DE1000385C2 - Verfahren zur Herstellung von Melamin - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von MelaminInfo
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- DE1000385C2 DE1000385C2 DE1954B0033819 DEB0033819A DE1000385C2 DE 1000385 C2 DE1000385 C2 DE 1000385C2 DE 1954B0033819 DE1954B0033819 DE 1954B0033819 DE B0033819 A DEB0033819 A DE B0033819A DE 1000385 C2 DE1000385 C2 DE 1000385C2
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07D—HETEROCYCLIC COMPOUNDS
- C07D251/00—Heterocyclic compounds containing 1,3,5-triazine rings
- C07D251/02—Heterocyclic compounds containing 1,3,5-triazine rings not condensed with other rings
- C07D251/12—Heterocyclic compounds containing 1,3,5-triazine rings not condensed with other rings having three double bonds between ring members or between ring members and non-ring members
- C07D251/26—Heterocyclic compounds containing 1,3,5-triazine rings not condensed with other rings having three double bonds between ring members or between ring members and non-ring members with only hetero atoms directly attached to ring carbon atoms
- C07D251/40—Nitrogen atoms
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
BEKANNTMACHUNG
DER ANMELDUNG
UND AUSGABE DER
AUSLEGESCHRIFT:
AUSGABE DER
PATENTSCHRIFT:
kl. 12 ρ 10
INTERNAT. KL. C 07 d 20.DEZEMBER1954
10. JANUAR 1957 27. JUNI 1957
stimmt Oberein mit auslegeschrift
1 000 385 (B 33819 IV b /12 p)
Es ist bekannt, Melamin aus Harnstoff, Ammoncyanat, Biuret, Cyanursäure, Ammelid, Ammelin oder
Guanylharnstoff durch Erhitzen dieser Verbindungen in Gegenwart von Ammoniak auf vorzugsweise mindestens
3000 herzustellen. Das in reichlichen Mengen bei der Auswaschung von Blausäure aus Koksofengasen
mittels Ammoniumpolysulfidlauge anfallende Ammoniumrhodanid ergibt nach diesem Verfahren
nur wenig Melamin. Gleichwohl wäre ein Verfahren, nach welchem Melamin aus Ammonrhodanid in gröfieren
Mengen erhalten würde, außerordentlich wertvoll, da der Anfall an Rhodanammonium ständig
steigt und daher neue Verwendungsmöglichkeiten für dieses Salz gefunden werden müssen.
Es zeigte sich nun, daß man in der Tat aus Rhodanammonium lohnende Mengen an Melamin erhalten
kann, wenn man das Rhodanammonium im geschlossenen Gefäß unter Abblasen der gasförmigen Zersetzungsprodukte
auf etwa 200 bis 350° erhitzt, bis die entweichenden Gase praktisch keine Schwefelverbindungen
mehr enthalten, und anschließend das Reaktionsprodukt nach Zugabe von überschüssigem Ammoniak
auf 350 bis 450° erhitzt.
Das in der ersten Stufe erhaltene Reaktionsprodukt ist ein mannigfaltig zusammengesetztes Gemisch aus
Melon [C2NH3L, Meiern (C6H6N10) und Melam
(C6H9N11), Guanidinrhodariid und anderen wenig erforschten
Verbindungen, während Melamin in diesem Zwischenprodukt noch nicht enthalten ist. Der Anteil
an Güanidinrhodänid ist um so kleiner, je weiter die
Erhitzungstemperatur der ersten Stufe über die untere Temperaturgrenze ansteigt. Es zeigte sich nun,
daß ein größerer Anteil an Güanidinrhodänid sich unvorteilhaft
auf das Endprodukt auswirkt, da dann im zweiten Arbeitsgang Schwefelkohlenstoff abgespalten
wird und dieser die Aufarbeitung des Rohmelamins· erschwert. Es ist daher zweckmäßig, die Bildung von
Güanidinrhodänid zu unterdrücken.
Tatsächlich kann man nun, wie weiter gefunden wurde, die Bildung von Güanidinrhodänid weitgehend
vermeiden, indem man das Erhitzen der ersten Stufe möglichst rasch betreibt und die Temperatur auf mindestens
über 2500 ansteigen läßt. Diese Ausführungsform der ersten Verfahrensstufe ist daher besonders
vorteilhaft, denn man erhält dann ein Stoffgemisch, welches praktisch frei von Schwefelverbindungen ist
und sich zu einem bereits verhältnismäßig reinen Rohmelamin weiter verarbeiten läßt.
Die Temperatur, auf die das Rhodanammonium zu-;
nächst erhitzt werden muß, liegt demnach Vorzugsweise bei etwa 3000. Man kann sich auch mit einer
Erhitzungstemperatur von 2000 begnügen, benötigt dann aber eine Erhitzungsdauer von mehreren Stunden.
Sie läßt sich durch eine Steigerung der Tempe-Verfahren
zur Herstellung von Melamin
Patentiert für: ■
Bergwerksverband zur Verwertung von
Schutzrechten der Kohlentechnik G.m.b.H.,
Dortmund-Eving
Dr. Otto Grosskinsky, Dortmund-Kirchhörde,
und Dr. Walter Klempt, Dortmund-Eving,
sind als Erfinder genannt worden
ratur auf 300 bis 350° erheblich verkürzen. Bei 4000
beträgt die Erhitzungsdauer nur noch etwa 10 bis 30 Minuten, dann treten allerdings merkliche Veränderungen
im Zwischenprodukt auf, was eine Abnahme der Melaminausbeute bei der nachfolgenden
Ammoniakbehandlung zur Folge hat.
Während des Erhitzens im geschlossenen Gefäß steigt zufolge der Gasentwicklung der Druck sehr
rasch an. Man läßt daher ständig Gas ab, so daß im Autoklav nur ein geringer Überdruck gehalten wird. Drücke
von 5 bis 10 atü sind hierbei zweckmäßig, höhere Drücke durchaus zulässig, dagegen zu niedrige
Drücke weniger angebracht, da dann die Ausbeute an Zwischenprodukt nachläßt.
Besonders gute Melaminausbeuten werden bei einstündigem Erhitzen auf 3000 bei etwa 10 atü und anschließendem
Erhitzen in Gegenwart von überschüssigem Ammoniak auf 4000 erzielt.
Die Umsetzung des Zwischenproduktes zu Melamin findet bereits bei etwa 3500 statt, jedoch mit sehr geringer
Geschwindigkeit. Bei Temperaturen oberhalb 4000 beginnt eine langsame Zersetzung des entstandenen
Melamins. Man kann aber die Temperatur unbedenklich ohne einen größeren Ausbeuterückgang bis
auf 4500 steigern, da bei entsprechend kürzerer Reaktionsdauer
die Zersetzung noch nicht ins Gewicht fällt.
Für die Reaktion in der zweiten Stufe ist ein möglichst großer Ammoniaküberschuß von Vorteil, da von
ausreichend anwesendem Ammoniak die Melaminausbeute abhängt. Es zeigte sich, daß höchste Ausbeuten
mit Sicherheit immer dann erreicht werden, wenn mit wenigstens 3 Mol Ammoniak auf 1 Mol
Ausgangsprodukt gerechnet wird, dennoch ist der Verbrauch an Ammoniak sehr gering. Das unverbrauchte
Ammoniak wird daher zweckmäßigerweise zurückgewonnen.
Das bei der Reaktion entstehende Rohmelamin wird aus Wasser umkristallisiert und liefert reines Melamin.
Die im Rohmelamin enthaltenen Verunreinigungen, die aus schon teilweise aminierten Zwischenprodukten
bestehen, lassen sich ebenfalls mit Ammoniak unterdruck unter den Bedingungen der zweiten
Verfahrensstufe zu Melamin umsetzen.
Wird in der bekannten Weise Rhodanammonium von Anfang an zusammen mit Ammoniak in einem
Autoklav erhitzt, so werden, falls Temperaturen von etwa 3500 nicht wesentlich überschritten werden, aus
100 Teilen Rhodanammonium nur 9 Teile Melamin gebildet; erhitzt man hingegen auf über 4000, so erhält
man überhaupt kein Melamin, sondern 12 Teile eines oberhalb 3650 schmelzenden Stoffes. Demgegenüber
erzielt das vorstehende 2-Stufen-Verfahren die beträchtliche Ausbeute von etwa 32% Melamin.
76 Gewichtsteile Rhodanammonium werden im Autoklav - unter langsamem Abblasen der sich entwickelnden
Gase 2 Stunden auf 3000 erhitzt. Danach werden 140 Teile Ammoniak zugesetzt, und die Temperatur
wird auf 400° gesteigert. Nach etwa 1 Stunde erhält man 28 Gewichtsteile Rohmelamin, aus denen
man durch Umkristallisieren 24,7 Gewichtsteile reines Melamin gewinnt.
Claims (4)
- Patentansprüche:i. Verfahren zur Herstellung von Melamin aus Rhodanammonium und Ammoniak, dadurch gekennzeichnet, daß man Rhodanammonium im geschlossenen Gefäß unter Abblasen der gasförmigen Zersetzungsprodukte auf 200 bis 350° erhitzt, bis das sich entwickelnde Gas praktisch keine Schwefelverbindungen mehr enthält, und anschließend das Reaktionsprodukt nach Zugabe von überschüssigem Ammoniak auf 350 bis 4500 erhitzt.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Temperatur der ersten Stufe möglichst rasch auf über 2500 steigert.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man den Ammoniakzusatz auf mindestens 3 Mol Ammoniak je Mol Ammonrhodanid bemißt.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die das Rohmelamin verunreinigenden Salze erneut mit überschüssigem Ammoniak auf 350 bis 4500 erhitzt. 1In Betracht gezogene Druckschriften:
Schweizerische Patentschrift Nr. 200664;
USA.-Patentschrift Nr. 2 561 390;
deutsche Patentschrift Nr. 863 047.& 609 740/407 12.56(709 563/292 6. 57)
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1954B0033819 DE1000385C2 (de) | 1954-12-20 | 1954-12-20 | Verfahren zur Herstellung von Melamin |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1954B0033819 DE1000385C2 (de) | 1954-12-20 | 1954-12-20 | Verfahren zur Herstellung von Melamin |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1000385B DE1000385B (de) | 1957-01-10 |
| DE1000385C2 true DE1000385C2 (de) | 1957-06-27 |
Family
ID=6964138
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1954B0033819 Expired DE1000385C2 (de) | 1954-12-20 | 1954-12-20 | Verfahren zur Herstellung von Melamin |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1000385C2 (de) |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CH200664A (de) * | 1937-09-03 | 1938-10-31 | Chem Ind Basel | Verfahren zur Gewinnung von Melamin. |
| US2561390A (en) * | 1951-07-24 | Method of producing melamine |
Family Cites Families (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE863047C (de) * | 1951-10-30 | 1953-01-15 | Bergwerksverband Zur Verwertun | Verfahren zur Herstellung von Guanidinrhodanid |
-
1954
- 1954-12-20 DE DE1954B0033819 patent/DE1000385C2/de not_active Expired
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2561390A (en) * | 1951-07-24 | Method of producing melamine | ||
| CH200664A (de) * | 1937-09-03 | 1938-10-31 | Chem Ind Basel | Verfahren zur Gewinnung von Melamin. |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE1000385B (de) | 1957-01-10 |
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