CH330127A - Verfahren zur Herstellung von Aminocarbonsäuren - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Aminocarbonsäuren

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CH330127A
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Kurt Dr Kahr
Itin Marco
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Inventa Ag
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01JCHEMICAL OR PHYSICAL PROCESSES, e.g. CATALYSIS OR COLLOID CHEMISTRY; THEIR RELEVANT APPARATUS
    • B01J39/00Cation exchange; Use of material as cation exchangers; Treatment of material for improving the cation exchange properties
    • B01J39/04Processes using organic exchangers
    • B01J39/05Processes using organic exchangers in the strongly acidic form

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Description


  



  Verfahren zur Herstellung von Aminocarbonsäuren
Aus Lactamen lassen sieh   bekanntlich    durch Hydrolyse mit starken Säuren die ent   sprechenden Aminoearbonsäuren herstellen.   



  Hierbei entstehen die Salze dieser Säuren mit den AminocarbonsÏuren. Zur Entfernung des Säurerestes bzw. zur Isolierung der freien Aminosäure sind versehiedene Verfahren bekannt. Bei der Verwendung von   Sehwefel-    sÏure zur Hydrolyse der Lactame und anschliessender Neutralisation mit   Erdalkali-      hydroxyden,    z. B. mit Bariumhydroxyd, werden salzfreie Aminosäuren nur mit schlechten Ausbeuten erhalten. Durch Hydrolyse der   Laetame mit    viel Wasser allein wie auch in Gegenwart von geringen Mengen Säuren bei Temperaturen über 150  und unter Drnek lassen sieh Aminoearbonsäuren herstellen.



     1) ure    die dabei erforderliche hohe Temperatur tritt aber teilweise   Deearboxylierung un-    ter Bildung von basischen Bestandteilen und   anclern    Zersetzungsprodukten ein. Auch werden clie Lactame hierbei nicht restlos umgesetzt, so dass die erhaltenen Aminosäuren nicht rein genug anfallen, sondern noch einer Reinigung unterworfen werden müssen.



   Auf ähnliche Weise wurde nach der deut  schen    Patentschrift Nr. 820440 die Hydrolyse der Lactame in Gegenwart von   Festsäuren.    u. a. mit Ionenaustauschern, ausgeführt. Die hierbei verwendeten Festsäuren wirken als Katalysator und werden nicht verändert. Die erzielten Umsätze zu den Aminoearbonsäuren sind aber gering, sie werden mit den nicht umgesetzten Lactamen zusammen erhalten, und ihre Isolierung führt zu keinen reinen   Aminearbonsäuren.   



   Die Entfernung des   Sänrerestes    aus den Salzen der Aminosäuren, z. B. aus dem   Chlor-    hydrat der   e-Aminoeapronsäure,    das durch   Hydrolyse des e-Caprolaetams    mit Salzsäure erhalten worden ist, wird naeh   Org.    Synthesis, Vol. XXXII, 13 (1952) mit einem Anionenaustauscher ausgef hrt. Diese Methode hat den Naehteil, dass sie kein technisches Verfahren darstellt, da hierbei sehr geringe Konzentrationen, nämlich unter   1  /oige, wässrige      Aminoearbonsäurelösungen, erhalten    werden.



   Es wurde nun ein Verfahren gefunden, nach welehem es möglich ist,   Aminocarbon-    säuren in Form von konzentrierten Lösungen quantitativ und mit hoher Reinheit zu gewin  en.    Dieses den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildende Verfahren zur Herstellung von Aminocarbonsäuren ist dadurch ge  kennzeiehnet,    dass deren in Losung befindliche Lactame an den Sulfosäuregruppen von    sulfosaurenKunstharz-Kationen-Austauschern    hydrolysiert und dabei von den   Sulfosäure-    gruppen salzartig gebunden werden, und dass die Aminocarbonsäuren dann mit Hilfe von Ammoniak aus den   Austauschern      herausgelösl    : werden.



   Als Austauscherharze eignen sich besonders die handelsübliehen sulfosauren Kunstharz-Kationen-Austauscher, z. B. die   kernsul-    fonierten Polystyrole. Die Lactame dringen hierbei in die Poren dieser Harze ein und hydrolysieren an deren   sulfosauren    Gruppen, wobei die   sulfosauren    Gruppen die gebildeten Aminoearbonsäuren salzartig binden. Die gebundene   Aminocarbonsäuremenge    kann fast der totalen theoretischen BindungskapazitÏt des   Kationen-Austauschers    entsprechen. Wie festgestellt wurde, werden durch die Austauscher stets aber nur solche Mengen an Lactamen umgesetzt, als   Aminocarbonsauren    gebunden werden können.

   Die neueren sulfosauren Kunstharz-Kationen-Austauscher besitzen eine hohe   Bindungskapazität    f r Amino  earbonsäuren.    So beträgt zum Beispiel die Bindungskapazität für die   kernsulfonierten    Polystyrole bis zu etwa 0, 28 Gewichtsteile   E-      Aminoeapronsäure für 1    Volumteil trockenes bzw. 2 Volumteile feuchtes Harz.   Vorausset-      zung    ist nur, dass die Austauscher vorher gut aktiviert werden.



   Als Lösungsmittel für die Lactame zur Umsetzung eignet sich vorzugsweise Wasser, aber auch Gemische von Wasser und mischbaren organischen Lösungsmitteln, wie z. B.



  Alkohole, sind geeignet.



   Die Konzentration der   Lactamlösung    zur Umsetzung kann sehr niedrig oder sehr hoch gehalten werden. So können Lösungen niedriger Konzentrationen mit zum Beispiel   1'/a Lac-    tam, aber auch solehe höchster   Konzentratio-    nen mit bis zu   90  /o Laetam    hydrolysiert werden. Lösungen niedriger Konzentrationen zeigen bei gleicher   Austauschermenge    pro Zeiteinheit einen geringeren Umsatz als Lösungen höherer Lactam-Konzentrationen.

   Die Temperatur bei der Umsetzung der Lactame mit den   Kationen-Austauschern    kann zwischen Raumtemperatur und   90  variieren.    Bei niedriger Temperatur geht die   LTmsetzung    durch den Austauscher nur langsam   vor sich, wah-    rend bei erhöhten Temperaturen diese   schnel-    ler erfolgt.



   Bei höheren Temperaturen als 90  erleiden die Austauscherharze bereits eine geringe Zersetzung, wobei deren Aktivität vermindert wird. Zweckmässig führt man die Umsetzung bei Temperaturen zwischen 60 und   80     C aus.



   Die   Umsetzungszeit    der   Lactamlösung      dureh    die   Kationen-Austauseller    hängt von der Konzentration der   angewendeten Laetam-    l¯sung und der Temperatur ab. Es wird eine gleiche   Umsetzungszeit    bei Vemvendung von niedrigeren Laetam-Konzentrationen und hoheren Temperaturen wie bei Verwendung von   hoheren      Lactam-Konzentrationen mit    niedrigeren Temperaturen erreicht.

   So wird bei 80  C bei Umsetzung einer   l"/oigen Laetam-    losung in etwa 30 Stunden, bei Umsetzung    einer 15"/oigen Lactamlosung in etwa 10 Stun-    den und   bei Umsetzung einer 70 /o Laetam-    losung in etwa 4 Stunden eine Menge Aminocarbonsäure gebildet und angelagert, die etwa   90  /o    der   theoretisehen    Aufnahmefähigkeit des Harzes entspricht.



   Das   Herauslosen    der vom Harz   aufgenom-    menen Aminocarbonsäuren mit Hilfe von Am  monial    erfolgt am einfachsten dureh Behandeln mit verdünnter, zweckmässig wässriger   Ammoniaklosung    in der KÏlte unter Kühlung.



  Hierbei wird die Aminosäure aus dem Harz verdrÏngt, wobei das Harz durch Ammoniak abgesättigt wird. Das Herauslosen erfolgt vorteilhaft so, dass eine sehwaeh   ammoniakalisehe,      z.    B. etwa 0, 1%ige, L¯sung resultiert. Die so   erhaltenen sehwach ammoniakalisehen    AminocarbonsÏure-L¯sungen können nach Zugabe von weiterem Ammoniak zur nochmaligen Herauslosung verwendet werden.

   Auf diese Weise können konzentrierte   Aminocarbon-    sÏure-L¯sungen erhalten werden, deren   Kon-    zentration grosser sein kann als die der angewandten   Lactamlosung.    Dadurch gelingt es, nicht nur ausgehend von stark verdünnten   Lactamlosungen    durch   Umsetzung mit Kat-      ionenaustauseher,    sondern auch aus   anderwei-    tig hergestellten verdünnten   Aminocarbon-      säure-Lösungen    eine Konzentration ohne Destillation zu erreichen.



   Die Gewinnung der Aminocarbonsäuren aus ihren schwach   ammoniakalisehen      Lösun-    gen kann durch einfaehes Eindampfen,   zweek-    mässig bei tiefen Temperaturen im Vakuumerfolgen.



   Hierbei entweicht anfänglieh eine geringe Menge des übersehüssigen Ammoniaks, die wiedergewonnen werden kann. Als Rüekstand werden die Aminoearbonsäuren entweder als konzentrierte Lösungen oder in fester Form technise rein und reinweiss erhalten.



   Die   Aminoearbonsäuren    lassen sich auf diese Weise frei von den Ausgangslaetamen und von allen basischen. Stoffen so rein erhalten, dass ihre hochkonzentrierten   Losungen    bereits auskristallisieren. Der Schmelzpunkt der   eingedampften    Aminosäure entspricht in der Regel fast dem theoretischen ; so kann   xum    Beispiel die   E-Aminocapronsäure    mit einem Sehmelzpunkt von 198  C erhalten werden.



   Die Regeneration des mit den ammoniakalischen Lösungen behandelten Austauscherharzes kann in iiblicher Weise vorgenommen werden, wobei durch ein-oder mehrmalige Wiederverwendung der sauren   Regenerations-      iosung    geringere oder h¯here Konzentrationen an Ammonsalzen erhalten werden können.



   Das Verfahren kann in einfaehster Weise durch periodisches Wechseln der   Harzaustau-    scher kontinuierlich durchgef hrt werden. Es ist besonders gut geeignet, um ?-AminocapronsÏure durch Hydrolyse von ?-Caprolactam herzustellen.



   Beispiel 1
100 Volumteile einer 70%igen wϯrigen L¯sung von ?-Caprolactam werden in einem R hrgefϯ mit 100 Volumteilen aktivierten und   feuehten    Kationen-Austauschern     Am-    berlite JR-120? (sulfoniertes Polystyrol, eingetragenes Warenzeichen) während 4 Stunden bei 80¯ C gerührt. Danach wird das Harz von der nicht umgesetzten Caprolactamlösung   ab-    getrennt, mit entsalztem Wasser   lactamfrei    gewaschen und mit 100 Volumteilen entsalztem Wasser in einem andern Rührgefäss vermischt.

   Durch portionsweise Zugabe von 7, 25    Gewiehtsteilen 25 feiger wässriger Ammoniak-      losung    bei   15     C wird schlie¯lich eine Lösung mit. einem Gehalt von   0,      1"/o Ammoniak    erhalten.



  Die schwach ammoniakalische   Losung,    welche etwa   13"/o Aminocapronsäure enthält, wird    vom Harz getrennt und im Vakuum eingedampft. Als   Rüekstand    erhÏlt man 13, 1 Ge  wichtsteile      reinweisse      e-Aminocapronsäure    mit einem Schmelzpunkt von   196     C, entsprechend etwa   90  /o    der theoretischen BindungskapazitÏt des Harzes.



   Beispiel 2
100 Volumteile einer   15'Vdgen wässrigen      e-Ca. prolactamlösung    werden   ineinemRühr-    gefäss mit 100 Volumteilen aktivierten   una    feuchten   Kationen-Austauschern      Dowex 50   (sulfoniertes Polystyrol, eingetragenes Warenzeiehen)   vermiseht    und 6 Stunden bei   60     C gerührt. Das Harz wird von der nicht umgesetzten   Caprolaetamlösung    getrennt, mit entsalztem Wasser   lactamfrei    gewaschen und mit 100 Volumteilen entsalztem Wasser in einem andern   Bührgefäss vermischt.

   Darauf    werden portionsweise 7, 4 Gewichtsteile 25%ige wässrige   Ammoniaklosung    bei   15     C zur Ab  losung    der Aminosäure zugegeben, bis die re  sultierende    Lösung einen Ammoniakgehalt von etwa 0,   1 ouzo    hat. Die schwach   ammoniaka-    lische Lösung, welche etwa 7% AminocapronsÏure enthält, wird vom Harz getrennt und im Vakuum eingedampft. Als Rückstand werden 10, 7 Gewichtsteile reinweisse   e-Amino-    capronsäure mit einem Schmelzpunkt von   i 980    C erhalten, entsprechend etwa 76% der   theoretischenBindungskapazität    des Harzes.



   Beispiel 3
Durch einen auf   80     C beheizten Turm, der mit 250 Volumteilen aktivierten und feuchten   Kationen-Austauschern      Amberlite JR-120¯ beschickt ist, lässt man stiindliel 4000 Volumteile   10/oigne    wϯrige?-Caprolactaml¯sung mit 800   C    fliessen. Nach 30 Stunden wird dieser Turm gewechselt und mit   entsalz-    tem Wasser   lactamfrei    gewaschen. Darauf führt man durch diesen Turm  ber den beladenen Austauscher 250 Volumteile Wasser, dem man während 2 Stunden unter Kühlung bei 20¯ C 18 Volumteile 25%ige Ammoniak  losung    zusetzt.

   Nach vollständiger Ablösung wird eine schwach ammoniakalische   Losung    der Aminocapronsäure erhalten, die nach Eindampfen im Vakuum 32 Gewichtsteile feste und technisch   reine e-Aminocapronsäure    mit einem Schmelzpunkt von   197     C ergibt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Aminocar- bonsäuren, dadurch gekennzeichnet, dass deren in Lösung befindliche Lactame an den Sulfosäuregruppen von sulfosauren Kunstharz- Kationen-Austausehern hydrolysiert und da gei von Sulfosäuregruppen salzartig gebun- den werden, und dass die Aminocarbonsäuren dann mit Hilfe von Ammoniak aus den Austauschern herausgelost werden.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentansprucli, da durch gekennzeichnet, dass die beim Herausl¯sen erhaltenen Losungen aufkonzentriert werden, indem sie in ammoniakalischem Zu- stand zum Herauslosen von neuen Mengen der Aminoearbonsäuren aus den Austausehern verwendet werden.
    2. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurell gekennzeichnet. dass man kontinuierlich arbeitet.
    3. Verfahren nach Patentanspruell, da durch gekennzeichnet, dass man e-Caprolac tam hydrolysiert.
CH330127D 1954-09-21 1954-09-21 Verfahren zur Herstellung von Aminocarbonsäuren CH330127A (de)

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