CH344058A - Verfahren zur Herstellung östrogener Verbindungen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung östrogener Verbindungen

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CH344058A
CH344058A CH344058DA CH344058A CH 344058 A CH344058 A CH 344058A CH 344058D A CH344058D A CH 344058DA CH 344058 A CH344058 A CH 344058A
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Nepera Chemical Co Inc
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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07JSTEROIDS
    • C07J1/00Normal steroids containing carbon, hydrogen, halogen or oxygen, not substituted in position 17 beta by a carbon atom, e.g. estrane, androstane
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07JSTEROIDS
    • C07J75/00Processes for the preparation of steroids in general

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Description


      Verfahren        zur        Herstellung        östrogener        Verbindungen       Es sind schon zahlreiche natürliche     östrogene    Hor  mone isoliert worden.     Ihre    Strukturformeln wurden  nicht allein durch Untersuchungen über den Abbau,  sondern durch die Totalsynthese dieser     östrogenen     Verbindungen bestimmt.  



  Die Nomenklatur der     östrogenen    Hormone ba  siert auf dem Grundkohlenwasserstoff dieser     Reihe,     dem     östran,    das folgende Formel hat:  
EMI0001.0012     
    Für das natürlich vorkommende     Hormon        östron     wurde folgende Strukturformel angenommen:  
EMI0001.0015     
    Der obigen Nomenklatur entsprechend, kann die Ver  bindung als     di.3.5-Östratrien-3-ol-17-on    bezeichnet  werden.

   Die Konfiguration der     östrogenen    Verbin  dungen lässt nicht     allein    verschiedene     stereoisomere     Strukturen, sondern auch     Strukturisomere    zu, die be  trächtliche Variabilität in der Stellung der Doppel  bindungen in den Molekülen aufweisen können. Wie    erwartet, ist die     isomere    Struktur solcher nah ver  wandter Verbindungen als Ursache für Unterschiede  in deren physiologischer Aktivität     anzusehen.    In       einigen    Fällen sind die verschiedenen     isomeren    Struk  turen in der Natur gefunden worden.

   Andere     Stereo-          oder        Strukturisomere,    die entweder     in,    der Natur  nicht vorkommen oder bis jetzt noch nicht isoliert  und identifiziert worden sind, erhält man durch che  mische Behandlung verschiedener bekannter     östro-          gener    Verbindungen. Diese verschiedenen Verbindun  gen können verwendet werden, um die Aktivität na  türlich vorkommender Hormone     zu    erhöhen.

   Ausser  dem können mit der     Synthetisierung    neuer     östrogener     Strukturen Verbindungen geschaffen werden, die es  dem Kliniker ermöglichen, nicht allein die Aktivität  bekannter Östrogene zu erhöhen oder zu ergänzen,  sondern auch physiologische Reaktionen oder Wir  kungen von bisher     unbekannter    oder unerreichter  Art zu erzeugen.  



  So weist beispielsweise, wie weiter oben dargelegt  wurde, das natürlich vorkommende     Hormon        Östron     am     C-Atom    17 eine     Ketonfunktion    auf. Während die  Hydrierung von     Östron-17    in neutralem oder alkali  schem Medium oder die Reduktion mit Natrium und  Alkohol zu     östrädiol-3,17,B    führt,     wird    bei der Re  duktion von     Östron-17    mit     Raney-Nickel-Katalysator     in wässriger     Kalilauge    eine Mischung von     Östradiol-          3,17ss    und     Östradiol-3,

  17aerhalten,    wobei die letztere  einen höheren Schmelzpunkt und eine geringere     Wirk-          samkeit    als die Verbindung mit der     ss-Konfiguration     aufweist.  



  Mittels geeigneter synthetischer Massnahmen ist  nun die Herstellung     eines        Isomeren    von     Östron-17     gelungen, in welchem die     Ketonfunktion    sich am       C-Atom    16 befindet. Die Herstellung dieser synthe  tischen     östrogenen        Verbindung,    die als     Östron-16     bezeichnet wird, ermöglicht weitere strukturelle Mo-           difikationen,    wobei bisher unbekannte physiologisch  aktive Verbindungen erhalten werden.  



  Die Erfindung     betrifft    nun ein Verfahren zur  Herstellung von in     3-Stellung    gegebenenfalls     verester-          ten    oder     verätherten        östradiol-3,16ss    der Formel:  
EMI0002.0008     
    worin Y eine freie, veresterte oder     verätherte        Oxy-          gruppe    bedeutet, das dadurch gekennzeichnet ist, dass  man die entsprechende Verbindung der Formel:  
EMI0002.0012     
    reduziert.

    Es wurde .nämlich gefunden, dass sich das       Östron-16    (und in gleicher Weise auch seine     3-Ester     und     3-Äther)    unter günstigen Reaktionsbedingungen  reduzieren lässt, wobei die neue, bisher unbekannte       östrogene    Verbindung     östradiol-3,16ss    der folgenden  Formel erhalten wird:

    
EMI0002.0018     
    Diese Verbindung enthält zwei freie     Hydroxylgruppen,     welche     nachträglich    verestert oder     veräthert    werden  können, wobei man die Mono- und     Diester    ebenso  wie die Mono- und Diäther     erhält.        Gemischte    Äther  ester kann man auch herstellen, wenn eine der an  wesenden     Hydroxylgruppen    des Moleküls verestert  wird, während die andere     Hydroxylgruppe        veräthert     wird.

   So kann man beispielsweise den 3     Methyläther     des     Ostradiol-3,16fl    ebenso wie die entsprechenden       3-Propyl-,        3-Äthyl-,    3     Benzyl-,        3-Tolyl-,        3-Äthinyl-,          3-Phenyl-,        3-Cyclopentyl-    und     3-Naphthyläther    ein  fach erhalten.

   Die gemischten Ätherester gewinnt  man durch     Veresterung    der     restlichen    freien     Hydro-          xylgruppe.    Umgekehrt kann man zunächst die     Hydro-          xylgruppe    in     3-Stellung    des     Östradiol-3,

      l     6ss    unter An  wendung der     Schotten-Baumann-Reaktion    verestern  und dann die restliche freie     Hydroxylgruppe    in     16-          Stellung        veräthern.    Eine andere bequeme Methode  zur Herstellung der gemischten Ätherester besteht  darin,

   die     Hydroxylgruppe        in        3-Stellung    in dem       Östron-16    schon vor der Reduktion     zu        veräthern    und    dann nach der Reduktion das in     3-Stellung        verätherte          Östradiol-3,16ss    zu verestern.

   Bei Verwendung der       Reaktionsteilnehmer        in    geeigneten     stöchiometrischen          Verhältnissen    können unter günstigen Reaktions  bedingungen die symmetrischen Diäther und     Diester     des     östradiol-3,16ss    erhalten werden.  



  Diese neuen     östrogenen    Verbindungen besitzen  noch den unveränderten     d1,3,.5-Östratrienkern.     <I>Beispiel 1</I>  250 mg     östron-16    und 400 mg     Adams-Katalysa-          tor    (Platinoxyd,     Pt02)    werden mit 100     cm3        0,5n-          wässriger        Natronlauge    bedeckt und die Reaktions  mischung     mit    Wasserstoff unter einem Druck von  2,68     kg/cm2    12 Stunden bei einer Temperatur von  25  gerührt.

   Nach 24stündigem Stehen bei einer Tem  peratur von 25  trennt man die Flüssigkeitsphase  dieser Mischung von dem Katalysator durch Filtra  tion ab, wäscht den Katalysator mit     0,5n-wässriger     Natronlauge, vereinigt das     Filtrat    mit der Waschflüs  sigkeit, säuert die     vereinigten    Flüssigkeiten mit kon  zentrierter Salzsäure an und füllt mit Wasser auf  400     cms    auf.

   Die erhaltene     wässrige    Mischung extra  hiert man mit 400     cm3        Diäthyläther,    wäscht den  Ätherextrakt     zweimal    mit je 250     cm3    Wasser und  dampft die Ätherphase zur Trockne ein, wobei man  einen kristallinen Rückstand     erhält.    Zu diesem kri  stallinen Rückstand fügt man eine Mischung, die aus  0,24 g     Carboxy-methoxy-amin-hemihydrochlorid,     0,37g     Kaliumacetat    und 40     cm3        wässrigem        n-Pro-          panol    (1:

  3) besteht, erhitzt die erhaltene Mischung  am     Rückfluss    3 Stunden auf dem Dampfbad, kühlt  sie dann ab, lässt sie 24 Stunden bei 25  stehen,  nimmt sie in 400     cm3    Äther auf und führt die ätheri  sche Lösung in einen Scheidetrichter über, der  400     em3        wässriges        3o/oiges        Natriumbicarbonat    ent  hält. Die     ketonhaltige,    nicht reduzierte Fraktion bleibt  in der     wässrigen    Phase zurück.

   Nach Extraktion der  ätherischen Lösung (d. h. nach gutem     Durchschütteln     des Scheidetrichters) wird die ätherische Phase ab  getrennt, dann mit 400     cm3        0,5n-Salzsäure,    anschlie  ssend mit     300.cms        3o/oiger    wässriger     Natriumbicar-          bonatlösung    und schliesslich mit 300     cm3    Wasser ge  waschen. Beim Eindampfen der ätherischen Phase er  hält man das keine     Ketongruppe        aufweisende    Reak  tionsprodukt in kristalliner Form.

   Diese Fraktion,  die     keine        Ketongruppe    enthält, wird zunächst aus  heissem     wässrigem    Methanol, dann aus einer Mi  schung von Aceton und     Cyclohexan    umkristallisiert,  indem man das Produkt in der     Mischung    auflöst und  das Volumen des Lösungsmittels vermindert. Die ge  bildeten     Kristalle    werden     abfiltriert,    mit      Skelly-          solve    B   gewaschen     und    getrocknet,     dann    aus heissem  Aceton erneut umkristallisiert und wieder mit Wasser  gewaschen und getrocknet.

   Das erhaltene Reaktions  produkt ist     Östradiol-3,16ss    und schmilzt bei 224  bis 226 .  



  <I>Beispiel 2</I>  Zu einer Suspension einer Mischung von etwa  800 mg     Östron    und     Östron-16    in Methanol werden      bei 20  0,20 g     Natriumborhydrid        (NaBH4)    in 15     cm3     Methanol zugegeben und die erhaltene Lösung 30 Mi  nuten bei der oben angegebenen Temperatur ge  rührt.

   Dann spült man die Seiten des Reaktions  gefässes mit 5     cm3    Methanol ab, rührt die Mischung  weiterhin 30 Minuten bei Raumtemperatur, fügt dann  15     em3    1     n-wässriger    Natronlauge hinzu, rührt wie  derum, lässt die Reaktionsmischung 24 Stunden bei  Raumtemperatur stehen und bringt sie dann in einen  Scheidetrichter ein, der 400     cm3        0,5n-wässrige    Na  tronlauge und 40g     Natriumbicarbonat    enthält, wo  bei man 400     cm3    der     0,25n-wässrigen    Natronlauge  benutzt, um die     Überführung    der Mischung in den  Scheidetrichter zu bewerkstelligen.

   Dann fügt man  800     cm3    Benzol zu der Mischung, trennt nach Extrak  tion (Schütteln) die     Benzolphase    ab, wäscht sie mit  800     cm3        3 /oigem        wässrigem        Natriumcarbonat,    an  schliessend zweimal mit     500-cm3-Portionen    von Was  ser. Beim     Eindampfen    der     Benzolschicht    werden  0,65 g eines kristallinen Rückstandes gewonnen.  



  Den kristallinen Rückstand löst man     in    20     cm3     heissem Methanol,     fügt    60     cm3    Wasser zu, wobei man  eine kristalline Fällung     erhält.    Man kühlt die Mi  schung 72 Stunden lang, filtriert dann das kristalline  Produkt ab, wäscht es mit Wasser und trocknet es.  Dann reinigt man die Verbindung weiter, indem man  sie in Aceton löst, der Lösung zum Entfärben Aktiv  kohle zufügt und schliesslich aus einer Mischung von  Aceton und      Skellysolve    B  umkristallisiert.

   Die     Kri-          stalle    werden mit      Skellysolve    B  gewaschen, ge  trocknet und wiederum aus einer Mischung von  Aceton und      Skellysolve        B         umkristallisiert.    Nach  einer Reihe von weiteren fraktionierten Umkristalli  sationen aus Methanol, aus Äthanol und aus einer  Mischung von Aceton und      Skellysolve        B     erhält  man 154 mg     Östradiol-3,16ss,    das bei 223,5 bis 225        schmilzt.    Der Mischschmelzpunkt mit dem Produkt,  das nach Beispiel 1 erhalten wurde, liegt bei 223,5  bis 225,5 .  



  Die     3-Alkylester    des     östradiol-3,16ss,    wie das       3-Acetat,        3-Propionat,        3-Acrylat    und dergleichen,  können aus den entsprechenden     3-Estern    des     östron-          16    durch Reduktion mit Wasserstoff unter Verwen  dung von     Adams-Katalysator    (Platinoxyd,     Pt02),     wie es in Beispiel 1 beschrieben ist, hergestellt wer  den, mit der Abweichung, dass einer neutralen oder  leicht sauren Lösung anstelle des alkalischen Systems  von Beispiel 1 der Vorzug gegeben wird,

   um die       Ketogruppe    am     C-Atom    16 zur     Hydroxylgruppe    zu  reduzieren.  



  <I>Beispiel 3</I>  190 mg des     3-Methyläthers    des     östron-16    werden  in 15     cm3    absolutem Methanol gelöst, die Lösung  auf 20  gekühlt, dann eine Lösung von 0,04 g Na  triumborhydrid in 5     cms    absolutem Methanol zu  gefügt und die Reaktionsmischung 45 Minuten ge  rührt. Die Seiten .des Reaktionsgefässes spült man  zweimal mit     1-cm3-Portionen    von Methanol während  des     Rührens    ab. Dann fügt man 1     cm3    Aceton der         Mischung    zu und setzt das Rühren 30 Minuten bei  Raumtemperatur fort.

   Man fügt 5     cms        n-wässriger          Natronlauge    hinzu, setzt das Rühren weitere 15 Mi  nuten fort, erhitzt dann die Reaktionsmischung auf  einem Dampfbad und fügt nach und nach Wasser zu,  bis die Mischung trüb wird. Dann kühlt man die Mi  schung und stellt sie etwa 24 Stunden kalt. Es schei  det sich ein kristallines Produkt ab, das     abfiltriert,     gewaschen und getrocknet wird. Das Produkt stellt  den     3-Methyläther    des     östradiol-3,16ss    dar und hat  einen Schmelzpunkt von 103,5 bis 104 .  



  <I>Beispiel 4</I>  Der     3-Benzyläther    des     Östradiol-3,16ss    kann  durch     Benzylierung    von     Östron-16    mit anschliessen  der Reduktion des     3-Benzyläthers    des     Östron-16          mittels        Natriumborhydrid    erhalten werden. Das erhal  tene     3-Benzyloxy-16ss-oxy-41,3.5-östratrien    schmilzt  bei 148 bis     14911.     



  Die ätherartige gebundene     Benzylgruppe    in     3-          Stellung    kann durch     Hydrogenolyse    unter Verwen  dung von     Palladium-Tierkohle    als Katalysator ent  fernt und so die freie     phenolische        Hydroxylgruppe    am       C-Atom    in     3-Stellung    erhalten werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von in 3-Stellung ge gebenenfalls verestertem oder veräthertem Ostradiol- 3,16ss der Formel: EMI0003.0089 worin Y eine freie, veresterte oder verätherte Oxy- gruppe bedeutet, dadurch gekennzeichnet, dass man die entsprechende Verbindung der Formel: EMI0003.0093 reduziert.
    UNTERANSPRüCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man von der Verbindung mit freier 3-Oxygruppe ausgeht und die 3-Oxygruppe nachträglich veräthert. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge- kennzeichnet, dass man von der Verbindung mit freier 3-Oxygruppe ausgeht und die 3-Oxygruppe nachträg lich verestert. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Reduktion mit Wasserstoff in Gegenwart eines Platinkatalysators durchgeführt wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Reduktion mit Natriumbor- liydrid durchgeführt wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass als Ausgangsketon d1,3,5-Östratrien- 3-ol-16-on verwendet wird.
    6. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass als Ausgangsketon ein in der 3 Stellung veräthertes d1,3,5-Östratrien-3-ol-16-on ver wendet wird. 7. Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass als Aus- gangsketon 3-Methoxy-d1.3.5-östratrien-16-on ver wendet wird. B. Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass als Aus gangsketon 3-Benzyloxy-d1,3,5-östratrien-16-on ver wendet wird.
    9. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass als Ausgangsketon ein in 3-Stel- lung verestertes d1,3,5-Östratrien-3-ol-16-on verwen det wird. 10. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass als Ausgangsmaterial 3-Acetoxy- dl,s,5-östratrien-16-on verwendet wird. 11. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass als Ausgangsmaterial 3-Benzoyl- oxy-d1-3,5-östratrien-16-on verwendet wird.
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