Kabels (in Figur 1 bzw. 2 nach unten) ausgeübt werden kann. Ferner weist das Werkzeug 10 einen Kabelaufnahmeabschnitt 13 und einen Schlauchführungsabschnitt 14 auf. Der Kabelaufnahmeabschnitt 13 ist bezüglich einer Kabellängsachse A (siehe Figur 2) in einer ersten radialen Position angeordnet. Ferner ist der Kabelaufnahmeabschnitt 13 zum Einlegen des Kabels 30 und zum zumindest teilweisen Umgreifen eines Außenumfangs des Kabels 30 derart eingerichtet, dass das Werkzeug 10 entlang der Kabellängsachse führbar und relativ zu zumindest dem Kabel 30
bzw. auch dem Schlauch 20 bewegbar ist. Der Schlauchführungsabschnitt 14 ist bezüglich der Kabellängsachse A in einer gegenüber der ersten radialen Position des
Kabelaufnahmeabschnitts 13 äußeren, zweiten radialen Position angeordnet und dazu eingerichtet, dass ein Abschnitt des Schlauches 20 darin anordbar ist. Dieser Abschnitt des Schlauches 20 ist beispielsweise ein freies Ende in Umfangsrichtung des Schlauches 20 (siehe Figur 2).
Gemäß Figur 1 weist der Kabelaufnahmeabschnitt 13 ein U-Profil auf, in das das Kabel 20 einlegbar ist, wie dies in Figur 2 angedeutet ist. Zum Einlegen des Kabels 20 ist das U-Profil seitlich offen. Das U-Profil weist einen ersten Schenkel 131 und einen weiteren, ersten Schenkel 132 auf, die über einen Scheitel 133 miteinander verbunden sind. Auf einer Innenseite der ersten Schenkel 131 , 132 sowie des Scheitels 133 lässt sich das Kabel 20 anordnen (siehe Figur 2). Parallel zu den ersten Schenkeln 131 , 132 des U-Profils erstrecken sich zweite Schenkel 141 und 142 des Schlauchführungsabschnitts 14 in Richtung des Scheitels 133 des U-Profils. Dabei sind die zweiten Schenkel 141 , 142 auf einer Außenseite der ersten Schenkel 131 , 132 angeordnet, wobei zwischen den ersten Schenkeln 131 , 132 und den zweiten Schenkeln 141 , 142 ein Spalt zur Aufnahme von freien Enden des Schlauches 30 ausgebildet ist (siehe Figur 2). Gemäß Figur 1 sind der
Kabelaufnahmeabschnitt 13 und der Schlauchführungsabschnitt 14 in einer Längsrichtung des Handgriffs 1 1 von diesem beabstandet, der sich also in einer Richtung quer zur Kabellängsachse A (siehe Figur 2) erstreckt. Durch die zweiten Schenkel 141 , 142 weist der Schlauchführungsabschnitt 14 eine Art Gabelform auf, wobei die zweiten Schenkel 141 , 142 jeweils einen Arten Zinken der Gabelform ausbilden. Wie in Figur 1 angedeutet, nähern sich die freien Enden der zweiten Schenkel 141 , 142 einander an, wobei diese in Richtung der dazwischen angeordneten Kabellängsachse A (siehe Figur 2) gerichtet sind. Damit ist der Schlauchführungsabschnitt 14 derart ausgeformt, dass in Umfangsrichtung freie Enden des Schlauches 20 in einem Nachlauf des Werkzeugs 10, das während der Verwendung entlang der Kabellängsachse A bewegt wird, miteinander in Überlappung bringbar sind.
Aus Figur 1 geht auch hervor, dass das Werkzeug 10 zwischen dem Handgriff 1 1 bzw. der Handauflagefläche 12 und dem Kabelaufnahmeabschnitt 13 sowie dem
Schlauchführungsabschnitt 14 einen Befestigungsabschnitt 15 aufweist, an dem ein
Kabelniederhalter 16 (siehe Figur 3) angebracht werden kann, wie das weiter unten anhand von Figur 3 noch detaillierter beschrieben wird. Alternativ dazu, kann der Kabelniederhalter
16 im Bereich des Befestigungsabschnitts 15 auch einstückig mit dem Material des
Befestigungsabschnitts 15 ausgebildet sein. Im befestigten oder direkt angeformten Zustand ist der Kabelniederhalter 16 dem Kabelaufnahmeabschnitt 13 und/oder dem
Schlauchaufnahmeabschnitt 14 entlang der Kabellängsachse A nachlaufend angeordnet und zum in Kontakt bringen mit zumindest dem Außenumfang des Kabels 30 eingerichtet.
Figur 2 zeigt eine weitere Ausführungsform des Werkzeugs 10 in einer Seitenansicht, wobei in dieser die Kabellängsachse A des Kabels 30 in die Blattebene hinein verläuft. Abweichend von der vorstehend beschriebenen Ausführungsform sind insbesondere die Übergänge bzw. Fortsätze zwischen den ersten Schenkeln 131 , 132 und den zweiten Schenkeln 141 , 142 sowie ggf. Außenkanten des Kabelaufnahmeabschnitt 13 sowie des
Schlauchführungsabschnitts 14 hier abgerundet ausgeführt. In Figur 2 ist neben der verwendungsbestimmten Anordnung des Kabels 20 auch die verwendungsbestimmte Anordnung des Schlauches 30 gezeigt, bei dem es um einen Schutzschlauch mit ggf. einem Gewebeanteil und einer geschlitzten Form handelt. Dabei sind die durch die geschlitzte Form freien Enden des Schlauches 30 zwischen den ersten Schenkeln 131 , 132 und den zweiten Schenkeln 141 , 142 angeordnet. Diese können ggf. auch mit einer vergleichsweise geringen Klemmkraft, die eine Bewegung des Werkzeugs 10 relativ zu dem Schlauch 20 erlaubt, in dem Schlauchführungsabschnitt 14 gehalten sein. Auch eine (nicht näher bezeichnete) Schlauchlängsachse ist in Figur 2 in die Blattebene hinein gerichtet und ist demnach parallel zu der Kabellängsachse A. Von dieser Anordnung ausgehend, ist es nachvollziehbar, dass der Schlauch 20, der hier ein in seiner Längsrichtung geschlitzter Schlauch ist, während des Einlegens des in dem Kabelaufnahmeabschnitt 13 angeordneten Kabels 30 aufgespreizt wird. Durch die oben beschriebene, nach radial Innen aufeinander zulaufende Form der freien Enden der zweiten Schenkel 141 , 142 wird der Schlauch 20 im Nachlauf des
Werkzeugs 10, also in der Bewegungsrichtung des Werkzeugs in einer Richtung entlang der Kabellängsachse A, geschlossen, wobei der Schlauch 20 ggf. so ausgeformt ist, dass sich die freien Enden des Schlauchs 20 in seiner Umfangsrichtung bzw. auch in Umfangsrichtung des Kabels 30 überlappen. Es sei angemerkt, dass die Bewegungsrichtung des Werkzeugs 10 in Figur 2 in die Blattebene hinein verläuft, also parallel zur Kabellängsachse A.
Demgemäß würde der oben beschriebene Kabelniederhalter 16 aus der Blattebene gemäß Figur 2 herausstehen, um dem Kabelaufnahmeabschnitt 13 sowie dem
Schlauchführungsabschnitts 14 nachzulaufen.
Figur 3 zeigt nun den oben erwähnten Kabelniederhalter 16 als Einzelbauteil in einer perspektivischen Ansicht. Dieser weist einen Befestigungsabschnitt 17 auf, über den der Kabelniederhalter 16 (auf Stoß) mit dem oben beschriebenen Befestigungsabschnitt 15 (siehe Figuren 1 und 2) verbunden werden kann, so dass das Werkzeug 10 einteilig verwendet werden kann. Alternativ dazu, kann der Kabelniederhalter 16 ggf. auch einstückig im Bereich des Befestigungsabschnitts 15 angeformt sein. Der Kabelniederhalter 16 kann beispielsweise über eine form- (z.B. Madenschraube oder Klickverbindung) oder
stoffschlüssige (z.B. Klebung) Verbindung an dem Befestigungsabschnitt 15 angebracht sein. Der Kabelniederhalter 16 weist einen Steg 18 und einen Rollkörper auf, wobei von letzterem nur eine (Dreh-)Achse 19 dargestellt ist. Der Rollkörper kann z.B. eine Rolle sein, die sich um die Achse 19 dreht und auf dem Kabel 30 abrollen kann, wenn das Werkzeug 10 entlang der Kabellängsachse A bewegt wird. Anhand eines Vergleichs der Figuren 1 und 2 mit Figur 3 ist nachvollziehbar, dass der Rollkörper über den Steg 17 von dem
Kabelaufnahmeabschnitt 13 und/oder dem Schlauchführungsabschnitt 14 entlang der Kabellängsachse A beabstandet ist, so dass der Rollkörper beim Bewegen des Werkzeugs 10 dem Kabelaufnahmeabschnitt 13 und/oder dem Schlauchführungsabschnitt 14 nachläuft. Durch ein Aufbringen einer Normalkraft quer zur Kabellängsachse A über den Handgriff 1 1 und/oder die Handanlagefläche 12 kann das Kabel niedergehalten bzw. an eine tragende Unterlage angedrückt werden, was z.B. auch ein Einschlagen des Schlauches 20 um den Außenumfang des Kabels 30 herum erleichtern kann. Der Kabelniederhalter 16 dient zur Niederhaltung und Führung des zu schützenden Kabels 30. Der Rollkörper ist Teil eines oder bildet aus einen gelagerten Rollkörper, um ein reibungsloses Ziehen des Werkzeugs 10 zu ermöglichen. Der gelagerte Rollkörper kann ggf. auch ein Kugellager umfassen. Zudem kann der gelagerte Rollkörper je nach zu schützender Leitung U-förmig, V-förmig oder flach ausgeformt sein. Zudem können beispielsweise bei einer U- oder V-Form unterschiedliche lange Schenkel ausgeformt sein, so dass eine Seite der U- oder V-Form länger ist als die andere. Dadurch kann eine Überlappung der freien Enden des Schlauchs 20 erreicht werden. Allgemein kann durch eine Anpassung der Form des Rollkörpers eine Anpassung an die jeweilig zu führende Kabeln erreicht werden und ein Abgleiten des Kugellagers von diesen wird verhindert.
Anhand von Figur 4, die ein Flussdiagramm zeigt, soll im Folgenden ein Verfahren zum Anbringen des Schlauches 20 um das Kabel 30 unter Verwendung des Werkzeugs 10 kurz erläutert werden.
In einem Schritt S1 wird das vorstehend beschriebene Werkzeug 10 bereitgestellt. Der Schlauch 20 und das Kabel 30 werden ebenfalls bereitgestellt, wobei diese vorzugsweise auf einer tragenden Unterlage, wie etwa einem Montagetisch oder ähnlichem, angeordnet werden. Der Schlauch 20 kann z.B. per Hand leicht geöffnet bzw. aufgespreizt werden (siehe Figur 2). In einem Schritt S2 werden die in Umfangsrichtung freien Enden des Schlauchs 20 an dem Schlauchführungsabschnitt 14 des Werkzeugs 10 angeordnet, wobei die freien Enden des Schlauchs 20 beispielsweise zwischen den ersten Schenkeln 131 , 132 und den zweiten Schenkeln 141 , 142 angeordnet und ggf. dort geklemmt werden. In einem Schritt S3 wird das Kabel 30 in den Kabelaufnahmeabschnitt 13 des Werkzeugs 10 eingelegt (siehe Figur 2). Dabei erstrecken sich der Schlauch 20 und das Kabel 30 zumindest
abschnittsweise parallel zueinander. In eine Schritt S4 wird das Werkzeug 10 relativ zu dem Kabel 30 entlang einer Kabellängsachse A und/oder der Schlauchlängsachse per Hand bewegt, wobei diese Bewegung in z.B. Figur 2 in die Blattebene hinein erfolgt. Dabei wird während der Bewegung des Werkzeugs 10 der Schlauch 20 durch den
Schlauchführungsabschnitt 14 aufgespreizt, das Kabel 30 aus dem Kabelaufnahmeabschnitt 13 in den Schlauch eingelegt, was z.B. aufgrund des Eigengewichts des Kabels 30 und/oder über den Kabelniederhalter 16, der dem Kabelaufnahmeabschnitt 13 bzw. dem
Schlauchführungsabschnitt 14 nachläuft, erfolgen kann. Zudem wird in der weiteren
Bewegung des Werkzeugs 10 der Schlauch 20 durch zumindest den
Schlauchführungsabschnitt 13 zumindest teilweise um das Kabel 30 herum geschlossen.
Die Funktionsweise des Werkzeugs 10 kann in anderen Worten auch umfassen, dass das Werkzeug 10 und der Schlauch 20 aufgenommen wird. Der Schlauch 20 wird in den
Schlauchführungsabschnitt 14 eingefädelt, wobei sich der Kabelniederhalter 16 dabei entgegengerichtet einer Ziehrichtung des Werkzeugs 10 befindet. Zudem wird davor, gleichzeitig oder danach das Kabel 30 aufgenommen und in den Kabelaufnahmeabschnitt 13, der auch als eine Art Einlegemulde aufgefasst werden kann, gefädelt. Das Kabel 30 und der Schlauch werden, ggf. unter Verwendung einer Klemmvorrichtung oder ähnlichem, festgehalten, z.B. durch Andrücken an eine stützende Unterlage (siehe Figur 2). Dann wird das Werkzeug 10 gezogen und dadurch der Schlauch 20 um den Außenumfang des Kabels 30 angebracht.
BEZUGSZEICHENLISTE
10 Werkzeug
1 1 Handgriff
12 Handanlagefläche/Handauflagefläche
13 Kabelaufnahmeabschnitt
131 erster Schenkel
132 erster Schenkel
133 Scheitel
14 Schlauchführungsabschnitt
141 zweiter Schenkel
142 zweiter Schenkel
15 erster Befestigungsabschnitt
16 Kabelniederhalter
17 zweiter Befestigungsabschnitt
18 Steg
19 Achse/Rollkörper
20 Schlauch (z.B. geschlitzter Schutzschlauch)
30 Kabel (z.B. HV-Leitung)
A Kabellängsachse