CH141796A - Verfahren zur Herstellung einer pressfähigen Masse in Pulverform. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer pressfähigen Masse in Pulverform.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung einer pressfähigen Masse in Pulverform. Gegenstand des Hauptpatentes Nr.<B>138323</B> ist ein Verfahren zur Herstellung einer ffl II eiehmässig und sehr rasch trocknenden und mit den einfachsten technischen Hilfmitteln in beliebigen Feinheitsgraden herstellbaren, pressfähigen Masse in Pulverform, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass Dicyandia- mid mit Formaldehyd solange erhitzt wird,
bis ein sich beim Abkühlen der Reaktions mischung ausscheidendes hydrophobes Harz entstanden ist, das durch Berührung mit wässerigen Flüssigkeiten in ein Pulver über geführt wird.
Es wurde nun gefunden, dass man aus einem Gemisch von Dicyandiamid und Phe nol durch Kondensation mit Formaldehyd ein Mischkolloid herstellen kann, das sich ganz ähnlich verhält wie das einheitliche Dicyandiamid-Formaldehyd -Kondensations produkt.
Das Verfahren gemäss der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass ein Gemisch von Dicyandiamid und Phenol mit Formal- dehyd solange erhitzt wird, bis ein sich beim Abkühlen der Reaktionsmischung ausschei dendes, hydrophobes Harz entstanden ist, das durch Berührung mit wässerigen Flüs sigkeiten in ein Pulver übergeführt wird.
Zweckmässig wird das Verhältnis von Di- cyandiamid und Phenol so gewählt, dass ge meinsam mit 1 Mol. Dicyandiamid 2 Mol. Phenol zur Reaktion gelangen. Nach einer bevorzugten Ausführungsform kommen ge meinsam mit 1 Mol. Dieyandiamid 2 Mol. Phenol und 3 Mol. Formaldehyd zur Reak tion.
Das Verfahren gemäss der Erfindung ist deshalb von besonderer technischer Wichti- keit, weil es bisher überhaupt nicht gelungen ist, aus Phenol und Formaldehyd in einem Arbeitsvorgang zu pulverförmigen, nicht weitpolymerisierten Massen zu gelangen. Es ist zwar bereits vorgeschlagen worden, die barzigen Anfangskondensationsprodukte aus Phenolen und Formaldehyd zu lösen und hierauf durch hydrotrop wirkende Zusätze auszufällen. Diese Verfahren haben, ab gesehen von der Umständlichkeit ihrer tech nischen Durchführung, den grossen Nachteil.
dass sie an die Anwesenheit von Elektro lyten gebunden sind, welche aus den Harzen niemals quantitativ entfernt werden können. Demgegenüber kann mit Hilfe des vorliegen den Verfahrens beim Eingiessen der Reak tionsgemische in reines Wasser eine voll kommen elektrolytfreie Masse erhalten wer den, welcher durch das Dicyandio,mid-For- maldehyd-Kondensationsprodukt die gewerb lich äusserst wertvolle Eigenschaft verliehen wird, auch mit Zellulose vermischt; sehr leicht und gut bearbeitbare Pressmischungen zu ergeben.
Das gemäss dem vorliegenden Verfahren erhaltene Pulver ist mit den einfachsten tech nischen Hilfsmitteln in sozusagen beliebigem Feinheitsgrade herstellbar, trocknet voll kommen gleichmässig und sehr rasch und lässt sich nach dem Trocknen in der Heisspresse durch die gleichzeitige oder getrennte Ein wirkung von Hitze und Druck dank seiner hervorragenden, guten Flussfähigkeiten zu fertigen Gegenständen aller Art verpressen. Hierbei kann man entweder unmittelbar die gebrauchsfertigen Stücke oder ein Ausgangs produkt für die weitere mechanische Bear beitung in Form von Platten, Stäben und dergleichen herstellen.
Die durch Heiss pressung erzeugten Massen lassen sich mit grösster Leichtigkeit mechanisch bearbeiten (wie bohren, schneiden, sägen, feilen, frä sen, drehen, polieren usw.). <I>Aus f</I> ührungsbeispiele: 1. 100 Gewichtsteile Dicyandiamid wer den gemeinsam mit 112 Gewichtsteilen Phe- r_ol in 2,00 Gewichtsteilen 40vo1.%iger Form aldehydlösung (was einem Verhältnis von 1 Mol. Dicyandiamid, 1 Mol. Phenol und 2 Mol. 100 % igen Formaldehyds entspricht,
zirka 21/2 Stunden im Rückflusskessel erhitzt. Hierbei. hat sich die Reaktionsmischung in zwei Schichten geteilt. Der gesamte Kessel inhalt wird nun in kaltes Wasser gegossen, wobei der Übergang des erstarrten Harzes in eile Pulver, alsbald beginnt, was durch me chanische Massnahmen beschleunigt werden kann. Das Pulver liefert nach dem Waschen und Trocknen ein Presspulver mit ausgezeich neten Flusseigenschaften und ergibt, in der Heisspresse verpresst, schwach gelbgefärbte durchsichtige Presslinge.
2'. 100 Gewichtsteile Dicyandiamid wer den in derselben Weise wie in Ausführungs beispiel 1 beschrieben, mit 224 Gewichtsteilen Phenol und 300 Gewichtsteilen 40vo1.%iger Formaldehydlösung zur Reaktion gebracht. (Es entspricht dies einem molaren Verhält nis von 1 Hol. Dicyandiamid, 2 Mol. Phenol und 3 Mol. 100 % igen Formaldehyds.) Trotz der verringerten Dicyandiamidmenge gelingt der Übergang in ein Pulver fast so leicht wie bei dem vorstehenden Beispiel.
Nach dem Verfahren gemäss der Erfin dung gelingt es, ein Pulver herzustellen, das eine ganz besonders hohe Flussfähigkeit un ter Hitze und Druck besitzt, so dass es mit einem hohen Prozentsatz an Füllmitteln, bezw. Streckmitteln aller Art, sowohl orga nischer wie anorganischer Natur, versetzt werden kann. Ausserdem können zur Errei chung einer noch grösseren Flussfähigkeit so genannte Flussmittel zugesetzt werden. Als Füllstoffe kommen insbesondere alle fase rigen Füllstoffe in Betracht, welche die me chanische Festigkeit der Presskörper wesent lich erhöhen.
Derartige faserige Füllstoffe sind alle faserigen Materialien mineralischen Ursprunges (wie beispielsweise Asbest), vegetabilischer Herkunft '(wie Zellulose in jeder Form, Baumwolle, Holzzellulose, Flachs etc., Zellulosederivate oder Zellulose umwandlungsprodukte), schliesslich Faser stoffe animalischer Art (wie Wolle, Seide usw.), welche allein oder in geeigneten Mi schungen verwendet werden können. Statt dem fertigen Pulver die Zusatzstoffe einzu verleiben, kann man gemäss einer besonderen Ausführungsform der Erfindung der Masse im Zuge des Herstellungsverfahrens vor oder während des Überganges in die Pulverform faserige Füllstoffe einverleiben. -Auch in die sem Falle erhält man ein Pulver.
Die Pressmassen, bezw. die daraus her gestellten, Presskörper lassen sich in der mannigfaltigsten Weise färben und mustern.
Die aus den gefüllten oder ungefüllten Pressmassen hergestellten Presskörper können dank ihrer wertvollen Eigenschaften für die mannigfaltigsten gewerblichen Zwecke Ver- xvendung finden: Ersatz von Glas, Milch- "las, Porzellan, Herstellung von Galanterie und Schmuckwaren, elektrotechnischen Iso- lierkörpern, mechanischen Werkstücken aller Art usw.
Die Anführung dieser besonderen Verwendungsgebiete erschöpft aber keines- Zvegs die vielseitige Verwendbarkeit dieser neuen Pressmassen.
Das Dicyandiamid kann in Form seiner rohen wässerigen Lösungen, wie sie vor der Reinigung entstehen, Verwendung finden. Der Formaldehyd kann in Form seiner Poly meren verwendet werden. Selbstverständlich kann die Reaktion in An- oder Abwesenheit von Kontaktmitteln vor sich gehen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung einer gleich mässig und sehr rasch trocknenden und mit den einfachsten technischen Hilfsmitteln in beliebigen Feinheitsgraden herstellbaren, pressfähigen brasse in Pulverform, dadurch gekennzeichnet, dass ein Gemisch von Di- eyandiamid und Phenol mit Formaldehyd solange erhitzt wird, bis ein sich beim Ab- kühlen der Reaktionsmischung ausscheiden des hydrophobes Harz entstanden ist, das durch Berührung mit wässerigen Flüssig keiten in ein Pulver übergeführt wird. UNTERANSPRÜCHE: 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass gemeinsam mit 1 Mol. Dicyandiamid 2 Mol. Phenol zur Reaktion gelangen. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass gemeinsam mit 1 Mol. Dicyandiamid und 2 Mol. Phenol 3 Mol. Formaldehyd zur Reaktion gelangen. 3. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Konden sation in Gegenwart von Kontaktmitteln ausgeführt wird. 4.Verfahren nach Patentanspruch, -dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktions mischung in Wasser gegossen und der Übergang des ausgeschiedenen hydro- phoben Harzes in die Pulverform durch mechanische Massnahmen beschleunigt wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Masse im Zuge des Herstellungsprozesses faserige Füll stoffe einverleibt werden.
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