Beschreibung
Portable Direkt-Methanol-Brennstoffzelle und zugehöriges Betriebsverfahren 5
Die Erfindung bezieht sich auf eine portable Direkt-Methanol- Brennstoffzelle, mit wenigstens einer BrennstoffZeileneinheit aus einer eine Membranelektrodeneinheit bildenden Polymermembran mit Anode und Kathode sowie einem Anodenraum einerlei seits und einem Kathodenraum andererseits und mit einem Vorratsbehalter für ein Methanol-/Wassergemisch. Daneben bezieht sich die Erfindung auch auf ein Betriebsverfahren einer solchen portablen Direkt-Methanol-Brennstoffzelle .
15 Kleine, portable elektronische Geräte, beispielsweise Laptops oder Handys, mit einem Leistungsbereich bis zu 30 W bei Laptops oder 4W bei Handys, werden im sog. High-End-Bereich üblicherweise mit Li-Ionen-Batterien betrieben. Die Betriebszeit dieser Batterien ist wegen ihrer Speicherkapazität zeit-
20 lieh begrenzt. Betriebszeiten von insbesondere mehr als 4 h bei Laptops und Sprechzeiten von mehr als 6 h bei Handys sind problematisch. Die als Akkus ausgebildeten Batterien müssen dann nachgeladen werden.
25 Es ist bereits vorgeschlagen worden, Brennstoffzellen als
Batterieersatz für die portable Elektronik einzusetzen. Kleine PEM-Brennstoffzellensysteme lassen durch die hohe Energiedichte ihres Energieträgers Wasserstoff bzw. Methanol bis zu 4fach höhere Betriebszeiten bei gleicher Baugröße wie Li-
30 Ionen Batterien erwarten. Weiterhin ist es möglich, bei einem Brennstoffzellensystem durch die räumliche Trennung von Brennstoffzelle und BrennstoffSpeicher Leistung und Kapazität frei zu dimensionieren.
35 Im Stillstand zeigen diese Brennstoffzellensysteme mit Wasserstoff als Brenngas eine vernachlässigbar kleine Selbstentladung. Beim Einsatz von Methanol als Brennstoff, der dann
direkt an der Anode umgesetzt wird, muss die Diffusion des Methanols durch die Elektrolytmembran, was einer Selbstentladung entspricht, durch besondere Maßnahmen verhindert werden. Insbesondere für den Stand-by-Modus ist eine Permeation von Methanol durch die Membran, was einem direkten Methanolverlust und somit einem Energieverlust entspricht, ein Hinderungsgrund für den Einsatz einer Direkt-Methanol-Brennstoff- zelle, der sog. DMFC (Direct Methanol Fuel Cell) .
Üblicherweise wird ein Methanol-/Wassergemisch durch den Anodenraum der Zelle gepumpt. Konzepte, das Problem der bedarfsgerechten Methanoldosierung für kleine DMFC-Zellen zu lösen, sind vom Stand der Technik nicht bekannt.
Bei DMFC-Systemen des Standes der Technik versucht man die Methanolkonzentration zunächst sehr niedrig zu halten, und zwar typischerweise kleiner als 2 Mol/1. Darüber hinaus wird in der US 4 629 664 A ein Verfahren zum Betreiben einer DMFC beschrieben, bei dem die Methanolkonzentration lastabhängig eingestellt wird. Schließlich wurde auch bereits eine Modifizierung der Membran vorgeschlagen dergestalt, dass die Durchlässigkeit des Membranmaterials für Methanol verringert wird.
Keine der beschriebenen Methoden kann aber weder allein noch in Kombination die Permeation von Methanol durch die Membran vollständig verhindern. Ein merklicher Methanolverlust im Stillstand ist demnach die Folge.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, den Methanolverlust bei einer Miniatur-DMFC, insbesondere nach Ausschaltvorgängen, vernachlässigbar klein zu halten und eine einfache Methanolzuführung zu realisieren. Daneben soll ein zugehöriges Betriebsverfahren angegeben werden.
Die Aufgabe ist erfindungsgemäß bei einer Brennstoffzelle der eingangs genannten Art durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst. Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen
angegeben. Ein zugehöriges Betriebsverfahren ist Gegenstand des Patentanspruches 15.
Mit der Erfindung ist das Problem des Totvolumens im Anoden- räum gelöst. Beim Stand der Technik lässt sich zwar durch Abtrennen des Tanks von der Zelle das Leerlaufen des Tanks verhindern, nicht jedoch der Verlust des Brennstoffes, der bereits im Anodenraum vorliegt.
Mit der Erfindung wird grundsätzlich von der bisherigen Ausführung der DMFC abgewichen. Bei der konventionellen Ausführung der DMFC wird die Methanol-Lösung beispielsweise durch Pumpen in die Brennstoffzelle (BZ) gefördert. Die Zelle enthält hierzu eine Verteilungsstruktur für den flüssigen Anoly- ten. Eine Alternative, insbesondere im kleinen Leistungsbereich, besteht darin, einen großen Anodenraum, der gleichzeitig als Brennstoffreservoir dient, vorzusehen. Beim Betrieb und auch nach Abschalten der Zelle befindet sich somit immer eine merkliche Menge an Methanol im Anodenraum. Bei der Er- findung wird der Volumenbedarf zur MethanolZuführung stark verringert, wobei trotzdem eine effiziente Versorgung mit Brennstoff gewährleistet ist. Dies erfolgt mittels des physikalischen Prinzips der Kapillarwirkung an Stelle von Pumpen. Damit wird eine wesentliche Vereinfachung der Peripherie er- reicht, gleichzeitig aber mit Methanol gefüllte Totvolumina vermieden. Das Ausmaß der Methanolzufuhr kann durch die Porenstruktur und die chemische Natur des Füllmaterials beein- flusst werden.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Figurenbeschreibung von Ausführungsbei- spielen anhand der Zeichnung. Es zeigen jeweils in sche ati- scher Schnittdarstellung
Figur 1 eine PEM-Brennstoffzelle nach dem Stand der Technik und die
Figuren 2 bis 4 alternative Ausführungsformen von erfindungsgemäßen DMFC s.
Gleiche bzw. gleichwirkende Teile haben in den Figuren glei- ehe Bezugszeichen. Die Figuren werden nachfolgend teilweise gemeinsam beschrieben.
Eine portable Brennstoffzelle zur Erzeugung von elektrischer Energie nach dem Prinzip der Direkt-Methanol-Brennstoffzelle, kurz DMFC (Direct Methanol Fuel Cell) , besteht aus wenigstens einer Brennstoffzelleneinheit und einem zugehörigen Behälter für den Brennstoff. Bei den einzelnen Ausführungsformen geht es jeweils um die konstruktive Ankopplung des Anodenraums an den Vorratsbehalter für den flüssigen Brennstoff. Bei der DMFC realisiert das Methanol-/Wassergemisch gleichermaßen den Brennstoff und den Elektrolyten, der zur Anode der DMFC geführt wird. Er wird auch als Anolyt und der Anodenraum als Anolytraum bezeichnet.
In der Figur 1 ist als Brennstoffzelleneinheit eine Polymer- Elektrolyt-Membran (PEM) des Standes der Technik dargestellt, die in bekannter Weise aus einer MEA (Membrane Electrode As- sembly) mit einer Polymermembran 11, die beidseitig mit einer Anode 12 und einer Kathode 13 beschichtet ist. Es ist ein Anodenraum 14 und ein Kathodenraum 15 vorhanden. An beiden
Seiten wird die Anordnung durch jeweils eine bipolare Platte 16 bzw. 16' abgeschlossen, wobei seitlich Dichtelemente 17 vorhanden sind.
In den bipolaren Platten 16, 16 Λ sind Durchbrüche 16a für
Leitungen angedeutet, die die Betriebsmedien, wie einerseits speziell das Methanol-Wassergemisch bei der DMFC und andererseits Sauerstoff aus der Umgebungsluft zuführen, und die weiterhin zugehörige Kanäle für beispielsweise ein flüssiges Kühlmittel beinhalten.
Beim Stand der Technik gemäß Figur 1 ist ein Vorratsbehalter für den Brennstoff gezeigt. Dieser ist beispielhaft in den Figur 2 bis 4 mit 1 angedeutet. Zwischen dem Vorratsbehalter 1 und dem Anodenraum besteht eine Verbindung 2, auf die wei- ter unten noch eingegangen wird.
Gemeinsames Merkmal der einzelnen Beispiele ist, den Anodenraum so zu gestalten, dass üblicherweise vorhandene Verteilungsstrukturen, wie Kanäle oder Anolytreservoir vollständig entfallen können und durch Strukturen bzw. Materialien mit ausgeprägter Kapillarwirkung ersetzt werden. Dafür sind Strukturen mit Poren < 1 μm, wie Dochte, Gewebe, Fliese o.a., geeignet .
Die Elektrode ist an letztere Strukturen direkt angekoppelt. Soll der Stromtransport in axialer Richtung erfolgen, z.B. in einem kompletten BrennstoffZellenstapel, dann müssen die porösen Strukturen gleichzeitig elektrisch leitfähig sein. Ein ausreichender Methanoltransport für den Betrieb wird dabei durch Kapillarkräfte gewährleistet.
Durch obige Konstruktion wird das üblicherweise im Anodenraum 14 vorhandene Totvolumen weitgehend vermieden und damit auch Verlust an unverbrauchtem Methanol nach Abschalten der Zelle. Zum wirkungsvollen Vermeiden weiterer Methanolverluste muss gleichzeitig die Verbindung von Tank zur Zelle unterbrochen werden. Damit sind unterschiedliche Ausführungsbeispiele der Erfindung möglich, die separat beschreiben werden:
Ausführungsbeispiel 1:
Gemäß Figur 2 besteht in einer ersten Ausführung der Erfindung der Anodenraum 14 hinter der Elektrode 12 lediglich aus einem Kohlevlies 24, das rückseitig mit einer glatten Bipolarplatte 16 abgeschlossen wird. Das Methanol wird dabei la- teral oder rückseitig durch die Bipolarplatte 16 zugeführt.
Das Kohlevlies 24 ist über einen Docht mit einem Methanoltank 1 verbunden. Diese Verbindung, die zweckmäßigerweise als dün-
ne Kapillare 2 ausgebildet sein kann, ist gleichzeitig mechanisch, z.B. durch ein Absperrventil, von der Zelle 10 trennbar. Dem Anodenraum 14 angeschlossen ist eine in den Figuren nicht im Einzelnen dargestellte Vorrichtung über die das bei der Reaktion entstehende C02 entweichen kann. Die kann ein Ventil, gaspermeable Membran, etc sein.
Ausführungsbeispiel 2:
Die konstruktive Ausbildung erfolgt wie bei Beispiel 1, je- doch entfällt hier gemäß Figur 3 das Kohlevlies, so dass sich die Elektrode 14 samt Stromkollektor in direktem Kontakt mit der Bipolarplatte 16 befindet. Dabei wird die Kapillar- und Speicherwirkung der entsprechend ausgebildeten Elektrode 14 selbst genutzt, um Methanol zuzuführen und über die ganze Fläche zu verteilen. Die Elektrode 14 kann hier speziell durch zusätzliche Additive entsprechend ihrer Eigenschaften hinsichtlich Kapillarwirkung, etc eingestellt werden.
Ausführungsbeispiel 3: Die konstruktive Ausbildung erfolgt wie bei Beispiel 1 oder 2, jedoch ohne Vorrichtung zur Freisetzung von C02 auf der Anodenseite oder als Vorrichtung, die C02 erst bei einem definierten Überdruck entlässt. Durch die Druckdifferenz zum Tank 1 wird verhindert, dass die Volumina zwischen Absperr- ventil des Tanks und der Elektrolytmembran 11 voll Anolyt laufen. Ausschließlich die Kapillarräume 14, 16 der Zuführung und der Elektrode 12 bleiben befüllt. Eine C02-Entlüftung kann sich gegebenenfalls tankseitig befinden.
Ausführungsbeispiel 4:
Es wird von Beispiel 1 oder Beispiel 2 ausgegangen. Der Betrieb erfolgt derart, dass nach Abschalten der Batterie die Zelle bei geschlossenem C0-Ventil noch kurz weiterbetrieben wird, so dass - wie anhand Beispiel 3 beschrieben - im Ano- denraum 14 befindliches Methanol in den Tank 1 zurückgedrückt wird.
Ausführungsbeispiel 5:
In einer weiteren Ausführung besteht gemäß Figur 4 der Anodenraum 14 aus einem leitfähigen, biporösen Material 44 mit einem Anteil kleiner Poren und einem Anteil großer Poren. Die poröse Struktur ist an den Tank 1 angekoppelt und zwar lateral oder rückseitig, so dass die kleinen Poren durch ihre Kapillarwirkung für den Methanoltransport vom Tank 1 zur Anode 12 sorgen. Das an der Anode 12 gebildete C02 kann durch die großen Poren von der Elektrode entweichen, jedoch nicht in die kleinen Poren eindringen. Dadurch kann das C02 vom Methanol getrennt und aus der Zelle 10 weggeführt werden. Wenn beispielsweise über ein Ventil ein Überdruck in der grobporösen Struktur aufgebaut wird, wird dadurch der Nachtransport von Methanol aus dem Tank verhindert. Dies kann wie in Bei- spiel 4 als Abschaltverfahren eingesetzt werden.