DE2904367C3 - Elektromagnetisch arbeitende Jacqard-Steuervorrichtung - Google Patents
Elektromagnetisch arbeitende Jacqard-SteuervorrichtungInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine elektromagnetisch arbeitende Jacquard-Steuervorrichtung, bei der
jedem steuerbaren Element ein Elektromagnet, ein Anker, ein Stellglied, eine Mitnahmevorrichtung für die
ίο Hinbewegung und eine Rückstellfeder für die Rückbewegung
des Stellglieds zugeordnet ist, wobei eine Anschlagfläche des Stellgliedes bei der Rückstellbewegung
im Anker in Abhängigkeit von seiner Stellung zur Anlage kommen kann.
Eine bekannte Steuervorrichtung dieser Art (DE-PS S3 513) weist als Stellglied nadeiförmige Schieber auf,
die parallel nebeneinander angeordnet und an zwei Stellen gelagert sind. Die Anschlagfläche wird durch
einen Haken an einem Ende gebildet. Jeder Schieber trägt einen Bund, an dessen einer Seite ein Mitnahmehebel
und an dessen anderer Seite die Rückstellfeder angreift Jedes Stellglied ist mit einem senkrecht dazu
verlaufenden Platinenhaken gekuppelt, der über eine Harnischschnur mit dem steuerbaren Element, z. B. dem
Verdrängerstift einer Jacquard-gesteuerten Kettenwirkmaschine verbunden ist. Eine Messerleiste dient
dazu, diese Platinenhaken bei jedem Arbeitszyklus anzuheben. An dieser Anhebebewegung nehmen
lediglich diejenigen Platinenhaken nicht teil, die aufgrund der Kupplung mit vom Anker festgehaltenen
Stellgliedern außerhalb des Angriffsbereichs der Messerleiste gehalten sind.
Es ist ferner bekannt (DE-AS 23 59 135), in Längsrichtung
hin- und hergehend angetriebenen Stellgliedern zum Festhalten einen Anker eines Elektromagneten
zuzuordnen, der mit einer getrennten Betätigungsvorrichtung bei jedem Arbeitszyklus zwangsweise gegen
den Elektromagneten und/oder von ihm weg verlagert wird.
Der Erfindung liegt die Aufga' e zugrunde, eine
elektromagnetisch arbeitende Jacquard-Steuervorrichtung der eingangs beschriebenen Art anzugeben, die mit
einer geringeren Zahl von Bauelementen auskommt, einen geringeren Platzbedarf hat und höhere Arbeitsgeschwindigkeiten
ermöglicht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Stellglied schwenkbar gelagert, von der
Mitnahmevorrichtung in einer Drehrichtung über einen Arbeitswinkel mitnehmbar und von der Rückstellfeder
über denselben Winkel rückstellbar ist, die Anschlagfläche am Umfang trägt und an einem Hebelarm eine
Anschlußstelle aufweist, die bewegungsmäßig mit dem steuerbaren Element verbunden ist.
Bei dieser Konstruktion entfallen die Platinenhaken und die zugehörige Messerleiste. Die erforderliche
Bewegung der steuerbaren Elemente wird unmittelbar von der Schwenkbewegung des Stellgliedes abgeleitet.
Jedes Stellglied benötigt auch nur eine Lagerstelle. Die Abmessungen des schwenkbaren Stellgliedes können
wesentlich kleiner gehalten werden als die Abmessungen eines nadeiförmigen Stellgliedes und eines sich
damit kreuzenden Platinenhakens. Da die Masse des Stellgliedes mit geringem Abstand Von der Schwenk'
achse angeordnet ist, treten sehr geringe Trägheitsmo^
mente auf, was eine hohe Arbeitsgeschwindigkeit erlaubt.
Günstig ist es, wenn das steuerbare Element in an sich bekannter Weise durch eine Feder belastet ist und diese
die Rückstellfeder für das Stellglied bildet. Hierdurch wird die Zahl der benötigten Elemente nochmals
verringert.
Die Anschlußstelle und das steuerbare Element können über eine Harnischschnur verbunden sein. Es
kommen aber auch andere, die Bewegung der Anschlußstelle auf das steuerbare Element übertragende
Kupplungen in Betracht.
Wenn die steuerbaren Elemente über Harnischschnüre betätigte Verdrängerstifte von nebeneinander angeordneten
Jacquard-Lochnadeln sind, empfiehlt es sich, die Stellglieder nebeneinander jeweils über dem
zugehörigen Verdrängerstift anzuordnen. Bisher lag die Steuervorrichtung zentral und war über abgewinkelte
Harnischschnüre mit den Verdrängerstiften verbunden. Dies erforderte einen erheblichen Abstand, in der
Größenordnung von 2 m, weil scsnst wegen zu starker Umlenkung der Schnüre diese und das Chorbrett rasch
verschleißen, und für die Unterbringung sehr hohe, oftmals besonders dafür zu erstellende Gebäude.
Nunmehr kann der Abstand ganz gering gehalten werden; die Jacquard-gesteuerte Maschine kann daher
in Produktionshallen normaler Höhe unte-gebracht werden.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform schließt an die Anschlagfläche eine Verdrängerfläche an, mit der
der Anker bei der Mitnahmebewegung im zweiten Teil des Arbeitswinkels gegen den ortsfesten Elektromagneten
verlagerbar ist. Auf diese Weise wird die zwecks Stromersparnis übliche Annäherung zwischen Anker
und Elektromagnet zusätzlich vom Stellglied bewirkt
Zweckmäßigerweise ist der Anker an seinem der Anschlagfläche abgewandten Ende drehbar gelagert
und durch Federkraft in die Arretierungsstellung schwenkbar.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist dafür gesorgt, daß die Mitnahmevorrichtung um dieselbe
Achse wie das Stellglied schwenkbar ist und eine Nase aufweist, die mit einem Kupplungsanschlag am Stellglied
einseitig zusammenwirkt. Auf diese Weise lassen sich Mitnahr evorrichtung und Stellglied dicht nebeneinander
anordnen.
Insbesondere können hierbei die Mitnahmevorrichtungen drehfest auf einer Welle gehalten sein, auf der
auch die Stellglieder gelagert sind und die einen Hebel trägt, an dem ein bei jeder Umdrehung der Hauptwelle
hin- und hergehender Antriebsstöwl angreift. Dies ergibt einen besonders einfachen Antrieb der Mitnahmevorrichtung
und eine einfache Lagerung der Stellglieder.
Mit besonderem Vor.eil ist in die gemeinsame Leitung der mittels Einzelschaltelementen ansteuerbaren
Elektromagnete ein elektrischer Schalter gelegt, der am Ende der Mitnahmebewegung und während des
ersten Teils der Rückstellbewegung schließbar ist. Eine längere Erregung der Elektromagnete ist nicht erforderlich,
weil die Anker dann jenseits der Anschlagfläche abfallen und die vollständige Rückstellbewegung nicht
mehr behindern können.
Besonders einfach ist es hierbei, wenn der elektrische
Schalter durch ein Schaltsegment betätigt ist, das synchron mit der Hauptwelle umläuft.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in der
Zeichnung dargestellten bevorzugten Aüsführungsbeispiel
näher erläutert. Es zeigt
F i g. 1 einen teilweise schematischen Querschnitt durch eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Steuervorrichtung und
F i g. 2 eine Draufsicht, teilweise im Schnitt, der Steuervorrichtung der F i g. 1.
Auf einem Rahmen 1 sind nebeneinander Elektromagnete 2 angeordnet. Jeder vermag einen Anker 3
festzuhalten, der um einen Drehpunkt 4 schwenkbar und durch eine Feder 5 in die veranschaulichte Arretierungsstellung schwenkbar ist In Lagern 6 des Rahmens 1 isi
eine Welle 7 gelagert, die einen Hebel 8 aufweist An ihm greift ein Stößel 9 an, der über eine Kurbel 10 von
der Hauptwelle 11 einer Kettenwirkmaschine angetrieben
ist Infolgedessen wird die Welle 7 bei jeder Umdrehung der Hauptwelle 11 um einen Arbeitswinkel
« hin- und hergeschwenkt
Auf der Welle 7 sind drehfest scheibenförmige Mitnahmevorrichtungen 12 montiert, die eine Nase 13
aufweisen und mit einem radialen Zahn 14 in eine Längsnut 15 der Welle 7 eingreifen. Frei drehbar auf der
Welle 7 sind Stellglieder 16 gelagert, die einen Kupplungsanschlag 17 trägt an welchem die Nase 13
angreifen kann. Am Umfang ist eine Anschlagfläche 18 vorgesehen, an der der Anker 3 in de>- -eranschaulichten
Stellung zur Anlage kommen kann, 'ind im Anschluß
daran eine Verdrängerfläche 19, mit der der Anker
gegen den Elektromagneten 2 gedrückt werden kann. An einem Hebelarm 20 befindet sich eine Anschlußstelle
21. Diese ist über eine Harnischschnur 22 mit einem steuerbaren Element 23, hier einem Verdrängerstift für
Jacquard-Nadeln einer Kettenwirkmaschine verbunden. Dieses steuerbare Element ist in üblicher Weise durch
eine Rückstellfeder 24 belastet und ir Führungen 25 gehalten. Abstandselemente 26 sorgen für die richtige
Distanz zwischen den aufeinanderfolgenden Paaren von Mitnehmervorrichtungen 12 und Stellgliedern 16.
Die Elektromagnete haben eine gemeinsame Spannungsquelle 27 und in der gemeinsamen Zuleitung 28
einen elektrischen Schalter 29. In einer Steuervorrichtung 30 sind Einzelschaltelemente 31 vorgesehen, mit
deren Hilfe je ein Elektromagnet 2 angesteuert werden kann. Der elektrische Schalter 29 wird mittels eines
Segments 32 betätigt das mit der Hauptwelle 11 verbunden sein kann oder mit derselben Drehzahl
um'iuft
Mit dieser Steuervorrichtung ergibt sich, ausgehend von der Stellung nach Fig. 1, die folgende Betriebsweise.
Wenn die Mitnahmevorrichtung 12 vom Stößel 9 in Uhrzeigerrichtung geschwenkt wird, nimmt die Nase 13
nach einem ersten Teil des Arbeitswinkels über den Kupplungsanschlag 17 das Stellglied 16 mit Hierdurch
wird der Anker 3 gegen den Elektromagneten 2 gedruckt. Zu diesem Zeitpunkt wird der elektrische
Schalter 29 durch das Segment 32 geschlossen. Die Elektromagnete 2 können daher durch die Einzelschaltorgane
31 angesteuert werden. Ein Teil der Anker J wird dqher von den Elektromagneten 2 festgehalten, der
andere Teil mittels der Federn 5 in Abzugsrichtung belastet.
Schwenkt nun die Welle 7 zurück, so folgen die Stellglieder 16 der Nase 13 unter dem Einfluß der
Rückstellfedern 24. Diejenigen Stellglieder, die einem nicht erregten E'.ktromagneten 2 zugeordnet sind,
kommen npch einem Teil der Rückstellbewegung mit ihrer Anschlagfläche 18 am Anker 3 zur Anlage und
können nicht mehr weiterdrehen. Sie behalten daher die in F i g. 1 veranschaulichte Lage. Diejenigen Stellglieder
16 jedoch, die einem erfegten Magneten 2 zugeordnet sind, können sich unter dem Einfluß der Rückstellfeder
24 so weit weiterdrehen, wie es die Mitriahmevorrichtung 12 erlaubt. Gestrichelt ist hierbei die Lage 17a des
Kupplungsanschlags eingezeichnet. In dieser Lage ist
das steuerbare Element 23 in die gestrichelte Lage 23a gedrückt worden. Der Schalter 29 kann hierbei geöffnet
werden, unmittelbar nachdem die Arischlagfläche 18 am unteren Ende des Ankers 3 vorbeigeschwenkt worden
Bei einem neuen Arbeitsspiel werden diejenigen Stellglieder 16, die einem erregten Elektromagneten 2
zugeordnet waren, über den gesamten Arbeitswinkel tx Verschwenkt, diejenigen Stellglieder 16 jedoch, die
einem nicht-erregten Elektromagneten 2 zugeordnet waren, nur über den letzten Teil dieses Arbeitswinkels.
Hiermit beginnt ein neues Arbeitsspiel.
Die Steuervorrichtung eignet sich nicht nur für eine
Jacquard-gesteuerte Kettenwirkmaschine, sondern bietet entsprechende Vorteile auch bei anderen Jacquardgesteuerten Textilmaschinen oder bei Schlagmaschinen
für Jacqüard-Karten.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (10)
1. Elektromagnetisch arbeitende Jacquard-Steuervorrichtung, bei der jedem steuerbaren Element ein
Elektromagnet, ein Anker, ein Stellglied, eine Mitnahmevorrichtung für die Hinbewegung und
eine Rückstellfeder für die Rückbewegung des Stellglieds zugeordnet ist, wobei eine Anschlagfläche
des Stellglieds bei der Rückstellbewegung am Anker in Abhängigkeit von seiner Stellung zur
Anlage kommen kann, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellglied (16) schwenkbar
gelagert, von der Mitnahmevorrichtung (12) in einer Drehrichtung über einen Arbeitswinkel mitnehmbar
und von der Rückstellfeder (24) über denselben Winkel rückstellbar ist, die Anschlagfläche (18) am
Umfang trägt und an einem Hebelarm (20) eine Anschlußstelle (21) aufweist, die bewegungsmäßig
mit dem steuerbaren Element (23) verbunden ist
2. Steuervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß das steuerbare Element (23) in
an sich bekannter Weise durch eine Feder (24) belastet ist und diese die Rückstellfeder für das
Stellglied (16) bildet.
3. Steuervorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß Anschlußstelle (21)
und steuerbares Element (23) über eine Harnischschnur (22) verbunden sind.
4. Steuervorrichtung nach Anspruch 3, bei der die steuerbaren Elemente Verdrängerstifte von nebeneinander
ange-»dneten Jacquard-Lochnadeln sind,
dadurch gekennzeichnet, daß die Stellglieder (16) nebeneinander jeweils über dem zugehörigen
Verdrängerstift (23) angeordnet sind.
5. Steuervorrichtung nach eineui der Ansprüche 1
bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß an die Anschlagfläche (18) eine Verdrängerfläche (19) anschließt, mit
der der Anker (3) bei der Mitnahmebewegung im zweiten Teil des Arbeitswinkels gegen den ortsfesten
Elektromagneten (2) verlagerbar ist.
6. Steuervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Anker (3) an
seinem der Anschlagfläche (18) abgewandten Ende drehbar gelagert ist und daß er durch Federkraft in
die Arretierungsstellung schwenkbar ist.
7. Steuervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Mitnahmevorrichtung (12) um dieselbe Achse wie das
Stellglied (16) schwenkbar ist und eine Nase (13) aufweist, die mit einem Kupplungsanschlag (17) am
Stellglied einseitig zusammenwirkt.
8. Steuervorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Mitnahmevorrichtungen
(12) drehfest auf einer Welle (7) gehalten sind, auf der auch die Stellglieder (16) gelagert sind und die
einen Hebel (8) trägt, an dem ein bei jeder Umdrehung der Hauptwelle (11) hin- und hergehender
Antriebsstößel (9) angreift.
9. Steuervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß in die gemeinsame
Leitung (28) der mittels Einzelschaltelementeri
(31) ansteuerbaren Elektromagnete (2) ein elektrU scher Schalter (29) gelegt ist, der am Ende der
Mitnahmebewegung und während des ersten Teils der Rückstellbewegung schließbar ist.
10. Steuervorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß der elektrische Schalter (29)
durch ein Schaltsegment (32) betätigt ist, das synchron mit der Hauptwelle (11) umläuft.
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