DD209338A3 - Mittel zur beeinflussung des organverhaeltnisses bei kulturpflanzen - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft Mittel zur Beeinflussung des Organverhaeltnisses von Kulturpflanzen, vorwiegend bei Maehdrusch- und Hackfruechten. Ziel der Erfindung ist es, den Anteil oekonomisch relevanter Ernteprodukte an der Gesamtbiomasse(Ernteindex) zu verbessern. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, wachstumsregulierende Mittl aus Wirkstoffen oderWirkstoffkomponenten zu entwickeln, die infolge syner gistischer Effekte die Veraenderung des Organverhaeltnisses zugunsten des Haupternteproduktes bewirken. Die Mittel enthalten neben Cholin (I) und gegebenenfalls Ethanolamin (II) als weitere Wirkstoffe Salizylsaeure oder ihre Derivate (III) und/oder 2-Chlorethylphosphonsaeure oder ihre Derivate (IV) sowie uebliche Hilfs- und Traegerstoffe. Fuer Hackfruechte betraegt das Mischungsverhaeltnis von I zu II zu III zu IV gleich 1 zu 0,1 bis 1 zu 0,4 bis 1 zu 0,1 bis 0,5.Im Falle des Weglassens von II bleiben die Verhaeltnisse von I zu III zu IV gleich.
Description
2 1
VSB (3HEBiIEKOMBIHAT BITTERFELD Bitterfeld, 2>, 11. 19Ö1
2223
Mittel zur Beeinflussung des Organverhältnisses bei Kulturpflanzen
Die Erfindung betrifft Mittel zur Beeinflussung des Qrganverhältnisses bei Kulturpflanzen, vorwiegend bei Mähdrusch- und Hackfrüchten.
Ξ3 ist bekannt, daß Kombinationen von 2,3-Dichlorisobutyrat mit Chlorcholinchlorid und/oder 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure das Blatt/Wurzel-Verhältnis bei Wurzelfrüchten, beispielsweise von Betarüben, zugunsten des Hübenkörpers beeinflussen und dadurch Ertragssteigerungen dieser Kulturpflanzen ermöglichen
(DD-PS Nr. 145 880).
Die Nachteile dieser Wirkstoffkombination liegen vorrangig in der einseitigen und daher von der Witterung stark abhängigen Wirkung. So kann es bei ihrer Anwendung unter 'Trockenbedingungen zu einer zu starken Reduzierung . der Blattmasse kommen, die sich auf die Substanzbildung ungünstig auswirkt. Der hohe Anteil an Chlorcholinchlorid bringt außerdem toxikologische Probleme bei der Verwertung des Rübenblattes. Weiterhin ist bekannt, daß· Ethanolamine oder Kombinationen von Ethanolaminen mit Phosphonsäuren
- 2 - 2 3 b L λ
223
und/oder Salizylsäure "bzw, ihren Derivaten und Aluminiumsulfat; oder Alaun oder Phenoxyisobuttersäurederivaten den Rübenkörperertrag ohne große Änderung des Organverhältnisses über eine erhöhte Wasseraneignung verbessern (DD-FS 15~1 ACH- )♦ Die Anwendung dieser Wirkstoffe bzw. der Wirkstoffkombinationen bringt nur dann die beabsichtigten Wirkungen, wenn der Wasserhaushalt der Pflanzen angespannt ist. Außerdem ist die Veränderung des Organverhältnisses zu gering, um eine effektive Wasserausnutzung zu ermöglichen«
Weiterhin sind Mittel zur Regulierung von Wachstumsund Stoffwechselprozessen in Pflanzen bekannt, bei denen Wirkstoffkombinationen aus 2-Chlorethylphosphonsäure und/ oder Chlorcholinchlorid und ein Dichlorphenoxyisobuttersäurederivat:, beispielsweise 2,4-Dichlorphenoxyisobuttersäure, verwendet werden (DD-PS Nr. 136 209).
Die Nachteile dieser Wirkstoffkombinationen bestehen vor allem in der unsicheren Wirkung. Außerdem verbessern diese Mittel lediglich die Wasseraneignung und nicht die Wasserausnutzung im Sinne einer erhöhten Trockensubstanzbildung je Einheit verbrauchten Wassers (WUE).
Perner ist bekannt, daß DimetHylsulfoxid mit Phenylbutazon oder Phenobarbital oder Ni.cetamid oder Metopiron die 'üranspirationsproduktivität bei Getreide erhöhen (DD-PS Hr. 126 141). Sine Steigerung dieses Effektes ist durch Zusätze wirkungserhöhender Mittel zu Diinethylsulfoxid wie Azetylsalizylsäure, Paraformaldehyd, 8-Hydroxychinolin oderKJhIorethylphosphonsäure möglich (DD-PS Iir. 133.512),
Wässersparende Konstitutionstypen bei Getreide werden nach DD-PS Nr. 136 209 auch dadurch induziert,
wenn die Pflanzen mit Wirkstoffkombinationen aus 2-Chlorethylphosphonsäure, Chlorcholinchlorid und/oder 2,4-Dichlorphenoxyisobuttersäure behandelt werden»
Die Machteile dieser- Wirkstoffe bzw, 7/irkstoffkombinationen
235210 4
liegen neben der nicht sicheren Wirkung vor allem in der toxikologischen Bed-enklichkeit der eingesetzten Präparate und der komplizierten technischen Zugänglichkeit.
Ziel der Erfindung ist es, den Anteil ökonomisch relevanter Ernteprodukte an der Gesamtbiomasse (Ernteinde.x) zu verbessern.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, wachsturasregulierende Mittel aus Wirkstoffen oder mehreren Wirkstoffkomponenten zu entwickeln, die infolge synergistischer Effekte die Veränderung des Organverhältnisses zugunsten des Hauptarnteproduktes bewirken und die ertragsbezogene Wasserausnutzung verbessern.- Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Kulturpflanzen mit Lösungen behandelt werden, die neben Cholin (I) und gegebenenfalls Ethanolamin oder seinen Derivaten (II) als weitere Wirkstoffe Salizylsäure oder ihre Derivate (III) und/oder 2-Chlorethylphosphonsäure oder ihre Derivate (IY) sowie übliche Hilfs- und Trägerstoffe enthalten.
R1
(II)
E1,
(Hl)
R — U
H1 s
ρ R =
COOR
(IV)
Ii
H ~
? P-^ _ ff ητΑ C^ Π ^T
ί j ft = £1, urip OtIp — Uli
gleich oder verschieden
H, Azetyl
Metallion, kurzkettige Alkyl- oder Arylreste, die gegebenenfalls substituiert werden können
S oder O
durch ein oder mehrere Halogenatome subst.,verzweigter C- bis Cr-Alkenyl- oder Alkinylrest R = H, C1- bis Cg-halo-
gensubst. Alkylrsst
1 O 4
Dabei hat sich bei Hackfrüchten ein Mischungsverhältnis
I bzw, I und II zu III zu IV gleich 1 zu 0,4 bis 1 zu 0,1 bis 0,3 und bei Mähdruschfrüchten ein solches von 1 zu 0,4 bis 1 zu 0,1 bis 0,5
als günstig erwiesen. Das Verhältnis von I zu II beträgt dabei 1 zu 0,1 bis 1, Die Gesamtaufwandmengen liegen unter
6 kg/ha, *
Die optimalen Anwendungszeitpunkte im Falle der Blattapplikation liegen für Zuckerrüben zwischen Ende Juni und Ende August; für Kartoffeln zwischen Juni und Anfang August und für Getreide vom Erscheinen des ersten oberirdischen Halmknotens bis zum Schieben des Fahnenblattes.
Ausführungsbeispiele.
Die Erfindung soll nachstehend an zwei Ausführungsbeispielen näher erläutert werden, ohne sie einzuschränken:
Gefsßversuche zu Getreide
Mitscherlichgefäße mit 6,5 kg Quarzsand/Bodengemisch. Düngung 1,2 g N in drei Gaben, 0,5 g P, 1,5g K in zwei Gaben, 0,3 g Mg und Mikronährstoffe, 15 Sommergerstenpflanzen je Gefäß in dreifacher Wiederholung,
Wasserversorgung durch tägliches Gießen nach Gewicht (55 % der maximalen Wasserkapazität). Die Behandlung mit den Wirkstoffen erfolgte im β-Blattstadium durch Besprühen des Blattapparat.es (S ml/Gefäß)» Die erzielten Ergebnisse gehen aus nachstehender Tabelle hervor„
23521
Tabelle 1: Kornertrag und Wasserausnutzung bei Sommergerste Lada im Gefäßversuch
Wirkstoff Kornertrag Verhältnis Wasserausnutzung
(g/Gefäß) (Korn/Stroh) (g Korn/ kg Wasser;
| Kontrolle | (48,2) 100 | (1,26) 100 | (1,76) 100 |
| Cholin (I) | 118 | 109 | 116 ' |
| Ethanolamin (II) | 11.5 | 105 | 112 |
| ASA (III) | «.b. | n.b. | n«b. |
| CEPA (IV) | 96 | 102 | 97 |
| I + II | 123 | 115 | 119 |
| I + III | 120 | 111 | 119 |
| II + III | 118 | 109 | 112 |
| I + IY | 120 | 128 | 124 |
| I + III + IV | . .124 | 136 | 127 |
| Beispiel 2: |
Feldversuche mit Zuckerrüben
Die Versuche erfolgten auf Lößstandorten. Die Mittelkombinationen wurden als wäßrige Lösungen ('Tankmischungen) auf trockene Pflanzenbestände gespritzt, wobei die Applikation unmittelbar bzw. drei Wochen nach Bestandesschluß: erfolgte„ Jede Wirkstoffvariante wurde bei einer Parzellengröße von 16,2 m in vierfacher Wiederholung geprüft. Aussaat, Pflege und Düngung erfolgten in der praxisüblichen Art: und Wei3e zu den agrotechnisch günstigen Terminen. Fach der manuellen Rodung der Rüben wurde die Blattmasse bestimmt und nach Waschen der Rüben die Rübenkörperaasse. Die Ermittlung der Fasserausnutzung erfolgte aus dem Bruttowasserangebot (Niederschlagssumme vom 1. April bis zum 30, September und der Speicherfeuchte bis 100 cm Tiefe) abzüglich der Bodenfeuchte zum ErnteZeitpunkt, Dazu wurde der Bodenwassergehalt unmittelbar nach der Ernte mit Hilfe von Erdbohrern bis 100 cm Tiefe bestimmt (je Variante 10 Proben),
Wasserausnutzung (kg Rübenfrischmasse/mm) =
- Rüljenf rischiaasse/ha
Bruttowasserangebot (mm) - Bodenfeuchte zur Ernte (mm)
2352 10
Dia Ergebnisse sind aus der tabelle 2 zu ersehen. Da es sich hierbei um Ergebnisse verschiedener Versuche handelt, ist auf die Wiedergabe von Äbsolutzahlen verzichtet worden.
Tabelle 2:t Rüben- und Blattertrag sowie Wasserausnutzung in Relativzahlen von Feldversuchen mit Zuckerrüben
| Wirkstoff | Rübenfrisch | 2-Chlorethylphos- | 103 | Rübe: Blatt; | Wasserausnutzung |
| inasse | phonsäure (IY) | 109 | kg Rübenkörper : | ||
| (relativ) | I + II | 108 | (relativ) | mm Wasser (rel.) | |
| Kontrolle | 100 | I + III | 112-, | 100 | 100 |
| Cholin (I) | 107 | I +.IY | 110 | 114 | 103 |
| Ethanolamin (II) | 104 | I + II + III | 114 | 108 | 101 |
| Acetylsalizyl | I + II + IY | I + II + III + IY 116· | |||
| säure (III) | 96 | 104 | n.b. | ||
| 110, | n.b. | ||||
| 117 | 106 | ||||
| 116 | n.b. | ||||
| 119 | .. n.b. | ||||
| 120 | 111 | ||||
| 131 | n.b. | ||||
| 135: | n.b. |
Pormelblatt 2223
III
-N
ι.
COOR'j Xt j Xt
= H, GH2-CH2-OH gleich oder verschieden
R1 = H, Azetyl
R = Metallion, kurzkettige Alkyl- oder Arylreste., die gegebenenfalls substituiert werden können
Ii — P
OR X=S oder 0
R = durch ein oder mehrere Halogenatonie substituierter, verzweigter C..- bis Gg-Alkyl-, Alkenyl- oder Alkinylrest R3 =
Ή, C^- bis Cr- halogensubstituierter Alkylrest
Claims (1)
- -?- 23 5 2 10 4Erfindung, sanspruchMittel zur Beeinflussung des Crganverhältnisses bei Kulturpflanzen, vorzugsweise bei Mähdrusch- und Hackfrüchten, die Cholin (I) und gegebenenfalls Ethanolamin (II) enthalten, gekennzeichnet dadurch, dai3 sie neben üblichen Hilfs—' und Trägerstoffen als weitere Wirkstoffe Salizylsäure oder ihre Derivate (III) und/oder£-Chlorethyiphosphonsäure oder ihre Derivate (IV) enthalten, wobei für Hackfrüchte das Mischungsverhältnis von I zu II zu III zu IV gleich 1 zu O,1 bis 1 zu 0,4 bis 1 zu 0,1 bis 0,3 und für Mähdruschfrüchte von 1 zu 0,1. bis 1 zu 0,4 bis zu 0,1 bis 0,5 beträgt, im Falle des Weglassens von II die Verhältnisse von I zu III zu IV gleich bleiben und die Gesamtaufwandmenge unter 6 kg/ha liegt« Hierzu ein Blatt; Formeln.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DD23521081A DD209338A3 (de) | 1981-11-30 | 1981-11-30 | Mittel zur beeinflussung des organverhaeltnisses bei kulturpflanzen |
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| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DD23521081A DD209338A3 (de) | 1981-11-30 | 1981-11-30 | Mittel zur beeinflussung des organverhaeltnisses bei kulturpflanzen |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DD209338A3 true DD209338A3 (de) | 1984-04-25 |
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ID=5534978
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| Country | Link |
|---|---|
| DD (1) | DD209338A3 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0394961A3 (de) * | 1989-04-24 | 1991-05-29 | J.R. Simplot Company | Behandlung von Kartoffeln mit einer substituierten Benzoesäure |
-
1981
- 1981-11-30 DD DD23521081A patent/DD209338A3/de not_active IP Right Cessation
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0394961A3 (de) * | 1989-04-24 | 1991-05-29 | J.R. Simplot Company | Behandlung von Kartoffeln mit einer substituierten Benzoesäure |
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