DD221179A5 - Kombinierter elektromagnetischer und - akustischer wandler fuer fernraeumgeraete - Google Patents

Kombinierter elektromagnetischer und - akustischer wandler fuer fernraeumgeraete

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DD221179A5
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von neuen Purin-Derivaten, die in der 9-Stellung eine acyclische Kette aufweisen. Beispielsweise wird 2-Amino-6-chlor-purin mit 2-(Chlormethylthio)ethylbenzoat in Dimethylformamid und in Gegenwart von Kaliumcarbonat zu 2-Amino-9-(2-benzoyloxyethylthiomethyl)-6-chlor-9H-purin umgesetzt. Dieses Produkt wird anschliessend in einer Hydrierungsvorrichtung mit Pd(OH)2-Katalysator, Triethylamin und Methanol in das 2-Amino-9-(2-hydroxyethylthiomethyl)-9H-purin ueberfuehrt. Eine andere neue Verbindung ist beispielsweise 2-Amino-9-( (2-benzoyloxy-1-benzoyloxymethylethoxy)-methyl)-6-chlor-9H-purin. Die neuen Verbindungen besitzen auch bei oraler Verabreichung eine starke antivirale Wirksamkeit gegenueber verschiedenen Virenklassen, insbesondere gegenueber Herpes-Viren.

Description

(VI)
CH-XCH-CHR^
I5 I I3
R CHO R
(worin X, R1, R3, R4 und R5 die oben genannte Bedeutung haben) oder ein Salz oder ein Ester davon reduziert wird, um eine Verbindung der Formel I (worin Y eine Hydroxymethylgruppe darstellt) oder ein physiologisch verträgliches Salz oder Ester davon zu bilden, eine Verbindung der Formel VII
(VIl)
CH-X-CH-CH-NH
(worin X, R1, R2, R3 und R5 die oben genannte Bedeutung haben) in eine entsprechende Verbindung der Formel I, worin R4 eine Hydroxylgruppe bedeutet, überführt wird,
um eine Verbindung der Formel I oder eines physiologisch verträglichen Salzes oder eines Esters davon zu bilden und
gegebenenfalls eine oder mehrere der folgenden Umwandlungen in jeder gewünschten Folge durchgeführt wird: i) wenn das erhaltene Produkt eine Base ist. Überführung der Base in ein physiologisch verträgliches Säureadditionssalz davon,
U) wenn das erhaltene Produkt ein Säureadditionssalz ist, Überführung des Salzes in die Stammbase,
Ui) wenn das erhaltene Produkt eine Verbindung der Formel I oder ein Salz davon ist, Überführung der Verbindung oder des Salzes davon in einen physiologisch verträglichen Ester der Verbindung oder des Salzes, und/oder .
iv) wenn das erhaltene Produkt ein Ester einer Verbindung der Formel I ist. Überführung des Esters in die Stammverbindung der Formel I, ein physiologisch verträgliches Salz davon oder einen unterschiedlichen physiologisch verträglichen Ester davon.
2. Verfahren nach Punkt 1a), dadurch gekennzeichnet, daß die Deblockierung einer Acyl-Blockierungsgruppe durch Hydrolyse bewirkt wird.
3. Verfahren nach Punkt 1a), dadurch gekennzeichnet, daß die Deblockierung von Arylmethyl-Blockierungsgruppen durch Hydrogenolyse bewirkt wird.
4. Verfahren nach Punkt 1a), dadurch gekennzeichnet, daß die Deblockierung von Trialkylsilyl-Blockierungsgruppen durch Solvolyse oder Alkoholyse bewirkt wird.
5. Verfahren nach Punkt 1 b), dadurch gekennzeichnet, daß M ein Halogenatom darstellt und die Überführung durch Hydrierung in Gegenwart eines Palladium-Katalysators bewirkt wird.
6. Verfahren nach Punkt 1c), dadurch gekennzeichnet, daß A ein Halogenatom oder einen Acyloxyrest bedeutet.
7. Verfahren nach Punkt 1c) oder Punkt 6, dadurch gekennzeichnet, daß Q ein Wasserstoffatom oder eine Tn-C1^- Alkylsilylgruppe darstellt.
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von neuen Purin-Derivaten, die in der 9-Position eine acyclische Kette aufweisen. Die neuen Verbindungen zeigen eine antivirale Wirksamkeit gegenüber verschiedenen Klassen von DNA-Viren, insbesondere gegenüber Herpes-Viren. ' , .
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Aus der GB-PS 1523865 ist eine breite Klasse von Purin-Derivaten, die eine acyclische Seitenkette in der 9-Stellung aufweisen, bekannt. Es wurde gefunden, daß diese Purin-Derivate eine antivirale Wirksamkeit gegenüber verschiedenen Klassen von DNA-Viren, insbesondere gegenüber Herpes-Viren, wie Herpes simplex, besitzen.
Es wurde ferner gefunden, daß unter diesen Derivaten das 9-(2-Hydroxyethoxymethyl)guanin (auch unter dem Namen Acyclovir bekannt) eine besonders gute Wirksamkeit gegenüber Herpes-Viren, wie Herpes simplex, besitzt. Während jedoch gefunden wurde, daß Acyclovir bei äußerer Auftragung oder parenteraler Verabfolgung besonders wirksam ist, wird es lediglich mäßig gut bei der oralen Verabfolgung absorbiert mit der; entsprechenden Arzneimittelkonzentrationen im Plasma. Bei der Behandlung einer internen Erkrankung durch orale Verabfolgung eines Arzneimittels ist es wünschenswert, daß das Arzneimittel vom gastrointestinalen Trakt gut absorbiert wird mit den sich ergebenden hohen Plasmaniveaus. Diese Aufgabe wird von den bislang verwendeten Präparaten nur in unzureichendem Maße erfüllt.
Ziel der Erfindung
Es war daher das Ziel und die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung von Purin-Derivaten zu schaffen, die eine bessere antivirale Wirkung bei der oralen Verabfolgung zeigen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Die Erfindung betrifft die Herstellung von medizinisch wertvollen neuen Purin-Derivaten und deren Vorstufen, sowie von ipharmazeutischen Zubereitungen, welche diese Verbindungen enthalten.
i'Es wurde beobachtet, daß Purin-Derivate, welche sich durch die Anwesenheit eines Wasserstoffatoms in der 6-Stellung des vPurinkerns auszeichnen, leicht in vivo durch Wirkung von Enzymen des Molybdo-Flavo-Proteintyps (insbesondere Xanthin-Oxidase/Dehydrogenase oder Aldehyd-Oxidase) in die entsprechenden 6-Hydroxypurin-Derivate mit antiviraler Wirksamkeit i überführt werden können. Weiterhin zeigte sich bei Experimenten an Ratten, daß die orale Verabfolgung von derartigen 6-Wasserstoff-Derivaten zu einer wirksamen Absorption vom gastrointestinalen Trakt und zu hohen Plasmaniveaus der entsprechenden 6-Hydroxyverbindung führt, die durch enzymatische Überführung der 6-Hydrogenverbindung gebildet wird.
Die oben erwähnte Klasse von 6-Hydrogenpurin-Derivaten kann durch die allgemeine Formel
(I)
CH-X-CH.CH-IT
I5 I2 I3
ir r r
angegeben werden, worin X ein Schwefel- oder Sauerstoffatom oder eine chemische Bindung darstellt, R1 ein Halogenatom, einen Amino- oder Azidrest bedeutet, R2 ein Wasserstoffatom, einen Hydroxyl-, Alkyl- oder Hydroxyalkylrest darstellt, R3 ein Wasserstoffatom oder einen Alkylrest bedeutet, R4 einen Hydroxyl-, Hydroxyalkyl-, Benzyloxy-, Phosphat- oder Carboxypropionyloxyrest darstellt, R5 ein Wasserstoffatom, einen Alkyl- oder Hydroxyalkylrest bedeutet, und Ester dieser Verbindungen, worin R2 einen Hydroxyl- oder Hydroxyalkylrest darstellt, R4 einen Hydroxyl-, Hydroxyalkyl- oder Carboxypropionyloxyrest bedeutet oder R5 für Hydroxyalkyl steht, und physiologisch verträgliche Salze derartiger Verbindungen nach Formel I und deren Ester, unter Ausnahme der Verbindung nach Formel (I), worin X für Sauerstoff steht, R1 eine Aminogruppe ist, R2, R3 und R5 jeweils ein Wasserstoffatom bedeuten und R4 eine Hydroxylgruppe darstellt. In der obigen Formel enthalten die Alkylgruppen, welche geradkettig oder verzweigtkettig sein können, im allgemeinen 1 bis 8, vorzugsweise 1 bis 4 Kohlenstoffatome, wie beispielsweise die Methylgruppe. Eine bevorzugte Klasse von Verbindungen nach Formel I sind diejenigen der Formel IA
(IA)
CH0XCH0CH0OH
(worin X ein Sauerstoff- oder Schwefelatom darstellt und Y ein Wasserstoffatom oder einen Hydroxymethylrest bedeutet) und physiologisch verträgliche Ester und Salze davon, unter Ausnahme der Verbindung nach Formel (IA), worin X ein Sauerstoffatom und Y ein Wasserstoffatom darstellt, ihres Benzoatesters und ihrer physioligisch verträglichen Salze.
Salze der Verbindungen nach Formel I, die bequem in der Therapie verwendet werden können, umfassen physiologisch
verträgliche Salze von organischen Säuren, wie Milchsäure, Essigsäure, Äpfelsäure oder p-Toluolsulfonsäure, wie auch physiologisch verträgliche Salze von Mineralsäuren, wie Chlorwasserstoffsäure oder Schwefelsäure.
Ester der Verbindung nach Formel I, welche bequem in der Therapie verwendet werden können, umfassen diejenigen Ester, welche eine Formyloxygruppe oder C1-I6 (beispielsweise C,^)-Alkanoyloxy (z. B. Acetoxy oder Propionyloxy), gegebenenfalls
substituierte Aralkanoyloxyreste (z. B. Phenyl-C1_4-alkanoyloxy, wie Phenylacetoxy) oder gegebenenfalls substituierte Aroyloxy
(z. B. Benzpyloxy oder Naphthoyloxy)-Estergruppierungen an einem oder an beiden Endpositionen der Kette in 9-Stellung der
- α - 4.ΌΌ UOO O
Verbindung nach Formel I enthalten. Die zuvor erwähnten Aralkanoyloxy- und Aroyloxy-Estergruppen können substituiert sein, beispielsweise durch ein oder mehrere Halogenatome (z. B. Chlor oder Brom) oder Amino-, Nitril- oder Sulfamidogruppen, wobei der Aryleinheit der Gruppierung vorteilhafterweise 6 bis 10 Kohlenstoffatome enthält.
Die Erfindung betrifft ebenfalls biologische Vorstufen der Verbindungen nach Formel I und deren physiologisch verträgliche Salze und Ester, d. h. Verbindungen, die in vivo in Verbindungen nach Formel I und deren zuvor erwähnte Derivate überführt werden.
2-Amino-9-(2-benzoyloxyethoxymethyl)purin (d. h. der Benzoatester der Verbindung nach Formel IA, worin X ein Sauerstoffatom darstellt und Y ein Wasserstoffatom bedeutet) ist in der US-PS 4199547 erwähnt und es wird hierin kein Anspruch hinsichtlich der Verbindung selbst erhoben. Jedoch befindet sich in der erwähnten US-PS keine Angabe oder Vorstellung, daß die Verbindung in vivo in das entsprechende 6-Hydroxy-Analoge überführt werden kann.
Die Erkenntnis, daß die oben erwähnten 6-Hydrogenpurine leicht in die entsprechenden 6-Hydroxyanalogen überführt werden können, ist überraschend, da bei vorhergehenden Untersuchungen mit Xanthin-Oxidase von Rindermilch (H. J. Lettre et al (1967), Biochem. Pharmacol., 16, Seiten 1747 bis 1755; T. A. Krenitsky et al (1972) Arch. Biophys., 150, Seiten 585 bis 599) gezeigt worden war, daß die 9-Substitution die Geschwindigkeit/mit der eine Vielzahl von Purinen oxidiert werden, verringert oder ganz hemmt. Unter Berücksichtigung dieser Beobachtungen war es überraschend, daß dieses Enzym beispielsweise 6-Deoxyacyclovir, ein 9-substituiertes Derivat von 2-Aminopurin, mit einer größeren Geschwindigkeit als das 9-unsubstituierte Purin oxidierte, wie bei Enzym-Untersuchungen bewiesen wurde.
Das hohe Absorptionsniveau der Verbindungen nach Formel I vom gastrointestinalen Trakt macht die Verbindungen besonders wertvoll, wenn die orale Verabfolgung der Verbindungen gewünscht ist, z.B. bei der Behandlung von Erkrankungen, die durch verschiedene DNA-Viren verursacht werden, wie Herpes-Infektionen, wie beispielsweise durch Herpes simplex, Varicella oder Zoster, Cytomegalovirus, wie auch Erkrankungen, die durch den Hepatitis B-Virus oder Epstein-Barr-Virus verursacht werden. Die Verbindungen nach Formel I können auch zur Behandlung oder Prophylaxe von Papillom- oder Warzenvirus-Infektionen verwendet werden. Zusätzlich zur Verwendung in der Humanmedizin-Therapie können die Verbindungen der Formel I anderen Tieren zur Behandlung oder Prophylaxe von yiralen Erkrankungen verabfolgt werden, z. B. anderen Säugetieren. Diejenigen Verbindungen der Formel I, in denen Y eine Hydroxymethylgruppe darstellt, sind besonders wertvoll in der Behandlung von Äquinarhinopneumonitis. Durch Verabfolgung einer Verbindung der Formel I oder eines physiologisch verträglichen Salzes oder Esters davon, insbesondere auf oralem Wege, ist es möglich, eine vorteilhafte Wirkung gegenüber derartigen Erkrankungen zu bewirken.
Weiterhin stellt die Erfindung Verbindung der Formel I und physiologisch verträgliche Salze und Ester davon zur Verwendung in der Behandlung oder Prophylaxe einer viralen Erkrankung bei Tieren, z. B. bei Säugetieren, wie Menschen, zur Verfügung. Die vorliegende Erfindung schafft ebenfalls ein Verfahren zur Behandlung oder Prophylaxe einer Virus-Erkrankung bei einem Tier, z. B. bei einem Säugetier, wie dem Menschen, wobei dem Tier eine wirksame antivirale Menge einer Verbindung der Formel I oder eines physiologisch verträglichen Esters oder eines Salzes davon verabfolgt wird.
Die Verbindungen nach Formel I und die physiologisch verträglichen Salze und Ester davon (nachstehend allgemein als die aktiven Bestandteile bezeichnet) können auf jedem Wege verabfolgt werden, der für den zu behandelnden Zustand geeignet ist, wobei geeignete Verabfofgungswege die orale, rektale, nasale, äußerliche (einschließlich der buccalen und sublingualen), vaginale und parenterale (einschließlich subkutaner, intramuskulärer, intravenöser, intradermaler, intrathekaler und epiduraler) Form umfassen. Der bevorzugte Verabfolgungsweg kann beispielsweise von dem Zustand des Empfängers abhängen. Für jede der oben angezeigten Verwendungsmöglichkeiten und Indikationen hängt die benötigte Menge an aktivem Bestandteil (wie zuvor definiert) von einer Anzahl Faktoren ab einschließlich der Schwere des zu behandelnden Zustandes und der Persönlichkeit des Empfängers. Letztlich hängt dies von der Beurteilung durch den zuständigen Arzt oder Veterinärmediziner ab. Im allgemeinen jedoch liegt eine geeignete wirksame Dosis für jede dieser Verwendungsmöglichkeiten und Indikationen im Bereich von 0,1 bis 250mg pro Kilogramm Körpergewicht des Empfängers pro Tag, vorzugsweise im Bereich von 1 bis 100mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag und höchst bevorzugt im Bereich von 5 bis 20mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag; eine optimale Dosis liegt bei etwa 10mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. (Solange keine andere Angabe vorliegt, sind die Gewichte des aktiven Bestandteils als Stammverbindung von Formel I berechnet: für Salze und Ester davon würden die Zahlenangaben proportional erhöht.) Die gewünschte Dosis wird vorzugsweise in zwei, drei, vier oder mehr Subdosen in angemessenen Intervallen über den Tag verabfolgt. Diese Subdosen können in Einheitsdosierungsformen verabfolgt werden, und enthalten beispielsweise 10 bis 1000mg, vorzugsweise 20 bis 500mg und höchst bevorzugt 100 bis 400mg des aktiven Bestandteils pro Einheitsdosierungsform.
Wenn es auch möglich ist, die aktiven Bestandteile allein zu verabfolgen, so ist es doch bevorzugt, sie als pharmazeutische Formulierungen darzubieten. Die Formulierungen für die Veterinär- und Human-Verwendung nach der vorliegenden Erfindung umfassen mindestens einen aktiven Bestandteil gemäß der obigen Definition zusammen mit einem oder mehreren verträglichen Trägern dafür und gegebenenfalls andere therapeutische Bestandteile. Die Träger müssen in dem Sinne „verträglich" sein, daß sie mit den anderen Bestandteilen der Formulierung kompatibel sind und für den Empfänger nicht schädlich sind. Die Formulierungen umfassen diejenigen, die für die orale, rektale, nasale, äußerliche (einschließlich buccaler und sublingualer), vaginale oder parenterale (einschließlich subkutaner, intramuskulärer, intravenöser, intradermaler, intrathekaler und epiduraler) Verabfolgung geeignet sind. Die Formulierungen werden bequemerweise in Einheitsdosierungsform dargeboten und können durch eines der Verfahren, die auf dem Gebiet der Pharmazie bekannt sind, hergestellt werden. Derartige Verfahren umfassen den Schritt der Zusammenbringung des aktiven Bestandteils mit dem Träger, der ein oder mehrere zusätzliche Bestandteile bildet. Im allgemeinen werden die Formulierungen durch einheitliche und innige Zusammenbringung des aktiven Bestandteils mit flüssigen Trägern oder fein verteilten festen Trägern oder beiden und anschließendem Formen des Produktes, sofern das erforderlich ist, hergestellt.
Formulierungen nach der vorliegenden Erfindung, die für die orale Verabfolgung geeignet sind, können als gesonderte Einheiten, wie Kapseln, Cachets oder Tabletten dargeboten werden, wobei jede eine vorbestimmte Menge des aktiven Bestandteils umfaßt; sie können als ein Pulver oder Granulat, als eine Lösung oder eine Suspension in einer wäßrigen Flüssigkeit oder einer nicht-wäßrigen Flüssigkeit oder als eine ÖI-in-Wasser-Flüssigemulsion oder eine Wasser-in-ÖI-Flüssigemulsion dargeboten werden. Der aktive Bestandteil kann auch als Bolus, Elektuarium oder Paste dargeboten werden. Eine Tablette kann durch Pressen oder Formen gegebenenfalls mit einem oder mehreren zusätzlichen Bestandteilen hergestellt werden. Gepreßte Tabletten können hergestellt werden, indem in einer geeigneten Maschine der aktive Bestandteil in einer
frei fließenden Form, wie als Pulver oder Granulat, gegebenenfalls vermischt mit einem Binder, Gleitmittel, inerten Verdünnungsmittel, Konservierungsmittel, oberflächenaktiven Mittel oder Dispergierungsmittel verpreßt wird. Geformte Tabletten können hergestellt werden, indem in einer geeigneten Vorrichtung ein Gemisch der pulverisierten Verbindung, die mit einem inerten flüssigen Verdünnungsmittel befeuchtet ist, geformt wird. Die Tabletten können gegebenenfalls beschichtet oder eingekerbt werden und können so formuliert werden, daß sie eine langsame oder kontrollierte Freisetzung des aktiven Bestandteils darin schaffen.
Für Infektionen des Auges oder anderer externer Gewebe, z. B. des Mundes oder der Haut, werden die Formulierungen vorzugsweise als eine äußerlich aufzutragende Salbe oder Creme aufgebracht, weiche den aktiven Bestandteil in einer Menge von beispielsweise 0,075 bis 20% w/w, vorzugsweise 0,2 bis 15% w/w und höchst bevorzugt 0,5 bis 10% w/w enthalten. Bei der Formulierung in einer Salbe können die aktiven Bestandteile mit einer paraffinischen oder einer wassermischbaren Salbenbasis verwendet werden. Alternativ dazu können die aktiven Bestandteile in einer Creme mit einer ÖS-in-WaSser-Cremebasis formuliert werden.
Gewünschtenfalls kann die wäßrige Phase der Cremebase beispielsweise mindestens 30% w/w eines mehrwertigen Alkohols, d. h. eines Alkohols mit zwei oder mehr Hydroxylgruppen, wie Propylenglykol, Butan-1,3-diol, Mannit, Sorbit, Glycerol und Polyethylenglykol und Gemische davon umfassen. Die äußerlichen Formulierungen können gewünschtenfalls eine Verbindung umfassen, welche die Absorption oder Penetration des aktiven Bestandteils durch die Haut oder andere angegriffene Gebiete beschleunigt. Beispiele für derartige Dermalpenetration-Beschleuniger sind beispielsweise Dimethylsulfoxid und verwandte Analoge.
Die ölige Phase der Emulsionen nach der vorliegenden Erfindung kann aus bekannten Bestandteilen in bekannter Weise hergestellt werden. Während die Phase einfach ein Emulgiermittel (auch als Emulgator bekannt) umfaßt, enthält sie bevorzugt ein Gemisch von mindestens einem Emulgator mit einem Fett oder einem Öl oder mit einem Fett und einem Öl. Vorzugsweise ist ein hydrophiler Emulgator zusammen mit einem lipophilen Emulgator, der als ein Stabilisator dient, eingegeben. Es ist auch bevorzugt, sowohl ein Öl als auch ein Fett einzugeben. Zusammen bilden die Emulgatoren mit oder ohne Stabilisatoren das sogenannte Emulgierwachs und das Wachs zusammen mit dem Öl und/Fett bildet die sogenannte Emulgier- Salbenbase, welche die ölartig dispergierte Phase von Cremeformulierungen bildet.
Emulgatoren und Emulsionsstabilisatoren, die zur Verwendung in Formulierungen gemäß der vorliegenden Erfindung geeignet sind, umfassen Tween 60, Span 80, Cetostearylalkohol, Myristylalkohol, Glyceryl-monostearat und Natriumlaurylsulfat. Die Auswahl geeigneter Öle öder Fette für die Formulierung basiert auf der Erzielung der gewünschten kosmetischen Eigenschaften, da die Löslichkeit der aktiven Verbindung in den meisten Ölen, die in pharmazeutischen Emulsionsformulierungen gern benutzt werden, sehr gering ist. Somit soll die Creme vorzugsweise ein nicht schmieriges, nicht färbendes und waschbares Produkt mit geeigneter Konsistenz sein, um Lecks an Tuben oder anderen Behältern zu vermeiden. Geradkettige oder verzweigtkettige mono- oder dibasische Alkylester, wie Diisoadipat, Isocetylstearat, Propylenglyköl-diestervon Kokosnuß-Fettsäuren, Isopropylmyristat, Decyloleat, Isopropylpalmitat, Butylstearat, 2-Ethylhexylpalmitat oder ein Gemisch von verzweigtkettigen Estern, das als Crodamol CAP bekannt ist, können verwendet werden, wobei die drei letzten Ester bevorzugt sind. Diese können allein oder in Kombination in Abhängigkeit von den erforderten Eigenschaften verwendet werden. Alternativ dazu können Lipide mit hohen Schmelzpunkten, wie weißes weiches Paraffin und/oder flüssiges Paraffin oder andere mineralische Öle verwendet werden.
Formulierungen, die zur äußeren Auftragung auf das Auge geeignet sind, umfassen ebenfalls Augentropfen, worin der aktive Bestandteil in einem geeigneten Träger, insbesondere in einem wäßrigen Lösungsmittel für den aktiven Bestandteil dispergiert oder suspendiert ist. Der aktive Bestandteil ist vorzugsweise in derartigen Formulierungen in einer Konzentration von 0,5 bis 20%, vorteilhafterweise 0,5 bis 10%, insbesondere etwa 1,5% w/w vorhanden.
Formulierungen, die für die äußere Verabfolgung im Mund geeignet sind, umfassen Pastillen, die den aktiven Bestandteil in einer geschmackskorrigierten Basis enthalten, üblicherweise Sucrose und Gummi arabicum oder Tragacanth; Pastillen umfassen den aktiven Bestandteil in einer inerten Basis, wie Gelatine und Glycerin oder Sucrose und Gummi arabicum; Mundwäschen umfassen den aktiven Bestandteil in einem geeigneten flüssigen Träger.
Formulierungen für die rektale Verabfolgung können als ein Suppositorium mit einer geeigneten Basis, die beispielsweise Kakaobutter oder ein Saücylat enthält, dargeboten werden.
Formulierungen, die für die nasale Verabfolgung geeignet sind, worin der Träger ein Feststoff ist, umfassen ein grobes Pulver mit einer Teilchengröße von beispielsweise im Bereich von 20 bis 500 Mikron, welches in der Art verabfolgt wird, in der geschnupft wird, d.h. durch rasche Inhalation durch die Nasenpassage aus einem Behälter des Pulvers, welches dicht an der Nase gehalten wird. Geeignete Formulierungen, in denen der Träger eine Flüssigkeit ist, zur Verabfolgung als beispielsweise ein Nasalspray oder als Nasaltropfen, umfassen wäßrige oder ölige Lösungen des aktiven Bestandteils. i
Formulierungen, die zur vaginalen Verabfolgung geeignet sind, können als Pessare, Tampons, Creme, Gele, Pasten, Schäume oder Sprayformulierungen dargereicht werden, die zusätzlich zu dem aktiven Bestandteil derartige Träger enthalten, die auf dem Fachgebiet als geeignet bekannt sind.
Formulierungen, die für die parenterale Verabfolgung geeignet sind, umfassen wäßrige und nicht-wäßrige sterile Injektionslösungen, die Antioxidantien, Puffer, Bakteriostatika und gelöste Stoffe enthalten können, welche die Formulierung mit dem Blut des beabsichtigten Empfängers isotonisch gestalten, und wäßrige und nicht-wäßrige sterile Suspensionen, welche Suspendierungsmittel und Verdickungsmittel einschließen können. Die Formulierungen können in Einheitsdosen- oder Multidosen-Behältern dargeboten werden, beispielsweise in verschlossenen Ampullen und Fläschchen, und sie können in gefriergetrocknetem Zustand (lyophilisiert) gelagert werden, wobei lediglich die Zugabe des sterilen flüssigen Trägers, beispielsweise Wasser für Injektionen, unmittelbar vor der Verwendung erforderlich ist. Zum sofortigen Einsatz geeignete Injektionslösungen und Suspensionen können aus sterilen Pulvern, Granalien und Tabletten der zuvor beschriebenen Art hergestellt werden. Bevorzugte Einheitsdosis-Formulierungen sind diejenigen, die eine Tagesdosis oder eine tägliche Subdosis, wie zuvor beschrieben wurde, oder eine geeignete Fraktion davon, eines aktiven Bestandteils enthalten. Zusätzlich zu den Bestandteilen, die zuvor erwähnt wurden, können die erfindungsgemäßen Formulierungen andere Mittel umfassen, die auf diesem Gebiet herkömmlich sind, wobei die Art der in Frage stehenden Formulierung zu berücksichtigen ist, wobei beispielsweise die für die orale Verabfolgung geeigneten Formulierungen Geschmacksstoffe enthalten können. Die vorliegende Erfindung stellt ferner veterinärmedizinische Zusammensetzungen zur Verfügung, die mindestens einen aktiven Bestandteil gemäß der obigen Definition mit einem Veterinär-Träger dafür enthalten.
- Ö - £D9 UOO D
Veterinärmedizinische Träger sind Materialien, die für den Zweck der Verabfolgung der Zusammensetzung geeignet sind und fest, flüssig oder gasförmige Materialien sein können, die ansonsten inert oder in der Veterinärmedizin verträglich sind und mit dem aktiven Bestandteil kompatibel sind. Diese veterinärmedizinischen Zusammensetzungen können oral, parenteral oder durch eine beliebige andere gewünschte Verabfolgung dargereicht werden.
Für die orale Verabfolgung können die Zusammensetzungen in Form einer Tablette, Granalien, Arzneitrank, Paste, Chachet, Kapsel oder Nahrungszusatz vorliegen. Granalien können durch die bekannten Techniken, wie Naß-Granulierung, Vorpressung oder Zerhacken (slugging) hergestellt werden. Sie können den Tieren in einem inerten flüssigen Vehicel, um einen Arzneitrank
zu bilden, oder in Form einer Suspension mit Wasser oder Ölbasis verabfolgt werden. Vorzugsweise sind weitere Nebenbestandteile, wie ein Dispergierungsmittel, eingeschlossen. Diese Formulierungen enthalten vorzugsweise 15 bis 85% des aktiven Bestandteils.
Eine Paste kann durch Suspendieren des aktiven Bestandteils in einem flüssigen Verdünnungsmittel formuliert werden. Ein Versteifungs- oder Verdickungsmittel kann zusammen mit einem Netzmittel oder einem Feuchthaltemittel eingegeben werden, wenn das flüssige Verdünnungsmittel Wasser ist. Wenn eine Emulsionspaste erforderlich ist, sollten wünschenswerterweise ein oder mehrere oberflächenaktive Mittel eingeschlossen sein. 25 bis 80Gew.-% dieser Pastenformulierungen können den aktiven Bestandteil umfassen.
Bei Futterzuschlägen ist der aktive Bestandteil im allgemeinen in großen Mengen relativ zu den zusätzlichen Bestandteilen vorhanden und die Ergänzungen können direkt oder nach einer dazwischenliegenden Vermischung oder Verdünnung zugegeben werden. Beispiele für zusätzliche Bestandteile für derartige Formulierungen umfassen feste, orale Nahrungs-Träger, wie Getreidemehl, Sojapulver, Weizenkleie, Sojaschrot, eßbare Pflanzenmaterialien und Fermentierungsrückstände. Der aktive Bestandteil ist üblicherweise in einem oder mehreren der zusätzlichen Bestandteile eingebracht und innig und einheitlich durch Mahlen, Taumeln oder Rühren mit herkömmlichen Vorrichtungen dispergiert. Formulierungen, welche 1 bis 90Gew.-% des aktiven Bestandteils enthalten, sind als Zusatz zu Futtermitteln geeignet.
Zur Behandlung von Herpes-Infektionen bei Pferden kann eine orale oder parenterale Dosis von 0,1 bis 250 mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag, vorzugsweise von 2 bis 100mg pro Kilogramm pro Tag erforderlich sein. Die Dosis kann in gesonderte Einheiten aufgespalten werden und in regulären Intervallen während des Tages verabfolgt werden und kann täglich für bis zu 14 Tagen wiederholt werden oder bis die Infektion bereinigt ist. Für virale Infektionen bei anderen Tieren kann die Dosis in Abhängigkeit von der Größe und dem Stoffwechsel des Tiers variieren. Die Zusammensetzungen können in Einheitsdosierungsform, wie als eine Tablette, einige Male pro Tag in der Menge von 10 bis 1000 mg pro Einheitsdosis verabfolgt werden.
Die Verbindungen nach Formel I und deren physiologisch verträgliche Salze und Ester können in herkömmlicher Art durch Analogverfahren zur Herstellung von Verbindungen ähnlicher Struktur hergestellt werden, wie durch die Verfahren, die in der GB-PS 1523865 beschrieben sind.
Die vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren zur Herstellung von Verbindungen der Formel I und deren physiologisch verträglichen Salze und Ester davon zur Verfügung, unter Ausnahme der Verbindung nach Formel I, worin X für Sauerstoff steht, R1 eine Aminogruppe ist, R2, R3 und R5 jeweils ein Wasserstoffatom bedeuten und R4 eine Hydroxylgruppe darstellt, wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfaßt:
a) Deblockierung einer Verbindung der Formel Il
(ID
CHXCHCHR.
(worin X und R3die oben genannte Bedeutung haben und Ra eine Aminogruppe oder eine blockierte Aminogruppe darstellt, Ra und Ra, die gleich oder unterschiedlich sind, jeweils einen Hydroxyl- oder Hydroxyalkylrest oder einen blockierten Hydroxyl- oder Hydroxyalkylrest bedeuten, R| einen Hydroxyalkyl- oder blockierten Hydroxyalkylrest darstellt, mit der Maßgabe, daß mindestens einer der Substituenten Ra, R|, R4 und Ra einen blockierten Rest bedeutet); b) Überführung einer Verbindung der Formel III
(III)
CKXCHCHR
-7-269 083 6
(in der X, R2, R3, R4 und R6 die oben genannte Bedeutung haben, M ein Wasserstoffatom oder eine Gruppe oder ein Atom darstellt, die in eine Wasserstoffatom überführbar sind, und G eine Gruppe oder ein Atom bedeutet, die in eine Aminogruppe überführbar sind, oder (wenn M etwas anderes als ein Wasserstoffatom bedeutet), G alternativ eine Aminogruppe darstellen kann) oder ein Salz oder Ester davon, in eine Verbindung der Formel I (worin R1 einen Aminorest darstellt) oder ein physiologisch verträgliches Salz oder einen Ester davon; ~
c) Umsetzung einer Verbindung der Formel IV
(IV)
(worin Q ein Abspaltatom oder eine Abspaltgruppe bedeutet) mit einer Verbindung der Formel V ACHXCHCH B
I5 >2'3 IT FR-
(V)
(worin X, R2, R3 und R5 die oben genannte Bedeutung haben und A eine Abspaltgruppe oder ein Abspaltatom darstellt und B eine gegebenenfalls geschützte Hydroxylgruppe bedeutet);
d) Schließen eines Ringes bei einer Vorstufen-Verbindung, die entweder den Pyrimidin- oder den Imidazolring unvollständig ausgebildet enthält;
e) Reduktion einer Verbindung der Formel Vl
(VI)
CH-XCH-CHR
R^ CHO R
(worin X, R2, R3, R4 und R6 die oben genannte Bedeutung haben) oder eines Salzes oder Esters davon, um eine Verbindung der Formel I (worin Y eine Hydroxymethylgruppe darstellt) oder ein physiologisch verträgliches Salz oder Ester davon zu Widen; .;· ' ;. ' .. ' ' ;. :: '.' : ' '. - ; . ' ·. ' .-V'. " '
f) Überführung einer Verbindung der Formel VII
(VII)
CH-X-CH-CH-NH.
I2 I
(worin X, R1, R2, R3 und RB die oben genannte Bedeutung haben) in eine entsprechende Verbindung der Formel I, worin R4 eine Hydroxylgruppe bedeutet,
um eine Verbindung der Formel I oder ein physiologisch verträgliches Salz oder einen Ester davon zu bilden und wobei gegebenenfalls die eine oder mehrere der folgenden Umwandlungen in beliebiger Reihenfolge durchgeführt wird:
i) wenn das erhaltene Produkt eine Base ist, Überführung der Base in ein physiologisch verträgliches Söureadditionssal/ davon;
N) wenn das erhaltene Produkt ein Säureadditionssalz ist. Überführung des Salzes in die Stammbase; iii) wenn das erhaltene Produkt eine Verbindung der Formel I oder ein Salz davon ist, Überführung der Verbindung oder
des Salzes davon in einen physiologisch verträglichen Ester der Verbindung oder des Salzes; und/oder iy) wenn das erhaltene Produkt ein Ester einer Verbindung der Formel I ist, Überführung des Esters in die Stammverbin-. dung der Formel I, ein physiologisch verträgliches Salz davon oder einen unterschiedlichen physiologisch vertragliehen Ester davon.
In dem Verfahren a) können die Blockierungsgruppen nach dem Verwendungszweck ausgewählt werden unter beispielsweise Acylgruppen, wie C^-Alkanoylgruppen, ζ. B. Acetyl oder Pivaloyl, oder Aroylgruppen, z. B. Benzoyl, Arylmethylgruppen, z. B. Benzyl, oder Tri-C,_4-aikylsilylgruppen, z. B. Trimethylsilyl. Arylmethyl-Blockierungsgruppen können beispielsweise durch Hydrogenolyse entfernt werden, z. B. durch Hydrierung in Gegenwart von Raney-Nickel oder eines Palladium-Katalysators . oder durch Verwendung von Natrium in flüssigem Ammoniak. Acyl-Blockierungsgrupperi können beispielsweise durch Hydrolyse entfernt werden, wobei beispielsweise ein Amin, wie Methylamin oder Triethylamin, vorzugsweise in einem wäßrigen Medium, verwendet wird. Trialkylsilyl-Blockierungsgruppen können beispielsweise durch Solvolyse entfernt werden, z.B. mit alkoholischem oder wäßrigem Ammoniak, oder durch Alkoholyse.
Die Überführung einer Verbindung der Formel III in eine Verbindung der Formel I nach Verfahren b) kann durch zahlreiche herkömmliche Mittel erreicht werden. Beispielsweise kann G eine Azidgruppe darstellen, die zu einer Aminogruppe reduziert werden kann durch katalytische Hydrierung unter Verwendung eines geeigneten Katalysators, wie Palladium. Alternativ dazu kann G ein Halogenatom oder einen Alkylthio- oder Alkylsulfonylrest darstellen, der durch Aminolyse unter Verwendung von beispielsweise Ammoniak in eine Aminogruppe überführt werden kann. M kann ein Halogenatom darstellen, z. B. ein Chloratom, oder eine Mercapto- oderThiogruppe (S<), die in herkömmlicher Weise in ein Wasserstoffatom überführt werden kann. In dem Falle, indem M eineThiogrüppe bedeutet, kann diese Überführung unter Verwendung einer Verbindung nach Formel III durchgeführt werden, worin alle Amino- oder Hydroxylgruppen gegebenenfalls durch Acylgruppen blockiert sein können, wobei die Umwandlung unter Verwendung von Raney-Nickel bewirkt wird, z.B. in einem basischen Medium, welches zusätzlich die Amino-und/oder Hydroxyl-Blockierungsgruppen gemäß Verfahren a) entfernt.
'Diese Verfahren sind zusammen mit anderen herkömmlichen Verfahren in der Literaturschrift Fused Pyrimidines, Teil II, Purine, herausgegeben von D. J. Brown (1971), Wiley-Interscience.
Im Verfahren (c) kann die Gruppe Q in der Formel IV beispielsweise ein Wasserstoffatom, eine Acylgruppe, z.B. eine C1-4-Alkanoylgruppe, wie eine Acetylgruppe oder eine Aroylgruppe, wie eine Benzoylgruppe, oder eine Tri-C^-alkylsilylgruppe, wie eine Trimethylsilylgruppe, darstellen. Die Gruppe A in Formel Vl kann beispielsweise ein Halogenatom (z.B. Chlor) oder eine Acyloxygruppe, worin die Acyleinheit beispielsweise eine C^-Alkanoylgruppe, wie Acetyl ist, oder eine Aroylgruppe, wie Benzoyl, bedeuten. Die Umsetzung kann bequemerweise in einem stark polaren Lösungsmittel, wie Dimethylformamid oder Hexamethylphosphoramid, vorteilhafterweise in Gegenwart einer Base, wie Triethylamin oder Kaliumcarbonat, bewirkt werden. Alternativ dazu kann eine Wärmekondensation durch Erwärmen der Verbindungen der Formeln IV und V in Gegenwart einer katalytischen Menge einer starken Säure, z. B. Schwefelsäure, bewirkt werden.
Das Verfahren d) bezieht den Ringschluß des Imidazol- oder Pyrimidinrings zum Endprodukt ein. Im Falle des Imidazolrings kann dieser Ringschluß durch eine Reaktion einer geeigneten Vorstufe mit einem C-,-Reagens, wie Triethylorthoformiat unter beispielsweise milden sauren Bedingungen bei einer Temperatur von etwa 250C und einer Reaktionsdauer von einigen Stunden erreicht werden. Eine geeignete Vorstufe ist substituiertes Pyrimidin der Formel IX
CH7XCHCH0OH
I
γ ._. .
Ein alternatives Reagens ist Diethoxymethylacetat, wenn neutrale Bedingungen bei etwa 1000C und einer Reaktionsdauer von etwa 10 bis 15 Minuten bevorzugt sind.
Die Reduktion einer Verbindung nach Formel Vl in dem Verfahren (e) kann beispielsweise durch Umsetzung mit einem geeigneten Aldehyd-Reduzierungsmittel, wie Natriümborhydrid, Natriumcyanoborhydrid, Tetraethytammoniumborhydrid oder Pyridin/Diboran/Tetrahydrofuran/Trifluoressigsäure erreicht werden.
Im Verfahren f) wird die Überführung vorteilhafterweise durch Behandlung der Aminoverbindung nach Formel VII mit einem Nitrit, z. B. Natriumnitrit in einem sauren Medium bewirkt.
Die Ausgangsmaterialien, die in den oben beschriebenen Verfahren eingesetzt werden, können in herkömmlicher Weise hergestellt werden, z. B. nach den Verfahren, die in der zuvor erwähnten G8-PS 1 523865 beschrieben worden sind.
Die nachfolgenden Beispiele erläutern die vorliegende Erfindung.
Beispiel 1
2-Amino-9-(2-hYdroxyetbylthiomethyl)-9H-purin
Ein mit einem magnetischen Rührstab und einem CaCI2-Trockenrohr ausgerüsteter 1 Liter großer Rundkolben wurde mit 5,0g (29,5OmM) 2-Amino-6-chlor-purin, 6,8g (29,5OmM) 2-{Chlormethyithio)ethylbenzoat, 4,07g (29,5OmM) Kaliumcarbonat und 750ml wasserfreiem Dimethylformamid beschickt. Das Reaktionsgemisch wurde 16 Stunden bei Raumtemperatur gerührt, wonach weitere 2,0g (8,7 mM) 2-{Chlormethylthio)ethylbenzoat mit 1,2g (8,7mM) Kaliumcarbonat zugesetzt wurden und das Rühren für weitere 24 Stunden bei Raumtemperatur fortgesetzt wurde. Das Reaktionsgemisch wurde durch ein Celit-Kissen in einem Trichter aus gesintertem Glas filtriert und unter vermindertem Druck in einem Rotationsverdampfer zu einem viskosen
gelben Öl eingedampft. ^ ,
Das Öl wurde auf 20,0g Merck Süicagel 60 (70-230 mesh) adsorbiert und diese voradsorbierte Phase wurde auf den Kopf einer Säule von Merck Silicagel 60 (230-400 mesh) gegeben. Die Eluierung der Säule unter Verwendung von Ethylacet'at/Benzoi im Verhältnis 6:4 lieferte 2-Amino-9-(2-benzoyloxyethylthiomethyl)-6-chlor-9H-purir. als einen verfärbten weißen Feststoff als einziges Material durch Dünnschichtchromatographie (TLC) über Silicagel mit Ethylacetat/Hexan im Verhältnis 8:2.1H NMR, CDCI3 8,0-7j15, 6H, Multiplet; 5,1, 4H, breites Singlet; 4,5, 2H, Triplet, 2,985, 2H Triplet.
Das zuletzt erwähnte Produkt (0,98g, 2,7OmM) wurde in eine 500ml fassende Parr-Hydrierungsflasche zusammen mit 2,5g Pd(OH)2-Katalysator, 50ml Triethylamin und 200ml Methanol eingegeben. Dieses Gemisch wurde in einer Parr-Hydriervorrichtung unter einem Druck von 3,44 χ 105Pa (50 psi) Wasserstoff für 16 Stunden bei Raumtemperatur geschüttelt. Die TLC des Hydrogenolyse-Produktes über Silicage! mit 8% Methanol-Ethylacetat zeigte lediglich eine teilweise Reaktion. Der Katalysator wurde durch Filtrieren durch ein Celit-Kissen in einem Trichter aus gesintertem Glas entfernt, 2,0g frischer Pd(OH)2-Katalysator und 7,0ml Triethylamin wurden zugesetzt und das Reaktionsgemisch erneut unter 3,44 χ 105 Pa (50 psi) Wasserstoffdruck für 20 Stunden geschüttelt. Zu diesem Zeitpunkt zeigte die TLC, daß die Reaktion abgeschlossen war, der Katalysator wurde wie zuvor entfernt und das Methanol wurde durch Rotationsverdampfung unter vermindertem Druck abgezogen, wodurch ein klares Glas erhalten wurde, weiches in 100 ml 1:1 Methanol-Wasser, weiches 20% Methylamin enthielt, aufgenommen wurde. Die erhaltene Lösung wurde bei Raumtemperatur 4 Stunden gerührt und durch Rotationsverdampfung unter vermindertem Druck entfernt, um einen amorphen Feststoff zu ergeben. Der Feststoff wurde auf 10,0g Merck Silicagel 60 (70-230 mesh) adsorbiert und diese voradsorbierte Phase wurde auf den Kopf einer Säule mit Merck Silicagel 60 (230-400 mesh) aufgebracht. Die Eluierung der Säule unter Verwendung von 10% Methanol-Ethylacetat lieferte einen Feststoff, der aus Ethylacetat-Hexan auskristallisierte, um die Titelverbindung in Form von Nadeln zu ergeben, Schmelzpunkt 122 bis 1240C, TLC: 1 Tupfen auf Silicagel mit 15% MethanoliEthylacetat, 1H NMR DMSOd6 8,59,1H Singlet; 8,15,1H Singlet; 6,56,2H breites Singlet; 5,24,2H Singlet; 4,83,1H Triplet, 3,49,2H Multiplet; 2,69,2H, Multiplet; Analyse:
C H N y
ber.: 42,65 4,92 31,09
gef.: 42,70 4,94 31,04
Beispiel 2
a) 2-Amino-9-[(2-benzoyloxy-1-benzoyloxymethylethoxy)-methyl]-6-chlor-9H-purin
Ein Gemisch von 7,0g (41,2mM) 2-Amino-6-chlor-9H-purin, 4,55g (34,4mM) Ammoniumsulfat und 200ml Hexamethyldisilazan wurden unter Stickstoff vereinigt und unter Rühren 5 Stunden unter Rückfluß gekocht. Das Gemisch wurde entspannungsverdampft, woran sich die Zugabe von 8,8g (23,6mM) 2-0-(Acetylmethyl)-1,3-bis-(0-benzoyl)glycerin in etwa 10ml Benzol anschloß. Das Gemisch wurde 1,5 Stunden in einem Ölbad erhitzt und unter Aspiratordruck mit einem Destillierkopf-Hookup destilliert. Sodann wurde das Gemisch auf Raumtemperatur abgekühlt. Methanol wurde dem Gemisch, welches für 30 Minuten auf ein Dampfbad gegeben wurde, zugesetzt. Das Gemisch wurde sodann mit Wasser gewaschen und dreimal mit Ethylacetat extrahiert und die organische Schicht wurde über wasserfreiem Magnesiumsulfat für etwa 30 Minuten getrocknet. Das Gemisch wurde sodann filtriert, das Salz wurde mit Ethylacetat gewaschen und sodann entspannungsverdampft. Die Schnellverdampfungs-Säulenchromatographie (flash column chromatography) mit 6:1 CH2CI2/Aceton als Eluationsmittel ergab die Titelverbindung als einen analytisch reihen weißen Feststoff mit einem Schmelzpunkt von 130 bis 1310C.
b) 2-Amino-9-[(2-benzoyloxy-1-benzoyloxymethylethoxy)-methyl]-9H-purin
Ein Gemisch von 3,393g (7,04mM) 2-Amino-9-[(2-benoyloxy-1-benzoyloxymethylethoxy)methyl]-6-chlor-9H-purin, 100ml Ethanol, 100ml Tetrahydrofuran, 1,9ml Triethylamin wurde zu 0,600g Pd-C-Katalysator in eine Parr-Flasche gegeben. Das Gemisch wurde unter Wasserstoff 24 Stunden geschüttelt. Das Pd-C wurde durch ein Celit-Kissen filtriert und 0,650 g frisches Pd-C wurden dem Reaktionsgemisch zugegeben und die Hydrierung wurde 4 Tage fortgesetzt. Säulenchromatographie unter Verwendung von 100% CH2CI2,4:1 CH2CI2/Aceton und 100% Aceton ergab die Verbindung mit einem Schmelzpunkt von 132 bis 133°C.
Beispiel 3 2-Amino-9-[(2-hydroxy-1-hydroxymethylethoxy)methyl]-9H-purin
Ein Gemisch von 0,844g (1,88mM) 2-Amino-9-[(2-benzoyloxy-benzoyloxymethylethoxy)methyl]-9H-purin und 100ml einer 40%igen wäßrigen Methylaminlösung wurde 30 Minuten bei Raumtemperatur gerührt. Das Gemisch wurde entspannungsverdampft und ergab ein gelbes Öl, welches sodann mit Wasser gewaschen wurde. Die wäßrige Schicht wurde anschließend zweimal mit Methylenchlorid extrahiert. Die wäßrige Schicht, die das Produkt enthielt, wurde sodann entspannungsverdampft und ergab ein hellgelbes Öl. Die Umkristallisierung des Öls in heißem Acetonitril ergab die Titelverbindung in Form eines analytisch reinen elfenbeinfarbenen Feststoffes mit einem Schmelzpunkt von 148 bis 1510C.
Beispiel 4 9-(2-Acetoxyethoxymethyl)-2-amino-9H-purin
Ein Gemisch von 0,82g (3,92mM) 9-(2-Hydroxyethoxymethyl)-2-amino-9H-purin, 48mg (0,392mM) 4-Dimethylaminopyridin und 0,75ml (7,84mM) Essigsäureanhydrid in 18ml wasserfreiem Dimethylformamid wurde 2 Tage bei Raumtemperatur gerührt.
Das Reaktionsgemisch wurde unter vermindertem Druck eingedampft und der Rückstand wurde in Ethylacetat gelöst und auf Silicagel absorbiert. Das Lösungsmittel wurde durch Entspannungsverdampfung entfernt und das verbleibende Pulver wurde auf eine Säule gegeben, die für die Entspannungschromatographie entfernt und das verbleibende Pulver wurde auf eine Säule gegeben, die für die Entspannungschromatographie vorbereitet war. Die Eluierung mit 5% Methanol in Dichlormethan ergab 1,0g eines halbkristallinen Öls, welches nach der Umkristallisierung aus Benzol-Hexan das analytisch reine 9-(2-Acetoxyethoxymethyl)-2-amino-9H-purin mit einem Schmelzpunkt von 115 bis 1180C ergab.
Beispiel 5 2-Amino-9[(2-acetoxy-1-acetoxymethylethoxy)methyl]-9H-purin
Ein Gemisch von 0,45g (1,88mM) 2-Amino-9-[(2-hydroxy-1-hydroxymethylethoxy)methyl]-9H-purin, 1,15g (11,3OmM) Essigsäureanhydrid und 23mg (0,188mM) 4-Dimethylaminopyridin in 10ml trockenem Dimethylformamid wurde 18 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Die Lösung wurde unter vermindertem Druck eingedampft und der Rückstand wurde in Methanol gelöst und auf Silicagel vorabsorbiert. Das Lösungsmittel wurde unter vermindertem Druck verdampft und das Pulver wurde auf eine Säule gegeben, die für die Entspannungs-Chromatographie vorbereitet war. Die Eluierung mit 10% Methanol in Dichlormethan ergab nach dem Eindampfen die Titelverbindung. Durch Umkristallisation aus Ethylacetat-Hexan wurde analytisch reines 2-Amino-9[(2-acetoxy-1-acetoxymethylethoxy)methyl]-9H-purin erhalten.
Beispiel 6 9-{2-Acetoxyethylthiomethyl)'2-amino-9H-purin
Ein mit einem magnetischen Rührstab und einem CaCI2-Trockenrohr ausgerüsteter 100ml-Kolben wurde mit 1,0g (4,4mM) 2 Amino-9-(2-hydroxyethylthiomethyl)-9H-purin, 0,054g (0,44mM) 4-Dimethylaminopyridin, 0,9ml (8,8mM) Essigsäureanhydrid und 20ml trockenem DMF beschickt. Die Lösung wurde 24 Stunden bei Raumtemperatur gerührt und sodann mit 5ml MeOH abgekühlt. Die Lösung wurde unter vermindertem Druck (Badtemperatur 4O0C) eingedampft und das so erhaltene braune Öl wurde unter Verwendung der „Flash"-Methode Chromatographien. Die Eluierung der Säule mit 1,5% Methanol in Ethylacetat lieferte ein gelbes Öl, welches beim Stehenlassen kristallisierte. Die hellgelben Kristalle wurden in einer Lösung von 2% MeOH in Toluol gelöst und mit 0,05g Darco G-60 behandelt. Das Methanol wurde aus der Toluollösung verdampft, was zu einer Niederschlagung von hellgelben Kristallen führte.
Das Produkt wurde 16 Stunden bei 78°C getrocknet, um die Titelverbindun'g zu ergeben; Schmelzpunkt 119 bis 120,5°C. Analyse für Ci0H13N6O2S: · .
CHN ber.: 44,93 4,9 26,20
gef.: 44,97 4,96 26,17
1H NMR in DMSO6 8,59 (1HS), 8,15 (1Hs), 6,52 (2H breit s) 5,26 (2Hs), 4,15 (2HtJ = 6,36Hz), 2,89 (2HtJ = 6,36Hz), 1,99 (3Hs).
Beispiel? 2-Amino-9-(2-benzoyloxyethylthiomethyl)-9H-purin
Ein 5 Liter fassender 3-Hals-Kolben wurde mit einem Luft-Rührmotor, einem Glas-Rührstab mit einem Teflon-Ansatz und einer Vorrichtung zur Evakuierung und Einfüllung von N2- oder H2-GaS in den Kolben ausgerüstet. Der Kolben wurde sodann mit 7,0g (0,019M) 2-Amino-9-(2-benzoyloxyethylthiomethyl)-6-chlor-9H-purin, 14,0g Palladiumhydroxid auf Kohle, 12,0ml (0,163 M) Triethylamin, 75,0 ml Wasser und 3,0 Liter Methanol beschickt. Der Kolben wurde sodann verschlossen und unter Verwendung eines Wasser-Aspirators evakuiert, mit N2-GaS gefüllt, und erneut evakuiert, bis drei vollständige Zyklen beendet waren. Der Kolben wurde evakuiert, mit H2-GaS beschickt, evakuiert und erneut mit H2-GaS gefüllt. Der Rührmotor wurde gestartet und das Reaktionsgemisch wurde unter H2 bei Raumtemperatur 4 Tage lang gerührt.
Die Lösung wurde durch einen Trichter aus gesintertem Glas filtriert und der Katalysator wurde mit 800ml Methanol gewaschen. Die Methanol-Lösung wurde unter vermindertem Druck eingedampft, um 6,0g eines hellgelben Feststoffes zu ergeben. Der Feststoff wurde auf Silicagel 60 (70-230 mesh) absorbiert und diese vorabsorbierte Phase wurde auf den Kopf einer Säule mit Silicagel 60 (230-400 mesh) gegeben. Die Eluierung der Säule nach der „Flash"-Methode unter Verwendung von 5% Methanol in Ethylacetat lieferte einen weißen Feststoff, der aus Ethylacetat-Hexan umkristallisiert wurde, bei 780C unter 1,0 mm Hg Vakuum getrocknet wurde und weiße Plättchen mit einem Schmelzpunkt von 120 bis 121 °C ergab; 1H NMR in DMSO d6 8,60 (1H,s), 8,19 (1H, s), 8,07,5 (5H, m), 6,55 (2H, s), 5,32 (2H, s), 4,52 (2H, t), 3,06 (2H, t).
Analyse:
CHN ber.: 54,69 4,59 21,26
gef.: 54,68 4,64 21,24.
2-Amino-9-(2-hydroxyethylthiomethyl)-9H-purin wurde durch fortgesetzte Eluierung der oben beschriebenen Säule erhalten. Konfektionierungsformen
Tablette Aktive Verbindung 200 mg
Lactose 235 mg
Stärke 50 mg
Polyvinylpyrrolidon 50 mg
Magnesiumstearat 5mg
500 mg
Die aktive Verbindung wird mit der Lactose und der Stärke vermischt und das Granulat wird mit einer Lösung des Polyvinylpyrrolidone angefeuchtet. Die Granalien werden getrocknet, gesiebt und vermischt mit Magnesiumstearat und verpreßt.
Kapsel Aktive Verbindung 200 mg
Lactose 184mg
Natrium-Stärkeglykolat 8 mg
Polyvinylpyrrolidon 6 mg
Magnesiumstearat 2 mg
Die aktive Verbindung wird mit der Stärke und Natrium-Stärkeglykolat vermischt und das Granulat wird mit einer Lösung des Polyvinylpyrrolidone angefeuchtet. Die Granalien werden getrocknet, gesiebt und vermischt mit dem Magnesiumstearat und in harte Gelatinekapseln eingefüllt.
Creme Aktive Verbindung 5,00 g
Glycerin 2,00 g
Cetostearylalkohol 6,75 g
Natrium-Iaurylsulfat 0,75 g
weißes Weich-Paraff in 12,50 g
flüssiges Paraffin 5,00 g
Chlorcresol 0,10g
gereinigtes Wasser auf 100,00 g
Die aktive Verbindung wird in einem Gemisch von gereinigtem Wasser und Glycerin gelöst und auf 70°C erhitzt. Die verbleibenden Bestandteile werden zusammen auf 7O0C erhitzt. Die beiden Teile werden zusammengefügt und emulgiert. Das Produkt wird gekühlt und in Behälter eingegeben.
Intravenöse Infektionen
A) Aktive Verbindung 200 mg Natriumhydroxid-Lösung q. s. auf pH 7,0 bis 7,5
Wasser für Injektionen auf 5,0 ml
Die aktive Verbindung wird in einem Teil des Wasser für Injektionen gelöst. Der pH-Wert wird mit der Natriumhydroxid-Lösung eingestellt und das benötigte Volumen wird durch zusätzliches Wasser für Injektionen erreicht. Unter aseptischen Bedingungen wird die Lösung durch Filtrieren sterilisiert, in sterile Ampullen eingefüllt und die Ampullen werden verschlossen.
B) Aktive Verbindung 100mg Natriumhydroxid-Lösung q. s. auf pH 7,0 bis 7,5
Mannit 125 mg
Wasser für Injektionen auf 2,5 ml
Die aktive Verbindung und ein Teil des Mannits werden im Wasser für Injektionen gelöst. Der pH-Wert wird mit Natriumhyrodroxid-Lösung eingestellt und das erforderliche Volumen wird durch zusätzliches Wasser für Injektionen erreicht. Unter aseptischen Bedingungen wird die Lösung durch Filtrieren sterilisiert, in sterile Fläschchen eingefüllt und das Wasser wird durch Gefriertrocknung entfernt. Die Fläschchen werden unter einer Stickstoff-Atmosphäre verschlossen und mit einem sterilen Stopfen und einer Aluminiummanschette abgedichtet.
Vergleich der Plasma-Niveaus von Acyclovir, die nach der oralen Gabe von Deoxyacyclovir und Aminoacyclovir an Ratten erzielt wurden:
Acyclovir-Konzentrationen Im Plasma, μΜ
6-Deoxyacyclovir
Ratte 3
30 18,6 17,5 6,7 4,06 0,25
Toxizitäts-Untersuchung
Zwei männliche und zwei weibliche Beagle-Hunde erhielten 6-Deoxyacyclovir per os (einmal täglich an fünf aufeinanderfolgenden Tagen) mit einem Dosis-Niveau von 40mg/kg/Tag. Es zeigten sich keine Wirkungen in einem männlichen und einem weiblichen Versuchstier, die am Ende der Behandlungsperiode getötet wurden, und bei einem männlichen und einem weiblichen Versuchstier, die zwei Wochen nach der Dosierungsperlode getötet wurden.
Antivirale Wirksamkeit
a) 70 CDI-Mäuse wurden mit 300LD60 des ICI-Stammes von Herpes simplex-Virus Typ 1 infiziert, wobei die Verabfolgung in einer Dosis von 0,025ml intracerebral erfolgte. Die Mäuse wurden in Gruppen von jeweils 10 Tieren eingeteilt, wobei eine Gruppe unbehandelt zur Virus-Kontrolle diente und die anderen Gruppen die folgenden Verbindungen erhielten: (A) Acyclovir in einer Dosis von 100mg/kg/Dosis (i) subkutan (s.c), (ii) oral, (Hi) intraperitoneal (i.p.). (B) Verbindung nach Beispiel 1 (6-Deoxyacyclovir) in 100mg/kg/Dosis i) subkutan (s.c), ii) oral, iii) intraperitoneal (i.p.). Die Behandlungsgruppen erhielten die Dosierungen des Arzneimittels zwei bis drei Stunden nach der Infizierung und zweimal täglich für 4 Tage. Die Beobachtungen wurden über einen Zeitraum von 14 Tagen gemacht und die Überlebenszeiten wurden aufgezeichnet. Die Ergebnisse sind nachfolgend dargestellt:
Acyclovir-Konzentrationen im Plasma, μΜ Ratte J
Stunden nach einer Dosis Aminoacyclovir
von 20 mg/kg 16,6
Ratte 1 4,96
0,5 2,75 1,00
1 3,03 0,41
2 2,48 0,01
4 0,93
6 0,34
20 0,1
Ergebnisse
Behandlung Überlebenszeiten Mittlere
Gruppe (Tage) reziproke Über
lebenszeiten i
Viruskontrollen 4 + 2 1+2t5 + 3 0,407
Acyclovir(s.c.) 3 + 3 4 + 4 2+ 4t 1+6 0,261
6-Deoxyacyc|ovir(s.c.) 1+23 + 31+42 + 4t 2 + 5 0,289
Acyclovir (oral) 2 + 2 3 + 3 5 + 4 0,325
6-Deoxyacyclovir(pral) 1+2t 1+4 2 + 5 3 + 6 1+8 0,186
1 Überlebender Acyclovir (i.p.) 2 + 2 2 + 4 2 + 5 2 + 7 0,242
1 Überlebender
6-Deoxyacyclovir(i.p.) 1+2t2 + 3 1+4 1+4t 4 + 6 1+8 0,233
Die obigen Ergebnisse zeigen, daß 6-Deoxyacyclovir bei oraler Verabfolgung eine größere Wirkung als Acyclovir besitzt, b) 40 CDI-Mäuse wurden mit 300 LD50 des ICI-Stammes von Herpes simplex-Virus Typ 1 infiziert, wobei die Verabfolgung in einer Dosis von 0,025ml intracerebral erfolgte. Die Mäuse wurden in vier Gruppen von jeweils 10 Versuchstieren unterteilt, wobei eine Gruppe nicht behandelt wurde, um als Virus-Kontrolle zu dienen. Die Behandluhgsgruppe 1 erhielt 100mg/kg/ Dosis der Verbindung nach Beispiel 3, die Behandlungsgruppe 2 erhielt 100mg/kg/Dosis der Verbindung nach Beispiel 2b und die Behandlungsgruppe 3 erhielt 100mg/kg/Dosis Acyclovir, um als eine positive Kontrolle zu dienen. Die behandelten Gruppen erhielten die Dosierungen der Mittel 2-3 Stunden nach der Infizierung, und zweimal pro Tag für einen Zeitraum von vier Tagen, wobei die Verabfolgung subkutan erfolgte. Die Überlebenszeiten wurden für einen Zeitraum von 14 Tagen aufgezeichnet und wurden gemäß der Darstellung in der nachfolgenden Tabelle verglichen.
Ergebnisse
Behandlung Überlebenszeiten Mittlere
Gruppe (Tage) reziproke Über
lebenszeiten
Virus-Kontrolle 1 + 2 4 + 2t4 + 3 1 +4 0,37
Gruppe 1 1+9 1+ 10 8Überlebende 0,02
Gruppe 2 1 +4 2+ 4t 3 + 5 1 +7 1 +8 1 +9
!Überlebender 0,17 Gruppe3 . 1+2t 1+31+3t 1+42 + 52 + 6
1 + 13 !Überlebender 0,21

Claims (1)

  1. Erfindungsanspruch:
    R4
    worin X ein Schwefel- oder Sauerstoffatom oder eine chemische Bindung darstellt, R1 ein Halogenatom, einen Amino-oder Azidrest bedeutet,
    R2 ein Wasserstoffatom, einen Hydroxyl-, Alkyl- oder Hydroxyalkylrest darstellt, R3 ein Wasserstoffatom oder einen Alkylrest bedeutet,
    R4 einen Hydroxyl-, Hydroxyalkyl-, Benzyloxy-, Phosphat- oder Carboxypropjonyloxyrest darstellt, R5 ein Wasserstoffatom, einen Alkyl- oder Hydroxyalkylrest bedeutet,
    und physiologisch verträgliche Ester dieser Verbindungen, worin R2 einen Hydroxyl- oder Hydroxyalkylrest darstellt, R4 einen Hydroxyl-, Hydroxyalkyl- oder Carboxypropionyloxyrest bedeutet oder R5 für Hydroxyalkyl steht, und physiologisch verträgliche Salze derartiger Verbindungen nach Formel I und deren Ester, unter Ausschluß der Verbindung nach Formel I, worin X für Sauerstoff steht, R1 eine Aminogruppe ist, R2, R3 und R5 jeweils ein Wasserstoffatom bedeuten und R4 eine Hydroxylgruppe darstellt sowie des Benzoatesters und der physiologisch verträglichen Salze dieser Verbindung, dadurch gekennzeichnet, daß
    a) eine Verbindung der Formel Il
    N.
    (II)
    CHXCHCHR
    R"
    ' (worin X und R3 die oben genannte Bedeutung haben und Ri eine Aminogruppe oder blockierte Aminogruppe darstellt, Ro und R4, die gleich oder unterschiedlich sind, jeweils einen Hydroxyl- oder Hydroxyalkylrest oder einen blockierten Hydroxyl- oder Hydroxyalkylrest bedeuten,
    Ra einen Hydroxyalkyl- oder blockierten Hydroxyalkylrest darstellt,
    mit der Maßgabe, daß mindestens einer der Substituenten Rj, R2,, Ri und Rj einen blockierten Rest bedeutet), deblockiert wird,
    b) eine Verbindung der Formel
    " -- "H "'"
    (III)
    CHXCHCHR
    (in der X, R2, R3, R4 und R5 die oben genannte Bedeutung haben, M ein Wasserstoffatom oder eine Gruppe oder ein Atom darstellt, die in ein Wasserstoffatom überführbar sind,
    und G eine Gruppe oder ein Atom bedeutet, die in eine Aminogruppe überführbar sind, odor (wenn M etwa» .nidorc·. ,H-, ein Wasserstoffatom bedeutet) G alternativ eine Aminogruppe darstellen kann) oder ein Salz oder Ester davon in «in« Verbindung der Formel I (worin R1 eine Aminogruppe bedeutet) oder ein physiologisch verträgliches Salz oder einen Ester davon überführt wird,
    c) eine Verbindung der Formel IV
    (IV)
    in f> ein Ahsnaltatnm orier eine Absnaltnriinnfi bedeutet) mit einer Verbinduna der Formel V
    ACHXCHCH B
    I2I3 irir
    (V)
    (worin X, R2, R3 und R6 die oben genannte Bedeutung haben und A eine Abspaltgruppe oder ein Abspaltatom darstellt und B eine gegebenenfalls geschützte Hydroxylgruppe bedeutet), umgesetzt wird,
    d) bei einer Vorstufen-Verbindung, die entweder den Pyrimidin- oder den Imidazolring unvollständig ausgebildet enthält, ein Ringschluß durchgeführt wird,
    e) eine Verbindung der Formel Vl

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