DD144855B1 - Tandemschleppnetz - Google Patents
TandemschleppnetzInfo
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Description
WoIfganc Eehme Rostock, den 13.05.1981
Hans-Georg Litschko
Uwe Lorenzen
Wilfried Thiele
Rolf Dürr
Bainer Irekel
Tandemschleppnetz
Die Erfindung betrifft ein Fischfanggerät sur Anwendung auf Hecktrawlern der Hochsee- und Küstenfischerei.
Mit den bekannten Schleppnetzen wird durch eine Ansammlung von Fischen geschleppt, indem versucht wird, mit einer möglichst großen Netzöffnung den gesamten Schwarm zu erfassen. Der von der SchleppnetζÖffnung erfaßte Schwarm wird durch Mitschwimmen innerhalb des Schleppnetzes ermüdet, durch die Netzform bedingt verdichtet und in den Steert geleitet. Netzflügel und der größte Teil des Bellys der bekannten Schleppnetze bestehen aus widerstandsarmen Elementen wie Netzjagern, übergroßen Maschen in Viereck- oder Sechseckform oder aus Kombinationen dieser Elemente» Das anschließende Bellyteil sowie Trichter, Tunnel und Steert bestehen aus Netztuoh, dessen Maschenweite sich abschnittsweise oder kontinuierlich in Richtung Steert verringert. Bedingt durch die Belastungen des Trichterteils beim Hieven auf den Hecktrawlern ist in diesem Bereich der bekannten Schleppnetze Netztuch mit relativ dicken Netzfäden erforderlich. Dies© Netafäden sind bei ausschließlicher Betrachtung
der wirkenden hydrodynamischen Kräfte in ihrem Durchmesser überdimensioniert* Sie verursachen einen hohen Strömungswiderstand und beeinflussen dadurch die Schleppgeschwindigkeitt Die erforderliche Geschwindigkeit des Schleppens ist abhängig vor. der Schwimmgeschwindigkeit der Fische und deren spezifischen Verhaltensweisen am Schleppnetz, Durch direkte Beobachtungen unter Wasser und die praktischen Fangerfolge mit den bekannten Schleppnetzen ist erwiesen, daß nur ein Teil des von der Schleppnetzöffnung erfaßten Schwarmes in den Steert gelangt. Einem oftmals erheblichen Teil der Fische gelingt die Flucht durch die Netzblätter hindurch. Infolge des andauernden kräftezehrenden Mitschwimmens der vom Schleppnetz erfaßten Fische verlieren diese an Geschwindigkeit und fallen langsam in den kegelförmigen Schleppnetzbereich zurück. Die damit verbundene Verdichtung des Schwarmes bewirkt, daß die Fische mit panikartigen Bewegungen versuchen, durch die Netc*vande zu flüchten. Das gelingt einem Teil des Schwarmesj der noch nicht in die engmaschigen Zonen des Netzes zurückgefallen ist bzw. den Fischen, die kräftemäßig noch in der lage sind, aus dem Trichterteil des Netzes wieder nach vorne zu schwimmen, um auf diese Weise durch die großmaschigen Netzwände im hinteren Bellybereicb zu entkommen.. Unterwasserbeobachtungen ergaben, daß ausgebrochene Fische außerhalb des Netzes nur langsame Bewegungen ausführen und gegenüber den vorübergleitenden Netzteilen keine merklichen Reaktionen zeigen. Bei den bekannten Schleppnetzen wurde versucht, dem Entweichen der Fische durch die Netzblätter mit einer Erweiterung und Verlängerung der Netzbereiche mit Mindestmaschenkelten entgegenzuwirken d«h. Steert- und Trichterumfang wurden vergrößert und der Trichterbereich verlängert. Der Nachteil dieser Lösung besteht darin, daß dieser veigrößerte Bereich kleinmaschigen Netztuuhes durch seinen hohen StrömungSTiid er stand die Schleppgeschwindigkeit senkt. Es wurde bereits vorgeschlagen, im Schleppnetz ein elektrisches Feld aufzubauen, um die Fische durch Scheuchen und Narkotisieren am Satweichen z\x hindern. ( DD 61 67O ) Diese Lösung erfordert aufwendige Ausrüstungen zur Erzeugung von Elektroenergie und.deren Weiterleitung zum Nets«
Bekannt sind weiterhin Zusatzvorrichtungen an Schleppnetzen in Form von kleinmaschigen Säckchen an den Schleppnetzblättern sowie die Verwendung von Hüllsteerten and Doppelsteerten bei biologischen Forschungsarbeiten zur Bestimmung dar Selektivität eines Schleppnetzes. Diese Vorrichtungen sind für eine produktionsmäßige Fischerei ungeeignet. Vorgeschlagen wurde auch bereits ein sogenanntes Dachnetz als zusätzliche Einrichtung an einem Grundschleppnetz. Hierbei wird das O'öerblatt des Netzes von einem zweiten breiteren Blatt überspannt. ( DE 916 003 ) Der unter das Dachnetz gelangte Fisch soll über eine Öffnung im Oberblatt wieder in das Fohleppnetz zurückgeleitet werden« Der Nachteil dieser Lösung liegt in der festen Verbindung des Dachnetzes mit dem Oberblatt. Am Ende des Dachnetzes kommt es zur Bildung'von Beuteln, in denen sich der Fisch ansammelt und verfängt. Die Deformierungen des Schleppnetzkörpers führen zu Netzschäden. Des weiteren wurde ein Fischfanggerät vorgeschlagen, das aus einem den Fang sammelnden Netzsack und aus einem Fangteil, der mit dem Netzsack durch Längsleinen verbunden ist und aus einem oder mehreren hintereinander und mit freien Zwischenräumen angeordneten kegelstumpfförmigen Spreizelementen gebildet wird. ( StT 403 386$ SU 515 501 ) Der Mangel dieser Konstruktion liegt darin, daß sich die versprochene Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit bzw. die Sogwirkung des Wassers innerhalb des Fangteiles nicht in der erwarteten Stärke einstellt und damit auch nicht die Fängigkeit des Gerätes beeinflußt wird. Selbst bei engmaschigem Netztuch beträgt die Erhöhung der Geschwindigkeit am Ende eines Kegelstumpfmantels in unmittelbarer Nähe der Netzwand nicht mehr als 5 Prozent. Die Nachlaufströmung hinter dem Netzkegelstumpfmantel, die hier als Wirbt>.".schleppe bezeichnet wird, bedeutet für Fische kein scheuchendes Hindernis und ist ungeeignet, das Entweichen der Fische durch die zwischen den Spreizelementen befindlichen freien Zwischenräume wirksam zu unterbinden. Es wurde auch vorgeschlagen, das Ende des Fischnetzes als Sammelsteert auszubilden, indem innerhalb eines Außensteertes schachtelartig ineinandersteckend eine Anzahl von abtrennbaren Innen- bzw. Wechselsteercen angeordnet sind.(GB 1 193 292)
Mit dem innersten Steert beginnend sollen der Reihenfolge nach die anderen Wechselsteerte und zuletzt das Netz mit dem Sarom eisteert auf gehievt werden. Dieses Netz erlaubt es nicht, ausgebrochenen Fisch wieder zu erfassen. Da die gesamte Steertkonstruktion den Schleppnetzkörper belastet, ist eine Senkung des Materialaufwandes für die Fertigung des Schleppnetzkörpers nicht möglich. Die im GB 1 193 292 beschriebene Fischereimethode ist praktisch nicht realisierbar.
Ziel der Erfindung ist es, die Fangeffektivitat von Schleppnetzen zu verbessern und den Materialaufwand für den Bau von Schleppnetzen zu senken.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Möglichkeit für die Wiedererfassung der vor dem engmaschigen Trichterteil des Schleppnetzes entwichenen Fische zu schaffen und unter den Bedingungen gleichgroßer Schleppnetζöffnungen und gleicher Schleppgeschwindigkeiten die für den Bau von Schleppnetzen erforderlichen Mengen an Netz- und Tauwerk zu verringern. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine tandemähnliche Anordnung eines Hauptschleppnetzes und einer: das Hauptschleppnetz teilweise einhüllenden Steertnetzes gelöst. Das Hauptschleppnetz besitzt keinen Steert. Seine Seile und Netzfäden sind wesentlich dünner ausgelegt, als bei den bekannten Schleppnetzen. Das hinter den Hauptschleppnetz als Umhüllung desselben angeordnete Steertnetz ist durch Stander mit dem Vorgeschirr des Hauptschleppnetzes verbunden. Hauptschleppnetz und Steertnetz haben während des Schleppvorgan^es im umhüllten bzw. umhüllenden Teil keine kraftschlüssige Verbindung. Das Steertnetz und das Endteil des HauptSchleppnetzes übertragen deshalb im Schleppzustand aufeinander keine Zugkräfte, so daß beide Netze sowohl im umhüllenden als auch im umhüllten Bereich keinen deformierenden Einfluß aufeinander ausüben. Das Steertnetz nimmt die Fische aua dem Hauptschleppnetz auf und erfaßt zusätzlich die vor dem Trichterteil des Hauptschleppnetzes entwichenen Fische. Bei entsprechender Dimensionierung des Steertnetzes übersteigt der Strömungswider-
stand des Tandemnetzes als Gesamtkonstruktion nicht den entsprechenden Strömungswiderstand der bekannten Scbleppnetze. Durch das extrem dünne Netzmaterial des Hauptschleppnetzes sind beim Bau des Tandemnetzes geringere Materialmengen erforderlich,
Ausführungsbeispiel;
Ein Ausführungsbeispiel ist in der Zeichnung dargestellt und wird im folgenden beschrieben. Die Zeichnung zeigt ein Tauderanetz in der Draufsicht, Das Tandemnetz besteht aus einem Hauptschleppnetz 1 und einem Steertnetz 2 . Das Steertnetz 2 ist über Stander 3 mit dem Vorgeschirr 6 des Hauptschleppnetzes 1 verbunden. Das Trichterteil des Hauptschleppnetzes 1 ragt in das Steertnetz 2 hinein. Das Steertnetz 2 hat einen Tunnel 4 und einen Steert 5, Die Zugkräfte des Steertnetzes 2 werden über die Stander 3 in geeignete zugkraftübertragende Teile des Hauptschleppnetzes 1 oder in dessen Vorgeschirr б eingeleitet.
Claims (2)
1. Tandemschleppnetz, dadurch gekennzeichnet, da3 ein aus extrem dünnem Netzmaterial bestehendes und an seinem
Tunnel endendes Hauptschleppnetz ( 1 ) von einem hinter ihm angeordneten Steertnetz ( 2 ) teilweise umhüllt
wird«
Tunnel endendes Hauptschleppnetz ( 1 ) von einem hinter ihm angeordneten Steertnetz ( 2 ) teilweise umhüllt
wird«
2» Tandemschleppnets nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Steertnetz ( 2 ) mittels Stander ( 3 ) mit dem Vorgeschirr ( 6 ) des Hauptschleppnetzes ( 1 ) verbunden ist#
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