DD298471A5 - Mittel zur beeinflussung des blatt-wurzel-verhaeltnisses bei zuckerrueben - Google Patents

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DD298471A5
DD298471A5 DD31306888A DD31306888A DD298471A5 DD 298471 A5 DD298471 A5 DD 298471A5 DD 31306888 A DD31306888 A DD 31306888A DD 31306888 A DD31306888 A DD 31306888A DD 298471 A5 DD298471 A5 DD 298471A5
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sugar
leaf
pyridyl
sugar beets
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DD31306888A
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Inventor
Guenther Schilling
Steffan Otto
Eberhard Freye
Guenter Adam
Brunhilde Voigt
Iris Thondorf
Walter Steinke
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Institut Fuer Biochemie Der Pflanzen,De
Martin-Luther-Universitaet Halle-Wittenberg,De
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Mittel zur Beeinflussung des Blatt-Wurzel-Verhaeltnisses bei Zuckerrueben. Erfindungsgemaesz werden auf Zuckerruebenpflanzen Mittel appliziert, die mindestens ein Phenoxyalkansaeureamid der allgemeinen Formel I, beispielsweise ein Bis-phenoxyalkansaeureamid oder ein Phenoxyalkansaeureanilid, neben ueblichen Hilfs- und Zusatzstoffen enthalten. In der allgemeinen Formel I bedeuten R Phenyl, substituiertes Phenyl (z. B. 4-Methoxyphenyl), Pyridyl, substituiertes Pyridyl (z. B. 6-Methyl-pyrid-2-yl) oder eine Phenoxyalkansaeureamidoalkylgruppierung der Struktur, in welcher n fuer 2 bis 10 steht und R1 und R2 unabhaengig voneinander H oder CH3 bedeuten. Die erfindungsgemaeszen Mittel veraendern das Blatt-Wurzel-Verhaeltnis bei Zuckerrueben zugunsten des Ruebenkoerpers und sind zur Steigerung des Weiszzuckerertrags fuer die Landwirtschaft von Bedeutung. Formel{Pflanzliche Wachstumsregulatoren; Zuckerrueben; Blatt-Wurzel-Verhaeltnis; Zuckerertragssteigerung; Phenoxyalkansaeureamide; Bis-phenoxyalkansaeureamide; Phenoxyalkansaeureanilide; * *}

Description

Hierzu 1 Seite Formeln
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Mittel zur Veränderung des Blatt-Wurzel-Verhältnisses bei Zuckerrüben zugunsten des Rübenkörpers. Die Erfindung ist für den Zuckerrübenanbau von Bedeutung.
Charakterisierung des bekannten Standes der Technik
Es ist bekannt, daß Kombinationen von 2,3-Dichlorisobutyrat mit Chlorcholinchlorid und/oder 2,4-Dichlor-phenoxyessigsäure (2,4-D) das Blatt-Wurzel-Verhältnis bei Wurzelfrüchten, z.B. Betarüben, zugunsten des Rübenkörpers verändern und dadurch Ertragssteigerungen dieser Kulturpflanzen ermöglichen (DD-PS 145880, Int. Cl.3: A01N 37/02). Der Nachteil dieser Wirkstoffkombination besteht vorrangig darin, daß die 2,4-Dichlor-phenoxyessigsäure-Komponente zwar den Wurzelkörperertrag bsi Zuckerrüben erhöht, aber zugleich epinastisches Wachsturn der Blätter hervorruft. Das kann zu einer Senkung des Saccharosegehaltes im Rübenkörper führen (vgl. S. OTTO und G. SCHILLING, Tag.-ber., Akad. Landwirtsch.-Wiss. DDR 231,65-73 [1985]). Epinastiebildungen der Blätter und Absenkungen der Saccharosegehalte bei alleiniger Anwendung von 2/-D bei Zuckerrüben wurden auch von E.V. LESCENKO und A.S. OKANENKO (Aktivnost' i napravlennost dejstvija sacharozosintotazy ν Korneplodach svekly. V. Kn.: GRODZINSKOGO, D. M.: Sovremennye problem-/ fiziologii i biochemii sacharnoj svekly, Kiev, Naukova Dumka, 87-931198 j j) beobachtet
So waren die Zuckerertragssteigerungen -trotz hoher Wurzelmehrerträge - unsicher.
Ziel der Erfingung Das Zie! der Erfindung ist es, den Weißzuckerertrag von Zuckerrüben zu erhöhen.
-2- 298 471 Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, 2,4-D-Derivate zu entwickeln, die eine 2,4-D-„Stoßwirkung" und folglich epinastieauslösende überhöhte 2,4-D-Konzentrationen im Blatt vermeiden, durch schrittweise 2,4-D-Freisetzung aber die gewünschte Umsteuerung des Wachstums zugunsten der Wurzelkörperbildung bei Ausschaltung der nachteiligen Nebenwirkungen auf den Saccharosegehalt bewerkstelligen.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß man Mittel auf die Zuckerrübenpflanzen appliziert, die mindestens eine Verbindung der allgemeinen Formel I neben üblichen Hilfs- und Zusatzstoffen enthalten. Es handelt sich dabei um spezielle Phenoxyalkansäureamide, beispielsweise Ris-phenoxyalkansäureamid9 oder Phenoxyalkansäureanilide. In der allgemeinen Formel I bedeuten R Phenyl, substituiertes Phenyl (ζ. B. 4-Methoxyphenyl), Pyridyl, substituiertes Pyridyl (ζ. B. 6-Methylpyrid-2-yl) oder eine Phenoxyalkansäureamidoalkylgruppiorung der Struktur
=< ι- H
CL
in welcher η für 2 bis 10 steht, und R1 und R2 unabhängig voneinander H oder CH3.
Die in den erfindungsgemaßen Mitteln enthaltenen üblichen Hilfs- und Zusatzstoffe sind insbesondere flüssige oder feste Streckoder Verdünnungsmittel und/oder oberflächenaktive Stoffe.
Außerdem können die Verbindungen der allgemeinen Formel I in Kombination mit 2,3-Dichlorisobuttersäure (OCiB) oder anderen Wachstumsregulatoren und/oder Phytohormones Düngemitteln oder Pflanzenschutzmitteln formuliert sein oder gemeinsam mit solchen Stoffen appliziert werden.
Die erfindungsgemäßen Mittel werden durch Vermischen der Verbindungen der allgemeinen Formel I mit den Zusätzen hergestellt und liegen dann als Lösung, Emulsion oder Suspension vor.
Die erfindungsgemäßen Mittel werden auf die oberirdischen Teile der Zuckerrübenpflanzen appliziert. Der effektive Anwendungszeitraum liegt zwischen Mitte Juni und Ende August.
In Abhängigkeit von den eingesetzten Verbindungen der allgemeinen Formel I liegt die erforderliche Aufwand.nenge an Wirkstoff zwischen 5 und 1000 g/ha. Im Falle von DCiB enthaltenden Kombinationspräparaten werden 0,25 bis 1 kg/ha DCiB eingesetzt. Die Wirkstoffe werden in Form ihrer Formulierungen bzw. der daraus bereiteten Applikationsformen in üblicher Weise angewendet, z. B. durch Gießen, Verspritzen oder Versprühen. Geeignete Applikationsformen sind beispielsweise wäßrige Lösungen, durch übliche Dispergiermittel stabilisierte Suspensionen oder Emulsionen, im allgemeinen 100 bis 600l/ha. Durch die erfindungsgemäßen Mittel wird das Blatt-Wurzel-Verhältnis zugunsten des Wurzelkörperanteils beeinflußt und eine Assimilatumverteilung zugunsten des Rübenkörpers erreicht. Die Wirkstoffe der allgemeinen Formel I rufen bei Einhaltung des spezifischen Dosierungsbereiches keine 2,4-D-„Stoßwirkung" und keine epinastieauslösenden überhöhten 2,4-D-Konzentrationen im Blatt hervor. Deshalb wird durch die erfindungsgemäßen Mittel der Weißzuckerertrag von Zuckerrüben gesteigert.
Ausführungsbeispiele
Die Erfindung soll nachstehend an einigen Ausführungsbeispielen nähor erläutert v/erden, ohne sie danach einzuschränken:
Beispiel 1
Gefäßversuche mit Zuckerrüben:
Die Versuche wurden in Mitscherlichgefäßen durchgeführt, wobei fdgende Versuchsanordnung galt:
Boden/Quarzsand-Gemisch (1 kg/5 kg) je Gefäß mit schwach saurem pH-Wert, Nährstoffversorgung in Form von 2,8g CaHPO4 · 2H20,1,6g K2SO4,3g MgSO4 · 7H20,2ml 5%ige FeCI3-Lösung, 1 ml A-Z-Lösung (a) nach Hoagland, 3g N als NH4NO3 und/oder KNO3 in mehreren Einzelgaben. Wasserversorgung durch tägliches Gießen nach Gewicht (55% der maximalen Wasserkapazität). Die Applikation erfolgte Ende Juli durch Spritzen wäßriger Lösungen auf den Blattapparat. Die erzielten Ergebnisse gehen aus der nachstehenden Tabelle hervor.
Tauelle 1
Zuckerertrag bei Zuckerrüben der Sorte Ponemo im Gefäßversuch (Aufwandmenge/ha über die Pflanzenzahl (10Vha) errechnet)
Variante"
Gesamtbiomasse
g/Gef.
FM
Wurzelertrag gesamt
g/Gef.
Saccharose gehalt in der FM 0S
Zuckerertrag
g/Gef.
Kontrolle 622,2 (100) 306,2 (100) 13,2 40,4(100)
2,4-D(100g/ha) 610,0 (98) 395,0 (129)» 9,2» 36,3 (89,9)
A (700 g/ha) (99,3) (120)» 13,0 47,8(118)
B(10g/ha) (105,3) (113) 13,8 47,8(118)
1) Bemessung der Aufwandmenge nach Vorversuchen * Gesichert Im t-Test gegenüber der Kontrolle (α £ 0,05) A = N,N'-Bl8-(2,4-dlchlor-phenoxyacetyl)-1,2-diamtnoethan B = N.N'-Bis-U^-dichlor-phenoxyacetyU-i.e-diamlnohexan FM = Frischmasse
Beispiel 2
Feldversuche mit Zuckerrüben:
Die Versuche erfolgten auf einem Lößstandort (sL4 Lö D58/61, D5c3). Die Mittel wurden als wäßrige Lösungen (Tankmischungen) auf trockene Pflanzenbestände gespritzt, wobei die Behandlung Ende Juli/Anfang August erfolgte. Jede Wirkstoffvariante wurde bei einer Parzellengröße von 20m2 (Ernteparzelle) in vierfacher Wiederholung geprüft. Aussaat, Pflöge und Düngung erfolgten zu den agrotechnisch günstigen Terminen. Die Ergebnisse werden in Tab. 2 gezeigt.
Tabelle 2
Weißzuckerertrag bei Zuckerrüben Ponemo im Feldversuch
Variante Wurzelkörper nettoertrag dt/ha rel. Saccharose gehalt 0S Weißzuckerertrag" dt/ha rel. 100 108,5*
Kontrolle A (650 g/ha) 418,2 450,8 100 107,8 19,5 19,7 70,2 76,2
* signifikant im t-Test gegenüber der Kontrolle (a £ 0,05)
1) errechnet nach der Formel von E. Sommer, Z. Zuckerindustrie, Berlin (West), 8,323-325 (1958)
A = N,N'-Bis-(2,4-dichlor-phenoxyacetyl)-1,2-diaminoethan
-V-
LL

Claims (8)

1. Mittel zur Beeinflussung des Blatt-Wurzel-Verhältnisses bei Zuckerrüben, dadurch gekennzeichnet, daß sie mindestens eine Verbindung der allgemeinen Formel I neben üblichen Hilfs- und Zusatzstoffen enthalten, wobei in der allgemeinen Formel IR Phenyl, substituiertes Phenyl, Pyridyl, substituiertes Pyridyl oder eine Phenoxyalkansäureamidoalkylgruppierung der Struktur
in welcher η für 2 bis 10 steht, und R1 und R2 unabhängig voneinander H oder CH3 bedeuten.
2. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie flüssige oder feste Streck- oder Verdünnungsmittel und/oder oberflächenaktive Stoffe enthalten.
3. Mittel nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Verbindungen der allgemeinen Formel I in Kombination mit 2,3-Dichlorisobuttersäure oder anderen Wachstumsregulatoren und/oder Phytohormones Düngemitteln oder Pflanzenschutzmitteln formuliert bzw. gemeinsam mit solchen Stoffen appliziert.
4. Verfahren zur Herstellung der Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die Verbindungen der allgemeinen Formel I mit den Zusätzen vermischt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß man die Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3 als Lösung, Emulsion oder Suspension formuliert.
6. Vervendung der Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man sie zur Erhöhung des Weißzuckerertrages von Zuckerrüben einsetzt.
7. Verwendung gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß man die Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3 zwischen Mitte Juni und Ende August auf die oberirdischen Teile der Zuckerrübenpflanzen appliziert.
8. Verwendung gemäß Anspruch 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß man die Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3 als wäßrige Lösung, Suspension oder Emulsion in Aufwandmengen von 5 bis 1000g/ha Wirkstoff der allgemeinen Formel I appliziert.
DD31306888A 1988-02-22 1988-02-22 Mittel zur beeinflussung des blatt-wurzel-verhaeltnisses bei zuckerrueben DD298471A5 (de)

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