CH349992A - Verfahren zur Herstellung von Benzothiadiazin-1,1-dioxyd-Verbindungen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Benzothiadiazin-1,1-dioxyd-Verbindungen

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CH349992A
CH349992A CH349992DA CH349992A CH 349992 A CH349992 A CH 349992A CH 349992D A CH349992D A CH 349992DA CH 349992 A CH349992 A CH 349992A
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benzothiadiazine
sulfamyl
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Charles Novello Frederick
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Merck & Co Inc
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Description


      Verfahren    zur Herstellung von     Benzothiadiazin-1,1-dioxyd-Verbindungen       Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur  Herstellung von neuen     Benzothiadiazin-1,1-dioxyden     der Formel  
EMI0001.0004     
    worin das eine R eine Nitrogruppe und das andere  eine     S02NH2    Gruppe darstellt und     R1    ein Wasser  stoffatom oder eine niedere     Alkylgruppe    bedeutet.  Falls     R,    Wasserstoff darstellt, so ist die vom       C-Atom    3 ausgehende Doppelbindung nicht fixiert,  das heisst, es liegt dann ein     tautomeres    System mit       a,y-Protonenwanderung    vor.  



  Die genannten     Nitro-    und die daraus erhältlichen       Amino-sulfamyl-benzothiadiazin-1,1-dioxyde    sowie  deren ungiftige     Alkalisalze    sind wertvolle     Chemo-          therapeutika    mit     diuretischer    und/oder     natriuretischer     Wirkung. Die Verbindungen können in therapeuti  scher Dosierung in den üblichen Trägerstoffen ver  abreicht werden, beispielsweise in Form von Tablet  ten, wobei sie sowohl bei oraler Verabreichung als  auch bei Injektion wirksam sind.

   Da die genannten  Verbindungen auch in verdünnten     alkalischen    Me  dien sowie in     Polyäthylenglykol-Lösungen    leicht  löslich sind, kann man leicht     injizierbare    Lösungen    herstellen durch Auflösen der Verbindungen in dem  gewünschten Medium, wobei auch Zusätze von  Schutzstoffen gemacht werden können.  



  Das     erfindungsgemässe    Verfahren ist dadurch ge  kennzeichnet, dass man eine Verbindung der Formel  
EMI0001.0023     
    worin das eine R' eine Nitrogruppe und das andere  ein Chloratom bedeutet und R2 Wasserstoff oder  einen     S02NHR1-    Rest darstellt, mit wässerigem Na  triumsulfit erhitzt, das Reaktionsprodukt mit     Chlor-          sulfonsäure    erhitzt,

   das erhaltene     Sulfonylchlorid     mit Ammoniak behandelt und die     gebildete        Sulfamyl-          Verbindung    mit Ameisensäure oder     Äthylortho-          formiat        cyclisiert.    Die Nitrogruppe in 6- oder     7-Stel-          lung    der so erhaltenen     Benzothiadiazin-1,1-dioxyd-          Verbindung    kann anschliessend zur     Aminogruppe    re  duziert werden.  



  Die zwei wichtigsten Ausführungsformen des  erfindungsgemässen Verfahrens werden im folgenden  anhand von Reaktionsschemata erläutert.  



  Aus     3-Chlor-4-nitro-anilin    erhält man     6-Sulfamyl-          7-nitro-(bzw.        -amino)-1,2,4-benzothiadiazin-1,1-di-          oxyd    entsprechend dem Schema:  
EMI0001.0044     
    
EMI0002.0001     
    Aus     2-(N-R1-sülfamyl)-4-chlor-5-nitro-anilin    er  hält man     6-Nitro-    bzw. 6-Amino-2-Rl-7-sulfamyl-         1,2,4-benzothiadiazin-1,1-dioxyd    entsprechend dem  Schema:

    
EMI0002.0005     
    Die Erhitzung der Verbindungen     II    mit     Chlor-          sulfonsäure    wird zweckmässig in Gegenwart eines       Alkalihalogenides        durchgeführt,    beispielsweise in  Gegenwart von Natrium-, Kalium- oder     Lithium-          chlorid.    Für alle     praktischen    Zwecke lässt sich Na  triumchlorid verwenden, welches leicht erhältlich und  billig ist und in dessen Gegenwart die Reaktion re  lativ milde verläuft.

   Da die Reaktion zwischen diesen  Substanzen jedoch etwas heftig ist, fügt man vorzugs  weise das     Anilin-Derivat    tropfenweise unter Rühren  und Abkühlen der     Chlorsulfonsäure    zu und setzt  nach Beendigung der Zugabe des     Anilin-Derivates     das     Alkalichlorid    in kleinen Portionen zu, um die  Entwicklung von Chlorwasserstoff bei mässiger Ge  schwindigkeit zu halten.     Hiernach    erhitzt man das  Gemisch, z. B. auf 100-200  C, vorzugsweise in  einem Ölbad.  



  Das so erhaltene     Sulfonylchlorid        III    wird in das       Sulfamyl-Derivat    IV umgewandelt, indem man es  mit Ammoniak behandelt. Das Ammoniak wird vor  zugsweise in grösserer Menge zugegeben, als zur Bil  dung des entsprechenden     Aminobenzoldisulfonamids     erforderlich ist.

   Das Ammoniak wird     vorteilhaft    in  Form von wässerigem oder     alkoholischem        Ammo-          niumhydroxyd,        flüssigem    Ammoniak oder dadurch    zugegeben, dass man das     Sulfonylchlorid    in einem  organischen Lösungsmittel auflöst und     Ammoniakgas     in die Lösung einbläst, wobei das     Amid    entsteht.  Darauf wird das     Amid    mit Ameisensäure oder       Äthylorthoformiat    zur Verbindung V     cyclisiert,    vor  teilhaft durch Erhitzen auf l00-150  C. Das Lö  sungsmittel kann durch Destillation entfernt werden.

    Es entsteht das     Benzothiadiazin-1,1-dioxyd,    welches  am     benzolischen    Teil des Kerns eine     Nitro-    und  eine     Sulfamylgruppe    substituiert hat. Die Menge der  verwendeten Ameisensäure oder des     Äthylortho-          formiats    ist zweckmässig grösser als das     molare    Äqui  valent.  



  Die Nitrogruppe der Verbindung V kann in be  kannter Weise zur     Aminogruppe    reduziert werden.  Vorteilhaft verwendet man dazu katalytische Hy  drierung mit Platin oder Palladium als Katalysator.  Platinoxyd wurde als für diese Reaktion besonders  geeignet befunden, obgleich auch andere Katalysa  toren, wie z. B. Platin auf einem Träger, verwendet  werden können.  



  Die     Alkalimetallsalze    der erfindungsgemäss her  gestellten     Benzothiadiazin-1,1-dioxyde    können durch  Auflösen der betreffenden Verbindung in wässerigem  oder alkoholischem     Alkalimetallhydroxyd    hergestellt      und     gewünschtenfalls    durch Verdampfung des Lö  sungsmittels isoliert werden. Jedes der gebräuch  lichen     Alkalisalze,    wie das Natrium-, Kalium-,     Li-          thiumsalz    usw., kann erhalten werden.  



  <I>Beispiel 1</I>       6-Amino-2-methyl-7-sul   <I>f</I>     amyl-1,2,4-benzo-          thiadiazin-1,1-dioxyd     a) Eine Lösung von 25,6 g     2-(N-Methylsulf-          amyl)-4-chlor-5-nitro-anüin    in 400     cm3    Äthanol  wird während 1/2-1 Stunde zusammen mit einer  Lösung von 30 g     Natriumsulfit    in 150 cm-' Wasser  unter     Rückfluss    erhitzt. Das Reaktionsgemisch wird  in einem Eisbad gekühlt und die     Natrium-4-amino-          5-(N-methyl-sulfamyl)-2-nitro-benzolsulfonat-Kristalle     werden auf dem Filter gesammelt und getrocknet.  



  b) Eine     äquimolare    Menge des so erhaltenen  Produkts wird in einem 3 Liter fassenden, in einem  Eisbad gekühlten     3-Halsrundkolben    tropfenweise  unter Umrühren zu 375 cm-'     Chlorsulfonsäure    ge  geben. 350 g     Natriumchlorid    werden in auf einen  Zeitraum von 1-2 Stunden verteilten Portionen zu  gegeben und die Mischung     anschliessend    in einem  Ölbad allmählich auf 150  C erwärmt. Nach einer  3stündigen     Verweilzeit    bei 150-160  C wird der  Kolben in einem Eisbad vollständig abgekühlt und  der Inhalt mit einem Liter kalten Wassers behan  delt. Das Produkt wird mit Äther extrahiert, der  Auszug mit Wasser gewaschen und über Natrium  sulfat getrocknet.

   Das nach Entfernung des  Äthers auf dem Dampfbad zurückbleibende Erzeug  nis wird in einem Eisbad gekühlt und in einem     2-Li-          ter-Erlenmeyerkolben    mit 150 cm- 28     o/oigem        Ammo-          niumhydroxyd    behandelt. Das Gemisch wird auf  dem Dampfbad eine Stunde lang erwärmt, gekühlt  und das Erzeugnis auf dem Filter gesammelt, mit  Wasser gewaschen und getrocknet. Nach Kristalli  sation aus verdünntem Alkohol erhält man     2-(N-Me-          thyl-sulfamyl)-5-nitro-4-sulfamyl-anilin.     



  c) Das Erzeugnis von b wird mit einem Über  schuss an     Äthylorthoformiat    während 30 Minuten  auf 125-135  C     erhitzt.    Das Lösungsmittel wird  im Vakuum wegdestilliert. Der aus Alkohol kristalli  sierte Rückstand ergibt     2-Methyl-6-nitro-7-sulfamyl-          1,2,4-benzothiadiazin-1,1-dioxyd.     



  d) Eine Lösung des so erhaltenen Produkts in  600     cm-'    einer     Alkohol-Wasser-Mischung    1 : 1 wird  in Gegenwart von 400 mg     Platinoxyd-Katalysator    in  einer Wasserstoffatmosphäre so lange geschüttelt,.  bis die Wasserstoffaufnahme aufhört. Der Katalysa  tor wird     abfiltriert    und die Lösung im Vakuum zur  Trockne eingedampft. Nach Kristallisation des  Rückstands aus einer     Alkohol-Wasser-Mischung    er  hält man     6-Amino-2-methyl-7-sulfamyl-1,2,4-benzo-          thiadiazin-1,1-dioxyd.     



  <I>Beispiel 2</I>       7-Anzino-6-sul        f        amyl-1,2,4-benzothiadiazin-1,1-          dioxyd     a) Eine Lösung von 17,2 g     3-Chlor-4-nitro-          anilin    in 300 cm-' Äthanol wird zusammen mit einer    Lösung von 30g     Natriumsulfit    in 150     em3    Wasser  während 1/2-1 Stunde unter     Rückfluss    erhitzt. Das       Reaktionsgemisch    wird in einem Eisbad gekühlt. und  das auskristallisierte 5     Amino-2-nitro-benzolsulfonat     auf dem Filter gesammelt und getrocknet.  



  b) Man verfährt im wesentlichen wie in Beispiel  1 b und c, ersetzt aber das in b verwendete Produkt  durch eine äquivalente Menge des oben erhaltenen       5-Amino-2-nitro-benzolsulfonats    und erhält so 7 Ni  tro-6-sulfamyl-1,2,4-benzo-thiadiazin-1,1-dioxyd.  



  c) Das so erhaltene Produkt wird nach Beispiel  1 d in     7-Amino-6-sulfamyl-1,2,4-benzothiadiazin-          1,1-dioxyd    übergeführt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Benzothiadiazin- 1,1-dioxyden der Formel EMI0003.0055 worin das eine R eine Nitrogruppe und das andere eine S02NH2 Gruppe darstellt und R1 ein Wasser toffatom oder eine niedere Alkylgruppe bedeutet, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Verbindung der Formel EMI0003.0059 worin das eine R' eine Nitrogruppe und das andere ein Chloratom bedeutet und R2 Wasserstoff öder einen S02NHR1 Rest darstellt, mit wässerigem Na triumsulfit erhitzt, das Reaktionsprodukt mit Chlor- sulfonsäure erhitzt,
    das erhaltene Sulfonylchlorid mit Ammoniak behandelt und die gebildete Sulfamyl- Verbindung mit Ameisensäure oder Äthylortho- formiat cvclisiert. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet; d'ass man die Nitrogruppe des erhal tenen Benzothiadiazin-1,1-droxyds anschliessend zur Aminogruppe reduziert. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man ausgehend von 3-Chlor-4- nitro-anilin 6-Sulfamyl-7-nitro-1,2,4-benzothiadiazin- 1,1-dioxyd herstellt. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man ausgehend von 2-(N-Methyl- sulfamyl)-4-chlor-5-nitro-anüin 2-Methyl-6-nitro-7- sulfamyl-1,2,4-benzothiadiazin-1,1-dioxyd herstellt.
CH349992D 1957-07-16 1958-07-16 Verfahren zur Herstellung von Benzothiadiazin-1,1-dioxyd-Verbindungen CH349992A (de)

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