Farbwerk an Tiegeldruckpressen. Gegenstand vorliegender <B>EI</B> rfindung ist ein Farbwerk an Tiegeldrwckpressen, mit um den Mittelkörper der Presse herumgeführten Farbauftragwalzen, dessen wesentliches Merkmal darin besteht, dass. die Farbauftrag walzen mit Wechselreibern zusammenwirken und mit ihnen ein Verreibwerk bilden,
wel- clies während seines Weges um den Mittel- kö rper der Presse die Farbe verreibt, und dass die Heberwalze behufs F.arbeübertrabgung einen Teil des Weges der Farbeauftragwa,l- zen mitma@eht.
Alle Tiegeldruckpressen, bei denen die Auftragwalzen um den Innenkörper der Presse herumgeführt werden, haben gegen über den ältere bekannten Systemen die Ei genschaft, dass die Auftragwalzen keine hin- und rückläufige Bewegung machen, sondern dass sie sich ständig in einer Richtung fort- bewegen und da.ss- der Weg, den sie bei jedem Umlauf um den Innenkörper der Presse zu rücklegen, verhältnismässig lang ist.
Dieser Weg beträgt je: nach der Ausführungsform etwa das zehn- bis zwölffache der Druckf.orm- höhe, so. dass sich jede Auftragwalze, bevor sie die Form einfärbt, etwa neun- bis elfmal, oder bei kleineren Auftragwalzen bis über zwanzig Mal auf dem Weg zwischen dem Ende und denn Anfang ,der Druckform ab rollt.
Diesen Umstand nützt vorliegende Erfin dung .aus, indem sie den Weg, den die Auf- trag-walzen um :den Mittelkörper der Presse machen, zur Verreibung .der Farbe verwen det. Zur völligen Verreibung der Farbe wer den den Auftragwalzen Wechselreiber, d. h. Verreibwalzen zugesellt, welche neben der Rotation auch eine seitliche, Hin- und Her bewegung machen. .So wird die Farbe nach zwei Richtungen über Kreuz verrieben.
Man hat bereits versucht, an Druckma schinen, insbesondere .an Schnellpressen mit 7.'ischfarbwerl@en und auch ,an Tiegeldruck- pressen, die Einfärbung dadurch zu verbes sern, dass :
maxi den Auftragwalzen dünne Ver- reibwaIzen, so.genannte "Reiter" aufsetzte. Die Reiter haben .aber keine Seitenbewegung wie die Wechselreiber, es fehlt also eine Ver- reibung über Kreuz.
Sämtlichen Druckmaschinen älteren Sy stems geht ferner die Vorbedingung ab, wel che die Auftragwalzen befähigt, mit aufge- setzten Wecliselreibern ein wirklich brauch bares, in sich selbst wirkendes Verreibwerk zu bilden, wie,es vorliegender Erfindung zu grunde liegt, nämlich der hierzu nötige lange Weg, den -die Auftragwalzen um den Mittel- körper der Presse zurücklegen.
Wegen des geringen Durchgangraumes zwischen Tiegel und Druckfoi¯m können bei diesen Pressen auch nur dünne Reiter ver wendet werden. Die dünnen Walzen rollen sich aber erfahrungsgemäss durch Reibung nur mangelhaft mit den Auftragwalzen ab.
Die Figuren zeigen Ausführungsbeispiele der Erfindung, und 7wnar zeigt: Fig. 1 eine Tiegeldn ekpresse mit einem Auftrag-walzenv erreibwerk im Schnitt, bei welcher die Führung der Auftragwalzen und Bogenauslegevori-ichtung rings um den Mit- telkörper der Presse mittelst Lenkstangen er- folbgt;
Fig. 2 zeigt ein Auftragwalzen-Verreib- werk an einer Tiegeldruckpresse, bei welcher die Führung der Auftragwalzenwagen mit tr.lst Bändern oder Ketten erfolgt; Fig. 3 zeigt in ,grösserem -L#Ta.ssstab eine teilweise Seitenansicht des Alifti#agwvalzen- l'erreibwerkes gemäss Fig. 1, Fig. 4 eine andere Führung der Heber walze.
In der in Fig. 1 gezeigten Tiegeldrwek- presse ist G das Maschinengestell, T der Drucktiegel und D die Druckform; W ist der Auftrag-walzenwagen, in dem die Auf tragwalzen f mittelst der Walzträger f<B>'</B> ge lagert sind, und A ist ein Greiferwa,gen zum Ablegen der Bogen.
Der Auftrag-walzenwagen wird mit Steinen oder Rollen, in an den Sei tenteilen der Maschine befindlichen Nuten Ir laufend, durch die Lenkstangen e rings um den Mittelkörper der Presse herumgeführt und rollt dabei über die Druckform D hin weg. Die Lenkstangen e sind am Stirnrad c, das sich auf dem Lager der Welle Z dreht. befestigt. Seinen Antrieb erhält Stirnrad c durch Zahnrad d.
Auf den Auftragwalzen f ist der Wech- sel:reiber w mittelst der Träger ivi derart, an geordnet, dass er fest auf den beiden Auftrag- w alten,aufliegt und sieh durch Reibung mit ihnen abrollt (Fig. 1 und 3). Sowohl die Auf tragwalzen f, wie auch die Wechselreiber u stehen unter Federdruck und werden durch Schraubenfedern s nach dem Mittelpunkt der Presse zu gezogen.
Die Auftragwalzen sind an beiden Seiten mit Laufrollen versehen, die sich auf den rings um den äussern Umfang der Presse befindlichen Laufschienen y ab rollen. Vermöge dieser Laufschienen befinden sich die Auftragwalzen f auf ihrem Weg um den Pressenkörper in ständiger Rotation. Da bei werden sie durch die Laufschienen y unter Anspannung der S hraubenfedern s so hoch gehoben, dass sie fest an dem gleichfalls un ter Federdruck stehenden Wechselreiber r.v anliegen und diesen durch Reibung zur gleieh- zeitigen Mitdrehung zwingen.
So wandern sie mit denn. Wechselreiber gemeinsam um den Pressenkörper herum, wobei zwischen ihnen eine stä.ndigeDrehung stattfindet. DieEinrnch- tung ist nun so getroffen, da.ss der Wechsel- reiber neben seiner abrollenden Bewegung auf den Auftrag-walzen zugleich eine seitlich hin und hergehende Bewegung vollzieht.
Zu die sem Zwecke wird der @Ve-ehselreiber in einer in sich zurückkehrenden Kurve .oder Schnecke geführt und wandert so bei ,jeder Umdrehung einen kurzen Weg von rechts nach links und wieder zurück. Dadurch wird eine Verreibung übers Kreuz, und somit eine gründliche Spal tung der Farbe bewirkt. Ihre Farbe entnehmen die Auftragwalzen durch Vermittlung des Wechselreibers to von der Heberwalze I, die sie wieder von der im Farbkasten gelagerten Duktorwalze L erhält.
Die Duktorwa.lze L wird auf bekannte Weise gedreht.
Da der Walzenwagen mit den Auftrag walzen und dem Weebselreiber ohne Unter brechung um den Pressenkörper herumläuft, läuft der Heber I behufs Abgabe seiner Farbe an die Auftragwalzen oder an den Wechsel- reiber ein Stück des Weges mit dem Wal zenwagen mit, rollt sich dabei auf einer der Auftrag-walzen oder dem Wechselreiber ?r ab und gibt,derart seine Farbe ab.
Zu diesem Zwacke ist der Heber J ver mittelst eine; durch die Feder X abgefederten Hubclarrnes J' derart gelagert, .dass er sich in flurselben Bahn, die der Wechselreiber w zu rücklegt, nach unten drehen kann.
Trifft der Wechselreiber, wenn er sich mit dem Wal zenwagen rings um den Mittelkörper der Presse bewegt, auf die Heberwalze J auf, drückt er diese nasch unten und führt sie auf seiner Bahn so lange mit, bis sich die Kreis bahn des Wechselreibers so weit nach innen und die des Hebers so@ weit nach aussen be wegt hat, dass sich beide trennen. Die Bahn des Hebers und Wechselreibers ist. in Fig. 3 mit Punktlinien angedeutet.
Wo. sich die Li nien schneiden, findet die Berührung und die Trennung statt, wie die punktierte Stellung des Hebers und Wechselreibers in Fig. 3 er kennen, lässt.
Der Wechselreiher w wird durch die sich drehenden Auftragwalzen in ständiger Mi+- drehung erhalten; sobald .er sich an die He berwalze J anlegt, überträgt er seine Drehbe wegung durch Reibung auf diese, und wäh rend er die Heberwalze ein Stück seines We ges mit nach unten nimmt, rollen sich beide aufeinander ab.
Dadurch wickelt sich die auf der Heberwalze befindliche Farbe zum Teil auf .den Wechselreimer auf, -und dieser gibt sie durch Spaltung und Verreibung sofort an die Auftrag-walzen f weiter. Damit nun die Fa.rbeabgabe von der Heberwalze an den Wechselreimer in genügendem Masse erfolgen kann, ist der Weg, den beide miteinander zu rücklegen, so lang,
d.ass sich die Geberwalze mindestens einmal ganz auf dem VTechselrei- ber abrollt.
Sobald sich der Wechselreimer von der Heberwalze trennt; kehrt letztere durch die Wirkung der Zugfeder X in ihre ursprüng- li.ehe Lage zurück. .
Anstatt durch einen Hebelarm kann die Heberwalze auch durch eine Gleitvorrichtung (Fig. 4) nach unten und oben geführt werden. Die Hebelwalze J dreht sich hier in Gleit lagern J1, die unter Federdruck stehen und nach unten und oben geschoben werden kön nen. Trifft der Wechselreimer w auf die He- berwalze J auf, so drückt er letztere entgegen der Federwirkung in ihren Gleitlagern J1 so lange nach unten, bis er sich wieder von ihr trennt.
Sobald dies geschehen ist, bewegt sich die Heberwalze J in ihrem Gleitlager J1 un ter dem Druck der Feder wieder nach oben.
Die von der Heberwalze ,auf den Wechsel reiber übertragene Farbe wird von diesem Alen Auftragwalzen mitgeteilt und so die Farbe gründlich verrieben.
Die Übertragung der Farbe kann auch an statt auf einen Wechselreiber direkt auf eine der erfolgen, indem die He berwaIze einen Teil des Weges von einer der Parbeauftra:gwalzen mitgenommen wird, sich dabei auf .dieser abrollt und. derart ihre Farbe an diese .abgibt, von der sie durch die Wech- selreiber .auf die übrigen Auftragwalzen ver rieben wird.
Bei Drucken, bei denen ,es auf eine mög lichst vollkommene Farbeverreibung an kommt, ist es empfehlenswert, den Wechsel reimer während .des Weges der Auftragwalzen über die Druckform von diesen abzuheben und von den Fa.rbeauftraigwalzen zu trennen; dadurch wird eine etwaige Beeinflussung der Auftragwalzen durch den Wechselreimer, die sich in Erschütterungen .auswirkt, vermieden.
Zu diesem Zwecke wird, sobald der Walzen wagen bei der Druckform D ankommt, die Verreihung unterbrochen und der Wechsel- reiber tu von den ,getrennt.
Die Trennung der Auftragwalzen vom Wcchselreiber erfolgt dadurch, dass in diesem Falle die Laufschienen y, .auf denen sich die Laufrollen der Auftragwalzen abrollen, an beiden Seiten der Druckform D so viel tiefer gelegt sind, dass sich die mit ihren Laufrollen darauf abrollenden Auftragwalzen einige Millimeter senken. Der Wechselreimer ist der art .gelagert, dass er der Bewegung nicht fol gen kann, .also freischwebend in einer höheren Lage bleibt.
Die Auftragwalzen f und der Wechsel reiber tu sind mit ihren beweglichen federn den Walzenträgern f1 und w1 derart im Wal zenwagen w gelagert, da,ss sich die Walzen träger entgegen der Federwirkung ein Stück herausziehen lassen und unter der Wirkung der Federn wieder nach innen zurückfedern. Die Bewegung nach innen \wird durch An sätze begrenzt,
die sich aufeinanderlegen und dem tiefsten Senken der Walzenträger nach dem Mittelpunkt der Presse eine Grenze set zen. Bei den Auftragwalzen ist diese Bewe- gungsmöglichkeit grösser, als bei dem Wecli- selreiber. Der Walzenträger zv' kann sich etwa. 2 bis 3 mm nach innen bewegen, wo hingegen die Auftra,gwalzenträger f' eine nach innen gerichtete Bewegungs,mögliclikeit von etwa 5 bis 6 mm haben.
Treten nun die Rollen der Auftragwalzen auf die tiefer lie genden Laufschienen y der Druckfo-rin D auf, so senken sie sich mit. den Auftragwalzen etwa 5 bis 6 mm tief, während sich der Wech selreiher nur 2 bis 3 mm senken kann. Die Auftragwalzen treten also etwa i in.in vom Wechselreiher ab.
Damit ist die Verbindung zwischen beiden gelöst und die Verreibung der Farbe aufgehoben. Die Auftragwalzen rollen jetzt vom Wechselreiher gelöst=, über die Form und färben diese ein.
Bewegen sich die Auftragwalzen oben über die Form D hinau>, so rollen sie mit ihren Laufrollen auf die aufsteigenden Laul'- schienen y' (Fig. 1) auf; sie werden von die <B>.</B> nach aussen gehoben, treten dadurch wie der mit denn Wechselreiher in Verbindung und setzen die Pa.rbeverreibung mit diesem fort.
Die Oberfläche der Auftragwalze zeigt nach erfolgtem Einfärben der Form durch Abgabe der Farbe eine ungleiche Farbschicht, die an einzelnen Stellen dick, an andern dünn oder nahezu ganz beseitigt ist. Diese unglei che Farbschicht wird vor einem Neu-einfärben der Form gründlich durch Verreiben ausge- glichen. Diese ausgleichende Verreibun.g fin det .auf dem Wege von y' bis zum Farbkasten L statt.
Da der Wechselreiher neben dem All rollen zugleich eine seitliche Hin- und Her- bewegung macht, kommen die Auftragwalzen mit völlig geglätteter Farbeschicht b-i:n Färbekasten L an.
Die neue Farbe, die dann hier vom Heber .aufgenommen wird, findet einen ausgeglichenen, glatten Farhegrund vor und ihre Verreibung geht auf dem weiteren Wege vom Farbkasten bis zur Form D -auf der schon ausgeglichenen Grundschielit schnell und gründlich vor sich.
Es ist möglich, die Heberwalzen mittelst Kurven und Hebeln zwangsläufig zu führen, damit die Heberwa.lze einen Teil des Weges der Auftragwalzen mitmacht. Diese Einrich tung ist in Fig. 2 dargestellt.
<I>G, T,</I> 1F, <I>f,</I> zv, <I>D</I> und Z bezeichnen hier dieselben Teile wie in der Presse nach Fig. 1. Der Unterschied gegenüber der Presse nach Fig. 1 ist der, dass die Auftragwalzen und We,chselreiber vermittelst endloser Bänder oder Ketten um den Mittelkörper der Presse gefiihrt w=erden. c sind die endlosen Bän & r oder Ketten, welche über die Scheiben a und laufen,
von denen die letztere ihren An trieb .durch die Zahnräder d, b, c derart er hält, dass sie sich während jeder Hin- und Herbewegung des Tiegels T zweimal dreht. Hierbei niniant sie das Band oder die Kette e sowie den daran befindlichen Auftragwalzen- wagen 1=1' mit den Walzen f und dem @Veeh- selreiber w mit.
Bei seinem Vorübergang am Duktor . L trifft der Wechselreiher auf die Heberwalze J auf. Er nimmt dieselbe nicht mit, wie bei Fig. 1, sondern die Heberwalze wird, wie in Fig. 2 dargestellt, zwangsläufig durch Hebel und Kurven in gleicher Bewegung mit.
dem Walzenwagen geführt. Zu diesem Zwecke ist die Heberwalze J mit ihrer Axe in einer von Kurven begrenzten Nute J' geführt und ver mittelst der Zugstange N an einem Doppel hebel 1I an.gelenkt. Der Doppelhebel 1I ist bei S drehbar gelagert und läuft mit einer Rolle R auf einer am Zahnrad c befestigten Kurvenscheibe h,
welche die Drehung des Zahnrades c mitmacht. Die Form der Kur venscheibe h ist derart bemessen, dass die Rolle R in der Zeit, in welcher die ITeber- walze J am Duktor L anliegt, über einbi hrcisförmi@@en Teil der Kurve läuft, und dass sie sich aber in einen vertieften Nurvena.us- schnitt senkt,
sobald der Wuchselreiber ?e mit. der Heberwalm in Berührung tritt. Damit senkt sich durch die eigene Schwere auch die I-h;
berwalze J nebst Zugstange 9 und Hebel II, und zwar geschieht infolge der Kurven Senkung genau mit der Geschwindig- hi@it, mit welcher sich der W alzenyva.gen JU iiiit (lein \V-eellseIreiber w bewegt, so d.ass der \\'cchselreiber auf der Heberwalze aufliegt und sich mit dieser .abrollt.
Um kleine Diffe renzen in der Fortbewegung beider Teile aus zugleichen, ist zwischen die Zugstange N und ilie Heberwalze <I>J</I> eine Feder J2 eingeschaltet, welche bei etwaigem Voreilen des Wechsel reihers eine entsprechende Senkung der He berw.alze ,gegenüber der Zugstange N geslat-- tet, und .die Heberwalze stets gegen den-#Vech- selreiber presst.
Ist die HeberwaIze am untern Ende der Nute J1 angekommen, so tritt sie n,it ihrer Welle in ein seitlich ausgebogenes Schlitzende ein, lässt den Wechselreiher vor- ilb.erstreichen und wird dann vermittelst der Kurvenscheibe K und der Hebelverbindunc 1i!, H, <I>N</I> wieder nach oben gehoben und lang sam gegen den Duktor L angepresst.