DE4244351C2 - Automatische Transportanlage - Google Patents

Automatische Transportanlage

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    • B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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Description

Die Erfindung bezieht sich auf eine Transportanlage gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf eine automatische Transport­ anlage zum automatischen Transportieren von Lasten, wie beispielsweise Maschinenteilen oder elektrischen Teilen für deren Montage, Rohmaterialien, teilweise bearbeitete Pro­ dukte und dergleichen, zwischen einer Mehrzahl von Fertigungs- oder Montage­ zellen in einer Montage-, Bearbeitungs- oder Fertigungs­ anlage, Fabrik oder dergleichen, in welchen Montage-, Bearbeitungs- oder Fertigungsmaschinen aufgestellt sind.
In Fertigungsstraßen, welche eine Mehrzahl von Fertigungs- oder Montagezellen mit vielen darin aufgestellten Montage-, Bearbeitungs- oder Fertigungsmaschinen (der Einfachheit halber ferner als Bearbeitungsmaschinen bezeichnet) verbin­ den, ist die Automation des Transports von Lasten, wie beispielsweise Rohmaterialien, Teilen, Halbzeugen und dergleichen, zwischen den Bearbeitungsmaschinen weit fort­ geschritten. Im allgemeinen weist eine Fertigungsstraße eine Mehrzahl von Fertigungs- oder Montagezellen auf, und eine oder mehrere Bearbeitungsmaschine(n) sind in jeder Zelle aufgestellt.
Die Fig. 7 zeigt eine schematische Draufsicht auf eine Transportanlage gemäß dem Stand der Technik. Diese herkömm­ liche Transportanlage weist eine Mehrzahl von Fertigungs- oder Montagezellen, in welchen verschiedene Bearbeitungsmaschinen 101 aufgestellt sind, für jede Zelle jeweils eine Zellen-Transportanlage 105 zum Transport von Lasten, wie beispielsweise Teilen, Halbzeugen, etc. in jeder Zelle, und auch eine Haupt- oder Zwischenbereichs-Transportanlage 107 zum Transport von Lasten zwischen den Zellen auf. Jede Zellen-Transportanlage 105 hat einen an ihrem Boden angebrachte Zellenschiene oder -spur 109 zum Verbinden der in jeder Zelle aufge­ stellten Bearbeitungsmaschinen 101, ein Zellen-Transportfahrzeug 111, welches zum Transport der bei der Bearbeitung gebrauchten Lasten entlang der Zellenschiene 109 verfährt, und eine an einem Ende der Zellenschiene 109 vorgesehene Lastenüber­ gabeeinheit 113 zur Übergabe von Lasten zwischen der Zellen-Transportanlage 105 und der Haupt­ transportanlage 107. Die Haupttransportanlage 107 hat eine gerade oder geradlinige Hauptschiene oder -spur 115, welche zum Verbinden aller Zellen vorgesehen ist und hauptsächlich dann verwendet wird, wenn sich eine lange Strecke zwischen einer Ursprungszelle und einer die jeweiligen Bearbeitungsmaschinen 101 aufweisenden Bestim­ mungszelle befindet, ein Haupttransportfahrzeug 117, das entlang der Hauptschiene 115 verfährt, eine Mehrzahl von Hilfsschienen 118, die in der Nähe und parallel zu der Hauptschiene 115 vorgesehen sind, um eine Mehrzahl von vergleichsweise nah zueinander liegenden Zellen zu verbinden, und welche hauptsächlich dann verwendet werden, wenn sich eine kurze Strecke zwischen einer Ursprungszelle und einer die jeweiligen Bearbei­ tungsmaschinen 101 aufweisenden Bestimmungszelle befin­ det, und Hilfstransportfahrzeuge 119, die entlang den Hilfsschienen 118 verfahren.
Ein Transportablauf soll im folgenden unter Bezugnahme auf den Fall beschrieben werden, daß Lasten, wie beispielsweise Teile, teilweise bearbeitete Produkte etc., von einer Bearbeitungsmaschine 101-1 in einer Zelle (z. B. links unten in Fig. 7) zu einer verschiedenen Bear­ beitungsmaschine 101-2 in einer anderen, bezüglich zur ersten beabstandeten Zelle (z. B. rechts oben in Fig. 7) transportiert werden.
In der Ursprungszelle wird die Last von einer Bearbeitungsmaschine 101-1 in dieser Zelle auf das Zellen-Transportfahrzeug 111-1 geladen und dann von dem Transportfahrzeug 111-1 entlang der Schiene 109-1 zu einer Lastenübergabeeinheit 113-1 an einem Ende der Schiene transportiert. An der Lastenübergabeeinheit 113-1 wird die Last an ein Hilfstransportfahrzeug 119 einer nahen Zellen-Transportanlage 105 übergeben und in die Nähe einer nahen, auf der Hauptschiene 115 angeordneten Lastenübergabeeinheit 115-1 transportiert, um an das Haupt­ transportfahrzeug 117 übergeben zu werden. Dann verfährt das Haupttransportfahrzeug 117 entlang der Hauptschiene 115 zu der auf der Hauptschiene 115 nächstgelegenen Lastenüber­ gabeeinheit 115-2 der Bestimmungszelle, in welchem sich eine Bestimmungsbearbeitungsmaschine 101-2 befindet. An der Lastenübergabeeinheit 115-2 wird die Last an ein Hilfstransportfahrzeug 119 übergeben und dann in die Nähe einer Lastenübergabeeinheit 113-2 an einem Ende der Schiene 109-2 in der Bestimmungszelle trans­ portiert. In dieser Lastenübergabeeinheit 113-2 wird die Last zu dem Zellen-Transportfahrzeug 111-2 übergeben und entlang der Schiene 109-2 zu der Bestimmungs­ bearbeitungsmaschine 101-2 transportiert.
In der mit einer Mehrzahl von solchen Transportanlagen 105 und 107 versehenen Fertigungsstraße ist die für die Bear­ beitung gebrauchte Last, wenn sie zwischen zwei beabstan­ deten Zellen transportiert wird, nicht nur an der Ursprungsbearbeitungsmaschine und der Bestimmungs­ bearbeitungsmaschine, sondern auch an einer Vielzahl von zwischengeschalteten Übergabeeinheiten 113-1, 115-1, 115-2 und 113-2 Lade- und Entladevorgängen ausgesetzt.
Somit wird mit der oben beschriebenen herkömmlichen Trans­ portanlage, wenn die Last zwischen zwei beabstandeten Zellen transportiert wird, dieselbe von einer Vielzahl von Transportfahrzeugen 111-1, 119, 117, 119 und 111-2 von der Ursprungsbearbeitungsmaschine 101-1 zu der Bestimmungsbearbeitungsmaschine 101-2 transportiert. Daher sind viele Lade- und Entladevorgänge an einer Viel­ zahl von Lastenübergabeeinheiten 113-1, 115-1, 115-2 und 113-2 notwendig, d. h. zwischen dem Zellen- Transportfahrzeug 111-1 in der Ursprungszelle und einem Hilfstransportfahrzeug 119 in der Nähe dieser Zelle, zwischen letzterem Fahrzeug 119 und dem Haupttransportfahrzeug 117, zwischen letzterem Fahrzeug 117 und einem Hilfstransport­ fahrzeug 119 in der Nähe der Bestimmungszelle, und zwischen letzterem Fahrzeug 119 und dem Zellen- Transportfahrzeug 111 in der Bestimmungszelle. Zudem ist es in Abhängigkeit von den Verkehrszuständen der einzelnen Transportfahrzeuge unvermeidlich, daß auf die Übergabe zwischen den Fahrzeugen gewartet wird. Durch solche Lade- und Entladevorgänge sowie Wartezeiten wird eine lange Zeit für den gesamten Transport benötigt. Ferner, wenn es unver­ meidlich ist, daß die Last auf ein Transportfahrzeug warten muß, muß die Last zeitweise an jeder Übergabestelle zwischengelagert werden. Dafür sind Speicher und Speicher- oder Lagerplätze notwendig, die die in der Fertigung benö­ tigte Ausrüstung vermehren, welches vom Standpunkt der effektiven Raumnutzung innerhalb der Fertigungsräumlich­ keiten unerwünscht ist.
Ferner ist aus der Druckschrift CH 548 334 eine Trans­ portanlage für eine Fertigungsanlage gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 bekannt.
Nach diesem Stand der Technik weist eine Transportanlage für eine Fertigungsanlage, die eine Mehrzahl von jeweils mindestens eine Bearbeitungsmaschine aufweisenden Ferti­ gungs- oder Montagezellen hat, eine schleifenartige Haupt­ transportschiene auf, die die Zellen miteinander verbindet, und auf der mindestens ein Wagen verfahrbar angeordnet ist, um Fördergut bzw. Werkstücke von einer Zelle zu einer anderen Zelle zu transportieren. Entlang der Haupt­ transportschiene ist eine Mehrzahl von Haltestellen mit je­ weils einer Umsetzeinrichtung vorgesehen, die die Wagen mit den daran angebrachten Transportbehältern für das Fördergut einer Fördergutaufnahmestelle bzw. einer Fördergutabgabe­ stelle zuführt.
Ein Nachteil dieses Stands der Technik besteht darin, daß die Wagen zu deren Be- bzw. Entladung auf der Haupt­ transportschiene an den Haltestellen zumindest kurzfristig angehalten werden müssen, wodurch es zu Wartezeiten und Verzögerungen an den einzelnen Zellen kommen kann.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die gattungsbildende Transportanlage derart weiterzubilden, daß deren Flexibilität erhöht ist, wobei insbesondere Verzöge­ rungen beim Transport des Förderguts vermieden werden sollen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeich­ nenden Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Patent­ ansprüche 2 bis 6.
Erfindungsgemäß ist jeder Zelle eine schleifenartige Hilfstransportschiene zugeordnet, welche die Bearbeitungs­ maschinen einer Zelle miteinander verbindet, und die mittels einer Weiche wahlweise mit der Haupttransport­ schiene verbindbar ist, so daß der Wagen auf der Haupt­ transportschiene und jeder der daran angeschlossenen Hilfstransportschienen kontinuierlich verfahrbar ist. Es ist also keine Haltestelle an der Haupttransportschiene vorgesehen, an der der Wagen auf der Haupttransportschiene für dessen Umsetzung bzw. Be- und Entladung warten müßte, so daß die Zeiten zwischen den einzelnen Bearbeitungs­ vorgängen in den Fertigungs- bzw. Montagezellen in vorteil­ hafter Weise verkürzt werden.
Ferner werden keine Puffer oder Zwischenspeicher für das Fördergut benötigt, da dies je nach Bedarf transportiert werden kann, d. h. sobald ein Bearbeitungsvorgang abge­ schlossen ist oder mit einem neuen Bearbeitungsvorgang in einer anderen Fertigungszelle begonnen bzw. fortgefahren werden soll. Dies ist insbesondere im Hinblick auf eine effiziente Raumnutzung beim Fabriklayout und den herkömm­ licherweise für Speichereinrichtungen erforderlichen In­ vestitionen als vorteilhaft zu bewerten.
Die Erfindung wird nachstehend anhand bevorzugter Ausfüh­ rungsbeispiele unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert, in welchen
Fig. 1 eine schematische Draufsicht auf eine erfindungs­ gemäße Transportanlage ist,
Fig. 2 eine vergrößerte schematische Teilperspektive der in Fig. 1 dargestellten Transportanlage ist,
Fig. 3 eine schematische Darstellung eines Gesamtsteuer­ systems in der Transportanlage gemäß Fig. 1 ist,
Fig. 4 eine schematische Draufsicht auf einen eine Weiche der Transportschienen aufweisenden Bereich zur schematischen Darstellung eines Verkehrs­ steuerverfahrens der Transportfahrzeuge oder Wagen der Weiche ist,
Fig. 5 eine schematische Draufsicht auf einen eine Weiche der Transportschienen aufweisenden Bereich zum Darstellen eines Verkehrssteuerverfahrens der Transportfahrzeuge an der Weiche ist,
Fig. 6 eine der Fig. 1 gleiche schematische Draufsicht ist, die einen Transportvorgang zeigt, und
Fig. 7 eine schematische Draufsicht auf eine herkömmliche Transportanlage zeigt.
Gemäß Fig. 1 ist eine Haupttransportschiene oder -Spur in der Form einer im wesentlichen rechtwinkligen Schleife an der Decke einer Fertigungsanlage oder -fabrik angebracht. Auf den inneren und äußeren Seiten dieser schleifenartigen Haupttransportschiene 1 ist an der Decke entlang der Haupt­ schiene 1 eine Mehrzahl von Hilfstransportschienen 3 je­ weils in der Form einer im wesentlichen rechtwinkligen Schleife angebracht. Jede Hilfsschiene 3 ist mittels einer Weiche 5 wahlweise mit/von der Hauptschiene 1 verbunden oder getrennt. Entlang den einzelnen Hilfsschienen 3 sind Bearbeitungsmaschinen 7 zur vorbestimmten Bearbeitung von Lasten, wie beispielsweise Rohmaterialien, Teilen, teil­ weise bearbeiteten Produkten, angeordnet, welche auf den Hilfsschienen 3 transportiert wurden. Auf jeder Hilfs­ schiene 3 fährt ein Transportfahrzeug oder Wagen 9. Jedes Transport­ fahrzeug 9 ist mit einer Handhabungseinheit (nicht darge­ stellt) zum Be- und Entladen von Lasten 10 (siehe Fig. 2) versehen. Es kann nicht nur entlang jeder schleifenartigen Hilfsschiene 3 verfahren, sondern auch von jeder Hilfs­ schiene 3 zu der Hauptschiene 1 oder umgekehrt über eine angegliederte Weiche 5 übergeben werden. Eine gewünschte Hilfsschiene 3 kann mittels einer angegliederten Weiche 5 mit der Hauptschiene 1 verbunden werden, so daß für die Bearbeitung verwendete Lasten von einer gegebenen Bearbei­ tungsmaschine 7 in einer Ursprungszelle bzw. einem Ursprungsbearbeitungsbereich zu einer gegebenen Bearbeitungsmaschine 7 in einer Bestimmungszelle bzw. einem Bestim­ mungsbearbeitungsbereich in der Fabrik mit einem einzelnen Transportfahrzeug 9 alleine transportiert werden können, ohne die Notwendigkeit des Wechsels der Fahrzeuge und ohne Lade- und Entladevorgänge an zwischengeschalteten Berei­ chen. Die Weichen 5 können jeden beliebigen Aufbau haben, solange sie wahlweise den Verbindungszustand zwischen der Hauptschiene 1 und den angegliederten Hilfsschienen 3 steuern können (d. h. unterbrechen oder herstellen). Bei­ spielsweise kann es eine bekannte Eisenbahnweiche sein, welche zum Stellen von Eisenbahnschienen verwendet wird.
Da eine Mehrzahl von Fahrzeugen 5 in der Fabrik fahren, ist Einbahnverkehr für die Haupt- und Hilfsschienen 1 und 3 vorgesehen, um die Steuerung zur Verhinderung von Kolli­ sionen oder Staus der Fahrzeuge 9 auf der Hauptschiene 1 oder den Hilfsschienen 3 zu vereinfachen.
Eine innere Seitenwand 11 der Fabrik muß nicht immer frei von vor- oder zurückspringenden Abschnitten sein, sie kann aber Vorsprünge und Aussparungen haben, wie in Fig. 1 dargestellt. In einem solchen Fall kann ein Teil der Hilfs­ schienen 3 teilweise durch Durchgänge 13, sogenannte Reini­ gungstunnel verlaufen, welche in inwärts vorstehenden Abschnitten der inneren Wand 11 ausgeformt sind. Auf diese Weise ist es möglich, die Verläufe der Hauptschiene 1 und der Hilfsschienen 3 ohne Berücksichtigung der Gestal­ tung der inneren Wand 11 der Fabrik frei auszulegen.
Im folgenden wird ein Steuerungssystem für die Transportanlage mit dem obigen Aufbau beschrieben. Die Fig. 3 zeigt schematisch das Steuerungssystem für die Transportanlage. Die Transportfahr­ zeuge 9 können über Radiowellen mit einer Transport­ steuerungseinrichtung in Form eines Rechners 21 zur Steue­ rung des gesamten Transports kommunizieren. Der Rechner 21 versieht die einzelnen Transportfahrzeuge 9 mit Informa­ tionen, die die Ursprungs- und Bestimmungsbearbeitungs­ maschinen 7 benennen. Eine Mehrzahl von Signaleinheiten 31 und eine Mehrzahl von Durchgangssensoren 33 (siehe Fig. 5) sind an eine Signalsteuerungseinrichtung in Form eines Rechners 23 angeschlossen. Der Signalsteuerungsrechner 23 versorgt die Signaleinheiten 31 mit Steuerungssignalen basierend auf von den Durchgangssensoren 33 abgegebenen Durchgangsinformationen bezüglich dem Passieren von Trans­ portfahrzeugen 9, wie es später im Detail beschrieben wird, um den Verkehr der Fahrzeuge 9 zu steuern. Der Transport-Steu­ erungsrechner 21 und der Signalsteuerungsrechner 23 können über ein lokales Netzwerk 25 (LAN) miteinander kommunizieren. Diese Rechner 21 und 23 haben jeweils die Bearbeitungsabläufe betreffende Datenbasen und sind über das lokale Netzwerk 25 mit einer Bearbeitungsmaschinen Steuerungseinrichtung in Form eines Rechners 27 verbunden, welche die gesamte Steuerung der Bearbeitungsmaschinen 7 ausführt.
Die Fig. 4 und 5 zeigen in vergrößertem Maßstab schematisch die Bereiche in der Nähe einer Weiche 5 zum Verbinden einer Hilfsschiene 3 mit der Hauptschiene 1. Insbesondere zeigt die Fig. 4 einen Schienenverlauf, bei welchem eine Hilfs­ schiene 3 von der Hauptschiene 1 abzweigt, und die Fig. 5 zeigt einen Schienenverlauf, bei welchem sich eine Hilfs­ schiene 3 mit der Hauptschiene 1 vereinigt. Um eine Kolli­ sion oder ein ähnliches Interferieren der Transportfahr­ zeuge 9 miteinander zu vermeiden, sind gemäß Fig. 5 die Hauptschiene 1 und die Hilfsschienen 3 jeweils mit einer Signaleinheit 31 an einer Stelle kurz vor dem Verbindungs­ punkt der Haupt- und Hilfsschienen 1 und 3 versehen, und vor den Signaleinheiten 31 ist auf der Hauptschiene 1 ein Durchgangssensor 33 vorgesehen, welcher die Position eines sich dem Verbindungspunkt nähernden Transportfahrzeugs 9 erfaßt.
Die Fig. 6 ist eine schematische Draufsicht auf die in Fig. 1 dargestellte Anlage, wobei einzelne Teile zur Verein­ fachung weggelassen wurden.
Ein konkreter Transportablauf wird im folgenden mit Bezug auf die Fig. 3 bis 6 beschrieben. Als ein Beispiel soll der Fall betrachtet werden, daß eine Last in Form eines teil­ weise bearbeiteten Produkts, welches von einer entlang einer Hilfsschiene 3-1 in einem Ursprungsbearbeitungs­ bereich vorgesehenen Bearbeitungsmaschine 7-1 bearbeitet wurde, zu einer Bearbeitungsmaschine 7-2 in einem Bestim­ mungsbearbeitungsbereich für die nächste Bearbeitung trans­ portiert wird, wie in Fig. 6 dargestellt.
Das Ende der Bearbeitung durch die Bearbeitungsmaschine 7-1 wird an den Bearbeitungsmaschinen-Steuerungsrechner 27 gemeldet, welcher mit der Bearbeitungsmaschine 7-1 on-line verbunden ist, woraufhin der Bearbeitungsmaschinen-Steue­ rungsrechner 27 aus verschiedenen Bearbeitungsmaschinen eine nächste Bearbeitungsmaschine bestimmt, um die nächste Bearbeitung des teilweise bearbeiteten Produkts auszu­ führen, wobei der Rechner sich auf die in der Datenbank 29 (siehe Fig. 3) befindlichen Bearbeitungsflußdaten bezieht, welche an den Rechner 27 angeschlossen ist und welche Daten für die Bearbeitungsmaschinen enthält. Dann versorgt der Rechner 27 über das lokale Netzwerk 25 den Transport-Steue­ rungsrechner 21 mit Informationen bezüglich der somit bestimmten Bearbeitungsmaschine 7-2 für die nächste Bear­ beitung.
Der Transportsteuerungsrechner 21 ermittelt ein freies Transportfahrzeug 9, welches nicht an einem Transport­ vorgang teilnimmt, und welches sich auf einer Hilfsschiene 3-2 befindet, entlang der die Bearbeitungsmaschine 7-2 angeordnet ist, und der Rechner 21 leitet einen Befehl zum Transportieren des teilweise bearbeiteten Produkts von der Ursprungsbearbeitungsmaschine 7-1 zu der Bestimmungs­ bearbeitungsmaschine 7-2 an dieses Fahrzeug 9. Nach und durch Erhalt dieses Befehls wird das Transportfahrzeug 9 so gesteuert, daß es zu der Ursprungsbearbeitungsmaschine 7-1 verfährt, wo die Last in Form eines teilweise bearbeiteten Produkts mittels einer darin vorgesehenen, nicht darge­ stellten Handhabungseinrichtung in das Fahrzeug 9 geladen wird. Dann verfährt das Transportfahrzeug 9 auf der ur­ sprungsseitigen Hilfsschiene 3-1 zu einer Weiche 5-1, über die es auf die Hauptschiene 1 hinüberfährt, so daß es auf der Hauptschiene 1 bis zu einer anderen Weiche 5-2 für die bestimmungsseitige Hilfsschiene 3-2 verfährt, dann über die Weiche 5-2 von der Hauptschiene 1 zu der Hilfsschiene 3-2 hinüberfährt und bis zur Bestimmungsbearbeitungsmaschine 7-2 verfährt, wo es angehalten wird. In dieser Position entlädt das Transportfahrzeug 9 mit seiner eigenen Hand­ habungseinrichtung (nicht dargestellt) die Last auf die Bearbeitungsmaschine 7-2. Dann berichtet es die Beendigung des angewiesenen Transports zu dem Transportsteuerungs­ rechner 21, welcher dann über das lokale Netzwerk 25 mit dem Bearbeitungsmaschinen-Steuerungsrechner 27 in Verbin­ dung tritt. Der Bearbeitungsmaschinen-Steuerungsrechner 27 gibt dann an die Bearbeitungsmaschine 7-2 einen Befehl zur vorbestimmten Bearbeitung der eben transportierten Last, woraufhin der vorgegebene Bearbeitungsprozeß gestartet wird.
Im folgenden soll mit Bezug auf die Fig. 4 und 5 ein Ver­ fahren zur Verkehrssteuerung der Transportfahrzeuge 9 an den Weichen, d. h. den Abzweige- und Verbindungspunkten der Hauptschiene 1 und der Hilfsschienen 3 beschrieben werden. Die Fig. 4 zeigt ein Verfahren zur Steuerung an einem Abzweigepunkt, und die Fig. 5 zeigt ein Verfahren zur Steuerung an einem Verbin­ dungspunkt. In dem Fall gemäß Fig. 4, in welchem das Trans­ portfahrzeug 9 den Abzweigepunkt der Hauptschiene 1 und der Hilfsschienen 3 passiert, ist es nicht möglich, daß das Fahrzeug 9 mit anderen Fahrzeugen kollidiert oder inter­ feriert. Somit ist es nicht nötig, das Fahrzeug 9 kurz vor dem Abzweigepunkt zeitweise anzuhalten, so daß das Fahrzeug 9 den Verbindungszustand der Schienen entsprechend entlang der Hauptschiene 1 oder entlang der Hilfsschienen 3 konti­ nuierlich verfahren kann. In dem Fall gemäß Fig. 5, in welchem andererseits zwei Fahrzeuge 9 (d. h. eins, das auf der Hauptschiene 1, und ein anderes, das auf der Hilfs­ schiene 3 verfährt) den Verbindungspunkt der Hauptschiene 1 und der Hilfsschienen 3 passieren, werden Steuerungssignale zu den Signaleinheiten 31 zugeführt, welche an den jewei­ ligen verbundenen Schienen 1 und 3 an Stellen kurz vor dem Verbindungspunkt so vorgesehen sind, daß eine der zwei Signaleinheiten 31 einen Passierbefehl abgibt, während die andere Einheit einen Stopbefehl abgibt, so daß es jeweils nur einem der Fahrzeuge 9 ermöglicht ist, zu einer bestimm­ ten Zeit den Verbindungspunkt zu passieren. In diesem Fall versieht der Signalsteuerungsrechner 23 die Steuerung derart, daß dem früheren der beiden Fahrzeuge 9, welches von den Durchgangssensoren 33 früher als das andere erfaßt wurde, als erstem ermöglicht wird, den Verbindungspunkt zu passieren, während das andere Fahrzeug vorübergehend ange­ halten wird. Nach dem Durchgang des früheren Fahrzeugs wird es dem späteren Fahrzeug ermöglicht zu passieren.
Da, wie vorstehend beschrieben, eine Mehrzahl von Hilfs­ schienen 3 mit der einzelnen Hauptschiene 1 verbunden ist, ist das Verkehrsaufkommen auf der Hauptschiene 1 im allge­ meinen größer als das auf den Hilfsschienen 3. Daher wird einem Fahrzeug 9 auf der Hauptschiene 1 an dem Verbindungs­ punkt der Hauptschiene 1 und der Hilfsschienen 3 vorzugs­ weise eher Priorität eingeräumt als einem Fahrzeug 9 auf einer Hilfsschiene 3, wenn diese Fahrzeuge gleichzeitig den Verbindungspunkt passieren würden. Dies ermöglicht einen glatten und kontinuierlichen Verkehr auf der Hauptschiene 1.
Das Transportfahrzeug 9, welches einen Transportvorgang beendet hat, wird auf der Hilfsschiene 3 stationär gehalten und wartet auf den nächsten Befehl. In dem Fall, wenn ein abrufbereites Fahrzeug 9 mit einem anderen, auf derselben Hilfschiene fahrenden Fahrzeug 9 interferieren könnte, wird es entlang der Hilfsschiene 3 zu einer Position verfahren, in der es mit einem anderen Fahrzeug nicht interferieren kann. Dieser Vorgang wird in Reaktion auf das Erfassen eines sich nähernden Fahrzeugs durch einen Näherungssensor (nicht dargestellt) ausgeführt, welcher an dem abrufbereiten Fahrzeug 9 selbst vorgesehen ist, d. h. der Vorgang wird ausgelöst ohne das der Transportsteuerungsrechner 21 ein­ greifen muß.
In dem vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiel ist die automatische Transportanlage dreidimensional in einem freien Raum in der Nähe der Decke der Fabrik angebracht, um eine effektive Nutzung des Fabrikationsraums zu erzielen. Jedoch ist es auch möglich die Anlage je nach Bedarf auf dem Boden anzubringen.
Ferner sind in der vorstehenden Beschreibung die Haupt­ schiene 1 und die Hilfsschienen 3 als Einbahnverkehrs­ schienen dargestellt, es ist aber ebensogut auch möglich Zweibahnverkehrsschienen vorzusehen.
Wie vorstehend beschrieben wurde ist eine Mehrzahl von schleifenförmigen Hilfsschienen entlang einer schleifenförmigen Hauptschiene so vorgesehen, daß sie mittels Weichen wahlweise mit/von der Hauptschiene verbun­ den oder getrennt werden können, um es einem Transportfahr­ zeug zu ermöglichen, kontinuierlich entlang der Hilfs­ schienen und der Hauptschiene zu verfahren. Somit ist es möglich Lasten mittels eines einzelnen Transportfahrzeugs von einer ursprungsseitigen Hilfsschiene über die Haupt­ schiene zu einer bestimmungsseitigen Hilfsschiene ohne Be- und Entladevorgänge an zwischengeschalteten Punkten zu transportieren. Zudem sind, im Gegensatz zu der Transport­ anlage gemäß dem Stand der Technik, Lade- und Entladevor­ gänge an zwischengeschalteten Punkten oder Wartezeiten beim Fahrzeugwechsel nicht nötig, so daß ein sehr schneller Transportvorgang realisiert werden kann. Ferner ist Ausrü­ stung, wie beispielsweise Speicher, Lade- und Entlade­ geräte, etc., zum zeitweise Speichern der Lasten oder Laden und Entladen der Lasten für die Übergabe zwischen Fahrzeu­ gen während des Transports unnötig. D.h., daß der Bauraum für eine solche Ausrüstung eingespart werden kann, um eine effektive Nutzung der Fabrikationsräumlichkeiten sowie ein gutes Fertigungs- oder Fabriklayout mit einem hohen Grad an Raumnutzung zu ermöglichen.

Claims (6)

1. Transportanlage für eine Fertigungsanlage, die eine Mehrzahl von jeweils mindestens eine Bearbeitungsmaschine (7) aufweisenden Fertigungs- oder Montagezellen hat, mit einer schleifenartigen Haupttransportschiene (1), die die Zellen miteinander verbindet, und auf der mindestens ein Wagen (9) verfahrbar angeordnet ist, um Werkstücke von einer Zelle zu einer anderen Zelle zu transportieren, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Zelle eine schleifen­ artige Hilfstransportschiene (3) zugeordnet ist, die die Bearbeitungsmaschinen (7) einer Zelle miteinander ver­ bindet, und die mittels einer Weiche (5) wahlweise mit der Haupttransportschiene (1) verbindbar ist, so daß der Wagen (9) auf der Haupttransportschiene (1) und jeder der daran angeschlossenen Hilfstransportschienen (3) kontinuierlich verfahrbar ist.
2. Transportanlage nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch
eine Signaleinheit (31), die kurz vor der jeweiligen Weiche (5) angeordnet ist, um den die Weiche (5) passie­ renden Wagen (9) zu steuern,
einen Durchgangssensor (33), der vor der jeweiligen Weiche (5) angeordnet ist, um den sich der Weiche (5) nähernden Wagen (9) zu erfassen, und der ein den Durchgang des sich nähernden Wagens (9) anzeigendes Ausgangssignal erzeugt, wenn der Wagen (9) eine vorbestimmte Stelle vor der Weiche (5) passiert, und
eine Signalsteuerungseinrichtung (23), die zum Empfang des Ausgangssignals an den Durchgangssensor (33) ange­ schlossen ist, um basierend auf dem Ausgangssignal des Durchgangssensors (33) ein Steuerungssignal der Signal­ einheit (31) zuzuführen, so daß der sich der jeweiligen Weiche (5) nähernde Wagen (9) mittels der Signaleinheit (31) steuerbar ist, um eine Kollision mit einem anderen Wagen (9) zu verhindern.
3. Transportanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Signalsteuerungseinrichtung (23) die die jeweilige Weiche (5) über die zwischengeschaltete Signaleinheit (31) passierenden Wagen (9) so steuert, daß einem Wagen (9) auf der Haupttransportschiene (1) gegenüber einem Wagen (9) auf den Hilfstransportschienen (3) Vorrang eingeräumt wird, wenn diese Wagen (9) die Weiche (5) gleichzeitig passieren würden.
4. Transportanlage nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Signaleinheiten (31) entlang der Haupt­ transportschiene (1) und der Hilfstransportschienen (3) an­ geordnet sind, während die Durchgangssensoren (33) entlang der Haupttransportschiene (1) angeordnet sind.
5. Transportanlage nach einem der Ansprüche 2 bis 4, ge­ kennzeichnet durch
eine Transportsteuerungseinrichtung (21), mittels der den Wagen (9) Informationen für die jeweilige Bearbeitungs­ maschine (7) zuführbar sind und der gesamte Transport­ vorgang der Wagen (9) steuerbar ist, und
eine an die jeweilige Bearbeitungsmaschine (7) ange­ schlossene Bearbeitungsmaschinen-Steuerungseinrichtung (27) zur Steuerung der Bearbeitungsmaschine (7).
6. Transportanlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Signalsteuerungseinrichtung (23) und die Bearbei­ tungsmaschinen-Steuerungseinrichtung (27) über ein lokales Netzwerk (25) mit der Transportsteuerungseinrichtung (21) verbunden sind.
DE4244351A 1991-12-27 1992-12-28 Automatische Transportanlage Expired - Fee Related DE4244351C2 (de)

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