CH642975A5 - 4''-deoxy-4''-glyoxamido- und -carbonylthioformamidoderivate von oleandomycin und dessen estern, verfahren zu ihrer herstellung und diese enthaltende arzneimittel. - Google Patents
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- CH642975A5 CH642975A5 CH1295278A CH1295278A CH642975A5 CH 642975 A5 CH642975 A5 CH 642975A5 CH 1295278 A CH1295278 A CH 1295278A CH 1295278 A CH1295278 A CH 1295278A CH 642975 A5 CH642975 A5 CH 642975A5
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Description
40 Aufgabe der Erfindung sind neue Oleandomycinderivate, welche wertvolle antibakterielle Aktivität aufweisen.
Es wurde nun eine Reihe von neuen Oleandomycinderi-vaten gefunden, die jeweils eine wertvolle antibakterielle Aktivität in vitro aufweisen, und von denen zahlreiche eine 45 in-vivo-Aktivität bei parenteralen oder oralen Applikationswegen zeigen, insbesondere gegenüber gram-positiven Mikroorganismen.
Die erfindungsgemässen Verbindungen besitzen die folgende Formel II, worin die die substituierte Aminogruppe in 50 der 4"-Stellung bindende Wellenlinie generisch ist und beide epimeren Formen umfasst:
Die Erfindung betrifft eine strukturell einzigartige Gruppe von Macroliden, nämlich Derivate von Oleandomycin, dessen 11-Mono-, 2'-Mono- und 1 l,2'-Dialkanoyloxyestern, welche in der 4"-Stellung eine Aminogruppe aufweisen, welche mit -C(=0)-C(=0)-Rb oder -C(=S)-C(=0)-R3 substituiert ist, wobei R3 ein Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, ein Phenylrest, ein mit Chlor, Brom, Fluor, C1-C4-Alkyl, Ci-C4-Alkoxy Nitro, Amino- oder Dimethylamino substituierter Phenylrest oder ein Heterocyclylrest ist.
Die Erfindung betrifft weiterhin Verfahren zur Herstellung dieser Verbindungen. Die Verbindungen sind als Wirkstoffkomponente in antibakteriellen Mitteln enthalten. Oleandomycin, ein durch Fermentation hergestelltes Macrolidanti-biotikum, wurde zuerst in der US-Patentschrift 2 757 123
N(CH3)2
(II)
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worin R einer der folgenden Reste ist:
o o so
II II II II
(a) -C-C-R3 oder (b) -C-C-R3
wobei hierin R3 ein Rest aus einer der folgenden Untergruppen ist:
R3
X
-C(=0)-C(=0)-R3 -C(=S)-C(=0)-R3
H H Z H Cl Alkoxy
-C( = S)-C(= -C(=0)
-C(=0)-R3 \ I-C(=0)-R3 J
Heterocyclyl
R3
X
-C(=0)-C(=0)-R3 -C(=S)-C(=0)-R3
-C(=S)-C(=0)-R3 -C(=0)-C(=0)-R3
H H
H
2-Furyl 2-Thienyl
Verbindungen der Formel II einschliesslich der epimeren Formen hiervon und ihre pharmazeutisch annehmbaren Säureadditionssalze sind wirksame antibakterielle Mittel gegenüber gram-positiven Mikroorganismen, z.B. Staphylo-5 coccus aureus und Streptococcus pyogenes, in vitro, und zahlreiche Verbindungen sind in vivo bei parenteralen und oralen Applikationswegen aktiv. Zahlreiche der Verbindungen und ihrer Salze sind ebenfalls gegenüber bestimmten gram-negativen Mikroorganismen wie Coccen, z.B. Pasteu-10 relia multocida und Neisseria sicca, aktiv.
Die erfindungsgemässen, strukturell einzigartigen Olean-domycinderivate der Formel II werden durch Acylierung eines Amins der folgenden Formel III:
N(CH )0
2. Untergruppe: Heterocyclylreste, oder
3. Untergruppe: Alkylreste mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, wobei jeder der Reste X und Y ein Wasserstoff-, Chlor-, Brom- oder Fluoratom oder ein Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder ein Alkoxyrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen ist und Z entweder die gleiche Bedeutung wie X besitzt, oder ein Dimethylamino-, Nitro- oder Aminorest ist; Heterocyclylreste sind vorzugsweise Thienyl-, Furyl- oder Pyridylreste, jeder der Reste Ri und R2 ist ein Wasserstoffatom oder ein Alkanoylrest mit 2 bis 3 Kohlenstoffatomen.
Die Erfindung umfasst ebenfalls die pharmazeutisch annehmbaren Säureadditionssalze von Verbindungen der zuvor angegebenen Formel II. Repräsentativ für solche Salze, jedoch ohne Beschränkung, sind das Hydrochlorid, Hydrobromid, Phosphat, Sulfat, Formiat, Acetat, Propionat, Butyrat, Citrat, Glykolat, Lactat, Tartrat, Malat, Maleat, Fumarat, Gluconat, Stearat, Mandelat, Pamoat, Benzoat, Succinat, Lactat, p-Toluolsulfonat und Aspartat.
Wegen ihrer grösseren biologischen Aktivität im Vergleich zu den anderen hier beschriebenen Verbindungen sind Verbindungen der Formel II begünstigt, in denen Ri ein Alkanoylrest oder ein Wasserstoffatom ist, R2 ein Wasserstoffatom ist und R die folgenden Bedeutungen besitzt:
(III)
3 H3C\ J£0-..r0yOL3 13
OCH.
30
Bevorzugte Verbindungen sind solche Verbindungen, in denen Ri ein Acetylrest oder ein Wasserstoffatom ist, R2 ein Wasserstoffatom ist und R die folgenden Bedeutungen besitzt:
worin jeder der Reste Ri und R2 die zuvor angegebene Bedeutung besitzt, mit einem Acylierungsmittel in einem reaktionsinerten Lösungsmittel hergestellt, welche die Acyleinheiten R3-C(=0)-C(=0)- oder R3-C(=0)-C(=S)- liefert. 35 Geeignete Acylierungsmittel sind gemischte Anhydride, Säureazide, Carbonsäuren mit Carbodiimiden oder Alkoxy-acetylenen oder mit anderen Reagentien, welche zur Erzielung einer dehydratisierenden Kupplung geeignet sind, «aktivierte Ester» wie Thiolester und phenolische Ester und 40 Säurehalogenide. Wenn die Acyleinheit die folgende Formel besitzt:
- R3-C(=0)-C(=0)-
4s ist das bevorzugte Acylierungsmittel die Carbonsäure in Anwesenheit eines dehydratisierenden Kupplungsmittel wie eines Carbodiimids, eines Alkoxyacetylens, von N,N'-Car-bonyldiimidazol, N,N'-Carbonyl-s-triazin, N-Hydroxy-phthalimid, N-Hydroxysuccinimid oder anderen, dem Fach-50 mann an sich bekannten Verbindungen. Begünstigte Kupplungsmittel sind Carbodiimide, von denen zahlreiche leicht zugänglich sind.
Dicyclohexylcarbodiimid ist ein bevorzugtes Kupplungsmittel, da das Nebenprodukt der Reaktion, Dicyclohexyl-55 harnstoff, in einer Vielzahl von Lösungsmitteln wie Dioxan, Tetrahydrofuran, Chloroform und Diäthyläther unlöslich ist und leicht aus dem Reaktionsgemisch entfernt werden kann, so dass die Gewinnung und Isolierung des gewünschten Produkts erleichtert wird.
60 In gleicher Weise liefert die bevorzugte Verwendung von äthylcarbodiimidomethyliertem Polystrol, siehe Synthesis Nr. 3,208, Abstract Nr. 4682 (1976), als Kupplungsmittel einen geeigneten Weg zu den gewünschten Acylderivaten, da kein Acylharnstoff als Nebenprodukt, der die Gewinnung 65 des gewünschten Acylderivates komplizieren könnte,
gebildet wird.
Ebenfalls begünstigte Kupplungsmittel sind verschiedene aliphatische Carbodiimide, welche tertiäre oder quaternäre
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Aminsubstituenten tragen, wodurch die entsprechenden Nebenprodukte in Form von Harnstoffderivaten in verdünnter Säure oder Wasser löslich werden, so dass die Abtrennung des gewünschten Reaktionsproduktes erleichtert wird. Repräsentativ für solche aliphatischen Carbodiimide sind: 1 -Cyclohexyl-3-(4-diäthylaminocyclohexyl)-carbo-diimid, 1,3-Di(4-diäthylaminocyclohexyl)-carbodiimid, 1 -Cyclohexyl-3-(ß-diäthylaminoäthyl)-carbodiimid, 1 -Cyclo-hexyl-3-(2-morpholinyl-(4)-äthyl)-carbodiimid und das entsprechende Metho-p-toluolsulfonat.
Die Reaktion wird erfindungsgemäss in einem reaktionsinerten Lösungsmittel durchgeführt. Bei der bevorzugten Verwendung eines tertiäre oder quaternäre Aminsubstituenten tragenden, aliphatischen Carbodiiids wird im allgemeinen verdünnte Säure oder Wasser als Lösungsmittel verwendet. Reines Wasser kann als Lösungsmittel verwendet werden, oder alternativ kann ein Gemisch von Wasser und einen mit Wasser mischbaren Lösungsmittel benutzt werden. In solchen Fällen kann Wasser als Colösungsmittel dienen. Ace-tonitril ist insbesondere ein brauchbares Lösungsmittel, falls das Kupplungsmittel ein aliphatisches Carbodiimid mit einem quaternären Aminsubstituenten ist. Falls das Kupplungsmittel ein anderes Carbodiimid als ein tertiäre oder quaternäre Aminsubstituenten aufweisendes, aliphatisches Carbodiimid ist, kann ein organisches Lösungsmittel erforderlich sein. Geeignete Lösungsmittel für solche Kupplungsmittel sind Diäthyläther, Benzol, Dioxan, Tetrahydrofuran, Chloroform und Methylenchlorid. Alkohole können ebenfalls als Lösungsmittel verwendet werden, jedoch sind sie wegen Nebenreaktionen mit den Carbodiimiden weniger vorteilhaft.
Die dehydratisierenden Kupplungsreaktionen werden im allgemeinen unter milden Bedingungen durchgeführt, z.B. bei Temperaturen im Bereich von etwa 20°C bis etwa 50°C. Das Molverhältnis von dehydratisierendem Kupplungsmittel zu Acylierungsmittel zu Amin der Formel III liegt vorzugsweise im Bereich von etwa 1:1:1 bis etwa 1:1:1,5.
Wenn die Acyleinheit die folgende Formel besitzt:
Rs-C(=0)-C(=S)-
ist das begünstigste Acylierungsmittel das Säurechlorid der folgenden Formel:
R3-C(=0)-C(S)-C1
wegen der relativen Verfügbarkeit solcher Mittel. Eine vorteilhafte Arbeitsweise umfast die Durchführung der Reaktion in einem reaktionsinerten Lösungsmittel in Anwesenheit eines Säureakzeptors. Ein Überschuss des Aminreaktionsteil-nehmers der Formel III kann als Säureakzeptor verwendet werden. Alternativ kann ein tertiäres Alkylamin wie ein Trialkylamin mit 3 bis 12 Kohlenstoffatomen, und vorzugsweise Triäthylamin, oder andere üblicherweise verwendete, tertiäre, organische Basen wie Pyridin, N,N-Dimethylanilin oder N-Methylmorphin als Säureakzeptor verwendet werden. Die Reaktion wird im allgemeinen in einer Inertatmosphäre zur Vermeidung möglicher Einflüsse von atmosphärischem Sauerstoff auf die Reaktionsteilnehmer durchgeführt. Alternativ kann die Acylierung einer Verbindung der Formel III mit einem Säurehalogenid unter Bedingungen einer Scotten-Baumann-Reaktion, die dem Fachmann an sich bekannt ist, durchgeführt werden.
Das Molverhältnis von Acylthioformylchloridreaktions-teilnehmer zu Aminreaktionsteilnehmer der Formel III kann in weiten Grenzen variieren, z.B. von etwa 1:1 bis etwa 1:10. Molverhältnisse von weniger als 1:1 werden aus wirtschaftlichen Gründen vermieden, um eine maximale Reaktion des
Aminreaktionsteilnehmers, der normalerweise der am wenigsten leicht zugängliche Reaktionsteilnehmer ist, sicherzustellen. Verhältnisse von grösser als 1:10 werden selten angewandt, da sie die Ausbeute an Endprodukt nicht zu verbessern scheinen. Die Verwendung eines anderen Säureakzeptors als des Aminreaktionsteilnehmers der Formel III selbst ergibt zufriedenstellende Ausbeuten an Produkt bei bevorzugter Anwendung von etwa 1:1 bis etwa 1:3 mol Aminreaktionsteilnehmer zu dem Acylierungsmittel. Die Reaktion ist im wesentlichen eine Acylierungsreaktion.
Geeignete reaktionsinerte Lösungsmittel, d.h. Lösungsmittel, welche nicht in irgendeinem nennenswerten Ausmass mit den Reaktionsteilnehmern oder Produkten reagieren, sind insbesondere der Dimethyläther von Äthylenglykol, Tetrahydrofuran, n-Dibutyläther, Diäthyläther, Toluol, Ace-tonitril und Methylenchlorid. Die Hauptkriterien für das Lösungsmittel sind, dass es bei relativ niedrigen Temperaturen, bei denen die Reaktion durchgeführt wird, flüssig bleibt und selbstverständlich, dass es die Reaktionsteilnehmer in einem nennenswerten Ausmass solubilisiert, falls diese nicht vollständig solubilisiert werden. Die Reaktion wird vorzugsweise bei Temperaturen von etwa —30°C bis etwa 50°C durchgeführt. Dieser Temperaturbereich ergibt eine zufriedenstellende Reaktionsgeschwindigkeit und schaltet Nebenreaktionen aus oder setzt diese auf ein Minimum herab.
Verbindungen der Formel II, worin R3 den Rest
X
NH
bedeutet - X und Y sind weiter oben definiert - werden erfindungsgemäss hergestellt, indem man, wie weiter oben beschrieben, zuerst eine Verbindung der Formel II, worin Z die Nitrogruppe bedeutet, herstellt und anschliessend in dieser Verbindung durch Hydrieren über einem Edelmetallkatalysator die Nitrogruppe in die Aminogruppe überführt und erhaltene Verbindungen gegebenenfalls in die entsprechenden Säureadditionssalze überführt. Als Edelmetallkatalysator sind bevorzugt Palladium, insbesondere Palladium-auf-Kohle, in einem reaktionsinerten Lösungsmittel bei Umgebungstemperatur eingesetzt.
Verbindungen der Formel II, worin Ri Wasserstoff bedeutet, werden erhalten, indem man, wie weiter oben dargestellt, zuerst Verbindungen der Formel II herstellt, worin R2 einen Alkanoylrest mit 2 bis 3 C-Atomen bedeutet, und anschliessend diese Verbindung mit Methanol einer Solvo-lyse unterwirft und erhaltene Verbindungen gegebenenfalls in die entsprechenden Säureadditionssalze überführt.
Die erforderlichen Glyoxylsäurereaktionsteilnehmer der Formel
R3-C(=0)-C(=0)-0H
sind bekannte Verbindungen, oder, falls es nicht bekannte Verbindungen sind, können sie leicht nach dem Fachmann an sich bekannten Methoden erhalten werden. Repräsentative Arbeitsweisen zur Herstellung von Glyoxylsäure oder alpha-Ketonsäuren der zuvor angegebenen Formel sind von Waters in Chemical Reviews, 41 (1947), 585-598, erläutert.
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Die erforderlichen Acylthioformylchloridreaktionsteil-nehmer der Formel
R3-C(=0)-C( = S)-C1
können nach der von Oka et al. in Tetrahedron Letters (1976) 2783-2786, beschriebenen Arbeitsweise hergestellt werden, wobei diese die Reaktion eines geeigneten Ketons der Formel
Rj-C(=0)-CH3
mit 10 bis 15 Moläquivalenten von Thionylchlorid in Anwesenheit von 0,02 Moläquivalenten Pyridin bei Rückflusstemperatur umfasst.
Wenn das Ausgangsamin der Formel III ein Gemisch von Epimeren ist, ergeben die zuvor beschriebenen Acylierungs-reaktionen ein Gemisch von Epimeren, was durch die Wellenlinie in Verbindungen der Formel II wiedergegeben ist. Diese können gegebenenfalls getrennt bzw. gespalten werden. Die Säulenchromatographie einer Chloroformlösung des Rohproduktes über Kieselerdegel und die Elution mit geeigneten Lösungsmitteln, z.B. Chloroform-3% Methanol, stellt eine geeignete Methode zur Trennung der Epimeren dar. Bei der vorliegenden Beschreibung und in den Beispielen ist daraufhinzuweisen, dass trotz der Bezeichnung der Verbindungen als 4"-substituierte-Aminoderivate, beide Epimeren und Mischungen hiervon umfasst werden. Falls als Ausgangsmaterial ein vorgegebenes C4"-Epimeres der Formel III verwendet wird, wird selbstverständlich die entsprechende C-i"-substituierte Verbindung der Formel II bei der Acylierung gebildet.
Diesterverbindungen der Formel II, d.h. Verbindungen, in denen jeder der Reste Ri und R: ein Alkanoyloxyrest ist, können ebenfalls durch Acylierung der entsprechenden 1 l-Monoalkanoyloxyverbindung(Ri = Alkanoyl; R2 = H) nach dem Fachmann an sich bekannten Standardarbeitsweisen, wie sie im folgenden anhand von Beispielen gezeigt werden, hergestellt werden. Auf diese Weise wird die Herstellung von Diesterverbindungen, in denen die Estergruppen verschieden sind, in einfacher Weise erreicht.
Säureadditionssalze der erfindungsgemässen Verbindungen können in einfacher Weise durch Behandlung von Verbindungen der Formel II mit wenigstens einer äquimo-laren Menge der geeigneten Säure in einem reaktionsinerten Lösungsmittel für die Verbindung der Formel II hergestellt werden. Falls mehr als eine basische Gruppe in einer Verbindung der Formel II vorliegt, ermöglicht die Zugabe von ausreichend Säure zur Absättigung jeder basischen Gruppe die Bildung von Polysäureadditionssalzen. Die Säureadditionssalze werden bevorzugt durch Filtration, falls sie in dem reaktionsinerten Lösungsmittel unlöslich sind, durch Ausfällung unter Zugabe eines Nichtlösungsmittels für das betreffende Salz oder durch Abdampfen des Lösungsmittels gewonnen.
Die 11-Monoalkanoyloxy-, 2'-Monoalkanoyloxy- und 11,2'-Dialkanoyloxy-4"-deoxo-4"-amino-oleandomycin-reaktionsteilnehmer der Formel III werden vorzugsweise durch reduzierende Aminierung der entsprechenden 11-Monoalkanoyloxy-, 2'-Monoalkanoyloxy- und 11,2'-Dialkanoyloxy-4"-deoxo-4"-oxo-oleandomycine unter Verwendung von Palladium-auf-Aktivkohle, Wasserstoff (etwa 0,07 bis etwa 35 bar) und Ammoniumacetat in einem geeigneten Lösungsmittel, z.B. CH3OH, Ì-C3H7OH, hergestellt. Alternativ kann Natriumcyanoborhydrid als Reduktionsmittel statt Palladium-auf-Aktivkohle und Wasserstoff verwendet werden. Das entesterte Derivat wird durch Solvolyse der entsprechenden 2'-Monoalkanoyloxy-4"-deoxo-4"-amino-oleandomycine in Gegenwart von Methanol hergestellt.
Die Stereochemie der Ausgangsmaterialien, welche zu den erfindungsgmässen, antibakteriellen Mitteln führen, ist diejenige des natürlichen Materials. Die Oxidation der4"-Hydro-xygruppen von Oleandomycin, Erythromycinen A und B, Erythromycin-A-1 l,12-carbonat-6,0-hemiketalester zu einem Keton und die anschliessende Umwandlung dieses Ketons zu den 4"-Aminen gibt die Möglichkeit zur Änderung der Stereochemie des 4"-Substituenten von derjenigen des natürlichen Produktes. Wenn daher die 4"-Oxoreaktionsteil-nehmer zu Aminen umgewandelt werden, ist die Bildung von epimeren Aminen möglich. Bei der tatsächlichen Durchführung wurde beobachtet, dass beide epimeren Amine in dem Endprodukt in unterschiedlichen Verhältnissen in Abhängigkeit von der gewählten Synthesemethode vorliegen. Falls das isolierte Produkt überwiegend aus einem der Epimeren besteht, kann dieses Epimere nach Methoden wie wiederholter Kristallisation aus einem geeigneten Lösungsmittel bis zu einem konstanten Schmelzpunkt gereinigt werden. Das andere Epimere, das in geringerer Menge in dem ursprünglich isolierten Material vorliegt, ist das überwiegende Produkt in der Mutterlauge. Es kann hieraus nach an sich bekannten Methoden gewonnen werden, z.B. durch Eindampfen der Mutterlauge und wiederholte Umkristallisation des Rückstandes bis zu einem Produkt von konstantem Schmelzpunkt oder mittels Chromatographie. Obwohl das Gemisch der epimeren Amine nach dem Fachmann an sich bekannten Methoden getrennt werden kann, ist es aus praktischen Gründen häufig vorteilhaft, das Gemisch, so wie es aus der Reaktion isoliert wurde, zu verwenden. Die Verwendung des Epimerengemisches von 4"-Aminoreaktionsteilnehmern ergibt selbstverständlich ein Epimerengemisch der acety-lierten Produkte. Das so gebildete Epimerengemisch kann nach dem Fachmann an sich bekannten Methoden getrennt werden. Jedoch zeigen beide Epimeren einer vorgegebenen Verbindung die gleiche Art von Aktivität, und ihre Trennung ist, obwohl erwünscht, nicht immer erforderlich.
Die hier beschriebenen, neuen Oleandomycinderivate zeigen in-vitro-Aktivität gegenüber einer Vielzahl von grampositiven Mikroorganismen und gegenüber bestimmten gram-negativen Mikroorganismen wie solchen mit sphärischer oder ellipsoider Gestalt (Coccen). Ihre Aktivität wird in einfacher Weise durch in-vitro-Tests gegenüber verschiedenen Mikroorganismen in einem Hirn-Herz-Infusionsme-dium nach der üblichen Arbeitsweise der zweifachen Reihenverdünnung bestimmt. Ihre in vitro-Aktivität macht sie für den örtlichen Auftrag in Form von Salben, Cremes und dergleichen, für Sterilisationszwecke, z.B. für Gegenstände in Krankenhausräumen sowie als industrielle antimikrobielle Mittel, z.B. bei der Behandlung von Wasser, bei der Schlammkontrolle, in Anstrichmitteln und bei der Holzkonservierung brauchbar.
Für die Anwendung in vitro, z.B. für den örtlichen Auftrag, ist es oft vorteilhaft, das ausgewählte Produkt mit einem pharmazeutisch annehmbaren Träger wie einem pflanzlichen oder mineralischen Öl oder in Form einer hautweichma-chenden Creme zusammenzugeben. In gleicher Weise können sie in flüssigen Trägern oder Lösungsmitteln wie Wasser, Alkohol, Glykolen oder Mischungen hiervon oder mit anderen pharmazeutisch annehmbaren, inerten Medien, d.h. Medien, welche keinen kritischen Einfluss auf den aktiven Inhaltsstoff besitzen, aufgelöst oder hierin dispergiert werden. Für solche Zwecke ist es im allgemeinen annehmbar, Konzentrationen an aktiven Inhaltsstoffen von etwa 0,01 Gew.-% bis etwa 10 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtzusammensetzung bzw. das Mittel, zu verwenden.
Zusätzlich sind zahlreiche der erfindungsgemässen Verbindungen gegenüber gram-positiven und bestimmten gram5
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negativen Mikroorganismen in vivo bei oralen und/oder parenteralen Applikationswegen bei Tieren einschliesslich Menschen aktiv. Ihre in vivo-Aktivität ist begrenzter hinsichtlich der empfänglichen Organismen, und sie wird nach der üblichen Arbeitsweise bestimmt, welche das Infizieren von Mäusen von praktisch gleichem Gewicht mit dem Testorganismus und die anschliessende orale oder subkutane Behandlung hiervon mit der Testverbindung umfasst. In der Praxis wird Mäusen, z.B. zehn Tieren, eine intraperitoneale Impfung von geeignet verdünnten Kulturen gegeben, welche annähernd das lfache bis zum lOfachen des LDioo-Wertes enthalten, d.h. der geringsten Konzentration an Organismen, welche zur Herbeiführung von 100% Todesfällen erforderlich ist. Kontrolltests werden gleichzeitig durchgeführt, bei denen Mäuse eine Impfung von geringeren Verdünnungen als Prüfung für eine mögliche Variation der Virulenz des Testorganismus' erhalten. Die Testverbindung wird 0,5 Stunden nach der Impfung appliziert, und die Applikation wird 4,24 und 48 Stunden später wiederholt. Die überlebenden Mäuse werden für weitere 4 Tage nach der letzten Behandlung gehalten, und die Anzahl der überlebenden Tiere wird aufgezeichnet.
Bei der Anwendung in vivo können die erfindungsgemässen, neuen Verbindungen oral oder parenteral, z.B. durch subkutane oder intramuskuläre Injektion, bei einer Dosierung von etwa 1 mg/kg bis etwa 200 mg/kg Körpergewicht pro Tag appliziert werden. Der begünstigte Dosierungsbereich beträgt von etwa 5 mg/kg bis etwa 100 mg/kg Körpergewicht pro Tag, und der bevorzugte Bereich beträgt von etwa 5 mg/kg bis etwa 50 mg/kg Körpergewicht pro Tag. Für die parenterale Injektion geeignete Träger können entweder wässrige Träger wie Wasser, isotonische Salzlösung, isotonische Dextroselösung, Ringer-Lösung, oder nicht-wässrige Träger wie fette Öle pflanzlichen Ursprungs (Baumwoll-saatöl, Erdnussöl, Maisöl, Sesamöl), Dimethylsulfoxid oder andere nichtwässrige Träger sein, welche die therapeutische Wirksamkeit der Präparation nicht stören und in dem angewandten Volumen oder dem angewandten Vehältnis nicht toxisch sind, z.B. Glyzerin, Propylenglykol, Sorbit.
Zusätzlich können Mittel in vorteilhafter Weise hergestellt werden, welche für eine Präparation von Lösungen unmittelbar vor der Applikation geeignet sind. Solche Mittel können flüssige Verdünnungsmittel, z.B. Propylenglykol, Diäthylcarbonat, Glyzerin, Sorbit, usw., Puffermittel, Hyaluronidase, Lokalanaesthetika und anorganische Salze enthalten, um die gewünschten, pharmakologischen Eigenschaften zu erzielen. Die Verbindungen können ebenfalls mit verschiedenen pharmazeutisch annehmbaren, inerten Trägern einschliesslich festen Verdünnungsmitteln, wässrigen Trägern, nicht-toxischen, organischen Lösungsmitteln, in Form von Kapseln, Tabletten, Lutschtabletten, Pastillen, Trockenmischungen, Suspensionen, Lösungen, Elixieren und parenteralen Lösungen oder Suspensionen, kombiniert werden. Im allgemeinen werden die Verbindungen in unterschiedlichen Dosierungsformen bei Konzentrationswerten im Bereich von etwa 0,5 Gew.-% bis etwa 90 Gew.-% der Gesamtzusammensetzung angewandt.
Die Erfindung wird anhand der folgenden Beispiele näher erläutert; in den Beispielen wurden keine besonderen Anstrengungen unternommen, um die maximale Menge an gebildetem Produkt zu gewinnen oder um die Ausbeute eines vorgegebenen Produktes zu optimieren. Die Beispiele erläutern lediglich das Verfahren und die hiernach erhältlichen Produkte. In jedem der Beispiele 1,3 und 5 wurde das Haupt-epimere der Präparation A als Ausgangsmaterial verwendet. In den Beispielen 2 und 4 ist das als Ausgangsmaterial verwendete 4"-Deoxy-4"-amino-oleandomycin-derivat ein Gemisch der 4"-Aminoepimeren.
Beispiel 1
I l-Acetoxy-4"-deoxy-4"-phenylglyoxamido-oleando-mycin
Eine Lösung von 2,26 g = 11,0 mmol N,N'-Dicyclohexyl-carbodiimid in 10 ml trockenem Methylenchlorid wurde auf einmal zu einer Lösung von 4,0 g = 5,5 mmol 1 l-Acetoxy-4"-deoxy-4"-amino-oleandomycin und 2,47 g = 16,5 mmol Ben-zoylameisensäure in 40 ml trockenem Methylenchlorid bei Umgebungstemperatur zugesetzt. Das Reaktionsgemisch wurde 24 Stunden bei Umgebungstemperatur gerührt, dann wurde es zur Entfernung des Nebenproduktes N,N'-Dicyclo-hexylharnstoff filtriert. Das Filtrat wurde unter vermindertem Druck zur Trockene eingedampft, und der erhaltene Schaum wurde über Kieselerdegel unter Verwendung von Aceton als Elutionsmittel chromatographiert. Das Eindampfen des Eluates ergab 1,89 g (40% Ausbeute) der Titelverbindung als amorphen Feststoff.
>H NMR(60 MHz) 5^,, (ppm): 2,43 (3H, 2, Acetoxy CH3-); 2,33 [6H, s, -N(CH3)2]; 2,71 (2H, m, Epoxid); 3,51 (3H, s, -OCH3); aromatische Protonen; Multipletts (5H) in den Bereichen 7,19-7,75 (3H) und 8,26-8,49 (2H).
Die Wiederholung dieser Arbeitsweise jedoch unter Verwendung des geeigneten R3-C(=0)-C(=0)-0H-Reakti0ns-teilnehmers anstelle der Benzoylameisensäure ergab die folgenden Verbindungen:
II -Acetoxy-4" -deoxy-4" -(2-furyl)-glyoxamido-oleando-mycin
(Ausbeute = 73%)
■H NMR (60 MHz) (ppm): 2,08 (3H, s, Acetoxy CH3-); 2,30 [6H, s, -N(CH3)2]; 3,43 (3H, s, -OCH3); 6,64; 7,78; 8,16 (jeweils 1H, m, aromatische Protonen)
11 -Acetoxy-4"-deoxy-4"-(2-thienyl)-glyoxamido-oleando-mycin
(Ausbeute = 44%)
'H NMR (60 MHz) 5™ci. (ppm): 2,07 (3H, s, Acetoxy CH3-); 2,30 [6H, s, -N(CH3)2]; 2,65 (2H, m, Epoxid); 3,44 (3H, s, -OCH3); aromatische Protonen: 7,20 ( 1 H, dd, J1 = 4Hz); 7,82 1 H, d, J = 4Hz); 8,42 ( 1 H, d, J = 4Hz).
11 -Acetoxy-4" -deoxy-4" -(4-pyridyl)-glyoxamido-olean-domycin
(Ausbeute = 55%)
'H NMR (60 MHz) 8^h (ppm): 2,04 (3H, s, Acetoxy CH3-); 2,30 [6H, s, -N(CH3)2]; 3,43 (3H, s, -OCH3); AB-Muster mit Ha zentriert bei 7,70; Hb bei 8,78 (Jab = 6Hz, 4H, aromatische Protonen).
11 -Acetoxy-4" -deoxy-4" -(4-methoxyphenyl)-glyoxamido-oleandomycin
(Ausbeute = 95%)
>H NMR(60 MHz) (ppm): 2,10 (3H, s, Acetoxy CH3-); 2,33 [6H, s, -NH(CH3)2]; 2,68 (2H, m, Epoxid); 3,47 (3H, s, -OCH3 bei C-4"); 3,81 (3H, s, -OCHs; AB-Muster mit Ha zentriert bei 6,97; Hb bei 7,41 (Jab = 9Hz, 4H, aromatische Protonen)
Beispiel 2
Unter Befolgung der Arbeitsweise von Beispiel 1 jedoch unter Verwendung des geeigneten 1 l-Alkanoyloxy-4"-deoxy-4"-amino-oleandomycins und der geeigneten Aryl-glyoxylsäuren der Formel R3-C(=0)-C(=0)-0H wurden die im folgenden angegebenen Verbindungen hergestellt (Ac = Acetyl und Pr = Propionyl in der folgenden Tabelle).
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•r-0 ?<CH >
0. V
H3C\T\--CH3 J,
Rx0 «Cti...0-^o^CH3
V J^CR
Haclivv03
Q ? ?
i ce-î3
Ri R: R3
Ac
H
2-C1C6H4
Ac
H
4-BrCoH4
Pr
H
CaHs
Pr
H
2-FC6H4
Pr
H
3-C1CGH4
Ac
Ac
2-C1COH4
Ac
Pr
3-BrG>H4
Ac
Ac
CÔHS
Pr
Pr
3-C1QH4
Ac
H
2-(CH3)2NC6H4
Ac
Ac
4-(CH3)2NC6H4
Pr
H
2-CH3CÓH4
Ac
H
4-t-C4HoC6H4
Pr
Ac
4-C2H5C6H4
Ac
H
2-CH3OC6H4
Ac
H
2-NO2C0H4
Pr
Pr
4-NO2C6H4
Ac
H
4-NO2C6H4
Ac
H
4-n-C4H90C6H4
Pr
H
3-Ì-C3H7OC6H4
Ac
H
2,4-ChC6H3
Pr
H
3,5-ChC6H3
Ac
H
2,4-BnC6H3
Ac
Ac
4-Cl-2-CH3OCeH3
Ac
H
3-CI-6-CH3OC6H.3
Pr
H
2-Br-5-ClC6H3
Ac
H
3-C1-5-FC6H3
Ac
H
4-(CH3)2N-2-C2HSOC6H3
Pr
H
2-t-C4H9-4-(CH3)2NC6H3
Ac
Ac
4-Br-2-t-C4H9CôH3
Ac
Ac
5-CI-2-C2H5OC6H3
Pr
Pr
5-CI-2-C2H5C6H3
Ac
Ac
2-CI-4-NO2C6H3
Ac
H
4-CI-2-NO2C6H3
Pr
H
4-Br-3-N02CeH3
Ac
Ac
2-t-C4H»-5-N02C6H3
Ac
H
2-t-C4H9-5-i-C3H7C6H3
Ac
H
2,4-(CH30)2CbH3
Pr
H
4-CH3O-3-CH3C6H3
Ac
Ac
4-n-C4H90-3-C H3OC3H3
Ac
H
2,4,6-CbC6H2
Ac
H
2-Br-3,6-ChCôH2
Pr
H
2,3-Ch-6-FC6H2
Ac
Ac
4-Br-2,6-(CH30)2CbH2
Pr
Pr
4-Br-2,5-(CH3):CeH2
Ac
H
4-C4H90-3,5-ChC6H2
Pr
H
2,6-(CH3)2-4-N02CÔH2
Ac
H
3,4,5-(CH30)3C6H2
Ac
Ac
2,4,6-F3C6H:
Pr
Ac
4-n-C4H90-3,5-(CH30)2C6H2
642 975
Rl
R2
R3
Ac
Pr
4,5-(C2HS0)2-2-N02C6H2
Ac
H
2,4,6-(t-C4H9>C6H2
H
Pr
CeHs
H
H
4-C1C6H4
H
H
4-CH3OC6H4
H
Ac
2,6-(CH30)2C6H3
H
Ac
6-CH3O-4-CH3C6H3
H
Pr
5-Cl-2-Ch30C6H3
H
Ac
4-NO2C6H4
H
Pr
2-(CH3)2N-C6H4
H
Pr
2-t-C4H9-4-(CH3)2NC6H3
H
Ac
2,4,6-C13CÔH2
H
Ac
3,4,5-(CH30)3C6H2
H
H
2,5-(CH30)2-4-N02CeH2
H
H
2,4,6-(C2H5)3C6H2
Ac
Ac
2-Furyl
H
H
3-Furyl
H
Pr
2-Furyl
H
Ac
2-Thienyl
H
H
3-Thienyl
Ac
Ac
2-Thienyl
Pr
Pr
4-Pyridyl
Ac
Ac
2-Pyridyl
H
Ac
3-Pyridyl
Ac
H
n-CsH?
Ac
Ac n-C4H9
Ac
Ac
CH3
Ac
H
t—C4H9
Pr
H
CH3
Pr
Pr sec-C4H9
H
H
4-Pyridyl
H
H
3-Pyridyl
H
H
2-Pyridyl
H
H
n-C3H7
H
H
sec-C4H9
Beispiel 3
11 - Acetoxy-4" -deoxy-4" -benzoylthioformamido-oleando-mycin
Zu einer Lösung von 1,5 g = 2,1 mmol 11-Acetoxy-4"-deoxy-4"-amino-oleandomycin und 0,29 ml = 2,1 mmol Triäthylamin in 30 ml Methylenchlorid wurden 0,38 g = 2,1 mmol Benzoylthioformylchlorid bei 25°C zugesetzt. Das Reaktionsgemisch wurde für 15 Minuten gerührt, am Ende dieser Zeitspanne wurden weitere 0,25 Moläquivalent von jeweils Benzoylthioformylchlorid und Triäthylamin zugegeben. Das Rühren und die Zugabe von Acylchlorid und Triäthylamin wurden für drei weitere Male wiederholt. Das Reaktionsgemisch wurde dann mit 150 ml Methylenchlorid und 150 ml Wasser verdünnt. Der pH-Wert der wässrigen Phase wurde auf 8,5 mit wässriger 1N Hydroxidlösung eingestellt, die organische Schicht wurde abgetrennt und über Na2S04 getrocknet und zur Trockene unter vermindertem Druck eingedampft, wobei 1,9 g eines gelben Schaumes erhalten wurden. Dieser wurde mittels Säulenchromatographie über Kieselerdegel (Säule von 4 x 40 cm) unter Verwendung von Aceton als Elutionsmittel gereinigt. Das Eindampfen des Eluates ergab die Titelverbindung in quantitativer Ausbeute als amorphen Feststoff.
•H NMR (60 MHz) (ppm): 2,07 (3H, s, Acetoxy CHs-); 2,32 [6H, s, -NH(CHj):]; 2,68 (2H, m, Epoxid); 3,55 (3H, s, -OCH3); 7,30-7,68 (3H, m) und 7,96-8,24 (2H, m, aromatische Protonen).
In gleicher Weise wurden die folgenden Verbindungen als amorphe Feststoffe unter Ersatz des R3-C(=0)-C(=S)-C1-
642 975
10
Reaktionsteilnehmers statt des Benzoylthioformylchlorids hergestellt:
11 -Acetoxy-4" -deoxy-4" -(2-furoyl)-thioformamido-olean-domycin
(Ausbeute = 77%)
'H NMR (60 MHz) Sj^ci, (ppm): 2,09 (3H, s, Acetoxy CHa-);
2.34 [6H, s, -NH(CH3>]; 2,69 (2H, m, Epoxid); 3,47 (3H, s, -OCHs); aromatische Protonen: 6,62 (1H, dd, Ji = 1 Hz,
J2 = 4Hz); 7,76 ( 1 H, d, J = 1 Hz); 8,04 ( 1 H, d, J = 4Hz).
I l-Acetoxy-4"-deoxy-4"-(2-thenoyl)-thioformamido-oleandomycin
(Ausbeute = 81%)
'H NMR (60 MHz) Ô$J|is (ppm): 2,09 (3H, s, Acetoxy CH3-); 2,33 [6H, s, -NH(CH3>]; 2,69 (2H, m, Epoxid); 3,47 (3H, s, -OCH3); aromatische Protonen: 7,21 (1H, dd, Ji = 4Hz, J2 = 4Hz); 7,84 (1 H, d, J = 4Hz); 8,31 (1 H, d, J = 4Hz).
II - Acetoxy-4"-deoxy-4"-(4-methoxybenzoyl)-thioforma-mido-oleandomycin
(Ausbeute = 89%)
'H NMR (60 MHz) 8™ci. (PPm): 2,06 (3H, s, Acetoxy CH3-); 2,31 [6H, s, -NH(CH3>]; 2,69 (2H, m, Epoxid); 3,56 (3H, s, -OCHs in C-4"); 3,90 (3H, s, -OCHs); AB-Muster mit Ha zentriert bei 6,95; Hb bei 8,15 (Jab = 9Hz, 4H, aromatische Protonen).
I l-Acetoxy-4"-deoxy-4"-(4-brombenzoyl)-thioforma-mido-oleandomycin
(Ausbeute = 20%)
'H NMR (60 MHz) 8™cij (PPm): 2,05 (3H, s, Acetoxy CH3-); 2,30 [6H, s, -NH(CH3)2]; 2,65 (2H, m, Epoxid); 3,50 (3H, s, -OCH3); AB-Muster mit Ha zentriert bei 7,55; Hb bei 7,91 (Jab = 8Hz; 4H, aromatische Protonen).
II -Acetoxy-4" -deoxy-4" -(3,4-dichlorbenzoyl)-thioforma-mido-oleandomycin
(Ausbeute = 60%)
'H NMR (60 MHz) 8™ci> (PPm): 2,10 (3H, s, Acetoxy CH3-);
2.35 [6H, s, -NH(CH3>]; 2,71 (2H, m, Epoxid); 3,55 (3H, s, -OCH3); aromatische Protonen: 7,53 (1 H, d, J = 8Hz); 7,95 ( 1H, dd, J1 = 8Hz, J2 = 1 Hz); 8,19(lH,d,J=l Hz).
I l-Acetoxy-4"-deoxy-4"-(4-nitrobenzoyl)-thioforma-mido-oleandomycin
(Ausbeute = 69% roh, d.h. nicht der Säulenchromatographie unterworfen)
'H NMR (60 MHz) S$£,, (ppm): 2,06 (3H, s, Acetoxy CH:,-); 2,30 [6H, s, -N(CH3)2]; 2,66 (2H, m, Epoxid); 3,56 (3H, s, -OCH5); 8,26 (4H, s, aromatische Protonen).
II -Acetoxy-4" -deoxy-4" -(2,4,6-trimethylbenzoyl)-thiofor-mamido-oleandomycin
(Ausbeute = 93%)
■H NMR (60 MHz) 8cdci. (ppm): 2,13 (3H, s, Acetoxy CH3-); 2,37 [15H, s, -N(CH3)2 und Aryl CH3-]; 2,74 (2H, m, Epoxid); 3,44 (3H, s, -OCH3); 6,92 (2H, s, aromatische Protonen).
Beispiel 4
Die Arbeitsweise von Beispiel 3 wurde wiederholt, wobei jedoch das geeignete 4"-Deoxy-4"-amino-oleandomycin und die geeigneten R3-C(=0)-C(=S)-Cl-Reaktionsteilnehmer zur Herstellung der folgenden Verbindungen eingesetzt wurden. In der Tabelle bedeuten: Ac = Acetyl und Pr = Pro-pionyl.
CH
0
I
CH
CH
OCH
S 0
Ri R2 R3
Ac
H
2-C1C6H4
Ac
H
3-C1CÔH4
Ac
H
4-FC6H4
Pr
H
2-F-CÔH4
Ac
H
2-CH3CÔH4
Ac
Ac
3-C2H5C6H4
Ac
Pr
4-t-C4H9C6H4
Ac
H
2-CH3OCÓH4
Pr
Pr
3-Ì-C.3H7OC6H4
Pr
H
4-n-C4HsOC6H4
Ac
H
3-(CH3)2NC6H4
Pr
H
CeHs
Pr
Pr
4-C1C6H4
Pr
Ac
- 3-BrCoH4
Pr
Pr
4-CH30C6H4
Pr
H
3-(CH3)2NC6H4
Ac
H
4-N02C6H4
Pr
H
3-N02C6H4
Ac
Ac
2-N02C6H4
Ac
H
5-Br-2-C:H>00,H3
Ac
H
5-Br-2-n-C4H90CôH3
Pr
H
5-CI-2-CH3OC6H3
Ac
H
2-n-C4H90-3-CH3C6H3
Pr
H
2,4-Br2CeH3
Ac
H
2,5-ChCôH3
Ac
Ac
3-F-4-CH3OC6H3
Pr
Pr
4-F-2-CH3C6H3
Ac
Pr
4_F-2-CH3CÔH3
Ac
Ac
2,4-(CH30)2C6H3
Pr
Pr
2,6-(CH30>C6H3
Pr
Ac
3-C2H5O-4-CH3OC6H3
Ac
H
2,3-(CH3)2CÔH3
H
H
2,6-(CH3)2C6H3
H
H
3,5-(t-C4Ho)2C6H3
H
H
2-C2HsO-3-C2H5C6H3
H
H
CÔHS
H
H
4-ClCeH4
H
H
2-FC6H4
H
H
3-CH3COH4
H
H
4-t-C4HoC6H4
H
H
2-CH3OCeH4
H
H
4-n-C4HgOC6H4
H
H
4-(CH3)2NCeH4
H
H
4-NO2C6H4
H
Ac
CöHs
H
Br
3-BrCóH4
H
Ac
2-NO2C6H4
H
Pr
2-(CH3)2NC6H4
Ac
H
2-Furyl
Pr
H
3-Furyl
S
10
15
20
25
30
35
40
45
50
55
60
65
11
642 975
Ri
R2
R3
Ac
H
2-Thienyl
Ac
H
2-Pyridyl
Pr
H
3-Pyridyl
H
H
4-Pyridyl
Ac
Ac
2-Pyridyl
Pr
Pr
3-Thienyl
H
H
2-Pyridyl
Ac
H
■3,4,5-(CH3)3C6H2
Ac
H
2-C1-4-N02C6H3
Ac
H
2,5-Ch-4-CH3OC6H2
Pr
H
3,5-Cl:-2-CH3OC6H:
H
H
2,6-(C H30)2-4-C H3C6H2
Ac
Ac
4,5-(C H30)2-2-C H3C6H2
Ac
H
2,4-(CH3):-3-N02C6H:
Pr
H
4,5-(CH3)2-2-N02C6H2
H
H
3,4,5-ChCeH:
Ac
Ac
2,3,4-CbC6H2
Ac
H
2,4,6-(t-C4H«)3C6H2
Pr
H
2,4,6-(C2HS)3C6H2
Pr
Pr
2,4,6-(i-C3H7)3CeH2
Ac
Ac
2,4,6-(CH30)3QH2
H
H
3,4,5-(CH30)3CÔH2
Ac
Ac
CH3
Ac
H
CH3
Ac
H
Ì-C3H7
Pr
H
C2H5
Pr
Pr n-C4H9
Ac
H
t—C4H9
H
H
3-Pyridyl
H
H
2-Thienyl
H
H
3-Thienyl
H
H
2-Furyl
H
H
3-Furyl
H
H
C2H5
H
H
Ì-C3H7
H
H
n-C4H9
Beispiel 5
11-Acetoxy-4"-deoxy-4"-(4-aminobenzoyl)-thioforma-mido-oleandomycin
Eine Lösung von 830 mg = 0,9 mmol 11-Acetoxy-4"-deoxy-4"-(4-nitrobenzoyl)-thioformamido-oleandomycin in 150 ml Äthylacetat wurde in einer Parr-Apparatur bei 2,8 bar und 25°C während 3 Stunden über 500 mg 10% Palladiumauf-Kohle als Katalysator hydriert. Am Ende der 3-stündigen Periode wurde eine weitere Menge von 500 mg Katalysator zum Reaktionsgemisch zugegeben und die Hydrierung für weitere 3 Stunden fortgeführt. Der Katalysator wurde dann von dem Reaktionsgemisch abfiltriert, und das Filtrat wurde unter vermindertem Druck zur Trockene eingedampft. Der Rückstand, ein Schaum, wurde über einer Kieselerdegelsäule (4 x 40 cm) unter Verwendung von Chloroform/Methanol (17/1) zur Elution chromatographiert. Das Eindampfen des Eluates ergab die Titelverbindung als farblosen, amorphen Feststoff in einer Menge von 333 mg (Ausbeute 41%). 'H NMR (60 MHz) S^ci, (ppm): 2,01 (3H, s, Acetyl CH3-); 2,32 [6H, s, -N(CH3)2]; 3,48 (3H, s, -OCH3); AB-Muster mit Ha zentriert bei 6,88; Hb bei 7,81 (J = 8Hz, 4H, aromatische Protonen).
Unter Befolgung dieser Arbeitsweise wurden die Verbindungen der Beispiele 2 und 4, die eine Nitrogruppe in der Rs-Einheit enthalten, zu den entsprechenden Aminoderi-vaten reduziert.
Beispiel 6
Die 2'-Alkanoylgruppen der Verbindungen der Beispiele 2
und 4, welche eine solche Gruppe enthalten, wurden dadurch entfernt, dass diese einer Solvolyse unterzogen wurden. Die Arbeitsweise umfasste das Rühren der die 2'-Alkanoyl-gruppe enthaltenden Verbindung in überschüssigem Methanol unter Stickstoff bei Umgebungstemperatur für etwa 18 Stunden. Das Abdampfen des Lösungsmittels unter vermindertem Druck ergab die entsprechenden 2'-Alkohole.
Beispiel 7
11,2' -Diaceto xy-4" -deoxy-4" -phenylglyoxamido-olean-domycin
(durch Acetylierung des 11-Monoacetyl-derivates)
0,188 ml = 2,0 mmol Essigsäureanhydrid wurde zu einer Lösung von 1,64 g = 2,0 mmol 1 l-Monoacetoxy-4"-deoxy-4"-phenylglyoxamido-oleandomycin in 15 ml Benzol unter einer Stickstoffatmosphäre bei Zimmertemperatur zugegeben. Das Gemisch wurde für 3 Stunden gerührt und dann in 25 ml Wasser, überschichtet mit 25 ml Benzol, eingegossen. Der pH-Wert wurde mit 6N NaOH auf 9,5 eingestellt, und die Benzolschicht wurde abgetrennt. Sie wurde nacheinander mit Wasser und Salzlösung gewaschen und dann über Na2SC>4 getrocknet und unter vermindertem Druck zu einem Schaum eingedampft.
In ähnlicher Weise wurden die 11-Monoalkanoyloxyver-bindungen der Beispiele 1 bis 4 in ihre entsprechenden 1 l-Alkanoyloxy-2'-acetoxy-derivate umgewandelt, und durch Ersatz des Essigsäureanhydrides durch Propionsäure-anhydrid in ihre entsprechenden 1 l-Alkanoyloxy-2'-pro-pionyl-derivate.
Beispiel 8
4" -Deoxy-4" -benzoylthioformamido-oleandomycin
Zu einer auf 25°C gehaltenen Lösung von 2,0 g = 2,7 mmol 2'-Acetoxy-4"-deoxy-4"-amino-oleandomycin und 0,38 ml = 2,7 mmol Triäthylamin in 50 ml trockenem Methylenchlorid wurden 0,51 g = 2,7 mmol Benzoylthioformylchlorid zugegeben. Nach 1 Stunde wurden weitere 0,38 ml =
2,7 mmol Triäthylamin und 0,30 g = 1,6 mmol Benzoylthioformylchlorid zu dem Reaktionsgemisch zugesetzt. Dann wurden 150 ml Wasser und 100 ml Methylenchlorid zugegeben, und der pH-Wert der wässrigen Schicht wurde durch Zugabe von wässriger 1N Natriumhydroxidlösung auf 9,5 eingestellt. Die organische Schicht wurde mit 100 ml Wasser gewaschen, über wasserfreiem Natriumsulfat getrocknet und im Rotationsverdampfer eingedampft, wobei 3,0 g rohes 2' - Acetyl-4" -deoxy-4" -benzoylthioformamido-oleando-mycin als bernsteinfarbener Schaum erhalten wurden. Das Rohprodukt wurde über einer Kieselerdegelsäule (200 g Kieselerdegel; Chloroform/Isopropanol = 9:1 in Volumen; Säulenabmessungen = 3,5 x 50 cm) chromatographiert, wobei 1,9 g (80% Ausbeute) reines 2'-Acetyl-4"-deoxy-4"-benzoyl-thioformamido-oleandomycin als farbloser Schaum erhalten wurden.
1H NMR (60 MHz) (ppm): 2,11 (3H, s,
O
Ii
-O-C-CH3);
2,31 [6H, s, -N(CH3)2]; 3,54 (3H, s, -OCHs); Multiplett bei 7,4-7,66 (3H) und 7,95-8,15 (2H), aromatische Protonen.
Das Rühren des 2'-Acetylesters über Nacht in 50 ml wasserfreiem Methanol bei 25°C und die anschliessende Entfernung des Lösungsmittels im Vakuum ergab reines 4"-Deoxy-4//-benzoylthioformamido-oleandomycin in quantitativer Ausbeute als farblosen Schaum.
'H NMR (60 MHz) Ô^cu (ppm): 2,34[6H, s, -N(CHs)2]; 3,51
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
55
60
65
642975
12
(3H, s, -OCH?); Multiplelts bei 7,18-7,58 (3H) und 7,88-8,08 (2H), aromatische Protonen.
Beispiel 9
4" -Deoxy-4" -(2-thienyl)-gly oxamido-oleandomycin
Zu einer auf 25°C gehaltenen Lösung von 2,0 g = 2,7 mmol 2'-Acetyl-4" deoxy-4"-amino-oleandomycin und 1,7 g = 11,0 mmol 2-Thenoylameisensäure in 50 ml wasserfreiem Methylenchlorid wurden 0,85 g = 4,1 mmol N,N'-Dicyclo-hexylcarbodiimid (DCCI) zugesetzt. Der als Nebenprodukt entstandene N,N'-Dicyclohexylharnstoff wurde abfiltriert, und zu dem Filtrat wurden 150 ml Wasser und 100 ml Methylenchlorid zugegeben. Der pH-Wert der wässrigen Phase wurde mit wässriger IN Natriumhydroxidlösung auf 9,5 eingestellt. Die organische Schicht wurde abgetrennt,
über wasserfreiem Natriumsulfat getrocknet und im Rotationsverdampfer eingedampft, wobei 2,7 g rohes 2'-Acetyl-4"-deoxy-4"-(2-thienyl)-glyoxymido-oleandomycin als bernsteinfarbener Schaum erhalten wurden. Das Rühren der 2,7 g Rohprodukt in Methanol bei 25°C über Nacht ergab rohes 4" -Deoxy-4" -(2-thienyl)-glyoxamido-oleandömycin, das durch Kieselerdegelchromatographie (200 g Kieselerdegel, Säulenabmessungen = 3,5 x 50 cm; Elution mit Chloroform/ Isopropanol = 9:1) gereinigt wurde. Die Ausbeute betrug 0,80 g (36%).
•H NMR (60 MHz) S^|b (ppm): 2,28 [6H, s, -N(Cto)2]; 3,40 (3H, s, -OCHs); Multipletts bei 7,16 (1H); 7,78 (1H) und 8,36 (1H); Thiophenring-pro tonen
Die folgenden Verbindungen wurden aus den geeigneten Reaktionsteilnehmern in gleicher Weise hergestellt. Sie wurden als farblose Schäume erhalten:
4" -Deoxy-4" -phenylglyoxamido-oleandomycin
(Ausbeute = 33%)
'H NMR (60 MHz) 8^1,, (ppm): 2,26 [6H, s, -N(CH3)2]; 3,42 (3H, s, -OCHs); 7,01-7,61 (3H, m); 8,12-8,36 (2H, m), aromatische Protonen.
4" Deoxy-4" -2-furylglyoxamido-oleandomycin
(Ausbeute = 50%)
■H NMR (60 MHz) 8$JSh (ppm): 2,27 [6H, s, -N(CH3)2]; 3,40 (3H, s, -OCHs); Multipletts bei 6,60 (1H); 7,74 (1H); 8,11 (1H), Furanring-protonen.
4"-Deoxy-4"-methylglyoxamido-oleandomycin
(Ausbeute = 71%)
1 HNMR (60 MHz) Ô^|u (ppm): 2,25 [6H, s, -N(CH3>]; 2,47 (3H, s, -CO-CO-CH3); 3,38 (3H, s, -OCH3).
Beispiel 10
Säureadditionssalze
Zu einer Lösung von 1,0 mmol ll-Acetoxy-4"-deoxy-4"-benzylthioformamido-oleandomycin in 50 ml Methanol wurde eine äquimolare Menge von Chlorwasserstoff zugegeben, und das Reaktionsgemisch wurde bei Zimmertemperatur für 1 Stunde gerührt. Die Entfernung des Lösungsmittels durch Abdampfen ergab das Hydrochloridsalz.
In ähnlicher Weise wurden die zuvor angegebene Verbindung und die übrigen, hier beschriebenen Verbindungen in ihre Hydrochlorid-, Hydrobromid-, Sulfat, Acetat-, Butyrat-, Citrat-, Glycolat-, Tartrat-, Stearat-, Pamoat-, Fumarat-, Benzoat, und Aspartatsalze umgewandelt.
Wenn der Reaktionsteilnehmer ein 11,2-Dialkanoyloxy-4" -deoxy-4" -substituiertes-amino-oleandomycin-derivat ist, wird Isopropanol als Lösungsmittel verwendet.
Andere Säureadditionssalze werden durch Zugabe von ausreichend Säure zur Absättigung jeder der vorligenden, basischen Gruppen hergestellt. In dieser Weise werden Poly-
säureadditionssalze von erfindungsgemässen Verbindungen hergestellt.
Präparation A
11 -Acetoxy-4"-amino-oleandomycin
Zu einer Suspension von 10 g 10% Palladium-auf-Aktiv-kohle in 100 ml Methanol wurden 21,2 g Ammoniumacetat hinzugegeben und die erhaltene Aufschlämmung wurde mit einer Lösung von 20 g 11-Acetoxy-4"-deoxy-4"-oxo-olean-domycin in 100 ml desselben Lösungsmittels behandelt. Die Suspension wurde bei Zimmertemperatur in einer Wasserstoffatmosphäre bei einem Anfangsdruck von 3,45 bar geschüttelt. Nach 1,5 Stunden wurde der Katalysator abfiltriert, und das Filtrat wurde unter Rühren zu einem Gemisch von 1200 ml Wasser und 500 ml Chloroform gegeben. Der pH-Wert wurde von 6,4 auf 4,5 eingestellt, und die organische Schicht wurde abgetrennt. Die wässrige Schicht wurde nach einer weiteren Extraktion mit 500 ml Chloroform mit 500 ml Äthylacetat behandelt, und der pH-Wert wurde mit IN Natriumhydroxidlösung auf 9,5 eingestellt. Die Äthylace-tatschicht wurde abgetrennt, und die wässrige Schicht wurde erneut mit Äthylacetat extrahiert. Die Äthylacetatextrakte wurden vereinigt, über Natriumsulfat getrocknet und zu 18,6 g eines gelben Schaumes eingeengt, der bei der Kristallisation aus Diisopropyläther 6,85 g gereinigtes Produkt mit F. 157,5-160°C ergab. Durch die Werte des NMR-Spektrums und der Dünnschichtchromatographie (TLC) wurde gezeigt, dass es sich um ein einziges Epimeres in der C-4"-Stellung handelte. Das verwendete TLC-System war CHCb:CH30H:NH40H (9 :2:0,1) auf Kieselerdegelplatten. Das Entwicklungssystem, Vanilin: HïPOj.'CîHsOH (5 g : 50 ml : 100 ml) wurde auf die auf etwa 80-100°C erhitzten TLC-Platten aufgesprüht. Das überwiegende Epimere ist weniger polar als das in geringerer Menge vorligende Epimere.
NMR (8, CDCh): 3,41 (3H) s; 2,70 (2H) m; 2,36 (6H) s und 2,10 (3H) s.
Das andere Epimere, das in dem rohen Schaum in einer Ausbeute von 20-25% vorliegt, wurde durch allmähliche Konzentration und Filtration der Mutterlaugen erhalten.
In dergleichen Weise wurden die folgenden Mono-alka-noyloxy- und Di-alkanoyloxy-ester von 4"-Deoxy-4"-amino-oleandomycin (beide C-4"-Epimere) aus den entsprechenden Mono-alkanoyloxy- und Di-alkanoyloxy-4"deoxy-4"-oxo-oleandomycinen hergestellt. Bei der Herstellung eines 2'-Esters wurde als Lösungsmittel Isopropanol verwendet:
11,2' -Diacetoxy- 11 -Propionyloxy
2'-Acetoxy- 1 l-Acetoxy-2'-propionyloxy-
2'-Propionoxy- 1 l-Propionyloxy-2'-acetoxy-
1 l,2'-Dipropionoxy-
Präparation B
4" -Deoxy-4" -amino-oleandomycin
Eine Lösung von 20 g 2'-Acetoxy-4"-deoxy-4"-oxo-olean-domycin in 125 ml Methanol wurde nach einem Rühren bei Zimmertemperatur über Nacht mit 21,2 g Ammoniumacetat behandelt. Die erhaltene Lösung wurde in einem Eisbad abgekühlt und mit 1,26 g Natriumcyanoborhydrid behandelt. Das Kühlbad wurde dann entfernt, und das Reaktionsgemisch wurde bei Zimmertemperatur 2 Stunden gerührt. Das Reaktionsgemisch wurde in 600 ml Wasser und 600 ml Diäthyläther eingegossen, und der pH-Wert wurde von 8,3 auf 7,5 eingestellt. Die Ätherschicht wurde abgetrennt, und die wässrige Phase wurde mit Äthylacetat extrahiert. Die Extrakte wurden beiseite gestellt, und der pH-Wert der wässrigen Phase wurde auf 8,25 eingestellt. Die Diäthyläther- und
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
55
60
65
Äthylacetatextrakte, welche bei diesem pH-Wert gemacht wurden, wurden ebenfalls beiseite gestellt, und der pH-Wert wurde auf 9,9 angehoben. Die bei diesem pH-Wert erhaltenen Diäthyläther- und Äthylacetatextrakte wurden vereinigt, nacheinander mit Wasser (1 x) und einer gesättigten Salzlösung gewaschen, und über Natriumsulfat getrocknet. Die letztgenannten, bei pH = 9,9 erhaltenen Extrakte wurden zu einem Schaum eingeengt und über 160 g Kieselerdegel unter Verwendung von Chloroform als Beladungslösungsmittel und Anfangseluat chromatographiert. Nach elf Frak642 975
tionen, wobei 12 ml pro Fraktion abgenommen wurden, wurde das Eluat auf 5% Methanol-95% Chloroform gewechselt. Bei der Fraktion 370 wurde das Eluat auf 10% Met-hanol-90% Chloroform gewechselt, und bei der Fraktion 440 s wurde 15% Methanol-85% Chloroform verwendet. Die Fraktionen 85-260 wurden vereinigt und im Vakuum zur Tro-chene eingeengt, wobei 2,44 g des gewünschten Produktes erhalten wurden.
NMR (8, CDCb): 5,56 ( 1 H) m; 3,36 (3H) s; 2,9 (2H) und 2,26 io (6H) s.
13
B
Claims (10)
- 642 9752PATENTANSPRÜCHE 1. Oleandomycinderivate der folgenden Formel (A)R°~NHR (A)sowie die pharmazeutisch annehmbaren Säureadditionssalze hiervon, worin bedeuten:R° den RestN (CK )CHCHCHOCHR einen der Reste:O OII II(a) -C-C-R3 oderS OII II(b) -C-C-RbXein Heterocyclylrest oder ein Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen ist, wobei jeder der Reste X und Y ein Wasserstoff*, Chlor-, Brom- oder Fluoratom oder ein Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder ein Alkoxyrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen ist und Z die Bedeutung von X besitzt oder ein Dimethylamino-, Nitro- oder Aminorest ist, und jeder der Reste Ri und R2 ein Wasserstoffatom oder ein Alkanoylrest mit 2 bis 3 Kohlenstoffatomen ist.
- 2. Verbindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass R2 ein Wasserstoffatom ist.
- 3. Verbindung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass Ri Wasserstoff und R3 der RestXz sind.
- 4. Verbindungen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass Ri Wasserstoff und R3 ein Heterocyclylrest, vorzugsweise der Thienyl-, Furyl- oder Pyridylrest, sind.
- 5. Verfahren zur Herstellung von Verbindungen der FormelR°~NHR (A)sowie von pharmazeutisch annehmbaren Säureadditionssalzen hiervon, worin bedeuten:R° den RestHCH0-•CHC~HCHOCHR einen der Reste:O OII II(a) -C-C-R3 oderS OII II(b) -C-C-R3Xworin R3 der Rest ein Heterocyclylrest oder ein Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen ist, wobei jeder der Reste X und Y ein Wasserstoff-, Chlor-, Brom- oder Fluoratom oder ein Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder ein Alkoxyrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen ist und Z die Bedeutung von X besitzt oder ein Dimethylamino-, Nitro- oder Aminorest ist, und jeder der Reste Ri und R2 ein Wasserstoffatom oder ein Alkanoylrest mit 2 bis 3 Kohlenstoffatomen ist, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Verbindung der FormelR"~NH2worin R° die oben angegebene Bedeutung besitzt, in einem reaktionsinerten Lösungsmittel mit einem Acylierungsmittel, das folgende Acylgruppe aufweist:0 0 SOII II H II-C-C-R3 oder -C-C-Rs51015202530354045505560653642975worin R.3 die zuvor angegebene Bedeutung besitzt, umsetzt und erhaltene Verbindungen gegebenenfalls in pharmazeutisch annehmbare Säureadditionssalze überführt.
- 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass im Falle der Acylgruppe R3-C(=0)-C(=0)-, worin R3 die in Anspruch 5 angegebene Bedeutung besitzt, als Acylie-rungsmittel Rj-C(=0)-C(=0)0H in Anwesenheit eines dehydratisierenden Kupplungsmittels verwendet wird.
- 7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass im Falle der Acylgruppe R3-C(=0)-C(=S)- als Acylie-rungsmittel R3-C(=0)-C(=S)C1, worin R3 die in Anspruch 5 angegebene Bedeutung besitzt, verwendet wird.
- 8. Verfahren zur Herstellung von Verbindungen der FormelR"~NHR (AI)sowie von pharmazeutisch annehmbaren Säureadditionssalzen hiervon, worin bedeuten:Nitrogruppe in die Aminogruppe überführt und erhaltene Verbindungen gegebenenfalls in die entsprechenden Säureadditionssalze überführt.
- 9. Verfahren zur Herstellung von Verbindungen der 5 FormelR°~NHR (A2)sowie von pharmazeutisch annehmbaren Säureadditions-10 salzen hiervon, worin bedeuten:R° den Rest*(CH >2R den RestN'CS3>2undOCH.R einen der Reste: O OII II(a) -C-C-R3 oderS OII II(b) -C-C-R3 worin R3 der Rest ist, wobei jeder der Reste X und Y Wasserstoff, Chlor, Brom, oder Fluor oder einen Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder einen Alkoxyrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen bedeutet und jeder der Reste Ri undR: Wasserstoff oder ein Alkanoylrest mit 2 bis 3 Kohlenstoffatomen ist, dadurch gekennzeichnet, dass man nach dem Verfahren gemäss Anspruch 5 eine Verbindung der Formel A, worin Z der Nitrorest ist, herstellt und anschliessend in dieser Verbindung durch Hydrieren über einem Edelmetallkatalysator die und3530R einen der Reste: O OII II(a) -C-C-R3 oder40 SOII II(b) -C-C-R345worin R3 der Rest50 ein Heterocyclylrest oder ein Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen ist, wobei jeder der Reste X und Y ein Wasserstoff-, Chlor-, Brom- oder Fluoratom oder ein Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder ein Alkoxyrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen ist und Z die Bedeutung von X besitzt 55 oder ein Dimethylamino-, Nitro- oder Aminorest ist und Ri Wasserstoff oder ein Alkanoylrest mit 2 bis 3 Kohlenstoffatomen ist, dadurch gekennzeichnet, dass man nach dem Verfahren gemäss Anspruch 5 eine Verbindung der Formel A, worin R2 einen Alkanoylrest mit 2 bis 3 C-Atomen bedeutet, 60 herstellt und anschliessend diese Verbindung mit Methanol einer Solvolyse unterwirft und erhaltene Verbindungen gegebenenfalls in die entsprechenden Säureadditionssalze überführt.
- 10. Pharmazeutische Zusammensetzung, dadurch gelcenn-65 zeichnet, dass sie als Wirkstoffkomponente mindestens eine neue Verbindung der FormelR°~NHR(A)6429754oder pharmazeutisch annehmbaren Säureadditionssalze hiervon, worin bedeuten:R° den Rest iUCK )_■Vi^CH.•o.../V-CHil CH.OCH.R einen der Reste: O OII II(a) -C-C-R3 oderS OII II(b) -C-C-R3worin R3 der Rest ein Heterocyclylrest oder ein Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen ist, wobei jeder der Reste X und Y Wasserstoff-, Chlor-, Brom- oder Fluoratom oder ein Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder ein Alkoxyrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen ist und Z die Bedeutung von X besitzt oder ein Dimethylamino-, Nitro- oder Aminorest ist und jeder der Reste Ri und R2 ein Wasserstoffatom oder ein Alkanoylrest mit 2 bis 3 Kohlenstoffatomen ist, enthält.beschrieben. Es besitzt die folgende Formel, deren absolute Konfiguration angegeben ist:N(ch3)97— 00 Cr10C -undHO ""IIHC'*4 15 H3Cö,^CH s00 CH(I)"CILV1 "im»n »1 « * » n *jl«!"CH„OCH-Es besteht aus drei Hauptstruktureinheiten, der L-Oleandro-seeinheit, der Desosamineinheit und der Oleandolideinheit.Die Bildung von Derivaten von Oleandomycin konzen-25 trierte sich hauptsächlich auf die Bildung von Estern bei einer oder mehreren der drei Hydroxygruppen, welche in der 2'-, 4"- und 11-Stellung vorliegen. Mono-, Di- und Tri-acylester, in denen die Acyleinheit von einer niederen, aliphatischen Kohlenwasserstoffmonocarbonsäure mit 2 bis 6 Kohlenstoff-30 atomen abstammt, sind in der US-Patentschrift 3 022 219 beschrieben.Aminohydrinderivate von Oleandomycin wurden von Kastrons et al., Khim. Geterosikl Soedin (2), 1974, S. 168-71 ; C.A. 80, 1974,145986n, beschrieben. Die Verbindungen, für 35 welche keine Verwendbarkeit angegeben ist, können durch Behandlung von Oleandomycin mit einem Dialkylamin oder einem heterocyclischen Amin in einem Bombenrohr für 20 Stunden bei 30°C hergestellt werden. Die Epoxideinheit in der 8-Stellung ist der Ort der Reaktion.
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