Beschreibung
Verfahren und Anlage zum induktiven Erwärmen von Flachgut Gebiet der Technik
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum induktiven Erwärmen von in einer Vorschubrichtung transportiertem Flachgut, vorzugsweise einem Stahlband, mit mindes tens einer sich quer zur Vorschubrichtung über die Breite des Flachguts erstreckenden Querfeld-Induktoreinrichtung mit einer parallel zu einer Querachse des Flachguts verlau fenden Längsachse. Ferner bezieht sich die vorliegende Erfindung auf eine Anlage, mit der ein derartiges Verfahren durchgeführt werden kann.
Anstelle von konventionellen gasbeheizten Öfen wird Flachgut, wie beispielsweise Bän der, Bleche, Brammen, auch induktiv erwärmt. Hierbei wird in dem Flachgut ein Strom induziert, wodurch das Material erwärmt wird.
Induktive Erwärmungsanlagen zum Erwärmen von Flachgut weisen Längsfeldinduktoren zur Längsfelderwärmung oder Querfeldinduktoren zur Querfelderwärmung auf.
Bei der Längsfelderwärmung wird das zu erwärmende Flachgut von der Induktorspule vollständig umschlossen, sodass der magnetische Hauptfluss in Vorschubrichtung des Flachguts gerichtet ist. Die induzierten Ströme schließen sich über dem Werkstück querschnitt, wobei die sich einstellende Temperaturverteilung bei einer geeigneten Fre quenz des Induktorstromes über der gesamten Bandbreite des Flachguts nahezu homo gen ist.
Bei der Querfelderwärmung umschließen die Induktorspulen das Flachgut nicht, sondern sind an der Ober- und/oder Unterseite des zu erwärmenden Flachguts angeordnet. Auf diese Weise ist der magnetische Hauptfluss der Induktorspulen senkrecht zur Oberfläche des Flachguts gerichtet. Nachteilig ist bei Querfeld-Erwärmungsanlagen jedoch, dass die Temperaturverteilung im Flachgut normalerweise inhomogen ist. Dies erfordert für jeden Einsatzfall eine angepasste Konstruktion der geometrischen Abmessungen und eine Op timierung der Betriebsparameter einer Querfeld-Erwärmungsanlage.
Stand der Technik
Es ist bereits bekannt, die nachteilige inhomogene Temperaturverteilung durch eine ge zielte Gestaltung der Induktorspulen zu beeinflussen. Ferner sind weitere Lösungen zur flexiblen Einstellung der Temperaturverteilung in Flachgut bekannt, beispielsweise die Anordnung von zwei Induktorspulen quer zum Flachgut und zwei Induktorspulen längs zum Flachgut. Die beiden sich in Längsrichtung des Flachguts erstreckenden Spulen können in Querrichtung des Flachguts verschoben werden, sodass die Temperatur verteilung an den Seitenkanten des Flachguts einstellbar ist (JP 63195397).
Andere Lösungen sind in der DE 3928629 A1 , der EP 0667 731 B1 , der DE 42 34406 A1 und der DE 100 13061 A1 beschrieben.
Die DE 103 12623 A1 befasst sich mit einer Querfeld-Erwärmungsanlage mit den Merk malen des Oberbegriffes von Patentanspruch 1. Hier besitzt die Induktoreinrichtung min destens zwei parallel zur Ebene des Flachguts übereinander angeordnete Induktorlagen, die unabhängig voneinander quer zur Vorschubrichtung verschiebbar sind, um auf diese Weise eine flexible Einstellung der Temperaturverteilung im Flachgut in Querrichtung des Flachguts zu erreichen.
Noch weitere Lösungen sind in der EP 0274673 B, der EP 1 648628 A1 und der EP 1 148762 B1 beschrieben. In der erstgenannten Veröffentlichung wird beschrieben, wie durch Anpassung der Spulenform eine unterschiedliche Energiebeaufschlagung und so mit ein unterschiedlicher Temperaturanstieg über die Breite des Flachguts erreicht werden kann. Die an zweiter Stelle genannte Veröffentlichung offenbart die Möglichkeit der Beein flussung des Temperaturquerprofiles durch eine seitliche Einstellung von Querfeld- Induktionsspulen, zumeist im Randbereich. Die an dritter Stelle genannte Veröffentlichung beschreibt die Möglichkeit einer Einstellung des Temperaturquerprofiles durch bewegliche Kerne.
Aus der US 20180092163 A1 ist eine Erwärmungseinrichtung für ein Aluminiumband mit mehreren rotierenden Rollen zur Magnet-Wärmeinduktion bekannt. Die rotierenden Rollen sind in der Breitenrichtung des Flachguts angeordnet. Außerdem ist es aus der Schrift bekannt, eine Rolle in einer Vertikalebene zur Querachse des Flachguts schrägzustellen. Da die rotierende Rollen mit den in den Rollen angeordneten Elektromagneten deutlich aufwändiger sind als nicht rotierende Induktoren, beschäftigt sich diese Erfindung aus schließlich mit nicht-rotierenden Querfeld-Induktoreinrichtungen.
Zusammenfassung der Erfindung
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Anlage vorzusehen, mit denen bei der induktiven Erwärmung von Flachgut eine besonders ho mogene Temperaturverteilung über dessen Querprofil erzielt werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Verfahren der angegebenen Art dadurch gelöst, dass jede Querfeld-Induktoreinrichtung zumindest zwei in der Querachse des Flachguts verlaufende, nicht rotierende Leiter umfasst, die seriell von einem Wechsel strom durchflossen werden; und dass die Längsachse der Querfeld-Induktoreinrichtung in einer Vertikalebene schräg zur Querachse des Flachguts positioniert wird.
Die erfindungsgemäße Lösung basiert somit auf dem Gedanken, je nach Anforderung den Abstand zwischen der Querfeld-Induktoreinrichtung und der Oberseite bzw. der Unterseite des Flachguts durch eine Schrägstellung der Querfeld-Induktoreinrichtung über das Querprofil des Flachguts zu variieren, sodass das Flachgut über sein Querprofil unter schiedlich stark erwärmt wird. Es ist dabei davon auszugehen, dass die Erwärmung umso geringer ist, je größer der Abstand zwischen dem Flachgut und der Querfeld-Induktor- einrichtung ist. Das macht sich insbesondere in den Querendbereichen des Flachguts bemerkbar, wodurch durch die Schrägstellung der Induktoreinrichtung in einem Endbe reich ein großer Abstand und im anderen Endbereich ein geringer Abstand vorgesehen wird, so dass die Endbereiche hier unterschiedlich stark erwärmt werden. Falls der andere Endbereich stärker erwärmt werden soll, wird in diesem Bereich durch Schrägstellung ein geringerer Abstand erzeugt als beim anderen Endbereich. Durch Änderung der Neigung können somit beide Querendbereiche variabel erwärmt werden.
Durch die nicht rotierenden, in der Breitenrichtung des Flachguts verlaufenden Leiter bil det die Querfeld-Induktoreinrichtung zumindest eine, bevorzugt mehrere in Serie ange ordnete „Wicklungen“ aus, sodass die magnetische Induktion und die induktive Heizleis tung deutlich höher sind als bei einem einzelnen stromdurchflossenen Leiter. Die Anord nung der Leiter in Breitenrichtung des Flachguts gewährleistet zudem, dass auch breites Flachgut, bspw. mit einer Breite zwischen 900 und 2800 mm gleichmäßig durch die Quer- feld-lnduktoreinrichtung erwärmt werden kann.
Durch die erfindungsgemäß durchgeführte Schrägstellung der Querfeld-Induktorein- richtung wird somit der Abstand zum Flachgut variiert, sodass durch unterschiedliche Ab stände der Induktoreinrichtung zum Flachgut dessen Temperaturverteilung beim Erwär men optimiert werden kann. Die Variation des Abstands erfolgt vorzugsweise durch eine Steuer- oder Regeleinrichtung.
Der in das Material induzierte elektrische Strom hängt nämlich von der Distanz zur Spule ab. Im Fall der hier beschriebenen Querfeld-Induktionsmethode kann diese Abhängigkeit durch die folgende Formel wiedergegeben werden
P = P0 * e kx worin PO der induzierte Strom bei einer minimalen Distanz zum Material ist, x die Distanz ist und k ein charakteristischer Koeffizient für die Systemgeometrie ist.
In Weiterbildung der Erfindung wird dabei vorzugsweise so vorgegangen, dass eine Tem peratur des Flachguts in Vorschubrichtung vor und/oder nach der Querfeld-Induktorein- richtung gemessen und in Abhängigkeit davon eine Schrägstellung der Querfeld-Induktor- einrichtung durchgeführt wird. Hierbei wird insbesondere ein Temperaturprofil des Flach guts über die Breite desselben gemessen. Insbesondere in dem Fall, in dem hierbei Tem peraturunregelmäßigkeiten infolge von Inhomogenitäten und anderen Ursachen im Flach gut gemessen werden, kann dann durch die Schrägstellung ein entsprechender Ausgleich bzw. eine Kompensation beim Erwärmungsvorgang durchgeführt werden. Hierbei gibt beispielsweise die Temperaturmesseinrichtung ein entsprechendes Signal an eine Steu er- oder Regeleinrichtung, die eine entsprechende Bewegung der Induktoreinrichtung (Schrägstellung derselben) bewirkt.
So wird beispielsweise von der Steuer- oder Regeleinrichtung ein entsprechendes Tem peratur- und Positionsmodell errechnet, dass die erforderliche Wärmeenergiebeauf schlagung über die Breite des Flachguts wiedergibt, und die Induktoreinrichtung wird auf die berechnete und erforderliche Neigung eingestellt, um die Temperaturabweichung zu kompensieren.
Speziell kann dabei so vorgegangen werden, dass in Abhängigkeit von der gemessenen Temperatur des Flachguts bzw. des Temperaturprofiles die erforderliche Energiebe aufschlagung der Querfeld-Induktoreinrichtung ermittelt wird, die dann zur Berechnung der Schrägstellung der Querfeld-Induktoreinrichtung in Querrichtung des Flachguts be nutzt wird. Auf diese Weise kann dann eine genaue Temperatureinstellung über das Querprofil des Flachguts erfolgen. Zusätzlich zur Einstellung der Energiebeaufschlagung durch eine Wechselstromquelle wird daher der Schrägstellungswinkel der Induktoreinrich tung eingestellt.
Erfindungsgemäß können eine obere und/oder eine untere Querfeld-Induktoreinrichtung schräggestellt werden. Dabei kann die Schrägstellung der Querfeld-Induktoreinrichtung
oder Querfeld-Induktoreinrichtungen auf hydraulische, pneumatische oder elektro mechanische Weise erfolgen.
In Weiterbildung der Erfindung wird die Querfeld-Induktoreinrichtung quer zur Vorschub richtung (d.h. der Flachgutlängsachse) verschoben. Dies kann vorzugsweise in beiden Richtungen erfolgen. Hierdurch können zusätzlich zur Schrägstellung Temperaturun regelmäßigkeiten ausgeglichen bzw. Temperaturabweichungen kompensiert werden, so- dass sich letztendlich am Ende des Erwärmungsprozesses ein homogenes Temperatur profil des Flachguts ergibt. Hierbei wird die Querfeld-Induktoreinrichtung in Abhängigkeit von der Temperaturmessung des Flachguts in Vorschubrichtung vor der Querfeld- Induktoreinrichtung quer zur Vorschubrichtung bzw. Flachgutlängsachse verschoben.
Außerdem ist es möglich, eine Querfeld-Induktoreinrichtung relativ zur einer anderen Querfeld-Induktoreinrichtung quer zur Vorschubrichtung zu verschieben. Hierdurch kön nen die Temperaturprofile auf der Ober- und Unterseite des Flachguts variabel eingestellt werden.
Erfindungsgemäß wird dabei insbesondere in Abhängigkeit von der Temperaturmessung des Flachguts von der Steuer-/Regeleinrichtung eine Schrägstellung und Quer positionierung der Querfeld-Induktoreinrichtung durchgeführt. Mit anderen Worten, die Querfeld-Induktoreinrichtung wird hierbei in Querrichtung relativ zum Flachgut verschoben und relativ zur Flachgutquerachse schräggestellt, um die gewünschte Temperatureinstel lung zu erreichen.
Speziell kann eine Vielzahl von Temperaturmessungen, insbesondere in Zwischen positionen, am Flachgut durchgeführt werden, um auf Temperaturabweichungen flexibel reagieren zu können. Dabei können erfindungsgemäß Anpassungen an die jeweiligen Gegebenheiten vorgenommen werden, um in Bezug auf die Temperatureinstellung eine besonders hohe Genauigkeit zu erreichen.
Bei einer Weiterbildung der Erfindung, wobei das Flachgut nach dem induktiven Erwär men warmgewalzt wird und eine Planheit und/oder ein Profil des warmgewalzten Flach guts gemessen wird, wird in Abhängigkeit der gemessenen Planheit und/oder des Profils eine Schrägstellung und/oder und eine Querpositionierung einer oder mehrerer Querfeld- Induktoreinrichtung durchgeführt.
Dieser Ausführungsform liegt die Erkenntnis zugrunde, dass eine in Breitenrichtung un gleichförmige Temperaturverteilung des Flachguts sich während und nach dem Warm-
walzen unvorteilhaft auf die Planheit und/oder das Profil des warmgewalzten Flachguts auswirkt. Es ist daher vorgesehen, basierend auf der Planheit und/oder dem Profil des warmgewalzten Flachguts die Schrägstellung und/oder und die Querpositionierung einer oder mehrerer Querfeld-Induktoreinrichtung zu variieren. Dadurch werden die geometri schen Eigenschaften des warmgewalzten Flachguts verbessert.
Die vorliegende Erfindung betrifft ferner eine Anlage zum induktiven Erwärmen von in eine Vorschubrichtung transportierbarem Flachgut mit mindestens einer sich quer zur Vor schubrichtung über die Breite des Flachguts erstreckenden Querfeld-Induktoreinrichtung mit einer parallel zu einer Querachse des Flachguts verlaufenden Längsachse.
Die erfindungsgemäß ausgebildete Anlage ist dadurch gekennzeichnet, dass jede Quer- feld-lnduktoreinrichtung zumindest zwei in einer Querachse des Flachguts verlaufende, nicht rotierende Leiter umfasst, die seriell von einem Wechselstrom durchflossen werden, und
- dass die Anlage zumindest eine, vorzugsweise zwei, besonders bevorzugt vier, Positioniereinrichtung für die Querfeld-Induktoreinrichtung aufweist, sodass die Längs achse der Querfeld-Induktoreinrichtung in einer Vertikalebene schräg zur Querachse des Flachguts positioniert werden kann.
Dabei ist die Querfeld-Induktoreinrichtung vorzugsweise in einem Rahmen oder Gestell der Anlage so gelagert, dass sie an dem einen oder anderen Querende angehoben oder abgesenkt werden kann, um die gewünschte Schrägstellung zu erreichen. Speziell weist dabei die Positioniereinrichtung vorzugsweise in jedem Querendbereich der Querfeld- Induktoreinrichtung eine Positioniervorrichtung zum Anheben oder Absenken des jeweili gen Querendes der Querfeld-Induktoreinrichtung auf.
Ferner umfasst die Anlage in Weiterbildung eine Temperaturmesseinrichtung für das Flachgut vor und/oder nach der Querfeld-Induktoreinrichtung. Des Weiteren ist dabei eine Steuer- oder Regeleinrichtung vorgesehen, die der Ansteuerung der Positionierein richtung zum Anheben oder Absenken der Induktoreinrichtung in Abhängigkeit von der Temperaturmesseinrichtung dient. Die Temperaturmesseinrichtung misst dabei insbeson dere ein Temperaturprofil in Querrichtung des Flachguts.
Dabei funktioniert die erfindungsgemäß ausgebildete Anlage vorzugsweise so, dass die vorgesehene Steuer- oder Regeleinrichtung die Leistungsbeaufschlagung der Querfeld- Induktoreinrichtung in Abhängigkeit von der gemessenen Temperatur ermittelt und eine Wechselstromquelle zur Leistungszufuhr entsprechend ansteuert. Ferner wird in Ab-
hängigkeit davon die Positioniereinrichtung zur Schrägstellung der Induktoreinrichtung angesteuert, so dass durch Variation der Leistungszufuhr und des Abstandes über das Querprofil des Flachguts eine optimale Temperaturverteilung erreicht werden kann.
Vorzugsweise weist die Anlage eine obere und untere Querfeld-Induktoreinrichtung auf, von denen eine oder beide angesteuert werden können.
Wie erwähnt, sind zum Schrägstellen der Induktoreinrichtung Positioniervorrichtungen vorgesehen, die jeweils als hydraulisches, pneumatisches und/oder elektromechanisches Stellorgan ausgebildet sind.
In Weiterbildung weist die erfindungsgemäße Anlage eine Einrichtung zur Querver schiebung der Induktoreinrichtung auf. Hierbei wird die Induktoreinrichtung in Quer richtung relativ zum Flachgut bewegt, sodass hiermit zusätzlich zur Schrägstellung der Induktoreinrichtung eine weitere Variationsmöglichkeit zum Erhitzen des Querprofiles des Flachguts gegeben ist. Hierbei wird beispielsweise das die Induktoreinrichtung tragende Gestell der Anlage insgesamt relativ zum Flachgut quer verschoben. Hierdurch werden die Effekte aus der Schrägstellung und der Querposition überlagert, um die gewünschte Temperaturverteilung zu erreichen.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn bei einer Anlage mit einer oberen und einer unteren Querfeld-Induktoreinrichtung eine oder mehrere Antriebseinrichtungen zur Querver schiebung der Querfeld-Induktoreinrichtungen relativ zueinander vorhanden sind.
Die erfindungsgemäß vorgesehene Temperaturmesseinrichtung kann eine Vielzahl von Sensoren aufweisen, um auf diese Weise eine besonders genaue Temperaturmessung durchführen zu können, so dass hierdurch die Genauigkeit der Erwärmung des Flachguts über dessen Querprofil gesteigert werden kann.
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform sind in Vorschubrichtung nach der Anlage zum induktiven Erwärmen zumindest ein Warmwalzgerüst zum Warmwalzen des Flachguts und ein Messgerät zur Planheits- und/oder Profilmessung des warmgewalzten Flachguts angeordnet, wobei die Steuer- oder Regeleinrichtung in Abhängigkeit der Planheit- und/oder des Profils eine Schrägstellung und/oder und eine Querpositionierung einer Querfeld-Induktoreinrichtung durchführen kann.
Erfindungsgemäß wird somit eine Verbesserung der Genauigkeit und Homogenität des Temperaturquerprofiles des Flachguts erreicht. Ferner werden homogene Oberflächen
des Flachguts sowie homogene Materialeigenschaften über die Breite desselben erzielt. Das Endprodukt besitzt eine hohe Flachgutprofilgenauigkeit. Ferner wird eine Verbesser ung der Homogenität des Verschleißes der Arbeitswalzen und somit eine verlängerte Le bensdauer der Anlage erreicht.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels, das im Zu sammenhang mit den Zeichnungen näher erläutert wird. Dabei zeigen:
Figur 1 ein Diagramm, das die induzierte Stromdichte in Abhängigkeit von der Dis tanz zwischen der Querfeld-Induktoreinrichtung und Flachgut Material wiedergibt;
Figur 2 einen schematischen Querschnitt durch eine erste Ausführungsform einer Anlage zum induktiven Erwärmen von Flachgut;
Figur 3 einen schematischen Querschnitt durch eine zweite Ausführungsform einer Anlage zum induktiven Erwärmen von Flachgut;
Figur 4 einen schematischen Querschnitt durch eine dritte Ausführungsform einer Anlage zum induktiven Erwärmen von Flachgut;
Figur 5 eine Draufsicht auf eine Anlage zum induktiven Erwärmen von Flachgut in einem Warmwalzwerk; und
Figur 6 ein Schema einer Anlage zum induktiven Erwärmen von Flachgut in einem Warmwalzwerk.
Beschreibung der Ausführungsformen
Figur 1 zeigt ein Diagramm, das die induzierte Stromdichte in Abhängigkeit von der Dis tanz zwischen der Spule einer Querfeld-Induktoreinrichtung und dem Flachgut wiedergibt. Auf der Ordinate ist hierbei die normierte Stromdichte angegeben, während auf der Abs zisse die normierte Distanz dargestellt ist. Man erkennt deutlich, dass die Stromdichte mit zunehmender Distanz abnimmt.
Die in Figur 2 schematisch dargestellte Anlage zum induktiven Erwärmen von in eine Vor schubrichtung transportierbarem Flachgut besitzt eine obere Querfeld-Induktoreinrichtung 2 und eine untere Querfeld-Induktoreinrichtung 3 die hier nur schematisch jeweils als Bal ken dargestellt sind. Die beiden Einrichtungen 2, 3 weisen Induktionsspulen auf, die über elektrische Kabel 9, 10 mit Wechselstrom gespeist werden, um entsprechende Wirbel ströme zu erzeugen, die eine Erwärmung des zwischen den beiden Querfeld-Induktorein- richtungen 2, 3 angeordneten Flachguts 1 bewirken. Bei dem Flachgut 1 handelt es sich hierbei um ein zu erwärmendes Stahlband, das in einer Richtung senkrecht zur Zeich nungsebene die Anlage durchläuft.
Die beiden Querfeld-Induktoreinrichtungen 2, 3 sind hierbei breiter als das Flachgut 1 ausgebildet und jeweils über zwei als Hydraulikzylinder oder elektrische Linearantriebe ausgebildete Positioniervorrichtungen 4 an einem Rahmen 5 der Anlage höhenverstellbar gelagert. Die Anlage ist mithilfe von Rollen 6 auf einer mit Schienen versehenen Basis 8 in Querrichtung, d.h. senkrecht zur Längsachse des Flachguts 1 , verfahrbar. Eine ent sprechende Antriebseinrichtung ist bei 7 dargestellt.
Die Anlage ist mit einer Positioniereinrichtung für die beiden Querfeld-Induktorein- richtungen 2, 3 versehen, welche die dargestellten Positioniervorrichtungen 4 umfasst. Jede Induktoreinrichtung 2, 3 ist daher mit zwei Positioniervorrichtungen 4 versehen, die ein Anheben oder Absenken der Induktoreinrichtungen 2, 3 in deren Querendbereichen bewirken. Bei der in Figur 1 dargestellten Ausführungsform erstreckt sich die untere In duktoreinrichtung 3 parallel zum Flachgut 1 und im Abstand hiervon, während die obere Induktoreinrichtung 2 hierzu schräg angeordnet ist. Die Schrägstellung der Induktor einrichtung 2 wird durch Betätigung der in Figur 1 links dargestellten Positioniervor richtung 4 erreicht, die die Induktoreinrichtung 2 in diesem Bereich etwas angehoben hat, sodass sich deren Abstand zum Flachgut 1 vergrößert.
Diese Schrägstellung bzw. Anhebung der Induktoreinrichtung 2 hat den Zweck, den Ab stand der Induktoreinrichtung 2 zum Flachgut 1 zu vergrößern und dadurch die Erwär mung desselben in diesem Bereich gegenüber der Erwärmung im anderen Querendbe reich zu variieren. Durch den größeren Abstand wird daher das Flachgut in diesem End bereich geringer erwärmt als im gegenüberliegenden Endbereich, so dass hierdurch bei spielsweise eine Vergleichmäßigung des Temperaturprofiles in Querrichtung des Flach guts 1 erzielt werden kann.
Speziell funktioniert die Anlage dabei so, dass vor dem Passieren der Anlage eine Mess einrichtung (hier nicht gezeigt) angeordnet ist, die ein Temperaturprofil in Querrichtung
des Flachguts 1 misst. Das entsprechende Signal der Messeinrichtung wird einer Steuer einrichtung (nicht gezeigt) zugeführt, die hieraus ein Temperatur- und Positionsmodell ermittelt und einerseits die Wechselstromquelle für die beiden Induktoreinrichtungen 2, 3 sowie andererseits die beiden Positioniervorrichtungen 4 der oberen Induktoreinrichtung 2 ansteuert. Die beiden Induktoreinrichtungen 2, 3 sowie die Positioniervorrichtungen 4 werden daher so angesteuert, dass sich über das Querprofil des Flachguts 1 eine homo gene Temperaturverteilung ergibt.
Figur 3 zeigt eine Ausführungsform einer Anlage, bei der zusätzlich zur Schrägstellung der Induktoreinrichtungen 2, 3 eine Verschiebung der Anlage in Querrichtung relativ zum Flachgut 1 möglich ist. In der Figur sind punktiert die beiden nach rechts verschobenen Stellungen der Induktoreinrichtungen 2, 3 dargestellt. Hierzu wird das Gehäuse der Anla ge über an der Unterseite des zugehörigen Rahmens 5 angeordnete Rollen 6 in der Figur nach rechts verschoben, wobei die verschobene Stellung strichliert dargestellt ist. Nach dem Verschieben befindet sich daher das Flachgut 1 nicht mehr mittig in Bezug auf die beiden Induktoreinrichtungen 2, 3 sondern ist relativ zu diesen nach links verschoben.
Darüber hinaus ist die Anlage mit einer Einrichtung zum Schrägstellen der beiden In duktoreinrichtungen 2, 3 versehen. In diesem Fall sind sowohl die obere als auch die un tere Induktoreinrichtung 2, 3 über die in der Figur links dargestellten Positioniervor richtungen 4 etwas nach oben und nach unten bewegt worden, sodass sich eine entspre chende Schrägstellung ergibt. Im linken Querendbereich des Flachguts 1 ist daher der Abstand zur jeweiligen Induktoreinrichtung 2, 3 größer als im rechten Querendbereich desselben.
Auch bei dieser Ausführungsform ist eine Messeinrichtung (nicht gezeigt) vor dem Passie ren der Anlage vorgesehen, die ein Temperaturquerprofil des Flachguts 1 misst und ein entsprechendes Signal an eine zugehörige Steuereinrichtung (ebenfalls nicht gezeigt) gibt. Diese Steuereinrichtung steuert dann sowohl die Wechselstromquelle für die Ener giebeaufschlagung der beiden Induktoreinrichtungen 2, 3 als auch die Positionierein richtung für die Schrägstellung der Induktoreinrichtungen 2, 3 und die Einrichtung zum Querverschieben derselben an. Das von der Steuereinrichtung erzeugte Positions- und Temperaturmodell wird daher durch Betätigung der drei vorstehend genannten Einrich tungen verwirklicht, sodass sich am Austritt der Anlage für das Flachgut 1 ein im Wesent lichen homogenes Temperaturquerprofil ergibt.
In Fig 4 ist eine Anlage zum induktiven Erwärmen von Flachgut 1 dargestellt. Im Unter schied zu Fig 4 sind die oberen und unteren Querfeld-Induktoreinrichtungen 2, 3 unab-
hängig voneinander in der Breitenrichtung des Flachguts über Antriebseinrichtungen 7 verfahrbar. Dadurch kann das Temperaturprofil unabhängig von der Ober- und Unterseite des Flachguts 1 eingestellt werden. Außerdem ist es möglich, den gesamten Rahmen 5 mittels einer weiteren Antriebseinrichtungen 7 zu verschieben. Dies kann vorteilhaft sein, um bei einem Hochgeher (engl cobble) die Induktionsmodule rasch vom Flachgut 1 ent fernen zu können. So wie dargestellt, können die oberen und unteren Querfeld-Induktor- einrichtungen 2, 3 sowohl separat gegenüber der Querachse des Flachguts 1 schrägge stellt werden als auch separat in Breitenrichtung verschoben werden. Es ist natürlich mög lich, nur die Querverschiebung einer Querfeld-Induktoreinrichtungen vorzusehen. Auch in diesem Fall kann eine Relativverschiebung der Querfeld-Induktoreinrichtungen erreicht werden.
Die Fig 5 zeigt schematisch eine Draufsicht auf eine Anlage zum induktiven Erwärmen mit einem einzelnen Induktionsmodul mit einer oberen und unteren Querfeld-Induktorein- richtungen 2, 3, wobei nur die obere Querfeld-Induktoreinrichtungen 2 sichtbar ist. Jede Induktoreinrichtung 2, 3 weist acht Leiter 30 auf, die in der Querrichtung Q des Flachguts 1 ausgerichtet sind, und bildet bspw. vier Windungen aus. Natürlich ist es möglich, mehr als vier, bspw. 20, Windungen vorzusehen. Die Induktoreinrichtungen 2, 3 können durch je zwei Positioniervorrichtungen 4 schräg zur Querachse des Flachguts schräggestellt werden. Die Schrägstellung erfolgt durch eine Steuer- oder Regeleinrichtung 23, die die Schrägstellung in Abhängigkeit eines Temperaturprofils des Flachguts 1 (siehe die Tem peraturmesseinrichtung 22 vor oder nach dem Induktionsmodul), einem Sollwert für Pro fil- und/oder Planheit 41 und dem Istwert für Profil- und/oder Planheit des warmgewalzten Flachguts (siehe das Messgerät 40) berechnet. Die Steuer- oder Regeleinrichtung 23 ist mit den Positioniervorrichtungen 4 für die Schrägstellung, der Antriebseinrichtung 7 zum Querverschieben des Rahmens 5 und der Wechselstromquelle 24 verbunden. Über die Wechselstromquelle 24 kann die Stromstärke und optional auch die Frequenz des die Leiter 30 durchströmenden Wechselstroms eingestellt werden. Nach dem Erwärmen des Flachguts wird das Flachgut durch die Entzunderungseinrichtung 21 entzundert und an schließend durch mehrere Warmwalzgerüste 20 hintereinander warmgewalzt.
Die Fig 6 zeigt schließlich schematisch eine Vorderansicht auf eine Anlage zum indukti ven Erwärmen mit fünf Induktionsmodulen 2, 3, einer Temperaturmesseinrichtung 22 zur Messung eines Temperaturprofils, einer Entzunderungseinrichtung 21, drei Warmwalzge rüsten 20 und einem Messgerät 40 für Profil- und/oder Planheit auf. Hierbei stellt eine Steuer- oder Regeleinrichtung 23 in Abhängigkeit der gemessenen Profil- und/oder Plan heit und des Temperaturprofils die Schrägstellung und ggf. auch eine Querverschiebung der Querfeld-Induktoreinrichtungen 2, 3 ein. Die Warmwalzgerüste 20 können eine Zwi-
sehen- oder Fertigstraße in einer Gieß-Walz-Verbundanlage sein, in der aus flüssiger Stahlschmelze ein warmgewalztes Fertigband, vorzugsweise im Endlosbetrieb, erzeugt wird. Obwohl die Erfindung im Detail durch die bevorzugten Ausführungsbeispiele näher illus triert und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
Bezugszeichenliste
1 Flachgut
2 Obere Querfeld-Induktoreinrichtung 3 Untere Querfeld-Induktoreinrichtung
4 Positioniervorrichtung
5 Rahmen
6 Rolle
7 Antriebseinrichtung 8 Basis
9, 10 Elektrisches Kabel
20 Warmwalzgerüst
21 Entzunderungseinrichtung
22 Temperaturmesseinrichtung 23 Steuer- oder Regeleinrichtung
24 Wechselstromquelle
30 Leiter
40 Messgerät für Profil und Planheit
41 Sollwert für Profil und Planheit
L Längsachse der Querfeld-Induktoreinrichtung
Q Querachse des Flachguts
V Vorschubrichtung des Flachguts