DD264570A3 - Mittel zur foerderung der wundabschlussreaktion - Google Patents

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DD264570A3
DD264570A3 DD29365986A DD29365986A DD264570A3 DD 264570 A3 DD264570 A3 DD 264570A3 DD 29365986 A DD29365986 A DD 29365986A DD 29365986 A DD29365986 A DD 29365986A DD 264570 A3 DD264570 A3 DD 264570A3
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thiocyanates
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closure reaction
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DD29365986A
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Ulrich Burth
Marga Jahn
Rainer Mueller
Wolfgang Weuffen
Axel Kramer
Manfred Tesche
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Adl Inst Pflanzenschutz
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Abstract

Die Erfindung betrifft Mittel zur Foerderung der Wundabschlussreaktion, die Thiocyanate, vorzugsweise dissoziierenden Thiocyanaten in Kombination mit Fungiziden und im Bedarfsfall mit Bakteriziden enthalten sowie deren Anwendungsverfahren an beschaedigten landwirtschaftlichen und gaertnerischen Kulturpflanzen, an Erntegut sowie an Nutzpflanzen in der Forstwirtschaft. Die Anwendung der Kombinationen im Verhaeltnis Thiocyanat zu Fungizid bzw. Bakterizid von 500:1 bis 1:500 erfolgt mit 0,01 bis 25 kg Wirkstoff/ha zur Sprossbehandlung sowie zur Behandlung von Erntegut mit 1,5 g bis 5 kg Wirkstoff/t.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft neue wirksamere; Mittel zur Förderung der Wundabschlußreaktion an Beschädigungen landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturpflanzen, an Erntegut sowie an Nutzpflanzen in der Forstwirtschaft.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Die Zunahme des Mechanisierungsgrades ist kennzeichnend für die intensive landwirtschaftliche und gärtnerische sowie forstwirtschaftliche Produktion. Besonders durch den Einsatz von Vollerntemaschinen z. B. im Kartoffelanbau, zur Kohlernte sowie zur Ernte von Korn-, Stein- und Beerenobst kommt es zu mehr oder weniger starkon Beschädigungen der Kulturpflanzen bzw. des Erntegutes. Beschädigungen werden aber auch durch Schnittgeräte im Obstbau verursacht. Diese Beschf digungen sind immer Eintrittspforten für verschiedenartige Schadorreger.
Ertragsverluste an Kulturpflanzen, die Verringerung der Lagerfähigkeit von Erntegut bzw. eine Verschlechterung des Pflanzgulwertes sind dann die Folgen. Es ist bekannt, daß beschädigte Kulturpflanzen und Erntegut durch don Einsatz von Fungiziden, Bakteriziden oder Insektiziden vor Schadernagern geschützt werden können. Ihr Einsatz fördert nicht die Wundabschlußreaktion, sondern er bedeutet einen radikalen Eingriff in die Schadorregerpopulation. Es gelangen >n zunehmendem Maße chemische Substanzen in die Umwelt mit allen bekannten Nachteilen. Weiterhin sind insbesondere für den Einsatz im Obstbau spezielle Wundverschlußmittel wie z. B. Baumwachse, latexhaltigo Mittel, Mineralöle, Teeröle, Teer bzw. deren Destillate oder Umwandlungsprodukto bekannt.
Ihre Anwendungsverfahren sind für den intensiven Obstbau ungeeignet und unökonomisch. Alle angeführten Nachteile oekannter Verfahren gegen den Schaderregerbefall übsr Beschädigungen fm Kulturpflanzen bzw. Erntegut begründen die Notwendigkeit der Suche nach neuen Lösungsverfahren.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, Ertrngsverluste an beschädigten Kulturpflanzen und Verluste an gelagertem Erntogut zu senken. Insbesondere sollen komplizierte, arbeitsaufwendige Applikationsverfahren und toxikologische Probleme sowie andpro Gefährdungen für Mensch, Tier und Umwelt vermieden werden.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Dor Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, neue wirksamere Mittel zur Förderung der Wundabschlußreaktion an beschädigten Kulturpflanzen und Erntogut ?u entwickeln, die bei Anwendung einfacher organischer Verbindungen in Wirkstoff kombinationen eine vorbesserte, gezielte Förderung der Wundabschlußreaktion bewirken.
Diese Aufgabe wird erfindunijsgomäß dadurch gelöst, daß synergistisch wirkende Mittel zur Förderung der Wundabschlußreaktion an beschädigten Kulturpflanzen odor Erntegut hergestellt und zur Anwendung kommen, die aus Thiocyanate^ vorzugsweise dissoziierenden Thiocyanaten wie Natrium-, Kalium- und/oder Ammoniumsalze und Fungizidon und im Bedarfsfall Bakteriziden sowie üblichen Formulierungshilfsmitteln bestehen. Boi Thiocyanaten handelt es sich um ein physiologisches Substrat, das in den anzuwendenden Mengen für Mensch, Tier und Pflanze ungefährlich ist (Medizinische und biologische Bedeutung der Thiocyanate, Hrsg. W. Weuffen — Berlin; Verlag Volk und Gesundheit 1982). Die erfindungsgemäßen Mittel bewirken eine Förderung dor Wundabschlußroaktion sowohl in allon Teilen der Kulturpflanze als auch nach Behandlung im Erntegut. Die Förderung der Wundabschlußreaktion durch die erfindungsgemäßen Mittol ist unabhängig von der Anwesenheit schädlicher Pilze und Bakterien. Der synergistische Effekt dieser erfindungsgemäßen Kombinationen kann erreicht worden, wenn sie Thiocyanat zu Fungizid und im Bedarfsfall zusätzlich zu Bakterizid im Verhältnis 500:1 bis 1:600, vorzugsweise} zur Behandlung von Erntegut von 100:1 bis 1:500 emhalton.
Der Zusatz von einem Bakterizid erfolgt verzugsweise beider Behandlung von Erntegut. Bei der Verwendung von Bronopol in den erfindungsgemäßen Mitteln ist ein Mischungsverhältnis von Thiocyanat zu Fungizid zu Bakterizid von 1:240:24 und bei der Verwendung von Chloramphenicol in den erfindungsgemäßen Mitteln ist ein Mischungsverhältnis von Thiocyanat zu Fungizid zu Bakterizid von 1:230:5 besonders geeignet.
Zur Anwendung kommende Fungizide, mit denen in den erfindungsgemäßen Kombinationen der vorteilhafte Effekt erreicht wird, sind beispielhaft in der Tabelle 1 aufgeführt. Zur Erzielung eines für die Praxis vorteilhaften Effekts können dissoziierende Thiocyanate entweder als Kombinationspartner in Formulierungen mit fungiziden und im Bedarfsfall mit bakteriziden Wirkstoffen verwendet oder in Tankmischungen eingesetzt werden. Erfindungsgemäße Mittel enthalten zwischen 0,1 und 98Gew.-% der Wirkstoffkombination neben den üblichen festen und/oder flüssigen Träger- und Zusatzstoffen sowie Tensiden. Es wurde festgestellt, daß verschiedene Formulierungen (Spritzpulver, Stäube, Lösungen, Suspensionen, Emulsionskonzentrate, Granulate, Mikrokapseln) zur Anwendung kommen können. Die Applikation der erfindungsgemäßen Mittel kann mit einer Vielzahl von Techniken erfolgen, wobei zur kontinuierlichen Versorgung der Kulturpflanzen eine Anwendung in Form von Granulaten, Mikrogranulaten und Mikrokapseln besonders effektiv ist. Erfindur.gsgemä'ße Mittel mit einom hohen Wirkstoffgehalt sind besonders für spezielle Applikationsverfahren vorgesehen, so z. B. elektrostatische Applikationsverfahren im oberirdischen Sproßbereich und für Rotationszerstäuber zur Behandlung von Erntegut (Kartoffel). Mit den erfindungsgemäßen Mitteln wird die Förderung der Wundabschlußreaktion von Kulturpflanzen nach Sproßbehandlung mit Wirkstoffaufwandmengen von 0,01 bis 25kg/ha erreicht. Zur Behandlung von Erntagut vor der Lagerung ko'mmen 1,5g bis 5kg Wirkstoff/t zur Anwendung.
Besteht die Notwendigkeit der Saatgutbehandlung, dann können die erfindungsgemäßen Mittel zur Pillierung beim Fluid-Drilling sowie auf saatguttragenden Bändern eingesetzt werden.
Tabelle 1: Beispiele für die Fungizide als Kombinationspartner
Lfd. Nr. Wirkstoff
Kurzbezeichnung/chemische Bezeichnung
1 Aluminiumfosothyl/Aluminium-tris-(0-ethylphosphonat)
2 Benomyl/Methyl-1-(butylcarbamoyl)-2-benzimidazolrärDamat
3 Βϋθΐΐ3ηοΙ/β-(1,1-^ρηθηνΙΜ-νΙ-οχνΙ)-α.-(1,2 dimothyl)-1-N-1,2,4-tiiazol-1-othanol
4 Bupirimat/2-Ethylamino-5-butyl-6-mothyl-4-yl-dimethylsulfonat
5 Capian/N-fdichlormethylthiol-tetrahydrophthalimid
6 Carbendazim/2-(Methoxy-carbonylamino)-benzimidazol
7 Chinomethionat/6-Methyl-2,3-chinoxalindithiolcyclocarbonat
8 Curzate/1-(2-Cyanc-2-rnethoxyiminoacetyl)-3-othyl-Harnstoff
9 Dichlofluanid/N.N-Dimothyl-N-phenyl-fN'-fluordichlormethylthiol-sulfamid
10 Fenarimol/2,4'-Dichlor-a-(pyrimidin-5-yl)-diphenylmethanoi
11 Fenpropimorph/4-(3-(4 (1,1-Dimethyl-ethyl)phenyl)-2-mothyl)-propyl-2,6(cis)-dimethylmorpholin
12 Fentin-Acetat/Triphenylzinnacetat
13 Fentinhydroxid/Triphenyl-zinn-hydroxid
14 Fofban/Eisen-dimethyldithiocarbamat
15 Folpet/N-Trichlormethylthiophthalimid
16 Kupferoxidchlorid/Di-Kupferchlorid-trihydroxid
17 Mancozeb/Mangan-Zink-ethylendiamin-bis-dithiocarbamat
18 Maneb/Mangan-ethylon-1,2-bis-dithiocarbamat
19 Metalaxvl/D,L-N-(2,6-Dimethyl-phenyl)-N-(2'-metoxyacetyl)-alaninmethylester
20 Methyl-metiram/Trislamminzink-propylen-i^-bisldithiocarbamatl-ö-methyl-tetrahydro-1,2,4,7-dithiodiazocin-3,8-dithion,polymer
21 Metiram/TrislamminzirikJ-ethylen-bisldithiocarbamatD-tetrahydro-i^^^-dithiodiazocin-S.e-dithion.polymer
22 Nuarimol^-ChloM'-fluor-a-lpyrimidin-B-yD-diphenyimothanol
23 Pror'iconazol/1-(2-(2,4-Dichlorphenyi)-4-propyl i,3-dioxolan-2-yl-methyl)-1 H-1,2,4-Mazol
24 Propineb/Zink-(N,N'-propylen-1,2-bis(dithiocarbamat)
25 Schwofel/Schwofol
26 Thiabendazol/2-(4-thiazolyi)-benzimidazol
27 Thiophanat/'1,2-bis-(3-Ethoxycarbonyl-2-thioureido)-benzol
28 Thiophanat-Methyl/1,2-bis-(3-Mothoxycarbonyl-2-thioureido)-benzol
29 Thiram/Thiramethylenthiuram-disulfid
30 Triariimefon/l-(4-Chlor-phenoxy)-3,3-dimethyl-1-(1,2,4-triazol-1-yl)-2-butanon
31 Zineb/Zink-ethylon-bisidithiocarbamai)
32 Ziram/Zink-dimethyldithiocarbamat
Ausführungsbeispiele
Die ausgewählten Ausführungsbeispit· j sollen die Erfindung erläutern ohne sie einzuschränken
Beispiel 1: Förderung der Wundabschlußreaktion an Kartoffelknollen
Zur Versuchsdurchführung wurden das orfindungsgemäße Mittel 1 mit den Wirkstoffen Kaliumthiocyanat, Carbendazim und Bronopol (Mischungsverhältnis 1:240:24) und das erfindunysgomäße Mittel 2 mit den Wirkstoffen Kaliumthiocyanat, Carbendazim und Chloramphenicol (Mischungsverhältnis 1:230:5) und Vergleichsmittel auf verletzte Kartoffelknollen (Sorte ,Adretta') in wäßriger Lösung (3l/t Kartoffeln) als Naßbeize aufgebracht. Die Kartoffelknolien wurden bis zur
Versuciisauswnrtung bei 15CC und 80% rel. Luftfeuchte gelagert. Die Versuchsauswertung erfolgte nach 15 Tagen durch Ermit(lung der Anzahl neugebildeter Peridermschichten (Tabelle 2). Dazu wurden 50 Schnitte an den Verletzungen der Kartoffolknollen vorgenommen und dia Peridermschichten unter dem Mikroskop ausgezählt. Der Tabelle 2 ist zu entnehmen, daß tlie erfindungsgernäßen Mittel 1 und 2 in der Förderung der Wundabschlußreaktion eine deutlich synorgistische Wirkung im Vergleich zu den Einzelkomponenten zeigen.
Tabelle 2: Förderung der Peridermschichtenbildung an verletzten Kartoffelknollen
Aufwandmenge Anzahl neugebildeter Wirkung g Wirkstoff/ί Peridermschichten %
Variante Wirkstoff
konzentration %
unbehandelte
Kontrolle
KSCN
(Vergleichsmittel) 0,017
Carbendazim
4 Bronopol
(Vergleichsmittelj 4,400
Carbendazim
+ Chloramphenicol
(Vorgleichsmittel) 3,925
Mitteil 4,417
Mittel 2 3,942
— 5,6 100
0,50 6,5 116
120,0 I 12,00
5,0 89
115,20 t 2,56
5,2 93
132,50 9,0 160
118,26 8,6 154
Beispiel 2: Förderung der Wundheilung an Johannisbeeren nach mechanischer Verletzung der Rinde Für die Versuchsdurchführung wurden die erfindungsgemäßen Mittel mit den Wirkstoffkombinationon KSCN t Captan (Mischungsverhältnis 1:15 = Mittel 1; Mischungsverhältnis 1:30 = Mittel 2) als wäßrige Suspension hergestellt. Die orfindungsgemäßen Mittel 1 und 2 und Vergleichspräparato wurden auf mechanisch verletzte Johannisbeorzweige (Rote Johannisbeere Scrto ,Jonkeer van Tets') in den Anwendungskonzentrationen 0,080% (0,8kg Wirkstoff/ha) bzw. 0,155% (1,55kg Wirkstoff/ha) appliziert. Die Auswertung bezüglich der Wundheilung erfolgte 8 Wochen noch der Applikation. Die Ergebnissein der Tabelle 3 verdeutlichen die synergistische Wirkung der erfindungsgemäßen Mittel zur Förderung der Wundheilung im Vergleich zu den Einzelsubstanzen. Durch die gute Wundheilung können in der Gesamtspritzfolge Behandlungen gegen Rindenerkrankungen entfallen, was zu einer spürbaren Entlastung der Umwelt und Schonung von Nutzungen führt.
Tabelle 3: Förderung der Wundheilung an verletzten Johannisbeertrieben (x von 100 Trieben)
Variante Wirkstoff Aufwandmenge Wund-
konzentration % kg/ha hei,'ung?'%
unbehandelte
Kontrolle 14
KSCN 0,005 0,05 35
Captan 0,075 0,75 17
Captan 0,150 1,50 15
Mittel 1 0,080 0,80 85
Mittel 2 0,155 1,55 94
Legende:
1) kg Wirkstof(/ha
2) Kallusbilduny an (lon Wundrädom ohno Abstorbeorschoinungon am Rindongowobo

Claims (6)

1. Mittel zur Förderung der Wundabschlußreaktion an beschädigten Kulturpflanzen oder Erntegut, dadurch gekennzeichnet daß sie dissoziierende Thiocyanate und Fungizide sowie übliche Formulierungshilfsmittel enthalten.
2. Mittel nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie Natrium-, Kalium- oder Ammoniumthiocyanat enthalten.
3. Mittel nach Punkt 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie im Bedarfsfall Bakterizide enthalten.
4. Mittel nach Punkt 1 ...3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kombinationen im Gewichtverhältnis Thiocyanat:Fungizid und Bakterizid von 500:1 bis 1:600, vorzugsweise zur Behandlung von Erntegut von 100:1 bis 1:500 verwondot werden.
5. Mittel nach Punkt 1 ...A1 dadurch gekennzeichnet, daß sie ausThiocyanaten, Fungiziden und im Bedarfsfall aus Bakteriziden zwischen 0,1 ...98Gew.-% bestehen.
6. Verwendung von Mitteln nach Punkt 1 ...5, dadurch gekennzeichnet, daß sie zur Förderung der Wundabschlußreaktion an beschädigten Kulturpflanzen und Erntegut eingesetzt werden.
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