Vorrichtung zur verzerrungsfreien Verstärkung elektrischer Signale. Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur verzerrungsfreien Verstärkung elek trischer Signale und ist insbesondere ge eignet, als Verstärker in Radioempfangs apparaten oder in Ton- und Sprechfilmappa- raten verwendet zu werden.
Bei den Niederfrequenzverstärkern wird der der Verstärkerröhre Strom zuführende Stromkreis mit einem Transformator verbun den, der einen Eisenkern besitzt und dem ein Signalstrom von einer passenden Strom quelle zugeführt wird. Die Sekundärwick lung dieses Transformators besteht notwen digerweise aus einer grossen Zahl Windungen feinen Drahtes und bildet einen hohen Wider stand, der dem Gitter vorgeschaltet ist. Fliesst Strom im Gitterstromkreis, so ist ein Potentialabfall an der Sekundärwicklung des Transformators vorhanden. Ist das Gitter der Vakuumröhre negativ, so fliesst kein Strom im Gitterstromkreis.
Wenn jedoch das Gitter der Vakuumröhre positiv ist, so wird ein Teil der von der Kathode ausgesandten Elek tronen aufgenommen, und es fliesst Strom. Wenn kein Strom im Gitterstromkreis fliesst, so werden die Potentialänderungen am Gitter den Spannungsänderungen, die der Sekundär wicklung des Transformators aufgedrückt werden, genau proportional sein. Fliesst da gegen Strom im Gitterstromkreis, so werden die Potentialänderungen am Gitter nicht genau denen entsprechen, die dem Stromkreis aufgedrückt werden, weil der Widerstand der Sekundärwicklung des Transformators einen Potentialabfall zwischen dem Gitter und der Kathode bewirkt.
Da das Gitter ge wöhnlich auf dem Potential Null gehalten wird, wird die einlangende Signalwelle zu erst ein Schwingen des Gitterpotentials nach negativen und dann nach positiven Werten verursachen. Das Gitter wird den negativen Teil der Welle genau aufnehmen und im Anodenkreis der Röhre eine unverzerrte Ver stärkung hervorrufen. Der positive Teil der Welle wird einen Strom zwischen dem Gitter und der Kathode hervorrufen. Der Span nungsabfall ins der Sekundärwicklung des Transformators wird eine Übereinstimmung der Potentialänderungen mit den einlangen den Signalen jedoch verhindern.
Dadurch entsteht eine Verzerrung des verstärkten Stromes; der halbe Teil der Welle wird genau übertragen und der andere halbe Teil verzerrt, so dass die hervorgerufenen Signale verschwommen und undeutlich werden, ob wohl die Grösse der Röhre genügt, um unter geeigneten Bedingungen eine einwandfreie Verstärkung zu ermöglichen.
Um diesen Nachteil der Verstärkeranlage zu überwinden, wurde eine negative Vor spannung am Gitter der Vakuumröhre an gebracht. Diese Vorspannung wurde genü gend gross gewählt, um das Gitter immer negativ zu halten und die positiven Wellen des einlangenden Signals daran zu hindern, das Gitterpotential über den Nullpunkt hin auszuschwingen.
Der Gebrauch einer Gitter- vorspannung verhindert Verzerrung, hat aber einen andern grossen Nachteil. Es wird näm lich die Stärke des von der Röhre abgehen den Stromes so begrenzt, dass nicht nur die Röhre an der Hervorbringung einer mög lichst grossen Verstärkung gehindert wird, sondern dass auch Verzerrung eintritt, wenn eine Schwingung aussergewöhnlich grosser Amplitude dem Einführungsstromkreis auf gedrückt wird,
wenn zum Beispiel ein sehr lauter oder hoher Ton am Mikrophon oder an einer andern Aufnahmevorrichtung, die die Quelle der Signale bildet, auftritt.
Gemäss der Erfindung ist die Kathode eines ersten, Anode, Kathode und Gitter ent haltenden Elektrodensatzes mit dem Gitter eines zweiten ebensolohen Elektrodensatzes verbunden, so .dass die Endimpedanz des ersten Satzes zwischen seiner Kathode und dem negativen Pol der Anodenbatterie liegt und die Eingangsimpedanz des zweiten Satzes einen Teil der Endimpedanz des ersten Satzes bildet.
Der Eingangswiderstand des zweiten Elektrodensatzes liegt direkt zwischen der Kathode des ersten Elektroden- Satzes und dem negativen Ende der Anoden batterie. Auf diese Weise kann ein Strom kreis erhalten werden, der in Serie die Anodenbatterie, die Anode und die Kathode des ersten Elektrodensatzes, sowie das Gitter und die Kathode des zweiten Elektroden satzes umfasst, so dass das Gitter des zweiten Satzes gegenüber der Kathode positiv ge halten wird, wobei dieser Stromkreis durch das Gitter des ersten Satzes gesteuert wird,
so dass die diesem Gitter aufgedrückten Span nungsänderungen auf das Gitter des zweiten Elektrodensatzes übertragen und in dem zweiten Satz mit Bezug auf die Kathode kräftiger verstärkt werden. In die Verbin dung zwischen dem Gitter des ersten Elek- trodensatzes und der Kathode des zweiten Satzes wird zweckmässig die Sekundärseite eines Eingangstransformators geschaltet.
In der Zeichnung ist: Fig.1 eine beispielsweise Schaltskizze, die den Grundgedanken .der Erfindung zeigt, Fig.2 eine graphische Darstellung der Anoden-Strom-Charakteristik einer Verstär- kerröhre, Fig. 3 eine beispielsweise Schaltskizze, in welcher die verschiedenen Teile in einer ein zigen Mehrfachröhre angeordnet sind, Fig. 4 ein senkrechter Schnitt durch ein Ausführungsbeispiel einer gemäss der Erfin dung hergestellten Röhre,
Fig. 5 eine Draufsicht auf die in Fig. 4 gezeigte Röhre, Fig. 6, 7 und 8 senkrechte Schnitte durch andere Ausführungsformen der Röhre, Fig. 9 eine Skizze einer andern beispiels weisen Schaltung, und Fig.10 und 11 Skizzen eines Ausfüh rungsbeispiels einer Röhre, die vier Kontakt stifte besitzt.
In Fig. 1 ist ein Transformator 10, der den Signalstrom aufnimmt, gezeigt. Er be sitzt eine Primärwicklung 11, die mit der Signalquelle verbunden ist und eine Sekun därwicklung 12. Hinter den Röhren ist ein Ausgangstransformator 13 angeordnet, der eine Primärwicklung 14 und eine Sekundär wicklung 15 besitzt. Diese Transformatoren sind von bekannter Ausführung, wie sie in Verstärkungssystemen verwendet werden. Die Primärwicklung 14 des Transformators 13 ist an einem Ende direkt mit .der Anode 16 einer Verstärkungsröhre 17 verbunden, während das andere Ende der Primärwick lung 11: an die positive Seite der Batterie 18 angeschlossen ist. Die negative Seite die ser Batterie ist durch eine Leitung 19 mit der Kathode 20 der Röhre 17 verbunden.
Auch diese Anordnung weicht von den bei Verstärkungsröhren üblichen Schaltungen nicht ab. LTm eine verzerrungsfreie Verstär kung durch die Vakuumröhre 17 zu er reichen, wird eine Ausgleichsröhre 22 vor der Röhre 17 angeordnet. Diese Ausgleichs röhre kann dieselbe Konstruktion wie die Verstärkerröhre 17 besitzen. Sie enthält ein Gitter 23, welches mit der Sekundärwick lung 12 des Transformators 10 verbunden ist. Die Sekundärspule ist auf der andern Seite an die Leitung 19 angeschlossen und dadurch auch an die Kathode 20 der Ver- stärkerröhre 17 und an die negative Seite der Batterie 18.
Die Kathode 24 der Ausgleichsröhre wird direkt mit dem Gitter 21 der Verstärker röhre 17 durch eine Leitung 24' verbunden, während die Anode 25 mit einem Punkt posi tiven Potentials der Batterie 18 in Verbin dung steht. Ein Kondensator 26 ist zu der Batterie 18 in 1Zebenschluss geschaltet, und ein zweiter Nebenschlusskondensator 27 kann, wenn gewünscht, zwischen dem negativen Ende der Batterie und dem Verbindungs draht mit der Platte 2'5 der Röhre 22 an geordnet werden. Diese Kondensatoren dienen denselben Zwecken wie in .den bekannten Verstärkern.
Die Wirkungsweise dieser Anordnung ist folgendermassen: Die dem Transformator 10 mitgeteilten Signale rufen eine Veränderung des Potentials des Gitters 23 der Ausgleichs röhre 22 hervor. In .der Röhre 22 fliesst stän- dio, ein Raumladestrom, nämlich der Gitter strom der Röhre 17, der durch die Potential änderung des Gitters 23 in seinem Betrag geändert, aber nie unterbrochen wird. Die Kathode 20 wird stets negativ gegenüber dem Gitter 21 gehalten, da die Kathode 24, die direkt mit dem Gitter 21 verbunden ist, ein positives Potential gegenüber dem Gitter 23 annimmt.
Dies folgt daraus, dass in der Be ziehung i0 <I>-</I> K (e. + <I>D '</I> e")3" für die Röhre 22 ie gleich dem kleinen Gitterstrom der Röhre 17 ist, so dass P, für das Gitter 23 negativ wird.
Erhält das Gitter 23 der Röhre 22 durch einlangende Signale einen positiven Impuls, so wird die Kathode 24 gleichfalls positiver, und zwar auf Grund der Tatsache, dass prak tisch eg <I>= - D</I> # <I>en</I> ist. Da die Kathode direkt mit dem Gitter 21 verbunden ist, wird dieses gleichfalls stärker positiv.
Erhält anderseits das Gitter 23 einen negativen Impuls, so werden Kathode 24 und Gitter 21 negativer.
Der Strom zwischen .der Kathode und der Anöde in der Ausgleichsröhre 22 fliesst über die Anode 25 zur Batterie 18 und zurück über die Leitung 19 zur Kathode 20. Der Gitterstrom der Röhre 17 ist also nicht ge nötigt, sich über die sekundäre Transforma- torwicklung auszugleichen, wodurch die Ver stärkung verzerrt würde, sondern der Aus gleich findet über die Elektroden 24, 25 statt.
Da der Widerstand zwischen der Ka thode und der Anode der Ausgleichsröhre durch die Veränderungen am Gitter dieser Röhre beeinflusst wird, verursacht jeder Po tentialabfall über diesen Widerstand eine Veränderung am Gitter der Röhre 17, und zwar sind diese Veränderungen proportional den Spannungsänderungen am Gitter 23, was sich aus der bereits angeführten Be ziehung eg = - D # e. leicht ergibt.
Die praktischen Ergebnisse sind in Fig. 2 der Zeichnung veranschaulicht. Die Abbil dung zeigt die charakteristische Kurve für den Anodenstrom einer Vakuumröhre, in wel cher auf der horizontalen Linie die Gitter spannung aufgetragen ist und der Anoden strom auf der senkrechten Linie in Milli- ampere. Bis jetzt war es üblich, einen Punkt _4 auf der charakteristischen Kurve so zu wählen, dass die Gitterspannung negativ bleibt, um zu verhindern, dass die ein langende Signalwelle die Gitterspannung über den Nullpunkt und auf die positive Seite der Kurve bringt. Gewöhnlich schwingt in einer Röhre das Gitterpotential zwischen den Punkten B und C, wie auf der Kurve dargestellt ist.
Jede Schwingung des Gitter potentials über den Punkt C hinaus ver ursachte bisher eine Verzerrung des ver stärkten Stromes.
Die charakteristische Kurve ist eine Ge rade, auch über den Nullpunkt der Gitter- spannung hinaus, so dass .die Wirkung der Vakuumröhre beträchtlich grösser ist bezüg lich des das System verlassenden Stromes als es bis jetzt innerhalb der Grenzen B und C möglich war. Durch die Erfindung ist es möglich, den Mittelpunkt der Gitterpotential- schwingung anstatt bei A im Nullpunkt der Gitterspannung oder auf der positiven Seite, zum Beispiel bei A', anzunehmen. Dies ist möglich durch die Wirkung der Ausgleichs röhre.
Die Schwingung der Gitterspannung ist jetzt nicht auf die negative Seite der Kurve allein beschränkt, sondern sie kann frei nach beiden Seiten schwingen und dabei die Signale unverzerrt verstärken, wenn die Gitterspannung zwischen den Punkten B auf der negativen Seite und<B>C</B> auf der positiven Seite der ]Kurve schwingt.
Aus der Betrachtung der Kurve ist er sichtlich, dass die Stärke des das System ver lassenden Stromes der Röhre bedeutend ge steigert werden kann. Ebenso ist ersichtlich, dass jeder Potentialabfall im Gitterstrom kreis der Verstärkungsröhre, selbst wenn das Gitter dauernd positiv ist, sich mit den Ver änderungen des Gitterpotentials der Ver- stärkerröhre so ändert, dass keine Verzerrung in dem .das System verlassenden Stromkreis der Röhre eintritt.
Das positive Potential der Anode der Ausgleichsröhre wurde als geringer an gegeben als das Potential der Anode der Ver stärkungsröhre. Es wurde indes gefunden, dass dieses Potential selbst über das Potential der Verstärkungsröhre gesteigert werden kann mit einer gleichzeitigen Steigerung der Verstärkung des das System verlassenden Stromes.
In Fig.3 der Zeichnung ist nur eine Röhre 28 mit dem an sich bekannten Gitter 29, der Anode 30, der Kathode 31, der Hilfs kathode 32 und einem Hilfsgitter 33 ge zeigt. Das Hilfsgitter 33 ist direkt mit der Hilfskathode 32 verbunden und überwacht die Elektronenaussendung von der ]Kathode 31 zur Anode 30. Ein Heizfaden 34 ist zur Heizung der Kathode 32 vorgesehen und ebenso ein Heizfaden 35 zum Heizen der Ka thode 31. Diese Heizfäden können parallel oder in Serie angeordnet werden, ebenso kann ein einziger Heizfaden für beide ]Kathoden verwendet werden.
Zwei Drähte 36 führen von den Heiz- fäden aus der Röhre und sind mit der Sekundärwicklung 37 eines Transformators 38 verbunden. Die Primärwicklung 39 des selben ist mit einer Wechselstromquelle ver bunden. Das Gitter 29 ist durch einen Draht 40 mit der Sekundärwicklung des den Strom einführenden Transformators 42 auf übliche Weise verbunden. Die Anode 30 ist durch einen Draht 43 mit der Primärwicklung 44 des Ausgangstransformators 45 verbunden.
Das zweite Ende der Sekundärwicklung 41 des Transformators 42 ist über einen Draht 41a mit der negativen Seite der Batterie 46 in Verbindung, während die positive Seite der Batterie mit dem zweiten Ende der Pri märwicklung 44 des Transformators 45 ver bunden ist. Ein weiterer Draht 47 verbindet die ]Kathode 31 mit dem Draht 41a, der zur negativen Seite der Batterie 46 führt und den Kondensator 48, der über die Batterie auf bekannte Weise geschaltet ist. Die Wir kung der Vorrichtung ist die gleiche wie bei der Anordnung in Fig. 1.
In den Fig. 4 und 5 ist ein Ausführungs beispiel der Anbringung der verschiedenen Einzelteile in der Röhre gezeigt. Eine Anode 49, die der Anode 30 der Fig. 3 entspricht, besteht aus einer flachen Röhre aus Nickel blech oder aus anderem Metall. In dieser Röhre befinden sich die andern Teile. Ein Gitter 50, das dem Gitter 29 der Fig. 3 ent spricht, besteht aus einem Molybdän- oder einem andern geeigneten Draht, der schrau benförmig innerhalb der Anode angeordnet ist, sich in dieser Röhre der Länge nach er streckt und von deren Wänden um geringes absteht.
In dem Gitter 50 befindet sich die Kathode 51, die aus einem Nickelzylinder oder ähnlichem, geeignetem Metall hergestellt und mit Elektronen aussendendem Stoff überzogen ist. Ein Draht 52 verbindet das zweite Gitter 53 mit dieser Kathode. Das Gitter 53 ist parallel zum Gitter 50 angeord net und besteht aus einem gleichen, schrau benförmig gewundenen Draht. Innerhalb des Gitters 53 befindet sich die Kathode 54 von gleicher Ausführung wie die Kathode 51.
Die Kathoden -51 und 54 werden auf ge eignete Weise geheizt. Im Ausführungsbei- spiel sind zwei Stäbchen 55, 56 aus Isolier material innerhalb der Kathoden 51 bezw. 54 gezeigt. Jedes dieser Stäbchen besitzt eine Bohrung. die sich der Länge nach in der Mitte des Stäbchens erstreckt, durch welche der Faden 57 geführt ist. Ein Sockel 58 unterstützt die Teile der Röhre auf ge eignete Weise. Die elektrischen Verbin dungen können zum Beispiel in den Sockel eingesieglt werden. Die Anode 49 ist durch die Leitung 59, das Gitter 50 durch die Lei tung 60, die Kathode 54 durch die Leitung 61 mit dem Sockel verbunden.
Die beiden Enden des Fadens 57 sind auch in dem Sockel 58 eingesiegelt. Dadurch entstehen fünf Kontakte, so .dass die Röhre an Stelle einer mit fünf Endkontakten versehenen, be kannten Röhre gesetzt werden kann. Die Wirkungsweise der Röhre ist die gleiche wie bei der Röhre nach Fig. 3.
In Fig. 6 umgibt die zylindrische Anode 62 ein Paar schraubenförmig gewundene Gitter 63 und 64, die in der Röhre hinter einander angeordnet sind, das heisst sie liegen in derselben Achse, sind aber räumlich von einander getrennt.
Das Gitter 63 entspricht dem Gitter 29 der Fig. 3 und ist mit dem Aussenstromkreis durch eine Leitung 65 ver- bunden. Innerhalb der Gitter 63 und 64 be finden sich die Kathoden 66 bezw. 67, dio ungefähr gleich lang sind wie die zu gehörigen Gitter. Die Kathode 66 entspricht der Kathode 32 der Fig. 3 und ist mit dem Gitter 64 durch eine Leitung 68, wie ge zeigt, verbunden. Die Kathode 67 ist mit dem Aussenstromkreis durch den Draht 69 verbunden.
Ebenso verbindet ein Draht 70 die Anode 62 mit dem Aussenstromkreis.
Um die Kathoden 66 und 67 zu heizen, ist. ein Isolierstab 71, der durch die beiden Kathoden geht, längsweise angeordnet und besitzt ein Paar axiale Bohrungen. Einhaar- nadelförmiger Faden 72, dessen einer Seiten teil sich durch eine Bohrung und dessen an derer Seitenteil sieh durch die zweite Boh rung des Isolierstabes erstreckt, ist an den Enden jedes dieser Seitenteile mit dem Aussenstromkreis durch Leitungen 73 verbun den. Die Wirkungsweise der Konstruktion ist die gleiche wie in Fig. 3.
In Fig. 7 ist eine geänderte Ausführungs form gezeigt. Die Kathode 74, aus einer Nickelröhre hergestellt, entspricht der Ka thode 32 der Fig. 3 und ist von einer schrau benförmigen Windung 75, die das Gitter, entsprechend dem Gitter 29 der Fig. 3, dar stellt. Um das Gitter herum ist die Anode 76 angeordnet, vorzugsweise in Form einer Röhre, und entspricht der Anode 30 der Fig. 3. Eine zweite Anode 77, die einen be trächtlich grösseren Durchmesser besitzt als die Anode<B>76,</B> ist um die letztere herum an geordnet und elektrisch mit ihr durch die Leitung 78 verbunden.
Dadurch werden die beiden zylindrischen Anoden 76 und 77 zu einer einzigen Anode gemacht. Zwischen den beiden Anoden befindet sich eine Mehrzahl Kathoden 79, von denen jede von einem Gitter 80 umgeben ist. Diese Kathoden ent sprechen der Kathode 31 der Fig.3. Alle Gitter 80 sind mit .der Kathode 74 durch Drähte 82 verbunden, welche Gitter dem Gitter 33 der Fig. 3 entsprechen.
Um die Kathoden 74 und 79 zu heizen, sind Isolierröhren vorgesehen, durch welche sich die haarnadelförmigen Fäden, wie in Be- sprechung der Fig. 6 erläutert, erstrecken. Diese Fäden sind parallel oder in Reihe ge schaltet. Eine beliebige Anzahl Kathoden 79 und Gitter 80 kann verwendet werden. In der Figur sind sechs als bevorzugte Anzahl gezeigt. Die Wirkungsweise der Röhre ist -wieder die gleiche wie in den vorher be- spröchenen Ausführungsformen.
In Fig. 8 ist eine weitere Ausführungs form der Erfindung gezeigt. Eine zylin drische Kathode 88 mit geeignetem Heiz- mittel, wie zum Beispiel dem Faden 84, ist von einem schraubenförmig gewundenen Draht 85 umgeben. Dieser Draht stellt die Kathode und das Gitter entsprechend der Ka thode 32 und dem Gitter 33 der Fig. 3 dar. Um die Windung 85 ist eine weitere schrau benförmige Windung 86, die das Gitter ent sprechend dem Gitter 29 der Fig. 3 darstellt, angeordnet. Eine zylindrische Anode 87 um gibt das Gitter 86.
In diesem Fall erhält die Elektrode 85, die gleichzeitig als Ka thode und Gitter wirkt, genug Hitze von der ersten Kathode 83, so dass sie Elektronen aussendet, die dieselbe Wirkung hervorrufen, wie in den bereits beschriebenen Ausfüh rungen. Die Elektrode 85 ist vorzugsweise mit einem bei niedrigerer Temperatur Elek tronen aussendenden Material versehen, als es bis jetzt üblich war, da es von der Hitze der ersten Kathode 83 abhängig ist und des halb auf einer niedrigeren Temperatur ver bleibt als die Kathode 83. Da sie von einer Hülle umgeben ist, die bei niedrigeren Tem peraturen aktiv ist, wird sie ähnlich wirken, wie die Kathode 32 der Fig. 3. Als Material für die Hülle wird vorzugsweise Zäsium verwendet.
Das Netz des kombinierten Gitters und der Kathode ist vorzugsweise viel feiner als das I'Tetz des äussern Gitters, so dass die Ver stärkungskonstante des äussern Gitters ge ringer ist als die des innern.
Eine positive Vorspannung am Einfüh rungsgitter kann bei Röhren entsprechend der Erfindung von Vorteil sein. Da das Gitter 23 im Einführungsstromkreis ständig negativ gegenüber der Kathode 24 ist, wird die positive Vorspannung einem Teil der negativen Vorspannung, die sich sehon dort befindet, entgegenarbeiten, und das Gitter wirkt über den geraden Teil der Röhren Charakteristik.
Eine solche Gittervorspan- nung kann mit Hilfe eines Widerstandes 89, wie in Fig. 9 dargestellt ist, erzeugt werden, oder es kann eine Batterie in die Transfor- mator-Kathodenleitung eingeschaltet werden, wobei ihre positive Seite mit dem Gitter 29 verbunden ist.
Die Röhre kann auch auf einem Sockel mit vier Anschlusskontaktstiften montiert werden, wobei die Kathode 31 direkt mit einem Punkt des Heizstromkreises verbunden wird, wie dies in Fig. 10 angedeutet ist. Die Schaltung kann auch nach Fig. 11 so vor genommen werden, dass die Kathode 31 mit dem Mittelpunkt eines Widerstandes 90, der die Heizfäden verbindet und im Sockel an geordnet- ist, verbunden wird. Diese Kon struktion hat -den Vorteil, dass kein Anoden strom durch den Heizfaden fliesst und daher der Heizfaden nicht übermässig beansprucht werden kann.
Röhren der beschriebenen Art besitzen einen sehr starken Ausgangsstrom, weil die Impedanz des Ausgangsstromkreises sehr ge ring ist und eine sehr hohe Verstärkungs konstante kann, ohne .die Impedanz wesent lich zu vergrössern, benutzt werden. Die Wir kung der Röhre ist durch die hohe Tempera tur der Anode wegen des hohen Anoden stromes begrenzt. Dies wird jedoch durch Steigerung der Verstärkungskonstante und dadurch, dass der Anodenstrom mit grosser Amplitude schwingt, wieder ausgeglichen.
Während die beschriebenen Röhren in Verbindung mit einer Wechselstromquelle für die Heizenergie gezeigt wurden, wird die Röhre ebenso gut arbeiten, wenn irgend welche andere Heizmittel für die Kathode verwendet werden. Die Röhre kann für Ver stärkungen entweder in Radio- oder Audion- Frequenzströmen verwendet werden, und auch als Oszillator, Modulator oder Detektor.
Die auf diese Weise hergestellte Elek tronenröhre besitzt vier oder fünf End- kontakte, so dass sie an Stelle der bekannten Wechselstromröhren gesetzt werden kann. Da es nicht notwendig ist, die Schwingung des Gitterpotentials im Einfülhrungsstrom- kreis zu begrenzen, wird eine besonders grosse Verstärkung erzielt.