DD241204A1 - Fungizide und bakterizide mittel - Google Patents

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DD241204A1
DD241204A1 DD28105985A DD28105985A DD241204A1 DD 241204 A1 DD241204 A1 DD 241204A1 DD 28105985 A DD28105985 A DD 28105985A DD 28105985 A DD28105985 A DD 28105985A DD 241204 A1 DD241204 A1 DD 241204A1
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fungicidal
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oil
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DD28105985A
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Wolfgang Walek
Manfred Pallas
Christine Fieseler
Wolfgang Mueller
Eva-Maria Parche
Werner Kochmann
Walter Steinke
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Bitterfeld Chemie
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Abstract

Die Erfindung betrifft neue fungizide und bakterizide Mittel, die in landwirtschaftlichen und gaertnerischen Kulturen angewendet werden koennen. Als Wirkstoff enthalten sie Cyanimidodithiocarbonate der allgemeinen Formel, in der R1 Alkyl, Aryl oder Hetaryl, die auch substituiert sein koennen, R2 Alkyl oder Alkenyl und X Sauerstoff oder Schwefel bedeuten. Formel

Description

in der
Ri = Alkyl, Aryl oder Hetaryl, die gegebenenfalls substituiert sein können
R2 = Alkyl oder Alkenyl und
X = Sauerstoff oder Schwefel
bedeuten, enthalten.
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft neue fungizide und bakterizide Mittel, die zur Bekämpfung von pflanzenparasitären Pilzen und Bakteriosen in landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturen geeignet sind.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Es ist bekannt, daß Ester der Cyanimidodithiokohlensäure fungizide Eigenschaften aufweisen und sich zur Bekämpfung pflanzenparasitärer Pilze eignen (DD-PS 112887).
Die Anwendung dieser Mittel ist wegen ihrer spezifischen Wirksamkeit im wesentlichen auf die Bekämpfung des Apfelschorfs (Venturia inaequalis) beschränkt. Andere wirtschaftlich bedeutsame pflanzenparasitäre Pilze, beispielsweise die Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel (Phytophthora infestans) und ebenso phytopathogene Bakterien, zum Beispiel der Erreger der Kartoffelnaßfäule (Erwina carotovorum) sind mit diesen Verbindungen nicht oder nicht wirksam genug zu bekämpfen.
Die gegenwärtig zur Verfugung stehenden Fungizide der landwirtschaftlichen Praxis, zum Beispiel Präparate auf der Basis substituierter Acetanilide, machen schon nach mehrjährigem Einsatz die Applikation erhöhter Aufwandmengen bzw. eine Mittelrotation erforderlich. Mittel auf der Basis von Dithiocarbamaten sind dagegen wegen toxikologischer Bedenken nicht mehr unbeschränkt einsatzfähig.
Die zur Bekämpfung pflanzlicher Bakteriosen verwendeten Mittel wie Antibiotika weisen erhebliche Nachteile wegen oft rascher Restistenzbildung und wegen der Verwendung gleicher oder ähnlicher Wirkstoffe in der Humanmedizin auf.
Das weiterhin als bakterizider Wirkstoff bekannte 2-Brom-2-nitropropan-1,3-diol wird in der praktischen Anwendung durch seine hohe Warmblütertoxizität begrenzt.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, neue fungizide und bakterizide Mittel zu entwickeln, die auch bei niedrigen Aufwandmengen gute fungizide und bakterizide Eigenschaften besitzen und bei geringer Toxizität eine gute Pflanzenverträglichkeit aufweisen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die fungiziden und bakteriziden Mittel neben üblichen Hilfs- und Trägerstoffen als Wirkstoff Cyanimidodithiocarbonate der allgemeinen Formel
R. X CH0 S
R2 S
in der
R1 = Alkyl, Aryl oder Hetaryl, die gegebenenfalls substituiert sein können,
R2 = Alkyl oder Alkenyl und
X = Sauerstoff oder Schwefel
bedeuten, enthalten
Die als Wirkstoffe verwendeten Cyanimidodithiokohlensäureester können im allgemeinen nach bekannten Methoden hergestellt werden, beispielsweise durch Umsetzung defentsprechend substituierten a-Halogen-methyl-ether bzw. -thioether mit Kaliumalkyl-cyanimidodithiocarbonaten.
Ausführungsbeispiel
Die Beispiele sollen die fungizide und bakterizide Wirksamkeit der erfindungsgemäßen Mittel näher erläutern. In Tabelle I sind einige der als Wirkstoffe verwendeten Cyanimidodithiocarbonate zusammengestellt. Die in den Beispielen angegebenen Wirkstoffnummern entsprechen den Angaben in Tabelle I.
Tabelle I: Cyanimidodithiocarbonate der allgemeinen Formel
X GH2 S
C = Ή - C = Έ
Wirkstoff Ri X R2 Schmelzpunkt (0C)
1 Methyl S CH3 Öl
2 Phenyl S CH3 Öl
3 4-Methyl-phenyl S CH3 Öl
4 4-Chlor-phenyl S CH3 ' Öl
5 2,5-Dichlor-phenyl S CH3 91-93
6 Thiophen-2-yl S CH3 Öl
7 3-Chlor-1,2,4-thia-diazol-5-yl S CH3 120-122
8 3-Chlor-1,2,4-thia-diazol-5-yl S (CH3)2CH Öl
9 3-Chlor-1,2,4-thia-diazol-5-yl S CH2=CHCH2 Öl
10 Benzothiazol-2-yl S CH3 96-99
11 3-Methylthio-1,2,4-thiadiazol- S CH3 91-93
5-yl
12 3-Methylthio-1,2,4-thiadiazol- S C2H6 77-79
5-yl
13 Benzimidazol-2-yl S CH3 194-196 (Zers.)
14 4-Amino-5-nitro-thiazol-2-yl S CH3 157-161 (Zers.)
15 4-Nitro-phenyl S CH3 110-113
16 5-Acetyl-4-amino- S CH3 134-137
thiazol-2-yl
17 3-Allylthio-1,2,4- S CH3 84-89
thiadiazol-5-yl
18 Phenyl O CH3 Öl
19 3-Chlor-phenyl O CH3 75-78
20 2-Chlor-phenyl O CH3 Öl
21 4-Chlor-phenyl O CH3 Öl
22 2,6-Dichlor-phenyl O CH3 121-122
23 2,4,6-Trichlor- O CH3 106-109
phenyl
24 4-Nitro-phenyl O CH3 118,5-120,5
25 4-Chlor-3-methyl- O CH3 111-113
phenyl
Beispiel 1: Fungizide Wirkung der erfindungsgemäßen Mittel im in-vitro-Test Die Testpilze Alternaria tenuis, Botrytis cinerea und Fusarium culmorum wurden auf Agarplatten aufgeimpft, die 0,1 Gew.-%, 0,01 Gew.-% und 0,001 Gew.-% Wirkstoff enthielten.
Die Auswertung erfolgte am 10.Tag nach folgendem Boniturschema:
1 = keine Wachstumshemmung
2 = schwache Wachstumshemmung
3 = starke Wachstumshemmung
4 = vollständige Wachstumshemmung
Die fungizide Wirkung der erfindungsgemäßen Mittel geht aus Tabelle Il hervor.
Wachstumshemmende Wirkung der erfindungsgemäßen Mittel gegen verschiedene Pilze im 0,01 % 0,001 % Botrytiscinerea 0,01 % 0,001 % -3- 241 204 0,01 % 0,001 %
Tabellell: Boniturnoten 4 1 0,1 % 4 4 Agarplattentest 4 1
Alternaria tenuis 4 1 4 1 1 1 1
Wirkstoff 0,1 % 4 4 4 4 4 Fusarium culmorum 4 4
4 4 4 4 4 4 0,1 % 4 4
Thiram 4 4 4 4 4 4 4 4 4
Zineb 4 4 4 4 4 4 4 4 4
1 4 4 4 4 4 4 4 4 2
2 4 4 4 4 4 4 4 4 4
3 4 4 4 4 4 4 4 4 4
4 4 4 4 4 4 4 4 4 4
6 4 4 4 4 4 4 4 4 4
7 4 4 4 4 4 4 4 4 4
δ 4 4 4 4 4 4 4 4 4
9 4 4 4 4 4 4 4 4 4
11 4 4 4
18 4 4
19 4 4
20 4
Beispiel 2: Wirkung der erfindungsgemäßen Mittel gegen Phytophthora infestans
Im in-vivo-Test gegen Phytopthora infestans an Tomatenblättem erwies sich die fungizide Wirkung der erfindungsgemäßen Wirkstoffe als sehr gut. Intakte Blätter von To mate η pflanze η wurden mit einer Präparatesuspension behandelt, die 0,1 % bzw. 0,01 % Wirkstoff (durch Formulierung in eine mit Wasser suspendierbare oder emulgierbare Form gebracht) enthielt. Nach dem Antrocknen des Spritzbelages wurde mit dem Testpilz infiziert. Die Inkubation erfolgte bei 20°C und 96-100% relativer Luftfeuchte in einer feuchten Kammer. Der Blattbefall durch den Schadpilz sowie die Phytotoxizität verschiedener Wirkstoffe wurden 5 Tage nach der Infektion in folgender Weise bonitiert: Wirkung gegen Phytophthora infestans Phytotoxizität
1 = starker Befall durch P. infestans wie unbehandelte Kontrolle 1 = Blatt stark geschädigt
2 = mittlerer Befall 2 = mittlere Schädigung
3 = geringer Befall , 3 = geringe Schädigung
4 = kein Befall durch P. infestans Blatt gesund 4 = Blatt gesund Die Ergebnisse sind in Tabelle III dargestellt.
Als Boniturnote ist jeweils der Mittelwert aus 3 Wiederholungen angegeben. Die Phytotoxizität wird in Klammern bei der jeweiligen Phytophthora Boniturnote registriert.
Tabelle III: Wachstumshemmende Wirkung der erfindungsgemäßen Mittel gegen Phytophthora infestans an Tomatenblättem
Wirkstoff
Boniturnoten bei einem Wirkstoffanteil in der Spritzbrühe von
0,1 %
0,01 %
Maneb80 Zineb 90
14 20 22
4,0 4,0 3,3
4,0 (2,0) 3,7 " 4,0 (3,0) 4,0
4,0 (2,0) 4,0
1,3 1,7 1,7 3,3 2,3 1,0 2,3 1,7 1,3
Beispiel 3: Wachstumshemmende Wirkung der erfindungsgemäßen Mittel gegen Phytophthora infestans an Tomatenpflanzen
Die Wirkung der erfindungsgemäßen Mittel gegen Phytophthora infestans wurde ebenfalls an Ganzpflanzen überprüft. Intakte, 6 Wochen alte Tomatenpflanzen wurden mit einer Spritzbrühe (600 l/ha), die Aufwandmengen von 1200,600,300 und 120g/ha Wirkstoff enthielt, behandelt. Die Pflanzen wurden nach dem Antrocknen des Spritzbelages mit einer Sporensuspension von Phytophthora infestans infiziert und 48Std. bei 180C und 96% rel. Luftfeuchte inkubiert. Die Ergebnisse sind in Tabelle IV zusammengefaßt.
Tabelle IV: Wirkung der erfindungsgemäßen Mittel gegen Phytophthora infestans an intakten Tomatenpflanzen
Wirkstoff Bonitumote bei einer Aufwandmenge an Aktivsubstanz von
1200g/ha 600g/ha 300g/ha . 120g/ha
Zineb 4,0 3,3 2,7 1,7
7 3,3 - 3,3 3,7 3,0
14 4,0 4,0 4,0 3,0
Beispiel 4: Wachstumshemmende Wirkung der erfindungsgemäßen Mittel gegen Phytophthora infestans an Kartoffeln
Ein Vertreter der Cyanimidodithiocarbonate wurde auf seine Wirkung gegen Phytophthora infestansan Kartoffeln im Freiland
geprüft.
Die Ergebnisse sind in Tabelle V zusammengestellt.
Tabelle V: Wirkung der erfindungsgemäßen Mittel gegen Phytophthora infestans an Kartoffeln im Freilandversuch Wirkstoff Aufwandmenge (kg/ha)
unbehandelt
Mancozeb80 1,8
Methalaxyl/Zineb 2,0
7 1,5
7 2,5
Befallsgrad (%) Wirkungsgrad (%)
16,0
3,5 78,1
3,25 79,6
7,0 . 56,25
5,0 68,7
unbehandelt 0,1
Dodine 0,05
Methylen-bis-(methyl-cyanimidodithio-
carbamat) 0,1
7 0,2
7 0,1
Beispiel 5: Wachstumshemmende Wirkung der erfindungsgemäßen Mittel gegen Venturia inaequalis
Eine der fungizid wirkenden Substanzen wurde auch gegen Apfelschorf (Venturia inaequalis) im Freiland geprüft. Die Ergebnisse sind in Tabelle Vl dargestellt.
Tabelle Vl: Wirkung der erfindungsgemäßen Mittel gegen Venturia inaequalis
Wirkstoff Aufwandmenge (%) AS Befallsgrad
27,3 3,6
3,0 3,3 4,6
Beispiel 6: Bakterizide Wirkung der erfindungsgemäßen Mittel
Neben ihrerfungiziden Aktivität weisen die erfindungsgemäßen Mittel auch eine Wirkung gegen Bakterien auf. Als Testobjekt diente Erwiniacarotovorum, der Erreger der Kartoffelnaßfäule. Die Substanzen wurden als Aktivsubstanz gelöst einem flüssigen Nährmedium, das mit Erwinia angeimpft wurde, zugesetzt. Anschließend wurde die prozentuale Wachstumshemmung bestimmt. In Tabelle VlI sind die Ergebnisse wiedergegeben.
Tabelle VII: Bakterizide Wirkung der erfindungsgemäßen Mittel gegen Erwinia carotovorum
Wirkstoff Wachstumshemmung in % bei einer Wirkstoffkonzentration von
lOOppm 10ppm
1 100 18
2 100 8
3 100 0
5 100 100
6 100 60 8 100 40
10 100 0
12 100 43
16 100 21
17 100 39 19 100 28 25 100 10

Claims (1)

  1. Erfindungsanspruch:
    Fungizide und bakterizide Mittel, gekennzeichnet dadurch, daß sie neben üblichen Hilfs-und Trägerstoffen als Wirkstoff Cyanimidodithiocarbonate der allgemeinen Formel
    R1 X CH2 S
    . ' ^ CsK.-C SH ,
    R2 S ^
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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US7157017B2 (en) 2003-11-26 2007-01-02 Buckman Laboratories International, Inc. Fungicidal compositions and methods using cyanodithiocarbimates
WO2008057817A3 (en) * 2006-11-01 2009-04-02 Buckman Labor Inc Synergistic microbicidal compositions including a cyanodithiocarbimate and a second microbicide, and methods of using the same

Cited By (4)

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