WO2011006477A1 - Scharnier mit selbsteinzug - Google Patents
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Definitions
- the outer diameter of the outer sleeve (71) is smaller than the inner diameter of the sleeve portion (31) of the movable leg (30).
- the sleeve wall (73) has a constant cross-section. It has four each through a quarter circle offset through holes (74) and three receptacles (75), of which in the illustration of Figure 2, only one receptacle (75) is shown.
- the receptacles (75) are formed in the embodiment as elongated holes (75). But they can also be formed as depressions of the inner wall (76) of the outer sleeve (71).
- the location and size of the receptacles (75) corresponds to the position and size of the openings (65) of the intermediate sleeve (60).
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Scharnier mit zwei relativ zueinander zwischen einer Grundstellung und einer Endstellung schwenkbaren Schenkeln und mit mindestens einem entgegen der von der Grundstellung ausgehenden Schwenkrichtung wirkendem Federelement. Dazu trägt ein Schenkel eine Zentralwelle und der andere Schenkel eine zur Zentralwelle koaxiale Außenhülse. Zwischen der Zentralwelle und der Außenhülse ist eine Zwischenhülse angeordnet. Das Scharnier umfasst mindestens einen Verdrängungskörper, der in der Grundstellung des Scharniers in einem Durchbruch der Zwischenhülse und entweder in einer Ausnehmung der Zentralwelle oder in einer Aufnahme der Außenhülse gelagert ist. Das Federelement ist zwischen der Zwischenhülse und der in der Grundstellung den Verdrängungskörper nicht lagernden Außenhülse oder Zentralwelle angeordnet. Mit der vorliegenden Erfindung wird ein Scharnier entwickelt, dessen Selbsteinzug auf einen Teilschwenkwinkel begrenzt ist.
Description
Scharnier mit Selbsteinzug
Beschreibung: Die Erfindung betrifft ein Scharnier mit zwei relativ zueinander zwischen einer Grundstellung und einer Endstellung
schwenkbaren Schenkeln und mit mindestens einem entgegen der von der Grundstellung ausgehenden Schwenkrichtung wirkendem Federelement .
Aus der EP 1 900 896 A2 ist eine selbstschließende Tür bekannt. Die Tür wird bei der AufSchwenkbewegung entgegen der Schwerkraft und unter Belastung einer Druckfeder entlang einer Kulisse angehoben. Das Schließen wird durch die sich entspan- nende Druckfeder unterstützt.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Problemstellung zugrunde, ein Scharnier zu entwickeln, dessen Selbsteinzug auf einen Teilschwenkwinkel begrenzt ist.
Diese Problemstellung wird mit den Merkmalen des Hauptanspruches gelöst. Dazu trägt ein Schenkel eine Zentralwelle und der andere Schenkel eine zur Zentralwelle koaxiale Außenhülse. Zwischen der Zentralwelle und der Außenhülse ist eine Zwischenhülse angeordnet. Das Scharnier umfasst mindestens einen Verdrängungskörper, der in der Grundstellung des Scharniers in
einem Durchbruch der Zwischenhülse und entweder in einer Ausnehmung der Zentralwelle oder in einer Aufnahme der Außenhülse gelagert ist, wobei zumindest in der Grundstellung die Ausnehmung und die Aufnahme nicht radial zueinander angeordnet sind. Das Federelement ist zwischen der Zwischenhülse und der in der Grundstellung den Verdrängungskörper nicht lagernden Außenhülse oder Zentralwelle angeordnet. Der an die Grundstellung angrenzende Schwenkwinkelbereich ist durch den Schwenkwinkel begrenzt, in dem die Ausnehmung und die Aufnahme radial zueinander angeordnet sind. Der beim Schwenken in die Schwenkrichtung in diesem Schwenkwinkel von der Ausnehmung in die Aufnahme oder von der Aufnahme in die Ausnehmung verdrängte Verdrängungskörper arretiert das Federelement.
Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung schematisch dargestellter Ausführungsformen.
Figur 1 Scharnier;
Figur 2 Explosionszeichnung von Figur 1;
Figur 3 Zentralwelle;
Figur 4 Zwischenhü1se ;
Figur 5 Verlängerungsteil ;
Figur 6 Verdrängungskörper ;
Figur 7 Längsschnitt von Figur 1 ;
Figur 8 Querschnitt von Figur 1;
Figur 9 Querschnitt des Scharniers am Ende des
Schwenkwinkelbereichs ;
Figur 10 Querschnitt des aufgeschwenkten Scharniers;
Figur 11 Verschieben des Verdrängungskörpers;
Figur 12 Modell des Scharniers;
Figur 13 Figur 12 bei geschwenktem Schenkel;
Figur 14: Scharnier mit geöffneter Grundstellung.
Die Figur 1 zeigt ein Scharnier (1), z.B. ein Zylinder- band (1) . Derartige Beschläge werden an Fenstern oder Türen eingesetzt, deren Schwenkwinkel von einer geschlossenen Lage in eine offene Lage z.B. bis zu 180 Grad beträgt. Die Zylinderbänder (1) können für den Rechts- oder Linksanschlag eines Fensters oder einer Tür ausgeführt sein. Die Tür kann eine Ge- bäude- oder Raum- oder Fahrzeugtür sein. Auch ist der Einsatz in der Tür eines stationären oder in einem Fahrzeug eingebauten Haushaltsgeräts, z.B. eines Kühlschranks eines Wohnmobils, denkbar . Das dargestellte Anschraubband (1) hat zwei relativ zueinander um eine Schwenkachse (5) schwenkbare Schenkel (10, 30) . Es verbindet z.B. eine Zarge oder einen Blendrahmen mit einem Türblatt. Der erste, beispielsweise feststehende Schenkel (10) ist z.B. mittels Befestigungsschrauben an der Zarge befestig- bar. Der zweite Schenkel (30) ist dann am Türblatt angeschlagen.
Das Scharnier (1) kann auch mit dem ersten Schenkel (10) am Türblatt und mit dem zweiten Schenkel (30) an der Zarge befes- tigbar sein. Auch kann es als Einbohrband, Fischband, Topf- band, etc. ausgebildet sein.
Der im Ausführungsbeispiel feststehende Schenkel (10) besteht aus einem Blech. Dieses bildet zwei, miteinander fluchtende weitgehend zylindrische Hülsenabschnitte (11, 12), die mittels eines L-förmig gebogenen Steges (13) verbunden sind. Die gedachte Biegelinie (14) ist parallel zur Schwenkachse (5) des Scharniers (1). An diese grenzt der Befestigungslappen (16) an, der beispielsweise fünf angesenkte Ausnehmungen (17) zur
Aufnahme z.B. von Befestigungsschrauben aufweist. An seinen beiden Enden hat der Befestigungslappen (16) z.B. Ausklinkungen (18) . In einem im Hülsenabschnitt (11) angeordneten Durchbruch (19) sitzt ein Haltebolzen (23), der einen ersten Scharnierzapfen (50) als Teil des Scharnierdorns trägt.
Der in der Figur 1 schwenkbare Schenkel (30) umfasst in der Darstellung der Figur 1 einen weitgehend zylindrischen Hülsenabschnitt (31) und einen Befestigungslappen (32). Letzterer weist z.B. drei Ausklinkungen (33) zur Aufnahme z.B. von Befestigungsschrauben auf. In einem Durchbruch (34) sitzt ein Haltebolzen (24), der einen zweiten Scharnierzapfen (70), vgl. Figur 2 , trägt .
Der schwenkbare Schenkel (30) ist mittels Gleithülsen (21, 22) im feststehenden Schenkel (10) gelagert. Die Figur 2 zeigt eine Explosionszeichnung des Scharniers (1) . Der erste Scharnierzapfen (50) umfasst eine Zentralwelle (51). Die Zentralwelle (51) ist als Einzelteil in der Figur 3 dargestellt. Dies ist eine zylindrische Welle mit zwei Durchmesserbereichen (52, 53). Der größere Durchmesserbereich (52) hat beispielsweise zwei um einen Viertelkreis zueinander versetzte, radial orientierte Durchgangsbohrungen (54). Im montierten Zustand nimmt eine dieser Bohrungen (54) den Haltebolzen (23) auf. Der abgesetzte Bereich (53) hat z.B. insgesamt drei Ausnehmungen (55), von denen in der Abbildung der Figuren 2 und 3 nur eine Längsnut (55) dargestellt ist. Die beiden anderen Längsnuten sind beispielsweise auf demselben gedachten Zylinder wie die erste Längsnut (55) angeordnet. In Richtung der Schwenk-
achse (5) sind die Nuten zueinander versetzt, so dass sich die die Längsnuten umfassenden Zylinderabschnitte nicht überde¬ cken. Die einzelne Längsnut (55) hat beispielsweise die Gestalt einer Paßfedernut. Sie hat im Querschnitt einen ebenen Nutgrund (56) und rechtwinklig zum Nutgrund (56) angeordnete Nutflanken (57). Der Querschnitt der Nut (55) kann auch kreisseg- mentförmig sein. Die einzelnen Längsnuten können unterschied- liehe Längen aufweisen.
Auf der Zentralwelle (51) sitzt eine Zwischenhülse (60) . Im montierten Zustand umgreift die Zwischenhülse (60) die Um- fangsflache (59) der Zentralwelle (51) . In der Figur 4 ist die Zwischenhülse (60) als Einzelteil dargestellt. Die Zwischenhülse (60) umfasst einen hülsenartigen Abschnitt (61), einen Führungszapfen (62) und einen Anschlag (63) .
Der hülsenartige Abschnitt (61) hat beispielsweise eine kons- tante Wandstärke. Der Außendurchmesser des hülsenartigen Abschnitts (61) ist kleiner als der Durchmesser des größeren Durchmesserbereichs (53) der Zentralwelle (51). Die Hülsenwandung (64) hat beispielsweise drei radial orientierte Durchbrüche (65), deren Anordnung und Größe der Anordnung und Größe der Längsnuten (55) der Zentralwelle (51) entspricht.
Der Führungszapfen (62) ist beispielsweise ein zylindrischer Zapfen, dessen Durchmesser etwa 40 % des Außendurchmessers der Zwischenhülse (60) beträgt.
An den Führungszapfen (62) und an die Stirnseite (66) des hülsenartigen Abschnitts (61) ist der Anschlag (63) z.B. angeformt. Der quaderförmige Anschlag (63) hat z.B. eine Anschlagfläche (67). Die Schwenkachse (5) liegt beispielsweise paral-
IeI zur Ebene dieser Anschlagfläche (67). Sie kann auch in dieser Ebene liegen.
Der zweite Scharnierzapfen (70) umfasst im Ausführungsbeispiel eine Außenhülse (71) und ein Verlängerungsteil (72) .
Der Innendurchmesser der Zylindermantelförmigen Außenhülse (71) ist beispielsweise größer als der Außendurchmesser der Zwischenhülse (60) . Der Außendurchmesser der Außen- hülse (71) ist kleiner als der Innendurchmesser des Hülsenabschnitts (31) des beweglichen Schenkels (30). Die Hülsenwandung (73) hat einen konstanten Querschnitt. Sie weist vier jeweils um einen Viertelkreis zueinander versetzte Durchgangsbohrungen (74) sowie drei Aufnahmen (75) auf, von denen in der Darstellung der Figur 2 nur eine Aufnahme (75) dargestellt ist. Die Aufnahmen (75) sind im Ausführungsbeispiel als Langlöcher (75) ausgebildet. Sie können aber auch als Einsenkungen der Innenwandung (76) der Außenhülse (71) ausgebildet sein. Die Lage und Größe der Aufnahmen (75) korrespondiert mit der Lage und Größe der Durchbrüche (65) der Zwischenhülse (60) .
Das Verlängerungsteil (72) besteht im Ausführungsbeispiel aus einem zylindrischen Abschnitt (77), einem hierzu abgesetzten, ebenfalls zylindrischen Abschnitt (78), einem Führungszap- fen (79) und einem Anschlag (81) . In der Figur 5 ist das Verlängerungsteil als Einzelteil dargestellt. Der zylindrische Abschnitt (77) hat einen stirnseitigen Einstellschlitz (83). Der abgesetzte zylindrische Abschnitt (78) hat zwei z.B. um einen Viertelkreis zueinander versetzte Durchgangsbohrun- gen (82) . Der Anschlag (81) und der Führungszapfen (79) sind so aufgebaut wie der Anschlag (63) und der Führungszapfen (62) der Zwischenhülse (60) . Die in der Figur 5 sichtbare Anschlagfläche (86) des Anschlags (81) weist in der Darstellung der Figur 2 nach unten.
Weiterhin umfasst das Scharnier (1) z.B. drei Verdrängungskörper (90) und ein Federelement (100). Die Verdrängungskörper (90) sind im Ausführungsbeispiel Zylinder (91, 92), deren Stirnseiten (93) als Spitzen ausgebildet sind, vgl. Figur 6. Die Verdrängungskörper (90) können aber auch Scheiben- oder kugelartig ausgebildet sein. Die in der Figur 2 dargestellten Verdrängungskörper (90) haben unterschiedliche Längen. Der lange zylindrische Körper (91) ist geringfügig kürzer als das Langloch (65). Sein Durchmesser ist kleiner als die Breite dieses Langlochs (65) . Die beiden kürzeren Körper (92) sind kürzer als die in den Figuren 2 und 4 verdeckten, kürzeren Langlöcher (65) . Das Federelement (100) ist im Ausführungsbeispiel eine Spiralfeder (101) in der Bauform einer Torsionsfeder. Die Torsionsfeder (101) hat beispielsweise gerade Enden (102) .
Bei der Montage des Scharniers (1) wird beispielsweise zu- nächst die Zwischenhülse (60) auf die Zentralwelle (51) aufgesteckt. Hierbei wird die Zwischenhülse (60) so gedreht, dass die Langlöcher (65) über den Längsnuten (55) stehen. Als nächstes werden dann die Verdrängungskörper (90) in die Langlöcher (65) eingesetzt. Nach dem Einsetzen sind die Verdrän- gungskörper (90) bündig mit der Mantelfläche (68) der Zwischenhülse (60) oder tauchen in die Hülsenwandung (64) ein. Die Außenhülse (71) wird so auf die Zwischenhülse (60) aufgesetzt, dass die Aufnahmen (75) nicht mit den Langlöchern (65) fluchten. Die so vorbereitete Einheit kann in die beiden mit- einander fluchtenden, unter Zwischenlage der Gleithülsen (21, 22) angeordneten Schenkel (10, 30) eingeschoben werden. Nun kann der erste Haltebolzen (23) durch die Durchbrüche (19) und die Durchgangsbohrungen (54) montiert werden. Von der anderen Scharnierseite werden die Feder (100) und das Verlängerungs-
teil (72) eingesetzt. Zuletzt wird der zweite Haltebolzen (24) durch die Durchbrüche (34) und die Durchgangsbohrungen (74) und (82) montiert. Nach der Montage sind die Zentralwelle (51), die Zwischenhülse (60) und die Außenhülse (71) koaxial zueinander und koaxial zur Schwenkachse (5) . Zum Einstellen der Schwenkwinkel des Scharniers (1) kann nach dem Herausnehmen des Haltebolzens (24) der Verlängerungsteil (72) z.B. in 90 Grad-Schritten gedreht werden. Hierzu kann z.B. ein Schraubendreher eingesetzt werden, der in den Einstell- schlitz (83) eingreift.
Das so vorbereitete Scharnier wird z.B. an einer Zarge und an einem Türblatt montiert. Nach der Montage ist der zweite
Scharnierzapfen (70) um die Schwenkachse (5) relativ zum ers- ten Scharnierzapfen (50) schwenkbar. Der Schwenkwinkel des
Scharniers (1) von der Grundstellung (6) bis zur Endstellung beträgt im Ausführungsbeispiel 110 Grad. Er kann auch 130 Grad betragen. Die Figur 7 zeigt einen Längsschnitt des Scharniers (1) . In der Figur 8 ist ein Querschnitt dieses Scharniers (1) dargestellt. Die Schnittebene dieser Darstellung schneidet beispielsweise den langen zylindrischen Körper (91). Das Türblatt ist beispielsweise geschlossen. Diese geschlossene Schwenk- Stellung des Scharniers (1) wird im Folgenden als Grundstellung (6) bezeichnet.
Beim Öffnen der Tür schwenkt der bewegliche Schenkel (30) mit der Außenhülse (71) und dem Verlängerungsteil (72) in der Dar- Stellung der Figur 8 und 9 in der Schwenkrichtung (8) entgegen dem Uhrzeigersinn. In einem an die Grundstellung (6) angrenzenden Schwenkwinkelbereich (7) dreht sich die Außenhülse (71) um die Schwenkachse (5) relativ zur feststehenden Zentralwelle (51), der Zwischenhülse (60) und den Verdrängungskör-
pern (90) . Die Anschläge (63, 81) legen sich mit den Anschlagflächen (67, 86) an die Enden (102) der Feder (100) an. Das Federelement (100) wird tordiert und dadurch gespannt. Die Verdrängungskörper (90) behalten relativ zum feststehenden Schenkel (10) ihre Lage bei. Die Haltekräfte werden im Ausführungsbeispiel über alle drei Verdrängungskörper (90) verteilt.
Der beschriebene, an die Grundstellung (6) angrenzende
Schwenkwinkelbereich (7) ist begrenzt durch den Schwenkwinkel, in dem die Aufnahmen (75) der Außenhülse (71) radial außerhalb der Langlöcher (65) und der Längsnuten (55) stehen. Dieser, in der Figur 9 dargestellte Schwenkwinkel beträgt beispielsweise 45 Grad. Beim Weiterschwenken in der Schwenkrichtung (8) werden die Verdrängungskörper (90) mittels der außermittig angreifenden Kraft der Zentralwelle (51) radial nach außen in Richtung der Aufnahmen (75) der Außenhülse (71) verdrängt, vgl. Figur 11. In dieser Darstellung sind die Verdrängungskörper (90) bereits aus dem Nutgrund (56) radial in Richtung der Außenhülse (71) verschoben. Die Verdrängungskörper (90) stehen hier über die Hülsenwandung (64) sowohl in Richtung der Außenhülse (71) als auch noch in Richtung der Längsnut (55) über. Beim Weiterdrehen des beweglichen Schenkels (30) in der Schwenkrichtung (8) werden die Verdrängungskörper (90) weiter in die Aufnahme (75) der Außenhülse (71) verdrängt. Nach dem Verschieben liegen die Verdrängungskörper (90) in den Langlöchern (65) und in den Aufnahmen (75) . Sie verhindern ein weiteres Verdrehen der Zwischenhülse (60) relativ zur Außenhülse (71) . Da die Außen- hülse (71) und die Zwischenhülse (60) sich beim Weiterschwenken in die Schwenkrichtung (8) nicht weiter relativ zueinander verdrehen, wird das Federelement (100) nicht weiter gespannt. Das Federelement (100) verbleibt nun in der gespannten Stellung.
Beim weiteren Aufschwenken des Türblatts dreht sich der bewegliche Schenkel (30) mit der Außenhülse (71) und der Zwischenhülse (60) weiter. Das Federelement (100) bleibt gespannt, so dass sich das Türblatt im Freilauf weiter öffnen lässt. Es kann jetzt in jeder Position angehalten werden und dann in dieser Stellung stehen. Eine derartige Scharnierposition ist in der Figur 10 dargestellt. Das Scharnier (1) ist in dieser Darstellung um einen Winkel von 90 Grad aufgeschwenkt .
Beim Schließen des Türblatts wird das Türband (1) z.B. aus der in der Figur 10 dargestellten Position im Uhrzeigersinn, also entgegen der Schwenkrichtung (8) in die in der Figur 8 gezeigte Lage geschwenkt. Das Federelement (100) ist zunächst gespannt. Die Außenhülse (71), die Zwischenhülse (60) und die Verdrängungskörper (90) werden mitgeschwenkt. Das Türblatt kann, bis die in der Figur 9 dargestellte Position erreicht ist, jederzeit angehalten werden. Sobald die Durchbrüche (65) über den Ausnehmungen (55) stehen, bewirkt die sich entspannende Feder (100) eine Relativbewegung der Zwischenhülse (60) zur Außenhülse (71) . Die Verdrängungs- körper (90) werden mitgenommen und von der Kante (84) der Aufnahmen (75) radial nach innen verdrängt. Die Verdrängungskör- per (90) werden von den Längsnuten (55) aufgenommen. Die Feder (100) entspannt sich weiter. Sie drückt die Anschlagflächen (67, 86) der Zwischenhülse (60) und des Verlängerungs- teils (72) auseinander und zieht das Türblatt in seine geschlossene Grundstellung (6) .
Die Figuren 12 und 13 zeigen ein vereinfachtes Beispiel eines Scharniers (1) mit Freilauf und Selbsteinzug. In diesem Ausführungsbeispiel ist die Außenhülse (71) mit den Aufnah-
men (75) feststehend und die Zentralwelle (51) mit dem Einstellschlitz (58) drehbar. Die Vorrichtung umfasst zwei Verdrängungskörper (90) sowie zwei Federelemente (100). Letztere sind Zugfedern (103), die jeweils zwischen zwei Federzap- fen (69, 85) der Zwischenhülse (60) und der Außenhülse (71) angeordnet sind.
Beim Drehen der Zentralwelle (51) im oder gegen den Uhrzeigersinn aus der in der Figur 12 gezeigten Lage werden die Ver- drängungskörper (90) und die Zwischenhülse (60) mitgenommen. Bei diesem Drehen werden die Federelemente (100) gespannt.
Sobald die Aufnahme (75) der Außenhülse (71) über den Durchbrüchen (65) der Zwischenhülse (60) steht, werden beim Wei- terdrehen der Zentralwelle (51) die Verdrängungskörper (90) nach außen verdrängt. Sie werden aus den Längsnuten (55) der Zentralwelle (51) herausgeschoben und in die Aufnahmen (75) der Außenhülse (71) hineingeschoben. Beim Weiterdrehen der Zentralwelle (51) dreht nur diese allein weiter. Die Zwischen- hülse (60) mit den Verdrängungskörpern (90) bleibt stehen. Die Federspannung wird beim Weiterdrehen der Zentralwelle (51) nicht verändert. Die Feder (100) wird mittels der Verdrängungskörper (90) arretiert. Das Zurückdrehen der Zentralwelle (51) aus der in der Figur 13 dargestellten Position in die in der Figur 12 gezeigte Position erfolgt zunächst als freie Drehung. Sobald die Längsnuten (55) radial innerhalb der Durchbrüche (65) liegen, wird die Arretierung der Verdrängungskörper (90) aufgehoben. Die Verdrängungskörper (90) werden in die Längsnuten (55) geschoben. Die Federelemente (100) ziehen die Zwischenhülse (60) und über die Verdrängungskörper (90) die Zentralwelle (51) zurück in die Ausgangslage.
Die Zwischenhülse (60) kann segmentartig aufgebaut sein, z.B. in zwei Schalen. Im montierten Zustand liegen die Verdrängungskörper (90) dann zwischen den Schalen. Die Zentralwelle (51) kann in einen der Scharnierflügel (10, 30) integriert sein. Ebenso ist es denkbar, dass die Außenhülse (71) in den anderen Schenkel (30, 10) integriert ist. Beispielsweise sind dann die Ausnehmungen (75) in den beweglichen Schenkel (30) eingebracht.
Das Scharnier (1) kann auch so aufgebaut sein, dass es in seiner Grundstellung (9) geöffnet ist, vgl. Figur 14. Beispielsweise beträgt in diesem Ausführungsbeispiel der Schwenkwinkel von der Grundstellung (9) bis zur geschlossenen Endstellung 110 Grad. In diesem Fall wird beim Schließen in einem an die Grundstellung (9) angrenzenden Schwenkwinkelbereich das Federelement (100) gespannt und in einer vorgegebenen Schwenkwin- kelstellung arretiert. Das weitere Schließen des Scharniers (1) erfolgt dann ohne weiteres Spannen des Federele- ments (100) . Beim Öffnen wird ab der vorgegebenen Schwenkwin- kelstellung das Scharnier (1) unter Entspannung des Federelements (100) in die geöffnete Grundstellung (9) gezogen.
Es ist auch denkbar, bei mehreren Scharnieren (1) an einer Tür eines mit einer Einzugsvorrichtung in die geschlossene Stellung und eines mit einer Einzugsvorrichtung in die geöffnete Stellung einzusetzen. Zwischen den beiden Schwenkwinkelbereichen, in denen jeweils ein Scharnier in seine Grundstellung gezogen wird, kann ein Freilaufwinkelbereich sein.
Das Scharnier (1) mit Selbsteinzug kann mit einer Endlagendämpfung und/oder einer Verzögerungsvorrichtung kombiniert sein.
Auch Kombinationen der verschiedenen Ausführungsbeispiele sind denkbar .
Bezugszeichenliste :
1 Scharnier, Zylinderband, Anschraubband 5 Schwenkachse
6 Grundstellung, geschlossen
7 Schwenkwinkelbereich, an (6) angrenzend
8 Schwenkrichtung
9 Grundstellung, offen
10 feststehender Schenkel, erster Schenkel
11 Hülsenabschnitt
12 Hϋlsenabschnitt
13 Steg
14 Biegelinie
16 Befestigungslappen
17 Ausnehmungen
18 Ausklinkungen
19 Durchbruch
21 Gleithülse
22 Gleithülse
23 Haltebolzen
24 Haltebolzen
30 beweglicher Schenkel, zweiter Schenkel
31 Hülsenabschnitt
32 Befestigungslappen
33 Ausklinkungen
34 Durchbruch
50 Scharnierzapfen, Dornteil
51 Innenwelle, Zentralwelle
52 Durchmesserbereich
53 Durchmesserbereich
54 Durchgangsbohrungen
55 Ausnehmung, Längsnut
56 Nutgrund
57 Nutflanken
58 Einstellschlitz
59 Umfangsfläche
60 Zwischenhülse
61 hülsenartiger Abschnitt
62 Führungszapfen
63 Anschlag
64 Hü1senwandung
65 Durchbrüche; Langlöcher
66 Stirnseite
67 Anschlagfläche
68 Mantelfläche
69 Federzapfen
70 zweiter Scharnierzapfen, Dornteil
71 Außenhülse
72 Verlängerungsteil
73 Hü1senwandung
74 Durchgangsbohrungen
75 Aufnahmen, Langlöcher
76 Innenwandung
77 zylindrischer Abschnitt
78 abgesetzter Abschnitt
79 Führungszapfen
81 Anschlag
82 Durchgangsbohrungen
83 Einsteilschlitz
84 Kante
85 Federzapfen
86 Anschlagfläche
90 Verdrängungskörper
91 Zylinder, lang
92 Zylinder, kurz
93 Stirnseiten
100 Federeleinent
101 Spiralfeder, Torsionsfeder
102 Enden von (101)
103 Zugfedern
Claims
1. Scharnier (1) mit zwei relativ zueinander zwischen einer Grundstellung (6, 9) und einer Endstellung schwenkbaren Schenkeln (10, 30) und mit mindestens einem entgegen der von der Grundstellung (6, 9) ausgehenden Schwenkrichtung (8) wirkendem Federelement (100), dadurch gekennzeichnet,
- dass ein Schenkel (10; 30) eine Zentralwelle (51) und der andere Schenkel (30; 10) eine zur Zentralwelle (51) koaxiale Außenhülse (71) trägt,
- dass zwischen der Zentralwelle (51) und der Außenhülse (71) eine Zwischenhülse (60) angeordnet ist,
- dass das Scharnier (1) mindestens einen Verdrängungskörper (90) umfasst, der in der Grundstellung (6, 9) des Scharniers (1) in einem Durchbruch (65) der Zwischen- hülse (60) und entweder in einer Ausnehmung (55) der
Zentralwelle (51) oder in einer Aufnahme (75) der Außenhülse (71) gelagert ist, wobei zumindest in der Grundstellung (6, 9) die Ausnehmung (55) und die Aufnahme (75) nicht radial zueinander angeordnet sind,
- dass das Federelement (100) zwischen der Zwischenhülse (60) und der in der Grundstellung (6, 9) den Verdrängungskörper (90) nicht lagernden Außenhülse (71) oder Zentralwelle (51) angeordnet ist,
- dass ein an die Grundstellung (6, 9) angrenzender
Schwenkwinkelbereich (7) durch den Schwenkwinkel begrenzt ist, in dem die Ausnehmung (55) und die Aufnahme (75) radial zueinander angeordnet sind und
- dass der beim Schwenken in die Schwenkrichtung (8) in
diesem Schwenkwinkel von der Ausnehmung (55) in die Auf- nähme (75) oder von der Aufnahme (75) in die Ausneh- mung (55) verdrängte Verdrängungskörper (90) das Feder¬ element (100) arretiert.
2. Scharnier (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es ein ZyIinderband (1) ist.
3. Scharnier (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (100) zwischen der Zwischenhülse (60) und der Außenhülse (71) angeordnet ist.
4. Scharnier (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (100) eine Torsionsfeder (101) ist.
5. Scharnier (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Torsionsfeder (101) mit beiden Enden (102) Anschläge (63, 81) der Zwischenhülse (60) und der Außenhülse (71) belastet.
6. Scharnier (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (100) beim Öffnen des Scharniers (1) gespannt wird.
7. Scharnier (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es mindestens zwei Verdrängungskörper (90) umfasst.
8. Scharnier (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdrängungskörper (90) auf einem gemeinsamen gedachten Zylinder um die Schwenkachse (5) liegen und in Richtung der Schwenkachse (5) zueinander versetzt sind.
9. Scharnier (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Aufnahme (75) oder eine Ausnehmung (55) in einen Schenkel (10, 30) integriert ist.
10. Türanordnung mit einer Zarge und mit einem Türblatt, wobei die Zarge und das Türblatt mittels mindestens zwei Scharnieren (1) nach Anspruch 1 verbunden sind.
11. Türanordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein Scharnier (1) eine geöffnete Grundstellung (9) und ein anderes Scharnier (1) eine geschlossene Grundstellung (6) hat.
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