DE108593C - - Google Patents

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DE108593C
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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K39/00Medicinal preparations containing antigens or antibodies
    • A61K39/02Bacterial antigens
    • A61K39/04Mycobacterium, e.g. Mycobacterium tuberculosis

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 30: Gesundheitspflege.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 5. November 1898 ab.
Zur Herstellung von Tuberculosegift werden sehr verschiedene Verfahren zur Anwendung gebracht, welche in der Patentschrift 101255 der Klasse 30 eingehend gewürdigt worden sind.
Nach dem dort beschriebenen Verfahren kann man aus den Rückständen, welche bereits zur Gewinnung des Tuberculosegiftes nach den bisher bekannten Verfahren gedient hatten, noch erhebliche Mengen von Tuberculosegift erhalten. Hiermit ist der Beweis geliefert, dafs die bisher benutzten Verfahren unvollkommen waren.
Nach dem Verfahren der Patentschrift 101255 ist man im Stande, von dem in den Rückständen noch enthaltenen Tuberkelgifte 50 pCt. zu gewinnen, also auch dieses Verfahren gestattet keine vollständige Auslaugung.
Ferner ist die Befürchtung nicht von der Hand zu weisen, dafs durch das Erhitzen auf 1500C. eine Veränderung bezw. Spaltung der Tuberkelbacillenbestandtheile stattfindet, wie dies neuerdings (D. M. Wochenschrift, 1898, Nr. 37 vom 15. Septbr., Seite 583, Spalte 1) der Erfinder dieses Verfahrens, von Lingelsheim, selbst annimmt.
Es wurde nun gefunden, dafs ein Auszug, der die bei einer gewissen Temperatur, z. B. 400 C, auslaugbaren Bestandtheile der Tuberkelbacillen enthält, durch Erhitzen auf eine erheblich höhere Temperatur, z. B. ioo° C, in seiner Wirkung wesentlich verändert bezw. abgeschwächt wird; man verfährt daher zur Gewinnung eines Toxines, welches möglichst alle wirksamen, in den Tuberkelbacillen enthaltenen Stoffe enthält, in der Weise, dafs man die Tuberkelbacillen bei zwischen 350C. und ioo° C. liegenden, in Stufen von 5, 10 oder mehr Graden steigenden Temperaturen einer fractionirten Auslaugung mit Wasser oder einem anderen geeigneten Extractionsmittel unterwirft. Die einzelnen Auszugsfractionen werden dann vereinigt und können bei möglichst niederer Temperatur im luftverdünnten Räume concentrirt werden.
Durch diese Behandlung wird ein Auszug gewonnen, welcher 75 pCt. der in den Tuberkelbacillen enthaltenen Toxine aufgenommen hat. Der nach der fractionirten Auslaugung hinterbleibende Rückstand betrug nur 17 pCt. der verwendeten Bacterien; durch Behandeln dieses Rückstandes nach dem Verfahren der Patentschrift 101255 unter Erwärmen auf 1500 C. bei Luftabschlufs konnte Toxin in nachweisbarer Menge nicht mehr isolirt werden.
Durch die fractionirte Auslaugung sind also sämmtliche in den Bacillen enthaltenen Toxine, ohne unnöthigerweise auf zu hohe Temperaturen erhitzt und dadurch geschädigt zu werden, entfernt worden.
Durch zahlreiche Versuche wurde erkannt, dafs man mit dem nach dieser Methode dargestellten Gifte Thiere sowohl gegen die Infection mit Tuberkelbacillen schützen als auch mit dem Serum solcher Thiere Antitoxin erzeugen kann, welches seinerseits andere Thiere gegen die Infection mit Tuberkelbacillen und auch gegen das Gift selbst schützt.
Dieses Verfahren der Tuberculosetoxingewinnung mittels fractionirter Auslaugung bei schrittweise steigenden Temperaturen ist noch nicht beschrieben ■ und zur Gewinnung von
Bacteriengiften überhaupt noch nicht benutzt worden. Es ermöglicht die Isolirung der Bacteriengifte in möglichst unverändertem Zustande und in einer bisher nicht erreichten Ausbeute, es bedeutet also einen erheblichen technischen Fortschritt.
Beispiel: Die vom Nährboden abgehobenen •Tuberkelbacillen werden, nachdem sie u.U. entfettet, mit verdünnter Natronlauge von Mucin befreit und fein verrieben sind, mit destillirtem Wasser oder einem anderen geeigneten Aus-Jaugungsmittel Übergossen und stundenlang bei 35° C. extrahirt; darauf wird die Flüssigkeit abgegossen und aufbewahrt (Auszug a). Der Bodensatz wird mit frischem Wasser übergössen und nun stundenlang auf 400C. erwärmt, dann wieder abgegossen (Auszug b) und mit Auszug a vereinigt. So fährt man fort bis zu ioo°. Sämmtliche Auszüge werden nun vereinigt und können auf beliebige Weise, z. B. durch Einengung bei Luftleere und bei möglichst niedriger Temperatur concentrirt werden.

Claims (1)

  1. Pa tent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung von Tuberculosetoxin durch fractionirte Auslaugung von Tuberkelbacillen, gekennzeichnet durch die schrittweise erfolgende Steigerung der Temperatur von 350 auf 1000C. unter jedesmaliger Entfernung des bei der nächst niederen Temperatur gewonnenen Auszuges.
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