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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines menschlichen
neutrophilen chemotaktischen Faktor-Polypeptids aus transformierten Zellen,
die einen Expressionsvektor zur Erzeugung dieses Polypeptids beherbergen.
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Der menschliche neutrophile chemotaktische Faktor (nachstehend als NCF
abgekürzt) ist ein physiologisch aktives Polypeptid, das eine wichtige Rolle
bei Entwicklungsmechanismen und homeostatischen Mechanismen, wie Wanderung
(homing) von T-Lymphozyten in die Thymusdrüse und die Lymphknoten, und bei
der Modulation von Immunantworten spielt. Es wurde berichtet, daß der NCF
die biologischen Aktivitäten, Neutrophile und Lymphozyten anzuziehen und
diese Zellen zu aktivieren, besitzt (Yoshimura, T. et al., J. Immunol.,
139, 788, 1987; Walz, A. et al., Biochem. Biophys. Res. Commun., 149, 755,
1987; Gregory, H. et al., Biochem. Biophys. Res. Commun., 151, 833, 1988).
Diese Entdeckungen zeigen an, daß NCF ein nützliches immuntherapeutisches
Mittel für Patienten mit malignen Tumoren und Immundefekterkrankungen ist.
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Mandecki et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 82, 3543-3547 (1985)
beschreiben die chemische Synthese, Clonierung und Expression eines Gens, das einen
Polypedptidteil von menschlichem C5a codiert, in Escherichia coli.
Andererseits beschreibt Marston, Biochem. J. 240, 1-12 (1986) die Isolierung und
Reinigung von vielen Polypeptidarten aus Einschlußkörpern unter Verwendung
von Denaturierungsmitteln, wie Harnstoff und Guanidinhydrochlorid. Diese
Druckschriften offenbaren jedoch nichts über das Verfahren zur Herstellung
des erfindungsgemäßen NCF-Polypeptids.
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Den genannten Erfindern gelang die Produktion von menschlichem NCF durch
die rekombinante DNA-Technik unter Verwendung von E. coli als Wirtszelle
und ebenfalls die Isolierung des Polypeptids aus der löslichen Fraktion des
Transformantenhomogenats, und eine Patentanmeldung zu dieser Erfindung
wurde bei dem USPTO am 2. Mai 1988 als Ser. Nr. 189,164 entsprechend der WO
89/10962 eingereicht.
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Ferner erforschten die Erfinder das einfache und effiziente Verfahren zur
Herstellung des menschlichen NCF-Polypeptids aus dem
Transformantenhomogenat. Es wurde überraschenderweise gefunden, daß eine große Menge des
menschlichen NCF-Polypeptids, das in E. coli-Zellen, die einen
Expressionsvektor,
der das Polypeptid codiert, beherbergen, durch rekombinante DNA-
Technik produziert wurde, hauptsächlich in einer Präzipitatfraktion
verteilt wird, die durch Zentrifugation aus dem Transforamantenhomogenat
gewonnen wird, und daß das aktive menschliche NCF-Polypeptid effizient aus
der vorstehenden Präzipitatfraktion einfach durch Behandlung mit einem
Denaturierungsmittel für Proteine, wie Harnstoff und Guanidinhydrochlorid,
und Entfernen des Denaturierungsmittels, beispielsweise durch Dialyse,
gewonnen werden kann.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung
einer großen Menge des aktiven menschlichen NCF-Polypeptids aus dem
Transformantenhomogenat bereitzustellen.
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Der Erfindung liegt auch die Aufgabe zugrunde, ein einfaches und
effizientes Verfahren zur Reinigung des aktiven menschlichen NCF-Polypeptids aus
der Präzipitatfraktion des Transformantenhomogenats bereitzustellen.
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Die Aminosäuresequenz des menschlichen NCF-Polypeptids wird durch die in
Tabelle 1 gezeigte Formel [I] wiedergegeben.
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Um diese Erfindung ausführlicher zu beschreiben, wird die
Präzipitatfraktion des Transformantenhomogenats mit dem Proteindenaturierungsmittel,
beispielsweise Harnstoff oder Guanidinhydrochlorid, bevorzugt in einer
Endkonzentration von mehr als 4 M, bevorzugter 6 bis 10 M, aufgelöst und
anschließend das Denaturierungsmittel beispielsweise durch Dialyse entfernt,
welche bevorzugt gegen 10 bis 50 mM Phosphat oder Tris-HCl-Puffer (pH 6-8)
durchgeführt wird. Dann wird nur das im wesentlichen unlösliche Material,
das den modifizierten NCF enthält, erneut ausgefällt. Durch Entfernen des
so erhaltenen Präzipitats kann eine Lösung, die eine große Menge des
löslichen aktiven menschlichen NCF-Polypeptids enthält, leicht erhalten
werden.
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Vor der Trennung der Präzipitatfraktion aus dem Tranformantenhomogenat wird
bevorzugt eine Behandlung für das Zusammenbrechen von Nucleinsäuren in dem
Transformantenhomogenat durch Spaltung mit Desoxyribonuclease durchgeführt.
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Das aus der vorstehenden Präzipitatsfraktion gewonnene lösliche aktive NCF-
Polypeptid kann weiter gereinigt werden, beispielsweise durch eine
Kombination der Behandlung zum Aussalzen, Anionen- und/oder
Kationenaustauschchromatographie,
Ultrafiltration, Gelfiltration, Dialyse, Elektrophorese,
Affinitätschromatographie unter Verwendung spezieller Antikörper usw.
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Das menschliche NCF-Polypeptid in transformierten Zellen wird durch Züchten
der mit dem Expressionsvektor, der mit der das menschliche NCF-Polypeptid
codierenden DNA konstruiert wurde, transformierten Zellen gebildet. Das
heißt zuerst kann das Expressionsplasmid zur Erzeugung des menschlichen
NCF-Polypeptids konstruiert werden, beispielsweise gemäß Referenzbeispiel
2, mit der DNA, die das Polypeptid codiert, das isoliert wird,
beispielsweise nach dem in Referenzbeispiel 1 beschriebenen Verfahren oder durch
Totalsynthese unter Verwendung herkömmlicher Methoden. Als zweite Stufe
kann eine transformierte Zelle zur Erzeugung des menschlichen
NCF-Polypeptids durch Einschleusen des vorstehenden Expressionsplasmids gemäß dem
Verfahren von Cohen et al. (Proc. Natl. Acad. Sci., USA, 69, 2110, 1972)
erhalten werden. Als abschließende Stufe kann das menschliche NCF-Polypeptid
durch Züchten der so erhaltenen transformierten Zellen unter geeigneten
Kulturbedingungen produziert werden. Zusätzlich kann das
Transformantenhomogenat durch Zerstören von Zellen, beispielsweise durch Spaltung mit
Lysozym und Einfrieren/Auftauen, Beschallen oder unter Verwendung einer French
Presse, hergestellt werden.
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Die chemischen und biologischen Eigenschaften des gemäß der Beispiele
hergestellten NCFs waren mit denjenigen des menschlichen NCF-Polypeptids, das
aus der löslichen Fraktion des Transformantenhomogenats gemäß dem in
Referenzbeispiel 2 beschriebenen Verfahren mittels Peptidkartierungsanalyse
durchgeführt, durch Hochleistungsflüssigkeitschromatographie nach Spaltung
jedes menschlichen NCF-Polypeptids mit Protease und durch den neutrophilen
chemotaktischen Assay, gemessen in einer Boyden-Chemotaxis-Kammer mit
vielen Kavitäten (Neuro Probe, Inc., USA), identisch.
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Zur Vereinfachung der Beschreibung werden die folgenden Abkürzungen in der
vorliegenden Beschreibung und den Patentansprüchen verwendet.
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A: Adenin
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C: Cytosin
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G: Guanin
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T: Thymin
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I: Inosin
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dATP: Desoxyadenosintriphosphat
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dCTP: Desoxycytosintriphosphat
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dGTP: Desoxyguanosintriphosphat
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dTTP: Desoxythymidintriphosphat
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ATP: Adenosintriphosphat
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DNA: Desoxyribonucleinsäure
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cDNA: komplementäre DNA
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kbp: Kilobasenpaare
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SD Sequence: Shine-Dalgarno-Sequenz
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kD: Kilodalton
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SDS: Natriumlaurylsulfat
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In der vorliegenden Beschreibung und den Patentansprüchen ist die durch
einen Einzelstrang gezeigte Nucleotidsequenz die Nucleotidsequenz eines
Sinnstranges und das linke Ende ist ein 5'-Terminus und das rechte Ende ein 3'-
Terminus. In der Aminosäuresequenz ist das linke Ende ein N-Terminus und
das rechte Ende ein C-Terminus.
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Die folgenden Beispiele und Referenzbeispiele erläutern die Erfindung
ausführl icher.
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Es ist jedoch zu verstehen, daß die Erfindung in keiner Weise auf diese
Beispiele beschränkt ist.
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Zum besseren Verständnis der folgenden Referenzbeispiele sind die Schemata
1 bis 3 der Beschreibung beigefügt.
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Schema 1 zeigt ein Verfahren zur Konstruktion eines Expressionsplasmids
pHNP101 (Referenzbeispiel 2);
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Schema 2 zeigt ein Verfahren zur Konstruktion eines Expressionsvektors
pEP205 (Referenzbeispiel 3);
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Schema 3 zeigt ein Verfahren zur Konstruktion eines Expressionsplasmids
pHIPH383a (Referenzbeispiel 4).
Beispiel 1
Produktion eines menschlichen NCF-Polypeptids
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Die transformierten Zellen zur Produktion des menschlichen NCF-Polypeptids,
E. coli HB101/pHNP101, erhalten in Referenzbeispiel 2-(2), wurden in der
LB-Brühe [Zusammensetzung: 1% Trypton, 0,5% Hefeextrakt, 1% Natriumchlorid
(pH 7,5)] über Nacht bei 37ºC gezüchtet. Die Kultur wurde in 100fache
Volumina des Nährmediums [Zusammensetzung: 1,5% Natriumphosphat, dibasisch,
12-Wasser, 0,3% Caliumphosphat, monobasisch, 0,1% Ammoniumchlorid, 2
mg/Liter Vitamin B&sub1; , 0,5% Casaminosäure, 2 mM Magnesiumsulfat, 0,1 mM
Calciumchlorid, 1% Trypton, 0,5% Hefeextrakt, 1% Natriumchlorid und 0,4% Glycerin]
supplementiert mit 3-Indolacrylsäure in einer Konzentration von 20 ug/ml
inokuliert. Die Züchtung wurde 28 Stunden lang bei 35ºC durchgeführt. Die
Zellen wurden durch Zentrifugation gewonnen und in 50 mM Tris-HCl-Puffer
(pH 8,0), enthaltend 0,02% Lysozym, suspendiert. Die Zellsuspension wurde
in Eiswasser 30 Minuten lang stehengelassen.
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Ferner wurden das Einfrieren in Trockeneis/Ethanol und Auftauen bei 37ºC
wiederholt, um die Zellen aufzubrechen. Das so erhaltene Zellhomogenat
wurde mit Magnesiumchlorid und Desoxyribonuclease I (Takara Shuzo Co., Ltd.,
Japan) in Endkonzentrationen von 1 mM bzw. 2 E/ml versetzt. Nach
30minütiger Inkubation bei 0ºC wurde das unlösliche Pellet durch Zentrifugation
gewonnen und zweimal mit 20 mM Tris-HCl-Puffer (pH 8,0), enthaltend 0,75 M
Harnstoff und 1% Triton X-100, gewaschen. Das gewaschene Pellet wurde mit 6
M Guanidinhydrochlorid in 5 mM Phosphatpuffer (pH 6,5) aufgelöst. Der
geklärte Extrakt wurde durch Zentrifugation gewonnen und gegen 20 mM
Phosphatpuffer (pH 6,5) (nachstehend als PB bezeichnet) dialysiert. Nach der
Zentrifugation zur Entfernung des während der Dialyse gebildeten
Präzipitats wurde das Dialysat auf eine CM-Sepharose CL-6B-Säule (Pharmacia,
Schweden), die zuvor mit PB äquilibriert worden war, aufgebracht. Die Säule
wurde mit PB gewaschen und mit einem linearen Gradienten einer
Natriumchloridmolarität von 0 M bis 0,5 M in PB eluiert. Die das menschliche
NCF-Polypeptid enthaltenen Fraktionen wurden gewonnen und vereinigt und durch
Ultrafiltration eingeengt. Ferner wurde das Konzentrat einer Gelfiltration
auf einer Toyopearl HW-55-Säule (TOSOH Co., Japan) unterworfen, wodurch das
hochgereinigte menschliche NCF-Polypeptid erhalten wurde.
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Durch Analyse mittels SDS-Polyacrylamidgelelektrophorese wurde keine
Verunreinigung in dem hochgereinigten menschlichen NCF-Polypeptidpräparat
nachgewiesen.
Beispiel 2
Produktion des menschlichen NCF-Polypeptids
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Der hochgereinigte NCF wurde durch Auflösen des gewaschenen Pellets aus dem
Transformantenhomogenat, wie in Beispiel 1 beschrieben, mit 8 M Harnstoff
in 5 mM Phosphatpuffer (pH 6,5) und unter anschließender Verwendung des
gleichen Verfahrens, wie in Beispiel 1 beschrieben, erhalten.
Referenzbeispiel 1
Clonierung der cDNA, die den menschlichen NCF codiert
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Die cDNA-Bank wurde durch Insertion der cDNA, die mit einer
polyadenylierten mRNA als Matrize, erhalten aus normalen menschlichen Monocyten, die mit
Lipopolysaccharid in einer Konzentration von 10 ug/ml 6 Stunden lang
stimuliert worden waren, synthetisiert wurde, in die EcoRI-Spaltstelle des
Phagenvektors λ gt10 konstruiert. Eine halbe Million einzelner Plaques wurde
bezüglich der Hybridisierung mit zwei Arten chemisch synthetisierter mit
[³²P]-markierten Oligonucleotidsonden der folgenden Formeln [C] und [D]
abgesucht:
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Bei dem ersten Absuchen wurden 13 vermutlich positive Clone erhalten. Aus
diesen positiven Clonen wurden ein Clon (mit der Bezeichnung r-MDNCF 2-1)
bei dem zweiten Absuchen unter Verwendung einer anderen Sonde ausgewählt.
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Die Phagen-DNA in r-MDNCF 2-1 wurde in das pUC19-Plasmid subcloniert. Das
so erhaltene rekombinante Plasmid wurde als pU19-1.7-5 bezeichnet.
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Die clonierte cDNA in einem rekombinanten Plasmid pU19-1.7-5 enthält eine
Nucleotidsequenz, die den menschlichen NCF, der in Tabelle 2 gezeigt ist,
codiert.
Referenzbeispiel 2
Produktion des menschlichen NCF-Polypeptids
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Das menschliche NCF-Polypeptid mit einer Aminosäuresequenz der Formel [I]
in Tabelle 1 wurde nach den folgenden Methoden produziert.
(I) Konstruktion eines Expressionsplasmids pHNP101
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Aus dem rekombinanten Plasmid pUC19-1.7-5, in das die menschliche NCF-cDNA
insertiert wurde, wie in Referenzbeispiel 1 erwähnt, wurde ein
DNA-Fragment, das das Polypeptid entsprechend den Aminosäuren von der 18. Position
bis zu der 97. Position vom N-Terminus des menschlichen
NCF-Vorläufer-Polypeptids (entsprechend der Basensequenz von Base Nr. 52 bis Nr. 291 in
Tabelle 2) der Spaltung mit den Restriktionsendonucleasen PstI und EcoRI
isoliert. Dieses DNA-Fragment wurde dann in einen Phagenvektor M13mp18 (Takara
Shuzo Co., Ltd., Japan) in einer Region zwischen der
Restriktionsspaltstelle von PstI und der von EcoRI in der Polylinkersequenz cloniert. Unter
Verwendung der so erhaltenen rekombinanten Phagen-DNA wurde eine spezifische
Basensequenz, die 5'-TTTAAATTATG-3', zwischen dem Codon entsprechend Arg in
der Position 27 vom N-Terminus des menschlichen NCF-Vorläufer-Polypeptids
und dem Codon entsprechend Ser in der Position 28 durch die Technik der
ortsspezifischen Mutagenese nach dem Verfahren von Kunkel et al. (Methods
in Enzymol., 154, 367, 1987) insertiert. Die ortsspezifische Mutagenese
wurde unter Verwendung eines in vitro Mutagenese-Kits Muta-Gene gemäß den
Angaben des Herstellers (Bio-Rad Labs., USA) durchgeführt. E. coli JM105
wurde mit der rekombinanten Phagen-DNA infiziert und wurde dann bebrütet,
um den rekombinanten Phagen zu gewinnen. Dann wurde E. coli CJ236 mit den
wie vorstehend erhaltenen rekombinanten Phagen infiziert und in 2xTY Medium
[Zusammensetzung: 1,6% Trypton, 1% Hefeextrakt, 0,5% Natriumchlorid]
supplementiert mit Uridin und Chloramphenicol in einer Konzentration von
1 ug/ml bzw. 20 ug/ml 5 Stunden lang bei 37ºC gezüchtet. Die
einzelsträngige Phagen-DNA, die die Uracile enthielt, wurde aus dem Kulturmedium
isoliert.
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Getrennt davon wurde ein mutagener Oligodesoxyribonucleotid-Primer
bestehend aus 33 Basen der folgenden Formel [E] chemisch synthetisiert.
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Das 5'-Ende des mutagenen Primers wurde zuvor phosphoryliert. Der
phosphorylierte Primer wurde mit der vorstehend hergestellten einzelsträngigen
Phagen-DNA, die Uracile enthielt, in Reassoziierungspuffer [20 mM Tris-HCl-
Puffer (pH 7,4), enthaltend 2 mM Magnesiumchlorid und 50 mM Natriumchlorid]
durch 10minütige Inkubation bei 70ºC und anschließendes Abkühlen auf 30ºC
mit einer Geschwindigkeit von 1ºC pro Minute reassoziiert. Dann wurde der
Primer mit T4-DNA-Polymerase in einem Synthesepuffer [10 mM Tris-HCl-Puffer
(pH 7,4), enthaltend 0,4 mM jedes Desoxynucleosidtriphosphat (dGTP, dATP,
dCTP, dTTP), 0,75 mM ATP, 3,75 mM Magnesiumchlorid und 1,5 mM Dithiothreit]
verlängert, um einen komplementären Strang zu synthetisieren, und die Enden
wurden mit T4-DNA-Ligase durch aufeinanderfolgende Inkubation auf Eis für 5
Minuten, bei 25ºC für 5 Minuten und bei 37ºC für 90 Minuten ligiert. Die
Reaktion wurde durch Gefrieren auf -20ºC gestoppt. Die kreisförmige
doppelsträngige DNA (Heteroduplex) wurde in E. coli JM105 Zellen eingeschleust,
und sie wurden gezüchtet, um die mutagenisierte doppelsträngige replikative
Form der DNA zu isolieren. Die Nucleotidsequenz der mutagenisierten DNA
wurde durch Sequenzieren der aus dem Kulturmedium isolierten
einzelsträngigen DNA bestätigt.
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Die so erhaltene mutagenisierte doppelsträngige DNA wurde mit den
Restriktionsendonucleasen DraI und EcoRI gespalten, um ein DNA-Fragment zu
isolieren, das den Hauptteil der codierenden Region für das menschliche NCF-
Polypeptid enthielt. Das isolierte DNA-Fragment wird nachstehend als NCF-
(DraI-EcoRI)-Fragment bezeichnet.
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Das NCF-(DraI-EcoRI)-Fragment wurde durch T4-DNA-Ligase mit einem chemisch
synthetisierten Oligodesoxynucleotidadaptor der folgenden Formel [F]
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ligiert.
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Das so erhaltene ligierte DNA-Fragment wird als NCF-(DraI-XhoI)-Fragment
bezeichnet.
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Getrennt davon wurde ein Expressionsplasmid pEP205, wie in Referenzbeispiel
3 erwähnt, mit den Restriktionsendonucleasen DraI und XhoI gespalten und
das so erhaltene größere DNA-Fragment, einschließlich eines
Ampicillinresistenzgens und eines Replikationsorigins (nachstehend als EP205-Vektor-
DNA-Fragment bezeichnet), wurde isoliert, und dieses
EP205-Vektor-DNA-Fragment wurde durch T4-DNA-Ligase mit dem zuvor hergestellten NCF-(DraI-XhoI)-
Fragment ligiert, um ein Expressionsplasmid pHNP101 zur Produktion des
menschlichen NCFs zu konstruieren (siehe Schema 1).
(2) Transformation von Escherichia coli
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Das so erhaltene Expressionsplasmid pHNP101 wurde in E. coli HB101 auf
folgende Weise eingeschleust. E. coli HB101 wurde in die LB-Brühe
[Zusammensetzung: 1% Trypton, 0,5% Hefeextrakt, 1% Natriumchlorid (pH 7,5)]
inokuliert und über Nacht bei 30ºC gezüchtet. Ein Milliliter der so erhaltenen
Kultur wurde in 100 ml LB-Brühe inokuliert und bei 30ºC weiter gezüchtet
bis die Trübung des Kulturmediums bei 600 nm etwa 0,6 erreicht hatte. Nach
30minütigem Stehenlassen in Eiswasser wurden die Zellen durch
Zentrifugation gewonnen. Sie wurden in 50 ml 50 mM Calciumchlorid resuspendiert und
60 Minuten lang in Eiswasser stehengelassen. Dann wurden die Zellen durch
Zentrifugation gewonnen und erneut in 10 ml 50 mM Calciumchlorid,
enthaltend 20% Glycerin, suspendiert.
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Diese Zellsuspension wurde mit dem Expressionsplasmid pHNP101 versetzt,
vermischt und nacheinander in Eiswasser 20 Minuten lang und bei
Raumtemperatur 60 Minuten lang inkubiert. Dann wurde die LB-Brühe der Zellsuspension
zugesetzt, und es wurde unter Schütteln bei 37ºC 60 Minuten lang bebrütet.
Ein Aliquot der so erhaltenen Zellsuspension wurde auf die LB-Agarplatten
(1,5% Agar), enthaltend Ampicillin in einer Konzentration von 25 ug/ml,
aufgebracht. Nach Bebrüten bei 37ºC über Nacht wurden Ampicillin-resistente
Kolonien ausgewählt, um die Transformanten zu erhalten. Einer der
Transformanten wurde als E. coli HB101/pHNP101 bezeichnet, und er wurde zur
Produktion des menschlichen NCF-Polypeptids verwendet.
(3) Produktion des menschlichen NCF-Polypeptids
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E. coli HB101/pHNP101, erhaltend wie vorstehend, wurde in der LB-Brühe über
Nacht bei 37ºC gezüchtet. Die Kultur wurde in loofache Volumina des in
Beispiel 1 erwähnten Nährmediums supplementiert mit 3-Indolacrylsäure in einer
Konzentration von 20 gg/ml inokuliert. Die Züchtung wurde 28 Stunden lang
bei 35ºC durchgeführt. Die Zellen wurden durch Zentrifugation gewonnen und
in 50 mM Tris-HCl-Puffer (pH 8,0), enthaltend 0,1% Lysozym und 30 mM
Natriumchlorid, suspendiert. Die Suspension wurde in Eiswasser 30 Minuten
stehengelassen. Dann wurden das Einfrieren in einem Trockeneis/Ethanolbad und
das Auftauen bei 37ºC wiederholt, um die Zellen aufzubrechen. Nach Zugabe
von 1/50 Volumen 10%iges Ethyleniminpolymeres wurde ein geklärter
Zellextrakt durch Zentrifugation erhalten. Dieser Zellextrakt wurde mit
Ammoniumsulfat bis zu einer 70%igen Sättigung versetzt, und das gebildete
Präzipitat wurde durch Zentrifugation gewonnen. Das Präzipitat wurde in
destilliertem Wasser aufgelöst und wurde gegen 5 mM Phosphat gepufferte
Kochsalzlösung (pH 6,5) dialysiert. Das Dialysat wurde auf eine Säule aus Sephacryl
5-200 aufgebracht, und die die Polypeptide mit etwa 6 bis 10 kD enthaltenen
Fraktionen wurden gewonnen und vereinigt. Die Molekülgrößen der Polypeptide
in jedem Eluat wurden durch eine Analyse mit
SDS-Polyacrylamidgelelektrophorese gemessen. Die vereinigte Fraktion wurde gegen den in Beispiel 1
erwähnten PB dialysiert. Dann wurde das Dialysat auf eine Säule aus
CM-Sepharose CL-6B, die zuvor mit PB äquilibriert worden war, aufgebracht. Die
Säule wurde mit PB gewaschen und mit einem linearen Gradienten aus
Natriumchlorid in einer Molarität von 0 M auf 0,5 M in PB eluiert. Die das
menschliche NCF-Polypeptid enthaltenden Fraktionen wurden gewonnen und vereinigt
und durch Ultrafiltration eingeengt. Ferner wurde das Konzentrat einer
Gelfiltration auf einer Toyopearl HW-55 Säule unterworfen, wodurch das
hochgereinigte menschliche NCF-Polypeptid erhalten wurde.
Referenzbeispiel 3
Konstruktion eines Expressionsvektors pEP205
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Das Plasmid pBR322 wurde mit den Restriktionsendonucleasen Ava-I und PvuII
gespalten, und das so erhaltene größere DNA-Fragment (Größe etwa 3,7 kbp)
wurde isoliert. Nach Auffüllen seiner kohäsiven Enden zu glatten Enden mit
E. coli-DNA-Polymerase I (Klenow Fragment) in Gegenwart von dGTP, dATP,
dCTP und dTTP wurden beide Enden durch die T4-DNA-Ligase ligiert, wodurch
ein neuer Plasmidvektor mit der Bezeichnung pBRS6 konstruiert wurde, von
dem eine Genregion zur Regulierung der Kopienzahl, die in der Nähe des
Replikationsorigin des Plasmids pBR322 angeordnet ist, deletiert wurde.
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Der Plasmidvektor pBRS6 wurde mit den Restriktionsendonucleasen EcoRI und
PstI gespalten, und ein kleineres DNA-Fragment, das eine stromaufwärtige
Region des Ampicillinresistenzgens (Größe etwa 0,75 kbp) enthielt, wurde
isoliert. Das so erhaltene DNA-Fragment wird als das
Amp-(PstI-EcoRI)-Fragment bezeichnet.
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Dieses Amp-(PstI-EcoRI)-Fragment wurde in einen Phagenvektor M13mp18, wie
in dem Beispiel erwähnt, cloniert. Unter Verwendung der so erhaltenen
rekombinanten Phagen-DNA wurde eine Base (T) in der Nucleotidsequenz des Amp-
(PstI-EcoRI)-Fragments in eine andere Base (C) durch ortsspezifische
Mutagenese gemäß dem in Referenzbeispiel 2 erwähnten Verfahren verändert, um
die spezifische Nucleotidsequenz (AAATTT), die durch die
Restriktionsendonuclease DraI erkennbar ist, zu beseitigen.
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Die einzelsträngige, die Uracile enthaltene, Phagen-DNA wurde aus dem
Kulturmedium von E. coli CJ236, das mit der vorstehenden rekombinanten Phagen-
DNA infiziert worden war, isoliert. Als Mutageneseprimer wurde das
Oligodesoxyribonucleotid der folgenden Formel [G] chemisch synthetisiert.
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Der phosphorylierte Primer wurde mit der Uracil enthaltenen DNA-Matrize
reassoziiert. Gemäß dem in Referenzbeispiel 2 beschriebenen Verfahren wurde
die gewünschte mutagenisierte doppelsträngige DNA isoliert.
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Die so erhaltene mutagenisierte doppelsträngige DNA wurde mit den
Restriktionsendonucleasen PstI und EcoRI gespalten, um ein DNA-Fragment
entsprechend dem vorstehend erwähnten Amp-(PstI-EcoRI)-Fragment, aber ohne die
Erkennungssequenz für die Spaltung durch die Restriktionsendonuclease DraI zu
enthalten, zu isolieren (nachstehend als das mutierte Amp-(PstI-EcoRI)-
Fragment bezeichnet). Das mutierte Amp-(PstI-EcoRI)-Fragment wurde mit dem
größeren DNA-Fragment, das aus dem Vektor pBRS6 durch Spaltung mit den
Restriktionsendonucleasen EcoRI und PstI isoliert wurde, ligiert, um einen
neuen Vektor zu konstruieren, bei dem die Erkennungssequenz für die DraI
Spaltung in dem Ampicillinresistenzgen des Plasmidvektors pBRS6 beseitigt
war. Dieser neue Vektor wird als pBRS601 bezeichnet.
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Ferner wurde dieser neue Vektor pBRS601 mit der Restriktionsendonuclease
DraI gespalten, und das so erhaltene größere DNA-Fragment wurde mit dem
SmaI Linker (Takara Shuzo Co., Ltd., Japan) durch die T4-DNA-Ligase
ligiert, um einen neuen Plasmidvektor zu konstruieren. Der so erhaltene neue
Plasmidvektor ist ein Derivat des Plasmids pBRS6 und enthält keine
Erkennungssequenzen für die Restriktionsendonuclease DraI. Dieser neue
Plasmidvektor wird als pBRS602 bezeichnet.
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Die Nucleotidsequenz des SmaI Linkers ist nachstehend gezeigt.
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Ferner wurde dieser neue Vektor pBRS602 mit den Restriktionsendonucleasen
AatII und SalI gespalten, und das so erhaltene größere DNA-Fragment wurde
isoliert (nachstehend als das pBRS602-(AatII-SalI)-Fragment bezeichnet).
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Getrennt davon wurde ein Expressionsplasmid pHIPH383a zur Produktion von
menschlichem Interleukin-1α, wie in Referenzbeispiel 4 erwähnt, mit den
Restriktionsendonucleasen AatII und SalI gespalten, und das so erhaltene DNA-
Fragment, das die Sequenz für den E. coli-Tryptophanpromoter und die
codierende Region für menschliches Interleukin-1α enthielt, wurde isoliert. Das
so erhaltene DNA-Fragment wird als Trp-Promoter/IL-1α-DNA-Fragment
bezeichnet.
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Dieses Trp-Promoter/IL-1α-DNA-Fragment wurde mit dem pBRS602-(AatII-SalI)-
Fragment durch die T4-DNA-Ligase ligiert, wodurch ein neues
Expressionsplasmid konstruiert wurde (siehe Schema 2).
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Dieses neue Expressionsplasmid wird als pEP205 bezeichnet.
Referenzbeispiel 4
Konstruktion eines Expressionsplasmids pHIPH383a
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Die clonierte cDNA, die das menschliche Interleukin-1α-Vorläufer-Polypeptid
codiert, wurde nach dem in der europäischen Patentpublikation Nr. 0188920
beschriebenen Verfahren isoliert.
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Aus dem rekombinanten Plasmid pHL4, das die Vorläufer cDNA für menschliches
Interleukin-1α (Furutani, Y., et al., Nucleic Acids Res., 13, 5869, 1985)
enthielt, wurde die cDNA-Insertion durch Spaltung mit der
Restriktionsendonuclease PstI isoliert, und weiter wurde mit den Restriktionsendonucleasen
EcoRI und BstNI gespalten, um ein DNA-Fragment (Größe 411 bp), enthaltend
einen Mittelteil der codierenden Region für das reife menschliche
Interleukin-1α, zu isolieren. Das isolierte DNA-Fragment entspricht der
Nucleotidsequenz von Base Nr. 398 bis Nr. 808 in Tabelle 5, die in der europäischen
Patentpublikation Nr. 0188920 gezeigt ist.
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Dieses DNA-Fragment wurde stufenweise durch die T4-DNA-Ligase mit chemisch
synthetisierten Oligodesoxyribonucleotidadaptoren der folgenden Formeln [H]
und [J] ligiert. Das so erhaltene DNA-Fragment wird als das
SD-IL-1-Fragment bezeichnet.
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Der synthetische Oligodesoxyribonucleotidadaptor [H] wurde durch
aufeinanderfolgende Ligierung der folgenden fünf Arten von DNA-Fragmenten der
Formeln [a] bis [e] hergestellt.
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Eine Basensequenz der Formel [J] lautete wie folgt:
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Getrennt davon wurde ein Expressionsvektor pEP302 (Furutani, Y., et al.,
Nucleic Acids Res., 13, 5869, 1985) mit den Restriktionsendonucleasen HpaI
und BamHI gespalten, und das so erhaltene größere DNA-Fragment, das die E.
coli-Tryptophanpromotersequenz und ein Ampicillinresistenzgen enthielt,
wurde isoliert (nachstehend als das EP302 Vektor-DNA-Fragment bezeichnet).
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Das EP302-Vektor-DNA-Fragment wurde durch die T4-DNA-Ligase mit dem
vorstehend hergestellten SD-IL-1-Fragment ligiert, um ein Expressionsplasmid
pHIPH383a zur Produktion des reifen menschlichen Interleukin-1α-Polypeptids
zu konstruieren (siehe Schema 3).
Tabelle 1
Formel [I]
Tabelle 2
Nucleotidsequenz der menschlichen NCF-Vorläufer-cDNA und die davon
abgeleitete Aminosäuresequenz
Schema 1
Konstruktion eines Expressionsplasmids pHNP101
Menschlicher NCF-cDNA-Clon: pUC19-1.7-5
Spaltung mit PstI und EcoRI
PstI-EcoRI-DNA-Fragment
Clonierung in den M13mp18-Vektor
Infektion von E. coli JM105
Rekombinanter Phage
Infektion von E. coli CJ236
Züchtung in Uridin-haltigem Medium
Uracil enthaltende DNA-Matrize
Reassoziierung eines 33-mer Mutageneseprimers [E]
Uracil enthaltende DNA-Matrize
Primerextension mit T4-DNA-Polymerase
Ligierung der Enden mit T4-DNA-Ligase
Heteroduplex
Transformation von E. coli JM105
Mutierte doppelsträngige DNA
Spaltung mit DraI und EcoRI
NCF-(DraI-EcoRI)-Fragment
Fortsetzung
Schema 1 (Fortsetzung)
NCF-(DraI-EcoRI)-Fragment
Synthetische DNA [F]
Ligierung mit T4-DNA-Ligase
NCF-(DraI-XhoI)-Fragment
Expressionsvektor pEP205
Spaltung mit DraI und XhoI
EP205 Vektor-DNA-Fragment
Expressionsplasmid pHNP101
Schema 2
Konstruktion eines Expressionsvektors pEP205
Plasmid pBR322
Spaltung mit AvaI und PvuII
Größeres DNA-Fragment (3,7 kbp)
Auffüllen der kohäsiven Enden zu glatten Enden
mit DNA-Polymerase I (Klenow Fragment)
Ligierung mit T4-DNA-Ligase
Plasmidvektor pBRS6
Spaltung mit EcoRI und PstI
Amp-(PstI-EcoRI)-Fragment
Clonierung in den M13mp18-Vektor
Infektion von E. coli JM105
größeres pBRS6 Fragment*
Rekombinanter Phage
Infektion von E. coli CJ236
Züchtung in Uridin-haltigem Medium
Uracil enthaltende DNA-Matrize
Reassoziierung eines Oligonucleotid-Mutageneseprimers [G]
Uracil enthaltende DNA-Matrize
Primerextension mit T-DNA-Polymerase
Ligierung der Enden mit T4-DNA-Ligase
Heteroduplex
Fortsetzung
Schema 2 (Fortsetzung)
Herteroduplex
Transformation von E. coli JM105
Mutierte doppelsträngige DNA
Spaltung mit PstI und EcoRI
Mutiertes Amp-(PstI-EcoRI) Fragment
gößeres pBPS6 Fragment*
Ligierung mit T4-DNA-Ligase
Plasmidvektor pBRS601
Spaltung mit DraI
Größeres DNA-Fragment
[SmaI Linker]
Plasmidvektor pBRS602
Spaltung mit AatII und SaII
pBRS602 (AatI-SalI)-Fragment
Expressionsplasmid pHIPH383a
Spaltung mit AatII und SaII
Trp-Promoter/IL-1α-DNA-Fragment
Expressionsvektor pEP205
Schema 3
Konstruktion eines Expressionsplasmids pHIPH383a
Menschliche IL-1α-cDNA: pHL4
Spaltung mit PstI
cDNA-Insertion
Spaltung mit EcoRI und BstNI
Synthetischer DNA Adaptor
EcoRI-BstNI-Fragment
Ligierung mit T4-DNA-Ligas S
Expressionsvektor pEP302
SD-IL-1-Fragment
Spaltung mit HpaI und BamHI
EP302 Vektor-DNA-Fragment
Expressionsplasmid pHIPH383a