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Einrichtung zum räumlichen Peilen.
Minimumpeiler haben im allgemeinen vor Maximumpeilern den Vorzug grösserer Peilschärfe.
Zur Verwendung für räumliches Peilen (z. B. für Anpeilung von Flugzeugen von einem festen Punkt oder von andern Flugzeugen aus) wären aber die bis jetzt bekannten Minimumpeiler nur beim Fehlen sämtlicher leitender Körper in der Umgebung der Verbindungslinie Sender-Empfänger geeignet. Stellt man sich aber vor, dass in einer Entfernung, die dieser Verbindungslinie vergleichbar ist, eine grosse leitende Fläche liegt, so treten bei der Peilung Schwierigkeiten auf, da der Sender sich an dieser leitenden Fläche spiegelt und der Peiler in Richtung des Senders von der gespiegelten Feldstärke Empfang bekommt, der das Peilminimum des Senderempfanges abdeckt. Ein solcher Fall liegt praktisch vor, wenn beispielsweise zwei Flugzeuge, die voneinander einen Kilometer entfernt sind, in einer Flughöhe in der Grö ssenordnung von einem Kilometer sich gegenseitig peilen wollen.
Um die durch das Spiegelbild entstehenden praktischen Schwierigkeiten zu beseitigen, ist ein Empfangsgebilde, welches aus allen Richtungen, mit Ausnahme einer einzigen, empfängt, also ein Minimumpeiler mit einem in allen Richtungen, mit Ausnahme der Nullrichtung, ausgedehnten räumlichen Empfangsdiagramm ungeeignet. Benutzt man dagegen zum Peilen Strahlenaufnehmer mit einem scharf gebündelten Empfangsdiagramm, so kann man im freien Raum die Richtung eines Senders dadurch ermitteln, dass man das Empfangsgebilde auf grösste Lautstärke einstellt. Da in diesem Falle Energie nur aufgenommen wird aus einem kleinen Raumwinkel um die wahre Senderrichtung herum, so wird das Auftreten eines Spiegelbildes, solange nur der Winkel zwischen den Richtungen zum Sender und seinem Spiegelbild nicht allzuklein wird, keinen Fehler in die Peilung bringen.
Man kann allerdings getrennt vom Sender auch dessen Spiegelbild anpeilen. Der Zweifel darüber, welche Richtung die des wahren Senders und die des Spiegelbildes ist, lässt sich in den meisten Fällen durch Lautstärkevergleich beheben, da der Strahlenweg vom Sender über die Reflexion an der leitenden Fläche zum Empfänger stets länger ist als der direkte Weg Sender-Empfänger, und da überdies die Reflexion in den seltensten Fällen total sein wird.
Der Maximumpeiler ist aber im Prinzip nicht so scharf wie der Minimumpeiler, da in der Nähe des Maximums der Differentialkoeffizient der Empfangsamplitude nach dem Winkel beim Maximumpeiler im Prinzip Null ist, während er beim Minimumpeiler erheblich von Null verschiedene Werte hat.
Erfindungsgemäss kann man die oben angegebenen Schwierigkeiten vermeiden, wenn man die Strahlenaufnehmereinrichtung mit einem räumlich scharf gebündelten, d. h. in einem kleinen Raum-
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die um eine Nullempfangsrichtung herum kleine Winkel mit dieser Richtung bilden, erhebliche Amplituden liefert, während der Empfang aus Richtungen, die von der Nullempfangsrichtung stark abweichen, verschwindet. Ein derartiges Diagramm kann man z. B. durch die folgende Anordnung erhalten :
Zunächst ordnet man zwei sehr scharf gebündelte Strahlenaufnehmer übereinander an, z. B. so, dass die Achsen ihrer Strahlungsdiagramme parallel laufen oder schwach in einer vertikalen Ebene divergieren und schaltet sie elektrisch gegeneinander.
Für einen Sender, welcher in der Ebene senkrecht zur Verbindungslinie der beiden Strahlenaufnehmer liegt, ist ietzt der Empfang null. Ordnet man ferner zwei andere scharf gebündelte Strahlenaufnehmer nebeneinander in ähnlicher Weise an, also etwa so, dass die Achsen ihrer Riehtdiagramme in der Horizontalebene parallel laufen oder etwas divergieren, so ist ebenfalls der Empfang aus der ganzen senkrecht auf der Verbindungslinie der beiden Strahlenempfänger liegenden Ebene null. Addiert man die Wirkungen dieser beiden Paare von Strahlen-
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empfängern quadratisch, d. h. so, dass sie sich nicht einfach voneinander subtrahieren können, also z.
B. durch getrennte Gleichrichtung oder durch phasenverschobene Einwirkung auf den gleichen Gleichrichter, so ist der Empfang null für den Sender, der gleichzeitig in beiden erwähnten Ebenen, also in ihrer Schnittgeraden, liegt. In der näheren Umgebung dieser Schnittgeraden findet Empfang statt. Aus Richtungen, deren Winkel gegen die Schnittgerade verhältnismässig gross sind, findet jedoch nur geringer Empfang statt, da aus diesen Richtungen die einzelnen Strahlenwerfer nur wenig empfangen. Auf diese Weise ist ein Minimumpeiler geschaffen, welcher nicht aus allen Richtungen, sondern nur aus der engeren Umgebung seiner Minimumrichtung heraus empfängt und daher in der Lage ist, einen Sender und sein Spiegelbild bei den Peilungen zu trennen, falls nur der Winkel zwischen der Spiegelbildriehtung und der Senderrichtung nicht allzuklein ist.
Das räumliche Empfangsdiagramm ist etwa ein Doppelkegel, der durch Rotation der in de] Zeichnung. dargestellten Figur um OX entstanden ist.
Die richtige Peilung erkennt man dann daran, dass das Empfangsinstrument ein Minimum anzeigt, aber bei geringem Verschwenken der Peilempfangsrichtung einen Ausschlag zeigt, der bei weiterem Verschwenken wieder verschwindet. In der Stellung des Empfangsminimums fällt dann die Sehnittgerade der beiden oben erwähnten Ebenen mit 0 Xund der Nullempfangsrichtung zusammen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zur räumlichen Eigenpeilung, wobei die Richtung zum Sender durch minimale Empfangslautstärke erkannt wird, dadurch gekennzeichnet, dass man die Peileinrichtung mit einem räumlichen scharf gebündelten, d. h. in einem kleinen Raumwinkel enthaltenen Empfangsdiagramm ausbildet, das derart beschaffen ist, dass es nur aus Richtungen, die um eine Nldlempfangsrichtung herum kleine Winkel mit dieser Richtung bilden, erhebliche Amplituden liefert, während der Empfang aus Richtungen, die von der Nullempfangsrichtung stark abweichen, verschwindet.