DD225900A1 - Mittel zur sikkation und defoliation - Google Patents

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DD225900A1
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defoliation
siccation
sodium chlorate
mass
ammonium peroxydisulfate
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DD25950884A
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English (en)
Inventor
Harry Bergmann
Lothar Banasiak
Horst Lyr
Brigitte Radzuhn
Dieter Zanke
Werner Kochmann
Wilfried Kramer
Walter Steinke
Ulf Thust
Gerhard Wolter
Original Assignee
Akad Landwirtschaftswiss Ddr
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Abstract

Die Erfindung betrifft eine neue Kombination aus bekannten herbiziden Wirkstoffen, die in der Landwirtschaft zur Sikkation und Defoliation eingesetzt werden kann. Zielstellung ist es, die Maengel bekannter Praeparate zu vermindern oder zu beseitigen. Die zugrunde liegende Aufgabe wird erfindungsgemaess durch den Einsatz eines synergistischen Wirkstoffgemisches, bestehend aus Natriumchlorat, Ammoniumperoxydisulfat und 2,2-Dichlorpropionsaeure oder ihrem Na-Salz, geloest.

Description

Mittel zur Sikkation und Defoliation Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft eine neue Kombination aus bekannten herbiziden Wirkstoffen, die in der Landwirtschaft zur Sikkation und Defoliation eingesetzt werden kann..
Charakterisierung der bekannten technischen Lösungen
Die Sikkation und Defoliation von Kulturpflanzenbeständen mit Hilfe chemischer Verbindungen kurze Zeit vor der Ernte ist zu einer wichtigen Maßnahme im Rahmen moderner landwirtschaftlicher Produktionsverfahren, insbesondere im Kartoffelanbau, geworden. Eine Reihe chemischer Stoffe wurden zu diesem Zweck bereits vorgeschlagen und befinden sich z. Teil auch im praktischen Einsatz (z.B. Natriumchlorat, DNOC, Schwefelsäure, Dipyridyliumverbindungen, phosphororganische Substanzen). Alle diese Mittel sind jedoch mit verschiedenen Nachteilen, wie hohe Persistenz. Warmblütertoxizj tat, ungünstige Ökonomie u.a. behaftet oder können in ihrem Wirkungsgrad nicht befriedigen.
So ist das in prrxr süblichen Sikkationsmitteln verwendete Natriumchlorat in der notwendigen hohen Aufwandmenge außerordentlich persistent und verursacht Auflaufschaden an Nachfolgekulturen.
_ ρ
2,2-Dichlorpropionsäure bzw. ihr Na-SaIz wird verbreitet als Herbizid eingesetzt; zur Sikkation und Defoliation kam diese Verbindung allein bisher nicht zur Anwendung, da ihre Wirkung in dieser Richtung nicht ausreicht. Bekannt ist auch die sikkierende Wirkung von Peroxydischwefelsäure und ihrer Salze (US 3 520 673), wobei der Wirkungsgrad in einigen Kulturen völlig unzureichend ist.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, ein neues Mittel zur Sikkation und Defoliation zu entwickeln, das auftretende Mangel bekannter Präparate vermindert oder beseitigt.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, durch Kombination von bekannten Verbindungen mit herbizider Wirkung eine vorteilhafte Mischung zur Sikkation und Defoliation mit verbesserten Wirkeigenschaften und verminderter Persistenz zu entwickeln.
Es wurde gefunden, daß eine Kombination aus Natriumchlorat. Ammoniumperoxydisulfat und 2,2-Dichlorpropionsäure oder ihr Natriumsalz als Wirkstoffgemisch eine wesentlich bessere sikkierende und defolierende Wirkung besitzt, als die erwartete Additivität der Einzelkomponenten oder 2er Kombinationen.
Durch die überraschende synergistische Wirkungssteigerung ist eine Herabsetzung der erforderlichen Wirkstoffaufwandmengen möglich. Außerdem ist die Persistenz der neuen Kombination auf Grund des verminderten Natriumchloratanteils deutlich herabgesetzt. Sie stellt somit eine wertvolle Bereicherung des Standes der Technik dar.
Das neue Mittel ist zur Sikkation und Defoliation von Pflanzen, insbesondere von Kartoffeln. Körnerleguminosen, Raps und Sameriträger-Kulturen geeignet.
Natriumchlorat, Ammoniumperoxydisulfat und 2,2-Dichlorpropionsäure sind handelsübliche Verbindungen, deren chemische
Herstellung in der Literatur hinreichend beschrieben ist.
Die Zusammensetzung des Wirkstoffgemisches beträgt in der erfindungsgemäßen Kombination:
Natriumchiorat 50-35 % Ammoniumperoxydisulfat 25-55 % 2,2-Dichlorpropionsäure oder ihr Na-SaIz 25—10 %
Von der Wirkstoffkombination lassen sich Formulierungen, wie Lösungen, Emulsionskonzentrate, Spritzpulver u.a. herstellen. Dazu wird sie in bekannter Weise mit den gebräuchlichen flüssigen Trägerstoffen, gegebenenfalls unter Verwendung von oberflächenaktiven Verbindungen, gelöst bzw. dispergiert oder mit festen Trägermaterialien gemischt oder nach anderen bekannten Verfahren formuliert.
Die Formulierungen enthalten im allgemeinen zwischen 10 und 95 Masse—% Wirkstoffe, vorzugsweise zwischen 20 und 90 Masse-%.
Möglich ist auch die Anwendung der erfindungsgemäßen Kombination in Form einer Tankmischung.
Die Applikation erfolgt in bekannter Weise, z.B. durch Gießen, Spritzen oder Sprühen. Im allgemeinen wird die entsprechende Anwendungsform dazu durch Verdünnen mit Wasser hergestellt. Die Aufwandmenge hängt vom spezifischen Anwendungszweck ab und beträgt zwischen 2 und 20 kg/ha.
Au s führung sbeispiel
Verwendet wurden Pflanzen (Solanum tuberosum. Sorte Adretta), die auf Anzuchterde unter MPK-Zusatz in Plastetöpfen unter Gewächshausbedingungen angezogen wurden. In Abhängigkeit von der Jahreszeit erfolgte eine 2 bis 3 wöchige Vorkeimung der Knollen in Torf. Nach dem Auflaufen der Pflanzen wurde mit 50 ml 0.2 %iger Wopillösung je Topf gedüngt und zusätzlich mit Hg-Hochdrucklampen beleuchtet.
Pro Variante wurden 4 Pflanzen gleichen Entwicklungsstadiums (20 bis 40 cm Höhe) verwendet. Zur Vermeidung des Sindringens von Mitteln in den Boden wurde dieser abgedeckt.
Die Bonitur der Mittelwirkiing wurde in Abständen von 1 , 3, 7, 10 und 14 Tagen vorgenommen, wobei der Grad der Abtötung in Prozent, getrennt nach Blattfläche und Stengel, ermittelt wurde. Im dargestellten Beispiel sind jeweils die erreichten Endwerte dargestellt. Die Berechnung des synergistischen Effektes erfolgte nach den Formeln von COLBY
100
bzw.
100
10 000
Sikkative Wirkung einer Mischung von Natriumchlorat (I) mit Ammoniumperoxydisulfat (II) und 2,2-Dichlorpropionsäure (III) an Kartoffelpflanzen (Solanum tuberosum, Sorte Adretta) im Ganzpflanzentest Bewertung 14 Tage nach Wirkstoffapplikation
sikkative Wirkung in
II III I+II II+III· I+II+III (be- (bekannt )kannt)
synergistischer ekt n· C0LBY
Konz. C 50 Q ,5 0,5 80 3 83 2 . 61, 0 9
Blatt Stengel 10 1 9 2
Konz. (?ί)0 , 5 1 ,0 99 3 37. 0 0
Blatt Stengel 10 1 36 2
Konz. C/S)O ,5 0,3 64., 0 9
Blatt Stengel 9 2 10 1
Fortsetzung des Beispiels
sikkative Wirkung in % synergistischer
Effekt n. COLBY II III I+II II+III I+II+III
Konz.(Ü) 0,5 0,5 o, 3 100 67 73, 63, 9 . 1
Blatt Stengel 10 1 9 2 10 1
Konz.(%) 0,5 1,0 0, 3 100 83 52, 79, 6 1
Blatt Stengel 10 36 2 10 1

Claims (3)

  1. Srfindungsanspruch
    1. Mittel zur Sikkation und Defoliation, gekennzeichnet dadurch, daß es neben üblichen Hilf's- und Trägerstoffen eine Kombination aus Natriumchlorat, Ammoniumperoxydisulfat und 2,2-Dichlorpropionsäure oder ihrem Natriumsalz enthält.
  2. 2. Mittel nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß es 50—35 Masse—% Natriumchlorat, 25-55 Masse—% Ammoniumperoxydisulf at und 25—10 Masse—% 2,2-Bichlorpropionsäure oder ihr Natriumsalz enthält.
  3. 3. Verwendung eines Mittels nach Punkt 1, gekennzeichnet dadurch, daß es zur Sikkation und Defoliation von Pflanzen, insbesondere bei Kartoffeln und Körnerleguminosen, zur Anwendung kommt.
DD25950884A 1984-01-20 1984-01-20 Mittel zur sikkation und defoliation DD225900A1 (de)

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