DD219481B1 - Verfahren zur herstellung von n-(chlorcarbonyloxy)-5-norbornen-2,3-dicarboximid - Google Patents

Verfahren zur herstellung von n-(chlorcarbonyloxy)-5-norbornen-2,3-dicarboximid Download PDF

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Karl-Heinz Graul
Wolf-Rainer Halatsch
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Description

Das erfindungsgemäß hergestellte N-(Chlorcarbonyloxy)-5-norbornen-2,3-dicarboximid I (CI-CO-ONB) zeigt im Vergleich zu gegenwärtig verwendeten Chlorameisensäureestern eine Reihe von Vorteilen: So ist z. 8. der von Groß und BiIk (angew. Chem., intern. Ed., 6 [1967], 570) hergestellte Succinimidester bei Raumtemperatur nicht stabil, während sich I unter Feuchtigkeitsausschluß über Monate ohne Zersetzung lagern läßt. Chlorameisensäurearylestern und substituierten Chlorameisensäurearylestern ist die neue Verbindung I durch die überraschend einfach« Möglichkeit der Abtrennung des bei der Umsetzung entstehenden HONB Il überlegen, denn HONB Il ist wasserlöslich und läßt sich leicht auswaschen. Ein weiterer Vorteil ist die vernachlässigbare Toxizität des zur Herstellung des CI-CO-NOB I eingesetzten und bei der Umsetzung rückgewinnbaren HONB II. Des weiteren ist die Reaktionsgeschwindigkeit an der ONB-Gruppierung des neuen CI-CO-ONB I gegenüber arylgruppentragenden Chlorameisensäureestern stark erhöht (vgl. W. König und R.Geiger, Chem. Ber. 106 [1973], 3635)
Die Erfindung soll anhand von Ausführungsbeispielen naher erläutert werden.
Ausführungsbeispiele Beispiel 1
Zu einer Lösung von Phosgen (9,9g; 0,1 Mol) wird tropfenweise eine Lösung, bestehend aus 17,9g HONB, 12g N,Ni Dimethylanilin in THF/Benzen (etwa 200ml) bei O0C bis 5°C addiert. Anschließend wird eine Stunde bei dieser Temperatur gerührt, über Nacht stehengelassen, das Hydrochlorid abgetrennt und das Losungsmittel im Vakuum verdampft. Der feste Rückstand wird in 5OmI THF aufgenommen, auf -2O0C abgekühlt, filtriert und erneut im Vakuum eingeengt.
F. = 98-100°C(Zers.)
Ausbeute: 95%
Molpeakt bei 241
IR (1740cm-1CI-C; 1 ЭООсгтГ1; 1эгОст-ЧггпасагЬопу!)
Beispiel 2
9,9g (55mMol) HONB werden mit 55ml methanolischer 1 N NaOH versetzt. Nach kurzer Zeit beginnt das Na-SaIz auszufallen. Die Füllung des Na-Salzeswird durch Zugabe von 10OmI Diethylether vervollständigt. Das Salz wird abgesaugt und über P4O1O getrocknet. Ausbeute: 9,85g.
9,85g des getrockneten Na-Salzes werden portionsweise unter Ruhren zu einer Lösung von 55mMol Phosgen in 200ml Toluol bei Raumtemperatur addiert. Es wird über Nacht weitergerührt und anschließend vom ausgefallenen NaCI abfiltriert. Das Filtrat wird eingeengt und der verbleibende Feststoff in wenig THF (50 ml) aufgenommen. Das Lösungsmittel wird erneut im Vakuum abgetrennt. Der verbleibende Feststoff ist mit dem unter Beispiel 1 gewonnenen Produkt identisch.

Claims (2)

Erfindungsanspruch:
1. Verfahren zur Herstellung von N^Chlorcarbonyloxyl-ö-norbornen-Z.S-dicarboximid, dadurch gekennzeichnet, daß N-Hydroxy-S-norbornen^^-dicarboximid oder dessen Natriumsalz mit Phosgen umgesetzt werden.
2. Verfahren nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Umsetzung des N-Hydroxy-S-norbornen-^.S-dicarboximids mit Phosgen in Gegenwart tertiärer Amine vorgenommen wird.
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von N-IChlorcarbonyloxyl-S-norbornen^.S-dicarboximid I. Diese Verbindung ist neu. Sie stelt ein wichtiges Zwischenprodukt zur Herstellung unsymmetrischer Carbonate und aktivierter polymerer Träger dar.
Die Erfindung ist zur Anwendung in der pharmazeutischen und in der chemischen Industrie geeignet.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Chlorameisensäureester sind als Verbindungen mit großer präparativer Bedeutung bekannt. Für die Herstellung aus Phosgen und den Hydroxylverbindungen werden drei Verfahren verwendet. Im wichtigsten Verfahren wird Phosgen direkt mit den Alkoholen umgesetzt (B. Röge, Liebigs Ann. Chem.205,227 [1880]). Dazu wird entweder flüssiges Phosgen oder eine Phosgenlösung in einem indifferenten organischen Lösungsmittel (Toluen) vorgelegt und der Alkohol zugetropft (W. Hentschel, Chem. Berichte 18,1177 [1880]) oder umgekehrt Phosgen durch den gekühlten Alkohol geleitet (C. Hamilton, C. Sly, J. Am. ehem. Soc. 47,436 [1925]).
In anderen Vorschriften arbeitet man mit tertiären Basen, die den bei der Reaktion entstehenden Chlorwasserstoff abfangen sollen. Als tertiäre Basen werden z. B. Dimethylanilin oder Pyridin verwendet. Dieses Verfahren eignet sich vor allem zur Herstellung aromatischer Chlorameisensäureester. In anderen Vorschriften zur Herstellung von aromatischen Chlorameisensäureestern werden die Alkaliphenolate zur Chlorwasserstoff bindung bei der Umsetzung mit Phosgen eingesetzt. Dabei wird in indifferenten Lösungsmitteln {K.v.Anwers, W.Scheich, Chem. Ber. 54,1969 [1921]) oder auch in wäßrigorganischen Lösungsmittelsystemen gearbeitet (E. Barrat, A. Morel, Comptes Rendus Hebdomadaires des Seances de l'Academie des Sciences 128,1578 [1899]).
Bedeutung haben die Chlorameisensäureester des 9-Fluorenylmethanols, des Pentachlorphenole, des Benzotriazole und des N-Hydroxysuccinimids als Vorprodukte für Schutzgruppen in der Peptidsynthese (A.Paquet, Can. J. Chem. 60,976 [1982]). Die erhaltenen Chlorameisensäureester sind aber, bedingt durch ihre geringe Hydrolysestabilität oder zu geringe Aminolysegeschwindigkeit, nicht vorteilhaft anwendbar.
Ziel der Erfindung
Es ist das Ziel der Erfindung, ein neues, stabiles Ausgangsprodukt zur Herstellung unsymmetrischer Carbonate und aktivierter polymerer Träger zur Verfugung zu stellen, das sich durch eine hohe Reaktionsfähigkeit auszeichnet und dessen Herstellung durch einen geringen technischen Aufwand sowie durch gute Zugänglichkeit der Ausgangsprodukte gekennzeichnet ist.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Herstellungsverfahren für N-(Chlorcarbonyloxy)-5-norbornen-2,3-dicarboximid zu entwickeln. Die Aufgabe wurde dadurch gelöst, daß Phosgen mit N-Hydroxy-5-norbornen-2,3-dicarboximid (HONB) Il in Gegenwart von tertiären Aminen oder mit dem Natriumsalz der N-Hydroxy-Verbindung (NaONB) III umgesetzt wird:
DD25419683A 1983-08-25 1983-08-25 Verfahren zur herstellung von n-(chlorcarbonyloxy)-5-norbornen-2,3-dicarboximid DD219481B1 (de)

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