CH189868A - Verfahren zur Herstellung einer beständigen organischen Ferroverbindung. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer beständigen organischen Ferroverbindung.

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  Verfahren zur Herstellung einer beständigen organischen     Ferroverbindung.       Die überwiegende Zahl von Eisenverbin  dungen, die das Eisen in zweiwertiger Form  enthalten, sind leicht     ogydabel,    so dass durch  die Einwirkung von Luft allmählich eine  Umwandlung in die entsprechende Eisenver  bindung mit dreiwertigem Eisen eintritt. Da  in zahlreichen Fällen, insbesondere dann,  wenn die betreffende Eisenverbindung zu  pharmakologischen Zwecken verwendet wird,  diese Umwandlung der     Ferroverbindung    in  eine     Ferriverbindung    unerwünscht ist, hat es  grosse Bedeutung, eine beständige     Ferrover-          bindung    herzustellen.

   Zu berücksichtigen ist  aber, dass in dieser Verbindung das Eisen in  einer solchen Form vorliegen muss, dass es  seine pharmakologische Wirksamkeit entfal  ten kann.  



  Erfindungsgemäss wird eine beständige  organische     Ferroverbindung    dadurch herge  stellt, dass man Ascorbinsäure mit einem     Ferro-          salz    umsetzt und das Reaktionsgemisch auf  neutrale oder schwach saure Reaktion bringt.  



  Beim vorliegenden Verfahren wird zum  Beispiel im Vergleich mit dem bekannten    analytischen Nachweis der Ascorbinsäure  durch     Ferrosalze    eine neutrale bis schwach  saure Lösung und nicht eine alkalische Lö  sung der Ascorbinsäure verwandt.  



  In Ausführung des erfindungsgemässen  Verfahrens kann ein beliebiges     Ferrosalz,     z. B.     Ferrosulfat,    Verwendung finden. Nach  erfolgter Umsetzung engt man die Lösung  zweckmässig ein, vorzugsweise bei mässiger  Temperatur im Vakuum. Die sich hierbei  abscheidende farblose oder schwach gefärbte  beständige     Ferroverbindung    kann durch Ab  saugen, vorsichtiges Nachwaschen und Trock  nen, z. B. zwischen Filterpapier, von der  Mutterlauge befreit und in trockene Form  gebracht werden.  



  Das erforderliche     Ferrosalz    kann aus  einem     Ferrisalz    und einem Reduktionsmittel  bei Gegenwart der Ascorbinsäure hergestellt  werden. Als Reduktionsmittel kann hierbei  auch ein Überschuss an Ascorbinsäure dienen.  



  Das     Ferroascorbinat    enthält das zwei  wertige Eisen in ionisierter Form; es lässt      sich durch Oxydationsmittel zu der entspre  chenden     Ferriverbindung    oxydieren; in alka  lischer Lösung erfährt das     Ferroascorbinat     eine Umwandlung in eine stark gefärbte  Verbindung. In festem Zustand und in neu  traler und schwach saurer Lösung ist das       Ferroascorbinat    völlig gegen Luft beständig.  Es zeigt eine pharmakologische Wirksam  keit. Hauptsächlich eignet sich das     Ferro-          ascorbinat    zur Bekämpfung von     Anaemien     aller Art.  



  <I>Beispiel 1:</I>  100g Ascorbinsäure werden in Wasser  gelöst und mit einer frisch hergestellten Lö  sung, welche 70 g     Ferrochlorid    enthält, ver  setzt. Die grüne Färbung der     Ferrochlorid-          lösung    verschwindet vollständig. Hierauf wird  durch allmähliches Zugeben von Natrium       bicarbonat    die freigewordene Salzsäure ab  gestumpft. Die     Bicarbonatmenge    wird so be  messen, dass schliesslich eine Lösung von  dem     pH    6.,0, also eine schwach saure Lösung,  resultiert. Es sind hierzu ca. 90 g     Bicarbonat     nötig. Die Lösung wird im Wasserbad unter  Anwendung von Vakuum zur Trockne ver  dampft.

   Man erhält ein Gemisch der ge  wünschten stabilen     Ferroverbindung    der As  corbinsäure mit     Natriumchlorid.    Durch Um  kristallisierung kann das     Natriumchlorid    ent  fernt werden, was aber für die     terapeutische     Anwendung nicht unbedingt notwendig ist.  <I>Beispiel 2:</I>  92 g     Ferrichlorid    werden in 300     cm3     Wasser gelöst und allmählich 30 g     Natrium-          bisulfit    zugegeben.

   Zu dieser sauer reagie  renden Lösung, die infolge der reduzierenden  Wirkung des     Natriumbisulfites    das Eisen als       Ferrochlorid    enthält, gibt man 100 g kristal  lisierte Ascorbinsäure. Es werden hierauf  ca. 160 g     Bariumhydroxyd    als gesättigte  Lösung zugefügt und das entstandene Barium  sulfat     abfiltriert.    Beim richtigen Bemessen  des     Bariumhydroxyd    ist das Filtrat frei, so  wohl von Schwefelsäure, als von Barium.

   Das  farblose Filtrat, welches     Ferroascorbinsäure     und freie Salzsäure enthält, wird im Vakuum  zur Trockne gebracht, wobei schliesslich die    ganze Salzsäure übergeht und also die Lö  sung immer schwächer sauer wird; schliess  lich bleibt das reine     Ferroascorbinat    zurück.  Ausbeute: 130 g     Fe0sHs0c.     



  <I>Beispiel 3:</I>  100 g Ascorbinsäure werden in Wasser  gelöst und 100 g kristallisiertes     Ferrichlorid     mit 6 Molekülen Kristallwasser zugegeben.  Nach vollständiger Auflösung des     Ferrichlo-          rids    resultiert eine farblose Lösung, welche  das gesamte Eisen in der zweiwertigen Form  enthält, da der Überschuss an Ascorbinsäure  das gesamte Eisen zu reduzieren imstande  war. Das     Ferro-Ion    geht mit der noch vor  handenen Ascorbinsäure in die farblose sta  bile     Ferroverbindung    über.

   Durch Zufügen  von ca. 80 g     Bicarbonat    wird die über  schüssige Salzsäure abgestumpft und die Lö  sung auf ein     pH    von etwa 6,0, also eine  schwach saure Lösung, gebracht. Im übrigen  wird wie bei Beispiel 1 verfahren.  



  Der Nachweis der pharmakologischen Wir  kung des     Ferroascorbinats    wurde an Ratten  durchgeführt, die durch Ernährung mit eisen  freier Nahrung     anaemisch    gemacht worden  waren. Wenn diesen Ratten Eisenverbindun  gen gegeben wurden, so erfolgte allmählich  ein Verschwinden der     anaemischen    Erschei  nungen.

   Unter Zugrundelegung der gleichen  Eisenmenge wirkt das     Ferroascorbinat    we  sentlich schneller und vollständiger in bezug  auf die Beseitigung der     anaemischen    Er  scheinungen als die Vergleichsprodukte, näm  lich     Ferrum        reductum    und     Ferrum        oxydatum          saccharatum.    -

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung einer bestän digen, fast weissen, ein Arzneimittel darstel lenden organischen Ferroverbindung, dadurch gekennzeichnet, dass man Ascorbinsäure mit einem Ferrosalz umsetzt und das Reaktions gemisch auf neutrale oder schwach saure Reaktion bringt.
CH189868D 1935-02-06 1936-01-17 Verfahren zur Herstellung einer beständigen organischen Ferroverbindung. CH189868A (de)

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