DD276483A1 - Verfahren zur herstellung neuer cholecystokininpentapeptide - Google Patents

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Peter Henklein
Monika Boomgarden
Rudolf Morgenstern
Tilmann Ott
Heike Ronneberger
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Univ Berlin Humboldt
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Abstract

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung neuer Antagonisten des Cholecystokinins der Formel I, AcylTyr(SE)XGlyTrpYNHCH2CH2C6H5 I,in der Acyl z. B. Asparaginsaeure, Bernsteinsaeure oder eine Schutzgruppe, wie Boc oder Z sein kann, SE einen Sulfatesterrest bedeutet, X fuer Thr, Nle, Leu oder Met und Y fuer Met, Nle oder Leu stehen kann. L-Trp in Formel I kann durch D-Trp ersetzt sein. Die Anwendungsgebiete der Erfindung sind die medizinische Forschung und die pharmazeutische Industrie.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von neuartigen acylierten Cholecystokininsequenzun der allgemeinen Formel I
Acyl-Tyr(SE)-X-Gly-Trp-Y-NH-CH2-CH2CH.Hs ,
in der Acyl einen Aminosäurerest, vorzugsweise Asparaginsäure, oder einen Carbcnsäurerest, vorzugsweise Bernsteinsäure, oder eine in der Peptidchemie gebräuchliche Schutzgruppe, vorzugsweise Butyloxycarbonyl (BOC und Benzyloxycarbonyl (Z) darstellt und SE für einen Suflatesterrest am Tyrosin steht. X steht für einen Aminosäurerest, vorzugsweise Thr. Nie, Leu oder Methionin und Y für Methionin, Norleucin oder Leucin. Zur besseren nnzymatischen Stabilität kann anstelle von Trp auch D-Trp rein verwandt werden.
Derartige Peptide steller, neuartige wichtige Antagoniston des Cholecystokinins dar und sind wertvolle Hilfsmittel für pharmakologische Untersuchungen. Anwendungsgebiet der Erfindung sind die medizinische Forschung und die pharmazeutische Industrie.
Charakteristik der bekannten technischen Lötungen Das gastrointestinalo Peptidhormon Cholecystokinin (CCK) existiert in verschiedenen molekularen Formen, unter anderen
alsCCK-39, CCK-33, CCK-12 und CCK-8 (v. Mutt und E. Jorpes, Biochem. Journal 125,57 1971).
Es zeigt eine Reihe wichtiger Effekte im Gastrointestinal-, Pankreas- und hepatobilären System. So stimuliert es die Gallenblasenkcntraktion und bewirkt die Relaxation des Sphincter oddi (Übersichten siehe J.E. Morley, Life Sei. 30,479,1982
und Nieber, K.; Henklein, P.; Ott, T. und P.Oehme Z. gesamte inn. Mod. 42 [1987) 501).
Nach dem Auffinden von CCK im ZNS wurden weitere Effekte entdeckt. So spielt CCK unter anderem eine Rolle bei der Appetitsregulation, Analgesic, Ptosie oder Katalepsie. Zur pharmakologi&chen Untersuchung all dieser Effekte sind Antagonisten wichtige Hilfsmittel. Die gegenwärtig bekannten Antagonisten des Cholecystokinins sind Derivate der Glutaminsäure - Proglumid - (A. L. Rovati, Minerva Medica 1967,58,1)651; Macovec β', al., Eur. J. Med. Chem.-chim. Ther. 21
[1986) 9), des Tryptophan* - Benzotript - (Hahne, W.F. Jensen, T; Lenip G. F. und J. D.Gardner 1983, Proc. Natl. Acad. Sei. 78
[1987) 6304) bzw. verkürzte öler cyclische Sequenzen des Cholecystc kinins (Spanarkel et al., J. Biol. Chem. 258,6746 [1983); M.Cn.Gäiös Am. J. Physiol. 254, G176 P988) sowie R. M. Freidinger et al., Proc. 19th. Europ. Peptid Syinp. 1986 Petto Carras Griechenland, EP-SP 0132919).
Neuerdings fand man, daß 3substituierte Benzodiazepine ebenfalls peripher eine hohe antagonistische Aktivität besitzen (Chang R.U. Science 230 [1985) 177). Variationen der Substituenten führten zur weiteren Wirkungsverstärkung (Evans, B.E., Proc. Natl. Acad. Sei. USA 83, (1986) 4918; US-PS 4554272, US-PS 4563451, US· PS 4559338, EPPS 166353, EP-PS 166354, EP-PS 167920,
EP-PS 170024).
Kürzlich wurden auf dor Basis von verkürzten Sequenzer -iaue wirksame Antagonisten entwickelt (WP 607 K/299762 und WP C07 K/299763). Alle bisher gefundenen Antagonisten auf Peptidbasis wiesen eine noch zu geringe antagonistische Aktivität
auf (ICM-Werte 10"e bis 10"' Mol).
Derivate des Benzodiazepins wirken nur peripher. Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, neuartige Antagonismen des Cholecystokinins auf Peptidbasis herzustellen, die eine höhere antagonistische Amivität besitzen als die vergleichbaren bekannten Antagonisten.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der "''ndung liegt die Aufgabe zugrunde, Verfahren zu entwickeln, nach dem sich neuartige Sequenzen des Cholecystokinins (CCK) mit antagonistischen Eigenschaften herstellen lassen. Die Aufgabe wurde dadurch gelöst, daß C-terminal verkürzte Sequenzen synthetisiert wurden, denen die beiden C-terminalen Aminosäuren Asparaginsäure und Phenylalanin fehlen. Die Aminosäure Y, die jert als C-terminale Aminosäure steht, wurde in das ß-Ph6nethylamid (PEA) umgewandelt. Die dadurch orhaltenen verkürzten CCK-Sequenzen zeigen überraschenderweise keinerlei CCK-Eigenschaften mehr, sind aber in der Lage, CCK in Konzentrationen von 10"' bis 10"' Mol/l zu hemmen. Die Verbindungen wurden peptidchemisch in üblicherweise untor Verwendung bekannter Schutzgruppen hergestellt. Zu diewm Zweck wurde Boc-Trp-X-ß-phenethylamid hergestellt, von der N-Schutzgruppa mit 2 N HCL/Eisessig befreit und mit Boc-Tyr-X-Gly-ONB zum Pentapeptid umgesetzt. Das Pentapeptid Boc-Tyr-X-Gly-Trp-Y-PEA wird von der Boc-Schutzgruppe befreit, ac itert und anschließend mit Pyridiniumacetylsulfat sulfatiert. Die endgültige Reinigung erfolgt durch RP-18-Mitteldruckchromatographie isokratisch an 28% Acetonitril/0,05N Ammoniumacetatlösung pH 6,5. Die Erfindung soll anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert werden
Beispiel 1 Suc-Tyr(SE)-Met-Gly-Trp-Met-NH-CH2-CH2C,H6 Boc-Trp-Met-PEA Das Dipeptid wurde durch Umsetzung von Boc-Trp-ONB mit H-Met-NH-CHjaCeHj gewonnen. Fp. 161-163 DC:CHCI3/MeOH 9:1, Rf = 0,72
[afc00 = -14,37 C = 1
SUC-Tyr-Met-Qly-Trp-Met-PEA
5 mMol Boc-Tyr-Met-Gly-ONB (hergestellt nach Henklein et el Z. Pharmazie 42,414 [1987)) werden mit 5 mMol H-Trp-Met-PEA in 30ml DHF umgesetzt. Das Lösungsmittel wird auf 1A des VUumens eingeengt und das verbleibende Öl in 10% KHSC4 eingerührt.
Der Niederschlag wird getrocknet und von der Schutzgruppe durch Behandeln mit 10 ml 2 η HCI/Eisessig unter Zusatz von 0,5ml Mercaptoethanol entfernt. Das rohe Hydrochloric! wird wie üblich mit Bernsteinsäureanhydrid in Pyridin/DMF acyliert. Die Lösung wird eingeengt, mit 0,1 η HcI verrieben. Der resultierende Rückstand wird abgesaugt und mit Wasser gewaschen. SUC-Tyr-Met-Gly-Trp-MetPEA MG = 1016 Fp. 144-50 (Zers.), Rf Essigester:Schwyzer Grundlösung (Pyr:H0Ac:H,0 = 20:6:11) = 70:30 Suc-Tyr(SE)-Met-Gly-Trp-Mat-PEA MG 1097 Fp. 144-520C (unter Erweichen) HPLC: Säule ODS Hypereiiepm 2,1 x 100mm Laufmittel A: 0,01 H1PO4 pH 2,?/CH,CN Gradient 28-42% CHjCN
Fiuß0,7ml; RT" 1,18min Laufmittel B: 0,01 m Ammoniumacetat pH 4,13/25% CH,CN RT = 4,13 min.
Beliplel2
Am isolierton Maarschweinchenileum antagonisiert SUC-Tyr-(SE)-Met-Gly-Trp-Met-NH-CH,-CH|-CeH6die kontraktionsauslösende Wirkung von CCK-8 kompetitiv. Die Substanz zeigte bis zu einer Konzentration von 10~' Mol kein«) kontrahierende' Genwirkung.Der pA2-WertfürSUC-TyrfSEI-Met-Gly-TrD-Met-HN-CHj-CHj-C,^beträgt8,04 ± 0,19(ft " 6).

Claims (3)

1. Verfahren zur Herstellung neuer Cholecystokininpentapeptide der allgemeinen Formel I,
ACyI-TyI(SE)-X-GIy-TrP-Y-NH-CH2-CH2-C6H6 I,
in der Acyl einen AminosäurereJt A oder einen Carbonsäurerest oder eine Schutzgruppe darstellt, SE für einen Sulfatesterrest am Tyrosin, X für einen Aminosäurerest B und Y für Met, Nie oder Leu stehen, dadurch gekennzeichnet, daß vom ß-Phenethylamid (PEA) die Derivate Boc-Trp-X-PEA hergestellt, von der N-Schutzgruppe befreit, mit Boc-Tyr-X-Gly-ONB zu den Pentapoptiden Boc-Tyr-X-Gly-Trp-Y-PEA umgesetzt, die von der Schutzgruppe befreit, dann acyliert und anschließend sulfatiert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Aminosäui erest A vorzugsweise aus Asparaginsäure, der Carbonsäurerest vorzugsweise aus Bernsteinsäure, die Schutzgruppe ζ. Β. aus t-Butyloxycarbonyl (Boc) oder Benzyloxycarbonyl (Z) bestehen und der Aminosäurerest B vorzugsweise Thr, Nie, Leu oder Met bedeutet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß in den Verbindungen der Formel I L-Trp durch D-Trp ersetzt werden kann.
DD32106888A 1988-10-25 1988-10-25 Verfahren zur Herstellung neuer Cholecystokininpentapeptide DD276483B5 (de)

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