DE3201411C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung
von Mikrokapseln. Sie betrifft insbesondere die Herstellung
von eine pharmazeutisch aktive Verbindung enthaltenden
Mirkokapseln, die im gastrointestinalen Trakt
löslich sind.
Es ist bekannt, Mikrokapseln unter Anwendung
der Phasentrennung bei einem polymeren Überzugsmaterial
in einer organischen Lösungsmittellösung herzustellen. Beispielsweise
werden Mikrokapseln, die Sulfamethizol enthalten, hergetellt,
indem man Carboxymethylethylzellulose, ein
enterisches polymeres Überzugsmaterial aus einer Ethyl
acetatlösung in Gegenwart von Polymilchsäure koacerviert
(M. Nakano et al., International Journal of Pharmacology
4 (1980), 291-298, Elsevier/North-Holland Biomedical Press).
Weiterhin hat man Penicillinkalium V
mittels eines polymeren Überzugsmaterials, das im Magen,
in den Eingeweiden oder in beiden löslich ist, mikroverkapselt, indem man
einen organischen Nichtlöser zu einer Dispersion, die
das polymere Überzugsmaterial und Teilchen des erwähnten
Penicillins (Kernmaterial) enthielt, zugab, um dadurch eine
Flüssig-Flüssig-Phasentrennung des Polymeren auf und um
die Teilchen des Kernmaterials herum auszulösen (Fukushima
et al., JA-OS 55 820/1974). Bei der technischen Herstellung
von Mikrokapseln sind diese bekannten Verfahren jedoch
noch unbefriedigend, weil man die überzogenen Teilchen
aufgrund ihrer Adhäsion und Agglomeration
nur schwer in diskreter Form gewinnen kann. Wendet man beispielsweise
bei dem vorerwähnten, von M. Nakano et al. beschriebenen
Verfahren Carboxymethylethylzellulose in einer Menge
von nicht weniger als 0,1 g/ml des organischen Lösungsmittels
an, so koagulieren die flüssigen Teilchen aus den
von der organischen Lösungsmittellösung abgetrennten polymeren
Überzugsmaterial mit den festen Teilchen des Kernmaterials
und es ist nahezu unmöglich, frei fließende,
diskrete Mikrokapseln daraus zu gewinnen.
Als Alternative zu den vorerwähnten Verfahren wird in
US-PS 33 36 155 ein Verfahren zur Herstellung von
Mikrokapseln beschrieben, bei dem man eine Flüssig-Flüssig-
Phasentrennung eines polymeren Überzugsmaterials aus
beispielsweise einem Styrol-Maleinsäure-Copolymer oder
Polyvinylacetat in Gegenwart eines mineralischen Silikats
durchführt. Da man jedoch bei diesem Verfahren
einen großen Überschuß (z. B. 2,5 bis 5 g/g des
verwendeten polymeren Überzugsmaterials) an dem mineralischen
Silikat zwischenzeitlich während der Mikroverkapselungsstufe
zusetzen muß (d. h. der Stufe, bei der
man einen organischen Nichtlöser zu einer Dispersion,
enthaltend das polymere Überzugsmaterial und die Kernmaterialien
zugibt) wird das mineralische Silikat unvermeidlich
in die Kapselwandlung der Mikrokapseln eingebaut.
Solche in die Kapselwandungen inkorporierten mineralischen
Silikate erschweren es, Mikrokapseln mit einer
kompakten Wandstruktur zu erhalten und ergeben eine Verschlechterung
der Wandeigenschaften des polymeren Überzugsmaterials,
wie Undurchlässigkeit, Flexibilität, Stabilität,
usw. Da weiterhin das mineralische Silikat,
das in der Dispersion zurückbleibt und nicht in die
Kapselwandung inkorporiert wurde, sich in Form von feinen
Teilchen abtrennt und als Überzug auf dem polymeren Über
zugsmaterial vorliegen, sind die Mikrokapseln mit dem
aktiven Bestandteil als Kernmaterial durch das Silikat
verunreinigt.
US-PS 34 05 070 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung
von Mikrokapseln, wobei Ethylzellulose als Wandmaterial
verwendet wird. US-PS 32 05 175 offenbart Mikrokapseln,
bei denen zwischen dem Kernmaterial und der Kapselwand aus
hydrophilen, polymeren Materialien eine Zwischenschicht
aus Ethylzellulose vorhanden ist.
Aufgrund von Untersuchungen für die Herstellung von
Mikrokapseln unter Verwendung eines enterischen polymeren
Überzugsmaterials oder anderer polymerer Überzugsmaterialien,
die im gastrointestinalen Trakt löslich sind,
wurde nun gefunden, daß man frei fließende Mikrokapseln
mit gleichmäßiger Teilchengröße erhält, wenn man die
Phasentrennung-Flokkulation des polymere Überzugsmaterials
in Gegenwart von Ethylzellulose durchführt. Weiterhin
wurde gefunden, daß durch die vorhandene Ethylzellulose
in dem Phasentrennsystem die Koagulation des polymeren
Überzugsmaterials oder die Adhäsion oder Agglomeration
der Mikrokapseln minimalisiert wird.
Erfindungsgemäß werden pharmazeutisch aktive Verbindungen
enthaltende Mikrokapseln, die im gastrointestinalen
Trakt löslich sind, durch folgende Stufen hergestellt:
- (i) Auflösen von polymerem Überzugsmaterial (wobei das Polymermaterial entweder ein wasserunlösliches, säurelösliches polymeres Überzugsmaterial, ein entsprechendes polymeres Überzugsmaterial oder ein amphoteres polymeres Überzugsmaterial ist) und Ethylzellulose in einem Lösungsmittel,
- (ii) Dispergieren von pharmazeutisch aktiven Verbindungen in der Lösung,
- (iii) Zugabe einer organischen Flüssigkeit, die mit dem Lösungsmittel mischbar ist und die das polymere Überzugsmaterial und die pharmazeutisch aktive Verbindung nicht auflöst, zu der Dispersion, und
- (iv) Gewinnung der so gebildeten Mikrokapseln.
Man kann eine große Anzahl von verschiedenen polymeren
Überzugsmaterialien als wandbildendes Material bei der
vorliegenden Erfindung verwenden. Typische Beispiele
für polymere Überzugsmaterialien sind enterische polymere
Überzugsmaterialien, d. h. polymere Überzugsmaterialien,
die in Wasser bei einem pH von nicht weniger als 5 löslich
sind. Bevorzugte Beispiele für solche enterischen polymeren
Überzugsmaterialien sind Carboxyalkyl · alkylzellulose
(z. B. Carboxymethyl · ethylzellulose); organische Dikarbonsäureester,
wie Phthalsäureester und Bernsteinsäureester
der Alkylzellulose, Hydroxyalkyl · alkylzellulose oder
Zelluloseacetat (z. B. Methylzellulosephthalat, Hydroxy
propyl · methylzellulosephthalat, Hydroxyethyl · ethylzellulose
phthalat, Zelluloseacetatsuccinat, Zelluloseacetatphthalat);
Copolymere einer Alkylenkarbonsäure mit einem Alkylester
der Alkenylkarbonsäure (z. B. Methacrylsäure-Methylmethacrylat-
Copolymer, Methacrylsäure-Methacrylat-Copolymer,
Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer); und Copolymere
aus einer Alkenylkarbonsäure und zwei Alkylestern der
Alkenylkarbonsäure (z. B. Methacrylsäure-Methylacrylat-
Methylmethacrylat-Copolymer, Methacrylsäure-Methylmethacrylat-
Octylacrylat-Copolymer). Ein weiteres Beispiel für das
wandbildende Material, das gemäß der Erfindung verwendet
werden kann, sind wasserunlösliche, säurelösliche, poly
mere Überzugsmaterialien (d. h. polymere Überzugsmaterialien
die in Wasser bei einem pH von nicht höher als 5 löslich
sind) und bevorzugte Beispiele für solche polymere Über
zugsmaterialien schließen Copolymere aus (A) Dialkyl
aminoalkylester von Alkenylkarbonsäuren und (B) ein oder
zwei Alkylester von Alkenylkarbonsäure (beispielsweise
Dimethylaminoethylmethacrylat-Methylmethacrylat-Copolymer,
Dimethylaminoethylmethacrylat-Methylmethacrylat-Butyl
methacrylat-Copolymer) ein, sowie Polyvinylacetaldialkyl
aminoacetat (z. B. Polyvinylacetaldiethylaminoacetat).
Ein amphoteres polymeres Überzugsmaterial, d. h. ein
polymeres Überzugsmaterial, das in Wasser bei einem
pH von nicht weniger als 6 oder bei einem pH von nicht
mehr als 4,5 löslich ist, ist ein weiteres Beispiel
für ein erfindungsgemäß verwendbares wandbildendes Material.
Bevorzugte Beispiele für solche amphotere polymere
Überzugsmaterialien sind Copolymere aus (A) Vinylpyridin
oder Akylvinylpyridin. (B) Alkenylkarbonsäure
und (C) einem Monomer, ausgewählt aus Acrylnitril, Styrol
und einem Alkylester von Alkenylkarbonsäure (z. B. 2-
Vinylpyridin-Methacrylsäure-Methylacrylat-Copolymer, 2-
Methyl-5-vinylpyridin-Methacrylsäure-Methylacrylat-Copolymer,
2-Vinyl-5-ethylpyridin-Methacrylsäure-Styrol-Copolymer,
2-Vinylpyridin-Methacrylsäure-Acrylnitril-Copolymer,
2-Vinyl-5-ethylpyridin-Methacrylsäure-Methacrylat-
Copolymer). Weitere Beispiele für polymere Überzugsmaterialien,
die erfindungsgemäß verwendet werden können,
sind enterische polymere Überzugsmaterialien, wie Stärke
acetatphthalat, Polyvinylalkoholphthalat, Polyvinylbutylat
phthalat, Polyvinylacetoacetalphthalat, Vinylacetat-
Maleinsäureanhydrid-Copolymer. Vinylbutylether-Maleinsäure
anhydrid-Copolymer, Styrol-Maleinsäuremonoester-Copolymer,
Styrol-Maleinsäureanhydrid-Maleinsäuremonolaurylester-
Copolymer und Styrol-Acrylsäure-Copolymer; wasserunlösliche,
säurelösliche polymere Überzugsmaterialien, wie
Benzylaminomethylzellulose, Diethylaminomethylzellulose,
Piperidyl-ethyl-hydroxyethylzellulose, Zelluloseacetat-
diethylaminoacetat, Zelluloseacetat-dibutylaminohydroxy-
propylether, Vinyldiethylamino-Vinylacetat-Copolymer,
Vinylbenzylamino-Vinylacetat-Copolmyer, Vinylpiperidyl-
acetoacetal-Vinylacetat-Copolymer, Polyvinylacetal-
diethylaminoacetat, Polymethylaminomethyl-Methacrylat
und Polydiethylaminomethylstyrol; und amphotere polymere
Überzugsmaterialien, wie Carboxymethyl-piperidylstärke,
Carboxymethyl-(benzylamino)-zellulose, Poly-2-
(vinylphenyl)-glyzin und N-Vinylglyzin-Styrol-Copolymer.
Bei der erfindungsgemäßen Herstellung der Mikrokapseln
wird bevorzugt, daß man diese polymeren Überzugsmaterialien
in Mengen von etwa 0,02 bis etwa 10 g und insbesondere
0,1 bis etwa 5 g/g des verwendeten Kernmaterials
anwendet.
Bei der Herstellung von Mikrokapseln unter Verwendung
der vorerwähnten polymeren Überzugsmaterialien wurden
Ethylzellulose mit einem Ethoxygehalt von etwa 44 bis
etwa 55 G/G% erfolgreich verwendet, um ein Koagulieren
des polymeren Überzugsmaterials und die Haftung der Agglomeration
der einzelnen Mikrokapseln zu verhindern. Vorzugsweise
soll die Viskosität der Ethylzellulose, gemessen
bei 25°C, mit einer 5 G/G%igen Lösung in Toluol-Ethanol
(3 : 1 oder 4 : 1) im Bereich von 3-500 mPas 3 bis 500 cP)
und insbesondere 40-350 mPas (40 bis 350 cP) liegen. Es wird
weiter bevorzugt, daß die Ethylzellulose in Mengen von
etwa 0,05 bis etwa 5 g und insbesondere etwa 0,1 bis 2 g/g
des polymeren Überzugsmaterials verwendet wird.
Jede beliebige pharmazeutisch aktive Verbindung (oder
Arzneimittel) kann als Kernmaterial, das erfindungsgemäß
mikroverkapselt wird, verwendet werden. Solche pharmazeutisch
aktiven Verbindungen oder Arzneimittel, die mikroverkapselt
werden sollen, können entweder in fester Form,
als Gel oder in halbfester Form vorliegen. Zur Herstellung
einer homogenen Disperion bei der Mikroverkapselungsstufe
hat die pharmazeutisch aktive Verbindung oder das Arzneimittel
vorzugsweise eine Teilchengröße von etwa 5 bis
etwa 1000 µm und insbesondere 50 bis 500 µm. Geeignet als
Feststoffe oder Teilchen solcher Materalien für die
Mikroverkapselung sind beispielsweise Vitamine (z. B.
Ascorbinsäure), Aminosäuren (z. B. Kaliumasparat oder
Magnesiumasparat), Minerale (z. B. Kaliumchlorid), anti
bakterielle Mittel (z. B. Benzylpenicilin-Kaliumsalz, Sulfomethizol),
Antikrebsmittel (z. B. 5-Fluorouracil. Bleomycin-
Hydrochlorid), metabolische Mittel (z. B. Glutathion), kardiovaskuläre
Mittel (z. B. Diltiazem-Hydrochlorid), Analgetika
(z. B. Acetylsalicylsäure), Antihistaminika (z. B.
Diphenhydramin-Hydrochlorid), neuropsychotrope Mittel
(z. B. Kalzium-N-(γ,γ-dihydro-β,β-dimethylbutyryl)-γ-
aminobutyrat), Mittel, welche die Verdauungsorgane beeinflussen
(z. B. Methylmethioninsulfoniumchlorid, Di-(2-
thienyl)-(N-methyl-5-methoxy-3-piperidiliden)-methan-
methylbromid, ausgefälltes Kalziumkarbonat, 2-Dimethylamino-
2-phenylbutyl-3,4,5-trimethoxybenzoat-hydrogenmaleat),
Mittel, die auf die Atmungsorgane einwirken (z. B. Trimethochinol-
Hydrochlorid) und dergleichen.
Geeignet für die Mikroverkapselung sind auch halbfeste
Stoffe, z. B. Aufschlämmungen, wie eine Aufschlämmung
aus 30 G/G% Natriumpolyacrylat, 40 G/G% Wasser und
30 G/G% Fluorouracil. Als pharmazeutisch aktive Verbindung
in Gelform, die man mikroverkapseln kann, eignet
sich beispielsweise Dextrangel mit einem darin adsorbierten
Arzneimittel (z. B. Methylmethioninsulfoniumchlorid),
Formaldehyd-behandeltes Gel mit einem darin dispergierten
Arzneimittel (z. B. Sulfamethomidin) und dergleichen.
Weiterhin kann bei der vorliegenden Erfindung jedes Lösungsmittel
verwendet werden, das das polymere Überzugsmaterial
und Ethylzellulose löst und das das Kern
material nicht löst. Beispiele für solche Lösungsmittel
sind chlorierte Kohlenwasserstoffe mit 1 bis 3
Kohlenstoffatomen (z. B. Chloroform, Tetrachlormethan,
Methyldichlorid, Ethylenchlorid), Alkanole mit 1 bis
4 Kohlenstoffatomen (beispielsweise Methanol, Ethanol,
Isopropanol), ein Gemisch dieser Alkanole mit Wasser,
Alkanole mit 3 bis 5 Kohlenstoffatomen (z. B. Aceton,
Methylethylketon), ein Gemisch eines Alkanols mit einem
Alkanon, Ethylacetat, ein Gemisch eines Alkanols mit
Ethylacetat, 2-Methoxyethanol, 2-Ethoxyethanol, 2-Butoxyethanol,
Diethylenglykol, Dioxan, Dimethylformamid,
Epichlorhydrin, Trimethylphosphat, Triethylphosphat,
Tetrahydrofuran, Diacetonalkohol und dergleichen.
Bei der Herstellung von Mikrokapseln mit pharmazeutisch
aktiven Verbindungen gemäß der vorliegenden Erfindung
wird vorzugsweise das polymere Überzugsmaterial und
Ethylzellulose in einem Lösungsmittel der vorerwähnten
Art gelöst und dann werden die Teilchen einer pharmazeutisch
aktiven Verbindung (Kernmaterial) in der Lösung unter
Rühren dispergiert. In diesem Fall wird bevorzugt, das
polymere Überzugsmaterial und Ethylzellulose so einzusetzen,
daß die Konzentration des polymeren Überzugsmaterials
in der Lösung etwa 0,1 bis etwa 40 G/G% und insbesondere
etwa 2 bis etwa 20 G/G% beträgt und die Konzentration
an Ethylzellulose in der Lösung etwa 0,1 bis etwa 20 G/G%
und insbesondere etwa 0,2 bis 10 G/G% ausmacht.
Dann gibt man allmählich ein Nichtlösungsmittel zu der
Disperion des Kernmaterials, um dadurch eine Flüssig-
Flüssig-Phasentrennung des polymeren Überzugsmaterials
auszulösen. Bei der Erfindung ist die Temperatur nicht
kritisch und die vorerwähnten Verfahrensweisen können
bei jeder Temperatur bis zum Siedepunkt des Lösungsmittels,
Nichtlösungsmittels oder eines Gemisches davon verwendet
werden.
Bei der vorliegen Erfindung bedeutet der Ausdruck
"Nichtlösungsmittel" eine organische Flüssigkeit, die
mit dem Lösungsmittel mischbar ist und die für das polymere
Überzugsmaterial und das Kernmaterial ein Nichtlöser
ist. Beispiele für solche Nichtlöser sind Kohlenwasserstoffe
(z. B. n-Heptan, n-Hexan, Cyclohexan,
Cyclohexen oder Petrolether) oder Ether (beispielsweise
Ethylether oder Isopropylether). Weiterhin kann man
Aceton in Abhängigkeit von dem zu verwendenden polymeren
Überzugsmaterial verwenden. Die Menge des zu verwendenden
Nichtlösers kann innerhalb eines weiten Bereiches variieren,
je nach der Art des Lösungsmittels und des polymeren
Überzugsmaterials, aber im allgemeinen bevorzugt
man es, in einer Menge von 1 bis 6 ml pro ml des Lösungsmittels
anzuwenden.
Durch die allmähliche Zugabe des Nichtlösers zu der Dispersion
des Kernmaterials trennt sich das polymere Überzugsmaterial
aus der Dispersion ab und bildet eine Flüssigphase
oder ein Gel und setzt sich auf und um die Teilchen
des Kernmaterials ab und das so deponierte polymere
Kernmaterial bildet bei der weiteren Zugabe des Nichtlösers
nahtlos eine vollständige Wandung. Bei der Durchführung
dieser Mikroverkapselungsstufe kann durch die Ethylzellulose
die Agglomeration der einzelnen Mikrokapseln erfolgreich
vermieden werden, weil während dieser Stufe
alle Babykapseln durch die Absorptionsschicht aus Ethyl
zellulose, die sich auf der Oberfläche solcher Kapseln bildet,
geschützt werden.
Weiterhin kann man gemäß der Erfindung einen Weichmacher
in Kombination mit Ethylzellulose verwenden. Geeignete
Weichmacher, die erfindungsgemäß verwendet werden
können, sind beispielsweise C10-18-Alkansäureester von
Glyzerin oder Acetylglyzerin, wie Glyzerinmonocaprylat,
Glyzerinmonolaurat, Glyzerinmonooleat, Acetylglyzerin
monostearat; Organopolysiloxane, wie Dimethylpolysiloxan,
Methylphenylpolysiloxan und Silikon-Glykol-Copolymere;
Propylenglykol; Polyethylenglykol; Glyzerinmonoacetat,
Glyzerindiacetat, Glyzerintriacetat, Polyvinylacetat,
Polymilchsäure, etc. Vorzugsweise wendet man solche
Weichmacher in Mengen von etwa 0,01 bis 1,0 g/g des poly
meren Überzugsmaterials an. Weiterhin wird bevorzugt, den
Weichmacher zu der Dispersion des Kernmaterials vor
der Zugabe des Nichtlösers zuzugegeben, wobei eine geeignete
Konzentration des Weichmachers in der Dispersion bei
etwa 0,1 bis 30 G/V% liegt.
Die so erhaltenen Mikrokapseln kann man in üblicher
Weise gewinnen, z. B. durch Dekantieren, Zentrifugieren
oder Filtrieren. Weiterhin kann man die eine pharmazeutisch
aktive Verbindung enthaltenden Mikrokapseln, die
im wesentlichen keine Ethylzellulose enthalten, einfach
dadurch erhalten, daß man die so erhaltenen Mikrokapseln
mit einer Mischung des Nichtlösers und eines
organischen Lösungsmittels, die Ethylzellulose löst,
aber das Kernmaterial und das polymere Überzugsmaterial
nicht löst, wäscht. Erforderlichenfalls kann man die er
findungsgemäß hergestellten Mikrokapseln noch weiter
mit dem Nichtlöser waschen.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren können die Mikrokapseln
einer gleichmäßigen Teilchengröße, die als
solche als Granulate oder als Pulver verwendet werden
können, in höherer Ausbeute erhalten werden, weil Ethylzellulose
an der Oberfläche der Babykapsel (die sich
bilden bei der Flokkulation des polymeren Überzugsmaterials
auf der Oberfläche des Kernmaterials) adsorbiert
werden, bevor das sich absetzende polymere Überzugsmaterial
verfestigt und aus diesem Grund kann man verhindern,
daß sich die Mikrokapseln zusammen zu großen
Klumpen, die Milliarden einzelner Kapseln enthalten,
agglomerieren. Weiterhin kann man ethylzellulosefreie
Mikrokapseln einfach dadurch erhalten, daß man sie wie
vorerwähnt wäscht um die auf den Kapseln adsorbierte
Ethylzellulose zu entfernen. Schließlich kann man das
erfindungsgemäße Verfahren durchführen, ohne daß für
das verwendete Lösungsmittel Bedingungen eintreten, bei
denen es brennen oder explodieren könnte, denn die
Mikroverkapselung verläuft glatt unterhalb Raumtemperatur
und erforderlichenfalls auch bei Temperaturen unterhalb
0°C. Wird die Ethylzellulose zusammen mit einem
Weichmacher verwendet, so wird durch den Weichmacher die
Viskoelastizität und Flexibilität des polymeren
Überzugsmaterials verbessert, weil eine geringe Menge
des Weichmachers in die Überzugswand der Kapseln eingebaut
wird. Eine so erhöhte Viskoelastizität verbessert
die Wandeigenschaften des polymeren Überzugsmaterials
auf dem Kernmaterial und dadurch werden frei fließende,
diskrete Mikrokapseln mit einer kompakten und vollständigen
Wandstruktur gebildet.
Die praktische und derzeit bevorzugte Ausführung der
vorliegenden Erfindung wird in den nachfolgenden Beispielen
gezeigt. In der Beschreibung und in den Ansprüchen
bedeutet der Ausdruck "Alkyl" ein Alkyl mit 1 bis 8
Kohlenstoffatomen und insbesondere mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen.
Weiterhin bedeutet der Ausdruck "Alkenyl" ein
Alkenyl mit 3 bis 5 Kohlenstoffatomen und insbesondere
3 oder 4 Kohlenstoffatomen.
Nach den folgenden Methoden wurden Mikrokapseln hergestellt,
die Trimethochinol-Hydrochlorid (chemischer
Name: l-1-(3,4,5-Trimethoxybenzyl)-6,7-dihydroxy-1,2,3,4-
tetrahydroisochinolin-Hydrochloridmonohydrat) enthielten.
Die Ausbeute der so erhaltenen Mikrokapseln, die
Menge der in den Mikrokapseln enthaltenen aktiven Bestandteile,
die Freigaberate (%) der aktiven Verbindung
darin in einer simulierten Magenflüssigkeit und die
100%ige Freigabezeit (d. h. die Zeit die erforderlich
war, um 100% der aktiven Bestandteile aus den Mikrokapseln
freizugeben) in einer Pufferlösung (pH 6,8) wurde jeweils
untersucht.
Trimethochinol-Hydrochlorid mit einer Teilchengröße
von 350 bis 420 µm wurde als Kernmaterial verwendet.
180 g Hydroxypropylmethylzellulosephthalat (Methoxygehalt:
20 G/G%, Hydroxypropylgehalt: 7 G/G%, Carboxy
benzoylgehalten: 31 G/G%, wobei das Zellulosephthalatderivat
in Wasser bei einem pH von nicht weniger als 5,5
löslich ist) und eine in der nachfolgenden Tabelle 1
angegebene Menge an Ethylzellulose und Weichmacher wurden
in 2 l Aceton gelöst. Nach dem Dispergieren von 300 g
Trimethochinol-Hydrochlorid in der Lösung wurden 4 l
Cyclohexan allmählich zur Dispersion im Laufe von
etwa 120 Minuten unter Rühren mit ewta 400 UpM zugegeben.
Die dabei gebildeten Mikrokapseln wurden durch Filtrieren
gewonnen, gewaschen und getrocknet. Die Mikrokapseln
wurden durch einen JIS-(Japanese Industrial
Standard)-Standardsieb (500 µm Öffnung) und dann durch
einen JIS-Standard-Sieb (105 µm Öffnung) gesiebt. Die
durch das erste Sieb hindurchgehenden Mikrokapseln, die
jedoch nicht durch das zweite Sieb hindurchgingen, wurden
gesammelt und auf diese Weise erhielt man Trimethochinol-
Hydrochlorid enthaltende Mikrokapseln, die der
Spezifizierung "feinkörnig" gemäß der Pharmacopeia of
Japan, 9. Ausgabe, entsprachen.
Die gemäß (ii) erhaltenen Mikrokapseln wurden zu einer
simulierten Magenflüssigkeit, wie sie in The Pharmacopeia
of Japan, 9. Ausgabe, spezifiziert wird, gegeben und
das Gemisch wurde 3 Stunden bei 37°C gerührt. Nach dem
Versuch wurde die Freigaberate von Trimethochinol-Hydrochlorid
(aktiver Bestandteil) in der simulierten Flüssigkeit
anhand der Menge an aktivem Bestandteil, der aus den
Mikrokapseln abgegeben wurde, festgestellt.
Weiterhin wurde die 100%ige Freigabezeit des aktiven
Bestandteils aus den Mikrokapseln dadurch untersucht,
daß man Mikrokapseln zu einer Standardlösung von pH 6,8
gemäß British Pharmacopeia (1973) gab und dann die Zeit
maß, die erforderlich war, um 100% der aktiven Bestandteile
aus den Mikrokapseln freizugeben.
Aus der nachfolgenden Tabelle 2 wird erkennbar, daß
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren die Mikrokapseln
in hoher Ausbeute erhalten werden konnten. Weiterhin
waren diese Mikrokapseln ausgezeichnet als enterisch
überzogene Mikrokapseln geeignet, weil eine langsame
Freigabe des aktiven Bestandteils in der simulierten
Magenflüssigkeit erfolgt, jedoch eine schnelle Freigabe
bei einem pH von 6,8.
Glutathion enthaltende Mikrokapseln wurden nach der nachfolgend
beschrieben Verfahrensweise hergestellt. Dann
wurde die Ausbeute der erhaltenen Mikrokapseln, die Menge
der in den Mikrokapseln enthaltenen aktiven Substanz, die
100%ige Freigabezeit (die Zeit, die erforderlich ist, um
100% an aktiven Bestandteilen aus den Mikrokapseln freizugeben)
in einer simulierten Magenflüssigkeit bzw. die
50%ige Freigabezeit der Mikrokapseln in einer Pufferlösung
(pH 6,0) untersucht.
20 Gewichtsteile einer wäßrigen 15 G/V%igen Methyl
zelluloselösung wurden zu einer Mischung aus 40 Gewichtsteilen
Glutathion und 57 Gewichtsteilen Laktose gegeben
und das Gemisch wurde in üblicher Weise granuliert und getrocknet.
Das so erhaltene Granulat (Teilchengröße:
350 bis 420 µm) wurde als Kernmaterial verwendet.
180 g 2-Methyl-5-vinylpyridin-Methylacrylat-Methacrylsäure-
Copolymer (Molverhältnis 2,4 : 1,9 : 1) (dieses Copolymer
ist in Wasser bei einem pH von niedriger als 4 oder
höher als 7 löslich aber nicht in Wasser mit einem ph
von 4 bis 7) und 100 g Ethylzellulose (Ethoxygehalt: 48
bis 50 G/G%) wurden in 2 l Methanol gelöst und dann
wurden 300 g des Glutathion enthaltenden Granulats darin
dispergiert. Zu dieser Dispersion wurden allmählich 2 l
Aceton und 8 l n-Hexan gegeben. Die gebildeten Mikrokapseln
wurden durch Filtrieren gewonnen und mit Aceton-n-Hexan
(1 : 2) und dann mit n-Hexan gewaschen. Nach dem Trocknen
der Mikrokapseln wurden die Mikrokapseln, die durch einen
JIS-Standard-Sieb (500 µm Öffnung) hindurchgingen, aber
nicht durch einen JIS-Standard-Sieb (105 µm Öffnung)
gesammelt. 467 g an Glutathion enthaltenden Mikrokapseln,
die der Spezifizierung "feinkörnig" gemäß Pharmacopeia
of Japan, 9. Ausgabe, entsprachen, wurden dabei
erhalten.
Wenn man andererseits glutathionhaltige Mikrokapseln
(Kontrollprobe) in der gleichen Weise wie oben herstellte, jedoch
ohne Verwendung von Ethylzellulose, agglomerierten
die Mikrokapseln zusammen zu großen Klumpen, die jeweils
aus Milliarden einzelner Kapseln bestanden und man konnte
keine Mikrokapseln, die der vorerwähnten Spezifizierung
"feinkörnig" entsprachen, erhalten.
Die gemäß (ii) erhaltenen Mikrokapseln wurden zu einer
simulierten Magenflüssigkeit gemäß The Pharmacopeia
of Japan, 9. Ausgabe, gegeben und das Gemisch wurde bei
37°C gerührt. Die Menge der freigegebenen aktiven Substanz
aus den Mikrokapseln wurde von Zeit zu Zeit gemessen
und die 100%ige Freigabezeit der aktiven Substanz
aus den Mikrokapseln wurde daraus berechnet.
Weiterhin wurde die 50%ige Freigabezeit für die aktive
Substanz in den Mikrokapseln untersucht, indem man die
Mikrokapseln zu einer Standardlösung mit einem pH von
6,0 gemäß British Pharmacopeia (1973) gab und dann die
Zeit maß, die erforderlich war, um 50% der aktiven
Bestandteile aus den Mikrokapseln freizugeben.
Aus der nachfolgenden Tabelle 3 geht hervor, daß man
die Glutathion enthaltenden Mikrokapseln erfindungsgemäß
in hoher Ausbeute erhalten konnte. Weiterhin waren
die unter Verwendung eines 2-Methyl-5-vinylpyridin-
Methylacrylat-Methacrylsäure-Copolymers (wobei das Polymer
sowohl im Magen als auch in den Eingeweiden löslich
ist) als wandbildendes Material erhaltenen Mikrokapseln
sehr stabil in einer Pufferlösung von pH 6,0. Daraus
kann man ableiten, daß bei oraler Verabreichung die
Mikrokapseln im wesentlichen keine aktiven Bestandteile
in der Mundhöhle freigeben.
180 g Methylacrylat-Methacrylsäure-Methylmethacrylat-
Copolymer (Molverhältnis 1 : 1, 2 : 1,2), 180 g Acetylglyze
rinmonostearat und 120 g Ethylzellulose (Ethoxygehalt:
48,5%, Viskosität (gemessen bei 25°C in einer Toluol-
Ethanol (4 : 1)-Lösung, enthaltend 5 G/G% der Ethylzellulose);
45 mPa · s) wurden in 2 l Ethanol gelöst. 300 g
Glutathion einer Teilchengröße von 250 bis 420 µm wurden
in der Lösung dispergiert und zu der Dispersion wurden
allmählich unter Rühren 400 UpM 4 l Cyclohexan gegeben.
Die erhaltenen Mikrokapseln wurde abfiltriert,
mit Ethanol-Cyclohexan (1 : 3) und dann mit Cyclohexan gewaschen
und schließlich getrocknet. Die Mikrokapseln
wurden durch einen JIS-Standard-Sieb (500 µm Öffnung)
gesiebt und dabei erhielt man 464 g glutathionhaltige
Mikrokapseln, die der Spezifizierung "feinkörnig" gemäß
The Pharmacopeia of Japan, 9. Ausgabe, entsprachen.
Mengen an in den Mikrokapseln enthaltenem Glutathion:
62,7 G/G%.
Menge an in einer simulierten Magenflüssigkeit freigegebenem
Glutathion (berechnet in gleicher Weise wie im
Versuch I, Abstatz (iii)): 15%.
100%ige Freigabezeit an Glutathion in einer Standardlösung
von pH 6,0 (berechnet in gleicher Weise wie im
Versuch I, Absatz (iii)): ≦28 Minuten.
Mikrokapseln wurden in gleicher Weise wie in Beispiel 1
hergestellt, wobei jedoch 180 g Zelluloseacetatphthalat
(Acetylgehalt: 21,8 G/G%, Carboxybenzoylgehalt: 32,5 G/G%)
in 35 g Polyethylenglykol 1500 anstelle des Methylacrylat-
Methacrylsäure-Methylmethacrylat-Copolymers
sowie Acetylglyzerinmonostearat verwendet wurden. Es
wurden 461 g glutathionhaltige Mikrokapseln, die der
Spezifizierung "feinkörnig" entsprachen, erhalten.
Menge an in den Mikrokapseln enthaltenem Glutathion:
63,0 G/G%.
Menge an in einer simulierten Magenflüssigkeit freigegebenem
Glutathion (berechnet in gleicher Weise wie im
Versuch I, Absatz (iii)): 17%.
100%ige Freigabezeit an Glutathion in einer Standardlösung
mit pH 6,8 (berechnet in gleicher Weise wie im
Versuch I, Absatz (iii) beschrieben)): ≦34 Minuten.
180 g 2-Vinylpyridin-Methacrylat-Methacrylsäure-Copolymer
(Molverhältnis=1 : 2 : 1), 120 g Ethylzellulose (Ethoxygehalt
und Viskosität sind die gleichen wie in Beispiel 1)
und 144 g Glyzerinmonocaprylat wurden in 2 l Mathanol
gelöst. In der Lösung wurden 300 g Alloprinol (chemische
Bezeichnung: 1H-Pyrazolo-[3,4-d]-pyrimidin-4-ol) mit einer
Teilchengröße von 74 bis 177 µm dispergiert. Tropfenweise
gab man zu der Dispersion unter Rühren mit 400 UpM 2 l
Aceton und dann 8 l n-Hexan. Die gebildeten Mikrokapseln
wurden abfiltriert, mit Aceton-n-Hexan (1 : 2) und dann
mit n-Hexan gewaschen und anschließend getrocknet. Dann
wurden die Mikrokapseln durch einen JIS-Standard-Sieb
(250 µm Öffnung) gesiebt, wobei man 469 g alloprinolhaltige
Mikrokapseln erhielt, die der Spezifizierung "Pulver"
gemäß Pharmacopeia of Japan, 9. Ausgabe, entsprachen.
Menge des in den Mikrokapseln enthaltenen Alloprinols:
62,7 G/G%.
100%ige Freigabezeit an Alloprinol in einer simulierten
Magenflüssigkeit (gemessen in gleicher Weise wie im
Versuch II, Absatz (iii)): ≦5 Minuten.
50%ige Freigabezeit für Alloprinol in einer Standardlösung
mit pH 6,0 (berechnet in gleicher Weise wie im
Versuch II, Absatz (iii) beschrieben): 90 Minuten.
180 g Polyvinylacetal-diethylaminoacetat (Stickstoffgehalt:
2,0 G/G%), 100 g Ethylzellulose (der Ethoxygehalt
und die Viskosität waren die gleichen wie in Beispiel 1)
und 70 g Glyzerintriacetat wurden in 2 l Aceton gelöst.
300 g einer Mischung aus Kaliumaspartat und Magnesiumaspartat
(Mengenverhältnis 1 : 1, Teilchengröße 105 bis
350 µm) wurden in der Lösung dispergiert und dann wurden
bei -20°C und unter Rühren mit 300 UpM 35 l Ethylether
allmählich zu der Dispersion gegeben. Die gebildeten
Mikrokapseln wurden abfiltriert, mit Aceton-Ethylether
(1 : 3) und dann mit Ethylether gewaschen und schließlich
getrocknet. Dann wurden die Mikrokapseln durch einen
JIS-Standard-Sieb (500 µm Öffnung) gesiebt, wobei man
471 g aspartathaltige Mikrokapseln erhielt, die der Spezifizierung
"feinkörnig" entsprachen.
Menge an in den Mikrokapseln enthaltenem Kaliumaspartat:
31,5%.
Menge an in den Mikrokapseln enthaltenem Magnesiumaspartat:
31,7%.
100%ige Freigabezeit für Kaliumaspartat in einer simulierten
Magenflüssigkeit (berechnet in gleicher Weise
wie im Versuch II, Absatz (iii) beschrieben): ≦4 Minuten.
180 g Hydroxypropylmethylzellulosephthalat (Methoxygehalt:
22 G/G%, Hydroxypropylgehalt: 8 G/G%, Carboxybezoylgehalt:
24 G/G%, 120 g Ethylzellulose (Ethoxygehalt: 48,5 G/G%,
Viskosität (gemessen bei 25°C in einer Toluol-
Ethanol(4 : 1)-Lösung, enthaltend 5 G/G% Ethylzellulose):
100 mPa · s) und 100 g Dimethylpolysiloxan (Viskosität gemessen
bei 25°C: 200 mPa · s) wurden in einer Mischung aus 750 ml
Aceton, 750 ml Methanol und 900 ml Cyclohexan gelöst. Dann
wurden 300 g Kaliumchlorid (Kernmaterial) mit einer Teilchengröße
von 149 bis 250 µm in der Lösung dispergiert
und 3 l Cyclohexan wurden allmählich unter Rühren mit
300 UpM bei 5°C zugegeben. Die erhaltenen Mikrokapseln
wurden abfiltriert, bei 5°C mit Methanol-Aceton-Cyclohexan
(1 : 1 : 5) und dann mit n-Hexan gewaschen und schließlich
getrocknet. Dann wurden die Mikrokapseln durch einen
JIS-Standard-Sieb (350 µm Öffnung) gesiebt, wobei man
472 g kaliumchloridhaltige Mikrokapseln erhielt, die
der Spezifizierung "Pulver" gemäß obiger Definition
entsprachen.
Menge an Kaliumchlorid in den Mikrokapseln: 62,6 G/G%.
Menge an Kaliumchlorid, das in einer simulierten Mangenflüssigkeit
freigegeben wurden (berechnet in gleicher
Weise wie in Versuch I, Absatz (iii)): 20%.
100%ige Freigabezeit für Kaliumchlorid in einer Standardlösung
von pH 6,8 (berechnet in gleicher Weise wie
im Versuch I, Absatz (iii)): ≦17 Minuten.
200 g Carboxymethylethylzellulose (Substitutionsgrad der
Ethoxygruppen/Mol. Glukose=0,65), 110 g Ethylzellulose
(Ethoxygehalt und Viskosität waren die gleichen wie in
Beispiel 1) und 40 g Polymilchsäure wurden in 2 l Ethylacetat
gelöst. 300 g Sulfamethizol mit einer Teilchengröße
von 210 bis 297 µm wurden in der Lösung dispergiert.
Nach dem Kühlen der Dispersion auf -10°C wurden 5 l
Ethylether allmählich bei der gleichen Temperatur unter
Rühren mit 350 UpM zugegeben. Die erhaltenen Mikrokapseln
wurden abfiltriert, bei -10°C mit Ethylacetat-Ethylether
(1 : 2,5) und anschließend mit n-Hexan gewaschen und
dann getrocknet. Dann wurden die Mikrokapseln durch einen
JIS-Standard-Sieb (350 µm Öffnung) gesiebt, wobei man
520 g sulfamethizolhaltige Mikrokapseln erhielt, die der
Spezifizierung "Pulver" entsprachen.
Menge an Sulfamethizol in den Mikrokapseln: 56,1 G/G%.
Menge an in einer simulieren Magenflüssigkeit freigebenem
Sulfamethizol (berechnet in gleicher Wewise wie im
Versuch I, Absatz (iii)): 2,1%.
100%ige Freigabezeit für Sulfamethizol in einer Standardlösung
von pH 6,8 (berechnet in gleicher Weise wie im
Versuch I, Absatz (iii) beschrieben): ≦21 Minuten.
Mikrokapseln wurden wie in Beispiel 1 hergestellt, wobei
jedoch 180 g eines Methylacrylat-Methacrylsäure-Copolymers
(Molverhältnis 1 : 1) und 30 g Polymilchsäure verwendet
wurden anstelle von Methylacrylat-Methacrylsäure-
Methylmethacrylat-Copolymer und Acetylglyzerinmonostearat.
Man erhielt 480 g an glutathionhaltigen Mikrokapseln, die
der Spezifizierung "feinkörnig" entsprachen.
Menge an Glutathion, das in einer simulierten Magenflüssigkeit
freigegeben wurde (berechnet in gleicher Weise wie
im Versuch I, Absatz (iii)): 11%.
100%ige Freigabezeit für Glutathion in einer Standardlösung
von pH 6,8 (berechnet in gleicher Weise wie im Versuch I,
Absatz (iii) beschrieben): ≦23 Minuten.
240 g Dimethylaminoethylmethacrylat-Methylmethacrylat-
Copolymer (Molverhältnis 1 : 1) und 140 g Ethylzellulose
(Ethoxygehalt: 54,8 G/G%, Viskosität (gemessen bei
25°C in einer Toluol-Ethanol(4 : 1)Lösung, enthaltend
5 G/G% der Ethylzellulose): 5 cP) wurden in 2 l Aceton-
Cyclohexan (1 :3,8) gelöst. 300 g Diltiazem-Hydrochlorid
mit einer Teilchengröße von 210 bis 297 µm wurden in
der Lösung dispergiert und dann wurden 40 l Cyclohexan allmählich
bei 40°C unter Rühren mit 300 UpM zugegeben.
Die erhaltenen Mikrokapseln wurden abfiltriert, bei 40°C
mit Cyclohexan und bei 6°C mit n-Hexan gewaschen und
dann getrocknet. Dann wurden die Mikrokapseln durch einen
JIS-Standard-Sieb (350 µm Öffnung) gesiebt, wobei man
534 g Diltiazem-Hydrochlorid-haltige Mikrokapseln erhielt,
die der Spezifizierung "Pulver" entsprachen.
Menge an Diltiazem-Hydrochlorid, enthalten in den Mikrokapseln:
55,6 G/G%.
100%ige Freigabezeit an Diltiazem-Hydrochlorid in einer
simulierten Magenflüssigkeit (berechnet in gleicher
Weise in Versuch II, Absatz (iii)): ≦10 Minuten.
50%ige Freigabezeit an Diltiazem-Hydrochlorid in einer
Standardlösung mit pH 6,0 (berechnet in gleicher Weise
wie im Versuch II, Absatz (iii) beschrieben): 70 Minuten.
Mikrokapseln wurden in gleicher Weise wie in Beispiel 1
hergestellt, wobei jedoch 180 g Methacrylsäure-Methylmethacrylat-
Copolymer (Molverhältnis 1 : 1) und 20 g Glyzerinmonoacetat
verwendet wurden, anstelle von Methylacrylat-
Methacrylsäure-Methylmethacrylat-Copolymer und Acetyl
glyzerinmonostearat. Es wurden 466 g glutathionhaltige
Mikrokapseln erhalten, die der Spezifizierung "feinkörnig"
entsprachen.
Mikrokapseln wurden in gleicher Weise wie in Beispiel 1
hergestellt, wobei jedoch 180 g Methacrylsäure-Methylmethacrylat-
Copolymer (Molverhältnis 1 : 2) und 20 g Glyzerinmonostearat
verwendet wurden anstelle von Methylacrylat-
Methacrylsäure-Methylmethacrylat-Copolymer und Acetylgly
zerinmonostearat. Es wurden 470 g glutathionhaltige Mikrokapseln
erhalten, die der Spezifizierung "feinkörnig"
entsprachen.
Mikrokapseln wurden in gleicher Weise wie in Beispiel 1
beschrieben hergestellt, wobei jedoch 180 g Methacrylsäure-
Ethylacrylat-Copolymer (Molverhältnis 1 : 1) und 20 g
Glyzerindiacetat anstelle von Methylacrylat-Methacrylsäure-
Methacrylmethacrylat-Copolymer und Acetylglyzerinmono
stearat verwendet wurden. Man erhielt 461 g glutathionhaltige
Mikrokapseln, die der Spezifizierung "feinkörnig"
entsprachen.
200 g 2-Dimethylaminoethylmethacrylat-Methylmethacrylat-
Butylmethacrylat-Copolymer (Molverhältnis 2 : 3 : 1) und
100 g Ethylzellulose (Ethoxygehalt: 48,1%, Viskosität
(gemessen bei 25°C in einer Toluol-Ethanol(4 : 1)Lösung, enthaltend
5 G/G% Ethylzellulose) 200 cP) wurden in 200 l
Aceton-Isopropanol (1 : 1) gelöst. 300 g Glutathion mit
einer Teilchengröße von 149 bis 297 µm wurden in der Lösung
dispergiert und dann wurden allmählich zu der Dispersion
bei 5°C unter Rühren mit 400 UpM 8 l n-Hexan gegeben.
Die erhaltenen Mikrokapseln wurden abfiltriert, mit n-Hexan
gewaschen und getrocknet. Dann wurden die Mikrokapseln
durch einen JIS-Standard-Sieb (350 µm Öffnung) gesiebt,
wobei man 490 g glutathionhaltige Mikrokapseln erhielt,
die der Spezifizierung "Pulver" entsprachen.
Claims (12)
1. Verfahren zur Herstellung von Mikrokapseln, gekennzeichnet
durch folgende Stufen:
- (i) Auflösen von polymerem Beschichtungsmaterial, wobei das Polymermaterial entweder ein wasserunlösliches, säurelösliches polymeres Über zugsmaterial, ein enterisches polymeres Überzugsmaterial oder ein amphoteres polymeres Überzugsmaterial ist, und Ethylzellulose in einem Lösungs mittel,
- (ii) Dispergieren und pharmazeutisch aktiven Verbindungen in der Lösung,
- (iii) Zugabe einer organischen Flüssigkeit, die mit dem Lösungsmittel mischbar ist und die das polymere Überzugsmaterial und die pharmazeutisch aktive Verbindung nicht auflöst, zu der Dispersion, und
- (iv) Gewinnung der so gebildeten Mikrokapseln.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das polymere Überzugsmaterial
Carboxyalkylalkylzellulose; Phthalsäure- oder Bern
steinsäureester von Alkylzellulose, Hydroxyalkylalkyl
zellulose oder Zelluloseacetat; ein Copolymer von
Acryl- oder Methacrylsäure und einem Alkylester von
Acrylsäure oder Methacrylsäure; ein Copolymer von
Arcyl- oder Methacrylsäure, Alkylacrylat und Alkyl
methacrylat; ein Copolymer von (A) Dialkylamino
alkylmethacrylat und (B) einem oder zwei Alkylmeth
acrylaten; Polyvinylacetaldialkylaminoacetat; oder
ein Copolymer von (A) Vinylpyridin oder Alkylvinyl
pyridin, (B) Acryl- oder Methacrylsäure und (C) einem
Monomer ausgewählt aus Acrylnitril, Styrol und einem
Alkylester von Acryl- oder Methacrylsäure ist.
3. Verfahren gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Alkylgruppe in
dem polymeren Überzugsmaterial eine Alkylgruppe mit
1 bis 4 Kohlenstoffatomen ist.
4. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das polymere Überzugsmaterial
Carboxymethylethylzellulose,
Hydroxypropylmethylzellulosephthalat, ein Copolymer
aus Dimethylaminoethylmethacrylat, Methylmethacrylat
und Butylmethacrylat, Polyvinylacetaldiethyl
aminoacetat, ein Copolymer aus Methacrylsäure,
Methylacrylat und Methylmethacrylat, ein Copolymer
aus Methacrylsäure und Methylmethacrylat, ein Copolymer
aus Methacrylsäure und Ethylacrylat, ein Copolymer
aus 2-Vinylpyridin, Methacrylsäure und Methylacrylat
oder ein Copolymer aus 2-Methyl-5-vinylpyridin,
Methacrylat und Methacrylsäure ist.
5. Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß man Ethylzellulose
mit einem Ethoxygehalt von 44 bis 55 G/G%
verwendet.
6. Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß man
Ethylzellulose mit einem Ethoxygehalt von 44 bis 55 G/G%
und mit einer Viskosität (gemessen bei 25°C bei
einer 5 G/G% Lösung in Toluol-Ethanol) von 3 bis
500 mPa · s verwendet.
7. Verfahren gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Ethylzellulose eine Viskosität
von 40 bis 350 mPa · s hat.
8. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß das polymere Über
zugsmaterial und Ethylzellulose mit einem Ethoxygehalt
von 44 bis 55 G/G% in dem Lösungsmittel gelöst
werden, daß Teilchen (Teilchengröße 5 bis 1000 µm)
der pharmazeutisch aktiven Verbindung in der Lösung
dispergiert werden und daß man die organische Flüssigkeit
allmählich zu der Dispersion gibt unter Ausbildung
von Überzugswänden aus dem polymeren Überzugsmaterial
auf und um die Teilchen aus der pharmazeutisch
aktiven Verbindung.
9. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß zu der
Lösungmittellösung zusätzlich ein Weichmacher gegeben
wird.
10. Verfahren gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß der Weichmacher ausgewählt
ist aus der Klasse: Glyzerinmonoacetat, Glyzerindiacetat,
Glyzerintriacetat, Propylglykol, Polyvinyl
acetat, einem Ester von Glyzerin oder Acetylglyzerin
mit einer Alkansäure mit 10 bis 18 Kohlenstoffatomen,
Polyethylenglykol, Dialkylpolysiloxan und Polymilch
säure.
11. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß das polymere
Überzugsmaterial in einer Menge von 0,02 bis 10 g pro
g der pharmazeutisch aktiven Verbindung verwendet wird
und daß die Ethylzellulose in einer Menge von 0,05 bis 5 g/g
des polymeren Überzugsmaterials verwendet wird.
12. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet, daß der Weichmacher
in einer Menge von 0,01 bis 1,0 g/g des polymeren
Überzugsmaterials verwendet wird.
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