DD281339A5 - Bakterizide und fungizide mittel - Google Patents

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bactericidal
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fungicidal
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DD28908686A
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Wolfgang Walek
Christine Fieseler
Manfred Pallas
Werner Grasshoff
Guenther Rauchfuss
Werner Kochmann
Walter Steinke
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Bitterfeld Chemie
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Abstract

Die Erfindung betrifft neue bakterizide und fungizide Mittel, die zur Bekaempfung phytopathogener Bakterien und pflanzenparasitaerer Pilze in der Landwirtschaft geeignet sind. Als Wirkstoff enthalten sie ein Thiadiazolderivat der Formel. Formel

Description

Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Es ist bekannt, zur Bekämpfung pflanzlicher Bakteriosen Antibiotika zu verwenden; von Nachteil ist aber die oft schnell auftretende Resistenzbildung. Zudem bringt die Verwendung gleicher oder ähnlicher Wirkstoffe in der Human- und Veterinärmedizin manche Problems.
Es ist ferner bekannt, 2-Brom-2-nitropropan-1,3-diol als bakteriziden Wirkstoff einzusetzen; die hohe Warmblütertoxizität begrenzt jedoch dessen praktische Anwendung.
Aus der DD-PS 222770 ist bekannt, daß S-Chlor-BIß^chlor-I^Athiadiazol-B-yll-thiomethylsulfonyll-I^Athiadiazol eine gewisse fungizide Wirksamkeit aufweist; diese genügt aber nicht in jedem Falle den Freilandbedingungen der landwirtschaftlichen Praxis.
Eine gleichzeitige bakterizide und fungizide Wirkung eines Mittels ist in vielen Fällen bekanntlich vorteilhaft.
Beispielsweise spielt die gleichzeitige Bekämpfung von Bakteriosen wie P?eudomonas corrugata oder Corynebacterium michiganense und pilzlichen Erregern wie Phytophthora infestans oder Botrytis spp. in Tomatenbeständen eine wichtige Rolle.
Ebenso könnte bei Kartoffeln der Knollenbefall durch Phytophthora infestans und Erwinia carotovorum gleichzeitig bekämpft werden.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, neue bakterizide und fungizide Mittel zu entwickeln, die bei niedrigen Aufwandmengen sehr gute bakterizide und fungizide Eigenschaften besitzen und bei geringer Toxizität eine gute Pflanzenverträglichkeit aufweisen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Piese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die bakteriziden und fungiziden Mittel neben üblichen Hilfs· und Trägerstoffen als Wirkstoff ein Thiadiazolderivat der Formel
enthalten.
Die erfindur.gsgemäßen Mittel zeigen eine sehr gute bakterizide und gleichzeitig gute fungizide Wirkung. Der Wirkstoff kann in bekannter Weise durch Bromierung und anschließende Oxydation von Methyien-bisfkaliumcyanimidodithiocarbonat) hergestellt werden (Z. Chem. 20,370 (198O]; DD-PS 147100)
Ausführungsbeispiel
Die bakterizide und fungizide Wirksamkeit der erfindungsgemäßen Mittel soll durch die folgenden Beispiele näher erläutert werden.
Beispiel 1: Wirkung der erfiridungsgemäßen Mittel gegen phytopathogene Bakterien, insbesondere Erwinia carotovorum
Der Wirkstoff wurde im Flüssigkulturverfahren auf seine Aktivität gegenüber Erwinia carotovorum, den Erreger der Kartoffolnaßfäule, überprüft. Hierzu wurden 100 bzw. 10ppm des gelösten Wirkstoffs der Flüssigkulturzugesetzt; danach wurde die Hemmung der Vermehrungsrate ermittelt. Die Ergebnisse sind in Tabelle I zusammengefaßt.
Tabelle I: Wirkung der erfindungsgemäßen Mittel gegen Erwinia carotovorum in Flüssigkultur
Mittel
Hemmung (%)
lOOppm 10 ppm
Erfindungsgemäß
Chloramphenicol
100
100
50
60
70
Beispiel 2: Wirkung der erfindungsgemäßen MIttel gegenüber Erwinia carotovorum an Kartoffelgewebe
Das erfindungsgemäße Mittel wurde in Konzentrationen von 0,5% und 0,1 % Aktivsubstanz auf Kartoffelgewebe aufgebracht; anschließend wurde mit dem Erreger beimpft. Die Auswertung erfolgte nach folgendem Bontturschema:
1 = keine Wirkung gegen E.c.
2 - mittlere Wachstumshemmung von E.c.
3 = kein Befall durch E.c. (Gewebe gesund) Die Ergebnisse sind aus Tabelle Il ersichtlich.
Tabelle II: Wirkung der erfindungsgemäßen Mittel gegen Erwinia carotovorum
Mittel
Boniturnotebei
0,5%
Wirkstoffanteil
0,1%
Erfindungsgemäß
Chloramphenicol
Beispiel 3: Wirkung der erfindungsgemaßen Mittel gegen Phytophthora Infestan* Im Gewächshaus an Tomaten 6 Wochen alte Tomatenpflanzen wurden mit einer Spritzbrühe, die neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen 0,2; 0,1 sowie 0,05% Aktivsubstanz enthielt, behandelt. Nach dem Antrocknen des Spritzbelages wurde mit einer Sporensusponsion von Phytophtora.
infestans infiziert. Die Inkubation der Pflanzen erfolgte danach bei 98-100% relativer Luftfeuchte sowie einer Temperatur von bis 2O0C.
Nach 8 Tagen wurden die Ergebnisse (TaDeIIe III) hinsichtlich Phytophtora-Wirkung und Pflanzenverträglichkeit nach folgendem Schema bonitiert:
Phytophthora-Wirkung starker Befall 30% Pflanzenverträglichkeit
1 = wieunbehandelt 11-30% 1 = Blatt stark geschädigt
mittlerer Befall 1-10%
2 = geringer Befall 2 = mittlere Schädigung
3 = kein Befall 0% 3 = geringe Schädigung
4 = Blatt gesund 4 = Blatt ohne Schäden
Als Boniturnote ist jeweils der Mittelwert aus 3 Wiederholungen angegeben; die Pflanzenverträglichkeit ist in Klammern hinter der jeweiligen Phytophthoraboniturnote registriert.
Tabelle III: Wirkung der erfindun(;sgemäßen Mittel gegen Phytophthora infestans an Tomaten irr. Gewächshaus
Mittel
Boniturnotenbei
0,2% 0,1% 0,05%
Wirkstoff in der Spritzbrühe
Maneb 4,0(4) 4,0(4) 1,3(4)
Metalaxyl 4,0(4) 3,7(4) 3,3(4)
Erfindungsgemäß 4,0(4) 4,0(4) 3,3(4)
Beispiel 4: Prüfung der erfindungsgemäßen Mittel gegen Phytophthora infestans an Kartoffeln im Freiland Die erfindungsgemaßen Mittel wurden im Parzellenversuch im Freiland auf ihre Wirkung gegenüber Phytophthora infestans überprüft. Als Vergleichspräparate dienten Metalaxyl-Zineb sowie Zineb.
Die Ergebnisse aus 3 Versuchen auf den Standorten A, 8 und C sind in Tabelle IV zusammengefaßt. Dabei wurde folgendermaßen bonitiert:
Befallsklasse Anteil erkrankter Blattfläche (%)
9 0
7 1-2
5 3-10
3 11-50
1 50
Tabelle IV: Wirkung der erfindungsgemaßen Mittel gegen Phytophthora infestans an Kartoffeln im Freiland
Mittel Aufwandmenge Boniturnoten B C Mittel
(kg/ha) A 5,3 4,5 5,5
Kontrolle β,β 6,2 5,7 β,β·
Metalaxyl-Zineb 2,0 7,9 6,5 5,7 6,8»
Zineb 2,4 8,1 6,0 5,7 6,7·
Erfindungsgemäß 2,0 8,3 6,2 5,7 6,6»
4,0 7,8
statistisch gesichert

Claims (1)

  1. Bakterizide und fungizide Mittel, gekennzeichnet dadurch, daß sie neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen als Wirkstoff ein Thiadiazolderivat der Formel
    enthalten.
    Anwendungsgebiet der Erfindung
    Die Erfindung betrifft neue bakterizide und fungizide Mittel, die zur Bekämpfung phytopathogener Bakterien und pflanzenparasitärer Pilze in landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturen sowie auf Erntegut geeignet sind.
DD28908686A 1986-04-14 1986-04-14 Bakterizide und fungizide mittel DD281339A5 (de)

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