CH88695A - Verfahren zur Isolierung von Colchicin. - Google Patents
Verfahren zur Isolierung von Colchicin.Info
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Description
Verfahren zur Isolierung von Colchicin. Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Isolierung von Colchi- cin aus pflanzlichem Ausgangsmaterial, z. B. der Droge, wie z. B. Samen oder Knollen von Colchicum autumnale L. oder einer Mi schung von daraus bereiteten geeigneten Ex trakten und natürlicher Zellsubstanz, z. B. Blattpulver.
Der geringen Basizität des Colchicins, das in wässeriger Lösung gegen Lakmus neutral reagiert, wird in dem Verfahren Rechnung getragen. Der Zusatz von sauer wirkenden Reagentien zur Fixation des Alkaloides in natürlicher Zellsubstanz beschränkt sich auf die Anwendung von stark sauren Mitteln, d. h. von Mineralsäuren, z. B. Schwefelsäure, deren Menge erst ausreicht, wenn sie in schwachem Überschuss angewandt werden.
Der geeignete Überschuss von Mineralsäure ist vorhanden, wenn aus einer Probe der Zellsubstanz mit einem Gemische von 4 Tei len Alkohol und 6 Teilen Benzol freie Mi neralsäure, z. B. Schwefelsäure, gerade ex trahiert werden kann.
Das Verfahren beruht demnach darauf, dass man durch Zusatz von Mineralsäuren in geringem Cberschuss das Alkaloid iii natürlicher Zellsubst.anz gegen über mit Wasser nicht mischbaren, niedrig siedenden Fettlö sungsmitteln fixiert, worauf man deni Material durch erschöpfende Vor- cxtraktion mit einem dieser Fettlösungsmit- tel die löslichen,
nicht basischen Begleit stoffe des Alkaloides entzieht, dann das so voi-gereinig(,e Extraktionsgut in neuen Men gen Fettlösungsmittel suspendiert und alka lisch macht., worauf man das in Freiheit ge setzte Alkaloid aus der Zellsubstanz heraus löst und den so gewonnenen alkaloidhal- tigen Extrakt bei niedriger Temperatur zur Trockne verdampft. Das hinterbleibende :
iocl)prozentige Colch.icin wird zweckmässig auf bekannte Weise, z. B. über die kristalli sierende Chloroformverbindung, von Neben alkaloiden und geringen Mengen nicht ba sischer Stoffe befreit.
Bei clei@ geringen Absorptionsfähigkeit, wie sie selbst stark angesäuerter Colchicum- samen bei der Filation des Colchicins zeigt. ist es vorteilhaft, den Samen vor der Ver arbeitung mit Blattpulver zu vermengen, um alsdann durch Ansäuren dieser Mischung eine vollständige Fixation des Alkaloides gegenüber Fettlösungsmitteln zu erreichen.
<I>Beispiel 9:</I> Eine feinpulverige Mischung von 1 kg Herbstzeitlosensamen und '/_ kg Blattmehl, das mit. Alkohol und Benzol vorextrahiert worden war, wird mit so viel 50 %iger Schwefelsäure in einer säurebeständigen Mischtrommel behandelt, dass eine Lösung voll 4 Teilen Alkohol und 6 Teilen Benzol g erzade kleine Mengen freier Schwefelsäure zu extrahieren vermag.
Alsdann befeuchtet Tran das Pflanzenpulver mit 0,'7 Liter Benzol und extrahiert es im Perkolator erschöpfend reit Benzol. Das auf diese Weise von nicht basischen Stoffen befreite Material wird nun in # Liter Benzol suspendiert und die be wegte Suspension mit gasförmigem Ammo niak bis zur deutlich alkalischen Reaktion behandelt. Nach zweistündiger Einwirkung von Ammoniak und Lösungsmittel saugt man auf der 'rutsche ab und wäscht mit Benzol in Portionen von 1/.. Liter erschöp fend nach.
Der Extrakt wird unterhalb 40" zur Trockne verdampft, wobei ein liellgelb- geUrbtes sprödes, in verdünnter Säure nahe-. zii restlos lösliches Produkt hinterbleibt. Aus diesem hochprozentigen Rohcolchiciii wird das reine Alkaloid auf bekannte Weise von Begleitstoffen befreit, als Chloroformverbin- dung, kristallisiert und in einheitlichem Zu stande erhalten.
<I>Beispiel</I> 2.- 2 kg staubfein gepulverte Radix Colchici werden in einer Mischtrommel mit 240 gr Schwefelsäure r1 <I>:
</I><B>1)</B> während einer halben Stunde innig vermischt, dann mit 0,8 Liter Benzol befeuchtet und im Perkolator mit Benzol erschöpfend vorextrahiert. Die in diesem Versuche zur Fixation des Alkaloides angewandte Säuremenge ist noch zu gering, als dass mit einem Gemische von 6 Teilen Benzol und 4 Teilen Alkohol freie Schwefel säure aus der Droge hätte extrahiert werden können. Der Vorextrakt zeigt denn auch schwache Alkaloidreaktionen, Evas natürlich einen kleinen Verlust an Alkaloid zur Folge hat.
Trotzdem lohnt sieh die Weiterverarbei tung des Material; es wird in S Liter Ben zol suspendiert, worauf man durch Einlei ten von gasförmigem Ammoniak in die be wegte Suspension bis zu deutlich alkalischer lleaktion (las Colchicin in Lösung bringt.
Man saugt alsdann auf der Nutsche ab, N,r,--äsclit mit Benzol portionenweise erschöp fend nach und verarbeitet den colchirciii- haltigen Extrakt, Wie im Beispiel 1 ange geben.
Claims (1)
- PATEN TAN SPRL'CIT Verfahren zur Isolierung von Colchicin aus pflanzlichem Ausgangsmaterial,da durch gekennzeichnet.. dass man durch Zu- satz von Mineralsäuren in geringem Über- schuss das Alkaloid in natürlicher Zellsub- stanz gegenüber mit Wasser nicht miscl- baren, niedrig siedenden Fettlösungsmitteln fixiert, worauf man dem Material durci,er schöpfende @'orextrail@tion mit einem dieser Fettlösungsmittel die löslichen, nicht ba sischen Begleitstoffe des Alkaloides entzieht, dann (las so vorgereinigte Extraktionsut in neuen Men.-en Fettlösuno-smittel suspen diert und alkalisch macht. worauf man das in Freiheit gesetzte Alkaloid aus der Zelt substanz herauslöst und den so ,ewoniienen alkaioidhaltigen Extrakt bei nieclri-er Tem peratur zur Trockne verdampft. LTNTERAN SPRü CHE 1. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man zur Iso lierung von Colchicin die Droge als Aus gangsmaterial verwendet.\'. Verfahren gemäss Patentanspruch, da durch gekennzeichnet. dass man zur Iso- lierung von Colchiein eine Mischung eines geeigneten, aus der Droge bereiteten Extraktes und natürlicher Zeltsubstanz verwendet.
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