CH212858A - Verfahren zur Reinigung von Melamin. - Google Patents

Verfahren zur Reinigung von Melamin.

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CH212858A
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Gesellschaft Fuer Chemis Basel
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Chem Ind Basel
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  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
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Description


  Verfahren zur Reinigung von     Melamin.       Das nach den üblichen technischen Ver  fahren hergestellte     Melamin    fällt nicht in  chemisch reiner Form an; zum Beispiel ist  das bei der Herstellung aus     Dicyandiamid     und Ammoniak im     Autoklaven    anfallende       Rohmelamin,    trotzdem es einen Gehalt von       etwa        97%        Reinmelamin        aufweist,        hellgrau     bis graubraun gefärbt und gibt mit Formal  dehyd mehr oder weniger     bräunlichgelb    ge  färbte Kondensationslösungen,

   die trotz     Ver-          w        endung    von     Entfärbungsmitteln    für manche  Zwecke nicht geeignet sind. Es wurde des  halb ein einfaches Reinigungsverfahren für       Rohmelamin    und andere     melaminhaltige    Roh  stoffe gesucht, das erlaubt, praktisch reines       Afelamin    in technischem     Massstabe    herzu  stellen.  



  Als bekannte Reinigungsmethode kommt  vor allem die Kristallisation in Frage. Schon  Liebig (Annalen der     Pbarmacie    10, 19     [1834])     schreibt, dass     Melamin    in kaltem     Wasser     schwer, in kochendem leichter löslich ist. Es  ist tatsächlich möglich, besonders unter Zu-         hilfenahme    von     Entfärbungskohle,    ein Pro  dukt zu erhalten, das hellere bis praktisch  farblose Kondensationslösungen ergibt. Nach  teilig sind die grossen Wassermengen, die  bei der Umkristallisation grösserer Mengen       Rohmelamins    nötig sind.  



  Als weitere Reinigungsmethode ist die  Sublimation zu erwähnen.     Drechsel    (Journal  für     prakt.    Chemie 13, 332     [1876])    sagt     dies-          bezügl.,    dass     Melamin    in prächtigen kleinen  Kristallen unverändert sublimiert, wenn es  erhitzt wird, aber dabei nicht zum Schmelzen  kommt. So konnte     Drechsel    über ein Gramm       Melamin    ohne Zersetzung im     Wasserstoffstrom     mit Hinterlassung einer Spur eines     kohligen     Rückstandes sublimieren.

   Bei der Nachprüfung  hat es sich gezeigt, dass die obigen Angaben  für kleine Mengen, wie sie     Drechsel    verwen  det hat, zutreffen. Verwendet man dagegen  grössere Mengen, so tritt infolge zu langer  Einwirkung der Wärme auf einen Teil des       Melamins    Zersetzung ein und die Ausbeute  an sublimiertem     Melamin    sinkt unter     500/0.         Wird     Rohmelamin    in dünner Schicht auf  Temperaturen, die unter seinem Schmelz  punkt liegen, zum Beispiel auf     300-3401'    C  erhitzt so tritt langsames     Abrauchen    ein  und es bleibt als Rückstand ein lockeres,       voluminöses    Pulver.  



  Etwas günstiger     gestaltet    sich die Subli  mation im Vakuum, besonders wenn kleinere  Mengen verwendet werden- die     Sublimation     verläuft aber auch hier     langsaui,    was     %er-          setzung    eines Teils des     Melamins,    infolge zu  langer Erhitzung, verursacht, wodurch die  Ausbeute stark herabgesetzt wird, so     dafi     die Herstellung grösserer Mengen auf diese  Weise nicht in Frage kommt.  



  Das Verhalten des     Melamiris    oberhalb  seines Schmelzpunktes ist noch nicht genauer  beschrieben worden. Liebig erwähnt an der  oben angeführten Stelle: "In der     Wärme          verknistern    die     Kristalle    und schmelzen     zri          einer    durchsichtigen Flüssigkeit, die beim  Erkalten kristallinisch erstarrt.

   Bei     stiirkerer     Hitze zieht sich die     geschmolzene    Substanz  au den Wänden der Röhre herauf,     obrie    zu  sublimieren; wenn ein Teil davon auf eine  glühende Stelle des Glases herabfliesst, so  wird es zersetzt, es entwickelt sich Ammo  niak und es bleibt ein zitronengelber Rück  stand, der beim     Glühen,    indem er völlig  verschwindet, Cyan und Stickgas liefert\.

         Drechsel    bestätigt in der bereits angegebenen  Literaturstelle die Angaben Liebigs.     Osti-o-          govich        (Gazzetta        Chimica        Italiana   <B>65,</B> 577       A9351)    gibt an, dass     Melamin    in reinere Zu  stand unter Gasentwicklung bei 3470 C  (kor..     354     C) schmilzt. Die     Gasentwicklung     weist eindeutig auf eine teilweise Zersetzung  hin.  



  Eine wirtschaftliche Reinigung von     Mela-          min    in technischem Massstab ist auf Grund  der bekannten Literatur nicht     möglich.     



  Es hat sich nun überraschenderweise  gezeigt, dass     Melamin,    wenn es in dünner  Schicht auf Temperaturen erhitzt wird, die  über seinem Schmelzpunkt liegen (also z. B.  4000 C) sofort schmilzt, sich in Form eines  weissen mikrokristallinen Rauches verflüchtigt  und in chemisch reinem Zustande gewonnen         werden        kann,    indem mau es in einem     Gas-          sti-oni        aus        der        Heizzone    entfernt. Insbeson  dere war dabei nicht vorauszusehen, dass       keine        wesentlielie    Zersetzung des     Melamirrs     eintritt.  



  Das so erhaltene     Reinmelamin    zeigt bei  der Analyse die     errechneten    theoretischen  Werte.  



  Der     verbleibende        geringe        Rückstand    stellt  eine     gelbbraune        11as:e    dar, die zur Haupt  sache aus den     Dc,@rriiidieriingspro < lukten    des       Melaurins    bestellt, wie     llelam.        bleiern    und       11I'        ellon.     



  Die     Durchführung    des     Verfahrens    gestaltet  sich     beispielsweise    so,     da1>        Melaniin    konti  nuierlich auf eine Heizfläche aufgetragen wird,  die     vorteilhaft    auf etwa 400' C erhitzt ist  (z. B. auf eine rotierende     elektriselie    Heiz  platte).

   Das entweichende     llelariiiri    wird mit  tels eines     G-asstroines    au,     der        Heizzone          entiernt    und in     ;geeigneten        Behältern    (zum  Beispiel     Filtersäcken,        Staubkanrrnern    usw.)  aufgefangen. Es stellt ein weisses, sehr       lockeres    Pulver dar, das sich infolge     seiner     feinen Verteilung in Wasser und in wässe  rigem Formaldehyd sehr rasch löst. Seine       Lösung    ist     praktisch    farblos.  



  Der sich auf der Heizfläche bildende       Rückstand    wird vorteilhaft kontinuierlich  entfernt,     zum    Beispiel durch Abkratzen.  



  Das bevorzugte Temperaturintervall der  Heizfläche liegt     zwischen    350 und 450' C.  <I>Beispiel:</I>       3-100    g     ssohnielainin    (97      /uig)    werden       portionenweise    in den in beifolgender Skizze  mit A     bezeichneten    Fülltrichter eingefüllt  und     durch    das Förderband B in dünnem  Strahl durch ehren zweiten Beschickungs  trichter C auf die rotierende, durch die     Über-          setzung        K    angetriebene,

   etwa auf 400' C  geheizte     elektrische    Heizplatte D kontinuier  lich     aufgetragen.    Die     Beseliickung    kann einer  seits     durch.    die     zrigefübrte        Menge        Rohmel-          amin,        anderseits    durch die Tourenzahl der  Heizplatte reguliert werden.

   Unmittelbar nach  der     Berührung    mit der     lieilJ',eri        Fläebe    schmilzt       das        Melamin        und    entweicht momentan als      weisser Rauch, der aus reinem, mikrokristal  linem     Melamin    besteht. Es entweicht durch  ein sich knapp über der Heizplatte befindli  ches weites Abzugsrohr     Ii',    das einerseits  mit einem grossen Filtersack G, der unten  ein Vorratsgefäss H trägt, verbunden ist.  Der Filtersack befindet sich in einem ge  schlossenen Raum J, in dem geringer Unter  druck herrscht.

   Dadurch wird der nötige  Luftzug erreicht, damit das     abgerauchte          Helamin    in den Filtersack übergeht; dieser  Zug ist so zu regulieren, dass nur     Melamin,     nicht aber Flugstaub, herrührend vom Rück  stand, der auf der Heizplatte zurückbleibt,  übergeht. Der Rückstand wird durch ein  Schabmesser     E    kontinuierlich von der Heiz  platte entfernt. Er soll in dünnen Blättchen  anfallen und eine gelbbraune Farbe aufweisen.  Der obige Versuch dauerte bei einer Heiz  plattengrösse von 22     crn    Durchmesser und  einer einzigen Zuführungsstelle für das Roh  melamin etwa 3 Stunden.

   Die     Ausbeute    an  sublimiertem     Reinmelamin    beträgt 3100 g  entsprechend 910% vom verwendeten     Roh-          melamin.     



  Durch Vergrösserung der Oberfläche der  Heizplatte und Vermehrung der Zuführungs  stellen kann die Reinigung des     Rohmelamins     leicht in technischem     Massstabe    vorgenommen  werden.  



  Statt mit Unterdruck von Luft im ge  schlossenen Raum J zu arbeiten, um das  gebildete     Reinmelamin    zu entfernen, kann  auch die Beschickungsseite der Apparatur  eingeschlossen und mit einem     schwachen     Überdruck an Luft oder einem andern Gas,  wie Stickstoff, Wasserstoff und dergleichen,  gearbeitet werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur Herstellung von Reinmela- min aus Melamin enthaltenden Rohstoffen, dadurch gekennzeichnet, dass man die mela- minhaltigen Rohstoffe in dünner Schicht auf Temperaturen erhitzt, die über dem Schmelz punkt des Melamitis liegen und den sich bildenden Melaminrauch mit einem Gasstrom aus der Heizzone entfernt. UNTERANSPRüCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man die melamin- haltigen Rohstoffe auf Heizflächen, die über den Schmelzpunkt des Melamins erhitzt sind, derart aufträgt, dass augen blicklich Verdampfung des Melamins ein tritt und den sich bildenden Melaminrauch mittels eines Gasstromes aus der Heizzone entfernt und auffängt. 2. Verfahren nach Patentanspruch I und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Heiztemperatur zwischen 350 bis 450 0 C liegt. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekenn zeichnet, dass die Herstellung des Rein- melamins kontinuierlich vorgenommen wird. PATENTANSPRUCH II: Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstel lung von Reinmelamin aus Melamin ent haltenden Rohstoffen, gemäss Patentanspruch I, bestehend in einer rotierenden Heizfläcbe, einer Zuführungsvorrichtung für das verwen dete Rohmaterial,
    einer Vorrichtung zum Wegführen des gebildeten Reinmelamins aus der Heizzone mittels eines Gasstromes und einem Sammelgefäss für das gebildete Rein- melamin.
CH212858D 1939-03-30 1939-03-30 Verfahren zur Reinigung von Melamin. CH212858A (de)

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