Zentrifugal-ätegulator an Fahrzeug-Verbrennungsmotoren mit Drosselregulierung. Gegenstand der Erfindung ist ein Zentri- fugalregulator an Fahrzeug-Verbrennungs- motoren mit Drosselorgan, bei welchem die Zentrifugalwirkung von Schwunggewichten eine axiale Bewegung eines Organes relativ zur Regulator-Antriebswelle erzeugt, welche Bewegung die Betätigung der Drosselklappe des Motors bewirkt.
Der Zentrifugalregulator obiger Art ist gemäss der Erfindung dadurch gekennzeich net, dass die Zentrifugalgewichte sdhwing- bar auf einem Stift sitzen, welcher eine Treibverbindung zwischen der Regulator- Antriebswelle und dem axial beweglichen Organ bildet.
Die Zeichnung veranschaulicht ein Aus führungsbeispiel des Erfindungsgegenstan des.
Fig. 1 ist eine Seitenansicht des Vorder teils eines mit dem verbesserten Regulator versehenen Traktors; Fig. 2 ist ein Vertikal-Mittelschnitt durch den Regulator in grösserem Massstabe; Fig.3 und 4 sind Vertikalschnitte nach den Linien 3-3 und 4-4 in Fig. 2 bezw. 3, wobei in Fig. 4 die Regulatorgewichte in ihren äussern Stellungen gezeichnet sind; Fig. 5 ist ein Schnitt nach der Linie 5-5 in Fig. 4.
In Fig. 1 bezeichnet 10 die Motoranlage, 11 den Kühler, 12 den Brennstoffbehälter, 13 die Vorderräder, 14 die Abgasleitung, 15 die Motorsaugleitung und 17 einen Luft reiniger eines Traktors.
Die Abgasleitung 14 bekannter Art ist mit einem Brennstoffvergaser 18 versehen, von welchem eine Gasröhre 19 nach der Saugleitung führt, wo die Vergasung des Brennstoffes stattfindet. Eine Handregulier- stange 21 ist mit einer in der Saugleitung angeordneten Drosselklappe verbunden, um den Gaszufluss nach dem Motor von Hand regeln zu können.
Eine zweite Regulierstange 22 ist eben falls mit der Drosselklappe derart verbun den, dass die Drehung der Stange 21 stets von der Stange 22 abhängig ist. Wenn die Stange 212 auf "Offenstellung" gedreht ist, kann die Stange 21 von Hand gedreht wer den, um die Klappe zu drehen und den Gas zufluss zur Saugleitung zu regeln. Wenn jedoch die Stange 22 auf "Schliessstellung" gedreht wird, so schliesst sie die Klappe un abhängig von der Stange 21, um den Gas zufluss zum Motor unabhängig von der Handregulierstange 21 zu regeln. Die Stange 22 wird durch den nachstehend be schriebenen Regulator gedreht, während die Stange 21 durch einen nahe am Steuerrad des Traktors angeordneten Hebel gedreht werden kann.
Das vordere Ende des Motors 10 ist mit einer Platte 23 mit Ansatz 24 versehen, an welchem die Vorderachse befestigt und auf welchem der Kühler montiert ist. Der Motor ist. ferner mit einem von der Vorderplatte 23 eingeschlossenen Treibrad 25 für einen Zündmagnet und den Regulator versehen. Das Rad 25 treibt eine Welle 26, welche in einem Lager 27 des Motors 10 gelagert ist und eine Kupplung 28 für den Antrieb des Zündmagnetes für den Traktor trägt.
Mittelst eines Flansches 30 und Schrau ben 31 ist die Regulator-Antriebswelle 29 mit der Vorderseite des Rades 2;5 verbunden, welche Welle durch eine Öffnung in der Vorderplatte 23 reicht. Mittelst der Schrau ben 31 ist ferner eine schüsselförmige Schutzhaube 32 am Rad 2,5 befestigt, welche die Regulatorgewichte 35 teilweise ein schliesst. In der Schutzhaube $2 ist ein Paar Schöpfschaufeln 61 teilweise ausgepresst, welche bei der Drehung der Haube 01 zur Schmierung der arbeitenden Teile des Regu- lators aufschöpfen.
Die Welle 29 besitzt eine axiale Bohrung 33 am äussern Teil und ist nähe ihrem Ende von einem Stift 34 durchquert. Auf diesem Stift 34 ist ein Paar mit Augen 36 ver- sehener Regulatorgewichte 35 lose gelagert, von denen jedes eine Aussparung 37 besitzt, um zusammen das vollständige Umschliessen der Welle 29 zu ermöglichen.
Wenn das Rad 25 gedreht wird, werden auch die Welle 29, der Stift 34 und durch die Lappen 316 die Regulatorgewichte 35 ge dreht, welche durch die Zentrifugalkraft auswärtsschwingen. Eine in die Schutz haube 32 gedrückte Anschlagrippe 38 be grenzt die Auswärtsschwingung der Ge wichte 35 und verhindert ein Festhaften der letzteren an der Haube 3:2, wodurch ein Zurückdrehen der Gewichte in ihre geschlos sene Stellung verhindert würde.
Jedes Gewicht 35 ist von einem beid seitig vorstehenden Stift 39 durchsetzt. Diese Stifte sind hinter den Augen 3.6 und vor dem Schwerpunkt, das heisst näher der Drehachse jedes Gewichtes angeordnet, und die vorspringenden Enden der Stifte sind durch Federn 40 miteinander verbunden, um die Gewichte unter erheblicher Federspan nung in der geschlossenen Stellung zu halten.
Eine zweite geschlitzte Welle 41 ist in der Bohrung 33 der Welle 29 teleskopartig verschiebbar gelagert, wobei der Stift 314 auch den Schlitz 42 der Welle 41 durch setzt, so dass letztere in allen axialen Stel lungen von der Welle 29 in der Drehrich tung angetrieben wird.
Ein Bügel 43 ist als Übertragungsorgan auf dem vordern Ende der Welle 41 be festigt und drückt mit seinen Armen auf Warzen 44 an den Vorderflächen der Ge wichte 3)5. In einer Vertiefung im vordern Ende der Welle 41 ist eine Kugel 45 ge lagert, so dass Axialschübe der Welle 41 durch diese Kugel übertragen werden.
Ein Gehäuse 4,6 überdeckt die Öffnung in der Vorderplatte<B>23</B> und ist mittelst der Flansche 47 und Bolzen 48 an der Platte 23 befestigt. Eine Welle 49 ist im obern Teil des Gehäuses 46 gelagert und trägt mittelst eines Querstiftes 51 einen Winkelhebel 50, dessen einer Arm 52 auf die Kugel 45 drückt und dessen anderer Arm 53 unter dem Druck einer Feder 54 steht. Durch eine in das Gehäuse 46 geschraubte Schraube 55 mit Stellmutter 56 kann die Spannung der Feder 54 von aussen reguliert werden. Die Enden der Feder 54 sitzen in Tellern 57.
Ein Hebel 60 ist auf der Welle 49 ausserhalb des Gehäuses 46 befestigt und durch einen Lenker 518 mit einer Kurbel 59 auf dem vor- dern Ende der Regulierstange 22 für die Drosselklappe verbunden.
Die Wirkungsweise des beschriebenen Re- gulators ist folgende: Das Rad 25 wird mit Kurbelwellengeschwindigkeit vom Motor 10 gedreht, wodurch die Welle 28, die Gewichte 3'5, die Welle 41, der Bügel 43 und die Ku gel 45 gedreht werden. Die selbst in wir kungslosen Stellungen der Gewichte 35 un ter erheblicher Spannung stehenden Federn 40 ziehen die Gewichte entgegen der Zentri fugalkraft zusammen.
Wenn eine gewisse Drehgeschwindigkeit der Gewichte 35 er reicht ist, so überwindet die Zentrifugal kraft der Gewichte 35 den Widerstand der Federn 40, und die Gewichte schwingen aus wärts, wodurch der Bügel 43 und die Welle 41: vorwärts bewegt, der Winkelhebel 50, die Welle 49, der Hebel 60, die Kurbel 59 und die Regulierwelle 22; samt der Regulier- klappe gedreht werden.
Es ist ersichtlich, dass die Regulator gewichte bei allen Motorgeschwindigkeiten bis zu einer vorbestimmten Grenze in ihrer geschlossenen Stellung gehalten werden und dann bei einer sehr kleinen Geschwindig keitszunahme in ihre äusserste Stellung flie gen, um die Drosselklappe bei einer sehr kleinen, übermässigen Geschwindigkeit zu be tätigen. Dies ist von grosser Wichtigkeit, weil es unmöglich wäre, die Maximalkraft oder die volle Öffnung der Regulierklappe zu sichern, wenn der Traktor mit schwacher Übersetzung zieht.
Wenn sich die Regulatorgewichte 3,5 in ihre äussern Stellungen bewegen, werden die Federn 40 gedehnt und ihre Spannung er höht; doch wirkt dem eine proportional grössere Zentrifugalkraft in den Gewichten entgegen, welche durch das Kreisen mit grö sserer Geschwindigkeit infolge ihres grösseren Rotationsradius verursacht wird. Da die Stifte 39 gegenüber dem Schwerpunkt der Gewichte 35 näher der Drehachse derselben angeordnet sind, überwachen sie die Aus dehnung der Federn 40 so,
dass die durch den grösseren Rotationsradius in den Ge wichten hervorgebrachte Zentrifugalkraft etwas schneller zunimmt als die entgegen wirkende Kraft der Federn 40.
Beim beschriebenen Regulator ist der Mo tor imstande, bis zu einer gewissen Ge schwindigkeit bei ganz offener Drosselklappe zu arbeiten, um hierbei bei allen Geschwin digkeiten eine Maximalkraft zu entwickeln.
Durch Einstellung der den Druck der Feder 5:4 verändernden Schraube 5-5 kann der Regulator reguliert werden. Durch Nie derschrauben der Schraube 5,5 wird die Fe der 54 stärker zusammengedrückt und muss eine grössere Kraft durch die Kugel 45 auf den Arm 5,21 ausgeübt werden, um die Welle 49, zu betätigen. Diese Einstellvorrichtung ist sehr einfach und von der Aussenseite des Regulators in sehr bequemer Weise betätig- bar.
Unter den mehrfachen, sich aus der An wendung des beschriebenen Regulators er gebenden Vorteilen ist hervorzuheben, dass er an einem Motor bequem angebracht wer den kann und alle rotierenden Teile ein geschlossen sind. Ein weiterer Vorteil er gibt sich daraus, dass der Regulator auf sei ner Aussenseite durch einen Schrauben schlüssel leicht einstellbar ist.
Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus dem Wegfall einer Anzahl empfindlicher, bei Regulatoren gewöhnlich vorgesehener Teile. Die eine Einheit bildenden Organe: Welle 41, Bügel 43 und Kugel 45 stellen eine viel einfachere Verbindung zwischen den Regu- latorgewichten und der antreibenden Welle her, als bis anhin vorgesehen war. Ein wei terer Vorteil ergibt sich daraus, dass keine ro tierenden Lager, Hülsen, Joche oder andere, ständig gleitenden Teile. wie sie gewöhnlich bei Regulatoren vorkommen, vorhanden sind. Der Punktkontakt der Kugel 4.5 ist der ein zige ständig arbeitende Teil des Regulators.
Die Anschlagrippe 3,8, welche ein Festsitzen der Regulatorgewichte in ihren äussersten Stellungen an der Schutzhaube 32 verhindert, ist ein weiterer Vorteil gegenüber den be stehenden Regulatorkonstruktionen.
Die Ausbildung des Regulators kann auch eine andere sein als die dargestellte.