Apparatur zur Abscheidung fester und flüssiger Partikel aus einem Gasstrom mit Hilfe eines radioaktiven lonisators. Gegenstand der Erfindung ist eine Appa ratur zur elektrostatischen Abscheidung fester und flüssiger Partikel aus einem kontinuier lichen Gasstrom. Der zu reinigende Gasstrom wird radioaktiven Strahlungsquellen ausge setzt zur Ionisation der durchströmenden Gasmoleküle, die ihrerseits die vom Gasstrom mitgeführten festen und flüssigen Partikel elektrisch aufladen.
Ferner durchströmt das Gas ein Elektrodensystem, das mit einer elek- trisehen Spannungsquelle verbunden ist und ein elektrisches Feld aufweist, das quer zur Strömungsrichtung des Gasstromes gerichtet ist und eine ebenfalls quer zur Gasströmung gerichtete Ablenkung der mitgeführten elek trisch geladenen Partikel bewirkt. Die ab gelenkten Partikel bewegen sich somit auf die Elektroden zu, werden dort abgeschieden und bleiben haften. Dabei wird die am Elektro densystem liegende Spannung so niedrig ge halten, dass mit Sicherheit weder eine Glimm- entladung noch Funkenerscheinung auftritt.
Es sind elektrostatische Staubabscheider bekannt, bei denen zwischen den Abscheider- elektroden so hohe elektrische Feldstärken herrschen, dass eine elektrische Glimment- ladung an den Elektroden auftritt und da durch eine Ionisation der durch den Abschei- der strömenden Gasmoleküle hervorgerufen wird, und ein Ionisationsstronm zwischen den Elektroden entsteht, der seinerseits die Auf ladung der vom Gasstrom mitgeführten Par tikel bewirkt. Die geladenen Partikel bewegen sich dann unter Wirkung des elektrischen Feldes auf die Elektroden zu und werden dort abgeschieden.
Derartige elektrostatische Abscheider weisen aber den grundsätzlichen -Nachteil auf, dass sehr hohe elektrische Span nungen erforderlich sind, und die Cflimment- ladung zur Bildung von Ozon und andern un erwünschten Gasen führt. Aus diesen Grün den sind solche Abscheider nicht, für die Luftreinigung in Klimaanlagen geeignet und können wegen der Explosionsgefahr bei ent zündlichen Gas- oder Dampfgemischen so wie explosiblen Staubgemischen nicht ange wendet werden.
Eine andere bekannte Bauweise elektro statischer Abseheider besitzt eine besondere Kammer zur Ionisation der Gasmoleküle zwecks Aufladung der vom Gasstrom mitge führten Partikel und eine zweite Kammer zur Abseheidung derselben in einem Elektroden- sy stem. Die Ionisierung des Gases wird aber auch hier durch eine elektrische Glimment- ladung bewirkt, die in unmittelbarer Um gebung einer dünnen Drahtelektrode erzeugt wird.
Durch die kürzere Zeitdauer, -während welcher der Gasstrom der Glimmentladung ausgesetzt ist, soll eine Reduzierung der Ozon bildung erzielt und die Entstehung anderer unerwünschter Gase bei der Reinigung eines Luftstromes vermieden werden. Dennoch ist: die Ozonbildung stark genug, um die Ver wendung derartiger Luftreiniger in Umluft- Klimaanlagen ohne Frischluftzufuhr auszu- schliessen. Die erzeugten aggressiven Gase stö ren auch bei vielen industriellen Anwendun gen solcher Abscheiden, und die Explosions gefahr ist durch die beschriebene Konstruk tion in keiner Weise verringert.
Demgegenüber wird bei dem Abscheiden gemäss der vorliegenden Erfindung die er forderliche Ionisation der Gasmoleküle nicht durch eine elektrische Glimmentladung be wirkt, sondern durch die Anwendung einer radioaktiven Bestrahlung des Gasstromes. Die Spannung an den Elektroden des eigentlichen Abscheidersystems wird so niedrig gehalten, dass Glimm- oder Funkenerscheinungen mit Sicherheit vermieden werden, so dass auch die Verwendung bei explosiblen Staub- oder Dampfgemischen bzw. Gasen zulässig ist. Die Entstehung von Ozon oder andern störenden Gasen ist vermieden, so dass Abscheider ge mäss vorliegender Erfindung auch in Klima anlagen ohne jeden Nachteil zur Reinigung der Umluft ohne Frischluftzufuhr angewen det werden können.
Die Ionisierung der Gasmoleküle durch radioaktive Strahlungsquellen wird je nach Art der verwendeten radioaktiven Substanzen bewirkt durch die Ausstrahlung positiver Alpha- und negativer Beta-Teilchen, während die von manchen Stoffen ausgestrahlten Gamma-Photonen weniger wirksam sind. So wohl die Alpha- wie auch die Beta-Teilchen erzeugen durch Stoss vor allem positive Gasionen in grosser Zahl, während die bei der Stossionisation frei werdenden Elektronen ihrerseits eine geringe Anzahl negativer Gas ionen hervorrufen. Die Gasionen bewirken ihrerseits infolge der ständigen Wärmebewe gung eine Aufladung der im Gasstrom schwe benden Partikel.
Die kinetische Energie der von den radioaktiven Substanzen emittierten Teilchen ist so gross, dass die im Elektroden system angewendeten Spannungen deren Bah nen praktisch nicht beeinflussen, unabhängig von der Polarität der Teilchen. In den Fig. 1 bis 6 sind beispielsweise Ausführungen des Abscheiders mit radio aktivem Ionisator angegeben. Fig. 1 zeigt das Prinzip eines Abscheidens in zylindrischer Bauweise.
Fig. 2 stellt eine beispielsweise Ausfüh rungsform für die Gestaltung der radio aktiven Strahlungsquelle dar.
Fig. 3 gibt die Konstruktion des Abschei- ders in zvlindrischer Bauweise mit Wasser spülung, Hoehspannungsgerät und automa tisch gesteuerten Ventilen an.
Fig. 4 zeigt eine Ausführungsform in kastenförmiger Bauweise.
Fig.5 stellt eine beispielsweise Ausfüh rungsform des Abscheiders dar mit getrenn tem rahmenförmigem Ionisator und platten- förmigem Abscheider-Elektrodensystem.
Fig. 6 zeigt eine beispielsweise Ausführung eines Abscheiders mit radioaktivem Gegen- strom-Ionisator.
Das Prinzip eines Abscheiders mit radio aktivem Ionisator zeigt Fig. 1 in einer zy lin- drischen Bauweise. Der von mitgeführten festen und flüssigen Partikeln zu reinigende Gasstrom 1 durchströmt ein zylindrisches Metallrohr 2, in dem konzentrisch ein Metall stab 3 angeordnet. ist, derart, dass Metallrohr 2 und Metallstab 3 voneinander elektrisch isoliert, sind und ein Elektrodenpaar bilden, welches mit der Spanniuigsquelle 4 verbun den ist.
Das Metallrohr 2 trägt kurz binter seiner Eintrittsöffnung auf seiner Innen seite einen relativ schmalen, ringförmigen Be lag 5 aus radioaktivem Material, das vor wiegend Alpha-Teilehen aussendet. Die vom radioaktiven Belag 5 konzentrisch in Richtung auf die Innenelektrode abgestrahlten Alpha- Teilchen bewirken die erwünschte starke Ionisation der jeweils in der bestrahlten Querschnittebene befindlichen Gasmoleküle, und zwar werden vorwiegend positive Gas ionen gebildet.
Die durch die Batterie 4 ge genüber der Innenelektrode 3 negative Aussen elektrode 2 übt auf diese positiv geladenen Gasionen eine anziehende Wirkung aus, so dass ein Ionenstrom in Richtung auf die Aussenelektrode resultiert. Dieser Ionenstrom fliesst nicht nur in der radioaktiv bestrahlten Querschnittsebene, sondern längs des ganzen zylindrischen Elektrodensystems, soweit durch die Gasströmung diese Ionen mitgeführt wer den. Ein derartiger Ionenstrom quer zur Strömungsrichtung des Gases bewirkt aber erfahrungsgemäss eine positive Aufladung der vom Gasstrom mitgeführten festen und flüs sigen Partikel, praktisch ohne Rücksicht auf deren Grösse und Durchmesser.
Die so posi tiv aufgeladenen Partikel erfahren längs des ganzen zylindrischen Elektrodensystems durch das negative Potential der Aussen- gegen die Innenelektrode eine ablenkende Kraft quer zur Strömungsriehtung des Gases und wan dlern zur Aussenelektrode, an deren Innen wand sie niedergesehlagen werden und haf tenbleiben. Bei zweckmässiger Dimensionie- rung von Strömungsgeschwindigkeit, Alpha- Intensität, Breite des radioaktiven Belages und Länge des Elektrodensystems, wird eine Abseheidung praktisch aller vom Gasstrom mitgeführten festen und flüssigen Partikel erzielt.
Dabei sind die Spannung an den Elektroden und die elektrische Feldstärke in unmittelbarer Umgebung der Innenelektrode genügend niedrig gehalten, um mit Sicherheit jede Funken- und Glimmentladung zu ver meiden.
Für die gewünschte Wirkungsweise der radioaktiven Ionisation als Mittel zur elektri- sehen. Aufladung der vom Gasstrom mitge führten festen und flüssigen Partikel ist mitge führten nicht erforderlich, dass in der radioaktiv be strahlten Quersehnittsebene gleichzeitig ein elektrisches Feld herrscht. Vielmehr kann ohne Beeinträchtigung der Wirkung im Elek trodensystem der Fig. 1 die stabförmige In nenelektrode so weit verkürzt werden, dass der Gasstrom 1 nach dem Eintritt in das äussere Rohr zuerst die radioaktiv bestrahlte Quer- sehnittsebene durehströmt und erst dahinter in das zwischen Aussen- und Innenelektrode herrschende Feld eintritt.
In diesem Falle werden im bestrahlten Raum die Gasmoleküle radioaktiv ionisiert und bewirken ihrerseits, ohne dass sieh ein Ionisationsstrom ausbildet, die elektrische Aufladung der vom Gasstrom mitgeführten festen und flüssigen Partikel durch Stoss infolge der ständigen Wärnmebewe- gung der Gasionen und der relativ geringen freien Weglänge derselben.
Da aber die Reichweite der für die Ioni sation besonders wichtigen Alpha-Teilchen in Gasen beschränkt ist und nur wenige Zenti meter beträgt, wird das Durehmesserverhältnis von Metallrohr 2 und Innenelektrode 3 so gewählt, dass der lichte radiale Abstand zwi- sehen den beiden Elektroden nicht grösser als die maximale Reichweite der emittierten Alpha-Teilchen ist.
Der für die Funktion des Absclheiders ent scheidend wichtige radioaktive Belag auf der Innenseite der Aussenelektrode der Fig.l ist in einer beispielsweisen Ausführung in Fig. 2 in Aufsicht und Querschnitt dargestellt., in welcher Ausführung derartige radioaktive Stralil.ungsquellen für andere Zwecke bereits bekannt sind und angewendet werden.
Auf einer bandförmigen metallischen Unterlage 1 ist in freier Verteilung die radioaktive Sub stanz 2 mittels elektrolytischen Abscheidung oder auf andere Weise aufgebracht, wobei seit lich ein nichtaktiver Rand freibleibt. Die aktive Schicht wird durch eine dünne Metall folie 3, beispielsweise aus Gold, abgedeckt, die aufgewalzt oder elektrol@-tisch aufgebracht wird und derart mit der Unterlage verbunden wird, dass die radioaktive Schicht völlig gas dicht abgeschlossen ist. Die Deekfolie 3 wird so dünn gemacht, dass einerseits nur ein ge ringer Teil der erwünschten Alpha-Strahlung absorbiert wird, anderseits aber der Austritt.
des beim radioaktiven Zerfall entstehenden Radongases mit Sicherheit vermieden ist.
Das in Fig. 2 schematisch dargestellte ilTe- ta.llband mit radioaktiver Einlage wird bei dem zylindrischen Abseheider gemäss Fig.1 so an der Innenwand der Aussenelektrode ange bracht, dass die aktive Oberfläche mit der dünnen Deckfolie nach dem Innenraum des zy lindrisehen Elektrodensystems gerichtet ist. Dadurch wird der freien Abstrahlung der Alplia-Teilehen kein weiteres Hindernis in den Weg gelegt und gleichzeitig der rückwärtige Austritt radioaktiver Strahlungen durch die Aussenelektrode zusätzlich geschwächt.
Bei der Verwendung intensiver Radiumpräparate ist eine weitere Abschirmung durch einen Blei ring erforderlich, der aussen um die Elektrode 2 herumgelegt ist.
Die gleiche Wirkungsweise des radioakti ven Ionisators in der Prinzipanordnung nach Fig.l wird erzielt, wenn der ringförmige Belag 5 aus radioaktiven Substanzen nicht auf der Innenseite der Aussenelektrode 2, sondern auf der Aussenseite der Innenelektrode 3 aufgebracht ist. Im letzteren Fall muss natür- lieh die aktive Seite des Belages nach aussen gerichtet sein zwecks radioaktiver Bestrahlung des Innenraumes der konzentrischen Elek trodenanordnung, und ausserdem muss pro Raumteil im radioaktiv betrachteten Quer schnitt etwa die gleiche Zahl von Gasionen erzeugt werden, wie bei der in Fig.1 darge stellten Anordnung des radioaktiven Belages.
Eine beispielsweise Konstruktion des Ab- scheiders mit radioaktivem Ionisator in zylin drischer Bauweise zeigt Fig. 3. Der zu reini gende Gasstrom tritt bei 1 in die Apparatur ein und wird über den Rohrkrümmer 2 dem Elektrodensystem zugeführt. Dieses besteht aus der zylindrischen, im Schnitt gezeichneten Aussenelektrode 3, die mit. Isolierringen 4 und 5 von den übrigen Konstruktionsteilen elektrisch isoliert ist, sowie der rohrförmigen, konzentrisch angeordneten Innenelektrode 6. Die Innenseite des Rohrkrümmers 2 trägt einen Ring 7, der radioaktive Substanzen enthält und vorwiegend Alpha-Teilchen ausstrahlt. Der aus dem untern Ende des Elektroden systems austretende Gasstrom wird in einem ringförmigen Gehäuse 8 umgelenkt und ver lässt bei 9 die Apparatur.
Die isoliert auf gehängte Aussenelektrode 3 wird mit dem negativen Pol 10 der Hochspannungsquelle 11 verbunden, deren positiver Pol an der Innenelektrode 6 und damit am Gehäuse des Apparates angeschlossen ist. Die beim Betrieb des Abscheiders auf der Innenseite der Aussenelektrode 3 niedergeschlagenen, aus dem Gasstrom abgeschiedenen Partikel bil den eine Schicht, die von Zeit zu Zeit ent fernt werden muss. Hierzu ist eine Flüssig keitsspülung vorgesehen und die rohrförmig ausgebildete Innenelektrode 6 mit einer Per- foration 13 versehen, durch welche die beim Anschluss 14 eintretende Spülflüssigkeit gegen die Innenseite der Aussenelektrode 3 gespritzt wird, sobald das Ventil 15 durch seine elek trische Betätigung 16 geöffnet wird.
Die Spülflüssigkeit sammelt sich im Trichter 17 und verlässt die Apparatur am Austritt 18, wenn das Ventil 19 durch seine elektrische Betätigung 20 geöffnet wird. Mit dem Hoch spannungsgerät 11 arbeitet. ein Steuergerät. 21 zusammen, das bewirkt, dass bei Betätigung des Zuflussventils 15 die Hoehspannungsquelle 11 abgeschaltet und gleichzeitig das Abfluss- ventil 19 geöffnet wird.
Eine Zeitverzögerung im Steuergerät 21 sorgt dafür, dass nach Schliessung des Zuflussventils 15 erst nach Ablauf einer vorbestimmten Trocknungszeit das Abflussventil 19 ebenfalls automatisch schliesst und das Hochspannungsgerät 11 wieder eingeschaltet wird.
Wird in der beispielsweisen Ausführung des Abscheiders in konzentriseher Bauart nach Fig. 3 der radiale Abstand zwischen Aussen elektrode 3 und Innenelektrode 6 grösser ge macht als die maximale Reichweite der vom radioaktiven Belag 7 emittierten Alpha-Teil- chen in dem zu reinigenden Gas, so wird der radioaktive Belag 7 nicht mehr im Rohr krümmer 2 angebracht, sondern auf der In nenseite der Elektrode 3, unmittelbar hinter dem Isolierring 4.
Damit. befindet sich der radioaktiv bestrahlte Rohrquerschnitt im Be reich des elektrischen Feldes zwischen den Elektroden 3 und 6, so dass ein Ionenstrom entsteht, der eine elektrische Aufladung der im Gasstrom mitgeführten festen und flüs sigen Partikel auch in solchen Bereichen des Rohrquerschnittes bewirkt., die von der radio aktiven Alpha-Emission selbst. nicht mehr erreicht werden.
In der in Fig. 3 wiedergegebenen Ausfüh rung ist der Abscheider mit radioaktivem loni- sator für die Reinigung von kleinen Luft- oder Gasmengen geeignet, aus denen feste und flüssige Verunreinigungen abgeschieden wer den sollen, wofür als Spülflüssigkeit warmes Wasser verwendet wird. Bei Parallelbetrieb einer Vielzahl solcher Abscheider können auch grössere Gasmengen gereinigt werden.
Dar über hinaus kann der zvlindrische Abscheider in dieser Bauweise aber mit Vorteil auch für die Rückgewinnung wertvoller Stoffe dienen, die in Form von Staub oder Nebel von Luft- oder Grasströmen fortgeführt werden. In die sen Fällen werden jeweils passende Lösungs mittel als Spülflüssigkeiten verwendet, um die abgeschiedenen Nutzstoffe von uner- wünschten Verunreinigungen zu Seheiden. Er forderlichenfalls wird für solche Zwecke die Apparatur teilweise oder ganz aus Metallen oder Materialien hergestellt, die von den zu reinigenden Gasen oder abzuscheidenden Stof fen chemisch nicht angegriffen werden.
Für die Abscheidung fester und flüssiger Partikel aus brennbaren und explosiblen Ga sen kann die beispielsweise Ausführung des konzentrischen Abscheiders gemäss Fig. 3 ver wendet werden nach hermetischer Isolierung der Metallelektroden 3 und 6. Hierfür wird als Aussenelektrode 3 ein Rohr aus isolieren Material, beispielsweise Porzellan, Glas oder Kunststoff, verwendet, das auf seiner Aussenseite einen metallischen Belag besitzt , der an der Klemme 10 angeschlossen ist. Als lnrnenelektrode 6 wird ebenfalls ein mit Per foration versehenes Rohr aus Isoliermaterial verwendet, das auf seiner Innenseite einen metallischen, mit der Klemme 12 und dem übrigen Gehäuse verbundenen Metallbelag aufweist.
Das zwischen den Metallbelägen der beiden Elektroden bestehende elektrische Feld wirkt durch die jeweiligen Isolierschiehten lhindurch auf den vom Gas durchströmten Zwischenraum zwischen Innen- und Aussen elektrode, so dlass die Abscheiderwirkung nicht beeinträchtigt wird. Wohl aber wird ein direkter Kurzschluss zwischen den Elektroden durch Materialanhäufung oder grobe Verun reinigungen im Gasstrom verhindert. Bei ge- niigend niedriger Feldstärke ist trotz ausrei- ehender Abscheiderwirkung jede Funken- oder Glimnmerscheinung vermieden.
Bei dieser beispielsweisen Ausgestaltung des Abscheiders mit radioaktivem Ionisator ist derselbe auch zur Abscheidung von Metallstaub geeignet.
Bei konzentrischen Abscheidern mit radio- aktivem lonisator für grössere Gasmengen werden eine grössere Zahl von Metallrohren mit jeweils um den Bleiehen Betrag grö sserem Durchmesser konzentrisch und isoliert voneinander angeordnet und jedes zweite Rohr mit dem positiven, die übrigen Rohre mit dem negativen Pol einer Hochspannungs quelle verbunden. Der radioaktive Ionisator wird in diesem Fall in einer vor dem ge samten System konzentrischer Rohre ge legenen Querschnittsebene angebracht oder auch derart aufgeteilt, dass in jedem einzel nen der konzentrisch ineinander angeord neten ringförmigen Abscheiderzellen eine Querschnittsebene dicht am jeweiligen Gasein tritt radioaktiv bestrahlt wird.
Eine weitere beispielsweise Ausführung des Abseheiders mit radioaktivem Ionisator zeigt. Fig.4 in kastenförmiger Bauweise. Ein Metallgehäuse 1 dient. als Aussenelektrode und trägt auf seiner Innenseite dicht hinter der Eintrittsebene einen radioaktiven Belag 2 in Form eines schmalen Streifens, der vorwie gend Alpha-Teilchen in Richtung auf die Innenelektroden 3 emittiert. Diese Innen elektroden 3 bestehen aus Metallplatten, die von den Aussenelektroden isoliert sind.
Zwi schen Aussen- und Innenelektroden wird eine Spannung angelegt, die eine genügend grosse Feldstärke im Elektrodeninnenraum erzeugt, uni die geladenen Partikel mit ausreichender Beschleunigung seitlich aus dein Gasstrom abzulenken, anderseits aber mit ausreichender Sicherheit noch keinerlei Glimm- oder Fun kenentladung bewirkt.
Bei der Ausführung des Abseheiders in kastenförmiger Bauweise gemäss Fig. 4 kann der radioaktive Belag in gleicher Weise auf der Aussenseite der Innenelektroden ange- braelit werden, falls die Intensität. der verwen deten radioaktiven Substanzen genügend gross ist. In diesem Falle besteht dann der Vor teil, da.ss nur eine geringere lineare Ausdeh nung des radioaktiven Belages notwendig ist und gleichzeitig ein gewisser Mindestabstand der Strahlungsquelle von der Gehäusewan dung gewährleistet ist, der eventuell erfor derliche Absehirmmassnahmen erleichtert.
Auch bei einer Ausführung nach Fig.4 kann die radioaktiv bestrahlte Querschnitts ebene ausserhalb des elektrischen Feldes im Abscheider angeordnet. werden, beispielsweise durch Verkürzung der Innenelektroden 3, doch darf dann der Abstand der Aussen wände der einzelnen kastenförmigen Zellen des Abscheiders 1 nicht grösser als die dop pelte Maximalreichweite der Alpha-Emission des radioaktiven Belages 2 in dem zu reini genden Gas sein.
Befindet sieh dagegen die radioaktiv bestrahlte Querschnittsebene inner halb des elektrischen Feldes des Abscheiders, so gilt diese Beschränkung nicht, da dann ein Ionenstrom in der betreffenden Quer- sehnittsebene entsteht, der eine Aufladung der im Gasstrom mitgeführten festen und flüs sigen Partikel bewirkt, auch in Bereichen der Querschnittsebene, die ausserhalb der Maximal reichweite der radioaktiven Alpha-Teilchen gelegen sind.
Der mit radioaktiver Strahlung arbeitende Ionisator und der elektrostatische Abseheider selbst können auch bei kastenförmiger Bau weise getrennt benützt werden, wie im Prinzip in einer beispielsweisen Ausführung in Fig. 5 dargestellt. Der bei 1. eintretende Gasstrom wird durch einen Rahmen 2 geleitet, der auf seinen Innenseiten 3 einen radioaktiven Be lag mit vorwiegender Alpha-Emission auf weist und solche Abmessungen besitzt, dass trotz der beschränkten Reichweite der Alpha- Teilchen die gesamte innere Querschnitts ebene des Rahmens keine unbestrahlten Be reiche besitzt.
Die Ionisation der Gasmoleküle in der Rahmenebene bewirkt die elektrische Aufladung der vom Gasstrom mitgeführten festen und flüssigen Partikel, die mit dem Gasstrom zusammen dann in das Elektroden system des elektrostatischen Abscheiders ein treten. Letzterer besteht wechselweise aus Metallplatten 4 mit positivem und Metallplat ten 5 mit negativem Potential. Beim Durch strömen der Plattenzwischenräume erfahren die geladenen Partikel eine quer zur Gas strömung berichtete Anziehung von den je weils entgegengesetzt geladenen Platten, be wegen sich auf diese zu und werden auf den Elektrodenoberflächen niedergeschlagen, wo sie haftenbleiben. Die elektrische Feldstärke im Elektrodensystem des Abscheiders wird nur so gross gemacht, dass keine Glimm- oder Funkenentladung auftritt.
Auch bei kastenförmiger Bauweise der Abscheider mit radioaktivem Ionisator, wie beispielsweise in Fig. 4 und 5 dargestellt, wer den bei Verwendung für die Abscheidung fester und flüssiger Partikel, die selbst brenn bar sind oder von explosiblen Gasen mitge führt werden, die metallische Oberfläche aller Elektroden hermetisch umgeben mit Isolier material.
Bei den in Fig.1 bis 5 dargestellten bei spielsweisen Ausführungen des Abscheiders mit radioaktivem Ionisator sind jeweils der Einfachheit halber die radioaktiven Substan zen in Form schmaler Streifen oder Bänder dargestellt, entsprechend dem in Fig. 2 dar gestellten Herstellungsverfahren. Die Wir kungsweise des radioaktiven Ionisators wird jedoch in keiner Weise beeinträchtigt, wenn die radioaktiven Substanzen nicht in Form von derartigen Bändern angewendet werden, sondern beispielsweise in entsprechender Breite direkt auf elektrolytischem oder an derem Wege auf die betreffenden Elektroden aufgebracht werden.
Es muss lediglieli dafür gesorgt. sein, dass die radioaktiven Schieliten eine für Alpha-Teilehen durchlässige aber gasdichte Deeksehicht erhalten, um den Aus tritt von Radongas zu verhindern. Auch die Verteilung der radioaktiven Substanz längs der ganzen Ausdehnung der betreffenden Elektrode ist möglich.
Bei den bisher bekannten elektrostatischen Abseheidern, bei denen ein getrennter Glimmlicht-Ionisator den eigentlichen Ab- scheiderzellen vorgeschaltet ist, durchläuft der Classtrom die wirksame Quersehnittsebene des Ionisators in der sehr kurzen Zeit von etwa 20 Millisekunden, damit die Anreiche rung mit dem im Glimmbereich entstehenden Ozon möglichst niedrig ist.
Durch diese ge ringe Verweilzeit des Gasstromes im Ionisator- bereich wird anderseits aber bewirkt, dass die erwünschte Aufladung einer möglichst gro- ssen Zahl der vom Gasstrom mitgeführten festen und flüssigen Partikel nur dann wahr scheinlich ist, wenn eine starke Glimment ladung und sehr hohe Spannung vorhanden ist. Beim radioaktiven Ionisator sind der artige Nachteile nicht vorhanden, so dass eine möglichst grosse Verweilzeit des Gasstromes im wirksamen Ionisatorbereich anzustreben ist.
Je grösser diese Verweilzeit gemacht wird, um so niedriger ist die erforderliche Alpha-Inten sität des radioaktiven Belages, bzw. um so höher kann die Gasgesehwindigkeit sein.
Eine beispielsweise Ausführung eines Ab- scheiders mit radioaktivem Ionisator grosser Verweilzeit zeigt im Prinzip die Fig.6. Der Gasstrom tritt bei 1 in die Apparatur ein, durchströmt den radioaktiven Ionisator, der aus den Elektroden 2 und den Gegenelektro den 3 mit dem radioaktiven Belag 4 besteht, und tritt dann in die Abseheiderzellen ein, die aus den positiven Platten 5 und den nega tiven Platten 6 gebildet werden. Der radio aktive Ionisator ist hierbei nach dem Gegen stromprinzip aufgebaut, wobei die zwischen den Elektroden 2 und 3 liegende Spannung auf Grund der durch die radioaktive Emis sion verursachten Ionisation einen Ionen strom erzeugt, der entgegengesetzt verläuft wie die Gasströmung.
Durch den Gegen stromeffekt und die lange Verweilzeit des Gasstromes im wirksamen Ionisatorbereieh wird ein besonders hoher Abscheidungswir kungsgrad erzielt.