Elektrischer Heizapparat. Es besteht seit langem das Bestreben, die Elektrizität weitgehendst in den Haushalt einzuführen. Dass dieses trotz der vielen Vor züge der Elektrizität gegenüber Gas und an dern Heizarten bisher nicht gelang, lag in er ster Linie an dem hohen Stromverbrauch der bisher hierfür gebräuchlichen Apparate. Es gibt bereits eine Menge elektrische Einzel geräte für die verschiedensten Zwecke, als Kaffee- oder Teekocher, Brotröster, Bratplat- ten, Backöfen, Heisswasserspeicher, Herde mit mehreren Kochplatten usw.
Alle diese Apparate haben einen zu hohen Betriebs strom und ausserdem geht ein grosser Teil der erzeugten Hitze ungenutzt verloren. 1VIan ging deshalb dazu über, sogenannte elek trische Kochkisten herzustellen, wobei die Hitze in einem eingeschlossenen Raume er zeugt und. durch schlechte Wärmeleiter zu sammen gehalten wird. Eine bestimmte Stromersparnis wurde dabei wohl erreicht, aber diese Apparate waren nur für be stimmte, wenige Zwecke verwendbar, da nur ein bestimmter Hitzegrad einstellbar war. Sie waren weder zum Backen und Braten brauch bar, weil hier höhere Hitzegrade erforderlich sind, noch zum Heisswasserbereiten mit Vor teil zu verwenden.
Ebensowenig waren die- selben, zum Beheizen von Räumen geeignet. Es fehlte also bisher an einem Apparat, der bei billiger Herstellung und wenig Stromver brauch für alle diese Zwecke verwendbar ist. Dieses soll nun durch die vorliegende Neu konstruktion erreicht werden.
Der vorliegende Erfindungsgegenstand ist dadurch gekennzeichnet, dass im Innern eines wärmeisolierten Wasserbehälters in Heizkörpern untergebrachte elektrische Heiz- widerstände angeordnet sind, von denen sieb der eine am untern Ende, der andere azn obern Ende des Wasserbehälters befindet, während zwischen beiden Heizwiderständen eine herausnehmbare Platte vorgesehen ist und der untere, den Heizwiderstand enthal tende Heizkörper als Heizplatte dient, wobei ausser -einer Schaltuhr zum Ein- und Aus schalten des billigen Nachtstromes ein selbst tätiger Schalter vorgesehen ist, welcher die Heizwiderstände auf gleichmässigem,
nach einem im Apparat befindlichen Thermometer einstellbaren Hitzegrad erhält.
Auf der Zeichnung ist der Anmeldungs gegenstand in einer beispielsweisen Ausfüh rungsform schematisch dargestellt, und zwar als Vorderansicht.
Der elektrische Heizapparat besteht zu nächst aus einem Wasserbehälter a, dessen doppelte Aussenwände b zur Vermeidung schneller Abkühlung mit einem Wärmeiso liermaterial gefüllt sind. Innerhalb dieses Wasserbehälters a, dessen vordere Öffnung mittelst Türe verschliessbar ist, befindet sich eine herausnehmbare, auf Leisten ruhende Platte g, welche den obern Raum c und den untern Raum bezw. d bildet.
In dem untern Raume d ist ein sich automatisch regulieren der elektrischer Heizwiderstand e ange bracht, der in die hohle Heizplatte f verlegt ist, die zum Braten und Schnellkochen dient, da sie direkt die Hitze des Heizwiderstandes e erhält. Die in der Mitte des Raumes befind liche Platte g erhält weniger Hitze und ist deshalb zum Langsamkochen, Warmhalten und Sterilisieren verwendbar. Eine weitere, im Innern mit Heizwiderstand h ausgestat tete Heizplatte ist am obern Ende des Rau mes c auf Leisten ruhend angeordnet.
Soll der Apparat zum Backen benutzt werden, wozu bekanntlich Oberhitze erforderlich ist, so wird der zweite Heizwiderstand h dazu geschaltet. Vorgesehen ist am Apparat ein bekannter Automatschalter k. Unter Beob achtung des im untern Heizraum d befind lichen Thermometers ä kann mittelst; des Automatschalters k der Hitzegrad eingestellt werden, der dann auf beliebig lange Zeit auf recht erhalten bleibt.
Um die Dauer der @e- heizung an einem bestimmten Zeitpunkte be- ginnen und beenden zu lassen, ist der Appa xat noch mit einer Schaltuhr 1 verbunden.
Die Benutzung dieses Apparates ge schieht nun in folgender Weise: Die Schaltuhr wird auf den Zeitpunkt ge stellt, an dem der billige, sogenannte Nacht stromtarif beginnt, nachdem der Automat- schalter 7e auf zirka<B>90'</B> Celsius reguliert ist. Durch diesen billigen Nachtstrom wird nun der Wasserbehälter a beheizt. Die Hitze kanli <B>90'</B> nicht übersteigen, da der Automatschalter den Strom bei Erreichung dieser Temperatur ausschaltet und beim Nachlassen selbsttätig wieder einschaltet. Das warme Wasser lässt sich auch für ein Bad verwenden.
Da sämt liche Stunden des billigen Nachtstromes in Anspruch genommen werden können, so ist nur ein kleiner Heizwiderstand von 800 bis 1000 Watt erforderlich, wodurch der Appa rat an jede Lichtleitung angeschlossen wer den kann. Soll der Apparat im Winter auch zur Erheizung des Raumes dienen, so bleiben seine Türen offen. Man kann -dann morgens bereits ein warmes Zimmer und heisses Was ser zum Tee- oder Kaffeebereiten, eine mit- warmgewordene Heizplatte zum Rösten und Aufbacken von Gebäck usw. haben.
Je nach dem Zweck, welchem der Apparat nun weiter dienen soll, wird zusätzliche Hitze erzeugt oder nicht, und es ist dann immer nur ein ganz geringer Stromverbrauch erforderlich. Die Hausfrau kann also jederzeit die Speisen in den Apparat stellen, und zwar entweder auf die Heizplatte f oder die Platte g. Durch das Einstellen der Schaltuhr kann die Koch dauer begrenzt werden, so dass auch ein Ver kochen der Speisen vermieden wird. Ist Ober hitze oder ein schnelles Garwerden der Spei sen erwünscht, so wird der obere Heizwider- stand h dazu geschaltet.
Es ist Wert darauf gelegt worden, dass der Apparat nicht nur zu den verschiedensten Zwecken verwendbar ist, sondern da,ss bei geringstem Stromverbrauch eine dauernde Beaufsichtigung zum Kochen, Braten, Backen, Sterilisieren usw. fortfällt und im günstigsten Falle der billige Nacht strom mit benutzt werden kann.