Verfahren zur Herstellung eines Kaffee-Ersatzmittels ans stärkemehlhaltigen Körnerfrüchten. Bei .der bekannten Herstellung von Kaffee- Ersatzmitteln aus stä.rkemehlhaJtigen Körner früchten, insbesondere aus Getreide, werden die Körner in unverändertem Zustande oder nach vorheriger Überführung in -Malz in ge eigneten Vorrichtungen geröstet. Besonders aus Roggen, Gerste und Mais, auch aus Lu pinen, kann man so ein Rösterzeugnis erhal ten, aus dem durch Ausziehen mit siedendem Wasser ein kaffeeähnliches Getränk gewon nen wird.
Man hat auf verschiedene Weise versucht, zum Beispiel durch Beha.ndeiln der Körner mit Auszügen aus Kaffeeschalen, durch Glasieren mit Zucker oder zucker reichen Extrakten, auch durch einfaches Brii- hen oder Dämpfen mit nachfolgender Reini gung des körnerförmigen Gutes. das Röst erzeugnis und das aus ihm hergestellte Ge tränk zu verbessern und dem Ka.ffeegetränh ähnlicher zu machen.
Nach dem vorliegenden Verfahren werden die zweckmässig gereinig ten und geputzten Körner zunächst in Gegen wart von Feuchtigkeit bei höheren Tempera turen unter Bewegung und Druck genügend hinge Zeit behandelt, um nicht nur die Stärke, sondern auch Proteinstoffe und Zellulose auf znschliessen. Am einfachsten geschieht dies in .der Weise, dass das Gut in einem Druck gefässe der Einwirkung gespannten Dampfes von etwa einer oder mehreren Atmosphären Überdruck während einer oder mehreren Stunden miterworfen wird.
Vor der Behancl- lun.g mit gespanntem Dampf oder an Stelle derselben kann auch eine Durchfeuchtung des Gutes mit Wasser oder wässeriger Flüssig heit und darauffolgend eine Erhitzung a.uf entsprechend erhöhte Temperaturen in dem gesclilo,ssenen Druckgefässe stattfinden.
Die hei dein Verfahren in Anwendung kommende Wassermenge kann verhältnis mässig gering sein. Sie wird am besten in sol chen Grenzen gehalten, @dass nach Beendigung des Aufschliessungsvorganges ein ziemlich trockenes, äusserlich nicht verändertes Korn vorhanden ist.
Die eingetretene Aufschliessung aller Bestandteile im Innern der Frucht ist leicht erkennbar. Durchi Zufügung klei ner Mengen von geeigneten Salzen, wie,
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Chlornatriiun <SEP> und <SEP> Chlorcalcium, <SEP> kann <SEP> der
<tb> Aufschliessung.vorgang <SEP> beschleunigt <SEP> wer <B>(1</B> <SEP> en. <SEP> Die <SEP> aufgeschlossenen <SEP> Körner <SEP> werden
<tb> dann <SEP> unmittelbar <SEP> oder <SEP> nach <SEP> vorherigem
<tb> Trocknen <SEP> unter <SEP> Benutzung <SEP> geeigneter <SEP> Röst v < ;rriclitungen <SEP> vorsichtig <SEP> geröstet.
<tb> <I>Beispiel <SEP> 1:
</I>
<tb> 100 <SEP> Kilo <SEP> gereinigtes, <SEP> geputztes. <SEP> luft ti <SEP> oclzenes <SEP> Getreide <SEP> werden <SEP> direkt <SEP> init <SEP> etwa.
<tb> @> <SEP> biss <SEP> 10 <SEP> % <SEP> MVasser. <SEP> das <SEP> 1 <SEP> bis <SEP> 2 <SEP> % <SEP> Natrium cblorld <SEP> enthält, <SEP> in <SEP> einen <SEP> geeigneten <SEP> Druck hesselgebrac@t. <SEP> Das <SEP> in <SEP> Bewegung <SEP> gehaltene
<tb> Gut <SEP> wird <SEP> so <SEP> lange <SEP> mit <SEP> strömendem <SEP> W:
asser Jampfe <SEP> von <SEP> niederer <SEP> Temperatur <SEP> behandelt,
<tb> bis <SEP> dasselbe <SEP> den <SEP> erforderlichen <SEP> Feuchtigkeits grad <SEP> angenommen <SEP> hat. <SEP> Hierauf <SEP> wird <SEP> das
<tb> gleicb,mässig <SEP> durchfeuchtete <SEP> Gut <SEP> in <SEP> dein <SEP> voll ständig <SEP> abgedichteten <SEP> Apparate <SEP> bei <SEP> ständiger
<tb> Bewegung <SEP> der <SEP> Einwirkung <SEP> von <SEP> trockenem,
<tb> gespanntem <SEP> Dampfe <SEP> bei <SEP> einem <SEP> allmählich
<tb> ansteigenden <SEP> Drucke <SEP> von <SEP> 1 <SEP> bis <SEP> 3 <SEP> Atmosphären
<tb> ausgesetzt, <SEP> wobei <SEP> durch <SEP> zweckentsprechende
<tb> Einrich@:
ung <SEP> dafür <SEP> Sorge <SEP> getragen <SEP> wer den <SEP> muss, <SEP> dass <SEP> etwa. <SEP> entstandenes <SEP> Kondens was!@er <SEP> mit. <SEP> dem <SEP> Gute <SEP> nicht <SEP> in <SEP> Berührung
<tb> kommt. <SEP> Bei <SEP> richtiger <SEP> Leitung <SEP> des <SEP> Prozesses
<tb> i=, <SEP> die <SEP> Aufs(,liliessung <SEP> in <SEP> der <SEP> Regel <SEP> nach
<tb> l <SEP> <B><U>'IL,</U></B> <SEP> bis <SEP> 2 <SEP> Stunden <SEP> beeis <SEP> iet. <SEP> An <SEP> Stichproben
<tb> ist <SEP> von <SEP> Zeit <SEP> zu <SEP> Zeit <SEP> der <SEP> Fortgang <SEP> der <SEP> Auf schliessung <SEP> niid <SEP> schliesslich <SEP> der <SEP> Zeitpunkt.
<tb> wo <SEP> diese <SEP> für <SEP> den <SEP> beabsichtigten <SEP> Zweck <SEP> be endet <SEP> ist, <SEP> leicht <SEP> festzustellen.
<SEP> Nach <SEP> beendeter
<tb> Aufscbliessung <SEP> wird <SEP> der <SEP> Dampf <SEP> abgestellt.
<tb> Wenn <SEP> der <SEP> Druck <SEP> abgefallen <SEP> ist, <SEP> werden <SEP> die
<tb> Ventile <SEP> geöffnet <SEP> und <SEP> :das <SEP> noch <SEP> heisse <SEP> Gut <SEP> auf
<tb> ein <SEP> Kühlsieb <SEP> verbracht, <SEP> uni <SEP> die <SEP> äusserlich <SEP> an haftende <SEP> geringe <SEP> Feuchtigkeit <SEP> vermittelt
<tb> Exhaustors <SEP> abzusa.ngen. <SEP> Die <SEP> Körner <SEP> werden
<tb> dann <SEP> so <SEP> oder <SEP> nach <SEP> vorbergebender <SEP> Trock nung <SEP> geröstet,
<tb> Das <SEP> erhaltene <SEP> Erzeugnis <SEP> ist <SEP> bei <SEP> richtiger
<tb> Arbeitsweise <SEP> völlig <SEP> gleichmässig <SEP> durch gcrö:
stet, <SEP> besitzt <SEP> im <SEP> frischen <SEP> Zustand <SEP> einen
<tb> ausgeprägt <SEP> kaffeeartigen <SEP> Geruch, <SEP> der <SEP> siehe
<tb> auch <SEP> bei <SEP> zweckentsprechender <SEP> Aufbewahrung
<tb> längere <SEP> Zeit <SEP> erli;lilt, <SEP> und <SEP> gibt <SEP> beim <SEP> Ausziehen
<tb> mit <SEP> siedendem <SEP> Wasser <SEP> ein <SEP> Getränk <SEP> von <SEP> we ent@ic@ <SEP> angenehmerem <SEP> Kaffeeduft <SEP> una Ka.ffeegeschinack als die nach! der bisher bekannten, aus Getreide und Getreidemalz hergestellten Kaffee-Ersatzmittel.
Zum vollwertigen Ersatze der gerösteten Kaffeebohnen gehört jedoch auch der Kaf- feingehalt. Zwar hängt die anregende Wir kung des Röstkaffees und der hochwertigen Kaffee-Ersa.tzmittel auch von den vorhande nen, durch Röstung gebildeten Duft- und Geschmackstoffee ab: aber es steht fest, dass die dein Röstkaffee eigentümliche Wirkung auf :die G eschinacksnerven und besonders auf das Zentralnervensystem in der Hauptsache auf dem Gehalt an Kaffein beruht.
Mit dem vorstehend gekennzeichneten Verfahren, lässt sich die Einkörper,ung des Kaffeins in besonders zweckents.prechlender eise verbinden, und zwar so, dass ,das Kaf- fein völlig gleichmässig verteilt und eine ähnliche Bindung desselben in dem Erzeug nis erreicht wird wie im Kaffee, auch ein irgendwie beachtlicher Verlust an Kaffein beim Rösten des Gutes vermieden wird. Zwechmässig erfolgt die Einverleibung des Kaffeins so, dass .die Körnerfrüchte, z. B.
Lupinen, mit der wässerigen Lösung der er forderlichen Menge :des Kaffeins zunächst durchfeuchtet. und darauf :so lange unter Bewegung und Druck erhitzt werden, bis eine hinreichende Aufschliessung der Stärke, der Eiweissstoffe und der Zellulose und hier durch gleichzeitig die Aufsaugung der Kaf- feinlösung und die gleichmässige Durch dringung des ganzen Kornes eingetreten ist.
In dem so behandelten Gut ist das Kaffein in den Zellen des Gewebes in .gebundener Form vorhanden. Die Bindung im Zellgewebe beruht ebenso wie beim Kaffein der Kaffee bohne auf einer Adsorptionswirkung,, die hier wie dort von der weiteren Frage, ob das Kaffein im Kaffee als chlorogensaures Kali- Ka.ffein oder als freie Base enthalten, un abhängig ist.
<I>Beispiel 2</I> 100 Kilo bereinigtes, geputztes, luft trockenes Getreidemalz werden mit etwa 10 /'o heissem Wasser befeuchtet, in welchem 0,5% Kaffein - berechnet auf das Rohgut - gelöst sind. Der Kaffeinlösung werden 1 bis 2 % Natriumchlorid zugefügt. Das in der Wärme durchfeuchtete Gut wird darauf in einer Druckvorrichtung unter beständiger Bewegung der Ein tvirkung von trockenem, gespanntem Dampf ausgesetzt. Im allgemei nen genügt ein Überdruck von 1 bis 3 Atmo sphären.
Bei dieser Durchdämpfung wird dafür Sorge getragen, dass etwa, entstandenes Kondenswasser nicht mit dem Gute in .Be rührung kommt. Die Dämpfung wird so lange fortgesetzt. bis an Stichproben eine gleich mässige Aufschliessung des Korne: erkennbar ist, was in der Regel in 1 bis 11/= Stunden eintritt, worauf das Gut dann in Überein stimmung mit dem oben beschriebenen Aus- fiihrungsbeispiel weiter verarbeitet wird.
Die Aufschliessung kann auch so erfolgen, dass das Kaffein in der zum Aufschliessen und Durchdringen der Körner gerade ausreichen den Menge Wasser gelöst und unter Bewegung das Gut mit der Flüssigkeit in der geschlos- senen Druckvorrichtung erhitzt wird.