Verfahren zur Herstellung eines Monoazofarbstoffes. Das vorliegende Verfahren betrifft die Herstellung von chromierbaren Monoazofarb- stoffen, die sich durch besonders günstiges Verhalten beim Färben von keratinischen Fa sern nach der Einbadchromiermethode aus zeichnen und dabei echte blaustichigrote Fär bungen ergeben.
Die Einbadchromiermethode, auch Chro- niatmethode oder Metachrommethode ge nannt, ist. in der 'Vollechtfärberei beliebt. wegen der einfachen Arbeitsweise und der Mögliehkeit zur direkten Beurteilung des entwickelten Farbtons auf dem Färbegut, was dem Färber das Nuancieren erleichtert.
Bei weitem nicht alle Chromfarbstoffe besitzen die notwendigen Eigenschaften eines geiten Ein- badchromierfarbstoffes: Genügende Wasser löslichkeit, Beständigkeit gegenüber den chromsauren Salzen im Färbebade und vor allem eine sehr gute Faseraffinität schon im neutralen bis schwach sauren Färbebad.
Es wurde nun gefunden, dass durch Kupp lung von diazotierten 6-Nitro-4-alk@rl- bzw. -4-cycloalky 1-2-aminophenolen mit 1-Phenyl-5- pyrazolon-3-carbonsäure - 3'-sulfonsäur e-diami- den nach üblichen Methoden Monoazofarb- stoffe der allgemeinen Formel
EMI0001.0029
worin R einen aliphatischen oder alicyclischen Kohlenwasserstoffrest von 4 bis 8 Kohlenstoff atomen und R' und R" Wasserstoff oder einen niederen
Alkyl- oder Osalkylrest bedeuten, er halten werden, die nach der Einbadchromier- methode ohne jeden Säurezusatz in der üb liehen Färbezeit unter vollständiger Erschöp fung der Färbebäder volle, echte blaustichig rote Wollfärbungen ergeben. Solche Farb- stoffe sind technisch besonders wertvoll, weil sie das echte Färben des Wollanteils in Stapel fasern unter möglichster Schonung des Cellu- loseanteils gestatten.
Die erfindungsgemäss verwendbaren Diazo- komponenten sollen in 4-Stellung einen alipha- tischen Kohlenwasserstoffrest von 4 bis 8 Kohlenstoffatomen tragen, der gerad- oder v erzweigtkettig oder auch alicyclisch sein kann.
6-Nitro-4-tert. amyl-2-aminophenol ist eine bevorzugte Diazokomponente. Die erfin dungsgemäss verwendbaren Kupplungskom ponenten erhält man durch Kondensation von nach üblichen Methoden aus entsprechen den Aminoverbindungen hergestellten 3- Hydrazinobenzol-l-sulfonsäureamiden, die am.
Stickstoffatom der Sulfonamidgruppe einen niederen Alkyl- oder Oxalkylrest, Beispiels weise eine Methyl-, Äthyl-, Oxäthylgruppe tra gen können, mit Oxalessigestern zu 1-(3 -Sul- f onsäureamido-phenyl) - 5 - py razolon-3-carbon- säureestern,
die man durch Einwirkung von Ammoniak oder niederen primären alipliati- sehen Aminen in die entsprechenden 3-Car- bonsäureamide überführt.
Eine Variante zur Herstellung der erfindungsgemässen Monoazo- farbstoffe besteht darin, dass man in vielen Fällen die Diazokomponente mit 1-(3'-Sulfon- säureamido-phenyl) - 5 - pyrazolon - 3 - carbon- säurealkylestern kuppeln und dann im ge bildeten Farbstoff mittels Ammoniak oder niederen primären aliphatischen Aminen die 3-Carbonsäureester- in die 3-Carbonsä.ure- amidgrazppe umwandeln kann.
Geeignete Kupplungskomponenten nach dieser Variante bzw. nach dem direkten Ver fahren sind beispielsweise der 1-(3'-Sulfon- säureamido-phenyl)-, der 1-(3'-Sulfonsäure-N- methylamido-phenyl)-, der 1-(3'-Sulfonsä.ure- N-äthyIamido-phenyl)- und der 1-(3'-Sulfon- säure -N- oxäthylamido-phenyl) -5-pyrazolon-3- e.arbonsäureäthylester und die entsprechenden -3-earbonsäureamide, -3-carbonsäure-N-methyl-,
-\,-äthyl- und -N-oxäthylamide. Oxalkylgrup- pen sollen in den Säueamidgruppen der er findungsgemässen Farbstoffe mit Vorteil nur einmal in einer der beiden Amidogruppen vor kommen.
Die erfindungsgemässen Farbstoffe stellen in der Form ihrer Alkalisalze violettbraune Pulver dar, die sich in Wasser mit blauroter, in konzentrierter Schwefelsäure mit orangen Farbe lösen. Sie können entweder direkt oder zweckmässig nach Vermischen mit Puffersal zen, wie Natriumpyrophosphat und dispergie- rend wirkenden, oberflächenaktiven Substan- zen zum Färben von Wolle naeli dem Einbad ebromierverfahren verwendet werden.
Die erfindungsgemässen Farbstoffe über treffen die ähnlichen bekannten Farbstoffe mit Sulfonsäure- oder Carboxylgruppen ent haltenden Kupplungskomponenten durch ihre bessere Eignung im Einbadehromierverfahren.
Gegenstand vorliegenden Patentes ist nun ein Verfahren zur Herstellung eines Monoazo- farbstoffes. Das Verfahren ist dadurch ge kennzeichnet, dass man diazotiertes 6-Nitro-2- amino-4-tert. amyl-phenol mit 1-Plienyl-5-pyi,- azolon - 3 - earbonsänx-e - niet liylamid - 3' - sul fon- säureätlianolamid kuppelt.
Der erhaltene neue llonoazofarbstoffstellt ein dunkelviolettes Pulver dar, das sieh in Wasser mit rotvioletter und in konz. Schwe felsäure mit braunorangen Farbe löst und Wolle nachcliromiert blaustichig rot. färbt. <I>Beispiel:</I> 22,4 Teile 6-Nit.ro-2-amino-4-tei-t. anivl-plie- nol werden mit 4,1 Teilen Natriumhydroxyd in 200 Teilen Wasser gelöst und mit. einer Lö sung von 6,9 Teilen Natriumnitrit in 35 Teilen Wasser versetzt.
Diese Mischung wird bei einer Temperatur von 0 bis 3 auf 25 Volum- teile Salzsäure konz. und 100 Teile Wasser aufgetropft. Man erhält eine grünliehgelbe Suspension des Diazokörpers. Nach beendeter Diazotierunwird mit.
etwas Natriumbiear- bonat die Aeidität der Diazosuspension auf kongoneutrale Reaktion abgestumpft, worauf man eine Lösung von<B>36,8</B> Teilen 1-Phenyl- pyrazol on-3-earbonsäureinet liylamid - 3'-sulfon- säureäthanolamid und 8,1 Teile Natrium hydroxyd in 200 Teilen Wasser von 0 zugibt.
Durch Zutropfen von 10 Teilen Ammoniak 20 % ig wird die Reaktion schwach phenol- phthaleinalkalisch gestellt. Die Temperatur lässt man dann langsam auf '?0 steigen. Nach 20 Stunden ist. die Diazoniumverbindung um gesetzt.
Der ausgeschiedene Farbstoff wird abfiltriert, mit Sole von 21!i ;;, gewaschen und getrocknet. Er stellt ein dunkelviolettes Pul ver dar, das sieh in Wasser mit rotvioletter und in konz. Sebwefelsäure mit braunorangen Farbe löst.
Er färbt Wolle (zweckmässig nacb Vermisehen mit 10 % seines Gewichtes an Na- 1 riumearbonat und 2 % einer dispergierenden Substanz) aus saurem Bad orange und ergibt beim Naehehromieren ein stark blaustichiges Rot. Der grosse Vorteil des Produktes besteht darin, dass es Wolle auch nach dem Einbad- eliromierverfahren sowohl ohne wie mit nur einem geringen Säurezusatz nuancengleich und unter völliger Erschöpfung des Färbebades färbt.
Das oben erwähnte Pyrazolon erhält man <B>,</B> -ius, --ehend von 3-Aminobenzolsulfon-mono- äthanolamid über das entsprechende Hydrazin durch Kondensation mit Natriumoxalessigester zum entsprechenden 1-Phenyl-pyrazolon-3-car- bonsä.Ltreester-3'-sulfonsäureäthanolamid,
das schliesslich durch Behandlung mit wässrigeln 25%igem Methylamin in das 3-Carbonsäure- methylamid übergeführt wird.