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Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von
Adenosin-5'-phosphat als Wirkstoff oder pharmazeutisch
verträgliche Salze, Chelate oder Radionuklide davon zusammen
mit üblichen Trägersubstanzen für die Herstellung eines
Medikaments zur Behandlung von Krebskachexie.
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Die Verwendung von Antimetaboliten (z. B. cytotoxische
Nucleoside oder Basen), wie Purine und Pyrimidine, als
Krebsmittel ist bekannt. Diese Antimetaboliten werden jedoch
sowohl von normalen als auch Tumorzellen aufgenommen und
können folglich nicht nur das Wachstum von Tumorzellen
unterdrücken, sondern auch normale Zellen im Wirt nachteilig
beeinflussen.
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US-A-4 291 024 von Turcotte schlägt ein Verfahren zur
Herstellung von Liponucleotid-Analoga von Nucleosiden oder
Basen mit bekannter cytotoxischer Wirksamkeit vor (z. B. 1-β-
D-Arabinofuranosylcytosin, das als Ara-C bekannt ist). Dieses
Patent legt nahe, daß diese Liponucleotid-Analoga von
Nucleosiden eine Möglichkeit bieten, cytotoxische Nucleoside
in Tumorzellen zu bringen. Wenn sie einmal in diesen Zellen
sind, können diese cytotoxischen Nucleoside in
phosphorylierter Form freigesetzt werdend damit wird die
Abhängigkeit des Nucleosids selbst von der Kinase-Aktivität
umgangen. Dies ist von Vorteil, da cytotoxische Nucleoside
oder Basen ihre Wirkungen gegen die Wucherung durch die
Triphosphatform des Nucleosids ausüben. Die in US-A-4 291 024
aufgeführten Aufgaben erwähnen die Zufuhr von normalen
zellulären Metaboliten (z. B. AMP, ADP oder ATP) über das
Liponucleotid-Analog in Tumorzellen nicht ausdrücklich. Das
von Turcotte genannte Liponucleotid-Analog betritt die
Krebszelle durch ein Verfahren des Lysosomen-Tropismus oder
eines verwandten Membranphänomens; diese Analoga können als
solche auch in normale nicht krebsartige Zellen eindringen
(z. B. Knochenmark, Lymphknoten oder intestinale
Epithelzellen), dies führt zur Unterbrechung der normalen
Entwicklung des Zellmetabolismus.
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ATP ist ein bekannter Vasodilatator, der Veränderungen des
Blutkreislaufs bei Menschen und Versuchstieren hervorrufen
kann. Vergleiche Davies, et al., "Circulatory and Respiratory
Effects of Adenosine Triphosphate in Man" in Circulation
3:543-550 (April 1951); Duff, et al., "A Quantitative Study
of the Response of Adenosine Triphosphate of the Blood
Vessels of the Human Hand and Forearm" in J. Physiol.
125:581-589 (1954); Rowe, et al., "The Systemic and Coronary
Hemodynamic Effects of Adenosine Triphosphate and Adenosine"
in American Heart J. 64: 228-234 (1962). Von Rapaport und
Mitarbeitern wurde außerdem bereits nachgewiesen, daß
Zellansammlungen von säurelöslichen Nucleotiden, insbesondere
ADP und ATP, bei der Regelung der DNA-Replikation und dem
Zellwachstum von Säugern wirken. Siehe Rapaport, et al.,
"Incorporation of Adenosine into ATP:Formation of
Compartmentalized ATP" in Proc. Natl. Acad. Sci. USA, Bd. 73,
Nr. 9:3122-3125 (September 1976); Rapaport, et al.,
"Increased Incorporation of Adenosine into Adenine Nucleotide
Pools in Serum-Deprived Mammalian Cells" in Proc. Natl. Acad.
Sci. USA, Bd. 75, Nr. 3:1145-1147 (März 1978); Rapaport, et
al., "Elevated Nuclear ATP Pools and ATP/ADP Ratios Mediate
Adenosine Toxicity in Fibroblasts" in Regulation of
Macromolecular Synthesis by Low Molecular Weigth Mediators,
Academic Press, 1979, S. 223-231; Rapaport, et al.,
"Regulation of DNA Replication in S Phase Nuclei by ATP and
ADP Pools" in Proc. Natl. Acad. Sci. USA, Bd. 76, Nr. 4:1643-
1647 (April 1979); Rapaport, et al., "Selective High
Metabolic Lability of Uridine, Guanosine and Cytosine
Triphosphates in Response to Glucose Deprivation and
Refeeding of Untransformed and Polyoma Virus-transformed
Hamster Fibroblasts" in J. Cell. Physiol., Bd. 101, Nr.
2:229-236 (November 1979); Rapaport, et al., "Selective High
Metabolic Lability of Uridine Triphosphate in Response to
Glucosamine Feeding of Untransformed and Polyoma Virus-
transformed Hamster Fibroblasts" in J. Cell. Physiol.,
104:253-259 (1980); Rapaport, "Compartmentalized ATP Pools
Produced from Adenosine Are Nuclear Pools" in J. Cell.
Physiol., 105:267-274 (1980); und Rapaport, et al., "Retinoic
Acid-Promoted Expansion of Total Cellular ATP Pools in 3T3
Cells Can Mediate its Stimulatory and Growth Inhibitory
Effects" in J. Cell. Physiol., 110:318-322 (1982).
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Diese Entgegenhaltungen, die die Verwendung von ADP und ATP
als Regulatoren der DNA-Replikation und des Zellwachstums
von Säugern zeigen, beschreiben jedoch nicht, daß diese
Materialien oder ein Verfahren der Verwendung dieser
Materialien, Tumorzellen (z. B. Human-Tumorzellen) selektiv
angreifen und normale Zellen nicht angreifen, wodurch das
Wachstum der Tumorzellen aufgehalten wird und diese getötet
werden, während im wesentlichen keine Unterbrechung des
Wachstums oder das Töten normaler Zellen verursacht wird.
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Kürzlich wurde in meiner gleichzeitig anhängigen US-
Patentanmeldung 5er. Nr. 397 897, die am 13. Juli 1982
eingereicht wurden und in der entsprechenden EP-A-83106808.5
beschrieben, daß der Einfluß von geringen Dosen von ADP
und/oder ATP auf eine Vielzahl von Tumorzellen (z. B. eine
Vielzahl von Arten von Human-Tumorzellen) zu einer deutlichen
Hemmung der DNA-Synthese und Unterbrechung signifikanter
Zellpopulationen in der 5-Phase ihres Zyklus führt, und der
weitere Einfluß dieser Dosen von ADP und/oder ATP zum Tod
dieser Tumorzellen führt, wobei diese Wirkung auf die
Tumorzellen im wesentlichen ohne Einfluß auf normale Zellen
erfolgt. Die hier durchgeführten in vitro Versuche legen
nahe, daß Adenosin-5'-monophosphat (AMP) das Zellwachstum
nicht hemmt. Diese Beschreibung nimmt keine besondere Notiz
vom Unterbrechungsmechanismus des Wachstums von Tumorzellen
durch die Bildung erhöhter ATP-Werte in Blut und Plasma in
einem tumortragenden Wirt.
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Die in der US-Patentanmeldung 5er. Nr. 397 897 von Rapaport
und in der entsprechenden EP-A-83106808.5 beschriebene
Erfindung stellt das einleitende und grundsätzliche
Fachgebiet für die Verwendung von Adenosin-5'-triphosphat
(ATP) und Adenosin-5'-diphosphat (ADP) gegen Tumore dar.
Diese beiden wissenschaftlichen Schriften, die die in der
oben genannten Anmeldung beschriebenen Versuchsergebnisse
herausstellen, wurden in stark beachteten wissenschaftlichen
Zeitschriften veröffentlicht (von Rapaport, E., "Treatment of
Human Tumor Cells with ADP or ATP Yields Arrest of Growth in
the S Phase of the Cell Cycle", J. Cellular Physiol., 114,
279-283, 1983; Rapaport, et al., "Growth Inhibition of Human
Tumor Cells in Soft-Agar Cultures by Treatment with Low
Levels of Adenosine-5'-Triphosphate", Cancer Research, 43,
4402-4406, 1983). Diese beiden Schriften werden in der
wissenschaftlichen Literatur von anderen als erster Nachweis
der wachstumshemmenden Wirkungen von extrazellulärem ATP oder
ADP gegen Tumorzellen beim Tier oder Menschen in in vitro
Systemen zitiert, die üblicherweise für die Vorhersage der
Empfindlichkeit von Tumoren beim Menschen gegen
chemotherapeutische Mittel verwendet werden.
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Mit dem Krebs verbundene Kachexie führt zu ernsthaften
anatomischen Veränderungen, die ihren Ursprung im
Zusammenhang zwischen dem Tumor und den Geweben des Wirts,
den Organen und deren Funktionen haben. Einer der
schwerwiegendsten Leiden von Wirten mit Tumor ist der
Gewebeschwund des Wirts, der zu einem schnellen
Gewichtsverlust führt (einen Überblick findet man in Costa,
G., "Cachexia, The Metabolic Component of Neoplastic
Diseases", Cancer Research, 37, 2327-2335, 1977). Gegenwärtig
haben sich die vollständige parenterale Ernährung oder das
anabolische Hormon Insulin als gegen schnellen
Gewichtsverlust bei Wirten mit Tumor wirksam erwiesen (Moley,
J.F., et al., "Body Composition Changes in Rats with
Experimental Cancer Cachexia: Improvement with Exogenous
Insulin", Cancer Research, 48, 2784-2787, 1988). Diese beiden
Behandlungen hemmen jedoch das Wachstum des Tumors selbst
nicht, es gibt Hinweise darauf, daß die gesamte parenterale
Ernährung das Tumorwachstum tatsächlich beschleunigt (Popp,
M.B., et al., "Host and Tumor Responses to Increasing Levels
of Intravenous Nutritional Support", Surgery, 94, 300-308,
1983).
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Die vorliegende Anmeldung liefert die erste Beschreibung des
Mechanismus, um die Krebskachexie in Wirten mit einem Tumor
zu unterdrücken. Im Gegensatz zum Stand der Technik führt die
Verabreichung von AMP und/oder ATP bei Wirten mit Tumor nicht
nur zur Verzögerung des Gewichtsverlustes des Wirtes, sondern
wirkt auch bei der Unterdrückung des Tumorwachstums. In
dieser Beschreibung dargelegte Beweise durch Versuche zeigen,
daß die Verzögerung des Gewichtsverlustes bei Wirten mit
Tumor (der die ernsthafteste Folge der Krebskachexie
darstellt) und die Unterdrückung des Tumorwachstums durch die
Verabreichung von AMP und/oder ATP zwei getrennte Folgen
dieser Behandlung sind und nicht voneinander abhängig sind
oder miteinander in Zusammenhang stehen. Die Verzögerung des
Gewichtsverlustes eines Wirtes mit Tumor ist nicht einfach
das Ergebnis der Unterdrückung des Tumorwachstums nach der
Verabreichung von AMP oder ATP. Beide Phänomene
(Unterdrückung des Gewichtsverlustes bei Wirten mit Tumor und
Verzögerung des Tumorwachstums) haben jedoch ihren Ursprung
im gleichen physiologischen Mechanismus, der Vergrößerung der
ATP-Werte des Blutes (gesamtzellulär) und des Blutplasmas
(extrazellulär).
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Ein Aspekt dieser Erfindung betrifft die Behandlung eines an
Tumor leidenden Wirtes, bei dem sich das Leiden oder die
Krankheit zu einem fortgeschrittenen Stadium entwickelt hat,
wodurch es einen fortgeschrittenen Abbau der Gewebe des
Wirtes oder der Organfunktionen gibt. Dieser Aspekt der
vorliegenden Erfindung unterbricht das Wachstum der
Tumorzellen in diesem Wirt, wobei der durch Krebskachexie
hervorgerufene Gewichtsverlust des Wirtes im wesentlichen
gehemmt wird. Die Behandlung beinhaltet die Erhöhung der ATP-
Werte des Blutes und des Plasmas des Wirtes auf einen
ausreichenden Wert, um dadurch das Wachstum des Tumors zu
unterbrechen, wobei der durch Krebskachexie hervorgerufene
Gewichtsverlust im wesentlichen gehemmt wird.
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Erläuterungen, die die wissenschaftliche Basis dieser
Erfindung betreffen, findet man in zwei Schriften,
veröffentlicht werden sollen. Diese beiden Schriften sind von
Rapaport, E. "Experimental Cancer Therapy in Mice by
Adenine Nucleotides", European Journal of Cancer & Clinical
Oncology, zur Veröffentlichung (in der Presse) 1988
angenommen; und Rapaport, E. und Fontaine, J., "Anticancer
Activities of Adenine Nucleotides in Mice are Mediated
Through Expansion of Red Blood Cell ATP Pools", Proceedings
of the National Academy of Sciences USA, zur Veröffentlichung
1988 vorgelegt. Diese Schriften weisen deutlich nach, daß die
drei grundsätzlichen Aspekte dieser Beschreibung keinen Stand
der Technik beinhalten. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse,
die die Basis dieser Erfindung bilden, und die in den beiden
oben genannten Schriften veröffentlicht werden, sind: 1) das
Tumorwachstum im Wirt wird nach der Erhöhung der ATP-Werte
des Blutes und des Plasmas wesentlich unterdrückt, 2) die
Verabreichung von ATP und AMP bei einem Wirt mit Tumor führt
zu erhöhten ATP-Werten des Blutes und des Plasmas, und 3) die
Verabreichung von AMP oder ATP bei einem Wirt mit Tumor hemmt
den Gewichtsverlust des Wirtes wesentlich, der das nachteilige Resultat
der Krebskachexie ist.
Zusammenfassung der Zeichnungen
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Fig. 1 zeigt die Verzögerung des Wachstums von CT26-Tumoren
bei CB6F&sub1;-Mäusen und Veränderungen des
Körpergewichtes des Wirtes während und nach der
Behandlung mit Adenin-Nucleotiden;
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Fig. 2 zeigt die Verzögerung des Tumorwachstums und des
Gewichtsverlustes des Wirtes bei Mäusen mit Tumor
durch Behandlung mit Adenin-Nucleotiden;
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Fig. 3 zeigt die Verzögerung des Gewichtsverlustes des
Wirtes bei Tieren mit Tumor durch Behandlung mit
Adenin-Nucleotiden.
Beste Art und verschiedene Arten zur Durchführung dieser
Erfindung
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Gemäß dieser Erfindung hat sich gezeigt, daß ein an Tumor
leidender Wirt, bei dem das Leiden oder die Krankheit ein
fortgeschrittenes Stadium erreicht hat, wodurch es eine
schädliche Wirkung auf die oder deutliche Änderung der
Funktionen des Gewebes des Wirtes gibt, behandelt werden
kann, wenn die ATP-Werte des Blutes und des Plasmas des
Wirtes auf einen ausreichenden Wert erhöht werden, wodurch
nicht nur das Wachstum der Tumorzellen unterbrochen, sondern
auch der durch Kachexie hervorgerufene Gewichtsverlust
wesentlich verzögert wird. Der hier verwendete Begriff
"Tumor" betrifft Krebszellen, z. B. maligne Zellen.
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Die ATP-Werte des Blutes und des Plasmas des Wirtes können
erhöht werden, wenn dem Wirt Adenosin-5'-monophosphat (AMP)
und/oder Adenosin-5'-diphosphat (ADP) und/oder Adenosin-5'-
triphosphat (ATP) verabreicht werden.
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Durch die vorliegende Erfindung hat sich auch gezeigt, daß
ein Wirt mit Tumor, einschließlich eines Wirtes, bei dem die
Krankheit nicht bis zum oben beschriebenen Ausmaß
fortgeschritten ist, behandelt werden kann, wenn Adenosin-5'-
monophosphat (AMP) in einer ausreichenden Menge verabreicht
wird, damit die Blut- und Plasmawerte an Adenosin-5'-
triphosphat (ATP) im Wirt ausreichend erhöht werden, wodurch
das Wachstum der Tumorzellen unterbrochen wird.
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Bei der vorliegenden Erfindung ist die Anwendung von AMP
bevorzugt, da sie mögliche nachteilige Nebenwirkungen im
Vergleich mit der Verwendung von ADP und ATP reduziert,
insbesondere da ATP ein bekannter Vasodilatator ist.
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Nichtbegrenzende Beispiele der Tumorzellen im Wirt, die nach
der vorliegenden Erfindung behandelt werden können, sind
CAPAN-1 und CT26.
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Die Behandlung mit AMP und/oder ADP und/oder ATP wird in Form
eines pharmazeutisch verträglichen Salzes und in einer
Vielzahl herkömmlicher pharmazeutischer Präparate angewendet.
Diese Präparate können ein organisches oder anorganisches
Material enthalten, das für die innere Verabreichung geeignet
ist. Die starke Löslichkeit der Salze von AMP und/oder ADP
und/oder ATP in isotonischen wäßrigen Natriumchloridlösungen
ermöglichen die Verabreichung dieser Mittel in Form einer
Injektion oder Infusion in einer einzelnen oder in mehrfachen
Dosen. Die Injektion oder Infusion kann intraperitoneal,
intravenös oder intraarteriell erfolgen. AMP und/oder ADP
und/oder ATP sind auch für die orale, enterale oder örtliche
Anwendung geeignet, wenn sie mit herkömmlichen organischen
oder anorganischen Trägersubstanzen verwendet werden. Die
wirksamen Dosen sollten bei der oralen oder örtlichen
Verabreichung im Bereich von etwa 1-1000 mg/kg und bei
Injektionen etwa bei 1-1000 mg/kg des Körpergewichtes liegen.
Die intravenösen, intraperitonealen oder intraarteriellen
Infusionen von AMP und/oder ADP und/oder ATP in Form eines
geeigneten Salzes werden vorzugsweise in einer Menge von
0,001-15 mg/kg des Körpergewichtes pro Minute verabreicht.
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Die Verabreichung dieser Mittel kann unter Anwendung einer
Vielzahl von Systemen zur Verabreichung von Medikamenten
durchgeführt werden, diese umfassen Pumpen oder Liposome,
sind jedoch nicht darauf begrenzt. AMP oder ADP oder ATP
können nicht nur als pharmazeutisch verträgliche Salze,
sondern auch als Chelate für Radionuclide angewendet werden,
z. B. Tc-99m, In-111 oder Ga-67, sie sind jedoch nicht darauf
begrenzt. In diesem Fall können die AMP- oder ADP- oder ATP-
Chelate dieser Mittel zur Behandlung und auch zur Diagnose
von Tumoren beim Menschen verwendet werden.
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Für die Infusionsgeschwindigkeit von AMP und/oder ADP
und/oder ATP wird auf die verschiedenen Entgegenhaltungen
verwiesen, die bereits genannt wurden und die beschreiben,
daß ATP ein bekannter Vasodilatator ist. Durch diese
Entgegenhaltungen kann eingeschätzt werden, daß einzelne
schnelle Injektionen von 40 mg des Natriumsalzes von ATP,
entweder intravenös oder intraarteriell, geringe subjektive
und physiologische Änderungen beim Menschen hervorrufen.
Langsame Injektionen oder Infusionen der gleichen Dosis von
ATP erzeugten eine viel geringere oder überhaupt keine
Reaktion (siehe oben, Davies et al.).
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Derartige Vorsichtsmaßnahmen werden jedoch bei der Anwendung
von AMP nicht als notwendig erachtet, wie es bei der
vorliegenden Erfindung bevorzugt ist.
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Die folgenden Untersuchungen zeigen die vorliegende Erfindung
in nicht einschränkender Weise. Z. B. Adenosin-5'-triphosphat
(ATP) und Adenosin-5'-monophosphat (AMP) zeigen deutliche
Wirkungen gegen Krebs, z. B. das im Fußballen von CB6F&sub1;-
Mäusen eingeführte CT26-Colon-Adenokarzinom. Adenosin,
anorganisches Phosphat oder anorganisches Pyrophosphat hatten
jedoch diese Wirkungen bei identischen Bedingungen nicht.
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Tägliche intraperitoneale (i.p.) Injektionen von Adenin-
Nucleotiden in großen Volumina einer Kochsalzlösung, die
begannen, nachdem der Tumor fühlbar war, führten zur
Verzögerung des Tumorwachstums und geringfügigen "Heilungen".
Die Behandlung war für den Wirt nicht toxisch, dies wurde
durch Änderungen des Körpergewichtes festgestellt. Der im
Verlauf von schnellwachsenden CT26-Tumoren bei Tieren
beobachtete Gewichtsverlust wurde bei mit Adenin-Nucleotid
behandelten Mäusen merklich verlangsamt. Es zeigte sich, daß
die Verzögerung des Gewichtsverlustes bei Mäusen mit Tumor
weder die Ursache noch die Wirkung der Verzögerung des
Tumorwachstums war.
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Intraperitoneale Injektionen von AMP oder ATP führten zu
Vergrößerungen der ATP-Pools von roten Blutzellen (RBC) in
den Wirtstieren, Adenosin jedoch nicht. Diese vergrößerten
ATP Pools der RBC sind über einen Zeitraum von Stunden
stabil, wobei eine mikromolare Menge von ATP langsam in das
Kompartiment des Blutplasmas freigesetzt wird, dies führt zur
mehrfachen Erhöhung der (extrazellulären) ATP-Werte im
Plasma.
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Die angewendeten Tumorzellinien waren CT26, ein
nichtdifferenziertes aggressives Colon-Karzinom der Maus und
CAPAN-1, ein gutdifferenziertes Adenokarzinom der
Bauchspeicheldrüse vom Menschen. Diese zwei Tumore stellen
ein breites Spektrum akzeptierter Tumormodelle dar und sind
folglich zum Nachweis der klinischen Wirksamkeit von
therapeutischen Mitteln für Krebs geeignet, sie sind im
allgemeinen nicht auf die bestimmten geprüften Tumore
beschränkt. Es wurde nachgewiesen, daß die Zellen frei von
einer Verunreinigung mit Mycoplasma sind. Die Zellen werden
bei 37ºC in einer befeuchteten Atmosphäre aus 5% CO&sub2;/95% Luft
in MEM, das mit Antibiotika ergänzt ist (100 Einheiten
Penicillin pro ml und 100 ug Streptomycin pro ml), L-Glutamin
(2 mM), nichtessentielle Aminosäuren (0,1 mM), Natriumpyruvat
(1 mM) und 10% fötales Kälberserum kultiviert.
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Bei diesen Versuchen wurden weibliche und männliche CB6F&sub1;-
Mäuse (ein F&sub1;-Standardhybrid von BALB/C und C57BL/6), die von
Jackson Laboratories, Bar Harbor, Maine, erhalten wurden, und
athymische, herausgezüchtete NCr nu/nu Mäuse (männliche und
weibliche) vom Department of Radiation Medicine,
Massachusetts General Hospital, Boston, Massachusetts 02114,
verwendet. Alle Mäuse wurden vor der Beimpfung mit den
Tumoren und dem Beginn der Behandlung mindestens zwei Wochen
gehalten, sie sind zu Beginn des Verfahrens 7-9 Wochen alt
(CB6F&sub1;) oder 6-7 Wochen alt (athymisch nu/nu). Die Tiere
wogen 20-25 g (weibliche) oder 23-28 g (männliche), sie
werden mit 5-12 Tieren pro Käfig gehalten und haben ad
libitum Zutritt zu Nahrung und Wasser.
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Die Tumorzellen werden durch milde Behandlung mit Tryptisin-
EDTA aus subkonfluenten Kulturen entnommen, das Zellpellet
wird einmal ohne Serum mit MEM gewaschen,
und die Zellen werden mit mit der gewüschten Anzahl der
Zellen in PBS (mit Phosphat gepufferte Kochsalzlösung, 8 g
NaCl, 0,2 g KCl, 1,15 g Na&sub2;HPO&sub4; 7H&sub2;O und 0,2 g KH&sub2;PO&sub4; pro
Liter) suspendiert. Durch Trypanblau-Ausschluß zeigte sich,
daß diese Zellsuspensionen zu mindestens 90% lebensfähig
waren. Den Mäusen wurden die in 50 ul PBS suspendierten
Tumorzellen subkutan in den rechten hinteren Fußballen
injiziert. Das reguläre Protokoll (wenn es nicht anders
festgestellt ist) bestand aus täglichen i.p. Injektionen von
1 ml einer 0,85%-igen NaCl-Lösung oder 1 ml 50 mM AMP, ADP
oder ATP in 0,85% NaCl (aus Stammlösungen, die auf pH = 6,2
eingestellt worden waren), sie begannen einen Tag nach der
Beimpfung mit dem Tumor und wurden an zehn
aufeinanderfolgenden Tagen verabreicht.
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Die Injektionen wurden mit Nadeln mit dem Maß 30 verabreicht,
und die Mäuse wurden leicht mit Äther anästhesiert. Die Mäuse
wurden vor Beginn der Behandlung und eine Woche während und
nach der Behandlung gewogen. Nachdem die Tumore fühlbar
geworden waren, wurde die Größe der Tumore aller drei Tage
bestimmt. Die Tiere wurden getötet, die Tumore wurden
herausgeschnitten und gewogen, bevor sie 10% des Gewichtes
des Tieres erreichten.
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Nach i.p. Injektionen von 1 ml Kochsalzlösung oder 1 ml 50 mM
Adenin-Nucleotide in Kochsalzlösung wurde das Blut aus der
tiefergelegenen Hohlvene (0,25 ml) in Spritzen aufgefangen
(Nadel mit dem Maß 25), die Citrat enthielten (0,05 ml 93 mM
Natriumcitrat, 7 mM Zitronensäure, 140 mM Dextrose, pH =
6,5). Die Mäuse wurden bei diesem Verfahren anästhesiert. Das
Plasma wird durch sofortiges Zentrifugieren des Bluts in
einer Beckman-Mikrozentrifuge hergestellt (30 s bei 8000 G).
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Aliquote Mengen von Blut (20 ml) oder Plasma (100 ml) werden
zu 1 ml kalter 7%-iger Trichloressigsäure gegeben. Die
säurelöslichen Nucleotide werden 30 Minuten lang auf Eis
extrahiert, und nach der Entfernung des gefällten Materials
durch Zentrifugieren wird die Trichloressigsäure aus der
wäßrigen Phase entfernt. Dies erfolgt durch kräftige
Extraktion der wäßrigen Lösung mit 2 ml 0,5 m Tri-n-octylamin
in Freon-113 (siehe Rapaport, "Compartmentalized ATP Pools
Produced from Adenosine are Nuclear Pools", J. Cell Physiol.,
1980, 105, 267-274). Die Bestimmung der ATP-Werte in den
Extrakten erfolgt durch Bioluminometrie (Luciferin-
Luciferase), wobei ein Biolumineszenz-Photometer von Turner
Designs verwendet wird. Dies erfolgt nach dem Verfahren, von
dem Karl DM, Holm-Hansen O. berichten: "Effects of Luciferin
Concentration on the Quantitative Assay of ATP Using Crude
Luciferase Preparations", Anal. Biiochem., 1976, 75, 100-112.
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Die Behandung der CB6F&sub1;-Mäuse und der athymischen nu/nu-Mäuse
mit täglichen i.p. Injektionen von 1 ml 50 mM Adenin-
Nucleotiden in Kochsalzlösung (während 10
aufeinanderfolgenden Tagen) rief während oder nach dem Behandlungszeitraum
keine Gewichtsverluste hervor, dies wird durch die in Figur 1
gezeigten Ergebnisse erläutert.
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Figur 1 zeigt die Unterdrückung des Wachstums von CT26-
Tumoren in CB6F&sub1;-Mäusen und Veränderungen des Körpergewichts
der Wirte während und nach der Behandlung mit Adenin-
Nucleotiden. Die Mäuse mit Tumor wurden mit Kochsalzlösung
( ), AMP (o), ADP (Δ) oder ATP ( ) behandelt, dies erfolgte
nach den oben beschriebenen Verfahren. Figur 1 zeigt die
Werte des Versuchs Nummer 4 der folgenden Tabelle 1. Die
Werte sind der Durchschnitt von 11 Tieren (pro Gruppe). Bei
allen gezeigten Werten überstiegen die Standardabweichungen
30% des Durchschnitts nicht.
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Gelegentlich starb ein mit ATP oder ADP behandeltes Tier
einige Stunden nach der Injektion. Gesunde, nicht belastete
Tiere tolerieren diese Dosen jedoch und erholen sich wenige
Stunden nach der Behandlung vollständig. Die Injektionen von
AMP führten nicht zum Tod.
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Die wachstumshemmenden Eigenschaften der Adenin-Nucleotide
gegen murine CT26 Colon-Karzinome, die s.c. in den hinteren
Fußballen von CB6F1-Mäusen geimpft wurden, sind in der
folgenden Tabelle 1 gezeigt. Die Wirksamkeit von Adenin-
Nucleotiden wird gegen starke, mittlere und geringe
Tumorbelastungen nachgewiesen. Weder bei der Geschwindigkeit
des Tumorwachstums noch bei der Reaktion des Tumors auf die
Behandlung mit Adenin-Nucleotiden werden deutliche
Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen beobachtet.
Tabelle 1. Wirkungen der Behandlungen mit Adenin-Nucleotiden auf das Wachstum
von CT26-Tumoren in CB6F&sub1;-Mäusen
Versuch (Anzahl der Tierepro Gruppe, Geschlecht)
Behandlunga
Anzahl der beimpften Tumorzellen
Analysezeit (Tage nach der Beimpfung)
Tumordurchmesser b cm
Tumorgewichtc g
Unterdrückung des Tumorwachstums (% der mit Kochsalz behandelten)d
Kochsalzlösg.
Keine
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a Die Behandlung erfolgt wie oben beschrieben. In den
Versuchen 1 und 2 wurden die Tiere mit 1 ml 25 mM ATP-MgCl&sub2;
oder 1 ml 25 mM ATP behandelt. In den Versuchen 3-7 wurden
die Tiere mit 1 ml 50 mM AMP, ADP oder ATP behandelt.
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b Der Tumordurchmesser wurde aus L+W/2 berechnet.
Durchschnittswert ± S .D. (Standardabweichung).
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c Das Gewicht der Tumore im Fußballen unmittelbar nach dem
Herausschneiden. Durchschnitt ± S.D.
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d Die Verzögerung basierte auf den Gewichten des Tumors.
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e-j Statistisch signifikante Unterschiede aus der mit
Kochsalzlösung behandelten Gruppe nach dem t-Student-Test.
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e P< 0,1
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f P< 0,05
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g P< 0,025
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h P< 0,01
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i P< 0,005
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j P< 0,001
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k AP4A, ein Nucleotid, das durch ektoenzymatische
Phosphodiesterasen zu AtP und AMP abgebaut wird, wurde mit
einer Konzentration von 10 mM injiziert.
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l umfaßt eine vollständige Heilung.
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Die folgende Tabelle 2 zeigt die Wirkungen von Adenin-
Nucleotiden bei der Unterbrechung von CT26-Tumoren bei CB6F&sub1;-
Mäusen und CAPAN-1 Xenotransplantaten bei athymischen nackten
Mäusen.
Tabelle 2. Unterbrechung des Wachstums von CT26-Tumoren in CB6F&sub1;-Mäusen und CAPAN-1
Xenotransplantation in athymischen nu/nu-Mäusen durch Brehandlung mit
Adenin-Nucleotiden
Versuch (Wirt, Anzahl der Tiere pro Gruppe, Geschlecht)
Behandlunga
Anzahl der beimpften Tumorzellen
Analysezeit (Wochen nach der Beimpfung)
Unterbrochene Tumore/Implantatierte Tumore
(athymisch, nu/nu ,F)
Kochsalzlösg.
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a Die Behandlung erfolgte wie oben beschrieben. Die
intraperitoneale Injektion besteht aus der Verabreichung von
1 ml Kochsalzlösung oder 1 ml 50 mM Adenin-Nucleotiden.
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b-e Unterschiede zwischen diesen Gruppen und den mit
Kochsalzlösungen behandelten Gruppen des gleichen Versuchs
werden durch den χ²-Versuch deutlich.
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b P< 0,5
-
c P< 0,25
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d P< 0,1
-
e P< 0,05
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Die in Tabelle 1 und 2 aufgeführten Werte legen nahe, daß die
Wirksamkeit der Adenin-Nucleotide bei der Verzögerung des
Wachstums von CT26-Tumoren zunimmt, wenn die Belastung mit
dem beimpften Tumor mittelmäßig oder gering ist. Wenn 10&sup4;
oder 5 x 10³ Tumorzellen implantiert wurden, führte die
Behandlung mit Adenin-Nucleotiden zu wenig "Heilungen".
"Geheilte" Mäuse bleiben vier Monate lang am Leben, ohne daß
ein Tumor auftritt.
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Die Konzentrationen von AMP und ATP, die geringer als 50 mM
sind, sind gegen CT26-Tumore im Fußballen von CB6F&sub1;-Mäusen
genauso effektiv, wenn sie durch tägliche intraperitoneale
Injektion in Volumina der Kochsalzlösung von 1,4-1,8 ml
verabreicht werden. Der Beginn des Behandlungschemas kann
verzögert werden, bis die Tumore fühlbar sind (6-10 Tage nach
der Beimpfung mit dem Tumor, wobei dies von der Anzahl der
implantierten Tumorzellen abhängt), ohne daß es deutliche
Einflüsse auf die Größenordnung der Verzögerung des
Tumorwachstums gibt. Die Wirksamkeit der Verzögerung des
Tumorwachstums hängt auch bis zu einem geringen Ausmaß vom
pH-Wert der AMP- und ATP-Lösungen ab, die i.p. verabreicht
werden, wobei pH-Werte von 5,5-6,2 am wirksamsten sind.
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Die Wirkungen von AMP, ADP und ATP auf Human-Tumor-
Xenotransplantate in nackten Mäusen wurden mit dem
Adenokarzinom CAPAN-1 des Pankreaskanals ausgewertet (siehe
Kyriazis AP, Kyriazis AA, Scarpelli DG, Fogh J, Rao SM,
Lepera R., "Human Pancreatic Adenocarcinoma Line CAPAN-1 in
Tissue Culture and the Nude Mouse", Am. J. Pathol., 1982,
106, 250-250).
-
Die Behandlungsschemata bestanden aus einzelnen täglichen
i.p. Injektionen an 10 aufeinanderfolgenden Tagen, sie
begannen einen Tag nach der Beimpfung mit dem Tumor. Die
Tumorbelastung ist relativ gering (0,5-1 x 10&sup5; implantierte
Zellen), und das Tumorwachstum ist gering (die Tumore wurden
4-6 Wochen nach der Beimpfung fühlbar). Die Wirkungen von
AMP, ADP und ATP wurden durch die vollständige Unterbrechung
des Tumorwachstums während eines Zeitraums von 6-10 Wochen
ausgewertet (das Fehlen fühlbarer Tumore im Fußballen), und
in allen Fällen entwickelten die tumorfreien Mäuse innerhalb
eines Zeitraums von 4 Monaten keinerlei Tumore. Die in
Tabelle 2 gezeigten Werte weisen die Wirkungen von Adenin-
Nucleotiden auf die Unterbrechung von CAPAN-1-
Xenotransplantaten bei athymischen nackten Mäusen nach.
-
Zum Nachweis, daß die intraperitoneal eingeführten Adenin-
Nucleotide nach dem Eintritt in den systemischen
Blutkreislauf die ATP-Werte im Blut und Plasma erhöhen
können, wurden zu verschiedenen Zeitpunkten nach den i.p.
Injektionen Blutproben aus der tiefergelegenen Hohlvene
entnommen. Die in der folgenden Tabelle 3 aufgeführten Werte
zeigen, daß die Verabreichung von AMP, ADP und ATP erhöhte
ATP-Werte im Blut und Plasma ergab, und daß die gesamten
zellulären als auch extrazellulären ATP-Konzentrationen im
Blutkreislauf während eines Zeitraums von einigen Tagen höher
als deren Werte in normalen Kontrollen blieben.
-
Die in Tabelle 3 aufgeführten Werte zeigen, daß die
Größenordnung der Zunahme der ATP-Konzentrationen im Plasma
mit der Zunahme der ATP-Konzentrationen im Blut
(gesamtzellulär) verbunden ist. Die Zunahme der gesamten ATP-
Werte im Blut nach den i.p. Injektionen von AMP oder ATP
dauerte mehr als 5 Stunden und weniger als 18 Stunden an, zu
diesem Zeitpunkt fielen die ATP-Pools des Gesamtblutes auf
die Normalwerte zurück. Alle vergrößerten ATP-Pools werden
den roten Blutzellen zugeschrieben und sind nach intensivem
Waschen der abgetrennten roten Blutzellen in ausgeglichener
Hanks-Salzlösung stabil. Eine langsame Freisetzung des ATP
aus den roten Blutzellen, die vergrößerte ATP-Pools
enthalten, ist für die Zunahmen der ATP-Werte im Plasma
verantwortlich.
-
Die Verwendung von Citrat-Dextrose als Antikoagulans führt im
Vergleich mit Heparin zu höheren Werten der ATP-Pools im
Plasma (die Werte für Heparin sind nicht gezeigt). Es wurde
kürzlich gezeigt, daß Citrat, jedoch nicht Heparin, die
Aktivität der Phosphodiesterase des Blutplasmas hemmt, die
bei der Katalyse des Abbaus von ATP wirksam ist, indem eine
Chelatbildung mit zweiwertigen Kationen erfolgt, die für
diese enzymatische Aktivität erforderlich sind (Luthje J.
Ogilvie A., "Catabolism of Ap&sub3;A und Ap&sub4;A in Human Plasma.
Purification and Characterization of Glycoprotein Complex
with 5'-Nucleotide Phosphodiesterase Activity", Eur. J.
Biochem., 1985, 149, 119-127). Die Unterdrückung dieser
Phosphodiesterase-Aktivität während der kurzen Zeit der
Plasmapräparation ist vermutlich für die höheren ATP-Werte
des Plasmas verantwortlich, die durch Verwendung dieses
Antikoagulans erhalten werden.
Tabelle 3. ATP-Werte im Blut (gesamtzellulär) und Plasma der Maus nach i.p. Injektionen
von Adenin-Nucleotiden
Wirt
Behandlunga
ATP-Werte des Blutsb (Stunden nach der Behandlung) mM
ATP-Werte des Plasmasb (Stunden nach der Behandlung)
uM
athymisch nu/nu
Kochsalzlösg.
-
a Jede Maus (7-9 Wochen alt, weiblich) empfing i.p.
Injektionen von 1 ml Kochsalzlösung oder 1 ml 50 mM AMP, ADP
oder ATP in Kochsalzlösung, und die Verfahren erfolgten wie
oben beschrieben.
-
b Jede Gruppe bestand aus drei Mäusen und die Werte werden
als Durchschnitt ± S.D. ausgedrückt. Die Blutentnahme
erfolgte innerhalb von 15 Minuten zu den Zeitpunkten von 1
Stunde und innerhalb von 30 Minuten zu den Zeitpunkten von 4
und 5 Stunden. Die entsprechenden ATP-Werte des Blutes und
des Plasmas wurden in allen Fällen bei den gleichen
Blutproben bestimmt.
-
Es wurden weitere Versuchsreihen durchgeführt, wobei Tumore
geimpft wurden. Dies erfolgte durch Injektionen von 2,5 x 10&sup5;
CT26-Zellen (Lebensfähigkeit über 90%) in 50 ul einer mit
Phosphat gepufferte Kochsalzlösung in den rechten hinteren
Fußballen von CB6F&sub1;-Mäusen. Die Behandlungen wurden nach der
Beimpfung mit den Tumoren zu verschiedenen Zeitpunkten
eingeleitet. Die Injektionsschemata begannen entweder 1 oder
5 Tage nach der Beimpfung mit dem Tumor, wenn keiner der
Tumore fühlbar war, oder wenn die Tumore deutlich fühlbar
waren (durchschnittliches berechnetes Gewicht 100 mg), dies
trat nach 8-11 Tagen bei 100% der beimpften Mäuse auf. Die
Mäuse wurden regellos in Gruppen eingeteilt, und es wurden
täglich 2,2 ml Kochsalzlösung, Adenosin, AMP oder ATP
injiziert (die Verbindungen liegen in sterilen
Kochsalzlösungen bei Konzentrationen von 25 mM vor, wobei die
AMP und ATP-Lösungen auf pH = 6,2 eingestellt worden waren).
Die Injektionen wurden intraperitoneal mit Nadeln mit dem Maß
30 verabreicht, und die Mäuse wurden leicht mit Äther
anästhesiert. Vor Beginn des Behandlungschemas und aller drei
Tage während und nach dem Behandlungsschema wurden die Mäuse
gewogen und die Größen der Tumore gemessen. Diese
Bestimmungen wurden während des Behandlungszeitraums vor den
Injektionen durchgeführt.
-
Das Blut (0,25 ml) wurde aus der tiefergelegenen Hohlvene in
1 ml Spritzen aufgefangen (Nadeln mit dem Maß 26), die
entweder Citrat-Dextrose (0,05 ml 93 mM Natriumcitrat, 7 mM
Zitronensäure, 140 mM Dextrose, pH = 6,5) oder Natriumheparin
(0,05 ml von 3 Einheiten Natriumheparin in Kochsalzlösung)
enthielten. Die Mäuse wurden bei diesem Verfahren mit Äther
anästhesiert. Plasma oder Hanks gepuffertes
Kochsalzlösungsmedium BSS (ausgeglichene Salzlösung) von
beimpften isolierten RBC (roten Blutzellen) werden durch
Zentrifugieren des Gesamtblutes oder der RBC in einer
Bechman-Mikrozentrifuge hergestellt (30 s bei 8000 G), und
Proben mit 100 ul werden zu 1 ml eisgekühlter 7%-iger
Trichloressigsäure gegeben. Die roten Blutzellen werden durch
Zentrifugieren des Gesamtbluts (1500 G, 5 Minuten lang bei
4ºC) hergestellt, und der Entfernung des Plasmas und der
Leukozytenmanschette folgt das Waschen mit pelletierten RBC
(aus 250 ul des Gesamtblutes) in 5 ml eisgekühlter Hanks-BSS.
Nach dem Zentrifugierverfahren wird das RBC-Pellet erneut in
Hanks-BSS suspendiert, so daß mit dem ursprünglichen
Hämatokrit das Gesamtvolumen erreicht wird (Prozent des RBC-
Volumens im Gesamtblut). Aliquote Mengen von 20 ul RBC-
Suspensionen oder Gesamtblut werden zu 1 ml eisgekühlter 7
%iger Trichloressigsäure gegeben. Die Extraktion der
säurelöslichen Nucleotide und die Bestimmungen der ATP-Werte
durch Luminometrie folgte den bereits beschriebenen
Verfahren. Die Werte von [³H]ATP im Gesamtblut, RBC, Plasma
oder RBC-Inkubationsmedium (Hanks-BSS) wurden nach der
Einführung von 250 uCi [³H]Adenosin mit der bestimmten
Radioaktivität von 30 Ci/mMol (1 Ci = 3,7 x 10¹&sup0; Becquerel)
in das Gesamtblut oder die RBC-Suspensionen (gesamt 250 ul)
und anschließende sofortige Extraktionen mit
Trichloressigsäure bestimmt, wie es oben beschrieben ist. Es
wurde eine zweidimensionale Dünnschichtchromatographie auf
Poly(ethylen) imincellulose mit einem nichtmarkierten ATP-
Träger durchgeführt, dies erfolgte nach Bochner und Ames, J.
Biol. Chem., 257, S. 9759-9769, 1982. Zur Bestimmung der
[³H]ATP-Pools im Gesamtblut oder den abgetrennten RBC werden
10 ul 1 ml Trichloressigsäure-Anfangsextrakt
chromatographiert. Die Bestimmungen der [³H]ATP-Werte im Blutplasma oder
im RBC-Inkubationsmedium erfolgten auf 300 ul des ersten 1 ml
Trichloressigsäureextraktes, die gefriergetrocknet und erneut
in 15 ul Wasser gelöst worden waren. Nach der Chromatographie
werden die Spots, die dem ATP-Träger entsprechen,
herausgetrennt, mit 0,5 ml 4n Ammoniumhydroxid eluiert, und
die Radioaktivität wird in 10 ml eines Szintillationsfluids
bestimmt.
-
Die therapeutische Wirksamkeit der Adenon-Nucleotide wird
gegen das murine CT26-Colon-Adenokarzinom im Fußballen
nachgewiesen, das in CB6F&sub1;-Mäusen gewachsen war. Siehe
insbesondere Figur 2. Figur 2 zeigt die Verzögerung des
Tumorwachstums (---) und den Gewichtsverlust des Wirtes ( )
bei Mäusen mit Tumor durch die Behandlung mit Adenin-
Nucleotiden. Mäuse (CB6F&sub1;, 8 Wochen alt, männlich), die
fühlbare CT26-Tumore im Fußballen hatten (am Tage 9 nach der
Beimpfung mit dem Tumor) wurden mit Kochsalzlösung ( ),
Adenosin (o), AMP (Δ) oder ATP ( ) behandelt, wie es hier
beschrieben ist. Es ist auch eine unbehandelte Gruppe
enthalten (x). Die Pfeile zeigen die Tage der Injektion.
Dieser repräsentative Versuch beinhaltete 10 Tiere pro
Behandlungsgruppe und die Werte werden als Durchschnittswerte
± S.D. ausgedrückt. Vor dem Tag 22 nach der Beimpfung mit dem
Tumor trat kein Tod auf.
-
Die tägliche i.p. Verabreichung von AMP und ATP in 2,2 ml
Kochsalzlösung (bei pH = 6,2) während eines Zeitraums von 12
Tagen, die begann, nachdem die Tumore fühlbar waren,
verzögerte das Wachstum dieses schnellwachsenden Tumors
deutlich. Äquimolare Mengen Adenosin (siehe Figur 2) zeigten
viel geringere Wirkungen gegen Krebs, wohingegen äquimolare
Mengen von entweder anorganischem Phosphat oder anorganischem
Pyrophosphat in einer Kochsalzlösung mit pH = 6,2 bei
identischen Bedingungen ohne jegliche Wirkungen auf das
Wachstum von CT26-Tumoren in CB6F&sub1;-Mäusen sind. Die
Größenordnung der Wirkungen von AMP und ATP gegen Tumore
hängt in einem geringen Ausmaß vom pH-Wert der
intraperitoneal verabreichten Lösung ab. Diese Eigenschaft
hängt möglicherweise mit der Anzahl der negativen Ladungen
auf den Phosphatgruppen ab (der pKS-Wert des sekundären
Phosphats beträgt etwa 6,6). AMP und insbesondere ATP haben
eine gewisse Pufferkapazität, und bei einem pH-Wert von
weniger als 6,6 tragen sie eine geringere Nettoladung als
beim physiologischen pH-Wert. Die geringere Ladung dieser
Moleküle verbessert den anfänglichen Transport (erste Stunde)
von AMP und ATP durch die peritoneale Membran und in den
Körperkreislauf (siehe Torres et al., 1978, Pharmacol., 17,
330-340). Es zeigt sich keine Verzögerung des Tumorwachstums,
wenn entweder AMP oder ATP nach dem gleichen Schema der 12
aufeinanderfolgenden Tage verabreicht wird, das einen Tag vor
der Beimpfung mit dem Tumor endet. Das Behandlungschema der
fühlbaren CT26-Tumore, das in Figur 2 gezeigt ist, ergibt
beständig 10-20% "Heilungen". Diese Mäuse bleiben mindestens
zwei Monate lang tumorfrei. Bei der Anwendung bei fühlbaren
Tumoren ist die Verzögerung des Tumorwachstums durch ATP
stärker, als sie mit AMP erhalten wird (Figur 2). AMP ist
jedoch bei der Verzögerung des Tumorwachstums beim gleichen
Modellsystem genauso wirksam, wenn das Behandlungsschema
einen Tag nach der Beimpfung mit dem Tumor beginnt.
-
Figur 3 zeigt außerdem die Verzögerung des Gewichtsverlustes
des Wirtes bei Tieren mit Tumor durch die Behandlung mit
Adenin-Nucleotiden. Mäuse (CB6F&sub1;, männlich, bei A 7 Wochen
alt, bei B, C 10 Wochen alt) werden mit CT26-Tumoren beimpft
und die täglichen Behandlungen (während 10
aufeinanderfolgenden Tagen) mit Kochsalzlösung ( ), Adenosin (o), AMP (Δ) oder
ATP ( ) begannen 1 Tag (A), 5 Tage (B) oder 9 Tage nach der
Beimpfung mit dem Tumor (wenn alle Tumore fühlbar waren) (C).
Die Pfeile zeigen die Tage der Injektion. Die
Versuchsverfahren sind im Text aufgeführt. Jede Behandlungsgruppe umfaßte
10 Tiere, und die Werte sind als Durchschnitt ± S.D.
ausgedrückt. Vor dem Tag 19 (A) oder 25 (B, C) trat kein Tod
auf.
-
Wenn die Behandlungschemen lange vorher enden, ehe die Tumore
relativ groß werden, kann die Verzögerung der Geschwindigkeit
des Gewichtsverlustes mit der Verzögerung des Tumorwachstums
in Zusammenhang gebracht werden, wobei Adenosin nur einen
geringen Einfluß auf jedes dieser beiden Phänomene hat
(Figuren 3A und 3B). Wenn Adenin-Nucleotide nur dann
verabreicht werden, nachdem die Tumore fühlbar wurden, wurden
die CT26-Tumore während des Behandlungsschemas immer größer
(Figuren 2 und 3C). In diesem Fall kann die Verzögerung des
Tumorwachstums von der Verzögerung des Gewichtsverlustes
getrennt werden. Beim Vergleich von Tumoren mit ähnlichen
Größen zeigen die Werte in Figur 2, daß Adenosin - und in
einem etwas größeren Ausmaß AMP und ATP - den Gewichtsverlust
in einer Weise verzögert, die von deren verzögernden
Wirkungen auf die Größen der Tumore getrennt werden kann. Ein
weiterer Weg zum Nachweis des gleichen Phänomens besteht in
der Anwendung einer Vielzahl von Behandlungsschemen, wobei
eines beendet ist, ehe der Gewichtsverlust auftritt (Figur
3A), während das andere Behandlungsschema zu dem Zeitpunkt
abgeschlossen ist, wenn eine Beobachtung der Gewichtsverluste
beginnt (Figur 3B) und das dritte Behandlungsschema während
des Zeitraums der Gewichtsverluste der Mäuse mit Tumor
angewendet wird (Figur 3C). Es wird hier festgestellt, daß
die stärkste Verzögerung des Gewichtsverlustes des Tieres
auftritt, wenn ein 10-tägiges tägliches Injektionsschema
einen Tag nach der Beimpfung mit den Tumoren eingeleitet
wird, wenn diese fühlbar sind (Figur 3C). Der frühere Beginn
des gleichen Injektionsschemas am Tag 1 oder am Tag 5 nach
der Beimpfung mit dem Tumor führte zu geringeren Werten der
Verzögerung des Gewichtsverlustes (Tag 5) oder einer
Verzögerung des Gewichtsverlustes, die nur das Ergebnis von
kleineren Tumoren in den behandelten Tieren ist (Tag 1)
(Figuren 3A und 3B).
-
Die Vergrößerung der ATP-Pools in RBC nach den
intraperitonealen Injektionen und die langsame Freisetzung
von ATP aus den RBC ist in der folgenden Tabelle 4 gezeigt.
-
Einzelne intraperitoneale Injektionen von 2 ml 35 mM AMP oder
ATP in Kochsalzlösung bei einem pH-Wert von 6,2 bei CB6F&sub1;-
Mäusen führte zu Vergrößerungen der ATP-Pools in den RBC
dieser Mäuse (siehe Figur 4).
Tabelle 4. Vergrößerung der RBC ATP-Pools und der ATP-Werte
im Blutplasma 5 Stunden nach intraperitonealen
Injektionen von AMP und ATP bei Mäusen*
Verabreichte Verbindung
RBC ATP-Pools&spplus; mM
ATP-Werte im Plasma&spplus; uM
[³H]ATP-Werte im Plasma unmittelbar nach der Einführung von
[³H]Adenosin in das Gesamtblut, uM
Kochsalzlösg.
Adenosin
* Das Blut wurde in eine Spritze entnommen, die als
Antikoagolans Citrat-Dextrose enthielt. [³H]Adenosin wurde 10
Sekunden lang durch das Gesamtblut aufgenommen, und die
Hälfte der Blutprobe ließ man sofort absetzen, um das Plasma
abzutrennen. Die andere Hälfte wurde zur Abtrennung der
gewaschenen RBC verwendet, die erneut in einem Volumen von
Hanks-BSS suspendiert wurden, um das ursprüngliche Hämatokrit
zu erhalten, ehe eine aliquote Menge für die ATP-Bestimmung
entnommen wurde. Die [³H]ATP-Werte des Plasmas wurden aus der
Radioaktivität des [³H]ATP des Plasmas berechnet, nachdem sie
mit der spezifischen Radioaktivität der [³H]ATP-Pools der RBC
in Zusammenhang gebracht worden waren, die wiederum durch
Bioluminometrie und zweidimensionale
Dünnschichtchromatographie bestimmt worden war. Die Werte
zeigen die Durchschnittswerte ± S.D. von drei getrennten
Versuchen.
+ Durch Bioluminometrie bestimmt.
-
Die Vergrößerungen der ATP-Pools der RBC nach i.p.
Injektionen von AMP oder ATP konnte 30 Minuten nach den
Injektionen nachgewiesen werden und dauerte etwa 6-8 Stunden,
nachdem die Nucleotide vollständig durch die periotoneale
Membran und in den Körperkreislauf adsorbiert worden waren.
Die Adsorbtionsgeschwindigkeit der intraperitonealen AMP-
oder ATP-Lösungen schwankte bei unterschiedlichen Stämmen der
Mäuse. Die Vergrößerungen der ATP-Pools der RBC sind mit den
Zunahmen vergleichbar, die bei den ATP-Werten des
Gesamtblutes nach ähnlichen i.p. Injektionen von AMP oder ATP
beobachtet wurden, wie es oben in Tabelle 3 gezeigt ist. Bei
ähnlichen Werten wie von AMP oder ATP ist Adenosin bei der
Vergrößerung der ATP-Pools der RBC der Maus nur wenig
effektiv (Tabelle 4). Die ATP-Werte im Plasma (extrazellulär)
sind nach der i.p. Verabreichung von AMP oder ATP deutlich
gestiegen. Diese ATP-Werte des Plasmas stammen von RBC, da
sie durch [³H]Adenosin metabolisch markiert werden können.
Die ATP-Pools des Plasmas, die von den dichten Granula der
Blutplättchen stammen, würden bei den gleichen Bedingungen
nicht radioaktiv markiert (z. B. Holmsen, 1985, Seminars in
Hematol, 22, 219-240). Die in Tabellen 4 und 5 beschriebenen
Versuche umfassen die Aufnahme von [³H]Adenosin durch das
Gesamtblut (Tabelle 4) oder abgetrennte gewaschene RBC
(nachfolgende Tabelle 5) in beiden Fällen wird das gesamte
extrazelluläre ATP, das Sekunden nach der Aufnahme von
[³H]Adenosin bestimmt wird, metabolisch markiert.
Tabelle 5. Stabilität der vergrößerten ATP-Pools der RBC
nach intraperitonealen Injektionen von AMP und
ATP bei Mäusen*
Verabreichte Verbindung
RBC ATP-Pools&spplus; mM (37ºC)
ATP-Werte im Medium (Hanks-BSS) uM
[³H]ATP-Werte im Medium(Hanks-BSS) unmittelbar nach der Einführung von
[³H]Adenosin in abgetrennte gewaschene RBC (zum Zeitpunkt 0); uM
Kochsalzlösg.
Adenosin
* Das Blut wird in eine Spritze abgezogen, die Citrat-
Dextrose enthält. Das Plasma und die Leukozytenmanschette
wurden nach dem Zentrifugieren entfernt, und die RBC wurden
mit 5 ml Hanks-BSS gewaschen. Die RBC wurden erneut in einem
Volumen der Hanks-BSS suspendiert, um das ursprüngliche
Hämatokrit zu erhalten, und [³H]Adenosin wurde 10 Sekunden
lang von den Zellen aufgenommen. Eine aliguote Menge der
qesamtem Zellsuspension wurde in 1 ml Trichloressigsäure
fixiert, und die restliche RBC-Suspension wurde für die
Bestimmung des Zeitpunktes von 120 Minuten verwendet oder
wurde für die Abtrennung des Mediums zentrifugiert. Die ATP-
Werte im Medium wurden zum Zeitpunkt 0 bestimmt. Die
Bestimmungen der [³H]ATP-Werte im Hanks-BSS-Inkubationsmedium
waren mit den Bestimmungen identisch, die im Blutplasma
vorgenommen wurden, diese sind in der Fußnote zur Tabelle 4
beschrieben. Die Werte zeigen den Durchschnitt von zwei
getrennten Versuchen.
+ Durch Bioluminometrie bestimmt.
-
Das radioaktiv markierte [³H]ATP im Blutplasma (Tabelle 4)
oder in dem Medium, in dem die gewaschenen RBC suspendiert
sind (Tabelle 5) zeigen gute Zusammenhänge zu den
tatsächlichen ATP-Werten, die durch Bioluminometrie bestimmt
wurden. Deshalb wird die Schlußfolgerung gezogen, daß der
Ursprung für die ATP-Werte des Plasmas in den ATP-Pools der
RBC liegt. Die Erkenntnisse, daß die Verhältnisse der ATP-
Werte des Plasmas oder des Mediums zu den zellulären (RBC)
ATP-Pools zunehmen, wenn die ATP-Pools der RBC größer werden,
legen nahe, daß die Freisetzung von ATP aus den RBC in das
extrazelluläre Kompartiment ein spezifisches Verfahren
darstellt, das möglicherweise nicht mit der Hämolyse der RBC
in Zusammenhang steht. Ein ähnlicher Hämolysegrad der RBC
während der 40 Sekunden (10 Sekunden der Markierung und 30
Sekunden der Zentrifugierung), die vom Zeitpunkt der Aufnahme
des [³H]Adenosins bis zum Zeitpunkt der Abtrennung und
Fixierung des extrazellulären Mediums vergingen, führte zu
ähnlichen Verhältnissen der ATP-Werte der RBC zu den
extrazellulären Werten bei allen Behandlungsformen. Mäuse,
denen AMP oder ATP injiziert worden war, zeigen nicht nur
größere ATP-Pools der RBC im Vergleich mit mit Kochsalzlösung
oder Adenosin behandelten Mäusen, sondern auch höhere ATP-
Werte des Plasmas im Verhältnis zu ihren (vergrößerten) ATP-
Pools der RBC (Tabelle 4).
-
Die Stabilität der vergrößerten ATP-Pools der RBC in vitro
wurde ebenfalls nachgewiesen. Zweistündige Inkubationen der
gewaschenen, abgetrennten RBC, die normale und vergrößerte
ATP-Pools enthielten, in Hanks-BSS führten zu einer relativ
geringen Abnahme der ATP-Pools der RBC, wobei die
vergrößerten Pools ausreichend über den Normalwerten gehalten
wurden (Tabelle 5). Die Vergrößerungen der ATP-Pools der RBC
nach der i.p. Verabreichung von AMP oder ATP in vivo ist
wahrscheinlich das Ergebnis ihrer Dephosphorylierung, gefolgt
von der Adenosinaufnahme der RBC, die in situ entsteht. Die
in vitro Behandlung des Gesamtblutes der Maus mit AMP oder
ATP führte zu unwesentlichen Zunahmen der ATP-Pools der RBC
(siehe folgende Tabelle 6).
Tabelle 6. Geschwindigkeiten des Abbaus von 1 mM ATP durch
Blut der Maus oder des Menschen in vitro in
Gegenwart von Heparin oder Citrat als
Antikoagulans. Fehlende Vergrößerung der ATP-
Pools der RBC bei den gleichen Bedingungen*
Geschwindigkeit des extrazellulären ATP-Abbaus
Blut der Maus pmol/ul min
Humanblut pmol/ul min
Citrat
Heparin
Zugesetztes Nucleotid (1 mM)
RBC ATP-Pools&spplus; (nach 30-minütigen Inkubationen in heparinisiertem
Blut der Maus)
Adenosin
Kochsalzlösung
*Blut (450 ul) wurde in eine Spritze abgezogen, die entweder
50 ml Citrat-Dextrose oder 50 ml Heparin (100 E/ml) enthielt.
Das gesamte Blut wurde dann zu 1 mM [³H]ATP in Kochsalzlösung
(25 ml) gegeben, und zu unterschiedlichen Zeitpunkten wurden
aliquote Mengen des Bluts (90 ul) entnommen und
zentrifugiert. Das Plasma (20 ul) wurde abgezogen und zu 1 ml
eisgekühlter Trichloressigsäure gegeben. Die
Dünnschichtchromatographie auf Poly(ethyen)imincelullose
erfolgte nach veröffentlichten Verfahren. Die
Geschwindigkeit des Abbaus von 1 mM [³H]ATP war während der
ersten 30-minütigen Inkubation bei 37ºC für das Blut der Maus
oder des Menschen linear.
+ Nach Beimpfungen des Gesamtblutes mit 1 mM der
beschriebenen Verbindung wurden die ATP-Pools der RBC in
isolierten gewaschenen RBC durch Bioluminometrie bestimmt.
Die Werte sind Durchschnittswerte ± S.D. von drei getrennten
Versuchen.
-
Der in vitro Abbau von ATP verläuft in heparinisiertem Blut
im Vergleich zu citriertem Blut schneller, dies bestätigt
erneut die Rolle der Phosphodiesterase(n) des Plasmas bei der
Katalyse dieser Abbaureaktion (siehe Luthje, 1985, Eur. J.
Biochem., 149, 119-127). Es hat sich gezeigt, daß Citrat eine
Chelatbindung mit den Metallkationen zeigt, die für diese
Aktivität erforderlich ist (siehe Luthje, vorstehend).
Deshalb wird die Schlußfolgerung gezogen, daß die in vivo
Bildung von Adenosin durch die in situ Dephosphorylierung von
AMP oder ATP ektoenzymatische Aktivitäten erfordert, die im
Gefäßbett vorhanden sind. Es muß darauf hingewiesen werden,
daß der Abbau von ATP durch Humanblut bei identischen
Bedingungen in vitro langsamer verläuft als der Abbau von ATP
durch das Blut der Maus (Tabelle 6).
-
Normale Werte von ATP im Humanplasma sind submikromolar, z.
B. etwa 0,1-0,5 uM. Die für die Zwecke dieser Erfindung
erforderlichen höheren Werte müssen nur eine Größenordnung
größer sein, z. B. etwa 1 bis etwa 5 uM.
-
Die vorstehend erläuterten Werte führen zu folgenden
Schlußfolgerungen:
-
1. Adenin-Nucleotide können verwendet werden, um die
gesamtzellulären ATP-Pools (Werte des stabilen Zustands)
von pathologisch normalen RBC zu vergrößern und damit
diese RBC ihre vergrößerten ATP-Pools langsam in das
Kompartiment des extrazellulären Blutplasmas abgeben.
-
2. Das Verhältnis der extrazellulären ATP-Pools zu den
gesamten ATP-Pools der RBC nimmt in der folgenden
Reihenfolge der Behandlung zu: Kochsalzlösung < Adenosin
< AMP < ATP (Tabelle 4); und deshalb hat die Freisetzung
der ATP-Pools der RBC wahrscheinlich ihren Ursprung in
einem (mehreren) Mechanismus (Mechanismen), die von der
Hämolyse verschieden sind (oder zusätzlich dazu
auftreten), die bei allen Behandlungsgruppen zu ähnlichen
Verhältnissen der extrazellulären ATP-Werte zu den ATP-
Pools der gesamten RBC führen würde.
-
3. Endotheliale Zellen oder Blutplättchen stellen bei den
oben aufgeführten Werten nicht die in vivo Quelle des ATP
des extrazellulären Blutplasmas dar. Die in vivo Quelle
der erhöhten ATP-Werte des Blutplasmas (extrazellulär)
sind die RBC.
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4. Behandlungen mit Adenin-Nucleotid sind vorteilhaft, damit
eine deutliche Verzögerungswirkung des Tumorwachstums
erreicht wird, dies wird durch die Ergebnisse
nachgewiesen, die nach täglichen i.p. Injektionen von AMP
oder ATP erreicht wurden, die zu dem Zeitpunkt begannen,
wenn der aggressive schnellwachsende CT26-Tumor bei
syngenen Mäusen fühlbar war. Der Nachweis der
wesentlichen Verzögerung des Tumorwachstums nach
Verabreichung von AMP oder ATP an Wirte mit Tumor
erfolgte in nichtbegrenzender Weise bei murinen
(Maus-)Modellen. Dieses Modell wird üblicherweise bei der
Auswertung der therapeutischen Wirksamkeit und der
Toxizität von chemotherapeutischen Krebsmitteln für den
Wirt verwendet.
-
5. Die klinische Anwendbarkeit dieser Antikrebsbehandlung mit
Adenin-Nucleotiden wird nach dieser Erfindung durch ihre
nachgewiesene Verzögerung des Gewichtsverlustes des
Wirtes bei Tieren mit Tumor verbessert, wenn die Tumore
immer größer werden. Zu diesem Zeitpunkt werden die
Wirkungen der Krebskachexie im Wirt offensichtlich. Die
Verabreichung von AMP oder ATP an Wirte mit Kachexie
ergibt eine Behandlung, die sowohl das Tumorwachstum als
auch die schädlichen Wirkungen der Kachexie auf das
Körpergewicht des Wirtes durch Verfahren verzögert, die
kein Verhältnis von Ursache-Wirkung haben.
-
6. Die Anwendung von AMP für die Behandlungen von Wirten mit
Tumor kann für die gleichen Zwecke gegenüber der
Verwendung von ATP bevorzugt sein, da AMP in diesen
Wirtstieren weniger Nebenwirkungen als ATP hervorruft.