DD142789A3 - Mittel zur regulierung des pflanzenwachstums - Google Patents

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DD142789A3
DD142789A3 DD20372678A DD20372678A DD142789A3 DD 142789 A3 DD142789 A3 DD 142789A3 DD 20372678 A DD20372678 A DD 20372678A DD 20372678 A DD20372678 A DD 20372678A DD 142789 A3 DD142789 A3 DD 142789A3
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chloroethane
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Peter Britz
Heinz Jahn
Werner Kochmann
Paul Kryslak
Sieghard Lang
Klaus Lehmann
Horst Lyr
Walter Steinke
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Peter Britz
Heinz Jahn
Werner Kochmann
Paul Kryslak
Sieghard Lang
Klaus Lehmann
Horst Lyr
Walter Steinke
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Abstract

Die erfindungsgemäßen Mittel enthalten in ihren Formulierungen neben dem bekannten Wachstumsregulator 2-Chloräthar.phosphonsäure Cu,H-Ionen in Mengen von 0,3 bis 10 Gew.-%, bezogen auf die 2-Chloräthanphosphonsäure.

Description

VEB CHEMIEKOMBIMT BITTERFELD Bitterfeld, 16. 2. 1978
1897 WP A 01 N/203 726 .
Mittel zur Regulierung des Pflanzenwachstum^
Anwendungsgebiet der Erfindung .
Die erfindungsgemäßeη Mittel können in der Landwirtschaft zur Erhöhung der Ertragsleistung der verschiedensten Kulturen angewendet werden; sie ermöglichen zudem eine verbesserte Anbaü- und Erntetechnologie.
Charakteristik der bekannten, technischen Lösungen
Es ist bekannt, gezielt in die pflanzlichen Stoffwechsel- und Wachstumsprozesse einzugreifen, beispielsweise durch die Anwendung von Chlorcholinchlorid, Chloräthanphosphonsäure-, Bernsteinsäuredimethylhydrazid, Maleinsaurehydrazid und andere. Artif isielle Regulatoren des pflanzlichen 'Stoffwechsels.und des Wachstums können bekanntlich an den verschiedensten Rezeptoren angreifen und in Abhängigkeit vom Entwicklungsstadium der Pflanze, von der Applikationsart, vom Anwendungszeitpunkt, von der Konzentration und von der Zubereitungsform des Wirkstoffes unterschiedliche Reaktionen auslösen.
Es ist auch bekannt, daß sich daraus sehr mannigfaltige Anwendungsmöglichkeiten ergeben. Man kann auf diese V/eise zum
Beispiel die. Prozesse der Keimung gezielt fördern oder hemmen. Neben generellen morphologischen Veränderungen der Pflanze sind auch das Längen- und Dickenwachstum zu steuern«, Des weiteren sind die Knospenbildung, der Blühprozeß und die Geschlechtsdetermination zu beeinflussen sowie ρarthenocarpe Effekte zu erzielen. Nicht unwesentlich sind Applikationen von Wachstums- und Stoffwechselregulatoren, welche die Transport- und Lagereigenschaften günstig beeinflussen sowie die Resistenz gegenüber biotischen und abiotischen Schadfaktoren erhöhen. Hervorzuheben wäre weiter, daß durch den Einsatz solcher Regulatoren entscheidend Einfluß zu nehmen ist auf Nährstoff aufnähme, Nährstofftransport sowie die Bildung von Inhalts- und Speicherstoffen der Pflanze.
Es ist aber auch bekannt, daß die zum Teil recht hohen Aufwandmongenan Wachstumsregulatoren zu einer echten Umweltbelastung führen können»
Ziel der Erfindung
Ziel der JSrfindung ist es, Mittel zur Regulierung des Pflanzenwachstunis zu entwickeln, die bei geringen Aufwandmengen in der Lage sind, wachstumsregulatorische Effekte an ökonomisch bedeutungsvollen Kulturpflanzen entsprechend den verschiedensten Erfordernissen der Praxis zu erzielen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Mittel zur Regulierung des Pflanzenwachstums neben üblichen Hilfs- und Zusatzstoffen als Aktivsubstanz 2-Chloräthanphosphonsäure und Gu++~Ionen, letztere in Mengen von 0}3 bis 10 Gew.%, bezogen auf die. 2~Chloräthanphosphonsäurey enthalten.
Der Zusatz von Metallionen zu Chloräthanphosphonsäure verbessert deren Wirkung, reduziert die erforderliche Dosis, fördert die Ertragsbildung und mindert die toxikologische Belastung des Ökosystems. Es ist ein Vorteil der erfindungsgemäßen Mittel, daß bei ihrer Applikation unerwünschte Wirkungen auf
3726
-3- &υ^' 6W 189?
die Kulturpflanzen, so zum Beispiel auf den Gesamtmassebestand, vermindert werden. Je nach ihrem Verwendungszweck können die erfindungsgemäßen Mittel in Form von Lösungen, Emulsionen, Suspensionen, Pasten, Pulvern oder Granulaten vorliegen, die in bekannter V/eise hergestellt werden.
Die erfindungsgemäßen Mittel können je nach Verwendungszweck zur Beeinflussung von Wachstums- und Stoffwechselprozessen mit nativen Phytohormonen und anderen artifiziellen Regulatoren kombiniert angewendet werden. Sie können zum Beispiel zur Regulation der Keimung der Samen (Striga spp·), zur Beeinflussung des Austriebs vegetativer Speicherorgane (zum Beispiel Kartoffeln), zur Halmstabilisierung bei Getreide, zur Induktion morphologischer Veränderungen bei dikotylen Arten (Beeinflussung des Längenwachstums bei Gurken), zur Blühinduktion bei Ananas, zur Erhöhung des Anteils weiblicher Blüten bei Gurken, zur Reifebeschleunigung bei Tomaten, Paprika und Zitrusfrüchten, zur Fruchtabszission, zur Defoliation bei Baumwolle, beim Verschulen von Obstkulturen, zur Stimulierung des Harzflusses bei Kiefern, zur Erhöhung der Resistenz gegenüber biotischen und abiotischen Schadfaktoren wie pilzlichen und bakteriellen Infektionen, Prost-, Dürre- und Salzeinflüssen und damit generell zur Erhöhung der Ertragsleistung sowie zur Verbesserung der Anbau- und Erntetechnologien angewendet werden.
Ausführungsbeispiele
Die folgenden Beispiele sollen die erfindungsgemäßen Mittel näher erläutern:
Beispiel 1: Beeinflussung des Längenwachstums von Getreidekulturen
In Feldversuchen unter differenzierten Standortbedingungen wurden die erfindungsgemäßen Mittel auf ihre retardierenden Eigenschaften in Getreide im Vergleich zu 2-Chloräthanphosphonsäure und Chlorcholinchlorid konzentrationsabhängig geprüft. Die Mittel wurden als 50 %iges Konzentrat in 600 1
15.]ίΙ:Π97Β^:;2ΟΟ'7ό
1897
Wasser pro Hektar mittels Rückenspritze applizierto Dabei gelangten Chlorcholinchlorid im 5-Blatt-Stadium und alle anderen Mittel im Feekes-Stadium 7 zur Anwendung.
Wirkstoff Aufwand- Mittel aus 4 Versuchen
menge Wuchshöhe in % zur Kontrolle kg AS/ha V/,-Gerste W.-Roggen W.-Weizen
Kontrolle
Chlorcholinchlorid
2-Chloräthanphos~ phonsäure
2-Ghloräthanphos~ phonsäure + CuSO,,
3 '
. 2,0 2,0
1,0
100 99
91
93 91
100 87
81
84 83
Vergleicht man die in Roggen praxisübliche Aufwandmenge von 2 kg 2-Chloräthanphosphonsäure pro Hektar mit den erfindungsgemäßen Kombinationenj so wird deutlich, daß man von letzteren nur die halbe Aufwandmenge benötigt, um den gleichen Effekt zu erzielen» Das trifft gleichermaßen für den Vergleich von Chlorcholinchlorid mit den erfindungsgemäßen Mitteln in Weizen zu.
Beispiel 2: Beeinflussung der Ertragsleistung bei Winterroggen
Winterroggen der Sorte "Dankowskie Zlote" wurde im Gefäßversuch im Feekes-Stadium 7 mit; den erfindungsgemäßen Mitteln behandelte Hierbei wurden folgende Ergebnisse erzielt.
- 5 - iüJ/Äö. 1897.
Wirkstoff Aufwandmenge Stroh Korn
kg AS/ha g/Gefäß g/Gefäß
Kontrolle . . - 55,4 37,3
2-Chloräthan-
phosphonsäure 2,0 55,4 35,0
CuSO4- 5H2O 0,2 55,8 37,0
2-Chloräthan-
phosphonsäure 1,0
+ " + 59,6 44,3
CuSO4. 5H2O 0,-2
Beispiel 3s Halmverkürzung bei Sommerweizen
In einem Klimaraum wurden Getreidepflanzen (Sommerweizen Sorte Hatri) mit den erfindungsgemäßen Mitteln behandelt. Die Testlösungen (10°, 10 Gew.%) wurden in Petrischalen gegossen und die Blattspreiten der 14 Tage alten Pflanzen (2-Blatt-Stadium) langsam durch die Lösung gezogen (Tauchapplikation). Diese Applikationsform erfordert beim Getreide allerdings die Zugabe von Netzmitteln. Nach dem Abtropfen werden die Pflanzen wieder in die Kulturgefäße eingesetzt. Die Auswertung erfolgte 4 Wochen nach Keimbeginn. Bonitiert wird die Länge des Schein- Stengelstückes zwischen der 1. und 2. Blattspreite und mit den "Werten der unbehandelten Kontrolle verglichen.
Die durch die erfindungsgemäßen Mittel erzielte Wirkungsverbesserung wird, wie aus Tabelle I ersichtlich, durch synergistische Effekte hervorgerufen.
Die Berechnung der Kombinationsv/irkung erfolgte nach der Formel (COLBY)
100
- 6 - IQ O / CO 1897
Xy, - · relative Länge, hervorgerufen durch die Verbindung A mit der Dosis ρ
y. α relative Länge, hervorgerufen durch die Verbindung B mit der Dosis q
E,- = 55U erwartende Länge nach der Applikation der Verbindungen A + B bei den Dosen ρ + q
Ep = ermittelte Länge nach der Applikation der Verbindungen A + B bei den Dosen ρ + q
Ist E^ > En» so liegt ein Synergismus vor,
Ist E^ = E-n, ist die Yifirkung additiv,
Ist '&* < Ep, so liegt eine antagonistische Wirkung vor.
Tabelle I: Beeinflussung der Halmlänge in %
Wirkstoff Ko nz. Mischungs-
verhältnis
2-0hloräthanphosphonsäure
10° 2:1 43 100 37 43 + 6
3:1 42 100 37 42 +5
10"1 2 ί 1 55 100 52 55 +3
3 J 1 52 100 30 52· +22
lh !in1! I ^! / η ^ < ', I ? I f ί ι J
1897
Beispiel 4: .Einfluß des erfindungsgemäßen Mittels auf die Reifung von Tomaten
Tomaten der Sorte "Harzfeuer" wurden im Gewächshaus zur Beschleunigung des Ernteabschlusses mit dem erfindungsgemäßen Mittel in 1000 1 Wasser/ha im Vergleich mit 2-Chloräthanphosphonsäure behandelt und jeweils nach dem Eintritt der Rotfärbung geerntet
Dabei wurden die folgenden Ergebnisse erzielt:
Erntemenge kg je 100 m
Erntetermin Tage nach Behandlung
Kontrolle Mittel kg je ha
1,5 Chloräthanphosphonsäure
1,0 Chloräthan-. phosphonsäure
0,2 CuSO
3 59
6 44
10 32
13 13
16 ' 15
19 16
23 22
26 15
30 21
33 11
37 11
40 6
44 7
47 7
54 11
57 7
46
99 90
^3 30
297 326 308
Hieraus ergibt sich, daß der Ernteabschluß gegenüber der mit 2~Chloräthanphosp honsäure- behandelten Fläche um 14 Tage und
- 8 -
gegenüber der unbehandelten Fläche um werden konnte.
Tage vorverlegt
Beispiel 5J Ertragsregulierung bei Äpfeln
Apfelbäume der Sorte "Golden Delicious" wurden zur Alternanzbeeinflussung 3 Jahre mit dem erfindungsgemäßen Mittel in 1500 1 Wasser/ha bei 1100 Bäumen je Hektar 30 und 40 Tage nach der Hauptblüte behandelt und diese Kulturen sowohl mit unbehandelten als auch mit 2-Chloräthanphosphonsäure behandelten verglichen.
Wirkstoff
2-Chloräthan-· ρ hospho ns äur e
CuSO
Erträge /_ kg/Baum_/
Konzentration
ppm I.Jahr 2.Jahr 3·Jahr Gesamt-
- 23,0 36, 5 12, 3 ertrag
Kontrolle 15Q 23,4 28, 3 21, 5 71,8
2-Chloräthan- phosphonsäure 73,2 ,
120
30
23,5
27,2 22,9
73,6
Beispiel 6t
Der Einfluß der erfindungsgemäßen Mittel auf den Massezuwachs bei Roggen sowie auf die Trockenmasse, das Rohprotein und auf den Cu-Gehalt im Korn ist aus den folgenden Tabellen ersichtlich.
-.9 - 20 37 21 1897
a) Massezuwachs kurz nach der Applikation bei Roggen in g/Pflanze
Variante Tag der
Appli- nach nach nach
kation 3 Tagen 9 Tagen 15 Tagen
Kontrolle 25 31 57 93
ChloräthanphosOhon-
säure 1,2 kg/ha 23 28 49 74
Chloräthanphosphonsäure 1,1 kg/ha
+0,2 kg/ha
CuSO^ · 5H2O 24 30 55 87
b) Gehalt an Trockenmasse, Rohprotein und Cu nach Applikation der. erf indungsgeinaßen Mittel
Variante Trocken- Rohprotein % Cu ppm
masse % der Trockenmasse Korn Stroh Korn Stroh Korn Stroh
Kontrolle 89,6 92,4 11,8 2,9 3,1 2,4
Chloräthanphos- .
phonsäure ·.
1,2 kg/ha 89,3 92,5 12,1 2,8 2,5 2,2
ChI or ät ha np ho s phonsäure
1,1 kg/ha +0,2 kg/ha
CuSO4- 5H2O 89,6 92,5 12,6 2,6 4,2 .2,7
IMM 1 ρ "ι η · · < - - Γ

Claims (1)

  1. -ιο
    ί 897
    A 01 Ν/203
    Erf i ndiingsanspruch
    Mittel zur Regulierung des Bflanzenwachstums mit dem Wirkstoff 2->Chloräthanphosphonsäure, gekennzeichnet dadurch, daß sie neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen - bezogen auf die Menge an 2-Chloräthanphosphonsäure - 0,3 bis 10 Gew„% Cu++-Ionen enthalten.
    •J "7 S1Ii : -} ! ,1 .... Lt i s j - τ.
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