CH332130A - Verfahren zur Herstellung von hochwirksamen Insektiziden - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von hochwirksamen Insektiziden

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CH332130A
CH332130A CH332130DA CH332130A CH 332130 A CH332130 A CH 332130A CH 332130D A CH332130D A CH 332130DA CH 332130 A CH332130 A CH 332130A
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chlorine
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Hans Dr Feichtinger
Hans Dr Tummes
Puschhof Siegfried
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Ruhrchemie Ag
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  Verfahren zur Herstellung von hochwirksamen Insektiziden
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von hoehwirksamen Insektiziden, das dadurch gekennzeichnet ist, dass Hexa  ehloreyelopentadien    mit Cyclopenten bei überatmosphärischem Druck und bei   Tempera-      turen    zwischen   100    und 250  C zu   4,    5, 6, 7, 8, 8 Hexachlor-4, 7-methylen-3a., 4, 7, 7a-tetrahydro  indan    der Strukturformel
EMI1.1     
 umgesetzt und dieses Produkt in Gegenwart von chemisch wirksamem Licht   chloliert    wird.



   Bei der erfindungsgemässen Chlorierung entstehen hoher chlorierte Verbindungen, die für sich allein oder in Mischung mit andern, bereits bekannten Chlorierungsprodukten ausserordentlich gut zur Bekämpfung   schäd-    licher Insekten geeignet sind.



   Im   Ring Indexe von Patterson und Capell A. C. S.   Monograph    Series Nr. 84   (1940)    wird Dicyclopentadien   (CtoHl2)    als 4, 7-Methano-3a, 4, 7,   7a-tetrahydroinden    bezeichnet.



  Unter Benutzung des gleichen   Nomenklatur-    systems kann man das erfindungsgemäss zu chlorierende Material als 4, 5, 6, 7, 8, 8-Hexa   chlor-4, 7-methylen-3a., 4, 7, 7a tetrahydroinden    bezeichnen. Diese Verbindung wird mit Hilfe einer Diels-Alder-Realition aus Hexachlorcyclopentadien und Cyclopenten hergestellt, wobei das Cyclopenten als   dienophile    Komponente reagiert Die Reaktion verläuft hierbei auf Grund der nachstehenden Gleichung :
EMI1.2     
 
Es war zwar bekannt, dass Cyclopentadien für die Diels-Alder-Reaktion eine stark dienophile Komponente   darstellt vmd    z. B. mit Hexa  chlorcyclopentadien    in exothermer Reaktion eine Additionsverbindung liefert.

   Von dem einfach ungesÏttigten Cyclopenten war bisher jedoch nicht beka-nnt, dass es sich für die   Diels-Alder-Reaktioneignetund    als dienophile Komponente bei der Diensynthese gut zu reagieren vermag. Überraschenderweise wurde gefunden, dass Cyclopenten als dieno  phile Komponente    in nicht   vorauszusehender    Weise mit Hexachlorcyclopentadien bei erhöhter Temperatur nach der vorstehenden Gleichung in glatter Reaktion eine Diels Alder-Additionsverbindung bildet.



   Diese Reaktion verläuft in einfacher Weise bei der Erhitzung von Hexachloreyelopentadien und Cyclopenten auf Temperaturen, die zwischen 100 und   250       C    liegen. Am besten arbeitet man bei Temperaturen von 110 bis   140  C.    Bei   100     C sind für eine vollständige Umsetzung der Reaktionsteilnehmer mehr als   24    Stunden erforderlich, wÏhrend man bei   140     C die Reaktion bereits innerhalb von un  gefähr    4 Stunden beenden kann.



   In den nachstehenden Tabellen sind die Ausbeuten an   4,    5, 6, 7, 8, 8-Hexaehlor-4, 7-methylen-3a, 4, 7, 7a-tetrahydroindan in Abhängigkeit von der Reaktionstemperatur und der Reaktionsdauer wiedergegeben.



   Reaktionstemperatur 140  C    Reaktionsdauer Ausbeute in % der theoretiseh    in   Stunden mögliohen    Menge   
1 h 86 %
2 h 93%   
4 h 93%
Reaktionstemperatur   120     C Reaktionsdauer Ausbeute in % der theoretisch in   Stundenmöglichen    Menge    1 h 43%   
2   h 57%       4 h 73%   
8   h 90 %   
24 h 96 %
Reaktionstemperatur 100  C    Reaktionsdauer Ausbeute in % der theoretiseh    in Stunden möglichen Menge
8 h 48%
16   h 71%   
24 h 81 %     Zweekmässig wird    die Erhitzung der   Re-      aktionsteilnehmer    bei den angegebenen Tem   peraturen in geschlossenen 

  Reaktionsgefässen    durchgefiihrt. Als Reaktionsgefässe sind für kleinere Mengen   dickwandige, druekfeste    Glasbehälter und für grössere Mengen   Behäl-    ter aus nicht rostendem Stahl oder emaillierte Druekgefässe geeignet. Der bei der Reaktion auftretende Druck ist von der Reaktionstemperatur und von dem molaren Verhältnis der Ausgangsstoffe abhängig. Für die eigentliche Reaktion ist der Druck jedoch bedeu  tungslos,    da er sich nur zwangläufig aus dem Dampfdruck des   leicht fliichtigen Cyclo-    pentens ergibt.

   Bei einer Reaktionsmisehung   von l Mol Hexachlorcyclopentadien    und   1 Mol Cyelopenten beläuft    sich der Reak  tionsdruek    bei   170     C beispielsweise auf 7   kg/em2.    Eine Mischung von 1 Mol Hexa  chloreyclopentadien und    2 Mol Cyclopenten erzeugt bei   170     C einen   Reaktionsdruek    von 18   kg/cm2.   



   Das molare Verhältnis der beiden Reaktionsteilnehmer ist für die Umsetzung an sieh fast   bedeutnngslos,    so dass das   Verhält-    nis zwischen Hexachlorcyclopentadien und Cyclopenten in weiten Grenzen liegen kann.



  Bei entspreehend langer Erhitzung wird der im   Untersehuss    verwendete   Reaktionsteilneh-    mer stets vollständig verbraucht, während der übersehüssige Anteil des andern Reaktionsteilnehmers in der Reaktionsmischung verbleibt und bei der Aufarbeitung wieder zurückgewonnen werden kann. Wegen der leichten Abtrennbarkeit des flüchtigeren Cyclopentens verwendet man   zweekmässig    diese Komponente im Überschuss, damit das schwerer abtrennbare   Hexachlorcyelopentadien      mögliehst    vollständig umgesetzt wird. Besonders zweckmässig ist eine Reaktionsmischung von   1    Mol Hexachlorcyclopentadien und 1, 5 Mol Cyelopenten.

   Es kann mit einem Zusatz von inerten Losungsmitteln oder Verd n  nungsmitteln gearbeitet    werden, z. B. unter Zumischung von Benzol, Toluol oder aliphatischen, zwischen 100 und   150     C siedenden Kohlenwasserstoffen. Hierdurch ergeben sich jedoch keine wesentlichen Vorteile.



   Die erfindungsgemäss hergestellte Diels Alder-Additionsverbindung wird aus der Re  aktionsmischung    im allgemeinen in der Weise isoliert, dass man die im Überschuss vorhan  dene      Rea. ktionskomponente,    meist also das   Cyelopenten,    unter vermindertem Druck abdestilliert. Hierbei erstarrt die Reaktionsmischung zu einer kristallinen Masse. Das auf diese Weise erhaltene rohe   Additionspro-    dukt kann dann durch Umkristallisierung aus organischen   Losungsmitteln    unter Verwen  dung    von Aktivkohle gereinigt werden. Besonders gut geeignet zur Reinigung der rohen Additionsverbindung sind niedrige Alkohole, z. B. Methanol, ¯thanol und Isopropanol.

   In diesen Lösungsmitteln ist die erfindungsgemäss hergestellte Additionsverbindung in der Hitze verhältnismässig leicht, in der Kälte jedoch sehr schwer   loslich.    Die Additionsverbindung kann auch   durch frak-    tionierte Vakuumdestillation aus der Reak  tionsmischung    isoliert werden.   Dabei destil-    lieren die nicht umgesetzten Ausgangsstoffe als Vorläufe schon bei niedriger Temperatur, so dass sie leicht von dem sehr hochsiedenden Reaktionsprodukt abgetrennt werden können.



   Die dureh Umkristallisierung gereinigte Additionsverbindung ist eine farblose, ge  ruchlose,    kristalline Masse, deren korrigierter Schmelzpunkt bei   212     C liegt.



   Aus Hexachlorcyclopentadien und Cyclopentadien wurde als Diels-Alder-Additionsverbindung bereits 4, 5, 6, 7, 8,   8-Hexachlor-4, 7-    methylen-3a, 4, 7, 7a-tetrahydroinden hergestellt, das nachstehende Strukturformel besitzt :
EMI3.1     

Abweichend hiervon handelt es sich erfindungsgemϯ um eine   Diels-Alder-Additions-    verbindung aus Hexachlorcyelopentadien und  Cyclopenten. Von der erstgenannten Verbindung unterscheidet sich das erfindungsgemϯe Produkt durch zwei zusätzliche Wasserstoffatome und durch das Fehlen der Doppelbindung im nicht   ehlorsubstituierten      Fiinferring..   



   Es ist bekannt, dass die Chlorierung der   Diels-Alder-Additionsverbindung    aus Hexachlorcyclopentadien und Cyclopentadien ein Octachlor-Additionsprodukt   (Chlordan)    oder ein   Heptachlor-Substitutionsprodukt    (Heptachlor) mit hohen insektiziden Wirksamkeiten ergibt (vgl. z. B. USA-Patent Nr. 2519190 und   britisches    Patent   Nr.    618432).



   Es wurde gefunden, dass man durch Chlo  rierung    der   Diels-Alder-Additionsverbindung    von   Hexa-chlorcyclopentadien    und Cyclopeten Produkte mit insektiziden Wirksamkeiten erhält, die besser sind als die der vorgenannten, bereits bekannten Octachlor-bzw. Heptachlorverbindungen der. Additionsverbindungen aus Hexachloreyelopentadien und Cy  clopentadien.    Die nach dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellten Verbindungen müssen daher innerhalb des 4,   7-Methylen-    3a, 4, 7, 7a-tetrahydroindan-Ger stes eine neuartige Anordnung der Chloratome besitzen.



   Da das Zwischenprodukt des erfindungsgemässen Verfahrens im nicht substituierten Fünfring keine Doppelbindung besitzt, ist es    verständlich, dass die Chlorierung der gesät-    tigten Verbindung anders verläuft als die Chlorierung der ungesättigten Verbindung.



  Bei der Chlorierung der Additionsverbindung aus Hexaehlorcyclopentadien und Cyclopentadien zum     Chlordan   handelt    es sich um eine   Anlagerungsreaktion    des Chlors an die Dop  pelbindung    und bei der Chlorierung zum ¸   Heptaehlor   um    eine nur in Gegenwart von Peroxyden verlaufende Monosubstitution des Chlors in   Allylstellung    unter Erhaltung der Doppelbindung. Im Gegensatz hierzu ist die Chlorierung des dieser Verbindung zugrunde liegenden 4, 5, 6, 7,   8-Hexachlor-4,    7-methylen3a,4, 7, 7a-tetrahydroindans eine reine Substitutionsreaktion des gesättigten F nferringes.



  Der Eintritt des Chlors in den Fünferring wird hierbei nicht durch eine   dirigierende    Gruppe (Doppelbindung) dieses Ringes beeinflusst, sondern nur von dem anellierten   Hexachlorbicycloheptenring.   



   Die Möglichkeit für den Eintritt von weiteren Chloratomen in das 4, 5, 6, 7, 8,   8-Hexa-       chlor- < 4, 7-methylen-3a, 4,    7,   7a-tetrahydroindan    ist nur dort gegeben, wo der Ring mit Wasserstoff substituiert ist, also in   1-,    2-, 3-, 3a-und 7a-Stellung.

   Eine Substitution an den tertiären C-Atomen in 3a-und 7a-Stellung ist wegen   der sterisehen Behinderung    durch den chlorierten   Bicycloheptenring    sehr unwahrscheinlich, so dass für die Chlorsubstitution wahrscheinlich nur die drei   sekundä-    ren C-Atome in   1-,      2-und    3-Stellung in Frage kommen Über eine genaue Stellung der   zu-      sätzlich    eintretenden Chloratome lassen sieh im einzelnen keine genauen Angaben machen, doch kann mit grosser Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass sich die   eintreten-    den Chloratome in einem von dem jeweiligen Chlorierungsgrad abhängigen statistischen Gleichgewicht über die C-Atome in   1-,

      2und   3-Stellung    verteilen.



   Bei der erfindungsgemässen Chlorierung von 4, 5, 6, 7, 8, 8 - Hexachlor - 4,   7-methylen-    3a, 4, 7,   7a-tetrahydroindan    wird je nach der Höhe der Chlorierung ein bestimmtes, repro  duzierbares    Gemisch von ehlorierten Verbindungen des 4, 7-Methylentetrahydroindans erhalten.



   Zweckmässig lässt man das Chlor unter Bestrahlung mit chemise aktivem Lieht auf das in Lösung befindliche   Diels-Alder-Additions-    produkt einwirken. Als   Liehtquelle    sind alle   ultravioletten Lichtausstrahler geeignet,    z. B.



  Quecksilberdampflampen, normale elektrische Glühlampen und   Leuehtstoffrohren.    Auch die   Verwendu,mg    von Sonnenlieht und hellem Tageslicht ist   möglieh.   



   Bei der Chlorierung kann man alle. gegen Chlor unter den verwendeten   Reaktionsbedin-      gungen    beständigen organischen Losungsmittel benutzen, in denen das Ausgangsmaterial sich lösen oder dispergieren lässt. Besonders gut geeignet sind Chlorkohlenwasserstoffe,   z.    B. Tetrachlorkohlenstoff, Chloroform oder Trichloräthylen. Die Reaktionstemperatur kann zwischen   0-70     C liegen.

   Das Chlor wird hierbei zweckmässig gasförmig unter   gleiehzeitiger    Bestrahlung mit aktinischem Licht in die gerührte Lösung des Diels-Alder Additionsproduktes eingeleitet.   Die ChlorieF      rungsdauer    ist von der Arbeitstemperatur, der   Liehtquelle    und von dem gewünschten Chlorierungsgrad abhängig
Die Chlorierung des Diels-Alder-Additionsproduktes kann auch mit andern Chlo  rierungsmitteln,    z. B. mit Sulfurylchlorid, oder mit Hilfe von Chlor in Gegenwart von Katalysatoren erfolgen, welche die Substitution des Chlors beschleunigen, z. B. unter Verwendung von Peroxyden.

   Die Chlorierungsprodukte können aus der Reaktionsmischung durch destillative Abtrennung des   Losungsmittels und durch Filtration    der ge  gebenenfalls    verwendeten katalytischen Zusätze isoliert werden. Der nach Entfernung aller flüchtigen Stoffe verbleibende Riickstand bildet das gewünschte Insektizid.



   Je nach dem Chlorgehalt handelt es sich dabei um viskose, farblose oder leicht gelblich gefärbte öle, die teilweise oder ganz bei Zim  mertemperatur    kristallinisch erstarren und in fast allen   organisehen    Lösungsmitteln, z. B. in aliphatisehen Kohlenwasserstoffen,   Ather,    Benzol, Toluol, Dioxan, Chloroform, Tetrachlorkohlenwasserstoff, Trichloräthylen und Aeeton leicht löslich, in kalten Alkoholen nur wenig, in warmen Alkoholen jedoch leicht löslich sind. In kaltem und heissem Wasser ist das Chlorierungsgemisch unlöslich. Im Hochvakuum lassen sich die Chlorierungsgemische unzersetzt destillieren, wobei eine gewisse Auftrennung in einzelne Fraktionen von versehiedenen Chlorgehalten möglich ist.

   Auch durch Verteilung zwischen zwei   Losungsmit-    teln oder durch chromatographische Adsorption können die   erfindungsgem ss    hergestellten Chloriermgsgemisehe in einzelne Fraktionen aufgetrennt werden. Gegen   hydroly-      sierende    Einfliisse sind die   Chlorierungs-      gemisehe weitgehend beständig.   



      BeMpMe       1.    In   100      cm3    Tetrachlorkohlenstoff wurden 20 g des auf nachstehende Art hergestellten 4,   5,    6, 7, 8,   8-Hexachlor-4,      7-methylen-    3a, 4, 7,   7a-tetrahydroindans gelÏst und    bei   30  C    unter Bestrahlung mit ultraviolettem Licht 20 Minuten mit   gasfÏrmigem    Chlor behandelt, wobei je Stunde 5 Liter Chlor   über-    geleitet wurden. Während der Reaktion wurde das Material mit Hilfe eines gasdiehten Rührers intensiv durchgemischt.

   Nach der Abdampfung des   LÏsungsmittels    verblieben 22   geines wei3en    kristallinen Produktes, das 65,   74"/o.    Chlor enthielt und die Bruttoformel   Clou7,    besass. Dieses Produkt wurde als Chlorierungsgemisch A bezeichnet.



   Das Ausgangsmaterial der Chlorierung wurde auf folgende Weise hergestellt :
In einer dickwandigen Glasrohre wurden 273 g   Hexaehlorcylcopentadien    und 100 g Cyelopenten 24 Stunden auf   100     erhitzt und die erhaltene Reaktionsmischung zuerst bei 20 mm Hg und 60  C vom nicht umgesetzten Cyclopenten befreit und dann im Vakuum von   1    mm Hg bei   100     C 80 g nicht umgesetztes Hexachlorcyclopentadien abdestilliert.



  Durch Umkristallisierung des dabei   erhalte-    nen   Destillationsrückstandes    ergaben sich 235 g reines 4, 5, 6, 7, 8, 8-Hexachlor-4, 7-methy  len-3a,    4, 7,   7a-tetrahydroindan.   



   2. Es wurden 20 g naeh den Angaben in Beispiel   1    hergestelltes 4, 5, 6, 7, 8,   8-Hexachlor-    4, 7-methylen-3a, 4, 7, 7a-tetrahydroinden in   100      em3    Chloroform gelöst und bei   50     C 40 Minuten unter Bestrahlung mit ultraviolettem Licht chloriert. Nach der Entfernung des Lösungsmittels wurden 24 g   dickflüssiges,    helles   Chlorierungsprodukt    erhalten. Der Chlorgehalt belief sich auf 68, 66  /o, was der   Brutto-    formel   CloH62Cl7 8 entspraeh.    Dieses Produkt wurde als Chlorierungsgemisch B bezeichnet.



   3. Es wurden 20 g des nach den Angaben in Beispiel   1    hergestellten Diels-Alder-Addi  tionsproduktes    aus chloreyclopenta, dien und Cyclopenten in 100   em3      Tetrachlor-    kohlenstoff gelöst und bei 30  60 Minuten lang unter Bestrahlung mit ultraviolettem  Licht chloriert. Der nach dem Verdampfen des   Losungsmittels    in einer Ausbeute von 25, 5 g verbleibende ¯lige   wasserhelle Rüek-    stand entsprach einem Chlorgehalt von 70,   911"/o und    der   Bruttoformel    C10H5,4Cl8,6.



  Dieses Produkt wurde als   Chlorierungsge-    misch C bezeichnet.



   4. Es wurden 20 g des nach den Angaben in Beispiel   1    hergestellten Diels-Alder-Additionsproduktes in 100 cm3 TrichlorÏthylen gel¯st und bei   60       C    2 Stunden unter Bestrahlung mit ultraviolettem Licht chloriert. Das Lösungsmittel wurde im Vakuum entfernt.



  Man erhielt 28 g eines dickfliissigen, teilweise   kristalliniseh erstarrenden öls    mit einem Chlorgehalt von 73, 62 %, das der Bruttoformel von C10H4,3Cl9,7 entsprach und als Chlorierungsgemisch D bezeichnet wurde.



   5. Es wurden 34, 1 g des nach den   Anga-    ben in Beispiel 1 hergestellten Diels-Alder Additionsproduktes in 50   cm3    Tetra, chlorkohlenstoff gelöst und mit 27 g   Sulfurylehlo-    rid unter Zusatz von 0, 2 g   Benzoylperoxyd    8 Stunden am Rückflusskühler unter Bestrahlung mit ultraviolettem Licht erhitzt.



  Nach Beendigung der Reaktion wurde die   Losung zunächst im    Vakuum zur Trockne eingedampft. Der verbleibende Rückstand wurde in 50   em3      Petroläther gelost,    zweimal mit   Natnumbicarbonat    schen, mit Natriumsulfat getrocknet und erneut im Va  kuum    eingedampft. Man erhielt   39g    eines gelbbraunen Ols der Summenformel C10H6,2Cl7,8 Es besass einen Brechungsindex   nD    von 1,   5772    und wurde als   Chlorierungsgemiseh    E bezeichnet.



   Das besondere Merkmal der erfindungsgemäss hergestellten   Chlorierungsgemische    ist ihre hohe insektizide Wirksamkeit bei ganz bestimmten   Chlorgehalten. Wie die nach-    stehende Tabelle I zeigt, erreicht die   insek-    tizide Wirksamkeit mit zunehmendem Chlorgehalt ein Maximum bei einem Gehalt von ungefähr 7, 8 Mol Chlor je Molek l (68, 5 Gewichtsprozent Chlor). Bei noeh hoheren Chlorgehalten fällt die Wirksamkeit wieder. Die aus Tabelle I ersiehtliehen Zahlen zeigen die nach der Methode von W.   M.    Hoskins und P.

   S.   Messenger      (Agricultural    Control Chemicals, Avances in Chemistry, Series 1 [1950] Seite 93-98)   ermittelten LD50-Werte    (50 %ige Sterblichkeit) bei Musea domestiea in Abhängigkeit von dem Chlorgehalt der   Chlorierungsgemisehe.   



   Tabelle I   
Relative Toxieität
Cl-Atome Chlorgehalt Beispiel Produkt @@@@@@@@ @@@@    je Molek l Gew.- % LD50 BHC=40   
6, 9 65,7 % 1 A 6, 3
7, 3 67,0 % 22
7, 75 68, 5 % 2 B 44   
8,1 69,5 % 23,5
8, 6 70,8 % 3 C 5, 6    9, 0 71,8 % 1,35   
9, 5 73,0 % 4 D 0, 2
In der vorstehenden Tabelle I wurde die   Toxieität    t (LD50) von y-Hexachlorcyclohexan, das in der amerikanischen Literatur mit BHC bezeichnet wird oder auch unter dem Namen     Lindan      bekannt ist, mit 40 angenommen.



   Die hohe insektizide Wirkung der erfindungsgemäss   hergestellten Chlorierungspro-    dukte bei Musca domestica (Hausfliege) im   Vergleieh zu    bereits bekannten Insektenbe  kämpfungsmitteln    ¸BHC¯, ¸DDT¯ (Dichlor   diphenyltrichloräthan),   Toxaphen   (chIo-    riertes Camphen), ¸Chlordan¯ und ¸Aldrin¯ ist aus der nachstehenden Tabelle II   ersieht-    lich. Diese Tabelle gibt   die relativen Toxici-    täten an (LD50 bei Musea domestica), wenn die Wirksamkeit von BHC mit 40 bezeichnet wird.



   Tabelle   II   
Relative   Toxicität   
Wirkstoff   LD,,       BHC = 40      BHC   40 ¸DDT¯ 6    Toxaphen 3    ¸Chlordan¯ 9 ¸Aldrin¯ 33-40 Chlorierungsgemisch B 44 (Beispiel 5)
Die insektizide Wirkung des   erfindlmgs-    gemässen Chlorierungsgemisehes B (Beispiel 5) gegen versehiedene Insekten ist ebenfalls sehr hoch, wie aus den   nachstehenden Tabel-    len III bis V hervorgeht.



   Die Zahlenwerte dieser Tabellen wurden in der Weise gewonnen, dass man runde BlÏtter aus Filtrierpapier mit einer   Losung    des   Chlorierungsgemisehes    B in Aceton gleichmässig   betropfte.    Die Konzentration der verwendeten L¯sung belief sich auf 1 % bzw.



  0,   5 /o    bzw. 0,   1 /o      (Gew.  /o)    des Chlorierungsgemisches B. Je cm2 der FiltrierpapierblÏtter wurden ungefähr 0,   0045    cm3 Wirkstofflösung verwendet. Die mit Wirkstoffl¯sungen be  handelten Filtrierpapiere wurden    sodann nach 2, 7, 12 oder 16 Tagen in runde, mit niedrigem Rand versehene Schalen (Petrischalen derart eingelegt, dass sie den Boden dieser Schalen bedeckten. Die dera. rt vorbereiteten Schalen wurden mit Versuchstieren. besetzt.

   Hierbei konnte man in Abhängigkeit von der Wirkstoff-Konzentration folgende Wirkungen   beabachten    :
Tabelle III
Wirkstoffkonzentration : 1   g/100    cm3 Aceton   
SchÏdlinge Alter Verweilzeit Irreversible der BelÏge SchÏdigung      Kornkäfer    (Calandra granaria) 16 Tg   1    Tg 100 % ReismehlkÏfer (Tribolium confusum) 16 Tg 1 Tg 100 % Reiskäfer   (Calandra oryeae)    16 Tg 1 Tg 100 % Stubenfliege   (lusoa      domestica)      12    Tg   1    Tg 100 %  (DDT-¸Resistenzzucht¯) Bettwanzen (Cimex lectularius) 2 Tg   1    Tg 100 % Orientalische Schabe 2 Tg 3 Tg 100 %  (Blatta orientalis)

     7    Tg   5      Tg    100 % 
Tabelle   IV   
Wirkstofikonzentration : 0, 5   g/100    em3 Aceton   
Schädlinge. Alter Verweilzeit Irreversible der Belage Schadigung    Reismehlkäfer (Tribolium confusum) 16 Tg   1    Tg 100 % Stubenfliege   (Musea      domestica)    12 Tg 2 Tg 100 %    (DDT-  Resistenzzucht      Bettwanzen (Cimex lectularius) 2 Tg 2 Tg 100 % Orientalische Schabe 2 Tg 4 Tg 80 %  (Blatta orientalis) 7 Tg 5 Tg 100 %
Tabelle V
Wirkstoffkonzentration :

     0,      1g/lOOem3 Aeeton      
Schädlinge Alter Verweilzeit Irreversible der Bel5, ge Schiidigung    Kornkäfer (Calandra   granaria)    2   Tg    3 Tg 100 % Reismehlkäfer (Tribolium confusum) 16 Tg 2 Tg 70 % Bettwanzen (Cimex lectularius) 2 Tg 4 Tg 100 %   Orientalische    Schabe 7 Tg 10   Tg    60 %  (Blatta orientalis)
Im Vergleich zum     DDT   hat    das erfindungsgemässe Chlorierungsgemisch B eine er  heblich    h¯here   Toxicität.    Hinsichtlich der Dauer der Toxicität ist dieses Produkt dem     DDT  .

   ebenbürtig.    Die mit dem erfindungsgemäss hergestellten Mittel erreichbare hohe Toxicitäts-Dauer wird dadurch bewiesen, da¯ beispielsweise nach 16 Tagen die   Toxicität    des Chlorierungsgemisches B gegen Musca do  mestica und Calandra    granaria nicht   wesent-    lich geringer war als am ersten Tage.



   Neben der hohen   Toxicität    und Dauerwirksamkeit haben die erfindungsgemässen Chlorierungsprodukte noch eine hohe   Bestän-    digkeit gegen alkalische Stoffe, was ihnen ausserordentlich weitgehende   Anwendungs-      moglichkeiten    gibt.



   Die relativ hohe Beständigkeit der erfin   dungsgemässen Chlorierungsgemische gegen    alkalische Stoffe ist von grossem Vorteil bei der Anwendung dieser Insektizide in Verbindung mit Kalk und alkalisch wirkenden künstlichen Düngemitteln. In dieser Beziehung sind die erfindungsgemässen Produkte beispielsweise erheblich besser als   y-Hexachlorcyclohexan    (BHC), Dichlordi  phenyltrichloräthan    (  DDT  ) oder   Chlordan,    die sich bei Anwesenheit alkalischer Stoffe ziemlich schnell zersetzen.



   Die erfindungsgemässen   Chlorierungspro-    dukte sind gegen viele Arten von   sehädliehen    Insekten und Lebewesen wirksam und können in jeder beliebigen, an sich bekannten Form als Insektenbekämpfungsmittel verwendet werden. Man kann diese Stoffe mit f r Insektizide üblichen Ílen   vermisehen md clie      hierbei erhaltenen Losungen oder    Emulsionen versprühen oder in anderer Weise anwenden.



  Die erfindungsgemässen Chlorierungsprodukte können auch mit fein verteilten oder   pulverformigen    Trägerstoffen kombiniert werden, um netzfähige oder nieht   netzfähige    insektizide   Stäubungsmittel    zu erhalten. Die neuen Chlorierungsprodukte lassen sich auch in Verbindung mit Emulsionsmitteln verwenden, z.   B.    mit Wasser oder mit Wasser und   solen,    um insektizide Emulsionen herzustellen.



  Auch in Aerosole können die erfindungsgemässen   Chlorierungsprodukte    eingebaut werden.



   Die erfindungsgemässen Chlorierungsgemische lassen sich auch in Mischung mit andern, bereits bekannten Insektiziden benutzen. Hierbei erhält man überraschende Wirkungen.



   Die   hauptsächlichste Eigenschaft    der erfin  dungsgemäss    hergestellten Insektizide liegt in ihrer   Dauerwirkung.    Wenn man diese Stoffe mit andern Insektiziden kombiniert, die eine grosse   Anfangstoxicität    besitzen, dann erhält man besonders wertvolle insektizide   Mischun-    gen. Eine Kombination der erfindungsgemässen Chlorierungsprodukte mit y-Hexachlorcyclohexan   (BHC)    ergibt beispielsweise ein   Insektenbekämpfungsmittel,    das die hohe   Anfangstoxicität    des BHC mit der grossen   Dauerwirkung    der erfindungsgemässen Produkte verbindet.

   Derartige Mischungen besitzen beispielsweise die aus der   nachfolgen-    den Tabelle VI ersichtlichen relativen   Toxici-    tÏten.



   Die Werte der nachfolgenden Tabelle wurden in der üblichen Weise bei   Bekämp-    fung von Musca.   domestica    bestimmt.



   Tabelle VI
Wirkstoff   Relative Toxioität    Relative Toxicität nach 2 Stunden nach 24 Stunden
BHC 40 40
Chlorierungsgemisch B 7 54
80 % BHC 40 23   20    % Chlorierungsgemisch B    50 %    BHC 44 40   50    % Chlorierungsgemisch B
20 % BHC 18   27      80    % Chlorierungsgemisch B

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von hochwirk- samen Insektiziden, dadurch gekennzeichnet, class Hexachlorcyclopentadien mit Cyclopenten bei überatmospharischem Druck und bei Temperaturen zwischen 100 und 250 C zu 4, 5, 6, 7, 8, 8 - Hexachlor- 4,7- methylen-3a,4,7,7atetrahydroindan der Strukt. urformel : EMI9.1 ttmgesetzt und dieses Produkt in Gegenwart von ehemiseh wirksamem Licht chloriert wird.
    UNTERANSPR¯CHE 1. Verfähren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zur Chlorierung gasförmiges Chlor in Gegenwart von chemisch wirksamem Licht ve-rwendet wird.
    2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Chlorierung mit Sulfurylchlorid in Gegenwart von Peroxyden durchgeführt wird.
    3. Verfahren nach Patentanspruch, da durci gekennzeichnet, dass die Chlorierung in einem inerten Losungsmittel durchgeführt wird.
    4. Verfahren nach Unteransprueh 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Chlorierung in Chlorkohlenwasserstoffen durchgeführt wird.
    5. Verfahren nach Patentanspruch, da- durch gekennzeichnet, dass je Molekül 4, 5, 6, 7, 8, 8 - Hexachlor-4,7-methylen-3a,4,7,7a tetra. hydroindan 1-3 Atome Chlor substi- tuiert werden.
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