DE3233943C2 - Stabilisierungsmittel für Polymerisate, Verfahren zu ihrer Herstellung und ihre Verwendung - Google Patents
Stabilisierungsmittel für Polymerisate, Verfahren zu ihrer Herstellung und ihre VerwendungInfo
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Description
Die ersten Ester von 2,2,6,6-
Tetramethylpiperin-4-ol mit Monocarbonsäuren sind in "Chemische Berichte" 45, 2060
(1912) beschrieben worden, und zwar die Benzoe- und Essigsäure
ester.
Die Ester dieser sowie auch weiterer aliphatischer Mono
carbonsäuren mit 2,2,6,6-Tetramethylpiperidin-4-ol sind in
GB-A-13 90 250 beschrieben worden. Ebenfalls ist auch
ihre Verwendung in Polymerisaten gegen schädliche Wirkungen von
Licht und Wärme beschrieben worden, beispielsweise
in AT-A-3 20 992. Die Ester von 2,2,6,6-Tetramethyl
piperidin-4-ol und 1-Alkyl-2,2,6,6-tetramethylpiperidin-4-olen
mit Mono-, Di-, Tri- und Tetracarbonsäuren, die aromati
sche und alicyclische Gruppen sowie auch Heteroatome enthalten,
sind beispielsweise in DE-A-22 58 752 und in US-A-
39 92 390 erwähnt. Es sind ferner verschiedene Methoden zur Her
stellung dieser Ester bekannt. Eine der vorteilhaftesten stellt
die Umesterung der Säurealkylester, die von den nieder
molekularen Alkoholen abgeleitet sind, beispielsweise der Methyl-,
Ethyl- oder Propylester, mit entsprechenden 2,2,6,6-Tetramethyl
piperidin-4-olen oder mit ihren Derivaten das (GB-A-13 90 252).
Obwohl Piperidylester von aliphatischen Monocarbonsäuren,
insbesondere mit einer kleineren Anzahl Kohlenstoffatome in der
Säure als 12, allgemein bekannt sind, ist dies beispielsweise bei
den 2,2,6,6-Tetramethylpiperidin-4-olestern mit ungesättigten
Monocarbonsäuren nicht der Fall.
Es wurde nun im Rahmen der Erfindung darüber hinaus festge
stellt, daß Gemische von Estern von gegebenenfalls auch ungesättigten aliphatischen Monocarbon
säuren mit 14 bis 18 Kohlenstoffatomen mit 2,2,6,6-Tetramethyl
piperidin-4-ol, die gegebenenfalls
noch entsprechende Piperidiniumsalze dieser Ester
in einer bestimmten Zusammensetzung enthalten, überraschende und
unerwartete Eigenschaften aufweisen, welche im Vergleich nicht
nur mit den bekannten Piperidylestern, sondern auch mit den bis
jetzt bekannten Stabilisatoren auf der Basis des 2,2,6,6-Tetramethyl
piperidins außerordentlich vorteilhaft sind.
Die bis jetzt bekannten Lichtstabilisatoren auf der Basis von
2,2,6,6-Tetramethylpiperidinolderivaten einschließlich der ali
phatischen Monocarbonsäureester sind zwar durch eine gute
lichtstabilisierende Wirksamkeit in Polymerisaten, insbesondere
in den Polyolefinen, gekennzeichnet, aber diese lichtstabilisie
rende Wirksamkeit wird stark herabgesetzt, wenn das Polymerisat
einer Belastung bei höheren Aufarbeitungstemperaturen bzw. dem
Extraktionseinfluß von Flüssigkeiten, beispielsweise bei der
Extraktion, beim Waschen und ähnlichem, ausgesetzt wird. Es
ist außerdem bekannt, daß sich monomere Produkte auf der Basis von
2,2,6,6-Tetramethylpiperidinderivaten in denjenigen Fällen
nicht verwenden lassen, wo es erforderlich ist, daß die akute
orale Toxizität des Produktes, LD₅₀, mehr als 10 g/kg Körpermasse
beträgt.
Polymere Piperidinstabilisatoren besitzen geringere Empfindlichkeit gegenüber der
Extraktion mit Flüssigkeiten und eignen sich
dadurch auch für den Einsatz in Fällen, in denen bei
spielsweise Kontakt mit Lebensmitteln erfolgt. Trotzdem
sind sogar diese Stabilisatoren durch eine verminderte Wirksam
keit in Polymerisaten, insbesondere in Polypropylen, gegen
über den monomeren Stabilisatoren gekennzeichnet.
Die bekannten Verfahren zur Herstellung von 2,2,6,6-Tetra
methylpiperidin-4-olestern (siehe z. B. DE-A-22 04 659) erfordern
einen beträchtlichen Arbeitsaufwand.
Auch bei den vorteilhaftesten Verfahren ist mindestens eine
zusätzliche Verfahrensstufe - beispielsweise die Herstellung
des Alkylesters, des Säurechlorids und ferner die Verwendung
eines Katalysators - erforderlich. Außerdem entstehen bei diesen Ver
fahren wäßrige Rückstände, und es ist notwendig, die Neben
produkte, wie niedere Alkohole bzw. Halogenwasserstoff, und
Katalysatoren zu entfernen. Ferner ist es bei den bekannten Ver
fahren notwendig, bereits bei der Herstellung von Zwischenpro
dukten (Säurechloriden oder niederen Säureestern) von chemisch
reinen Stoffen auszugehen, und es sind deshalb weitere Schritte
zur Reinigung der Rohstoffe erforderlich.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, unter
Beseitigung der oben erläuterten
Nachteile ein Stabili
sierungsmittel für Polyolefine und Polyurethane und ein Verfahren zu seiner Herstel
lung anzugeben.
Die Aufgabe wird anspruchs
gemäß gelöst. Die abhängigen Ansprüche betreffen vorteilhafte Ausführungs
formen der Erfindung.
Das erfindungsgemäße
Stabilisierungsmittel für Polyolefine, Styrolpoly
merisate und -copolymerisate und Polyurethane enthält
2,2,6,6-Tetramethylpiperidin-4-ol
ester und ist
dadurch gekennzeichnet, daß es
besteht aus
- (A) 80 bis 100 Masse-% eines Gemisches von 2,2,6,6-Tetra methylpiperidin-4-olestern der allgemeinen Formel I und
- (B) 0 bis 20 Masse-% eines Gemisches der entsprechenden
Piperidiniumsalze der allgemeinen Formel II
worin bedeuten:
R H, C1-18-Alkyl, Allyl oder Benzyl und
R¹ eine von geradkettigen und/oder verzweigten und gegebenenfalls ungesättigten aliphatischen Carbon säuren mit 14 bis 18 C-Atomen abgeleitete Acyl gruppe.
Das Stabilisierungsmittel kann auch übliche Zusatz-
und Hilfsstoffe enthalten.
Das Estergemisch der allgemeinen Formel I (Komponente A) sowie auch das
gegebenenfalls anwesende Estergemisch der allgemeinen Formel II (Kompo
nente B) enthält 37 bis 70 Masse-%, vorzugsweise 44 bis 65 Masse-%,
Verbindungen mit R¹ gleich Stearoyl, 29 bis 52 Masse-%,
vorzugsweise 31 bis 49 Masse-%, Verbindungen mit R¹ gleich
Palmitoyl, 0,2 bis 6,0 Masse-%, vorzugsweise 0,3 bis
4,0 Masse-%, Verbindungen mit R¹ gleich Heptadecanoyl,
0,1 bis 5,0 Masse-%, vorzugsweise 0,1 bis 2,2 Masse-%,
Verbindungen mit R¹ gleich Myristoyl und 0,2 bis
6,0 Masse-%, vorzugsweise 0,3 bis 1,5 Masse-%, Verbindungen
mit R¹ gleich Oleoyl. Diese Verbin
dungen bilden zusammen jeweils 100 Masse-% der jeweiligen Gemische.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung des Stabi
lisierungsmittels besteht darin, daß man ein 2,2,6,6-Tetra
methylpiperidin-4-olderivat der Formel III,
worin R die obige Bedeutung besitzt,
mit einem Monocarbonsäuregemisch der allgemeinen Formel IV,
R¹-OH (IV)
worin R¹ die obige Bedeutung hat, durch Erhitzen auf eine Temperatur von 150
bis 260°C, vorzugsweise 180 bis 240°C, unter kontinuierlichem
Abdestillieren des gebildeten Reaktionswassers verestert.
Aus US-A-40 56 507 waren Piperidinmonoester bekannt, die
in 4-Stellung mit einer speziellen Dicarbonsäure verestert
sind, deren zweite Carboxylgruppe entweder in freier Form
oder als Metallsalz vorliegt. Dementsprechend liegt keine
Vergleichbarkeit mit den erfindungsgemäß eingesetzten
Verbindungen der Formeln I und II vor, deren Vereste
rungskomponente jeweils eine Monocarbonsäure ist. Dement
sprechend sind auch die physikalischen und physikalisch-
chemischen Eigenschaften dieser Verbindungen nicht ver
gleichbar.
US-A-40 49 647 betrifft andererseits 2,2,6,6-Tetramethyl
piperidin-4-ol-Derivate, die an der OH-Gruppe in 4-Stel
lung mit einer Monocarbonsäure verestert sein können.
Spalte 5, letzter Absatz, bis Spalte 6, 2. Absatz sowie
den Spalten 8 bis 10 dieser Druckschrift sind Beispiele
für derartige Piperidin-4-olester zu entnehmen, wobei die
entsprechenden Acylgruppen der veresternden Monocarbonsäu
re unter einer außerordentlich großen Anzahl verschieden
ster Möglichkeiten ausgewählt werden können, da aliphati
sche, aromatische, Heteroatome aufweisende, alicyclische,
gesättigte wie auch ungesättigte Carbonsäuren genannt
sind. Dieser Druckschrift ist auch zu entnehmen (Spalte
36, vorl. Absatz), daß Gemische solcher Verbindungen als
Stabilisierungsmittel verwendet werden können, die mehrere
der dort offenbarten Verbindungen enthalten können.
Im Gegensatz dazu beruht das erfindungsgemäße Stabilisie
rungsmittel auf einer speziellen Formulierung von Gemi
schen, die zwingend mehrere Verbindungen der Formel I
(Komponente A) und mehrere Verbindungen der Formel II
(Komponente B) enthalten, wobei die veresternde Carbonsäu
re erfindungsgemäß eine aliphatische Carbonsäure mit 14
bis 18 C-Atomen darstellen muß. Es handelt sich erfin
dungsgemäß entsprechend um eine spezielle Auswahl von Ver
bindungen der Formel I und der Formel II.
US-A-38 40 494 sind ebenfalls Piperidinolester des erfin
dungsgemäß verwendeten Typs zu entnehmen, deren Eignung
als Stabilisierungsmittel angegeben ist.
Die Verwendung speziell ausgewählter Kombinationen be
stimmter Verbindungen ist auch dieser Druckschrift nicht
zu entnehmen.
Die erfindungsgemäße Verwendung besteht darin, die vorstehen
den Gemische zum Stabilisieren von Polyolefinen, Styrolpolymerisa
ten sowie -copolymerisaten und Polyurethanen zu verwenden.
Als eine Quelle der Monocarbonsäuren benutzt man ein
Gemisch, das in der technischen Praxis als "Stearin" bekannt
ist und das gewöhnlich 37 bis 70 Masse-%, überwiegend 44 bis
65 Masse-%, Stearinsäure, 29 bis 52 Masse-%, überwiegend 31 bis
49 Masse-%, Palmitinsäure, 0,2 bis 6,0 Masse-%, überwiegend 0,3
bis 4,8 Masse-%, Heptadecansäure, 0,1 bis 5,0 Masse-%, überwiegend
1,0 bis 2,2 Masse-%, Myristinsäure und 0,2 bis 6,0 Masse-%, über
wiegend 0,3 bis 1,5 Masse-%, Ölsäure enthält.
Das Säuregemisch wird durch Spaltung von Naturfetten erhalten.
Neben den genannten Säuren kann es noch höhermolekulare aliphati
sche, gegebenenfalls ungesättigte Carbonsäuren sowie auch
weitere Beimischungen enthalten, deren Charakter von der
Art der zur Spaltung eingesetzten Fette abhängig ist.
Es ist möglich, mit einem molaren Überschuß der sauren
oder der basischen Komponente zu arbeiten, aber am vor
teilhaftesten ist die Verwendung von äquimolaren Mengen.
Das Produkt kann man weiter mit üblichen Maßnahmen reinigen,
wie z. B. durch Kristallisation oder Destillation. Beim Er
hitzen der Reaktionskomponenten wird nach und nach das
Reaktionswasser abgetrennt; nach 10 Stunden ist die
Reaktion beendet. Als Rohprodukt erhält man ein Gemisch
der 2,2,6,6-Tetramethylpiperidin-4-olester mit den Mono
carbonsäuren der oben angegebenen Zusammensetzung und der Piperidi
niumcarboxylate dieser Ester. Die Zusammensetzung
des Gemisches hängt teils von der Zusammensetzung der
Ausgangssäuren, teils von dem molaren Verhältnis der Säuren
zum 2,2,6,6-Tetramethylpiperidin-4-ol ab. Die Ausbeute des
Produktes beträgt mehr als 90% der Theorie, in einigen
Fällen wurde sogar eine bis 99% der Theorie entsprechende
Ausbeute erzielt.
Die Ester, welche den Verbindungen der allgemeinen
Formel I entsprechen, lassen sich aus dem Gemisch mit den
Verbindungen der allgemeinen Formel II durch Waschen mit
einem organischen Lösungsmittel, beispielsweise Hexan,
bequem isolieren. Durch anschließende Filtration und
Abdampfen des Lösungsmittels aus dem Filtrat erhält man
in einer quantitativen Ausbeute das Produkt der allgemeinen
Formel I, wobei das Produkt der allgemeinen Formel II in Rein
form als Filterkuchen abgetrennt wird. Die Verbindungen der
allgemeinen Formel I kann man aus dem erwähnten Gemisch auch
durch Kristallisation isolieren.
Es wurde eingangs gezeigt, daß Verbindungen, die den Ver
bindungen ähnlich sind, aus welchen das Stabilisierungsmittel
gemäß der vorliegenden Erfindung besteht, gegen die schädliche
Licht- und Wärmewirkung in Polymerisaten verwendet werden.
Im Gegensatz dazu hat man in der bisher bekannten Literatur
die Verwendung von 2,2,6,6-Tetramethyl-4-piperidylestern mit
höheren aliphatischen und ungesättigten Säuren, isoliert aus
durch Spaltung von Fetten erhaltenen Gemischen und von Ge
mischen dieser Ester mit Ammoniumsalzen derartiger Säuren,
in Verbindung mit ihren überraschenden vorteilhaften Eigen
schaften nicht in Betracht gezogen.
Das erfindungsgemäße Stabilisierungsmittel läßt sich
vorteilhafterweise zur Steigerung der Beständigkeit gegen
Lichteinwirkung und gegen atmosphärische Einflüsse in syntheti
schen polymeren Materialien verwenden, welche dem Abbau unter
liegen, und zwar in Polyolefinen, wie Polyethylenen hoher und
niederer Dichte, Polypropylen und
Styrolpolymerisaten und deren Copolymerisaten sowie Poly
urethanen.
Das erfindungsgemäße Stabilisierungsmittel vereinigt
vorteilhafte Eigenschaften der beiden wirksamsten Gruppen von
Lichtstabilisatoren auf der Basis des 2,2,6,6-Tetramethyl
piperidin-4-ols, die niedermolekulare Stabilisatoren darstellen.
Es ist in erster Linie durch eine außerordentlich hohe
lichtstabilisierende Wirksamkeit in Polymerisaten, insbe
sondere in Polyolefinen, charakterisiert. Diese Wirksamkeit
kann sich nach einer vorhergehenden themischen Belastung
des Polymerisats ändern oder sogar erhöhen. Durch
Extraktion mit Flüssigkeiten, und zwar entweder mit
Wasser mit Zusatz eines Detergens oder mit sonstigen Flüssig
keiten, wird die Wirksamkeit zwar herabgesetzt, aber wesent
lich weniger als bei den bisher bekannten Stabilisatoren auf der
Basis des 2,2,6,6-Tetramethylpiperidin-4-ols. Auch nach der
Extraktion ist sie höher als bei den polymeren Stabilisator
typen auf Basis des 2,2,6,6-Tetramethylpiperidins. Einen
großen Vorteil stellt auch die außergewöhnlich geringe akute
perorale Toxizität dar; der LD₅₀-Wert beträgt mehr als
10 g/kg Körpermasse. Das Gemisch eignet sich für Anwendungen
unter extremen Bedingungen, welche an das polymere
Substrat, beispielsweise Polypropylenfasern, gestellt
werden.
Das Verfahren zur Herstellung des Stabilisierungsmittels
gemäß der Erfindung hat gegenüber den bisher bekannten Arbeits
weisen auch viele Vorteile. Im Prinzip ist es vor allem ver
hältnismäßig einfach, was dadurch gegeben ist, daß es sich um
eine direkte Veresterung handelt. Ein weiterer Vorteil liegt
darin, daß es nicht erforderlich ist, die an der Reaktion be
teiligten Stoffe vorher zu reinigen. Es ist auch nicht not
wendig, die Nebenprodukte zu beseitigen und das Verfahren ist
nicht mit Abwasserproblemen belastet, was
sich auch auf die Betriebskosten günstig auswirkt.
Darüber hinaus zeigen die nachfolgenden Beispiele weitere
Vorteile der Erfindung und erläutern im übrigen
die Erfindung noch eingehender, ohne einschränkend zu sein.
Alle prozentualen Mengenangaben sind massebezogen.
In einen mit einem Auf
satz zur azeotropen Destillation des Reaktionswassers versehenen 3-l-Reaktionskolben, wurden
962,8 g (6,12 mol) 2,2,6,6-Tetramethylpiperidin-4-ol und
1587 g (5,79 mol) eines Gemisches von aliphatischen Mono
carbonsäuren aus 60% Stearinsäure, 38%
Palmitinsäure und 0,3% Ölsäure gegeben. Das Gemisch wurde
in einem Ölbad 10 h auf 180 bis 200°C erhitzt.
Gleichzeitig destillierte man das Reaktionswasser durch den
Aufsatz ab. Die Reaktion war nach 10 Stunden beendet. Das
rohe Reaktionsgemisch (Ausbeute 99% der Theorie) wurde
aus Petrolether umkristallisiert. Das weiße kristalline Produkt besaß einen Schmelz
punkt von 30 bis 58°C. Durch Analyse mittels Infrarotspektroskopie,
Bestimmung der Säurezahl und NMR-Spektrosko
pie wurde festgestellt, daß das Produkt ein Gemisch von 90,2%
der oben angeführten Fettsäureester mit 2,2,6,6-Tetramethyl
piperidin-4-ol der allgemeinen Formel I und 9,8% der Salze
der oben erwähnten Ester
der allgemeinen Formel II war.
Auf dieselbe Weise wie in Beispiel 1 wurde aus 78,37 g
(0,28 mol) eines Gemisches aus 44% Stearin
säure, 49% Palmitinsäure, 4,8% Heptadecansäure,
1,9% Myristinsäure und 0,3% Ölsäure und 45 g
(0,28 mol) 2,2,6,6-Tetramethylpiperidin-4-ol ein Produkt
mit einem Schmelzpunkt von 29 bis 45°C erhalten, das
4,5% Salze und 95,5% Ester enthielt. Ausbeute
96,0% der Theorie.
In einen mit einem Aufsatz
zur azeotropen Destillation des Reaktionswassers versehenen 250-ml-Reaktionskolben wurden 45 g
(0,28 mol) 2,2,6,6-Tetramethylpiperidin-4-ol und 86,2 g (0,31 mol)
eines Gemisches von aliphatischen Monocarbonsäuren
aus 65% Stearinsäure, 31% Palmitinsäure,
0,3% Heptadecansäure, 2,2% Myristinsäure und
1,5% Ölsäure gegeben. Das Gemisch wurde 10 Stunden
in einem Ölbad auf 200 bis 240°C erhitzt. Das ab
destillierte Wasser wurde in dem Azeotropdestillationsaufsatz gesammelt.
Nach 10 Stunden destillierten 5,2 ml Wasser. Nach Abkühlen
wurde das Rohprodukt analysiert. Es enthielt 80,2% Ester der oben
angeführten Säuren und 19,8% Salze dieser
Ester. Ausbeute 98% der Theorie. Das Rohprodukt wurde
durch Vakuumdestillation bei 190 bis 220°C/133 Pa gereinigt. Es wurde
ein weißes Produkt erhalten; F. 29 bis 45°C.
Auf dieselbe Weise wie in Beispiel 1 wurde das Rohprodukt
hergestellt. Nach Abkühlen wurde das Reaktionsgemisch in Aceton
gelöst. Die erhaltene Suspension wurde filtriert; das
Filtrat wurde zur Trockne eingedampft. Der Rückstand wurde im
Vakuum bei 190 bis 205°C/133 Pa destilliert. Es wurde ein Ge
misch von 2,2,6,6-Tetramethylpiperidin-4-olestern der nachfolgenden
Zusammensetzung erhalten: 59,27% 2,2,6,6-Tetramethyl
piperidin-4-ylstearat, 35,48% 2,2,6,6-Tetramethylpiperidin-4-yl
palmitat, Spuren von 2,2,6,6-Tetramethylpiperidin-4-ylheptadecanoat,
2,51% 2,2,6,6-Tetramethylpiperidin-4-ylmyristat und
1,7% 2,2,6,6-Tetramethylpiperidin-4-yloleat (gaschromato
graphische Analyse).
In ein nicht stabilisiertes pulverförmiges Polypropylen mit
einem Isotaktizitätsindex von 96,64 und einem Schmelz
index bei 230°C von 8,58 g/10 min wurden 0,1%
3,5-Di-t-butyl-4-hydroxyphenyl-octadecylpropionat und
0,15% Calciumstearat eingerührt. Aus dem auf diese
Weise hergestellten Gemisch wurden zwei Proben erzeugt. Der
einen wurde zum Vergleich als Lichtstabilisator 2-Hydroxy-
4-octyloxybenzophenon in einer Menge von 0,3% zuge
setzt. Zu der zweiten Probe wurde in dergleichen Menge ein nach Beispiel 1 hergestelltes Ge
misch von 2,2,6,6-Tetramethylpiperidin-4-olestern und deren
Salzen zugegeben.
Jede Probe wurde ferner in einem
Brabender-Mischer bei einer Temperatur von 190°C in einer Stickstoffatmosphäre
5 min homogenisiert. Aus dem homogenisierten Polymerisat
wurden Folien einer Dicke von 0,5 mm gepreßt, aus welchen
Prüfkörperchen hergestellt wurden. Eine Gruppe der Prüfkörper
chen wurde der Waschprüfung im Wasser, das 4 g/l Detergens
enthielt, bei einer Temperatur von 50°C 24 Stunden lang unter
worfen. Diese Gruppe wurde zusammen mit der Gruppe der nicht gewasche
nen Prüfkörperchen einer beschleunigten Alterungsprüfung
(Gerät Xenotest 450) bei einer Temperatur von 45°C sowie einer
relativen Feuchte von 65% unterworfen.
Der gesamte Zyklus bestand aus einer trockenen Phase, 10 min
Brausen mit Wasser und einer Phase mit Drehung des Rahmens und
dauerte 170 min.
Die Änderungen bei der Alterung wurden durch Verfolgung
der Carbonylgruppenzunahme bewertet. Sie wurde durch Verfolgung
der Absorption mit einem Infrarot
spektrophotometer bei einer Wellenzahl von 1720 cm-1 be
stimmt.
Die Ergebnisse, die bei der Exposition von Proben mit
verschiedenen Lichtstabilisatoren erhalten wurden, sind in der
Tabelle 1 als Lebensdauer angegeben, d. h. als die
Zeit in Stunden, die bis zum Auftreten eines Absorptionsunterschieds ΔA von 0,3
bei =1720 cm-1 zwischen
der ursprünglichen Probe und der den oben angeführten Prüfungen
unterworfenen Probe verstreicht.
Aus dem in Beispiel 5 spezifizierten Polymerisat wurden in
einem Labor-Schnellmischer Gemische mit Zusätzen hergestellt.
Als Grundsystem wurde ein Gemisch aus 0,1% 2,6-Di-t-
butyl-4-methylphenol, 0,2% Tris[2,4-di-t-butylphenyl]
phosphit und 0,15% Calciumstearat verwendet. Zusätzlich zu den ange
führten Antioxidantien wurden den einzelnen Proben 0,3%
2-Hydroxy-4-octyloxybenzophenon 2,2,6,6-Tetramethyl
piperidin-4-olester nach Beispiel 3 bzw. Bis[2,2,6,6-Tetra
methylpiperidin-4-yl]sebacat zugegeben. Die homogenisierten
Proben wurden wiederholtem Strangpressen durch einen Labor-
Extruder (D=26 mm, L=20 D) unterworfen. Aus dem
erhaltenen Granulat wurden Folien mit
einer Dicke von 0,5 mm gepreßt (Temperatur 260°C, Preßzeit
10 min), aus welchen Prüfkörperchen hergestellt wurden. Diese
wurden unter den in Beispiel 5 angeführten Bedin
gungen dem Zyklustest unterzogen. Die erhaltenen Ergebnisse, ausgedrückt als
Lebensdauer in Stunden, sind in der Tabelle 2 angegeben.
In das Polymerisat von Beispiel 5 wurden
0,1% 2,6-Di-t-butyl-4-methylphenol und
0,15% Calciumstearat als das Basis-Stabilisierungs
system eingerührt. Zu diesem System wurden in einzelnen Proben je
0,25% der in Tabelle 3 angeführten Lichtstabilisatoren
zugegeben. Die Proben wurden homogenisiert. Auf die in
Beispiel 5 beschriebene Weise wurden daraus Prüfkörperchen
hergestellt, welche Waschvorgängen in 4 g/l Detergens enthaltendem
Wasser in zwei Gruppen unterworfen wurden. Die erste Gruppe
der Proben wurde bei einer Temperatur von 90°C 50 Stunden
lang gewaschen, die zweite Gruppe bei 50°C 24 Stunden lang.
Nach dem Waschen wurden die Proben der beschleunigten Alterung im Zyklustest
unter den in Beispiel 5 angegebenen Bedingungen unterworfen.
Nach 1500 Stunden wurden sie auf die Zunahme der Carbonyl
gruppen spektrophotometrisch untersucht. Die erhaltenen Er
gebnisse sind als Unterschiede in der Absorption ΔA vor und
nach der Alterung in der Tabelle 3 angegeben.
Nach dem in Beispiel 7 beschriebenen Verfahren hergestell
te und stabilisierte Proben wurden in zwei Serien einer thermi
schen Beanspruchung in einem Heißlufttrockenschrank unterworfen.
Die erste Serie wurde bei einer
Temperatur von 120°C 120 min, die zweite Serie bei 140°C
30 min lang einer thermischen Beanspruchung unterworfen. Nach dieser Beanspruchung wurden die
Proben der beschleunigten Alterung im Zyklustest unterworfen und spektrophotometrisch
auf die Carbonylgruppenzunahme wie in den vorstehenden
Beispielen untersucht. Die erhaltenen Ergebnisse sind in der
Tabelle 4 angegeben.
Die in Beispiel 5 beschriebenen Polymerisat-Antioxidans-
Gemische wurden in der Knetkammer eines Brabender-Mischers
bei Temperaturen von 190 bzw. 250°C 10 min lang verknetet.
Nach der Beanspruchung wurden Folien auf die in
Beispiel 7 beschriebene Weise hergestellt und auf dieselbe
Weise im Zyklustest bewertet. Die erhaltenen Ergebnisse
sind in der Tabelle 5 als Unterschiede in der Absorption
(ΔA) angegeben.
Aus einem nicht stabilisierten pulverförmigen Polyethylen
niederer Dichte und mit einem Schmelzindex von
2,35 g/10 min (bei 190°C) wurden Gemische mit Stabilisa
toren hergestellt. Die Proben enthielten als Antioxidans eine
Kombination von 0,1% 2,6-Di-t-butyl-4-methylphenol
und 0,1% Tris[2,4-di-t-butylphenyl]phosphit. Die
zweite Probe enthielt außerdem einen Zusatz eines Licht
stabilisators in einer Menge von 0,3%. Nach Homogeni
sierung in einer Labormischmaschine wurden die Proben
15 Durchgängen durch einen Labor-Extruder
(D=26 mm, L=200) bei Temperaturen von 115, 180 und 170°C
unterworfen. Aus dem Material nach dem 1. und 15. Durchgang
wurden bei 160°C (Zeit 10 min) Proben gepreßt, welche der beschleunigten
Alterung im Zyklustest unter den in Beispiel 5 beschriebenen Be
dingungen unterworfen wurden.
Die Zunahme der Carbonylgruppen wurde mit einem IR-Spektrophotometer verfolgt.
Die erhaltenen Ergebnisse, ausgedrückt als die zur
Erreichung von ΔA=0,15 erforderliche Zeit in Stunden, sind
in der Tabelle 6 angegeben.
Die in den Beispielen 5 bis 8 angegebenen Ergebnisse
weisen auf eine mehrfach höhere Wirksamkeit des erfindungs
gemäßen Stabilisierungsgemisches hin im Vergleich mit dem üblichen
Lichtstabilisator aus der Gruppe der substi
tuierten Benzphenone, gegebenenfalls auch mit anderen Stabili
satortypen aus der Gruppe der sterisch gehinderten Amine.
Einem ABS-Polymer wurden 0,5% Lichtstabilisatoren zugegeben.
Daraus hergestellte, 0,1 mm dicke Folien wurden mit einer
400 W-Quecksilberlampe mit Pyrex-Filter be
strahlt. Die Induktionsperiode τC=0 wurde durch IR-Spektroskopie verfolgt,
in der das Absorptionsverhältnis A1745/A1940
um eine Einheit zunimmt.
Die Ergebnisse sind in Tabelle 7 angegeben.
Die hohe stabilisierende Wirksamkeit bleibt bei dem er
findungsgemäßen Gemisch auch nach Waschen mit warmem,
Detergentien enthaltendem Wasser und nach thermischer Beanspruchung
erhalten, während die Wirksamkeit der Systeme, die Benzo
phenonderivate enthalten, unter diesen Bedingungen ausgeprägt
sinkt. Die genannte Eigenschaft des erfindungsgemäßen Stabili
sierungsgemisches läßt sich besonders bei
Polymerisaten praktisch ausnutzen, die
bei der Verarbeitung höhere Verarbeitungs
temperaturen erfordern oder die gegebenenfalls dem Kontakt
mit warmem Wasser bzw. mit einer wäßrigen Detergenslösung aus
gesetzt werden.
Das Beispiel bezieht sich auf den Vergleich erfindungsge
mäßer Stabilisierungsmittel mit dem Stand der Technik
gemäß US 38 40 494 sowie die synergistische Wirkung
erfindungsgemäßer Stabilisierungsmittel.
In US 38 40 494 ist in Spalte 6, Zeilen
28 und 29, angegeben, daß die dortigen Beispiele 1 bis 27
die Herstellung von Piperidin-4-olderivaten der dortigen Formel I
beschreiben, unter die auch erfindungsgemäß eingesetzte Verbindungen
der Formel I fallen. Der Nachvollzug des Syntheseverfahrens gemäß
dieser Druckschrift zeigt jedoch, daß hierbei nicht die
Verbindungen der Formel I erhalten werden, sondern entspre
chende Piperidiniumsalze, die wiederum nicht Gegenstand
dieser Druckschrift sind.
Zum Nachweis, daß nach der Verfahrensweise gemäß US 38 40 494
quartäre Piperidiniumsalze resultieren, wurde das dortige
Beispiel 18 wiederholt (Herstellung von 2,2,6,6-Tetramethyl
piperidin-4-ylstearat, wobei wie folgt verfahren wurde.
In einen mit Azeotropdestillationsaufsatz und Thermometer versehenen 250-ml-Kolben wurden 0,3 mol Stearinsäure und 0,3 mol 4- Hydroxy-2,2,6,6-tetramethylpiperidin eingewogen. Das Gemisch wurde 1 h auf 160 bis 180°C und dann bis zur Beendigung der Reaktion 12 h auf 220°C gehalten; das Reaktionsende wurde aufgrund der abdestillierten Wassermenge ermittelt.
In einen mit Azeotropdestillationsaufsatz und Thermometer versehenen 250-ml-Kolben wurden 0,3 mol Stearinsäure und 0,3 mol 4- Hydroxy-2,2,6,6-tetramethylpiperidin eingewogen. Das Gemisch wurde 1 h auf 160 bis 180°C und dann bis zur Beendigung der Reaktion 12 h auf 220°C gehalten; das Reaktionsende wurde aufgrund der abdestillierten Wassermenge ermittelt.
Das rohe Reaktionsgemisch wurde auf 150°C abgekühlt und
langsam in die vierfache Masse Aceton eindosiert. Die resul
tierende Lösung des Reaktionsprodukts in Aceton wurde 15 min
auf Rückflußtemperatur gehalten und dann langsam auf 25°C
abgekühlt und filtriert. Der Filterkuchen wurde dreimal aus
Aceton umkristallisiert, wobei ein weißer, kristalliner
Stoff erhalten wurde, der 2,2,6,6-Tetramethyl-4-stearoyloxy
piperidiniumstearat mit folgenden Eigenschaften darstellte:
Molmasse (berechnet): 707
Massenspektrum, höchster Ionenpeak: 423
Schmelztemperatur: 85 bis 86°C
IR-Spektrum (CCl₄): δNH₂⁺ 1625 cm-1, NH₂⁺ 2600 cm-1
¹H-NMR: 8,9 (s-NH₂⁺) 2H; nach Deuterierung ist diese Bande nicht mehr vor handen.
Massenspektrum, höchster Ionenpeak: 423
Schmelztemperatur: 85 bis 86°C
IR-Spektrum (CCl₄): δNH₂⁺ 1625 cm-1, NH₂⁺ 2600 cm-1
¹H-NMR: 8,9 (s-NH₂⁺) 2H; nach Deuterierung ist diese Bande nicht mehr vor handen.
Der Schmelzpunkt stimmt mit der Angabe in Spalte 9, Zeile 3,
von US 38 40 494 überein, der dort allerdings fälschlicher
weise für 2,2,6,6-Tetramethylpiperidin-4-ylstearat angege
ben ist.
Aus dem Filtrat wurde nach der Isolierung des 2,2,6,6-
Tetramethyl-4-stearoyloxypiperidiniumstearats das Aceton
abgedampft; der Rückstand wurde im Vakuum destilliert, wobei
die Fraktion mit einer Siedetemperatur von 180 bis 182°C
bei 180 Pa gewonnen wurde. Es wurde eine wachsartige Sub
stanz erhalten, die 2,2,6,6-Tetramethylpiperi
din-4-ylstearat mit folgenden Eigenschaften darstellte:
Elementaranalyse für C₂₇H₅₃NO₂:
Berechnet: C 76,53%, H 12,61%, N 3,31%;
Gefunden: C 76,55%, H 12,65%, N 3,26%
Berechnet: C 76,53%, H 12,61%, N 3,31%;
Gefunden: C 76,55%, H 12,65%, N 3,26%
Molmasse (berechnet): 423
Massenspektrum; Molekülionenpeak: 423
Schmelztemperatur: 41,5 bis 43°CIR-Spektrum (CCl₄): (CO) 1730 (s) cm-1, (COC) 1180, 1250 (s) cm-1, δ (CH₃) 1385, 1470 cm-1, (CH₃) 2870, 2980 (s) cm-1
¹H-NMR (CCl₄): 0,85/m-H₃C/-/CH₂/₁₅-/3H/
Massenspektrum; Molekülionenpeak: 423
Schmelztemperatur: 41,5 bis 43°CIR-Spektrum (CCl₄): (CO) 1730 (s) cm-1, (COC) 1180, 1250 (s) cm-1, δ (CH₃) 1385, 1470 cm-1, (CH₃) 2870, 2980 (s) cm-1
¹H-NMR (CCl₄): 0,85/m-H₃C/-/CH₂/₁₅-/3H/
1,08-1,62/m-CH₃-/CH₂/₁₅-CH₂-/30H/2,15/m-CH₂CH₂CO (2H), 1,0-2,0/m-CH₂CH (4H),
5,08/m-CH₂CHCH₂ (1H).
Aus dem Vergleich der Eigenschaften der beiden oben erläu
terten Verbindungen folgt unmittelbar, daß gemäß Beispiel 18
von US 38 40 494 nicht der Piperidinylester, sondern das
entsprechende Piperidiniumsalz erhalten wird.
Gleiches gilt auch etwa für die Verbindung des Beispiels 6
von US 38 40 494, die nach dem in dem dortigen Bei
spiel 5 beschriebenen Verfahren hergestellt ist. Es ist
daher davon auszugehen, daß die in dieser Druckschrift ange
gebene Verfahrensweise generell nicht zu den Piperidinol
derivaten, sondern zu den entsprechenden Piperidiniumderiva
ten führt.
Die Stabilisierungswirksamkeit der Verbindungen, die gemäß
den Beispielen 6 und 18 von US 38 40 494 hergestellt worden
waren, d. h. der entsprechenden Piperidiniumderivate, wurde
mit der Stabilisierungswirksamkeit der eigentlichen Zielver
bindungen dieser Beispiele, d. h., der entsprechenden Piperi
dinderivate, verglichen, wobei nach Beispiel 5 der vorlie
genden Beschreibung verfahren wurde mit dem Unterschied, daß
anstelle von 3,5-Di-t-butyl-4-hydroxyphenyloctadecylpropio
nat als Antioxidans 2,6-Di-t-butyl-4-methylphenol eingesetzt
wurde.
Es wurden folgende Ergebnisse erhalten:
| Eingesetzter Stabilisator | |
| Lebensdauer im Zyklustest (h) | |
| Verbindung nach Beispiel 6 von US 38 40 494 (4-Acetoxy-2,2,6,6-tetramethylpiperidiniumacetat) | |
| 1600 | |
| Zielverbindung von Beispiel 6 von US 38 40 494 (4-Acetoxy-2,2,6,6-tetramethylpiperidin) | 2200 |
| Verbindung von Beispiel 18 von US 38 40 494 (2,2,6,6-Tetramethyl-4-stearoyloxypiperidiniumstearat) | 3100 |
| Zielverbindung von Beispiel 18 von US 38 40 494 (2,2,6,6-Tetramethyl-4-stearoyloxypiperidin | 5600 |
Aus den obigen Ergebnissen wird ersichtlich, daß die tat
sächlich erhaltenen Verbindungen der Beispiele 6 und 18 von
US 38 40 494 deutlich andere Stabilisierungswirkung
als die angestrebten Zielverbindungen ergeben, wobei die
entsprechenden Piperidinderivate gegenüber den Piperidinium
salzen höhere Stabilisierungswirkung ergeben.
Ein Fachmann wäre daher beim Nachvollzug dieser Lehre nicht zur
vorliegenden Erfindung gelangt.
Die erfindungsgemäße Lehre beruht wesentlich darauf, als
Komponente A der beanspruchten Stabilisierungsmittel ein
Gemisch mehrerer 2,2,6,6-Tetramethylpiperidin-4-olester ein
zusetzen, wobei es für die Wirksamkeit entscheidend auf die
Kettenlänge der zur Veresterung verwendeten Carbonsäuren an
kommt.
Die Versuche wurden gemäß Beispiel 7 der vorliegenden Beschreibung
durchgeführt, wobei die eingesetzten Verbin
dungen nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt
worden waren.
Die erhaltenen Ergebnisse sind in der Tabelle 8
aufgelistet.
Die Daten der Tabelle 8 zeigen, daß ein signifikanter
Sprung der Stabilisierungswirksamkeit bei der drittletzten
Verbindung (R¹=-CO-C₁₃H₂₇) auftritt, also der Verbindung
mit C₁₄-Acylrest. Die Stabilisierungswirkung bleibt dann bei
der C₁₆- und der C₁₈-Acyl-Verbindung etwa gleich.
Daraus geht hervor, daß die Erfindung auf einem Über
raschungseffekt beruht, da keinerlei Erwartungshaltung dafür
bestand, daß eine sprunghafte Erhöhung der Stabilisierungs
wirksamkeit ab C₁₄-Acylgruppen auftreten würde. Demgegenüber
führen die Acylgruppen mit kürzerer Kettenlänge zu signifi
kant schlechterer Stabilisierungswirkung. Im Vergleich mit
anderen von alkylsubstituierten Piperidinen abgeleiteten
Stabilisatoren besitzen die erfindungsgemäßen Stabilisierungsmittel
nicht nur die beste Stabilisierungswirkung, sondern auch die
längste effiziente Lebensdauer im stabilisierten Polymeren.
Gemäß Anspruch 1 enthalten die erfindungsgemäßen Stabilisierungsmittel
nicht nur eine, sondern mehrere
Verbindungen der Formel I, da bei Kombinationen von zwei
oder mehreren dieser Verbindungen ein synergistischer Effekt
auftritt.
In der nachstehenden Tabelle 9 ist die Stabilisierungswirksam
keit herkömmlicher Stabilisatoren mit der Wirksamkeit des
erfindungsgemäßen Stabilisierungsmittels nach Beispiel 2
verglichen.
Die Testproben wurden nach dem Verfahren von Beispiel 5 mit
dem Unterschied hergestellt, daß anstelle von 3,5-Di-t-
butyl-4-hydroxyphenyloctadecylpropionat 2,6-Di-t-butyl-4-
methylphenol eingesetzt wurde. Zu den Tests wurde das Ver
fahren von Beispiel 6 angewandt.
Nachweis der synergistischen Wirkung:
Bei der Verfahrensweise des Beispiels 1 bildet sich folgendes Verbindungsgemisch (nach Gaschromato graphie):
Bei der Verfahrensweise des Beispiels 1 bildet sich folgendes Verbindungsgemisch (nach Gaschromato graphie):
| Estergemisch: | |
| (%) | |
| 4-Stearoyloxy-2,2,6,6-tetramethylpiperidin | |
| 60 | |
| 4-Palmitoyloxy-2,2,6,6-tetramethylpiperidin | 38 |
| 4-Heptadecanoyloxy-2,2,6,6-tetramethylpiperidin | 0,3 |
| 4-Myristoyloxy-2,2,6,6-tetramethylpiperidin | 1,3 |
| 4-Oleoyloxy-2,2,6,6-tetramethylpiperidin | 0,4 |
| Piperidiniumsalzgemisch: | |
| 4-Stearoyloxy-2,2,6,6-tetramethylpiperidiniumstearat | |
| 60 | |
| 4-Palmitoyloxy-2,2,6,6-tetramethylpiperidiniumpalmitat | 38 |
| 4-Heptadecanoyloxy-2,2,6,6-tetramethylpiperidiniumheptadecanoat | 0,3 |
| 4-Myristoyloxy-2,2,6,6-tetramethylpiperidiniummyristat | 1,3 |
| 4-Oleyloxy-2,2,6,6-tetramethylpiperidiniumoleat | 0,4 |
Das resultierende Gemisch des Beispiels 1
besteht aus 90,2% des obigen Estergemischs und 9,8%
des obigen Piperidiniumsalzgemischs.
Die oben aufgelisteten Gemischkomponenten wurden separat
synthetisiert und, neben dem Gemisch von Beispiel 1, auf
ihre Stabilisierungswirkung geprüft, wobei nach Beispiel 5
verfahren wurde.
Die erhaltenen Ergebnisse sind in der Tabelle 10
zusammengefaßt.
Die Ergebnisse der Tabelle 10 zeigen, daß die Stabili
sierungswirksamkeit des Gemischs von Beispiel 1 signifikant
höher ist als die Wirksamkeit der besten Einzelverbindung
(4-Stearoyloxy-2,2,6,6-tetramethylpiperidin). Ferner ist er
sichtlich, daß das Gemisch nach Beispiel 1 eine deutlich
höhere Wirksamkeit aufweist, als sich aus der additiven Be
rechnung der Einzelwirksamkeiten ergibt, so daß eine syner
gistische Wirkung nachgewiesen ist.
Claims (6)
1. Stabilisierungsmittel für Polyolefine, Styrolpoly
merisate und -copolymerisate und Polyurethane
auf der Basis von 2,2,6,6-Tetramethylpiperidin-4-ol
estern,
dadurch gekennzeichnet, daß es
besteht aus
- (A) 80 bis 100 Masse-% eines Gemisches von 2,2,6,6-Tetra methylpiperidin-4-olestern der allgemeinen Formel I und
- (B) 0 bis 20 Masse-% eines Gemisches der entsprechenden
Piperidiniumsalze der allgemeinen Formel II
worin bedeuten:
R H, C1-18-Alkyl, Allyl oder Benzyl und
R¹ eine von geradkettigen und/oder verzweigten und gegebenenfalls ungesättigten aliphatischen Carbon säuren mit 14 bis 18 C-Atomen abgeleitete Acyl gruppe.
2. Stabilisierungsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß in der Komponente A und in der gegebenen
falls vorhandenen Komponente B Verbindungen mit dem nach
stehenden Substituenten R¹ in folgenden Mengenanteilen
vorliegen:
Masse-%
Stearoyl
37-70
Palmitoyl 20-52
Heptadecanoyl 0,2-6,0
Myristoyl 0,1-5,0
Oleoyl 0,2-6,0
wobei die einzelnen Verbindungen jeweils zusammen 100 Masse-%
der Komponenten A bzw. B bilden.
3. Stabilisierungsmittel nach Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß in der Komponente A und in der gegebenen
falls vorhandenen Komponente B Verbindungen mit den nach
stehenden Substituenten R¹ in folgenden Mengenanteilen
vorliegen:
Masse-%
Stearoyl
44-65
Palmitoyl 31-49
Heptadecanoyl 0,3-4,8
Myristoyl 0,1-2,2
Oleoyl 0,3-1,5
wobei die einzelnen Verbindungen jeweils zusammen 100 Masse-%
der Komponenten A bzw. B bilden.
4. Verfahren zur Herstellung der Stabilisierungsmittel nach
einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch Ver
esterung eines 2,2,6,6-Tetramethylpiperidin-4-olderivats
der allgemeinen Formel III,
in der R H, C1-18-Alkyl, Allyl oder Benzyl bedeutet, mit
einem Gemisch von Monocarbonsäuren der allgemeinen Formel
IV,R¹-OH (IV)worin R¹ eine von geradkettigen und/oder verzweigten und
gegebenenfalls ungesättigten aliphatischen Monocarbonsäu
ren mit 14 bis 18 C-Atomen abgeleitete Acylgruppe dar
stellt,
durch Erhitzen auf eine Temperatur von 150 bis 260°C unter kontinuierlichem Abdestillieren des gebildeten Reaktionswassers.
durch Erhitzen auf eine Temperatur von 150 bis 260°C unter kontinuierlichem Abdestillieren des gebildeten Reaktionswassers.
5. Verfahren nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch Erhitzen
des Reaktionsgemisches auf 180 bis 240°C.
6. Verwendung der Stabilisierungsmittel nach einem der
Ansprüche 1 bis 3 zum Stabilisieren von Polyolefinen,
Styrolpolymerisaten und -copolymerisaten und Poly
urethanen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CS817009A CS229069B1 (en) | 1981-09-23 | 1981-09-23 | Composition for stabilizing polymers and method of preparing same |
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| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3233943A1 DE3233943A1 (de) | 1983-04-14 |
| DE3233943C2 true DE3233943C2 (de) | 1993-10-14 |
Family
ID=5418409
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE3233943A Expired - Lifetime DE3233943C2 (de) | 1981-09-23 | 1982-09-13 | Stabilisierungsmittel für Polymerisate, Verfahren zu ihrer Herstellung und ihre Verwendung |
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| CH (1) | CH651580A5 (de) |
| CS (1) | CS229069B1 (de) |
| DD (1) | DD230251A3 (de) |
| DE (1) | DE3233943C2 (de) |
| FR (1) | FR2519640B1 (de) |
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- 1982-08-25 DD DD82242715A patent/DD230251A3/de not_active IP Right Cessation
- 1982-09-13 DE DE3233943A patent/DE3233943C2/de not_active Expired - Lifetime
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- 1982-09-22 IT IT23388/82A patent/IT1153971B/it active
- 1982-09-23 US US06/421,790 patent/US4500446A/en not_active Expired - Lifetime
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