DD207465A3 - Kohlenanzuender aus verfestigtem harnstoff-formaldehydharzschaum - Google Patents

Kohlenanzuender aus verfestigtem harnstoff-formaldehydharzschaum Download PDF

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Wilhelm Decho
Hans Herrn
Burkhardt Keil
Johannes Kreis
Werner Lier
Dietmar Paul
Joachim Poser
Guenter Salewski
Franz-Josef Stedten
Herbert Wengler
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Petrolchemisches Kombinat
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Abstract

Die Erfindung betrifft einen Kohlenanzuender aus einem verfestigten Schaum aus Harnstoff-Formaldehyl-Harzen, Kohlenwasserstoffen und Feststoffen. Die Erfindung soll den Einsatz von Kohlenwasserstoffen aller Siedebereiche ermoeglicht. Erreicht wird dies durch einen Anzuender aus 50 bis 85 Ma.- Teilen von fluessigen oder verfluessigten Kohlenwasserstoffen, 5 bis 15 Ma.- Teilen von feinpulverisierten, hydrophilen, silikatischen Stoffen mit einem Kationsaustauschvermoegen von 3 bis 30 mVal/100g und 5 bis 25Ma.- Teilen Harnstoff-Formaldehyd-Harz.

Description

Die Erfindung betrifft einen Kohlenanzünder aus einem verfestigten Schaum aus Harnstoff-Formaldehyd-Harzen und Kohlenwasserstoffen·
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Es ist bekannt, daß verfestigte Schäume von Kondensationsharzen, besonders von Harnstoff-Formaldehydharzen aus Kohlenwasserstoffen, als Kohlenanzünder eingesetzt werden. Hierzu sind verschiedene Verfahren und Stoffkombinationen beschrieben worden, die sich im wesentlichen auf eine Emulgierung von leicht- bis mittelflüchtigen Kohlenwasserstoffen, etwa Benzin, Testbenzin, Kerosin oder Dieselölfraktionen in einem wäßrigen Harnstoff-Formaldehyd-Harzsöl im Beisein eines Emulgators, der eine Bildung einer Öl-in-Wasser-Emulsion begünstigt, beziehen. Während oder nach der Emalgierung wird dem Emulsionsgemisch eine sausr!wirkende wäßrige Lösung, zumeist verdünnte Phosphorsäure,hinzugefügt, wodurch das Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensat, das sich in jedem Falle in der äußeren kontinuierlichen Phase befindet, weiter bis zur vollständigen Verfestigung kondensiert. Der in der dispersen Phase vorhandene Kohlenwasserstoff wird somit in dem verfestigten Harz eingeschlossen. Die Herstellung der Emulsion geschieht sowohl in diskontinuierlichen Rührwerken als auch in kontinuierlich arbeitenden Kolloidmühlen oder Emulgier-
λ c\ f r\ Λ
maschinen. Besonders die letztere Art hat wegen ihrer hohen Produktivität den Vorzug in modernen technischen Verfahren erhalten. Beim Austritt aus der Kolloidmühle erfolgt zumeist eine Extrudierung und Portionierung der Kohlenanzünder, die durch die einsetzende Kondensation des Harnstoff-Formaldehyd-Harzes infolge Säureeinwirkung zunehmend verhärten. Bei Einsatz der meistens farblosen Kohlenwasserstoffe besitzen die fertigen Kohlenanzünder eine weiße Farbe.
Zur Emulsionsbildung werden anionaktive oder in einigen Fällen auch nichtionogene Emulgatoren, wie Alkyl -oder Arylsulfonate oder -Alkyl -oder Arylsulfate, in wäßriger Lösung oder alkoxylierte langkettige Verbindungen mit hoher Grenzflächenaktivität benutzt. Die Emulgatoren müseen in jedem Fall die Bildung von Öl-in-Wasser-Emulsionen begünstigen. Bei einem Einsatz von 70 bis 85 Ma.-% Kohlenwasserstoff und 10 bis 25 Ma.-% eines 35 %igen Harnstoff-Formaldehyd-Harzsols werden 0,5 bis 2 Ma.-% einer 35 bis 40 %igen wäßrigen Lösung der beschriebenen Emulgatoren zur Emulsionsbildung benötigt.
Der Nachteil der bekannten Kohlenanzünder besteht darin, daß bei der Forderung festgelegter Qualitätswerte im wesentlichen nur Kohlenwasserstoffe in einer Siedelage von etwa 100 bis 370 0C, also Benzine, Kerosin und Dieselölfraktionen, verwendet 'werden können. Beim Einsatz höher siedender flüssiger, halbflüssiger oder bei Normaltemperatur fester Kohlenwasserstoffe tritt zwar auch eine Emulsionsbildung ein, jedoch besitzen die gebildeten verfestigten Schäume eine hohe Anzünddauer, eine hohe Anheizdauer und besonders eine hohe Tropffähigkeit beim Abbrennen, so daß letztandiich diese Produkte nicht als Kohlenanzünder wirken können.
Da nun Benzine, Kerosin und Dieselöle dringend als Kraftstoffe benötigt werden, hat es nicht an Versuchen gefehlt, technische Lösungen zur Substitution dieser wertvollen Kraftstoffe durch weniger bedeutende Kohlenwasserstoffe in höherer Siedelage zu finden. So wurden Versuche unternommen, durch Beimischungen von Kohlenstaub oder faserförmigen brennbaren Substanzen Teilsubstitutionen von den genannten Kraftstoffen zu erzielen.
Durch Zuaiiachung von Kohlenstaub werden jedoch nur geringe Substitutionen erzielt, außerdem verlieren die Kohlenanzünder ihre begehrte angenehme Farbe. Zusätze von faserartigen Substanzen, wie Sägespäne oder Texfcilgranulate,sind nur unter einem hohen technologischen und dadurch ökonomisch ungünstigen Aufwand zu lösen. Dabei können auch nur ca. 50 % der Kraftstoffe durch etwas höher siedende Heizölfraktionen substituiert werden.
Auch durch den Einsatz fester inerter Adsorbentien, wie Siliziumdioxid, ist ein erhöhter Einsatz höher siedender Kohlenwasserstoffe möglich. Die verfestigten Produkte brennen dabei zwar tropfarm ab, jedoch ist vor allem die Anheizleistung unzumutbar hoch, die Gemische brennen mit kleiner Flamme ab und können den Anforderungen an einen Kohlenanzünder nicht genügen.
Weitere Lösungsversuche durch Inkorporierung von Luft oder durch Erhöhung des Wasseranteils im Kohlenanzündergemisch erreichen eine nur geringe Einsparung an Kraftstoffen bis zu etwa 15 Ma«-5a, jedoch ist dabei eine Substitution durch höher siedende Fraktionen überhaupt nicht möglich, da in diesem Falle die Gebrauchseigenschaften fast gänzlich verlorengehen.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist ein Kohlenanzünder aus verfestigten Schäumen von Harnstoff-Formaldehyd-Harzen mit guten Brenneigenschaften und tropffreiem Abbrennen unter Verwendung von Kohlenwasserstoffen aller Siedebereiche, vor allem von höher siedender Heizöl- und Paraffinfraktion, gegebenenfalls unter Mitverwendung von Sekundärrohstoffen oder nicht benötigten Nebenprodukten. Dabei soll die Möglichkeit einer variablen Rezeptur geschaffenwerden, die es gestattet, in kürzester Zeit auf andere verfügbare Brennstoffe auszuweichen. Der Kohlenanzünder soll dabei die vorteilhaften und angestrebten Brenneigenschaften besitzen und vor allem verlustfrei, also möglichst tropffrei und rußarm, abbrennen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Kohlenanzünder zu entwickeln, der aus einem Harnstoff-Formaldehyd-Harzgerüst
besteht und als brennbare innere Phase eine Kohlenwasserstoffkomponente beliebiger Siedelage enthalten kann, vor allem aber solche Produkte, die in Siedelagen über denen der Dieselfraktionen liegen, beispielsweise Schweröle, Erdölvakuumdestillate, Heizöle, Erdölgatsche, PiItrat- oder Rückstandsöle der Paraffingewinnung, Fraktionen der Kohleraffination u. ä. Produkte sowie Gemische dieser Stoffe gegebenenfalls unter Einbeziehung niedrig siedender Fraktionen.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch einen verfestigten Harnst off-Formaldehyd-Harζschaum gelöst, der aus 50 bis 85 Ma.-Teilen von flüssigen oder verflüssigten Kohlenwasserstoffen, 5 bds 15 Ma»-Teilen von feinpulverisierten, hydrophilen, silikatischen Stoffen, vorzugsweise Tone, Kaoline oder Kieselgure, mit einem Kationenaustauschvermögen von 3 bis 30 mVal/100g und 5 bis 25 Ma.-Teilen Harnstoff-Formaldehyd-Harz, das aus 80 bis 98 Ma.-% eines 25 bis 70 %igen wäßrigen Harnstoff-Formaldehyd-Harzsois und 2 bis 2Q Mai-% einer wäßrigen sauren Lösung, vorzugsweise einer 40 %igen Phosphorsäure, gebildet wird, besteht. Zur farblichen Gestaltung können dem Kohlenanzünder während des Herstellungsprozesses 0,2 bis 5 Ma.-^, vorzugsweise 1,0 bis 2,5 Ma.-% anorganische säurebeständige Farbpigmente oder 0,01 bis 0,1 Ma.-% organische Farbstoffe zugefügt werden.
Die Herstellung des erfindungsgemäßen Kohlenanzünders erfolgt zweckmäßig nach einem Verfahren, bei dem die feinteiligen, hydrophilen, silikatischen Stoffe in der wäßrigen Harnstoff-Formaldehyd-Harzsolphase suspendiert und unter Zusatz einer sauer wirkenden wäßrigen Lösung in einer Kolloidmühle zu einer Ölin-Wasser-Emulsion verarbeitet und anschließend extrudiert, ausgehärtet, portioniert und konfektioniert werden. Dabei ist es von Vorteil, zusätzlich einen grenzflächenaktiven Stoff zum Eamls^onsgemisch zuzufügen, um die Oberflächenspannung des Wassers herabzusetzen und damit den Emulgierprozeß zu erleichtern. Dazu genügen schon Mengen von 0,1 bis 0,5 Ma·-SS einer 35 bis 40 folgen wäßrigen lösung bekannter Emulgatoren, die Öl-. in-Wasser-Emulsionen bilden, beispielsweise Alkylsulfonate oder Alkylphenolpolyglykoläther.
. /5
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Die sauer wirkende wäßrige Lösung muß entweder in der Kohlenwasserstoffkomponente ohne silikatische Stoffe enthalten sein oder gesondert zugegeben werden, während der grenzflächenaktive Stoff sowohl in der wäßrigen als auch in der Kohlenwasserstoffphase enthaltensein als auch gesondert zugegeben werden kann» In jedem Falle wird während der Emulgierung aus der wäßrigen und der Kohlenwasserst offphase eine Öl-in-Wasser-Emulsion hergestellt, die durch die sauer wirkende Substanz nach Passieren der Kolloidmühle aushärtet.
Die erfindungsgemäß verwendeten anorganischen oder organischen Farbstoffe werden vorteilhaft der Kohlenwasserst offphase vor de Emulgierung beigefügt, jedoch ist auch ein Suspendieren der anorganischen Pigmente in der wäßrigen Harnstoff-Formaldehyd-Har2 phase möglich.
Durch das erfindungsgemäß vorgeschlagene Verfahren ist es überraschend gelungen, feindisperse Öl-in-Wasser-Emulsionen herzustellen, die bei Zugabe von sauren Substanzen zu festen Blocker aushärten und allen an einen Kohlenanzünder gestellten Qualitätsforderungen genügen. Dabei wurde gefunden, daß der Einsatz des erfindungsgemäß vorgeschlagenen feinverteilten, hydrophiler silikatischen Stoffes zur Bildung stabiler.Emulsionen führt, wobei dieser Stoff gleichzeitig als Emulgator für die zu emulgierenden Kohlenwasserstoffe wirkt. Darüber hinaus wurde festgestellt, daß diese überraschende Emulgiereigenschaft nur bei solchen silikatischen Stoffen vorhanden ist, die ein Austauscher ermögen für Kationen von 3 bis 30 mVal/100 g besitzen. Dies sind vorrangig Alumosilikate mit freien Gitterst eilen, wie beispielsweise Tone, tonige Kaoline oder Kieselgur mit einem bestimmten Aluminiumgehalt. Die silikatischen Stoffe müssen möglichst feindispers und hydrophil sein und im Wasser zu feinsten Suspensionen zerfallen. Ebenso muß aber auch eine gute Verteilung in Kohlenwasserstoffen gewährleistet sein. Zur Suspendierung in Kohlenwasserstoffen ist eine vorherige Feinvermahlung angebracht. Die notwendige Zugabe zum Emulsionsgemisch richtet sich nach der Höhe des Kationenaustauschvermögens der silikatischen Stoffe.
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Aus den durch silikatische Stoffe als Emulgator gebildeten Emulsionen lassen sich durch Aushärten mittels sauer wirkender Stoffe, wie Säuren oder saure Salze, Kohlenanzünder mit guten Brenneigenschaften gewinnen. Überraschenderweise können dabei selbst sehr hoch siedende Paraffine oder Paraffingatsche, Heizöl e,Vakuumdestillate der Erdölverarbeitung, Ablauföle aus der Paraffingewinnung, Spindelöle und Produkte aus der Kohlehydrierung zu Kohlenanzündern verarbeitet werden,die vollkommen tropffrei abbrennen und gute Brenneigensehaften aufweisen. Es ist jedoch auch möglich, die basier verwendeten Benzine, Kerosine und Dieselöle oder deren Gemische mit hochsiedenden Kohlenwasserstoffen zu emulgieren und zu guten Kohlenanzündern zu verarbeiten. Zur Verbesserung der Anzünddauer ist es erforderlich, besonders bei Verwendung von Kohlenwasserstoffen mit Flammpunkten von über 50 0C, Anteile an niedrigsiedenden Kohlenwasserstoffen mit einzumischen.
Die Herstellungsweise richtet sich nach dem verwendeten silikatischen Rohstoff und nach den gewünschten Qualitätseigenschaften der Kohlenanzünder. So ist es von Vorteil, zu verwendende Rohtone in Wasser aufzuschlämcien und zusammen mit dem gleichfalls wäßrigen Harnst off-Formaldehyd-Harzsol zu vermischen und zum Emugieren einzusetzen. Die so erhaltenen Kohlenanzünder sind fest und trocken. Besonders hochsiedende Kohlenwasserstoffe lassen sich gut verfestigen.
Durch Optimierung der Rezepturen kann nach dem erfindungsgemäß vorgeschlagenen Verfahren je nach Verwendung bestimmter silikatischer Rohstoffe und Kohlenwasserstoffe eine sehr variable Fahrweise erzielt werden, die es gestattet, sehr rasch bei Anderungen im Rohstoffangebot auf andere erfindungsgemäße Kombinationen umzustellen.
Zur farblichen Gestaltung können alle Kohlenanzünder mit den vorgeschlagenen Farbstoffen eingefärbt werden. Das empfiehlt sich besonders bei Verwendung von dunkel gefärbten Kohlenwasserstoffen. Es ist. zweckmäßig, die -Pigmente der Komponente zuzufügen, in der der silikatische Stoff suspendiert wird.
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Ausführungsbeispiele:
In der nachfolgend aufgeführten Tabelle 1 werden bekannte Lösungsvarianten zur Herstellung von Kohlenanzündern aus verfestigten Harnstoff-Formaldehyd-Harzschäumen und Kohlenwasserstoffen mit den bekannten Rezepturen und den erhaltene Brennwerten nach TGL 4825 aufgeführt. Dabei werden folgende Kohlenwasserstoffe verwendet:
Kohlenwasserstoff 1 ist ein Dieselöl mit einem Siedebeginn von 230 UC und einem Siedende von 326 G. Die Dichte bei 20 0G beträgt 0,84, der Flammpunkt nach Pensky-Martens liegt bei 93 0C.
Kohlenwasserstoff 2 ist ein Destillat der Kohlehydr*firung -mi· einem Siedebeginn von 335 '0C und einem Siedeende von über 400 0G0 Bis 37o 0C sind 35 Ma.-% verdampft. Die Dichte bei 20 0G beträgt 0,91, der Flammpunkte liegt bei 170 0C.
Kohlenwasserstoff 3 ist ein Pressenablauföl der Paraffinentölung mit einem Siedebeginn von 290 G und einem S.iedeende von über 400 0C. Bis 370 0C. sind 5 Ma.-# verdampft. Die Dichte bei 50 0G liegt bei 0,84, der Flammpunkt bei 154 0G, der Stockpunkt bei 26 0C. .
Die angeführten Brenneigenschaften werden nach TGL 4825 von 25 g-Portionen ermittelt. Die Anzünddauer ist die Zeit bis zum Entflammen beim Anbrennen mit einem Streichholz. Die Anheizdauer ist die Zeit vom Entflammen des Kohlenanzünders bi£ zur Bildung eines Kondensatbeschlages im Kolbenrohr eines mii dem Kohlenanzünder erwärmten und mit Wasser gefüllten Kolbens Die Hachbrenndauer.ist die Zeit von der Kondensatbildung bis zum Verlöschen des Kohlenanzünders. Die verdampfte Wassermenge während des Brennvorganges wird durch Wägung ermittelt und ist ein Maß für die Heizkraft des Anzünders. Die Tropffähigkeit wird durch die während des Brennvorganges abgetropfte Menge ermittelt.
In Spalte 1 der Tabelle 1 sind die Forderungen nach TGL enthalten, Spaten 2 bis 4 enthalten Rezepturen und Eigenschafter bekannter Lösungen aus den Kohlenwasserstoffen 1, 2 "und 3»in Spalte 5 ist ein Kohlenanzünder mit einem inerten Füllstoff, wie Sand, Steinmehl, Aluminiumoxid,o.ä»anorganischen, pulver5 sierten Substanzen ohne Kationenaustauschermögen enthalten.
Tabelle 1
Rezeptur in Ma.-%
Kohlenwasserstoff 1 Kohlenwasserstoff 2 Kohlenwasserstoff 3 HF-SoI 35 %ig grenzflächenaktiver Stoff Steinmehl
Aussehen des Anzünders
Brennwerte
Anzünddauer s
Anheizdauer min
Wachbrenndauer min
verdampftes Wasser g
Tropffähigkeit %
30
80J
18,2 0,5
weiß, hart, trocken
1,5 13,5
42
0,5
80,7
18,2 0,5
grau,
weich,
fettig
20
5 10
25 11
80,7
18,2
0,5
graubraun,
weich,
fettig
verlischt nach Anbrennen 42
35
35
18,9 0,5 10
dunkelgrau, weich, sehr fethtg
12 28 12
232261 3
2. In der nachfolgend aufgeführten Tabelle 2 werden Rezepturen und Brennwerte von erfindungsgemäßen Rezepturen aufgeführt» Dabei wird in jedem Pail der feinverteil^te, hydrophile silikatische Stoff in Wasser aufgeschlgmmt, mit einem 68 Ma.-% Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensat enthaltenden wäßrigen Sol und einer 35 %igen Natriumalkylsulfonatlösung vermischt. Dieses Gemisch wird mittels Dosierpumpe einer Kolloidmühle zugeführt, in die in einer getrennten Leitung ein Gemisch aus gleichen Teilen Kohlenwasserstoff 1 und 2 gemäß Beispiel 1 gemischt mit 40 %iger Phosphorsäure zugeleitet wird. Nach der Emulgierung wird der gebildete Kohlenanzünder extrudiert, portioniert und konfektioniert. Als silikatische Stoffe werden verwendet: Silikatischer Stoff A ist ein Ton mit einem Kationenaustauschvermögen von 8,9 mVal/100g, einer Dichte von 1,6 und einem Sandgehalt von 4,2 Ma.-% mit einer Korngröße von 0,08 bis 0,15 mm. Silikatischer Stoff B ist ein Kaolin mit einem Kationenaustauschvermögen von 6,4 mVal/100g, einer Dichte von 2,2 und einem Sandgehalt von unter 0,5 Ma,-% mit einer-Korngröße von 0,08 bis 0,15 mm.
3« Die in Tabelle 2 angegeben. Rezepturen werden nach einer zweiten Verfahrensweise hergestellt. Dabei wird in jedem !Fall der feinverteilte, hydrophile, silikatische Stoff in der flüssigen bzw. durch Erwärmen verflüssigten Kohlenwasserstoff· phase eingemischt. Dieser Mischung wird gleichfalls der als Zusatzemulgator wirkende grenzflächenaktive Stoff,z.B. ITa-Alkylsulfat, in wäßriger Lösung zugefügt« Die gesamte Mischung muß während der Verarbeitung ständig gerührt werden, um eine Trennung der Stoffe durch Sedimentieren zu verhindern. Das Gemisch, ein 34 ^iges Harnstoff-Formaldehyd-Harzsol und eine 40 %ige Phosphorsäure, wird in getrennten Leitungen einer Emujgiermaschine zugeführt und zu einer Öl-inWasser-Emulsion verarbeitet. Nach der Emuigierung wird der Kohlenanzünder exfcrudiert, portioniert und konfektionfert» Die erzielten Qualitätskennwerte sind in Tabelle 3 enthalten.
Tabelle 2
Rezeptur in Ma.-%
Kohlenwassertsoff 1 Kohlenwasserstoff 3 Benzin 100/140 HF-SoI 68 %ig Wasser Emulgator
Phosphorsäure 40 %ig silikatischer Stoff A silikatisoher Stoff B Aussehen des Anzünders
Brennwerte
Anzünddauer s
Anheizdauer min
Nachbrenndauer min
verdampftes Wasser g
Tropffähigkeit %
32,5 34,1 12 32,4 34,0
32,5 34,2 12,5 60 32,4 34,1
S 0,2 5
11 1.7 11 11 12
12,2 5,3 12,2 . 12,2 12,5
0,1 0,1 0,3 0,4
1,6 * grünlich grau, feat 1,6 1,6 1,7
10,1 15 10,1 .
2,25 10,1 5,3
grüngrau, fest, trocken 10 grüngrau, fest gelblich, etwas weich gelblich, etwas vj eich
10 36 5 10 14
3 4,7 2,5 3 2,25
19 Ί5 16 16
42 44 54 47
0,5 0,2 0,5 6,7
O I
Tabelle 3
Aussehen des Anzünders
Anzünddauer s
Anheizdauer min
Nachbrenndauer min
verdampftes Wasser g
Tropffähigkeit %
etwas fettig, etwas weich fettig, weich etwas fettig, normal etwas fettig, weich fettig, weich
8 14 12 4 12 20
3 2,5 2,5 2,5 3,25
17 16 13 . 16 17
31 31 48 31 49
2,5 0,1 3 0,1 4
^12- Z 3 I I D
4ο 8,5 Ma.-% eines feingemahlenen und bei 105 0C getrockneten Tons mit einem Kationenaustauschverinögen von 12 mVal/100 g werden in 70 Ma.-% des Kohlenwasserstoffes Kr. 3 gemäß Beispiel 1 kräftig eingemischt und ständig weitergerührt. Die Suspension wird in einem Smulgierrührwerk oder in einer Kolloidmühle mit 20 Ma.-% einer 34 folgen wäßrigen Harnstoff-Formaldehyd-Harz lösung und 1,5 Ma.-5a einer 40 %igen Phosphorsäure emulgiert. Die dickflüssige Emulsion erstarrt zu einer mittelharten etwas fettigen Masse, wobei folgende Brennwerte erhalten werden:
Anzünddauer 20 s
Anheizdauer 3 min
Na chbr ennda u er 20 min
verdampfte Wassermenge 55 g
Tronffähigkeit 2,0 %
5. 10 Ma.-% eines gemahlenen Tons mit einem Kationenaustausch·*· vermögen γοη 5|3 mVal/100 g und 1 Ma.-% Eisenoxid-rot werden in einem Gemisch aus 12 Ma.-% und 10 Ma.-% einer 68 folgen Harnstoff-Formaldehyd^Harzlösung aufgeschlämmt. Die Schlämme wird.ständig weitergerührt und in einer getrennten Leitung mit einem Gemisch aus 63»8 Ma.-% eines Schweröls aus der Tieftemperaturhydrierung von Braunkohlenteer mit einem Siedebeginn von 335 0G , einem Siedeende von über 400 0C, wobei 35 % bis 370 0C verdampft sind, einer Dichte von 0,91 (20 0G) und einem Flammpunkt von 170 0C (nach Pensky-Martens) und 1,2 Ma.—% einer 40 %igen Phosphorsäure in einer Kolloidmühle zu einer dickflüssigen Emulsion verarbeitet. Die pastenartige Masse erstarrt zu einer mittelharten, rotbraunen, etwas fettigen Masse, die folgende Brennwerte besitzt:
Anzünddauer 22 s
Anheizdauer 3 min
Uachbrenndauer 22 min
verdampfte Wassermenge 48 g
Tropffähigkeit 2,5 %
χ Wasser
-13 - 2 3 I L ο 1
β. 25»7 Ma.-% eines Heizöles mit einem Siedebeginn von 321 0C, einem Siedeende von über 400 C, einer bis 370 C verdampften Menge von 20 %, einer Dichte von 0,85 bei 50 0G und einem Flammpunkt von 162 0C werden mit 51,5 Ma,-# Dieselöl (Kohlenwasserstoff 1 aus Beispiel 1) gemischt. In diese Mischung werden 10 Ma.-% feinpulverisierter und bei 105 0C getrockneter Ton mit einem Kationenaustauschvermögen von 20 mVal/100 g 1 Ma.-$ Chromgrün und 0,8 Ma.-$ Alkylphenolpolyglykoläther eingebracht und ständig gerührt. Die Mischung wird mit 10 Ma.-% eines Harnstoff-Formaldehyd-Harzsols mit 63 % Feststoffgehalt unter Zusatz von 1 Ma.-% einer 40 ^igen phosphorigen Säure emulgiert, extrudiert, portioniert und abgepackt. Der fertige Anzünder ist mittelhart, hellgrün und besitzt folgende Brennwerte:
Anzünddauer 6 s
Anheizdauer 3 min
Hachbrenndauer 12,5 min
verdampfte Wassermenge 46 g Tropffähigkeit 0,3 %
7. 9 Ma.-% eines gemahlenen Tons mit einem Kationenaustauschvermögen von 8,6 mVal/100 g werden in einem Gemisch aus 10 Ma.-$ V/a s s er und 10 Ma. -% eines 68 ^igen Harnst off-F ormaldehyd-Harzsols unter Zusatz von 0,5 Ma·*% Na-Alkylsulfonat in 35 %ige Lösung aufgeschlämmt. Die Schlämme wird ständig weitergerührt und in einer getrennten Leitung mit einem Gemisch aus 34,5 Ua.-% Testbenzin mit einem Flammpunkt von 30 C, 35 Ma.-% Paraffingats.cn mit einem Siedebeginn von 370 0C, einem Flammpunkt von 205 0C und einer Dichte von 0,3 bei 70 0G und 1 Ma.-einer 40 folgen Phosphorsäure sowie einem Zusatz von 0,03 Ma.-% Sudanrot in einer Kolloidmühle zu einem mittelharten orangerot gefärbten Anzünder mit folgenden Brennwerten verarbeitet:
Anzünddauer 8 s
Anheizdauer- 2,5 min
5Tach.br enndauer 15 min
verdampfte Wassermenge 50 g
Zropffähigkeit 3,5 %
- η - 7^//h
10 Ma.-% Kieselgur mit einem Kationenaustauschvermögen von 3,5 mVal/100-g werden mit einem Gemisch aus 11 Ma.-% Wasser und 11 Ma,-% eines 68 %igen Harnstoff-Formaldhyd-Harzsols aufgeschlämmt· Die Schlämme wird ständig weit ergerührt und in einer getrennten Leitung mit einem Gemisch aus 35 >7 lia.,-% Kohlenwasserstoff 1 aus Beispieli, 30 Ma.-% Kohlenwasserstoff aus Beispiel 1, 0,8 Ma.-% lla-Alkylar ylsulf onat in .40 %iger wäßriger Lösung und 1,5 Ma.-% 40 %ige Phosphorsäure in einer Kolloidmühle zu einem schokoladenbraunen festen Anzünder mit folgenden Brennwerten verarbeitet:
Anzünddauer 6 s
Anheizdauer 2,25 min
ITachbrenndauer " 14 min
verdampfte Wassermenge 40 g 'Tropffähigkeit 4 %

Claims (4)

Erfindungsanspruch
1. Kohlenanzünder aas verfestigtem Harnstoff-Formaldehydharzschaum, Kohlenwasserstoffen und Peststoffen, dadurch'-gekennzeichnet , daß er 50 bis 85 Ma.-% flüssige oder verflüssigte Kohlenwasserstoffe, als Feststoffe 5 bis 15 Na.-% feinpulverisierte, hydrophile, silikatische Stoffe, vorzugsweise Tone, Kaoline oder Kieselgure mit einem Kationenaustausch^1 ermögen von 3 bis 30 mVal/100g und 5_.bis 25 Ma.-% Harnstoff-Formaldehyd-Harz, das aus 80 bis 98 Ma. -% eines 25 bis 70 folgen wäßrigen härtbaren Harnstoff-Formaldehyd-Harzsols und 2 bis 20 llä.,-% einer wgßrigen sauren Lösung, vorzugsweise einer 40 folgen. Phosphorsäure, gebildet wird, enthält.
Kohlenanzünder nach Punkt 1, gekennzeichnet durch einen Gehalt von 0,1 bis 2 Ua..-% eines die 3ildung von Öl-in-Wasser-Emulsionen fördernden grenzflächenaktiven Stoffes.
3· Kohlenanzünder nach Punkt 1 und 2, gekennzeichne du r c h einen Zusatz von 0,2 bis 5 Ma.-$>, vorzugsweise 2,5 Mä.-$, an anorganischen, säurebeständigen.Parbpigmenten, w,ie Eisenoxidrot, Sisenoxidgelb, Chromoxidgrün, Chromgrün und ghnliche Stoffen.
4· Kohlenanzünder nach Punkt 1 und 2, gekennzeichnet, durch einen Zusatz von 0,01 bis 0,1 Ma.-# an organischen Farbstoffen, wie Sudanrot und Sudangelb.
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