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Technisches
Gebiet
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ubiquitäre/universelle Verfahren zur
Bildung von Zellen, die zu einer stabilen, mit hoher Ausbeute erfolgenden
Expression eines rekombinanten Gens mit einem humanen Glycosylierungsmuster
fähig sind,
und zur Bildung von stabilen, universellen Vorläuferzellen, die zur Insertion
von beliebigen Zielgenen verfügbar
sind. Die Erfindung betrifft weiterhin die durch das Verfahren erhältlichen
Zellen.
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Hintergrund
der Erfindung
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Die
Produktion von rekombinanten Proteinen ist für verschiedene Anwendungen
von zentraler Bedeutung. Strukturuntersuchungen von Proteinen (worauf
das rationale Wirkstoffdesign und die Wirkstoffoptimierung basieren
(Antivir. Chem. Chemother., 12 Suppl. 1, 43-49 (2001))), industrielle
Anwendungen von Proteinen (Enzymen) und die klinische Verwendung
von rekombinanten Proteinen haben die Notwendigkeit für deren
effiziente Herstellung erhöht.
Nach einem Gutachten der Pharmaceutical Research and Manufacturers
of America vom Februar 2000 waren 122 biologische Materialien einschließlich 20
monoklonalen Antikörpern entweder
in pharmazeutischen Prüfungen
der Stufe III oder befanden sich in Erwartung der FDA-Zulassung (K.
Garber, 2001, Nature Biotech. 19, 184-185).
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In
Abhängigkeit
von der Anwendung sind die native Konformation und die korrekten
posttranslationalen Modifikationen (wie die Glycosylierung) des
rekombinanten Proteins von wesentlicher Bedeutung. Prokaryoten wie
dem "Lieblings-"Organismus der Biotechnologie,
Escherichia coli (E. coli) fehlt die Fähigkeit zur Einführung einer
posttranslationalen Modifikation. Nur eukaryotische Zellen besitzen
die Zellmaschinerie, die für cotranslationale
und posttranslationale Modifikationen notwendig ist, wie sie oft
erforderlich ist, um funktionell aktive Proteine zu erzeugen. Verschiedene
eukaryotische Systeme zur Erzeugung einer Vielzahl von heterologen
Proteinen existieren. Fungus-Expressionssysteme,
die beispielsweise von den Gattungen Saccharomyces, Candida, Pichia,
Hansenula, Aspergillus oder Kluyveromyces stammen, sind gut etabliert
(Hollenberg und Gelissen (1997), Current Opinion in Biotechno-logy 8, 554-560).
Um das Problem der Plasmidinstabilität, das manchmal bei Pilzen
auftritt, zu umgehen, werden Sequenzen, die heterologe Proteine
codieren, idealerweise über
eine homologe Rekombination in das Fungus-Chromosom integriert. Weitere Probleme,
die bei Fungus-Expressionssystemen auftreten, sind eine Überglycosylierung
von heterologen Proteinen und ein falsches Falten wie eine falsche
Oligomerisierung und eine unzureichende Einarbeitung von Liganden.
Eine Expression von heterologen Proteinen in Insektenzellen – wobei
die das heterologe Protein codierende DNA über eine Rekombination auch
in das Chromosom integriert werden kann – vermeidet diese Probleme.
Insektenzellen fehlt aber die Fähigkeit
zur Erzeugung von Sialinsäure
und Sialinglycanen. Terminale Sialinsäurereste spielen in vielen
Glycoconjugaten diverse biologische Rollen. Pflanzen können auch
zur Herstellung von rekombinanten Proteinen verwendet werden. Bei
diesen heterologen Expressionssystemen erweisen sich aber Schwierigkeiten
bei der Extraktion und der Reinigung als wahre Hemmnisse.
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Das
Expressionssystem von Säugern,
kultivierte Zellen und die transgenen Tiere weisen keinen dieser Nachteile
auf. Die posttranslatorischen Modifikationen variieren aber zwischen
den Säuger-Spezies.
Somit führt
die Expression von humanen Proteinen in Nagerzellen (die z.B. in
W. Sun et al., J. Immunol. 152, S. 695-704 (1994), P. Lang und R.
Mocikat; Mol, Gen. Genet. 424, S. 528-538 (1994), WO 96/30498 und
K. Fukuta et al., Arch. Biochem. Biophys. 378, S. 142-150 (2001)
offenbart ist) zu einem humanen Protein mit einem Nager-Glycosylierungsmuster.
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Rekombinante
Proteine können
in kultivierten Säugerzellen
entweder vorrübergehend
oder konstitutiv (stabil) erzeugt werden. Zur vorrübergehenden
Expression einer Rekombinanten wird eine Vektor-DNA, die das rekombinante
Protein codiert, in die Zelle eingeführt, und im Allgemeinen wird
sie nicht in die Zell-DNA integriert. Expressionstiter des rekombinanten
Proteins sind zu Beginn hoch. Weil die Vektor-DNA gewöhnlich nicht
repliziert wird, wird die Vektor-DNA aber mit jeder Zellproliferation
verdünnt,
und somit nimmt der Expressionstiter ab. Nur selten rekombiniert
die Vektor-DNA oder ein Teil der Vektor-DNA fehlerhaft mit der zellulären, genomischen
DNA, wobei das das rekombinante Gen codierende Gen stabil in das
Genom integriert wird. Wenn das das rekombinante Gen codierende
Gen mit einem Selektionsmarker assoziiert ist, können die diese Kassette tragende
Zellen identifiziert und als stabil transformierte Zellen isoliert
werden. Stabile Transformanten haben den Vorteil, dass die heterologen
Proteine kontinuierlich produziert werden. Der Expressionstiter wird
hauptsächlich
von der Stärke
des Promotorkonstrukts, der Stelle der Integration in das Chromosom,
die Kopienzahl und den Typ des betreffenden rekombinanten Proteins
bestimmt. Viele starke Promotoren sind kommerziell verfügbar, wobei
ihre Transkriptionsaktivität
aber in Abhängigkeit
von der zellulären
Konzentration der relevanten Transkriptionsfaktoren und von der
Chromatinstruktur an der Integrationsstelle variiert. Zum Beispiel
kann eine Integration in die Gerüst-
oder Matrix-Konfigurationsregionen (5/MAR-Elemente) von chromosomaler
DNA die Aktivität
von Promotoren und somit die Expression von heterologen Genen erhöhen und sie
vor einer Inaktivierung durch das flankierende Chromatin schützen. Daher
ist es hochgradig wünschenswert,
einen Promotor zu wählen,
der in einer speziellen Zelle hochgradig aktiv ist, und die Integration
auf einen aktiven Teil des Chromosoms zu richten. Vorzugsweise ist
ein einziges Integrationsereignis wünschenswert, weil heterologe
Gene mit einer geringen Anzahl von Kopien gewöhnlich stabiler als mehrfach
kopierende Gene sind.
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Eine
Integration an einem einzigen, vorgewählten, hochaktiven Locus kann über homologe
Rekombination erreicht werden. Dieses Verfahren ist, obwohl es normalerweise
auf embryonale Stammzellen von Mäusen
angewandt wird, bei somatischen Zellen humanen Ursprungs extrem
unwirksam und erfordert einen Screening-Aufwand in großem Maßstab. Darüber hinaus
ist es, wenn erwünscht
ist, die Expression eines gegebenen Zielgens komplett auszuschließen, auf
die meisten humanen permanenten Zelllinien nicht anwendbar, weil
diese Zelllinien gewöhnlich
polyploid sind und ein Targeting von mehr als zwei identischen Loci
kaum machbar ist. Eine ortsspezifische Rekombination unter Verwendung
von Rekombinasen, z.B. Cr, flp, C13 und deren jeweilige Zielorte
(RRS) sind eine brauchbare Alternative (Y. Q. Feng et al., Journal
of Molecular Biology, Band 292(4), S. 779-785 (1999), T. Schlake
et al., Biochemistry, Am. Chem. Soc., Band 244(1-2), S. 185-193 (Oktober
2000), M. Fussenegger et al., Trends in Biotechnology, Band 17(1),
S. 35-42 (Januar 1999), A. C. Groth et al., Proceedings of the National
Acacdemy of Sciences of USA, Band 97 (11), S. 5995-6000 (Mai 2000)).
Bei diesem Ansatz kann ein Plasmid, das eine einzige RRS trägt, dazu
verwendet werden, auf ein einzelnes RRS im Chromosom abzuzielen.
Dieses Verfahren hat aber bestimmte Einschränkungen: es ist nämlich ziemlich
ineffektiv, weil die Rückwärtsreaktion,
die Exzision des Plasmids, eine intermolekulare Rekombination ist
und mit einer viel höheren
Geschwindigkeit als die Integration erfolgt. Zweitens wird das gesamte
Plasmid einschließlich
der bakteriellen Gene integriert. Zur Lösung des ersten Problems wurde
eine Reaktion in eine Richtung beispielsweise mittels heterospezifischer
Zielorte sowohl für
flp als auch für
cre etabliert. Diese RRS werden von der entsprechenden Rekombinase
erkannt, wobei für
eine erfolgreiche Rekombination aber identische Orte erforderlich
sind und die Exzisionsreaktion ausgeschlossen ist (S. Karreman et
al., Nucleic Acids Res., Band 24(9), S. 1616-1624 (1996, K. R. Trinh
et al., J. of Immunol. Methods, Band 244, S. 185-193 (2000)). Das
Zielsteuerungsplasmid muss aber immer noch in eine einzige, bevorzugte
Position des Chromosoms integriert werden. Um solche seltenen Integrate
zu finden, ist ein Sceening-Aufwand in großem Maßstab erforderlich. Diese Klone
enthalten oft mehr als eine Kopie des Plasmids, sie können unvollständige Kopien und
Bakteriensequenzen enthaften, die nicht von der Integration ausgeschlossen
sind. Diese bakteriellen Sequenzen werden von der Säugerzelle
erkannt, was oft zur Inaktivierung der Zielregion führt. Alternativ
kann die Zielsteuerungs kassette über
retrovirale Vektoren integriert werden (S. Karreman et al., Nucleic
Acids Res., Band 24(9), S. 1616-1624 (1996)). Diese Vektoren zielen
auf aktive Stellen innerhalb des Chromosoms, wobei nur Kassetten
mit ganzer Länge
integriert werden, und die Infektionsdosis kann so eingestellt werden,
dass einzelne Integrationsstellen erzeugt werden. Von ITR flankierte
Expressionseinheiten können
aber auch einer Inaktivierung unterworfen sein. Darüber hinaus
kann die Verwendung dieses Systems durch staatliche Genehmigungsstellen
eingeschränkt
sein, wodurch therapeutische Anwendungen des exprimierten Proteins
ausgeschlossen sind. Schließlich
offenbaren a. Karpas et al., PNAS 98(4), 1799-1804 (2001) eine humane
Myelom-Zelllinie, die zur Bildung von Hybridomen geeignet ist, die
Immunoglobuline mit hoher Ausbeute stabil exprimieren. Andererseits
wird erwähnt,
dass Myelome gewöhnlich
für diesen
Zweck nicht geeignet sind.
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Kurzbeschreibung
der Erfindung
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Mit
Hinsicht auf das Obige besteht nach wie vor ein Bedarf an einem
Verfahren, das die Transformation/Umwandlung einer Zelllinie mit
einem beliebigen, ein Produkt von Interesse codierenden Gen unter
Erhalt einer rekombinanten humanen, Glycoprotein mit hoher Ausbeute
produzierenden Zelle ermöglicht,
insbesondere an einem Verfahren ohne oder nur mit wenigen mühseligen
Screening-Verfahren. Überraschenderweise ist
gefunden worden, dass Zellen, die rekombinante Glycoproteine mit
Merkmalen einer humanen, posttranslatationalen Modifikation in hoher
Ausbeute exprimieren, erhältlich
sind, durch
erstens Identifizieren eines nichtessentiellen,
in hohem Maße
exprimierten Zellgens (hiernach kurz als "Ausgangsgen" bezeichnet) in einer humanen oder im
Wesentlichen humanen Hybridzelle (hiernach kurz als "Ausgangszelle" bezeichnet);
zweitens
durch direktes Ersetzen des Ausgangsgens über eine homologe Rekombination
durch eine erste funktionelle DNA-Sequenz (beispielsweise durch
die Verwendung einer geeigneten Zielsteuerungskassette), die Rekombinase-Erkennungsstellen
(RRS) für
eine ortsspezifische Integration, und gegebenenfalls ein "Platzhalter-"Gen, umfassend verschiedene
funktionelle Sequenzen, enthält,
und Auswählen/Isolieren
eines stabilen Klons dieser Vorläufer-Expressionszelle
(funktionalisierte Zelle);
drittens Einfuhr des interessierenden,
das Zielgenprodukt (Protein) kodierenden Gens (von nun an als "Zielgen" bezeichnet), durch
ortsspezfische Integration unter Verwendung einer Rekombinase, die
die RRS erkennt, die in die erste Zielsteuerungskassette eingeführt wurden,
und schließlich
Auswählen/Isolieren
einer stabilen Expressionszelle, die dazu fähig ist, große Mengen
des rekombinanten Proteins zu erzeugen. Ein direkter Ersatz des
Ausgangsgens durch eine funktionelle DNA-Sequenz, die eine für das Zielgenprodukt
codierende DNA-Sequenz enthält,
ist ebenfalls anwendbar.
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Darüber hinaus
ist gefunden worden, dass spezielle Säugerzellen wie Human-Myelom- und Hybridomzellen
und Human-Hetero-Hybridomzellen (einschließlich Human-Maus-Hetero-Hybridomzellen
wie H-CB-P1) geeignete Ausgangszellen für das obige Verfahren sind,
die die Erzeugung von Proteinen mit einem im Wesentlichen humanen
Glycosylierungsmuster ermöglichen.
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Bei
Verwendung der vorliegende Erfindung ist es möglich, ein beliebiges Gen,
das ein interessierendes rekombinantes Protein codiert, in die oben
aufgeführten
speziellen Säugerzellen
stabil einzuführen.
Bei Verwendung der vorliegenden Erfindung wird das interessierende,
das rekombinante Protein codierende Gen in den Locus eines hochgradig
exprimierten Zellgens und vorzugsweise in einer engen Nähe zu einem
hochaktiven, in einem aktiven Teil des Chromosoms befindlichen Zellpromotor
integriert. Bei Verwendung der vorliegenden Erfindung können Vorläufer-Zelllinien
verschiedenen Ursprungs erzeugt werden, die ein von RRS umgebenes
Platzhaltergen tragen. Bei Verwendung der vorliegenden Erfindung
kann das Platzhaltergen durch das interessierende Gen, das das rekombinante
Protein codiert, durch eine ortspezifische Rekombination, die durch
eine geeignete Rekombinase katalysiert wird, an den RRS ausgetauscht
werden, wodurch die endgültige
Hoch-Expressionszelle erhalten wird.
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Schließlich wurde
gefunden, dass das Human-Maus-Hetero-Hybridom ein sehr deutliches
humanes Glycosylierungsmuster ergibt.
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Insbesondere
macht die vorliegende Erfindung Folgendes verfügbar:
- (1)
Ein Verfahren zur Herstellung von Zellen, die zur stabilen Expression
eines Zielgenprodukts, das ein im Wesentlichen humanes Glycosylierungsmuster
aufweist, in hoher Ausbeute befähigt
ist, wobei das Verfahren Folgendes umfasst:
(a) Auswählen einer
immortalisierten humanen Zelle oder Human-Hybrid-Zelle (hiernach "Ausgangszelle"), die von B-Lymphocyten abgeleitet
ist und zu einer stabilen Expression eines Ausgangs-Genprodukts,
das für
die Ausgangszelle nicht essentiell ist, in hoher Ausbeute befähigt ist;
(b)
Suchen nach dem Locus des Ausgangs-Genprodukts innerhalb des Genoms
der Ausgangszelle;
(c1) Ersetzen des Gens, das für das Ausgangs-Genprodukt
codiert, durch eine erste funktionelle DNA-Sequenz, die eine oder
mehrere Rekombinase-Erkennungsstellen (RRS) enthält, wobei man eine funktionalisierte
Vorläuferzelle
erhält;
und
(d) Integrieren einer zweiten funktionellen DNA-Sequenz,
die eine DNA-Sequenz
enthält,
welche für
das Zielgenprodukt codiert, in die in Schritt
(c1) erhaltene
funktionalisierte Vorläuferzelle
durch Verwendung einer Rekombinase, die die in die erste funktionelle
Sequenz eingebauten RRS erkennt; oder
(c2) direktes Ersetzen
des Gens, das für
das Ig codiert, durch eine funktionelle DNA-Sequenz, die eine DNA-Sequenz
enthält,
weiche für
das Zielgenprodukt codiert;
- (2) in einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens von
(1) oben ist die Ausgangszelle eine Human-Maus-Hetero-Hybridomzelle
wie das Hetero-Hybridom
H-CB-P1 (DSM ACC 2104), und die Integration der funktionellen DNA-Sequenz(en)
wird an einem Ig-Locus (vorzugsweise an einem umgelagerten Ig-Locus
der Zelle) bewirkt;
- (3) eine Zelle, die zur Expression eines durch das Verfahren
von (1) oder (2) oben erhältlichen
Zielgenprodukts in hoher Ausbeute fähig ist;
- (4) ein Verfahren zur Herstellung einer funktionalisierten Zelle,
umfassend die Schritte (a) bis (c1) gemäß der Definition in (1) oder
(2) oben;
- (5) eine Vorläuferzelle,
erhältlich
durch das Verfahren von (4) oben; und
- (6) ein Verfahren zur Expression eines Zielgenprodukts in hoher
Ausbeute, das das Kultivieren einer in (3) oben definierten Zelle
umfasst.
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Beschreibung
der Figuren
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1: Übersicht über das
Konzept, ein mehrstufiges Verfahren zur Bildung von Expressionszelllinien in
hoher Ausbeute, umfassend die ortsspezifische Integration von Genen
in einen IgH-Locus an frt-Stellen.
Der IgH-Locus von H-CB-P1
ist im oberen Graphen der 1a und 1b veranschaulicht.
Er enthält
den variablen Genpromotor, gefolgt von einer Protein-Leader-Sequenz
und speziellen Genen, V, D und J, die umgelagert und neben dem Enhancer
Eμ, den
codierenden Sequenzen MAR und Cμ positioniert
sind. Zielsequenzen für
die homologe Rekombination sind marmoriert dargestellt. Über eine
homologe Rekombination zwischen den flankierenden Sequenzelementen "Vhprom" und "Cμ" von Vektor 1 (Ziel vektor) und die genomische
DNA werden zuerst funktionalisierte Sequenzen, die sich zwischen
den flankierenden Sequenzen befinden, in die genomische DNA eingeführt, und
ein rekombinantes PBG03-Genom ist das Ergebnis. Die erste funktionalisierte
Sequenz enthält
frt-Stellen (frtFS, frtF3 und frt wt), einen künstlichen, starken Promotor,
CES (1a) oder keinen zusätzlichen Promotor (1b)
stromaufwärts
vom ersten exprimierten Gen (hobFc). Darüber hinaus sind ein Blasticidin-
oder Nygromycin-Resistenzgen und ein ATG-deletiertes Neomycin-Gen Teil
der ersten funktionalisierten Sequenz. Das rekombinante Genom trägt die ersten
funktionalisierten Sequenzen in die chromosomale DNA integriert.
FLP-Rekombinase
katalysiert die Rekombination an den Stellen frtFS und frtF3 oder
frt wt und frtF3 des rekombinanten N-CB-P1-Genoms und des Vektors
2, das tatsächliche,
interessierende Gen wird eingeführt
und aus dem künstlichen
bzw. dem endogenen VH-Promotor exprimiert (1a bzw. 1b).
Teile der ersten funktionalisierten Sequenz, die sich zwischen den
Stellen frt wt und frtF3 befinden, werden durch einen schwachen
Promotor ersetzt, gefolgt von einem ATG, wonach die Rekombination
im selben offenen Leseraster wie das ATG-deletierte Neomycin-Gen
positioniert wird. Das resultierende Genom hat das hobFc-Gen und
das Blasticidin- und das Hygromycin-Resistenzgen verloren und hat
stattdessen das interessierende Gen (Zielgen) und ein funktionelles
neo-Gen.
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2:
Die endogene Kassette (CEShobFcblas) des Zielsteuerungsvektors.
Dargestellt
ist die detaillierte Struktur der endogenen Kassette, die einen
CES-Promotor, ein hobFC-Fusionsgen, ein Blasticidin-Resistenzgen
und ein Neomycin-Gen ohne Start-Codon (ATG). Ausführlicher
enthält
die endogene Sequenz eine modifizierte frt-Stelle (frtF5), gefolgt
von einer Hybrid-Promotorstruktur,
die die frühen CMV-Promotor-/Enhancer-Elemente
sowie das erste Intron des Elongationsfaktor-α-Gens umfasst. Das nächste Element
ist eine frt-Wildtyp-Stelle, gefolgt vom hobFC-Fusionsgen (hobFC)
und dem SV40-Polyadenylierungssignal (SV40PA). Ein schwacher SV40-Promotor,
der die Expression des Blasticidin-Resistenzgens steuert, folgt.
Die letzten Elemente sind eine modifizierte frt-Stelle (frtF3),
und daneben befindet sich das ATG-defizitäre neo-Gen. Die modifizierten
frt-Stellen M3 und F5 ermöglichen
eine Rekombination mit identischen Stellen, aber nicht mit Wildtyp-frt-Stellen bzw. F5-
oder F3-Stellen. Die frtF3-Stelle ist stromaufwärts vom neo-Gen positioniert, wodurch sich ein angrenzendes
offenes Leseraster bildet, dem das ATG fehlt.
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3.:
Klonierungsstrategie für
den intermediären
Vektor pVCμ,
der die flankierenden Regionen Vhprom und Cμ enthält.
Die 2-kb-VH-Promotorsequenz
wurde aus genomischer PBG03-Zellen-DNA amplifiziert, wobei der Vorwärts-Primer
VHpromF (SEQ-ID Nr.: 1) und der Rückwärts-Primer VHpromR (SEQ-ID
Nr.: 2) verwendet wurden. Das PCR-Produkt VHprom wurde in den PCR-Vektor
4BluntTOPO (Invitrogen) kloniert und der resultierende Vektor als
pVH bezeichnet. Die 7,4-kb-Cμ-Region
wurde aus genomischer H-CB-P1-DNA als zwei überlappende Fragmente, nämlich CμMitteR und
CμMitteF,
amplifiziert. Die Primer CμintV
(SEQ-ID Nr.: 3) und CμMitteR
(SEQ-ID Nr.: 5) ergaben das Produkt CμMitteR, und die Primer CμMitteF (SEQ-ID
Nr.: 6) und der reverse Primer CμintR
(SEQ-ID Nr.: 4) ergeben das Fragment CμMitteF. Beide Fragmente wurden
in einen PCR-Vektor
4BluntTOPO (Invitrogen) kloniert, und die resultierenden Vektoren
wurden als pCμMitteR
und pCμMitteF
bezeichnet. Die Cμ-Sequenz
mit voller Länge
wurde wiederhergestellt, indem beide Vektoren mit den Restriktionsenzymen
SpeI und DraIII geöffnet
wurden und das SpeI-DraIII-Fragment von pCμMitteR in das geöffnete pCμMitteF ligiert
wurde. Der resultierende Vektor Cμ trägt die Cμ-Region mit
voller Länge
(Cμ-Intron).
Die VH-Promotorsequenz und die Cμ-Sequenz
wurden zu einem Vektor pVHCμ vereinigt,
indem sowohl pVH als auch pCμ mit
den Restriktionsenzymen SpeI und PmeI aufgeschlossen wurden und
das isolierte Vhprom-PmeI-SpeI-Fragment in den mit Phosphatase behandelten,
geöffneten
Vektor pCμ eingeführt wurde.
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4:
Klonierungsstrategie für
die Zielsteuerungsvektoren pCESHhobFc und pVHCμHhobFc.
Der Zielsteuerungsvektor
pVHCμCESHhobFc,
der den hochaktiven Promotor CES und das hobFC-Fusionsgen enthielt,
wurde erzeugt, indem ein am Ende aufgefülltes, aus pCESHhobFC isoliertes
SwaI-BstBI-Fragment in den pVHCμ-Vektor, der mit PmeI
aufgeschlossen und dephosphoryliert worden war, ligiert wurde. Der Zielsteuerungsvektor
pVHCμHhobFc,
der das hobFC-Fusionsgen, aber keinen CES-Promotor aufwies, wurde hergestellt,
indem ein am Ende aufgefülltes,
aus pCESHhobFc isoliertes Bst1107-BstBI-Fragment in einen mit PmeI
aufgeschlossenen und dephosphorylierten Vektor pVHCμ ligiert
wurde.
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5:
Klonierungsstrategie für
Zielsteuerungsvektoren, die ein Blasticidin-Resistenzgen tragen, pVHCμCEShobFcblas
und pVHCμhobFcblas.
Als
Donor für
das Blasticidin-Gen wurde das Plasmid pCDNATRD verwendet. Zum Deletieren
der Hygromycin-Gensequenzen sowie der FRT5- und der Neomycin-Sequenz
aus dem Vektor pCESHhobFc wurde der Vektor mit EcoRI und SalI aufgeschlossen
und dephosphoryliert. Ein EcoI-SalI-Fragment aus pCDNATRD, das die
Blasticidinresistenz-Gensequenz enthielt, wurde in den zuvor geöffneten
pCESHbohFC-Vektor ligiert, und das resultierende Plasmid wurde als
pCEShobFcblasdeleted bezeichnet. Die FrtFS-Sequenz und die ATG-deletierte Neomycin-Sequenz
wurden aus pCESHhobFc als SalI-SalI-Fragment isoliert und in die
SalI-Stelle von pCEShobFcblasdeleted reinsertiert. Das resultierende
Plasmid pCEShobFcblas wurde zusammen mit pVHCμCESHhobFc verwendet, um pVHCμCEShobFcblas
zu erzeugen. Das die hobFc-Sequenz und das Blasticidin-Gen umfassende
BamHI-SalI-Fragment wurde aus pCES-hobFcblas isoliert und in den mit BamHI
und SalI geöffneten
Vektor pVHCμCESHhobFc
insertiert, wodurch pVHCμCEShobFcblas
erhalten wurde. Der Vektor pVHCμhobFcblas
wurde erzeugt, indem ein das hobFc-Gen und das Blasticidin-Gen enthaltendes
BamHI-SalI-Fragment in den mit BamHI und SalI aufgeschlossenen Vektor
pVHCμHhobFc
ligiert wurde.
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6:
Immunoanfärbung
von H-CB-P1-Klonen
Durch eine Transfektion von H-CB-P1-Zellen
mit pVHCμCESHhobFcblas
erhaltene H-CB-P1-Klone wurden mit einem mit Texas-Rot konjugierten
Anti-Human-IgG,
für Fγ-Fragmente
spezifischen, aus Ziegen isolierten Antikörper oder einem AMCA-konjugierten,
Anti-Human-IgM, Fc5μ-spezifischen, aus Ziegen
isolierten Antikörper
immunoangefärbt.
Die linke Spalte zeigt zwei H-CB-P1-Klone,
die mit dem Texas-Rot-konjugierten Antikörper angefärbt und mit einem UV-WG-Filter
visualisiert sind. In der rechten Spalte sind dieselben Klone nach der
Färbung
mit dem AMCA-konjugierten anti-IgM-Antikörper und der Visualisierung
unter einem UV-Filter-WU dargestellt. Während für den Klon im oberen Feld nur
eine IgG-Färbung
offensichtlich ist, ist für
den Klon im unteren Feld die Färbung
mit beiden Antikörpern
vorhanden. Der erste Klon kann aus einer homologen Rekombination
resultieren, während
der andere Klon eine fehlerhafte Insertion der funktionellen Sequenzen
enthält.
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7:
Direkte Immunoanfärbung
von H-CB-P1-Klonen und eine weitere Expansion von Klonen.
Es
wird demonstriert, dass H-CB-P1-Klone immunoangefärbt werden
konnten, ohne die Lebensfähigkeit
der Zellen zu gefährden,
und dass eine anschließende
Expansion des angefärbten
Klons möglich
war. Ein H-CB-P1-Klon, der 10 Tage lang in einer Platte mit 96 Vertiefungen
kultiviert worden war, wurde mit einem mit Texas-Rot konjugierten
anti-IgG-Antikörper
immunogefärbt.
Ein Bild des Klons vor der Immunoanfärbung, das mit normaler Lichtmikroskopie
visualisiert wurde, ist im oberen linken Feld veranschaulicht. Derselbe,
mit dem an Texas-Rot konjugierten anti-IgG-Antikörper immunoangefärte Klon
ist im oberen rechten Feld veranschaulicht. In den unteren Feldern
sind Bilder der nachträglichen
Trypsinbehandlung in Vertiefungen dargestellt. Wenn das Bild unter
einem normalen Lichtmikroskop aufgenommen wurde, waren keine Zellen
zu sehen, wie im unteren linken Feld zu sehen ist. Das rechte Feld
zeigt dieselbe Vertiefung, die unter einem UV-Filter-WU untersucht
wurde. Die Zellen sind von der Vertiefung vollständig entfernt, und der fluoreszierende Antikörper-Niederschlag
verblieb in der Vertiefung und haftet nicht an der Zelloberfläche.
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8:
Anti-IgM-Dot-Blot von Zellkultur-Überständen von einzelnen Klonen
Überstände der
folgenden Klone
1: pVHCμhobFcblas-D6,
2: pVHCμhobFcblas-G8,
3: pCEShobFcblas-A3, 4: pVHCμCEShobFcblas-B4,
5: pVHCμCEShobFcblas-D3,
6: pVHCμCEShobFcblas-G8
wurden auf
eine Membran aufgetüpfelt
und dem ECR-Anfärbeverfahren
unterzogen. Weil die Ausgangszellen-Population homogen IgM erzeugte,
resultieren Klone ohne nachweisbare IgM-Expression aus einer vom Zielsteuerungs-Vektor
vermittelten Inaktivierung des IgM-H-Gens. Der Klon A3, der durch
eine Transfektion von pCESHhobFcblas erzeugt wurde, dem homologe
Flankierungssequenzen fehlen, war nicht dazu fähig, den IgM-Locus anzusteuern
und exprimiert IgM.
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9:
Anti-IgG-Dot-Blot von Zellkultur-Überständen einzelner Klone.
Überstände der
folgenden Klone
1: pVHCμhobFcblas
D6, 2: pVHCμhobFcblas
D6 (1:2 verdünnt),
3: pVHCμhobFcblas-G8,
4: pVHCμhobFcblas-G8
(1:2 verdünnt),
5: pCEShobFcblas A3, 6: pVHCμCEShobFcblas
B4, 7: pVHCμCEShobFcblas
D3, 8: pVHCμCEShobFcblas
D3 (1:2 verdünnt),
9: pVHCμCEShobFcblas
D3 (1:10 verdünnt),
10: pVHCμCEShobFcblas
G8, 11: hobFc-Standard, 500 ng/ml, 12: hobFc-Standard 50 ng/ml IgG
wurden
auf eine Membran aufgetüpfelt
und unter Verwendung eines anti-IgG-Antikörpers dem ECR-Anfärbeverfahren
unterzogen.
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10: Nachweis einer homologen Rekombination
mittels PCR Um zu testen, ob ein homologes Rekombinationsereignis
zwischen dem (Zielsteuerungs)Vektor und dem Ig-Locus von H-CB-P1-Zellen
erfolgt war, wurde eine PCR-Strategie angewandt. Bei der Rekombination
der endogenen Kassette des den CES-Promotor enthaltenden Vektors
werden das hobFc-Gen und ein Resistenzgen (Hygromycin oder Blasticidin),
gefolgt vom ATG-deletierten
Neomycin-Gen, in die genomischen Promotor-Sequenzen des Gens V und dem
Enhancer Eμ integriert.
Der Vorwärts-Primer
V5 (SEQ-ID Nr.: 7), der an die genomischen Promotor-Sequenzen des
Gens V außerhalb
des Fragments Vhprom bindet, wurde mit den Primern V6 oder V7 (SEQ-ID. Nr.:
8 bzw. 9) kombiniert, die innerhalb der ersten funktionellen Sequenz
spezifisch binden. Das Auftreten von PCR-Produkten hängt strikt
von der Colokalisierung beider Primer-Bindungssequenzen und somit
von einer homologen Rekombination ab. Zur Bestätigung von positiven Ergebnissen
wurde das mutmaßlich
positive PCR-Produkt in einer geschachtelten PCR-Reaktion mit den
Primern VHpromF und VHpromR (SEQ-ID Nr.: 1 und 2) verwendet.
a:
Primerposition, b: elektrophoretische Analyse von PCR-Produkten
links:
erste PCR, V5, V7
Spur 1: 1-kb-Leiter (Invitrogen), Spur 2:
Klon pVHCμhobFcblas
H6, Spur 3: Klon pVHCμCEShobFcblas
B10, Spur 4: Klon pVHCμhobFcblas
D4, Spur 5: Klon pVHCμhobFcblas
D8, Spur 6: Klon pVHCμhobFcblas
E11, Spur 7: negative Kontrolle H-CB-P1
rechts: geschachtelte
PCR
Spur 1: 1-kb-Leiter (Invitrogen), Spur 2: negative Kontrolle
H-CB-P1, Spur 3: Klon pVHCμCEShobFcblas
H6, Spur 4: Klon pVHCμhobFcblas
D4, Spur 5: Klon pVHCμhobFcblas
E11
-
11:
Expression von hobFc beim Fehlen eines Selektionsdrucks.
Zellen
wurden drei Monate lang beim Fehlen eines Selektionsdrucks kultiviert.
Zur Bestimmung der Expression wurden Zellen mit einer Dichte von
105 Zellen/ml geimpft. Nach 24 h wurden
die Zellkultur-Überstände geerntet und
unter Verwendung eines anti-Human-Fc-Antikörpers einem Western Blot (Dot-Blot) unterzogen. Überstände wurden
von links nach rechts auf den Filter aufgetragen: unverdünnt, 1:2-Verdünnung und
1:10-Verdünnung.
Links:
Klon pCEShobFcblas A3 (statistische Insertion), Mitte oben: pVHCμhobFcblas
G8, Mitte unten: pVHCμhobFcblas
G8, rechts: pVHCμCEShobFcblas
D3.
Die Expression ist stabil in Klonen, die aus einer homologen
Insertion der funktionalisierten Sequenzen einschließlich des
hobFc-Gens stammen.
-
12:
Erzeugung eines Zielzellenklons unter Verwendung von GFP als Modell-Zielgen.
Der
Klon pVHCμCEShobFcblas
D3 (in PBG04 umbenannt) wurde mit Vektor 2, der eine zweite funktionelle Sequenz
(frt wt, das offene Leseraster GFP und ein Polyadenylierungssignal,
einen von ATG und frtFS gefolgten Minimalpromotor) umfasste, und
das Plasmid pflp, das eine funktionelle Expressionseinheit für die flp-Rekominase
umfasste (Hinweis: der Vektor ist zur Expression von GFP in einer
natürlichen
Zelle nicht fähig,
weil ein funktioneller, die Expression antreibender Promotor fehlt)
transfiziert. Nach einer zweiwöchigen
Selektion mit G418 waren einzelne, stabile Klone nachweisbar, die
GFP stark exprimieren. Die GFP-Expression sowie die G418-Resistenz
hängen
vom homologen Rekombinationsereignis ab.
-
13:
Identifizierung der Umlagerungen in den Heterohybridomen H-CB-P1.
Die
cDNA für
die Gene der leichten und der schweren Kette von H-CB-P1 wurden
sequenziert und mit Datenbank-Sequenzen verglichen. Genomische Gene,
aus denen die Gene mit schwerer Kette bestehen, wurden durch eine
Homologie mit nicht umgelagerten genomischen Sequenzen identifiziert.
Auf der Grundlage der Identifikation von V1-2, D1, J6 und u wurde
eine genomische Karte des umgelagerten Locus konstruiert. PCR-Primer
wurden unter Verwendung dieser Informationen konstruiert, jeweilige
Fragmente, die sich von 5' bis
zum variablen V1-2-Promotor des Gens erstreckten und die D-, J-
und μ-Intronsequenzen
enthielten, das variable Gen ATG jedoch ausließen, wurden amplifiziert und
zur Konstruktion des Zielsteuerungsvektors verwendet. Das variable
Gen V3-19 der leichten Lambda-Kette wurde auch mittels einer Homologiesuche
identifiziert. Dieser Zugang war nicht geeignet, um das konstante
Gen zu identifizieren, weil der Locus zu 100 % identische Genkopien
enthält.
Eine PCR auf der Grundlage von Primern in den dazwischenliegenden
Sequenzen zwischen den Genen der konstanten Region ermöglichte
die Identifizierung von J2 und H2 als diejenigen Gene, die das umgelagerte
Lambda-Gen von H-CB-P1 darstellen.
-
14:
Chromosomenanalyse von
Beim GTG-Banding wurden auf dem linken
Feld 68-94 Chromosomen gefunden. Die Mehrzahl wurde mittels spektraler
Karyotyp-Analyse als Maus-Chromosomen
identifiziert, mittleres und rechtes Feld. Humane Chromosomen innerhalb
von H-CB-P1 wurden durch Hybridisierung mit speziell markierten
Human-Chromosomenbanken identifiziert. Es wurden 8 intakte humane
Chromosomen, 4, 5, 7, 10, 14, 17, 18, 22 und zusätzlich Chromosomenfragmente
der Chromosomen 4, 8, 9, 10, 11, 14, 16 identifiziert. Eine Hybridisierung
mit einer für
den humanen Ig-H-Locus spezifischen Sonde ergab einen einzigen IgH-Locus
auf dem intakten Chromsom 14.
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15:
Schematische Veranschaulichung einer N-gekoppelten Oligosaccharidstruktur
eines Säuger-Glycoproteins.
Das
Leptin-Fc-Molekül
enthält
zwei N-gekoppelte Oligosaccharide, eines an jeder Kette der Fc-Domäne.
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16:
Aminophasen-HPLC von Leptin Fc.
LeptinFc von PBG-04 wurde in
einer Drehflaschenkultur erzeugt und mittels eines generischen Verfahrens
gereinigt, das eine Affinitätschromatographie,
Gelfiltration und Membranfiltration einschloss. Das Protein wurde mit
Trypsin aufgeschlossen, und die resultierenden Peptide wurde mittels
eines PNGase-F-Aufschlusses
deglycosyliert. Die Glycane wurden mit 2-Aminobenzamid markiert
und mittels HPLC an einer Phenomenex-Hypersil-APS-2-Säule getrennt.
Die größten Zahlen
stellen die Fraktionen dar, die bei der MALDI-TOF-MS-Analyse verwendet wurden.
-
Ausführliche
Beschreibung der Erfindung
-
Die
vorliegende Erfindung macht ein Verfahren zur Transformation einer
Säuger-Ausgangszelle,
insbesondere einer humanen Zelle oder einer humanen Hybridzelle
zu einer stabilen, mit hoher Ausbeute exprimierenden Zelle verfügbar. Um
eine kontinuierliche rekombinante Expression zu erreichen, wird
das das rekombinante Produkt codierende Gen in die genomische, zelluläre DNA integriert.
Expressionsgrade werden in hohem Maße durch die Stelle der Integration
des rekombinanten Gens in die zelluläre DNA bestimmt. Daher umfasst
das hier vorgestellte Verfahren die Integration eines rekombinanten
Gens in einen transkribierend hochaktiven Teil des Genoms einer
Zelle. Das interessierende Gen, das für das rekombinante Protein
codierend ist, kann sich entweder unter der Kontrolle eines sehr
starken rekombinanten Promotors befinden, oder es kann unter die
Kontrolle eines hochaktiven zellulären Promotors gestellt werden,
indem es stromabwärts vom
hochaktiven zellulären
Promotor integriert wird.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform
des Verfahrens (1) der Erfindung sezerniert die Ausgangszelle das
Ausgangs-Genprodukt vorzugsweise in einer Menge von wenigstens 0,3
fmol/Zelle/d einer Polypeptidkette (was gleich 30 pg/Zelle/d für ein Protein
von etwa 90 kd ist) und noch mehr bevorzugt in einer Menge von mehr
als 1 fmol/Zelle/d (was gleich 100 pg/Zelle/d für ein Protein von etwa 90 kd
ist). Alternativ wird in einem Fall, in dem die Ausgangszelle das
Ausgangs-Genprodukt nicht sezerniert, ein Gen, das für ein hochgradig exprimiertes,
vorzugsweise nichtessentielles intrazelluläres oder Membranprotein oder
eine hochgradig exprimierte, nichtcodierende RNA codiert, ausgewählt.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
ist die Ausgangszelle eine primäre,
immortalisierte oder fusionierte Zelle oder eine genetische Modifikation
davon. Somit kann die Ausgangszelle aus primären Zellen, immortalisierten
Zellen (z.B. von B-Lymphozyten stammenden immortalisierten Zellen)
oder Tumorzellen oder genetischen Modifikationen davon, Zellhybriden,
Zelllinien, die üblicherweise
bei der Proteinherstellung verwendet werden, wie HEK293, PER.C6,
humanen Zelllinien, die über
eine genetische Immortalisierung oder Fusion mit immortalen Zelllinien
aus primären
Zellen erzeugt sind, ausgewählt
sein, vorzugsweise ist sie eine humane Hybridom- oder Hetero-Hybridomzelle (z.B.
Human-Maus, Human-Ratte oder dergleichen), und am meisten bevorzugt
ist sie das Human-Maus-Hetero-Hybridom H-CB-P1 (DSM ACC 2104; zuvor
als ZIM517 bezeichnet).
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Wenn
die Ausgangszelle eine humane Zelle oder ein humanes Hetero-Hybridom ist (beispielsweise gemäß der obigen
Definition), ist es bevorzugt, dass die Hybridzelle oder das Hetero-Hybridom
wenigstens ein humanes Chromosom umfasst und/oder zu einer posttranslationalen
Modifikation fähig
ist. Es ist besonders bevorzugt, dass das Ausgangs-Genprodukt ein
humanes Gen ist.
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Das
Ausgangs-Genprodukt ist vorzugsweise aus sezernierten Proteinen
wie Antikörpern,
Cytokinen, Hormonen, Enzymen, Transportproteinen, Speicher proteinen
und Strukturproteinen ausgewählt.
Das Ausgangs-Genprodukt ist entweder als Hauptprodukt der gewählten Ausgangszelle
bekannt. So ist eine stabile Expression von IgM für H-CB-P1
beobachtet oder in einem Screening-Verfahren ausgewählt worden. Das Screening kann
auf einzelnen oder kombinierten Verfahren basieren, die eine Mikroarray-Expressionsanalyse, 2D-Protein-Gelelektrophorese,
quantitative PCR, RNAse-Schutz, Northern Blot, ELISA und Western
Blot umfassen. Die Leistungsfähigkeit
und Empfindlichkeit dieser einzelnen Methoden ist den Fachleuten
bekannt.
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Das
Verfahren der Erfindung ermöglicht
die Herstellung eines beliebigen rekombinanten Proteins. Bevorzugte
Zielgenprodukte umfassen Enzyme, insbesondere Proteasen, Proteaseinhibitoren,
Hormone, Cytokine, Rezeptoren oder lösliche Formen davon (z.B. Rezeptoren,
denen Transmembran- oder intrazelluläre Domänen fehlen), Antikörper mit
voller Länge
oder Antikörperdomänen und
Fusionsproteine, die Domänen
dieser Proteinklassen kombinieren.
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Bei
einer ersten Option von Ausführungsform
(1), die die Schritte (a), (b), (c1) und (d) umfasst, wird der Ersatz
des Ausgangsgens durch eine einstufige Austauschstrategie bewirkt,
wobei die Ausgangszelle mit einem Vektorkonstrukt in Kontakt gebracht
wird, das die erste funktionelle Sequenz enthält, wobei die erste funktionelle
Sequenz das für
das Ausgangsgenprodukt codierende Gen inaktiviert und teilweise
oder vollständig
ersetzt. Alternativ wird der Austausch in einer zwei- oder mehrstufigen
Strategie bewirkt, wobei das für
das Ausgangsgenprodukt codierende Gen deletiert oder inaktiviert
und anschließend
mit einem die erste funktionelle Substanz enthaltenden Vektor in
Kontakt gebracht wird, wobei die erste funktionelle Sequenz an der
Stelle des deletierten/inaktivierten Ausgangsgenprodukts eingearbeitet
wird.
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Eine
spezielle Einarbeitung der ersten funktionellen Sequenz an der Stelle
der Ausgangsgene wird durch Sequenzen erleichtert, die die erste
funktionelle Sequenz im Vektor, die zum Zielgen oder benachbarten Sequenzen
homolog sind, flankieren. Diese flankierenden Sequenzen werden entweder
aus Lambda-, Cosmid-, pac- oder bac-Bibliotheken der Ausgangszelle
erhalten oder mittels PCR unter Verwendung von Ausgangzellen-DNA
als Matrize erhalten. Der Prozentwert der Zellklone, die aus einer
speziellen Einarbeitung der ersten funktionellen Sequenz an der
Position des Zielgens resultieren, kann durch die Verwendung einer
dualen Selektionsstrategie, bei der ein positiver Selektionsmarker
als Teil der ersten funktionellen Sequenz enthalten ist und ein
negativer Selektionsmarker durch eine homologe Flanke von der ersten
funktionellen Sequenz getrennt ist, weiter erhöht werden. Ein homologer Austausch
ermöglicht
die Einarbeitung des positiven Selektionsmarkers beim Fehlen des
negativen Selektionsmarkers. Beispiele für positive Selektionsmarker
sind die Hygromycin-, Blasticidin-, Neomycin- oder Glutamin-Synthetase-Gene,
und das HSV-tk- oder das Cytosin-Desaminase-Gen sind negative Selektionsmarker.
Marker und Verfahren zur Anwendung davon sind den Fachleuten bekannt.
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Zellklone,
die aus einem homologen Austausch resultieren, sind durch das Vorhandensein
von Elementen oder Genprodukten gekennzeichnet, die von der ersten
funktionellen Sequenz und der Inaktivierung wenigstens eines Allels
des Ausgangsgens exprimiert werden. Diese Zellklone stellen die
funktionalisierte Vorläuferzelle
dar.
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Die
erste funktionelle Sequenz umfasst ein oder mehrere RRS, die aus
IoxP-, frt-, att L- und attR-Stellen von Lambdaphagen, Erkennungsstellen
für Resolvasen
oder die Phage-C31-Integrase ausgewählt sind. Es ist bevorzugt,
dass die Erkennungsstellen eine unidirektionale Integration ergeben,
die beispielsweise durch modifizierte loxP- und frt-Stellen sowie
durch die (Wildtyp-)Erkennungsstellen von ΦC31-Integrase erreicht wird.
Die erste funktionelle Sequenz kann weiterhin Sequenzen umfassen,
die aus Markersequenzen, sezernierten Proteingenen, Promotoren,
Enhancern, Spleißsignalen,
Polyadenylierungssignalen und IKES-Elementen ausgewählt sind.
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Zur
Erzeugung einer produzierenden Zelle für das Zielgenprodukt wird die
funktionalisierte Vorläuferzelle
(wenn es sich nicht bereits um einen in Schritt (c2) der zweiten
Option der Ausführungsform
(1), siehe unten, handelt), z.B. der PBG03-Klon D3 (DSM ACC2577)
anschließend
mit einem zweiten Vektor in Kontakt gebracht, der die zweite funktionelle
Sequenz enthält.
Die zweite funktionelle Sequenz umfasst das Zielgen und RRS für die in
der ersten funktionellen Sequenz vorhandenen Rekombinasen. Die zweite
funktionelle Sequenz umfasst weiterhin funktionale Sequenzen, die
aus Promotorsequenzen, Markersequenzen, Spleißdonor- und -akzeptorsequenzen
und Rekombinase-Erkennungssequenzen, die sich von der RRS der ersten funktionellen
Sequenz unterscheiden, ausgewählt
sind.
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Die
Integration der zweiten funktionellen DNA-Sequenz wird durch Rekombinasen
bewirkt, die die RRS mit oder ohne zusätzliche Proteine (z.B. Cr,
Flp, ΦC31-Integrase
und Resolvase) erkennen. Diese Rekombinase und diese zusätzlichen
Proteine, für
diese Proteine codierende mRNA oder virale oder nichtvinale Vektoren,
die eine vorrübergehende
Expression ermöglichen,
werden zusammen mit, kurz vor oder nach Übertragung der zweiten funktionalen
Sequenz übertragen.
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Eine
reine Klonpopulation, die die zweite funktionelle Sequenz an der
Position des Ausgangsgens enthält,
wird erreicht, indem ein rekonstituiertes, funktionales Selektionsmarkergen
verwendet wird. Beispielsweise kann ein inaktives, ATG-deletiertes
Selektionsmarkergen, das mit der ersten funktionellen Sequenz eingeführt wird,
durch die Übertragung
eines aktiven Promotors und eines In-Frame-ATG-Codons mit der zweiten funktionellen
Sequenz rekonstituiert werden.
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Bei
einer zweiten Option von Ausführungsform
(1) der Erfindung (umfassend die Schritte (a), (b) und (c2)) kann
die Gencodierung für
das Ausgangsgenprodukt direkt (d. h. ohne Bereitstellung der Vorläuferzelle) durch
eine funktionelle DNA-Sequenz, die eine für das Zielgenprodukt codierende
DNA-Sequenz enthält (hiernach
kurz als "dritte
DNA-Sequenz bezeichnet), ersetzt werden. Die dritte DNA-Sequenz
kann durch eine ein- oder mehrstufige Strategie, die hier oben beschrieben
ist, eingearbeitet werden. Die dritte DNA- Sequenz kann weiterhin wie die oben
beschriebene erste und zweite DNA-Sequenz funktionelle Sequenzen (wie
Promotoren und Marker) enthalten. Diese zweite Option von Ausführungsform
(1) der Erfindung ist besonders bevorzugt, wenn nur ein Zielgenprodukt
zu erzeugen ist, so dass die Erzeugung der Vorläuferzelle nicht erforderlich
ist.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform
(2) der Erfindung ist die Ausgangszelle vorzugsweise eine Human-Maus-Hetero-Hybridomzelle,
ist die Hetero-Hybridomzelle
vorzugsweise H-CB-P1 (DSM ACC2104). Die Integration der funktionellen
DNA-Sequenz wird an einem Ig-Locus, vorzugsweise an einem der humanen,
umgelagerten Ig-Loci (z.B. der schweren Kette oder der leichten
Kette (λ oder κ)) der Hybridomzelle,
durchgeführt. Der
umgelagerte Immunoglobin-Locus ist die Genomsequenz, die das funktionelle
Ig-Gen umgibt (schwere Kette, (λ oder κ), das während der
Reifung des B-Lymphozyten,
der zum Hybridom führt,
aus der chromosomalen Konfiguration der Keimbahn modifiziert ist.
Der IgH-Locus befindet sich am Chromosom 14q32.33. Bei H-CB-P1 wird
dieser Locus vom umgelagerten und affinitätsgereiften VH1-2-Gen, das über ein
D-Gen mit dem J
H6-Gen verbunden ist, das über das μ-Intron mit
den Cμ-Sequenzen
verbunden ist (
DD 296
102 B3 ). Die Sequenz der umgelagerten VDJ-Sequenz des H-CB-P1-IgH-Locus
ist in SEQ ID-Nr.: 12 aufgeführt.
Es ist bevorzugt, dass die Zellen der Ausführungsformen (3) und (5) der
Erfindung von H-CB-P1 (DSM ACC2104) stammen. Weiterhin ist es in
Ausführungsform
(3) der Erfindung bevorzugt, dass das Zielgenprodukt ein Antikörper ist.
In einem solchen Fall ist die Zelle vorzugsweise PBG04 (DMS ACC2577).
In den obigen Zellen, die insbesondere zur Expression von Antikörpern verwendet
werden, ist es machbar, dass ihre leichten Ketten inaktiviert (unterbrochen)
oder durch ein Gen ersetzt werden, das für dasselbe oder ein verschiedenes
Zielgenprodukt codierend ist.
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Darüber hinaus
weisen die Zielgenprodukte, die durch die Expression einer von H-CB-P1
stammenden Zelllinie erhältlich
sind, ein einzigartiges, im Wesentlichen humanes Glycosylierungsmuster
auf.
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Glycoproteine
für die
therapeutische Anwendung, insbesondere Antikörper, werden normalerweise
in Säugerzellen
hergestellt, weil posttranslationale Modifikationen wie N-gebundene
Glycane nur in Säugern
erzeugt werden, und sie haben eine wesentliche Auswirkung auf die
pharmakologischen Merkmale dieser Proteine. Ein vollständig prozessiertes
N-Glycan bildet mit Core-Fucose und terminalen Sialinsäuren eine
biantennäre
Struktur (15). Der Großteil der Proteine trägt unter
physiologischen Bedingungen nur trunkierte Versionen der vollständigen Struktur.
Der Grad, bis zu dem die Glycosyleriung bis zur Vervollständigung
angetrieben wird, hängt
vom Zelltyp sowie von den Kulturbedingungen ab.
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Somit
variiert der Sialinierungsgrad der Addition der terminalen Sialinsäure zum
Glycan und erreicht für
Antikörper
in humanem Blut nur 30-40 %. Ein hoher Prozentsatz an sialinierten
Proteinen erhöht
aber die Halbwertszeit eines therapeutischen Proteins in Blut. Die
von H-CB-P1 stammenden Zelllinien, wie PBG04, erzeugen im Vergleich
zu CHO- und NS0-Zellen, die bei der Herstellung von Glycoproteinen
weithin eingesetzt werden, hochgradig sialinierte Glycoproteine,
wie aus Beispiel 5 hervorgeht. Bei therapeutischen Glycoproteinen
ist es vorteilhaft, dass ein niedriger Gehalt an Glycanen vor der
Zugabe von Galactose (G0-Strukturen) terminiert ist. So neigen G0-Glycoproteine zur
Dimerisierung, und die Fähigkeit
von Antikörpern
zur Mediation einer komplementabhängigen Cytotoxizität vermindert
sich. Die genetische Zusammensetzung von PBG04 ermöglicht eine
komplettere Prozessierung mit einem niedrigeren Grad an G0-Strukturen
(4,3 % bei Leptin-Fc in einem Drehflaschen-Verfahren).
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Während die
allgemeine biantennäre
Struktur von allen Säugern
gebildet wird, sind einige spezifische Strukturen (Bindungen zwischen
individuellen Zuckern) entweder für Menschen spezifisch oder
vollständig ausgeschlossen.
Diese Strukturen beeinflussen auch biologische Merkmale. Daher ist
es vorteilhaft, Zellen zur Herstellung von Glycoproteinen für therapeutische
Anwendungen zu verwenden, die die notwendigen Enzyme ergeben, um
humanspezifische Modifikationen zu erzeugen, und denen Enzyme fehlen,
die in humanen Zellen nicht vorhanden sind und die für atypische
Bindungen verantwortlich sind. Solche Zellen können vollständig human sein oder eine Untergruppe
an humanen Chromosomen enthalten. Bei letzteren Zellen ist es wichtig, dass
die humanspezifischen Glycosylierungsenzyme über die bei Menschen nicht
vorhandenen dominieren.
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Daher
kann Neuraminsäure
als N-Acetylneuraminsäure
oder N-Glycolylneuraminsäure zugegeben werden,
wobei letztere in Mauszellen die Hauptstruktur ist. N-Glycolylneuraminsäure fehlt
bei der Glycanform von Affen der alten Welt und beim Menschen. Sie
sind immunogen und können
zur Bildung von Antikörpern gegen
das therapeutische Protein führen.
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Darüber hinaus
enthalten Mauszellen ein zusätzliches
Glycosylierungsenzym, die α-1,3-Galactosyltransferase.
Es vermittelt die Übertragung
von gal-Resten auf freiliegende gal-Reste des Glycans. Eine solche Bindung
wird auch in Hefe gefunden, und als Schutz haben Menschen bereits
existierende Antikörper
gegen diese Struktur. Die Erkennung kann zur Bildung von immunen
Komplexen und zu Nierenschäden
als Folge einer Behandlung führen.
Nur 1,3 % des von Leptin-Fc stammenden PBG04 enthält α-1,3-gal.
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Ein
kleiner Prozentwert von humanen Proteinen enthält ein zweiteilig spaltendes
N-Acetylglycosamin. Es beeinflusst als solches nicht biologische
Merkmale, aber der Enzymkomplex stört eine andere vermittelnde Core-Fucosylierung. Oft
fehlt bei Proteinen mit zweiteilig spaltendem N-Acetylglycosamin die Core-Fucose, was
zu einer effizienteren Bindung des Fcγ-Rezeptors und zu einer Verstärkung der
antikörpervermittelten
zellulären
Cyctotoxizität
(ADCC) führt.
Daher sind Zellen entwickelt worden, die (1,4)-N-Acetylglucosaminyltransferase III exprimieren,
um den Prozentsatz an nicht core-fucosylierten Proteinen zu erhöhen (U.S.-Patent 6,602,684).
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Ein
hoher Gehalt an Glycoproteinen ohne Core-Fucose kann auch in Mauszellen
erreicht werden. Diese Proteine weisen aber die nachteiligen Merkmale
auf, die für
Mausproteine typisch sind. Eine spezielle Zelle eines Menschen und
einer Maus mit einer Zelle mit der richtigen chromosomalen Zusammensetzung
kann die vorteilhaften Merkmale von beiden vereinigen. Von H-CB-P1
stammende Zelllinien wie PBG04 sind solche Zelllinien.
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Die
vorliegende Erfindung wird durch die folgenden Beispiele weiter
veranschaulicht.
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Die
Zelllinie H-CB-P1 wurde am "Zentralinstitut
für Molekularbiologie,
Akademie der Wissenschaften der DDR", Robert-Rössle-Str. 10, Berlin Buch,
DDR-1115, als ZIM-0517 am 16. März
1990 hinterlegt und am 12. Dezember 2000 zum DSMZ, Deutsche Sammlung
von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH, Maschroder Weg 13, 38124
Braunschweig, Deutschland, überführt, und
dort wurde die Hinterlegungsnummer DSM ACC2104 an sie vergeben.
Der PBG03-Klon D3 (pVHCμCEShobFcblas)
wurde in PBG04 umbenannt und am 18. September 2002 beim DMSZ als
DSM ACC2577 hinterlegt.
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Beispiele
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Materialien
und Verfahren
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Materialien:
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DNA-Klonierungstechniken
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Isolierung
von genomischer DNA: Zellen aus einem T25-cm2-Kolben
wurden trypsiniert (siehe das Kapitel "Trypsinierung" unten), das resuspendierte Zellpellet
wurde in ein 1,5-ml-Eppendorf-Röhrchen überführt, und
200 μl PBS
wurden zugegeben. Das Röhrchen
wurde 5 min lang bei 13 200 U./min zentrifugiert, der Überstand
wurde verworfen, und das Pellet wurde in 2 ml von Lösung A resuspendiert.
Nach der Übertragung
der Suspension in ein Falcon-Röhrchen
(15 ml) wurden 133 μl
10 %ige SDS und 333 μl
Protease K zugegeben. Es folgten entweder eine 3-stündige Inkubation
bei 55 °C
oder eine über
Nacht erfolgende Inkubation bei Raumtemperatur. Die Suspension wurde
mit 607 μl
6 M NaCl vermischt und 15 s lang einer Wirbelbehandlung unterzogen,
bevor sie zentrifugiert wurde (4300 U./min, 4 °C, 20 min). Der Überstand
wurde in ein Falcon-Röhrchen
(15 ml) übertragen
und mit 2,5 ml 100 %igem Ethanol vermischt. An der Grenzfläche bildete sich
ein fadenförmiges
DNA-Präzipitat,
das mit einer Pipettenspitze entfernt und in 1/2 TE-Puffer resuspendiert wurde.
Man ließ die
DNA sich bei 56 °C
vollständig
auflösen,
bevor sie bei 4 °C
aufbewahrt wurde.
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PCR:
Das PCR-Verfahren wurde zur Isolierung von genomischen DNA-Sequenzen (präparative
PCR) oder zum Nachweis bestimmter DNA-Sequenzen (analytische PCR)
verwendet.
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Präparative
PCR: Präparative
PCR-Reaktionen (50 μl)
wurden mit dem Expand High Fidelity PCR Kit (Roche) gemäß der Anleitung
des Herstellers (20-30 ng Matrix, 5 μl eines 15 mM MgCl2-Puffers
(10 ×),
5 μl dNTP-Mischung,
0,5 μl eines
jeden Primers (30 nM), 0,5 μl
Polymerase, und mit Wasser auf 50 μl aufgefüllt) angesetzt. Die PCR-Produkte
wurden mittels eines QIAquick PCR purification kit (QIAGEN) gereinigt.
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Analytische
PCR: Analytische PCR-Reaktionen (10 μl) wurden mit dem Taq-Polymerase kit (QIAGEN) gemäß der Anleitung
des Herstellers (10 ng Matrix, 1 μl
eines 10 × Puffers,
0,5 μl einer
dNTP-Mischung, 0,1 μl
eines jeden Primers (30 pM), 0,1 μl
Taq-Polymerase und Auffüllen
mit Wasser auf 10 μl)
hergestellt.
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Das
PCR-Zyklusprogramm variierte für
jedes Produkt gemäß der Annealing-Temperatur des Primers (siehe
Tabelle 2) und der Länge
der erwarteten PCR-Produkte
(bestimmte Elongationszeit und -temperatur siehe Tabelle 1). Tabelle
1: Die Länge
des amplifizierten Fragments bestimmt die Elongationszeit
Tabelle
2: Anlagerungstemperaturen für
Primer
- Fett: Restriktionsstellen
-
Amplifizierung,
Isolierung und Quantifizierung von Plasmid-DNA: E. coli-Transformanten wurden
in einer 1-ml-, 30-ml- bzw. 100-ml-Kultur gezogen, und Plasmid-DNA
wurde unter Verwendung von Mini-, Midi- bzw. Maxi-Plasmidreinigungskits
(QIAGEN) isoliert. Die Anleitungen des Herstellers wurden befolgt.
Die DNA-Konzentration wurde mittels Spektroskopie bestimmt, wobei
die Extinktion bei 260 und 280 nm gemessen wurde.
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Aufschluss
von Restriktionsenzymen: Plasmid-DNA wurde mit 1 Einheit des zweckmäßigen Restriktionsenzyms
für 1 μg DNA aufgeschlossen,
wobei der Puffer und die Temperatur verwendet wurden, die vom Hersteller
vorgeschlagen sind (siehe Tabelle 3). Wenn für die Analyse die Verwendung
von zwei oder mehr Restriktionsenzymen erforderlich war, wurden
die Reaktionen möglichst
mittels eines gleichzeitigen Aufschlusses durchgeführt. Andernfalls
wurden aufeinanderfolgende einzelne Aufschlüsse mit einem dazwischenliegenden
Säulen-Reinigungsschritt
(QIAGEN) der Reaktionsmischung durchgeführt. Tabelle
3: Verwendete Restriktionsenzyme
-
Endreparatur
einer DNA mit vorstehenden 5'-Termini
Um 5'-Überstände wie
die von EcoRI erzeugten mit einem glatten Ende zu versehen, wurde
die aufgeschlossene DNA gemäß der Anleitung
des Herstellers mit dem Klenow-Fragment
(Roche) verdaut. Die das Ende auffüllende Reaktion wurde durch
einen Wärmeinaktivierungsschritt
(65 °C,
20 min) gestoppt, und die DNA wurde in Ethanol ausgefällt oder
direkt einer Gelreinigung unterzogen.
-
Dephosphorylierung
von Vektor-DNA: Um eine Selbstligation der linearisierten Vektor-DNA
(siehe den Abschnitt "Ligation" unten) mit verträglichen
Enden zu verhindern, wurde DNA mit alkalischer Phosphatase (AP)
(Roche) gemäß der Anleitung
des Herstellers dephosphoryliert. Die AP wurde durch Wärme inaktiviert (65 °C, 15 min)
und das DNA-Gel (zur Elektrophorese siehe den Abschnitt "Agarose-Gelelektrophorese" unten) vor der Verwendung
in einer Ligationsreaktion gereinigt.
-
TOPO-Klonierung:
PCR-Amplifizierungsprodukte wurden in TOPO-Vektoren von Invitrogen
kloniert. Gemäß der Anleitung
des TOPO-Klonierungskits wurde das gereinigte PCR-Produkt (0,25-2 μl) mit der
Salzlösung
(0,5 μl)
vermischt, Wasser wurde zugegeben, wodurch ein Volumen von 2,5 μl erreicht
wurde, und dann wurde der TOPO-Vektor (0,5 μl) zugegeben. Nach einer 30-minütigen Inkubation
bei Raumtemperatur wurde das Reaktionsröhrchen in Eis eingebracht,
2 μl der
Reaktion zu "chemisch
kompetentem Einmal-E.
coli" gegeben und
die Zellen 30 min lang auf Eis inkubiert. Die Zellen wurden einem
Hitzeschock (42 °C,
30 s) unterzogen, sofort wieder auf Eis übertragen, und 250 μl Raumtemperatur-SOC-Medium
wurden zugegeben. Die Transformationsreaktion wurde 1 h lang bei
37 °C unter
Schütteln
(300 U./min) inkubiert, bevor die Mischung auf LB-Platten, die entweder
Kanamycin oder Ampicillin enthielten, ausplattiert wurde. Die Platten
wurden über Nacht
bei 37 °C
inkubiert.
-
Ligation:
Alle Ligationsreaktionen wurden in 10-μl-Volumina mit 0,1-1 μg des dephosphorylierten
Vektors und einem Insertüberschuss
durchgeführt.
Die Reaktion enthielt 2 μl
T4-Ligationspuffer (Gibco BRL) und 1 μl T4-Ligase (Roche), und sie
wurde 2 h lang bei 16 °C
oder über
Nacht bei 4 °C
inkubiert. Die Ligationsreaktion wurde in Bakterien transformiert.
-
Um
den Grad an unerwünschten
Nicht-Rekombinanten zu verringern, könnten Ligationen mit einem geeigneten
Restriktionsenzym nachträglich
aufgeschlossen werden, wenn im selbstligierten Vektor eine einzigartige
Restriktionsstelle vorläge.
Nach dem Aufschluss wurde die Ligationsreaktion mit Ethanol in Gegenwart
von Acrylamid ausgefällt
(Zentrifugation bei 4 °C,
14 000 U./min, 15 min), bevor die wieder aufgelöste DNA wiederum in einer Transformationsreaktion
verwendet wurde.
-
Transformation
von kompetenten Bakterien: Kompetente E. coli XL2 (bei –70 °C aufbewahrt)
wurden auf Eis aufgetaut, entweder mit der Ligationsreaktion (ebenfalls
auf Eis gehalten, siehe den Abschnitt "Ligation" oben) oder mit 1-100 ng Plasmid-DNA
(Retransformation) vermischt und 20 min lang auf Eis inkubiert.
Anschließend
wurde die Transformationsreaktion einem Hitzeschock unterzogen (30-60
s, 42 °C),
das Röhrchen wieder
auf Eis überführt, und
205 μl SOC-Medium
(frei von Antibiotika) wurden zugegeben und die Reaktion 45 min
lang bei 37 °C
durch Schütteln
inkubiert (300 U./min). Die Transformationsreaktion wurde auf LB-Platten
ausplattiert, die ein Antibiotikum (entweder Kanamycin (40-60 μg/ml) oder
Ampicillin (50-100 μg/ml)) enthielten,
und über
Nacht bei 37 °C
inkubiert. Die Bakterienkulturen wurden gezählt, und die Effizienz der
Transformationsreaktion wurde berechnet.
-
Agarose-Gelelektrophorese:
DNA-Fragmente wurden als Funktion ihrer Länge auf 0,7-1,5 %igen Agarosegelen
getrennt. Die Agarose wurde in 1×TAE-Puffer gelöst, und 2 μl Ethidiumbromid/100 ml Agarose
wurden zugegeben. Wenn die Agarose sich aufgelöst hatte, wurde sie in eine
Schale gegossen und absitzen gelassen. Die DNA-Probe wurde mit dem
Beladungspuffer Orange G vermischt, ein Horizontalgel wurde damit beladen,
und sie wurde bei 40-90
V mit 1×TAE
aus Laufpuffer laufen gelassen. Die DNA/Ethidiumbromid-Komplexe wurden unter
UV-Licht sichtbar gemacht.
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Gelreinigung
von DNA-Fragmenten: Die DNA wurde auf einem Agarosegel (40- 80 V) getrennt,
und (unter UV-Licht sichtbar gemachte) interessierende DNA-Banden
wurden mit einem Skalpell herausgeschnitten. Mit einem QIAquick
gel extraction kit (QIAGEN) wurde die DNA gemäß der Anleitungen des Herstellers aus
dem Agaroseblock extrahiert.
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Zellkultur
-
Trypsinierung:
Anhaftende Zellen wurden unter Verwendung von Trypsin geerntet.
Zuerst wurde das Kulturmedium entfernt und die Einzelzellschicht
mit Citratpuffer (auf 37 °C
vorgewärmt)
gewaschen. Eine kleine Trypsinmenge wurde direkt zur Einzelzellschicht
gegeben und 3-5 min lang bei 37 °C
inkubiert. Die Trypsinierung wurde durch die Zugabe von PBG-1.0-Medium,
das um 5 % FCS ergänzt
war, gestoppt (siehe Tabelle 4). Die Zellsuspension wurde in ein
Falcon-Röhrchen
(50 ml) übertragen
und 10 min lang zentrifugiert (800 U./min, 30 °C). Das Zellpellet wurde in
frischem Medium resuspendiert, und die Zellen wurden zur Elektroporation
oder zur Weiterverarbeitung verwendet.
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Tabelle
4: Um 5 % FCS ergänzte
Citrat-, Trypsin- und PBG-1,0-Volumina, die zur Trypsinierung der
in verschiedenen Kolben gezogenen Zellen verwendet wurden
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Zählung von Zellen
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Nachdem
die Zellen trypsiniert worden waren, wurde sie in einer Neubauer-Kammer (Hämatocytometer)
gezählt.
Ein kleines Volumen der Zellsuspension wurde in die Kammer eingeführt und
die Kammer unter einem Mikroskop positioniert. Nur Zellen innerhalb
eines der vier Quadrate der Kammer wurden gezählt und die Anzahl der Zellen
mit dem Faktor 104 multipliziert, wodurch
die Anzahl der Zellen pro ml erhalten wurde. Um zwischen vitalen
und toten Zellen zu differenzieren, wurden die Zellen vor der Zählung mit
Trypanblau angefärbt.
Tote Zellen erschienen blau, während
vitale Zellen den Farbstoff nicht aufnahmen.
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Transformation
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Elektroporation
von H-CB-P1-Zellen: In einer standardmäßigen Elektroporationsreaktion
wurden 10 μg
linearisierter Plasmid-DNA verwendet. Das Kulturmedium wurde entfernt,
und die H-CB-P1-Einzelzellschicht wurde mit Citratpuffer gewaschen
und trypsiniert (siehe den Abschnitt "Trypsinierung" oben). Der Zellpellet wurde in Opti-MEM
(auf 37 °C
vorgewärmt)
resuspendiert, wodurch 3 × 106 Zellen/ml erhalten wurden. Ein Volumen
von 700 μl
der Zellsuspension wurde in eine Elektroporationsküvette (peqLab;
EQUBIO 4 mm) übertragen,
und die linearisierte DNA (10 μg)
wurde zugegeben. Die Zellen wurden bei 250 V, 1500 μF einer Elektroporation
unterzogen und unmittelbar danach in T75-Flaschen überführt, die
vorgewärmtes PBG-1,0-Medium enthielten,
das um 5 % FCS ergänzt
war, und bei 37 °C
und 5 % CO2 inkubiert.
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Selektion
-
Selektion
von N-CB-P1-Zellen: Die elektroporierten N-CB-P1-Zellen wurden zwei
Tage lang bei 37 °C und
5 % CO2 kultiviert. Am 2. Tag wurde das
Kulturmedium entfernt, und nicht anhaftende Zellen wurden durch Zentrifugation
des Kulturmediums geerntet. 1 ml des Kulturmediums (Überstand)
wurden für
eine spätere
Untersuchung der vorrübergehenden
Expression eingefroren. Die trypsinierte Einzelzellschicht und die
aus dem Kulturmedium durch Zentrifugation geernteten Zellen wurden
vereinigt und granuliert. Zellen wurden in PBG-1,0-Medium, das um
5 % FCS ergänzt
war, resuspendiert, wodurch Verdünnungen
mit 1 × 106, 1 × 105 und 1 × 104 Zellen/ml erhalten wurden. Jede Verdünnung wurde
um 5 μg/ml
oder 10 μg/ml
Blasticidin oder um 200 μg/ml
oder 400 μg/ml
Hygromycin ergänzt,
Das Selektionsmedium wurde am 4., 7. und 10. Tag gewechselt, und
das Wachstum der H-CB-P1-Klone
wurde mikroskopisch kontrolliert. Zwischen den Tagen 8 und 10 waren
vitale Klone mit dem Auge sichtbar. Am 13. Tag wurden Klone durch
Trypsinierung geerntet, die Zellpellets wurden in PBG-1,0-Medium
suspendiert, so dass, wenn Platten mit 96 Vertiefungen mit Zellen
beimpft wurden, eine Vertiefung entweder 5 Zellen oder 1 Zelle enthielt.
Der Selektionsdruck (entweder 5 oder 10 μg/ml Blasticidin oder 200 oder
400 μg/ml
Hygromycin) wurde ständig
aufrechterhalten. Am 10. Tag wurden die Zellen immunoangefärbt, um
zwischen positiven und negativen Zellklonen zu unterscheiden. Das
Zellkulturmedium wurde entfernt und durch ein Standardmedium ersetzt,
das um einen fluoreszenzmarkierten Antikörper (2 μg/ml), der das von den Zellen
erzeugte rekombinante Protein erkannte, ergänzt. Die Antikörper-Suspension wurde
4 h lang auf der Einzelzellschicht belassen, bevor sie durch OptiMem
1 ersetzt wurde, das um 5 % FCS ergänzt war. Die Einzelzellschichten
wurden unter einem Fluoreszenzmikroskop untersucht. Wenn Texas-Rot-konjugierte
Antikörper
verwendet wurden, erfolgte die mikroskopische Untersuchung mit einem UV-Filter
(WG), der für
ein Spektrum von 470-480 nm durchlässig ist. Die angeregten, mit
Texas Rot markierten Antikörper
emittieren Licht im Spektrum von 590 nm. Ein für Spektren von 330-355 nm durchlässiger UV-Filter (WU) wurden
zur Sichtbarmachung von an AMCA konjugierte Antikörper verwendet.
Eine Emission von angeregtem AMCA erfolgte im blauen Spektrum (420
nm). Nur große
und stark fluoreszierende Klone wurden berücksichtigt. Wenn in einer Vertiefung
nur ein einziger Klon war, wurden die Zellen weiter ausgestrichen.
Wenn mehr als nur ein Klon in der Vertiefung war, wurden die einzelnen
Klone (Zellen) mit einer Mikrokapillare aufgenommen und zur weiteren
Ausbreitung in eine neue Platte mit 96 Vertiefungen übertragen
(siehe den folgenden Abschnitt "Aufnahme
mittels Mikrokapillaren").
-
Aufnahme
mittels Mikrokapillaren: Bei der Mikrokapillaren-Aufnahmevorrichtung
wurde eine Kapillare verwendet, die an einem beweglichen Arm angebracht
war, der mit einem Joystick gesteuert wurde. Die Mikrokapillare
und der Arm befanden sich innerhalb der Haube, während der Joystick von außen gesteuert
wurde. Wenn ein interessierender Klon mittels der Immunoanfärbungstechnik
(im Abschnitt "Selektion
von H-CB-P1" oben
beschrieben) identifiziert war, wurde die Mikrokapillare über dem
Klon positioniert, in der Kapillare mit einer Vakuumpumpe ein Unterdruck
erzeugt, und der interessierende Zellhaufen wurde in die Mikrokapillare
gesogen. Der Arm wurde über
eine frische Vertiefung einer Platte mit 96 Vertiefungen bewegt
und die Zellen in die Vertiefung ausgestoßen.
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Kryokonservierung:
Für langzeitgelagerte
Zellen wurden trypsinierte Zellen mit 1 × 106 bis
1 × 107 Zellen/ml resuspendiert. Die Zellen wurden
durch Zentrifugieren (700 U./min, 10 min) granuliert, und der Überstand
wurde entfernt. Die Zellen wurden in kaltem, vorkonditioniertem
Medium (900 μl)
resuspendiert, eine Kryo-Ampulle wurde mit 180 μl DMSO und 720 μl FCS befüllt, und
die 900 μl
mit der Zellsuspension wurden in die DMSO/FCS-Lösung übertragen.
Die Kryo-Ampulle wurde 24 h lang in einem speziellen Gefrierbehälter aufbewahrt,
um die Zellen sanft einzufrieren. Für eine Langzeitlagerung wurden
die Kryo-Ampullen in Tanks mit flüssigem Stickstoff (Lagerung
bei –196 °C) übertragen.
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Nachweis von
Proteinprodukten
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EC-Western-Blot
(Verstärkte
Chemilumineszenz): Zum Nachweis von hobFC-Antikörpern wurden 20 μl des Zellkultur-Überstandes
mit 10 μl
5 %igem SDS vermischt und 2 min lang bei 97 °C inkubiert. Wenn erwartet wurde,
dass das Zellkulturmedium IgM-Antikörper enthielt, wurde das Kulturmedium
nicht behandelt. Eine Membran (Amersham-Pharmacia; Hybond-P) wurde
zuerst in Methanol gespült
(1 min), dreimal in Wasser gewaschen (1 min) und dann in Blot-Transferpuffer
eingeweicht, bevor sie auf ein Stück 3-MM-Papier gelegt wurde,
die ebenfalls mit Blot-Transferpuffer eingeweicht war. 5 μl des vorbehandelten
(hobFC-Antikörper) oder
5 μl des
unbehandelten (IgM-Antikörper) Kulturmediums
wurde auf die Membran aufgetüpfelt
und 1 min lang inkubiert. Die Membran wurde in Blockierungspuffer
gelegt, eine halbe Stunde lang unter Schütteln inkubiert und dreimal
je 5 min lang in T-PBS gewaschen. Die blockierte Membran wurde in
eine Detektions-Antikörper-Lösung gelegt (für IgG 1:2000
und für
IgM 1:5000) und 2 h lang inkubiert. Drei weitere Waschvorgänge mit
einer Dauer von 2, 5 und 10 min in T-PBS-Puffer folgten. Die Membran wurde in
einen Entwickler (Amersham-Pharmacia,
ECL) eingebracht und 1 min lang inkubiert. Schließlich wurde
die Flüssigkeit
ablaufen gelassen, und sie wurde auf 3-MM-Papier gelegt und in Zellophan
eingewickelt, um ein Austrocknen zu verhindern. Die Lichtemission
wurde in einem dunklen Raum beobachtet.
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Beispiel 1: Herstellung
eines für
die IgM-Region von H-CB-P1-Zellen spezifischen Zielsteuerungsvektors
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Das
rekombinante Gen sollte in die Region der IgM-Sequenz insertiert
werden, weil wohlbekannt ist, dass Antikörper hochgradig exprimierte
und sezernierte Proteine sind. Daher waren für den fertigen Zielsteuerungsvektor
Sequenzen erforderlich, die eine 100 %ige Homologie zu den geplanten
genomischen IgM-Sequenzen aufweisen. Für den Basis-Zielsteuerungsvektor
pVHCμ wurden
die VH-Region von 2 kb und die Cμ-Intronregion
mit einer Länge
von 7,4 kb ausgewählt
(siehe 3). Beide Regionen wurden als PCR-Fragmente isoliert,
wobei Polymerasen mit einer Proofreading-Aktivität (ProofStart-Polymerase (Qiagen))
verwendet wurden, in einen PCR-4BluntTOPO-Vektor
(Invitrogen) subkloniert und schließlich in einem Vektor mit der Bezeichnung
pVHCμ kombiniert
(siehe 3).
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Herstellung
der Plasmide pVHCμCESHhobFc
und pVHCμHhobFc:
Der Basis-Zielsteuerungsvektor pVHCμ hat noch
keine endogene Kassette. Die endogene Kassette, die den CE-Promotor,
das Platzhaltergen hobFc, drei FRT-Rekombinationsstellen sowie ein Hygromycin-Resistenzgen
und ein ATG-deletiertes
Neomycin-Gen enthielt, wurde als BstDI-SwaI-Fragment aus dem Vektor
pCESHhobFc isoliert. Das Fragment wurde dann am Ende mit Klenow-Polymerase gefüllt und
in den Grund-Zielsteuerungsvektor pVHCμ, der mit PmeI aufgeschlossen
und dephosphoryliert worden war, verdaut. Der resultierende Zielsteuerungsvektor
wurde als pVHCμCESHhobFc
bezeichnet.
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Ein
zweiter Vektor, pVHCμHhobFc,
dem der CES-Promotorkonstrukt fehlte, der aber ansonsten alle anderen
Teile der endogenen Kassette enthielt, wurde auch konstruiert. Ein
BstBI-Bstl107I-Fragment wurde aus pCESHhobC isoliert und am Ende
aufgefüllt.
Die Bstl107I-Restriktionsstelle in pCESHhobFC befindet sich unmittelbar
stromaufwärts
von der frt-wt-Stelle, gefolgt vom hobFc-Gen, und dem so isolierten Bstl107I-Bstb1-Fragment
fehlt der Promotor. Das Fragment wurde in einen pVHCμ-Vektor ligiert,
der zuvor mit PmeI aufgeschlossen worden war, und der resultierende
Vektor war pVHCμHhobFc.
Bei beiden Vektoren, pVHCμCSHhobFc
und pVHCμHhobFc,
war das aktive Resistenz-Markergen der endogenen Kassette das Hygromycin-Resistenzgen. Ein
alternativer Satz von Vektoren, der ein Blasticidin-Gen statt des
Hygromycin-Gens enthielt, wurde ebenfalls erzeugt.
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Konstruktion
von pVHCμCSHhobFcblas
und pVHCμhobFcblas:
Um Zielsteuerungsvektoren mit dem Blasticidin-Gen als Markergen
in der endogenen Kassette zu erzeugen, wurde der Vektor pcDNATRD
als Donor für
das Blasticidin-Gen verwendet. Der erste Schritt umfasste den Austausch
des Hygromycin-Gens durch das Blasticidin-Gen. Dazu wurde das Blasticidin-Gen
als EcoRI-SalI-Fragment aus pcDNATRD isoliert. Der Vektor pcESHhobFc
der endogenen Kassette wurde ebenfalls mit EcoRI-SalI geöffnet, und
dadurch wurden das Hygromycin-Gen sowie ein Teil des ATG-deletierten
Neomycin-Gens entfernt.
Das das Blasticidin-Gen enthaltende Fragment wurde in das geöffnete pCESHhobFc
ligiert, und der resultierende Vektor wurde als pCEShobFcblasdeleted
bezeichnet.
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Der
zweite Schritt bestand in der Reinsertion des gleichzeitig entfernten,
ATG-deletierten
Neomycin-Gens. Dazu wurde ein das ATG-deletierte Neomycin-Gen umfassendes Fragment
aus pCESHhobFc isoliert und in den geöffneten Vektor pCEShobFcblasdeleted
insertiert. Der resultierende Vektor wurde als pCEShobFcblas bezeichnet.
Dieser Vektor diente nun als Vektor für das Blasticidin-Gen für die Plasmide
pVHCμCSHhobFc
und pVHCμHhobFc.
Ein BamHI-SalI-Fragment wurde aus pCESHhobFcblas isoliert und in
einen mit BamHI-SalI geöffneten
Vektor pVHCμCESHhobFc
insertiert, wodurch pVHCμCEShobFcblas
erhalten wurde. Zur Erzeugung des Kontrollvektors pVHCμhobFcblas,
dem der CES-Promotor fehlt, wurde der Vektor pVHCμHhobFc auch
mit BamHI-SalI aufgeschlossen, und wiederum wurde das BamHI-SalI-Fragment
aus dem darin ligierten pCEShobFcblas isoliert.
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Beispiel 2: Selektion
von hobFc-Klonen
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Elektroporation:
H-CB-P1-Zellen wurden mit den Plasmiden pVHCμCshobFcblas, pVHCμhobFcblas, pVHCμHhobFc und
pCShobFcblas elektroporiert. Um die Transfektionseffizienz zu bestimmen,
wurden Zellen mit dem Plasmid pGFPN1VA transfiziert, und als Scheinkontrolle
wurden Zellen mit einer Wasserprobe elektroporiert. Es wurde gefunden,
dass die Transfektionseffizienz etwa 20 % betrug. Am 2. Tag nach
der Elektroporation wurden in Abhängigkeit vom transfizierten
Plasmid entweder Hygromycin oder Blasticidin zum Kulturmedium gegeben.
Wenn die scheintransfizierten Zellen alle tot waren, wurden Zellen
aus den anderen Transfektionsreaktionen geerntet, und eine Platte
mit 96 Vertiefungen wurde mit einer Dichte von entweder 1 Zelle oder
5 Zellen pro Vertiefung erneut beimpft. Zellen wurden weiter kultiviert,
wobei Medium mit dem zweckmäßigen Antibiotikum
ergänzt
wurde.
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Zur
Optimierung der Selektionsbedingungen wurden T75-Kolben zwei Tage
nach der Elektroporation mit 104, 105 oder 106 Zellen/20
ml beimpft. Das Medium wurde um entweder 5 oder 10 μg/m Blasticidin
oder 200 oder 400 μg/ml
Hygromycin ergänzt.
Am 14. Tag wurde die Anzahl der Klone/cm2 bestimmt.
Die höchste Klonzahl
wurde in Kolben erhalten, die mit 1 × 106 Zellen
beimpft worden waren, die mit den Plasmiden transfiziert waren,
denen der CES-Promotor fehlte (pVHCμhobFcblas). Dreimal weniger
Klone wurden erhalten, wenn Zellen mit Plasmiden beimpft worden
waren, die den CES- Promotor
trugen. Weiterhin wuchsen diese Klone weniger gut als diejenigen
ohne den CES-Promotor.
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Die
Auswirkung, die Antibiotika auf die Selektion von proteinerzeugenden
Klonen haben: Nach der Expansion der Klone in T75-Kolben wurden
die Klone trypsiniert, und Platten mit 96 Vertiefungen wurden mit
5 Zellen/Vertiefung beimpft. Das Kulturmedium enthielt entweder
5 oder 10 μg/ml
Blasticidin oder 200 oder 400 μg/ml
Hygromycin. Am 10. Tag nach dem Impfen wurden Zellen mit Anti-IgG-Antikörpern, die
mit Texas-Rot und mit AMCA-markierten Antikörpern gegen IgM konjugiert
waren, angefärbt.
Die Ergebnisse, die mit denjenigen Zellen erhalten wurden, die mit
Blastcidin kultiviert waren, zeigten, dass bei der höheren Blasticidin-Konzentration
weitaus weniger positive Klone erhalten wurden. Wenn 10 μg/ml Blasticidin
verwendet wurden, wurden im Vergleich zu 5 μg/ml 100 % mehr hobFC-negative
Klone beobachtet. Es wurden aber nur die ersten drei Reihen der
Platte mit 96 Vertiefungen, die mit 10 μg/ml Blasticidin kultiviert
waren, gezählt,
und das Ergebnis für
die gesamte Platte wurde extrapoliert, während bei der Platte mit 96
Vertiefungen, die mit 5 μg/ml Blasticidin
kultiviert wurden, alle Reihen gezählt wurden.
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Vorteil
der Auswahl mit fluoreszenzmarkierten Antikörpern: Durch Verwendung der
Immunofluoreszenz-Färbetechnik
kann eine große
Anzahl von Klonen schnell gescreent werden. Die mit der direkten
Immunotechnik erhaltenen Ergebnisse waren ein erstes Anzeichen für die richtige
Integration der Zielsteuerungssequenz in die genomische DNA. Nichtexprimierende
Klone wurden mit dieser Technik leicht nachgewiesen. Das Immunofluoreszenz-Färbeverfahren ist technisch
leicht, es sind geringere Konzentrationen an Antikörpern erforderlich
als bei der Methylcellulose-Färbetechnik,
und die Proliferation von Zellen ist nicht verschlechtert. Zellen
konnten ohne nennenswerte Beschädigungen
vor der anschließenden
Trypsinierung oder der mittels Mikrokapillaren erfolgenden Aufnahme
zur Übertragung
von Zellen in neue Kulturbehälter
immunogefärbt
werden.
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Beispiel 3: Nachweis einer
homologen Insertion in den IgM-Locus
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Zum
Entwerfen des Zielsteuerungsvektors wurde der Locus der schweren
Kette des umgelagerten Immunoglobulins auf der Grundlage der cDNA-Sequenz des Antikörpers und
den Informationen zur humanen Genomsequenz zusammengesetzt. Um zu
gewährleisten,
dass die Erzeugung von IgM durch den Zielsteuerungszugang unterbrochen
wird, wurde die komplette Leadersequenz einschließlich des
ATG, der V-, D-, und J-Gene aus dem Zielsteuerungsvektor weggelassen
und durch ein einziges Homologisierungs-Rekombinationsereignis vom Genom deletiert.
Somit enthielt der Zielsteuerungsvektor vom Ersatztyp isogene Sequenzen aus
dem IgM-Locus, mit denen ein direktes Crossover ermöglicht wird,
und das hobFc-Gen, die Blasticidin- und ATG-deletierten Neomycinresistenzgene.
Weil nur ein umgelagerter aktiver IgM-Locus auf dem Chromosom 14
in der Ausgangs-Zelllinie H-CB-P1 vorhanden ist, beseitigt das homologe
Rekombinationsereignis die IgM-Expression,
die durch Fluoreszenz-Antikörper-Anfärbung und
ein Immunoblotting des Überstands
unter Verwendung eines anti-IgM-Antikörpers nachgewiesen wird, vollständig.
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Western
Blot (Dot-Blot) für
IgM und IgG: Die Dot-Blot-Technik wurde verwendet, um die mit der
direkten Immuno-Anfärbungstechnik
erhaltenen Ergebnisse zu verifizieren. Der Überstand (das Medium) dieser Klone
wurde auf das Vorhandensein von IgM und IgG untersucht. Wenn gefunden
wurde, dass der Überstand IgM-negativ
und IgG-positiv war, wurde geschlossen, dass ein homologes Rekombinationsereignis
stattgefunden hatte.
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PCR
zum Nachweis von integrierten Zielsteuerungssequenzen: Um zu verifizieren,
dass die Zielsteuerungskassette am IgM-Locus integriert wurde, wurden
PCR-Reaktionen mit dem Vorwärts-Primer
V5 (SEQ-ID Nr.: 7) und den Rückwärts-Primern
V6 (SEQ-ID Nr.: 8) oder V7 (SEQ-ID Nr.: 9) durchgeführt, und
genomische DNA wurde als Matrize aus Zellklonen isoliert. Der Primer
V5 bindet an genomischen V-Gen-Promotorsequenzen außerhalb
des im Zielsteuerungsvektor vorhandenen Fragments Vhprom, der Rückwärts- Primer V6 bindet
innerhalb der CES-Promotorsequenzen (und wurde daher nur für Zellen
verwendet, die mit Plasmids transfiziert waren, die den CES-Promotor trugen),
und der Primer V7 bindet innerhalb des hobFc-Gens. Bei Verwendung
der beschriebenen Primerkombinationen hängt das Auftreten von PCR-Produkten
streng von der Colokalisierung beider Primer-Bindungssequenzen und
somit von einer homologen Rekombination ab. Zur Erhöhung der
Empfindlichkeit dieses PCR-Assays wurden PCR-Produkte der ersten
Runde als Matrizen in ineinandergeschachtelten PCR-Reaktionen mit
den Primern VHpromF (SEQ-ID. Nr.: 1) und VHpromR (SEQ-ID Nr.: 2)
verwendet. Endgültig
ineinandergeschachtelte PCR-Produkte wurden einem Enzym-Restriktionsaufschluss
mit HincII und DraI unterzogen, um zu bestätigen, dass die erhaltenen
Sequenzen richtig waren. Weil sie alle diese Assays bestanden, waren
die PGG03-Klone H6 (pVHCμhobFcblas),
D4 (pVHCμhobFcblas),
E11 (pVHCμhobFcblas,
D3 (pVHCμCEShobFcblas)
und G8 (pVHCμhobfcblas)
richtig in die Zielsteuerungssequenz integriert. Der Klon D3 (pVHCμCEShobFcblas)
wurde in PBG04 umbenannt und bei der Deutschen Sammlung von Mikroorganismen
und Zellkulturen (DSMZ) hinterlegt.
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Beispiel 4: Rekombination
zur Erzeugung eines Zielzellenklons
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Der
Klon pVHCμCEShobFcblas
D3 (PBG04) wurde mit dem Vektor 2, der eine zweite funktionelle
Sequenz (frtwt, GFP ORF und ein Polyadenylierungssignal, einem Minimalpromotor,
gefolgt von ATG und frt5) umfasste, und dem Plasmid pflp, das eine
funktionelle Expressionseinheit für flp-Rekombinase umfasste,
unter Verwendung des Transfektionsreagenzes Effectene (Qiagen) transfiziert.
Vektor 2 enthält
keinen Promotor zum Antrieb der GFP-Expressionseinheit. Die funktionalisierte
Zelle (PBG04) ist gegenüber
einer Geneticin-Selektion aus 200 μg/ml empfindlich. Vektor 2 fehlt
eine Neomycinresistenz-Gensequenz, die eine Resistenz gegenüber Geneticin
verleihen könnte.
Wie erwartet war 1-4 Tage nach der Transfektion keine grüne Fluoreszenz
nachweisbar. Nach einer zweiwöchigen
Selektion mit Geneticin waren einzelne stabile Klone nachweisbar,
die GFP stark exprimierten. Die GFP-Expression hängt von einer Integration in
direkter Nähe
zu einem funktionellen Promotor ab. Die Geneticin-Resistenz hängt von
der Rekonstitution des in der Zelllinie vorhandenen neo-Resistenzgens
durch das ATG aus dem Vektor 2 ab. Wir schließen, dass in allen Fällen der Vektor
2 Sequenzen zwischen den Stellen frtw und frtFS ersetzt hat und
den CES-Promotor und GFP sowie das ATG-deletierte Neomycin-Gen mit
dem ATG funktionell verbunden hat.
-
Beispiel 5: Untersuchungen
des Glycosylierungsmusters von Leptin Fc
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Leptin-Fc
aus PB604 wurde in einer Drehflaschenkultur erzeugt und durch ein
allgemeines Verfahren gereinigt, das eine Affinitätschromatographie,
Gelfiltration und Membranfiltration einschloss. Das Protein wurde
mit Trypsin verdaut, und die resultierenden Peptide wurden durch
einen PNGase-F-Aufschluss
deglycoslyiert. Die Glycane wurden mit 2-Aminobenzamid markiert
und mittels HPLC an einer Hypersil-APS-2-Säule von Phenomenex getrennt
(16). Mit den sesialylierten, markierten Proben
wurde MALDI-TOF-MS (BROKER BIFLEXTM) verwendet,
wodurch die betreffenden, in Tabelle 5 aufgeführten Fraktionen weiter charakterisiert
wurden.
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Die
einzelne N-Glycosylierungsstelle an Fc trägt komplexe Oligosaccharid-Strukturen, die zu
37 % silyliert sind, eine Rate, die der durchschnittlichen Sialyierung
an Antikörpern
in menschlichem Blut nahe kommt. Sialinsäuren wurden weiterhin durch
eine Sialidase-Behandlung, DMB-Markierung und Trennung an einer
Hypersil-ODS-Säule
von Bischoff charakterisiert und mit dem Sialic Acid Reference Panel
(Oxford GlycoSciences) verglichen. Normalerweise wurde N-Acetylneuraminsäure gefunden.
Nur 2 % entsprachen N-Glycolylneuraminsäure, der
dominierenden Form in Maus-Myelomzellen, für die gezeigt wurde, dass sie
immunogen sind (A. Noguchi et al., J. Biochem, 17(1): S. 59-62 (1995)). α-1,3-Gal-Strukturen,
die in menschlichen Zellen nicht erzeugt werden und von denen bekannt
ist, dass sie die Toleranz gegenüber
vorher existierenden Antikörpern
erhöhen,
wurden nur bei 1,3 % der Glycane gefunden. Die obigen Befunde sind
in Tabelle 6 zusammengefasst.
-
Tab
5: Identifizierte Oligosaccharide als Ergebnis einer MALDI-TOF-MS-Analyse von Fraktionen
aus der Hypersil-APS-2-Säule
von Phenomenex
-
Tab.
6: Zusammenfassung spezieller Merkmale von N-gebundenen Oligosacchariden
aus Proteinen, die aus menschlichem Blut Hamster-CHO, Maus-NS0-Zellen oder dem Heterohybridom
PBG-04 isoliert sind
-
Beispiel 6: Herstellung
eines Zielsteuerungsvektors für
den λ-Locus
der leichten Kette von PBG04
-
Die
Struktur des umgelagerten Locus der λ-Kette wurde durch eine Ausrichtung
der bekannten cDNA des λ-Gens
auf humane Genomsequenzen identifiziert. Das Gen besteht aus einem
variablen Gen, wobei das J- und das H-Segment bereits miteinander
verbunden sind. V3-19 wurde als das variable Gen identifiziert.
-
Dieser
Weg war zur Identifizierung des konstanten Gens nicht geeignet,
weil der Locus zu 100 % identische Genkopien enthält. Eine
PCR auf der Grundlage von Primern in der bekannten Leadersequenz
und in den einzigartigen dazwischenliegenden Sequenzen zwischen
Genen mit konstanten Regionen. Die Primer V81, V83 (SEQ-ID. Nr.:
13 bzw. 14) ergaben ein PCR-Produkt mit einer richtigen Größe, das
das erwartete Restriktionsmuster aufwies und daher die Identifizierung
von J2 und H2 als diejenigen Gene, aus denen das umgelagerte λ-Gen von
H-CB-P1 (SEQ-ID Nr.: 21) besteht, ermöglichte. Auf der Grundlage
dieser Informationen wurde die Sequenz des umgelagerten Locus vorgeschlagen
und ein Zielsteuerungsvektor konstruiert.
-
Eine
5'-Flanke stromaufwärts von
der codierenden Sequenz des variablen Gens V3-19 wurde mit den Primern
V89 bzw. V94 (SEQ-ID Nr.: 15 bzw. 18) erzeugt, wobei Provestart-Polymerase
(Qiagen) verwendet wurde. Ein 4-kb-Fragment wurde in pPCR4blunttopo (Invitrogen)
kloniert. Eine 3-Prime-Flanke wurde in zwei Stufen amplifiziert: überlappende
PCR-Produkte wurden unter Verwendung der Primer V90, V91 bzw. V115, V116
(SEQ-ID Nr.: 16, 17, 19 bzw. 20) erzeugt und über eine einzigartige, in beiden
Fragmenten vorhandene SphI-Stelle aufgereiht. Die flankierenden
Sequenzen wurden in einen einzigen Vektor, PVLCL (SEQ-ID Nr.: 22) kloniert.
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Um
die Insertion von Genen zu ermöglichen,
die von denjenigen im Locus der schweren Kette unabhängig sind,
wurde ein analoges, aber heterospezifisches Ersatzsystem auf der
Grundlage von frt konstruiert. Es enthält in 5'3'-Richtung eine frtF3-Stelle,
den CMV-EF1α-Hybridpromotor,
gefolgt vom Human-α(1)-Antitrypsin-Gen,
dem Hygromycinresistenzmarker, einer wt-frt-Stelle und einem ATG-deletierten Histidinolresistenzmarker.
Diese Elemente wurden in pVLCL kloniert, wodurch pVLCLaathyg erzeugt
wurde.
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Weil
frt-wt- und F5-Stellen keine Rekombination ermöglichen, können spezielle Ersatzvektoren
die Loci der schweren und der leichten Kette exklusiv anzielen,
wodurch ein Promotor und ein Startcodon für den Neomycin- bzw. den Histidinolresistenzmarker
erhalten werden. Zur Erhöhung
der Selektivität
enthalten die Ersatzvektoren Startcodons in verschiedenen offenen
Leserastern in Bezug auf die frt-Stelle. Als Folge führt eine Einarbeitung
des Vektors in die falsche frt-Stelle nicht zur Resistenz gegenüber dem
entsprechenden Antibiotikum.
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Mittels
Elektroporation wurde PVLCLaathyg in PBG-04 transfiziert. Ein T75-Kolben wurde mit
Zellen beimpft, und die Zellen wurden 3 Wochen lang einer Selektion
mit 200 μg/ml
Hygromycin unterzogen. Die resultierenden Klone wurden durch Verdünnungsklonieren
isoliert, und aus einem homologen Austausch resultierende Klone
wurden unter Verwendung eines fluoreszenzmarkierten Anti-Human-λ-Ketten-Antikörpers durch
das Fehlen eines Immunofluoreszenz-Signals identifiziert. Die resultierenden
Zellklone werden auf die Expression von α-1-Antitrypsin analysiert. Diese
Klone sind zur Coexpression von zwei unabhängigen Transgenen, die mit
hoher Konzentration zu exprimieren sind, geeignet. Vorzugsweise
sind diese Gene die Gene mit der schweren und der leichten Kette
eines Antikörpers.
Mit einer einzigen Austauschreaktion unter Verwendung von flp-Rekombinase
können
Gene mit einer schweren und einer leichten Kette zu ihren jeweiligen
Positionen geleitet werden.
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