CH138885A - Verfahren zur Darstellung eines Gerbmittels. - Google Patents
Verfahren zur Darstellung eines Gerbmittels.Info
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Description
Verfahren zur Darstellung eines Gerbmittels. Es wurde gefunden, d.ass man einen Stoff von ausgezeichneter Gerbwirkung erhält, wenn man das Einwirkungsprodukt von kon zentrierter @Schwef,elsäure auf Phenol, Harn stoff und Formaldehyd in stark schwefel saurer Lösung bei erhöhter Temperatur auf einander einwirken lässt und das Einwir- kungsprodukt aasneutralisiert, um die über schüssige freie Schwefelsäure abzustumpfen. Die Reaktion der fertigen Gerblösung ist deutlich kongosauer.
Der neue Gerbstoff gerbt in Form seiner leicht löslichen Salze in schwach saurer Lö sung die tierische Blösse zu einem vollen und weichen Leder von heller Farbe an. Er zeigt die allgemeinen Reaktionen gerbender Stoffe wie Leimfällung, Fällung basischer Farb stoffe, und gibt mit Eisenchlorid einen blauen Niederschlag; Seide wird von ihm mit beträ\liehtli,cher Gewichtsvermehrung be schwert.
Gegenüber den bekannten synthetischen Gerbstoffen zeigt das nach vorliegendem Verfahren erhaltene Produkt auf Leder eine hervorragende Lichtechtheit. Auch zur Kom- binationsgerbung in Mischung mit andern gerbenden oder nicht gerbenden Stoffen kann der neue Gerbstoff vorteilhaft Verwendung finden.
Man kann das Verfahren auch ausüben mit einem Formaldehyd, welcher bei der Reaktion aus einem formaldehydabgebenden Stoffe abgespalten wurde, sowie mit einem Harnstoff, welcher aus einem harnstoffbil- denden Stoffe wie Calciumcyanamid bei der Reaktion erhalten wurde und die Vereini gung von Harnstoff mit Formaldehyd kann auch vorgängig der Kondensation mit dem Einwirkungsprodukt von Schwefelsäure auf Phenol durchgeführt werden.
Die Arbeitsweise wird an folgenden Bei spielen erläutert: <I>Beispiel 1:</I> 20 Teile Phenol und 20 Teile konzen trierte Schwefelsäure werden einige Zeit auf 100 bis 110 erhitzt, bis das Produkt gut wasserlöslich geworden ist. Alsdann wird mit 15 Teilen Wasser verdünnt und nach dem Abkühlen auf 25 werden 10 Teile Harnstoff, und nach weiteren 10 Minuten ziemlich rasch 15 Teile Formaldehyd 30 ö ig zugegeben.
Darauf wird die Lösung eine Stunde lang auf 80 bis 90 unter gutem Rühren erhitzt und mit Natronlauge bis zur Erreichung der Wasserlöslichkeit beim Ver dünnen anneutralisiert. Die dickflüssige, fast farblose Masse ist nach dem Verdünnen mit Wasser ohne weiteres als Gerbbrühe ver wendbar und liefert ein schneeweisses volles und weiches Leder; Zusatz von Mineralsäure zur Gerblösung erzeugt einen weissen Nieder schlag. <I>Beispiel 2:</I> 20 Teile Phenol werden mit 20 Teilen Schwefelsäure bis zur Wasserlöslichkeit er hitzt; dann werden 2 Teile Wasser zugefügt und es wird auf 30 abgekühlt.
Man fügt hierauf vorsichtig 4,5 Teile Formaldehyd 30 %ig tropfenweise zu, wobei die Tempera tur nicht über 30 steigen darf. Ist aller For maldehyd zugefügt, so setzt man noch 8 Teile Wasser zu, und trägt das gepulverte Kondensationsprodukt, erhalten aus 10 Tei len Harnstoff und 10,6 Teilen Formaldehyd mit 2 Teilen Schwefelsäure (1 :5), in die Reaktionsmasse ein. Die Temperatur wird dann solange auf 85 bis 90 gehalten, bis unter gutem Rühren die Hauptmenge des weissen, in den meisten Lösungsmitteln un löslichen Kondensationsproduktes in Lösung gegangen ist. Zum Schluss wird in üblicher Weise anneutralisiert.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Darstellung eines Gerbmit- tels, dadurch gekennzeichnet, dass man das lösliche Einwirkungsprodukt von konzen trierter Schwefelsäure auf Phenol, Harnstoff und Formaldehyd in stark schwefelsaurer Lösung bei erhöhter Temperatur aufeinander einwirken lä.sst und das Einwirkungsprodukt anneutralisiert, um die überschüssige freie Schwefelsäure abzustumpfen.Das erhaltene Produkt ist eine dickflüssige, fast farblose Masse, die nach dem Verdünnen ohne wei teres als Gerbbrühe verwendbar ist und ein weisses, volles und weiches Leder liefert. Der neue Gerbstoff erzeugt Fällung mit Leim lösung und mit basischen Farbstoffen; mit Eisenchlorid gibt er einen blauen Nieder schlag und mit Mineralsäure eine weisse Fäl lung. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass' man einen bei der Reaktion aus einem formaldehydabgeben- den Stoff abgespaltenen Formaldehyd ver wendet. 2.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man einen bei der Reaktion aus einem harnstoffbildenden Stoff abgespaltenen Harnstoff verwendet. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man das Einwir kungsprodukt von konzentrierter Schwe felsäure auf Phenol auf das Konden sationsprodukt aus Formaldehyd und Harnstoff einwirken lässt.
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