Verfahren und Vorrichtung zum Befullen von Säcken mit einem Füllgut; Ventilsack
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Befullen von Säcken mit einem Füllgut, bei dem das Füllgut in einen Vorlagetrog gefüllt wird, der auf einer mobilen Plattform angeordnet ist.
Im Wasserbau, und hier speziell bei Hochwassergefahr, wird meist versucht, gefährdete Baulichkeiten oder vorhandene Dämme durch wiederentfernbare Sandsäcke vor Wasserschäden zu bewahren. Zu diesem Zweck werden Kunststoffoder Jutesäcke mit Sand oder einem anderen geeigneten Schüttgut befüllt. Diese Befüllung erfolgt allgemein in der Art, dass der zu befüllende Sack von einer Person aufgehalten wird, während das Füllgut von einer zweiten Person eingeschaufelt wird. Eine solche Vorgangsweise ist zeit- und personalaufwendig. Weiters birgt das Einschaufeln des Sandes in die meist kleinen und engen Säcke eine erhöhte Verletzungsgefahr für die den Sack an seiner Öffnung haltenden Person.
Um diese Nachteile zu vermeiden, wird in der DE 196 44 038 vorgeschlagen, die Befüllung der Sandsäcke mittels einer speziellen Vorrichtung durch eine einzige Person zu bewerkstelligen, um dadurch den Füllvorgang zu verkürzen und die Verletzungsgefahr erheblich zu reduzieren, sowie den Sand möglichst ohne Materialverlust einzufüllen. Gemäß diesem Vorschlag wird der leere Sandsack in Vertikalrichtung auf einen Fülltrichter aufgezogen, wobei der obere Rand des Sackes mit einer Hand am Fülltrichter gespannt bzw. gehalten wird. Der untere Teil des Sackes ruht in einer Auflagetasse, um das auftretende Gewicht bei der Befüllung aufzunehmen. Die Befüllung des Sackes erfolgt durch Schwerkraft, wobei die Dosierung des Schüttgutes durch einen manuell mit einer handbetätigten Flachdrehschieber durchgeführt wird. Diese Lösung weist jedoch eine Reihe von Nachteilen auf. So muss die Vorrichtung vor ihrem Einsatz am Einsatzort erst aufwendig aufgebaut werden. Die Befüllung des Sackes am Fallrohr kann zwar von nur einer Person durchgeführt werden, jedoch ist eine permanente Nachfüllung des Vorlagentrichters erforderlich, wobei hier der Höhenunterschied zusätzlich nachteilig ins Gewicht fällt.
Die WO 01/36271 A zeigt eine mobile Sackfüllanlage, die weitgehend automatisch betrieben werden kann. Nach dem Befullen müssen die Säcke jedoch in einem gesonderten Arbeitsgang verschlossen werden, was einen entsprechenden Aufwand bedeutet.
Weitere Sackfüllanlagen sind in der DE 202 06 430 U und in der US 5,437,318 A beschrieben. Sackfüllanlagen dieser Art sind jedoch nicht geeignet, im Katastrophenfall vor Ort unter schwierigen Bedingungen ein zuverlässiges und schnelles Füllen einer Vielzahl von Säcken zu ermöglichen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren anzugeben, mit dem es auch unter schwierigen Bedingungen möglich ist, einen effizienten Füllvorgang zu gewährleisten. Der Befüllvorgang soll sofort und ohne aufwendige Vorbereitungsarbeiten beginnen können. Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zu schaffen, mit der ein solches Verfahren wirkungsvoll ausgeführt werden kann. Darüber hinaus ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Ventilsack anzugeben, der eine Umsetzung des Verfahrens der obigen Art ermöglicht und der mit der Vorrichtung befüllt werden kann.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass die als Ventilsäcke ausgebildeten Säcke von einer auf der mobilen Plattform gelagerten Sackrolle abgewickelt und vereinzelt werden und nacheinander über Schwerkraft mit dem Füllgut gefüllt werden. Durch die Kombination dieser Maßnahmen ist es möglich, einen effizienten und sicheren Befüllungsvorgang zu gewährleisten.
Ein sicherer Betrieb kann dadurch gewährleistet werden, dass das Füllgut von einer Förderschnecke aus dem Vorlagetrog vorzugsweise in eine Vorlagekammer gefördert wird.
Eine mechanisch besonders begünstigte Lösung sieht vor, dass der Austrag des Förderguts aus dem Vorlagetrog durch eine bodenseitig angeordnete Schwinge geregelt wird.
Eine besonders begünstigte Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, dass das Füllgut aus einem Vorlagebehälter dosiert in abgefüllt wird, wobei das Füllgut aus dem Vorlagetrog über einer als Verteilerwendel ausgebildeten Förderschnecke in eine dosierende Vorlagekammer gebracht wird, deren Füllvolumen stufenlos veränderbar ist, und anschließend über einen zweiteiligen Füllstutzen in die Säcke abgefüllt wird, wobei ein bewegliches Rohr in die Öffnung des Sackes eingreift. Dadurch wird insbesondere eine gleichmäßige Füllung der Säcke erreicht.
Eine weitgehende Automatisierung des Verfahrens ist möglich, wenn die Säcke, die ein Sackband bilden, von der Sackrolle abgezogen werden und über Rollen geführt werden und insbesondere, wenn die Säcke nach den Rollen durch ein Rollenpaar geführt werden und danach in einer Abtrenneinrichtung vereinzelt werden. Im besonderen ist es in diesem Zusammenhang vorteilhaft, wenn das
als Sackrolle vorliegende Sackband über die Rollen und das Rollenpaar so abgerollt wird, dass das Sackband gespannt ist, wenn ein bewegliches Rohr mittels einer vorzugsweise pneumatischen Absenkeinrichtung in eine Öffnung des Sackbandes einfädelt, dass das Füllgut anschließend mittels Schwerkraft in den Sack eingefüllt wird, sich das bewegliche Rohr ein kurzes Stück aus der Einfüllöffnung des Sackes zurückzieht und der gefüllte Sack anschließend vom Sackband abgetrennt, verschlossen und über eine Fördereinrichtung aus der Sackfüllanlage abtransportiert wird.
Ein sicherer Verschluss der Säcke wird erreicht, wenn sich das bewegliche Rohr nach der Befüllung eines als Ventilsack ausgebildeten Sackes ein kurzes Stück aus der Einfüllöffnung des Sackes zurückzieht und unmittelbar darauf über Öffnungen Druckluft stoßartig in den Sack eingeblasen wird, wodurch sich der Ventilsack selbsttätig schließt.
Im weiteren betrifft die vorliegende Erfindung eine Vorrichtung zum Befullen von Säcken mit einem Füllgut, mit einer mobilen Plattform, auf der ein Vorlagetrog angeordnet ist, der zur Aufnahme des Füllguts bestimmt ist. Diese Vorrichtung ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, dass auf der mobilen Plattform eine Sackrolle gelagert ist, und dass Mittel vorgesehen sind, um die Säcke von der Sackrolle abzuwickeln und zu vereinzeln und über Schwerkraft mit dem Füllgut zu füllen. Als mobile Plattform kann ein Fahrzeuganhänger dienen, aber auch eine selbstfahrende Maschine oder andererseits ein Container, der mit entsprechenden Transportmitteln zum Einsatzort gebracht werden kann.
Eine mechanisch einfache und robuste Lösung sieht vor, dass der Vorlagetrog als Bodenelement eine Halbschale aufweist, in der sich eine Auslassöffnung befindet, und insbesondere, dass sich innerhalb der Halbschale eine Förderschnecke befindet. Dadurch kann ein zuverlässiger Austrag des Fördermediums aus dem Vorlagetrog erreicht werden.
Von besonderem Vorteil ist es in diesem Zusammenhang, wenn die Förderschnecke einen rechtsgängigen Teil und einen linksgängigen Teil aufweist, die vorzugsweise über der Auslassöffnung miteinander verbunden sind.
Verstopfungen können dadurch vermieden werden, dass sich in der Halbschale eine bevorzugt aus Kunststoff oder Keramik hergestellte Auflage befindet oder auf die Halbschale eine Verschleißschutzschicht aufgetragen ist.
Eine weitere begünstigte Ausführungsvariante der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Auslassöffnung durch eine Schwinge verschließbar ist. Der Materialtransport wird insbesondere dadurch gesichert, dass die Schwinge an
ihren Rändern nach außen gerichtete Bürsten zur sicheren Abdichtung des Spalts zwischen der Schwinge und der Innenseite der Halbschale im Bereich der Auslassöffnung aufweist.
Weiters ist es vorteilhaft, wenn eine Vorlagekammer vorgesehen ist, die durch eine Verschlusseinrichtung verschließbar ist, die vorzugsweise als Schieber ausgebildet ist, und dass sich unterhalb der Verschlusseinrichtung ein sich nach unten öffnender Füllstutzen befindet, der bevorzugterweise aus zwei Rohren besteht, und wenn ein unteres Rohr vorzugsweise pneumatisch ausfahrbar ist. Das Einführen des Rohres in die Säcke wird dadurch erleichtert, dass das untere Rohr an seinem freien Ende einen speziell geformten Rüssel aufweist.
Vorzugsweise ist eine Halterung zur Aufnahme einer Sackrolle vorgesehen, der Rollen und ein Rollenpaar zur Führung der ein Sackband bildenden Säcke nachgeordnet sind, wobei zur weiteren Automatisierung an das Rollenpaar eine Abtrenneinrichtung anschließen kann. Besonders günstig ist es, wenn das Rollenpaar um die Achse einer der Rollen beweglich federnd gelagert ist.
Eine alternative Ausführungsvariante der Erfindung sieht vor, dass eine Dosierschnecke vorgesehen ist, um Füllgut aus dem Vorlagetrog über eine stets offene Auslassöffnung auszutragen.
Eine besonders genaue Dosierung des Füllmaterials kann dadurch erreicht werden, dass die aus einem oberen Fülltrichter und aus einem unteren Fülltrichter, sowie aus einer flexiblem Manschette besteht, die die beiden Fülltrichter außen umfasst, und dass vorzugsweise einer der Fülltrichter von einer Rahmenvorrichtung gehalten ist. Besonders günstig ist es dabei, wenn der obere Fülltrichter und der untere Fülltrichter relativ zueinander verschiebbar ausgebildet sind, um das Volumen der Vorlagekammer zu verändern.
Die Gefahr von Verstopfungen kann dadurch minimiert werden, dass der Fülltrichter von einem Gestänge gehalten ist, das eine Rüttelvorrichtung aufweist.
Die Automatisierung kann besonders dadurch erleichtert werden, dass Sensoren zur Lagefeststellung von Markern vorgesehen sind.
Im Übrigen betrifft die vorliegende Erfindung einen Ventilsack, hergestellt aus einer Folien- oder Halbschlauchbahn mit einem Ventilschlauchstück, das zum Sackinneren konusförmig verjüngt ist.
Ventilsäcke sind an sich seit langem bekannt. Sie werden beispielsweise in der Zementindustrie eingesetzt, wobei es von besonderem Vorteil ist, dass sich der
Sack unmittelbar nach der Befüllung selbsttätig verschließt. Solche Säcke können aus Papier oder aus Kunststoff hergestellt sein. Beispielsweise beschreibt die DE 28 20 956 einen Ventilsack, der aus einer Kunststoffschlauchbahn hergestellt ist und der ein in die Seitenwand eingeschweißtes Ventilschlauchstück aufweist. Dieser Ventilsack wird zum Zweck des Befüllens waagrecht auf einen Füllstutzen einer Füllvorrichtung aufgeschoben. Damit der Ventilsack gut dichtend an dem Füllstutzen gut dichtend an dem Füllstutzen anliegt, ist das Ventilschlauchstück zum Sackinneren hin konusförmig verjüngt und weist an seiner inneren Öffnung im aufgeweiteten Zustand einen dem Füllstutzendurchmesser entsprechenden Durchmesser auf. Sobald der Füllvorgang abgeschlossen ist, wird der Füllstutzen herausgezogen, und die Ventilseitenwand legt sich an die Sackinnenwand an. Dieses Anlegen der Ventilseitenwand an die Sackinnenwand wird durch einen gewissen Anpressdruck seitens des Füllgutes fixiert. Der Sack ist damit vor einem Auslaufen des Füllgutes geschützt.
Nachteilig ist hierbei allerdings, dass zur Befüllung zusätzliche Fördereinrichtungen für das Schüttgut eingesetzt werden müssen, beispielsweise pneumatische Vorrichtungen, um das Schüttgut zu transportieren. Eine derartige Füllweise stellt bei ortsgebundenen Anlagen, wie sie aus dem Stand der Technik bekannt sind, keinen großen Aufwand dar. Für mobile Anlagen, wie der erfindungsgemäßen, ist es jedoch notwendig, die Ausführung der Anlage so einfach und robust wie möglich zu bewerkstelligen.
Ein weiterer Nachteil besteht im Aufschieben des Ventilsackes auf den Fülltrichter. Dabei kann es - speziell bei bewegten Anlagen - zum Überschreiten voreingestellter Toleranzen einer Aufsteckeinrichtung kommen, wodurch das Aufstecken des Ventilsackes mangelhaft erfolgt. Die Folge ist ein Abrutschen des Ventilsackes während des Füllvorganges. Durch diese Strömung wird eine Unterbrechung des Füllvorganges notwendig.
Ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen Ventilsack zu schaffen, welcher rein mittels Schwerkraft gefüllt wird und bei dessen Einsatz die genannten Nachteile zuverlässig vermieden werden.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass ein Ventilsack geschaffen wird, dessen Sackventil nicht wie herkömmlich in einer Seitenwand angeordnet ist, sondern dass sich in der oberen Schmalseite des Sackes befindet. In einer bevorzugten Ausführungsvariante bildet das Sackventil die gesamte obere Schmalseite aus.
Der erfindungsgemäße Sack kann sowohl aus Kunststoff als auch aus Papier oder aus innenbeschichtetem Papier bestehen. Prinzipiell ist seine Anwendung nicht
auf mobile Sackfüllanlagen und auch nicht auf den Einsatz als Hochwasserschutz beschränkt.
Die erfindungsgemäße Sackfüllanlage zeichnet sich durch ihre Mobilität und ihre vollautomatische Befüllung von eigens dafür entwickelten und in Rollen zu beispielsweise 2.500 Stück gelieferten Säcken aus, welche bevorzugt zum Bau von Wällen und Dämmen, beispielsweise im zivilen und militärischem Einsatz, wie etwa im Katastropheneinsatz, zur Anwendung kommen kann. Die Anlage kann sowohl als Anhängeraufbau als auch als Selbstfahreraufbau mit oder ohne Eigenenergieversorgung gefertigt sein.
Die Säcke sind in einer besonders bevorzugten Ausführungsform aus speziellen, rutschhemmenden Kunststofffolien (PE, PP) gefertigt und weisen an der oberen Schmalseite ein nach innen gerichtetes Füllventil auf. Die Sackgröße und die an der Vorrichtung variabel einstellbare Füllmenge, etwa 10,5 bis 14,5 Liter, sind so ausgelegt, dass sich einerseits keine prall gefüllten Säcke bilden um eine möglichst dichte Schlichtung beim Dammbau zu ermöglichen und zweitens um eine arbeitsgerechte, handhabbare Größe zu erzeugen. Es ist jedoch naheliegend, Sackgröße und Füllvolumen für andere Einsatzzwecke entsprechend anzupassen.
In der Folge wird die vorliegende Erfindung anhand der in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung, ausgeführt als Anhängeraufbau mit einer Abfülleinheit;
Fig. 2 einen Schnitt nach Linie II-II in Fig. 1, wobei das Förderband zum Auswurf der fertiggefüllten Säcke in Arbeitsposition ist;
Fig. 3 ein Detail von Fig. 2, wobei nur die wesentlichsten Elemente dargestellt sind, in der Position zu Beginn eines Füllvorganges in vergrößertem Maßstab;
Fig. 4 ein Detail von Fig. 3 in vergrößertem Maßstab;
Fig. 5 ein noch einmal vergrößertes Detail von Fig. 4, dargestellt zum Zeitpunkt der Abtrennung eines befüllten Sackes;
Fig. 6 eine Detaildarstellung der Rollen von Fig. 5;
Fig. 7 eine Darstellung der Rollen von Fig. 6 in einer Ansicht quer zur Axialrichtung;
Fig. 8 einen Ausschnitt einer Sackbahn in einer Draufsicht, wie er von der Sackrolle über die Sackbahnleitvorrichtung zur Füllposition gebracht wird; und
Fig. 9 die Sackbahn von Fig. 8 in einer Seitenansicht.
Die Sackfüllanlage, die in Fig. 1 dargestellt ist, besteht aus einem robusten, beispielsweise zehn Tonnen tragenden Tandemanhängerunterbau 1, der entsprechend der Straßenverkehrsordnung ausgerüstet ist und zwei vordere ausschwenkbare Abstützungen 2 besitzt. Auf einer stabilen Schweißrahmenkonstruktion 3 ist ein Vorlagetrog 4 montiert. Der Vorlagetrog 4 weist eine Halbschale 5 als Bodenelement auf, welche entweder mit einer bevorzugt aus Kunststoff oder Keramik gefertigten halbschalenförmigen Auflage ausgestattet ist oder mit einer entsprechenden Verschleißschutzschicht ausgerüstet ist.
Eine Förderschnecke 6, die als Verteilerwendel ausgebildet ist, fördert das Füllgut zur Auslassöffnung 7, die etwa im mittleren Bereich der Förderschnekce 6 vorgesehen ist. Die Förderschnecke 6 ist auf der einen Seite der Auslassöffnung 7 rechtsgängig und auf der anderen Seite linksgängig, so dass das Füllgut bei entsprechender Drehrichtung der Förderschnecke stets zur Auslassöffnung 7 hin gefördert wird. Unterhalb der Auslassöffnung 7 ist eine Vorlagekammer 8 vorgesehen, deren Befüllung durch eine an der Förderschnecke 6 befestigte Schwinge 9 gesteuert wird, welche Schwinge 9 insbesondere durch die an den Rändern befestigte Bürsten 10 die Auslassöffnung 7 verschließt, wobei die Bürsten 10 den Bereich zwischen der Halbschale 5 und der Schwinge 9 abdichten.
In Fig. 3 wird die Vorlagekammer 8 soeben befüllt. Die Vorlagekammer 8 besteht aus einem oberen Fülltrichter 11, einem unteren Fülltrichter 12 und einer flexiblen Manschette 13, welche die beiden Fülltrichter 11 und 12 an ihren längsten Umfangsstellen umfasst. Der obere Fülltrichter 11 ist um die Auslassöffnung 7 herum mit der Halbschale verbunden. Der untere Fülltrichter 12 wird durch eine nicht dargestellte Rahmenvorrichtung lagefixiert, wobei die Relativlage der beiden Fülltrichter 11 und 12 zueinander innerhalb vorgegebener konstruktiver Grenzen stufenlos frei einstellbar ist. Die Gummimanschette 13 unterstützt eine Befüllung der Vorlagekammer 8 unter Vermeidung von Füllmaterialverlusten.
In Fallrichtung des Füllgutes wird die Vorlagekammer 8 durch eine Verschlusseinrichtung 15 versperrt. Unterhalb der Verschlusseinrichtung 15 schließt an die Vorlagekammer 8 der Füllstutzen 16 an, welcher aus zwei ineinander verschiebbaren Rohren 17 und 18 besteht. Das Rohr 18 weist in einer bevorzugten Aus-
führungsform der Erfindung eine speziell ausgebildete Öffnung auf, welche im Folgenden als Rüssel 19 bezeichnet wird.
In einer alternativen, nicht dargestellten Ausführungsform erfolgt die Dosierung des Füllgutes über eine Dosierschnecke bekannter Bauart, an welche direkt der Füllstutzen 16 anschließt.
Eine Sackrolle 20 ist seitlich zur Auslassöffnung 7 angeordnet. Von ihr wird das Sackband 21 um zwei eng nebeneinander liegende Rollen 22, 23 gefädelt und zwischen die beiden Rollen eines weiteren Rollenpaares 24 dergestalt geführt, dass die Sackbahn einer gewissen Zugspannung unterworfen ist.
Das Rollenpaar 24 ist um die Achse der Rolle 23 beweglich federnd gelagert. Die Lageverschiebung der Rollen 22, 23 und des Rollenpaares 24, sowie der dadurch geänderte Verlauf des Sackbandes 21 sind angedeutet, wobei der Schwenkwinkel durch den Doppelpfeil in Fig. 3 symbolisiert wird. Nach dem Austritt aus dem Rollenpaar 24 wird das Sackband durch den Bereich einer Abtrennvorrichtung 25 geführt.
Das Rollenpaar 24 bildet einen Hohlraum 26, wie aus Fig. 7 hervorgeht, in welchen das Rohr 18 bzw. der Rüssel 19 eingreift und durch welchen während des Füllvorganges das Füllgut in den Sack befördert wird. Der Weg des Füllgutes ist durch den Pfeil symbolisiert.
Zusätzlich zu den beschriebenen Teilen befindet sich an der Vorrichtung noch eine nicht dargestellte Pneumatikanlage, welche mit den in Fig. 4 erkennbaren Öffnungen 27 im Rohr 18 verbunden ist. In einer bevorzugten Ausführungsform ist im Bereich des Gestänges 14 noch eine ebenfalls nicht dargestellte Rüttelvorrichtung zur Unterstützung der Entleerung der Vorlagekammer 8 vorgesehen.
Das Sackband 21 ist in den Fig. 8 und Fig. 9 noch mal im Ausschnitt dargestellt. Es besteht aus miteinander verbundenen Ventilsäcken 28, 28', 28" u.s.w. Jeder Ventilsack 28, 28', 28" besitzt ein nach innen gerichtetes Ventilschlauchstück 29, welches sich zur innenliegenden Öffnung hin konisch verjüngt. Der Durchmesser der innenliegenden Öffnung 30 entspricht dabei in etwa dem Außendurchmesser des Rohres 18 bzw. des Rüssels 19. Die außen liegende Öffnung 31 des Ventilschlauchstückes 29 kann dabei der Breite des Sackbandes 21 entsprechen, muss es aber nicht. Der Durchmesser der äußeren Öffnung 31 ist aber jedenfalls größer als der Durchmesser der inneren Öffnung 30. Zwischen zwei aufeinander folgenden Ventilsäcken 28, 28', 28" befinden sich bevorzugt im Randbereich Cuttermarken 32. Fig. 9 zeigt in Seitenansicht nochmals den Aufbau des Sackbandes 21.
Der Betriebsablauf der erfindungsgemäßen Anlage geht sehr gut aus den Fig. 3, Fig. 4 und Fig. 5 hervor. Für den Erststart wird auf der Sackrolle 20 eine nicht dargestellte selbstzentrierende Achse aufgesetzt und die Sackrolle 20 in den Abrollbock eingehängt. Dies erfolgt mittels eines üblichen, hier nicht dargestellten Hebezeuges, welches bevorzugt an der Füllmaterialbeschickseite auf einer Schiene läuft. Der Abrollbock befindet sich seitlich neben der Auslassöffnung 7.
Anschließend wird der Anfang des Sackbandes 21 um die beiden eng nebeneinander liegenden Rollen 22, 23 gefädelt und zwischen die beiden Rollen des Rollenpaares 24 dergestalt geführt, dass das Sackband 21 einer gewissen Zugspannung unterworfen ist. Die Rollen 22, 23 und das Rollenpaar 24 laufen synchron. Von Hand wird bis zur ersten Cuttermarke 32 vorgefahren und das Einlaufstück mit der Abtrennvorrichtung 25 abgeschnitten.
Anschließend wird das in Fig. 1 zart angedeutete Förderband 33 in die Arbeitsstellung gebracht, wie aus Fig. 2 hervorgeht. Dann wird der Vorlagetrog 4 mittels einer beliebigen Beladevorrichtung mit dem Füllgut befüllt. Die Füllmenge der Vorlagekammer 8 wird, beispielsweise mittels einer Spindel, eingestellt. Dann wird der Kompressor gestartet. Nun ist die Sackfüllanlage startbereit. Sie kann entweder getaktet oder kontinuierlich betrieben werden. Am Ende des Sackbandes 21 sind kurz hintereinander zwei Cuttermarken angebracht. Sobald diese von einem nicht dargestellten Sensor erfasst werden, wird der automatische Füllvorgang unterbrochen und eine neue volle Sackrolle 20 montiert. Am Reststück des Sackbandes 21 kann der Anfang der neuen Sackrolle 20 befestigt werden.
Die Sackrollen 20 sind während des Transportes entlang der Schweißrahmenkonstruktion 3 befestigt. Jede Sackrolle 20 besitzt - abhängig von der gewählten Sackgröße - mehrere Tausend Ventilsäcke 28. Bei einem Füllvolumen von etwa 14 Liter können auf einer Sackrolle gut 2.500 Ventilsäcke untergebracht sein. An der Schweißrahmenkonstruktion 3 können in einer bevorzugten Ausführungsform bis zu acht Sackrollen befestigt werden. Damit können mit dieser Ausführung der Anlage rund 20.000 Säcke automatisch gefüllt werden, wobei lediglich für die acht Rüstvorgänge eine Bedienungsperson für wenige Minuten gebunden ist.
Sobald der Startimpuls gegeben wird, erfolgt eine komplette Umdrehung der Wendel 6. Die Schwinge 9 gibt die Auslassöffnung 7 frei, die Vorlagekammer 8 füllt sich durch Schwerkraftwirkung und die Schwinge 9 verschließt die Auslassöffnung 7 wieder. Gleichzeitig wird das Sackband 21 bis zur Füllmarke (= Cuttermarke 32) abgerollt, wobei ein Sensor, beispielsweise ein Diodensignal, diese Marke erfasst und das Sackband 21 anhält. Das im bestimmten Winkel zum Sackband 21 stehende, bewegliche Füllrohr 18 wird pneumatisch nach unten ge-
drückt und fädelt dabei in das Ventilschlauchstück 29 ein. Nach einem Weg von einem bis zwei Zentimeter drückt das bewegte Füllrohr 18 zusätzlich auf das Rollenpaar 24, welches seinerseits dabei soweit nach unten schwenken, bis das Füllrohr 18 mit seinem Rüssel 19 von der innen liegenden Öffnung 30 des ko- nusförmigen Ventilschlauches 29 annähernd dichtend umfasst wird.
Etwa eine halbe Sekunde vor Erreichen dieses Punktes gibt die pneumatisch gesteuerte Verschlusseinrichtung 15 die Vorlagekammer 8 frei. Nach einer vorgegebenen Zeit schließt die Verschlusseinrichtung wieder und ein über die Öffnungen 27 eingeblasener Luftstoß füllt den Ventilsack 28 voll und verschließt dabei das Ventil. Unmittelbar nach der Freigabe dieses Luftstoßes geht das bewegliche Füllrohr 18 zurück in seine Ausgangsstellung. Zeitgleich fährt das Sackband bis zur Cuttermarke 32 vor und der volle Sack wird von der Abtrenneinheit 25 vom übrigen Sackband 21 abgetrennt, während die Vorlagekammer 8 neuerlich befüllt wird.