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Die
vorliegende Erfindung betrifft rekombinante Vektoren viralen Ursprungs,
ihre Herstellung und ihre Verwendung, insbesondere für die Behandlung
und/oder Prävention
neurodegenerativer Krankheiten. Ganz besonders betrifft die Erfindung
rekombinante Adenoviren, die eine DNA-Sequenz umfassen, die für ein Protein
mit einer Glutamatdecarboxylase-(GAD)-Aktivität codiert. Die Erfindung betrifft
ebenfalls die Herstellung dieser Vektoren, die sie enthaltenden
pharmazeutischen Zusammensetzungen und ihre therapeutische Verwendung,
insbesondere in einer Gentherapie.
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Die
GABAergen Bahnen stellen die Wichtigste hemmende Gruppe des Nervensystems
der Vertebraten dar. Die Störung
der Aktivität
der GABAergen Neuronen manifestiert sich mit Dyskinesien oder Krämpfen unmittelbar
auf Ebene des gesamten Organismus. Zudem ist die Rolle der cerebralen
Gamma-Aminobuttersäure
(GABA) nicht auf die Neurotransmission beschränkt. Es ist ihr nämlich eine
neurotrophe Wirkung während
der Entwicklung, insbesondere in der Neuroretina, zugeschrieben
worden. Darüber
hinaus ist die GABA ebenfalls in den β-Zellen der Langerhans-Inseln vorhanden,
wo sie eine Rolle bei der Regulation der Insulinproduktion zu spielen
scheint.
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Die
Möglichkeit
der Wiederherstellung oder der Induktion einer de novo GABA-Synthese
in einer bestimmten Region des Organismus stellt folglich ein bedeutendes
therapeutisches Interesse dar, sowohl für Leiden, die mit einer Degeneration
von GABAergen Neuronen direkt verbunden sind, wie auch für Leiden,
die auf GABA-Agonisten ansprechen. Die vorliegende Erfindung liefert
eine besonders vorteilhafte Lösung
für dieses Problem.
Die vorliegende Erfindung beschreibt nämlich die Entwicklung von Vektoren
viralen Ursprungs, die in einer Gentherapie einsetzbar sind und
die Fähigkeit
besitzen, eine Glutamatdecarboxylase-Aktivität in vivo lokal und wirksam
zu exprimieren. Die vorliegende Erfindung beschreibt daher einen
neuen Versuchsansatz für
die Behandlung von Leiden, die mit einer GABA-Defizienz verbunden
sind, und der daraus besteht, die in vivo GABA-Synthese durch die
gezielte Freisetzung eines biologisch aktiven Enzyms zu induzieren.
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Die
Glutamatdecarboxylase-(GAD)-Aktivität ist ein Enzym, das in hinreichend
spezifischer Weise die Umwandlung von Glutamat zu Gamma-Aminobuttersäure (GABA)
mit Hilfe eines Cofaktors, des Pyridoxalphosphats (Vitamin B6),
katalysiert. In nativem Zustand liegt dieses Enzym in Form eines
Dimers von 120 Kilodalton vor. Nach Reduktion der Disulfidbrücken zeigt
die Überprüfung mittels
spezifischer Elektroimmunoanalyse (Western Blot) zwei Banden mit
65 und 67 Kilodalton. Kürzlich
ist gezeigt worden, dass diese beiden Monomeren zwei verschiedenen
Proteinen entsprechen, die von unterschiedlichen Genen codiert sind
(Erlander et al., Neuron 7 (1991) 91). Die beiden Moleküle, von
nun an als GAD 67 und GAD 65 bezeichnet, unterscheiden sich in enzymatischer
Hinsicht, wobei die kurze Form eine vermindertere Affinität für Pyridoxalphosphat
aufweist, und durch ihre subzelluläre Lokalisierung, wobei die
kurze Form mehr in den neuronalen Fortsätzen vorliegt, während die
lange Form sich im Perikaryon anhäuft. Die lange Form ist wegen
ihrer geringeren Abhängigkeit
von der Pyridoxalphosphat-Konzentration
folglich eher in der Lage, sich in verschiedenen Zelltypen zu exprimieren.
Dagegen zeigt die GAD 65 die Besonderheit, dass sie sich bei Fehlen
von Pyridoxalphosphat durch die Umwandlung in ein Apoenzym ohne
eine katalytische Aktivität
rasch inaktiviert. Die umgekehrte Umwandlung, vom Apoenzym zum aktiven
Holoenzym, geschieht relativ langsam.
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Zudem
ist die Expression von GAD 67 und 65 nicht auf das Nervengewebe
beschränkt.
Die beiden GAD-Formen liegen auch in den β-Zellen der Langerhans-Inseln
des Pankreas vor. Anti-GAD-Autoantikörper sind
auch bei Patienten detektiert worden, die an einer sehr seltenen
neurologischen Krankheit leiden, dem Stiff-man-Syndrom, das durch
eine Muskelhypertonie gekennzeichnet ist und von einer Degeneration
bestimmter GABAerger Neuronen begleitet ist. Ein nicht zu vernachlässigender
Anteil dieser Kranken (20%) entwickelt zudem einen Diabetes Typ
I. Ebenso ist GAD 67 ebenfalls in der Hülle der Flagelle von Spermatozoiden relativ
häufig,
was stark vermuten lässt,
dass sie eine wichtige Rolle im oxidativen Katabolismus spielt.
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Die
vorliegende Erfindung beruht auf der Entdeckung, dass es möglich ist,
eine Enzymaktivität
in vivo zu bilden, die ihrerseits in der Lage ist, die Synthese
eines Neurotransmitters, der GABA, zu fördern oder zu induzieren. Die
vorliegende Erfindung beruht ebenfalls auf der Entwicklung von Vektoren,
die eine effiziente, lokale und dauerhafte Freisetzung eines bei
der GABA-Synthese
in vivo aktiven Enzyms erlauben. Die vorliegende Erfindung stellt
daher einen neuen Versuchsansatz für eine Gentherapie dar, der
für die
Behandlung und/oder Prävention
neurodegenerativer Krankheiten besonders vorteilhaft ist.
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Die
Anmelderin ist ganz besonders an der Verwendung von Vektoren viralen
Ursprungs für
die in vivo Übertragung,
insbesondere in das Nervensystem, einer Glutamatdecarboxylase-Aktivität interessiert.
Auf besonders vorteilhafterweise Weise hat die Anmelderin nun gezeigt,
dass es möglich
ist, rekombinante Viren zu konstruieren, die eine für die GAD
codierende DNA-Sequenz
enthalten, diese rekombinanten Viren zu verabreichen, und dass diese
Verabreichung eine stabile, lokale und effiziente in vivo Expression
einer biologisch aktiven GAD, insbesondere im Nervensystem, ohne
einen cytopathologischen Effekt erlaubt. Die vorliegende Erfindung
ergibt sich ganz besonders aus dem Nachweis von besonders vorteilhaften
Eigenschaften bestimmter Viren für
die Expression einer GAD-Aktivität
und die Konstruktion von viralen Vektoren (defekten Viren, denen
bestimmte virale Regionen fehlen, die bestimmte Promotoren etc.
enthalten), was eine besonders effiziente Expression der GAD-Aktivität in den
geeigneten Geweben erlaubt. Die vorliegende Erfindung stellt daher virale
Vektoren bereit, die direkt in einer Gentherapie verwendbar, besonders
angepasst und wirksam sind, um die GAD-Expression in vivo zu steuern.
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Ein
erster Gegenstand der Erfindung beruht folglich auf einem defekten
rekombinanten Adenovirus, das ohne die Regionen seines Genoms ist,
die für
seine autonome Replikation in einer Zielzelle erforderlich sind,
und das eine DNA-Sequenz umfasst, die für ein Protein mit einer Glutamatdecarboxylase-Aktivität codiert und
unter der Kontrolle von Signalen steht, die ihre Expression in den
Nervenzellen erlauben.
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Ebenfalls
Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung eines derartigen defekten
rekombinanten Virus zur Herstellung einer pharmazeutischen Zusammensetzung
zur Behandlung und/oder Prävention
der Alzheimer Krankheit, der Chorea Huntington oder der Epilepsie.
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Im
Sinne der Erfindung bezeichnet der Ausdruck „Protein mit einer Glutamatdecarboxylase-(GAD)-Aktivität" jedes Protein, das
in der Lage ist, die Produktion von GABA aus Glutamat zu induzieren
oder zu fördern. Ganz
besonders ist das Protein mit einer Glutamatdecarboxylase-Aktivität ganz oder
zum Teil aus den GAD65 und GAD67-Proteinen oder Derivaten davon
gewählt.
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Die
im Rahmen der vorliegenden Erfindung gebildete Glutamatdecarboxylase-Aktivität kann eine menschliche
GAD oder eine tierische GAD sein. Die für die GAD65 und 67 codierende DNA-Sequenz
ist von verschiedenen Spezies und besonders von dem Menschen (Bu
et al., PNAS 89 (1992) 2115) und der Ratte (Julien et al., Neurosci.
Letters 73 (1987) 173) kloniert und sequenziert worden. Um ihren
Einbau in einen viralen Vektor gemäß der Erfindung zu erlauben,
sind diese Sequenzen zum Beispiel durch eine gerichtete Mutagenese,
insbesondere für
die Insertion von geeigneten Restriktionsstellen, vorteilhaft modifiziert.
Die nach Stand der Technik beschriebenen Sequenzen sind nämlich nicht
für eine
Verwendung gemäß der Erfindung konstruiert
und vorausgehende Anpassungen können
sich als erforderlich herausstellen, um hohe Expressionsniveaus
zu erhalten. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung bevorzugt man
die Verwendung einer für
die menschliche GAD codierenden DNA-Sequenz. Zudem ist es, wie oben
angegeben, ebenfalls möglich,
ein für ein
Derivat der GAD 65 oder 67 codierendes Konstrukt zu verwenden, insbesondere
ein Derivat der menschlichen Glutamatdecarboxylasen. Ein derartiges
Derivat umfasst zum Beispiel jede Sequenz, die mittels Mutation,
Deletion und/oder Addition bezogen auf die native Sequenz erhalten
worden ist und für
ein Produkt codiert, das die Fähigkeit
beibehalten hat, die Bildung von GABA aus Glutamat zu induzieren
oder zu fördern. Diese
Modifikationen können
mit dem Fachmann bekannten Techniken (siehe nachfolgende allgemeine
molekularbiologischen Techniken) hergestellt sein. Die biologische
Aktivität
der so erhaltenen Derivate kann anschließend ohne weiteres bestimmt
werden, wie es insbesondere in Beispiel 2 gezeigt ist. Die Derivate
im Sinne der Erfindung können
ebenfalls mittels Hybridisierung aus Nukleinsäure-Banken unter Verwendung
der nativen Sequenz oder eines Fragments davon als Sonde erhalten
sein.
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Diese
Derivate sind insbesondere Moleküle
mit einer größeren Affinität für ihre Bindungsstellen,
Moleküle,
die eine größere Widerstandsfähigkeit
gegen Proteasen besitzen, Moleküle
mit einer größeren therapeutischen
Wirksamkeit oder geringeren Nebenwirkungen oder möglicherweise
neuen biologischen Eigenschaften. Die Derivate schließen ebenfalls
modifizierte DNA-Sequenzen
ein, die eine verbesserte in vivo Expression erlauben.
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Von
den bevorzugten Derivaten kann man ganz besonders die natürlichen
Varianten, die Moleküle,
in denen bestimmte N- oder O-Glycosylierungsstellen modifiziert
oder supprimiert worden sind, die Moleküle, in denen ein oder mehrere
Reste substituiert worden sind, oder die Moleküle nennen, in denen alle Cystein-Reste substituiert
worden sind (Muteine). Man kann ebenfalls die Derivate, die durch
Deletion von Regionen erhalten sind, die nicht oder wenig an der
Wechselwirkung mit den in Betracht kommenden Bindungsstellen beteiligt sind
oder die eine unerwünschte
Aktivität
exprimieren, und die Derivate nennen, die im Vergleich zur nativen Sequenz
zusätzliche
Reste umfassen, wie zum Beispiel ein N-terminales Methionin und/oder
ein Sekretionssignal und/oder ein Verbindungspeptid.
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Die
DNA-Sequenz, die für
die im Rahmen der vorliegenden Erfindung verwendete GAD codiert,
kann eine cDNA, eine genomische DNA oder ein Hybridkonstrukt sein,
das zum Beispiel aus einer cDNA besteht, in der ein oder mehrere
Introns inseriert wären.
Es kann sich ebenfalls um synthetische oder halbsynthetische Sequenzen
handeln. Besonders vorteilhaft ist die Verwendung einer cDNA oder
gDNA. Insbesondere erlaubt die Verwendung einer genomischen DNA
eine bessere Expression in den menschlichen Zellen.
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In
einer ersten Anwendungsform betrifft die Erfindung ein defektes
rekombinantes Adenovirus, das eine cDNA-Sequenz umfasst, die für ein Protein
mit einer GAD-Aktivität
codiert. In einer anderen bevorzugten Anwendungsform der Erfindung
umfasst das Virus eine gDNA-Sequenz, die für ein Protein mit einer GAD-Aktivität codiert.
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Die
Viren gemäß der Erfindung
sind defekt, d.h. sie sind nicht zu einer autonomen Replikation
in der Zielzelle fähig.
Generell ist das Genom der im Rahmen der vorliegenden Erfindung
verwendeten defekten Viren folglich ohne wenigstens die Sequenzen,
die für
die Replikation des besagten Virus in der infizierten Zelle erforderlich
sind. Diese Regionen können
entweder eliminiert (ganz oder teilweise) oder funktionsunfähig gemacht
oder mit anderen Sequenzen und besonders mit der für die GAD
codierenden DNA-Sequenz substituiert sein. Bevorzugt behält das defekte
Virus dennoch die Sequenzen seines Genoms, die für die Verpackung der viralen
Partikel erforderlich sind.
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Da
es sich ganz besonders um Adenoviren handelt, sind verschiedene
Serotypen, deren Struktur und Eigenschaften etwa variieren, beschrieben
worden. Von diesen Serotypen bevorzugt man im Rahmen der vorliegenden
Erfindung die humanen Adenoviren des Typs 2 oder 5 (Ad 2 oder Ad
5) oder die Adenoviren tierischen Ursprungs (siehe die Anmeldung
FR 93 05954 ). Von den im
Rahmen der vorliegenden Erfindung zweckdienlichen Adenoviren tierischen
Ursprungs kann man die Adenoviren caninen, bovinen, murinen (Beispiel Mavl,
Beard et al., Virology 75 (1990) 81), ovinen, porcinen, avianen
oder auch simianen (Beispiel: SAV) Ursprungs nennen. Vorzugsweise
ist das Adenovirus tierischen Ursprungs ein canines Adenovirus,
bevorzugter ein CAV2 Adenovirus [zum Beispiel Stamm Manhattan oder
A26/61 (ATCC VR-800)].
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Vorzugsweise
verwendet man im Rahmen der Erfindung Adenoviren humanen oder caninen
oder gemischten Ursprungs.
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Vorzugsweise
umfassen die defekten Adenoviren der Erfindung die ITRs, eine die
Verpackung erlaubende Sequenz und die Sequenz, die für das Protein
mit einer GAD-Aktivität
codiert. Noch bevorzugter sind im Genom der Adenoviren der Erfindung
das E1-Gen und wenigstens eines der E2, E4, L1-L5-Gene funktionsunfähig. Das
in Betracht kommende virale Gen kann mit jeder dem Fachmann bekannten
Technik und insbesondere durch vollständige Suppression, Substitution,
partielle Deletion oder Addition einer oder mehrerer Basen in dem
oder den in Betracht kommenden Genen funktionsunfähig gemacht
sein. Derartige Modifikationen können
in vitro (in der isolierten DNA) oder in situ mit Hilfe gentechnischer
Verfahren oder auch durch Behandlung mit mutagenen Agentien erhalten
sein.
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Die
defekten rekombinanten Adenoviren gemäß der Erfindung können mit
jeder dem Fachmann bekannten Technik hergestellt sein (Levrero et
al., Gene 101 (1991) 195,
EP 185
573 ; Graham, EMBO J. 3 (1984) 2917). Insbesondere können sie
mittels homologer Rekombination zwischen einem Adenovirus und einem Plasmid,
das unter anderem die für
die GAD codierende DNA-Sequenz
trägt,
hergestellt sein. Die homologe Rekombination erfolgt nach Co-Transfektion
besagter Adenoviren und Plasmid in einer geeigneten Zelllinie. Die
verwendete Zelllinie soll vorzugsweise (i) mit besagten Elementen
transformierbar sein und (ii) die Sequenzen umfassen, die in der
Lage sind, den Teil des Genoms des defekten Adenovirus zu komplementieren,
vorzugsweise in integrierter Form, um Rekombinationsrisiken zu vermeiden.
Als Beispiel für
eine Zelllinie kann man die menschliche embryonale Nierenzelllinie
293 erwähnen
(Graham et al., J. Gen. Virol. 36 (1977) 59), die insbesondere den
linken Teil des Genoms (12%) eines Ad5-Adenovirus, in ihrem Genom integriert,
enthält. Strategien
für die
Konstruktion von Vektoren, die von Adenoviren abstammen, sind ebenfalls
in den Anmeldungen
FR 93 05954 und
FR 93 08596 beschrieben
worden.
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Danach
werden die Adenoviren, die sich vermehrt haben, nach den herkömmlichen
molekularbiologischen Techniken wiedergewonnen und gereinigt, wie
es in den Beispielen veranschaulicht ist.
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Die
später
erhaltenen Ergebnisse zeigen die besonders interessanten Eigenschaften
der Adenoviren für
die in vivo Expression eines Proteins mit einer GAD-Aktivität. Zudem
weisen die Adenovirus-Vektoren gemäß der Erfindung außerdem bedeutende
Vorteile auf, wie insbesondere ihre sehr hohe Infektionseffizienz
von Nervenzellen, was die Durchführung
von Infektionen mit sehr geringen Virussuspensionsvolumina erlaubt.
Zudem ist die Infektion mit diesen viralen Vektoren der Erfindung
sehr lokal auf die Injektionsstelle begrenzt, was Diffusionsrisiken
für benachbarte
Zellen vermeidet.
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Vorteilhafterweise
ist in den Vektoren der Erfindung die Sequenz, die für das Protein
mit einer GAD-Aktivität
codiert, unter der Kontrolle von Signalen gestellt, die ihre Expression
in den Nervenzellen erlauben. Bevorzugt handelt es sich um heterologe
Expressionssignale, nämlich
um Signale, die sich von denjenigen unterscheiden, die natürlicherweise
für die
GAD-Expression verantwortlich sind. Es kann sich insbesondere um Sequenzen,
die für
die Expression anderer Proteine verantwortlich sind, oder um synthetische
Sequenzen handeln. Besonders kann es sich um Promotorsequenzen von
eukaryotischen oder viralen Genen handeln. Zum Beispiel kann es
sich um Promotorsequenzen handeln, die von dem Genom der Zelle stammen,
die man zu infizieren wünscht.
Ebenso kann es sich um Promotorsequenzen handeln, die von einem
Genom eines Virus, einschließlich
des eingesetzten Virus, stammen. In dieser Hinsicht kann man zum
Beispiel die E1A, MLP, CMV, LTR-RSV-Promotoren nennen. Außerdem können diese
Expressionssequenzen durch Addition von Aktivierungssequenzen, Regulationssequenzen
oder von Sequenzen modifiziert sein, die eine Gewebe-spezifische
Expression erlauben. Es kann nämlich
besonders vorteilhaft sein, Expressionssignale zu verwenden, die in
den Nervenzellen spezifisch oder überwiegend aktiv sind, damit
die DNA-Sequenz nur exprimiert wird und ihre Wirkung nur ausübt, wenn
das Virus eine Nervenzelle wirksam infiziert hat. In dieser Hinsicht
kann man zum Beispiel die Promotoren der Neuronen-spezifischen Enolase
(Forss-Petter et al., Neuron 5 (1990) 187), das GFAP (Sarkar et
al., J. Neurochem. 57 (1991) 675), etc. nennen.
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In
einer bestimmten Anwendungsform betrifft die Erfindung ein defektes
rekombinantes Adenovirus, das eine cDNA-Sequenz, die für ein Protein
mit einer GAD-Aktivität
codiert, unter der Kontrolle des LTR-RSV-Promotors umfasst.
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In
einer anderen bestimmten Anwendungsform betrifft die Erfindung ein
defektes rekombinantes Adenovirus, das eine gDNA-Sequenz, die für ein Protein
mit einer GAD-Aktivität
codiert, unter der Kontrolle des LTR-RSV-Promotors umfasst.
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Die
Anmelderin hat nämlich
gezeigt, dass der LTR-Promotor des Rous Sarkom-Virus (RSV) eine
dauerhafte und bedeutende Expression der GAD-Aktivität in den
Zellen des menschlichen Nervensystems, insbesondere des Zentralnervensystems,
erlaubte.
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Überhaupt
betrifft in einer bevorzugten Form die Erfindung ein defektes rekombinantes
Adenovirus, das eine DNA-Sequenz, die für ein Protein mit einer GAD-Aktivität codiert,
unter der Kontrolle eines Promotors umfasst, der eine überwiegende
Expression im Nervensystem erlaubt.
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Die
Expression wird als überwiegend
im Sinne der Erfindung betrachtet, wenn die Expressionsniveaus in
den Nervenzellen höher
sind, selbst wenn eine Restexpression in anderen Zelltypen beobachtet
wird.
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Wie
zuvor angegeben, betrifft die vorliegende Erfindung ebenfalls jegliche
Verwendung. eines wie oben beschriebenen Adenovirus für die Herstellung
einer pharmazeutischen Zusammensetzung für die Behandlung und/oder Prävention
der Alzheimer Krankheit, der Chorea Huntington oder der Epilepsie.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ebenfalls eine pharmazeutische Zusammensetzung,
die ein oder mehrere wie zuvor beschriebene defekte rekombinante
Adenoviren umfasst. Diese pharmazeutischen Zusammensetzungen können im
Hinblick auf die Verabreichung über
den topischen, oralen, parenteralen, intranasalen, intravenösen, intramuskulären, subkutanen,
intraokularen, transdermalen, etc. Weg formuliert sein. Vorzugsweise
enthalten die pharmazeutischen Zusammensetzungen der Erfindung einen
für eine
injizierbare Formulierung, insbesondere für eine direkte Injektion in
das Nervensystem des Patienten, pharmazeutisch verträglichen
Träger.
Es kann sich insbesondere um sterile, isotonische Lösungen oder
trockene, insbesondere lyophilisierte, Zusammensetzungen handeln,
die nach Hinzufügen
von gegebenenfalls sterilem Wasser oder physiologischer Saline,
die Bildung injizierbarer gelöster
Stoffe erlauben. Die direkte Injektion in das Nervensystem des Patienten
ist von Vorteil, denn diese erlaubt, den therapeutischen Effekt
auf Ebene der affizierten Gewebe zu konzentrieren. Die direkte Injektion
in das Zentralnervensystem des Patienten erfolgt vorteilhafterweise
mit einer stereotaktischen Injektionsapparatur. Die Verwendung einer
derartigen Apparatur erlaubt nämlich
mit einer großen
Genauigkeit die Injektionsstelle anzuvisieren. Lokale Injektionen,
wie insbesondere intranigrale Injektionen in den Lobus temporalis,
in die epileptischen Herde oder auch in das Intestinalepithel können besonders
von Vorteil sein.
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Die
für die
Injektion eingesetzten Dosen an defektem rekombinantem Adenovirus
können
in Abhängigkeit
verschiedener Parameter und besonders in Abhängigkeit des viralen Vektors,
der angewandten Verabreichungsart, der betreffenden Krankheit oder
auch der erstrebten Behandlungsdauer angepasst sein. Im Allgemeinen
sind die Adenoviren gemäß der Erfindung
in Form von Dosen formuliert und verabreicht, die zwischen 104 und 1014 pfu/ml
und vorzugsweise 106 bis 1010 pfu/ml
enthalten. Der Ausdruck pfu („Plaque
forming unit") entspricht
der Virulenz einer Viruslösung
und ist mit einer Infektion einer geeigneten Zellkultur bestimmt, und
im Allgemeinen 48 Stunden durch die Anzahl an Plaques von infizierten
Zellen gemessen. Die Bestimmungsverfahren des pfu-Titers einer Viruslösung sind
in der Literatur gut dokumentiert.
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Die
GABA-Freisetzung, die mit der Gentherapie gemäß der Erfindung erhalten ist,
bildet einen besonders wirksamen therapeutischen Versuchsansatz,
um den exzitotoxischen Phänomenen
entgegenzuwirken, die für
degenerative Nervenkrankheiten wie die amyotrophen Lateralsklerosen
verantwortlich sind.
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Die
Vektoren der Erfindung weisen folglich antikonvulsive und nervenprotektive
Eigenschaften auf. Von den therapeutischen Anwendungen der Vektoren
der Erfindung kann man insbesondere die Behandlung bestimmter Epilepsieformen
nennen, insbesondere die Formen, die einer jeglichen pharmakologischen
oder chirurgischen Behandlung widerstehen, wie die limbischen Epilepsien
des Lobus temporalis. Ebenfalls können die Vektoren der Erfindung
verwendet sein für
die Behandlung exzitotoxischer cerebraler Läsionen unterschiedlicher Ursache,
insbesondere ischämischer
Ursache, wie auch für
die Behandlung medullärer
Traumatismen, die in der Lage sind, exzitotoxische Läsionen auszulösen.
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Ein
anderer Gegenstand der Erfindung betrifft jede Säugerzelle, die mit einem oder
mehreren wie oben beschriebenen defekten rekombinanten Adenoviren
infiziert ist. Ganz besonders betrifft die Erfindung jede humane
Zellpopulation, die mit diesen Viren infiziert ist. Es kann sich
insbesondere um Fibroblasten, Myoblasten, Hepatozyten, Keratinozyten,
Endothelzellen, Gliazellen, etc. handeln.
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Die
Zellen gemäß der Erfindung
können
von Primärkulturen
stammen. Diese können
mit jeder dem Fachmann bekannten Technik entnommen und dann unter
Bedingungen kultiviert werden, die ihre Proliferation erlauben.
Wenn es sich insbesondere um Fibroblasten handelt, können diese
ohne weiteres aus Biopsien, zum Beispiel nach der von Ham beschriebenen
Technik [Methods Cell. Biol. 21a (1980) 255], erhalten sein. Diese Zellen
können
zur Infektion mit den Viren direkt verwendet oder zum Beispiel durch
Einfrieren konserviert werden, um autologe Banken im Hinblick auf
eine weitere Verwendung zu etablieren. Die Zellen gemäß der Erfindung
können
ebenfalls Sekundärkulturen
sein, die zum Beispiel aus zuvor etablierten Banken erhalten sind (siehe
zum Beispiel
EP 228458 ,
EP 289034 ,
EP 400047 ,
EP 456640 ).
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Die
kultivierten Zellen werden danach mit den rekombinanten Adenoviren
infiziert, um ihnen die Fähigkeit
zu verleihen, eine GAD-Aktivität
zu bilden. Die Infektion wird gemäß den dem Fachmann bekannten Techniken
durchgeführt.
Insbesondere kann der Fachmann je nach verwendetem Zelltyp und der
erwünschten Anzahl
an Viruskopien pro Zelle die Infektionsmultiplizität und eventuell
die Anzahl an durchgeführten
Infektionscyclen anpassen. Selbstverständlich müssen die Schritte unter geeigneten
Sterilbedingungen durchgeführt sein,
wenn die Zellen für
eine in vivo Verabreichung bestimmt sind. Die für eine Infektion der Zellen
eingesetzten Dosen an rekombinantem Virus können je nach erstrebtem Ziel
vom Fachmann angepasst sein. Die zuvor beschriebenen Bedingungen
für die
in vivo Verabreichung können
für die
in vitro Infektion übernommen
werden.
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Ein
anderer Gegenstand der Erfindung betrifft ein Implantat, das mit
einem oder mehreren wie oben beschriebenen defekten rekombinanten
Adenoviren infizierte Säugerzellen
und eine extrazelluläre
Matrix umfasst. Bevorzugt umfassen die Implantate gemäß der Erfindung
105 bis 1010 Zellen.
Bevorzugter umfassen sie davon 106 bis 108 Zellen.
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Ganz
besonders umfasst die extrazelluläre Matrix in den Implantaten
der Erfindung einen Gelbildner und möglicherweise einen Träger, der
eine Verankerung der Zellen erlaubt.
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Für die Herstellung
der Implantate gemäß der Erfindung
können
verschiedene Typen an Gelbildnern verwendet sein. Die Gelbildner
sind für
den Einschluss der Zellen in einer Matrix mit der Konstitution eines
Gels und gegebenenfalls zur Förderung
der Verankerung der Zellen auf dem Träger verwendet. Verschiedene
Zelladhäsionsmittel
können
folglich als Gelbildner verwendet sein, wie insbesondere Kollagen,
Gelatine, Glucosaminoglycane, Fibronektin, Lektine, etc. Vorzugsweise
verwendet man im Rahmen der vorliegenden Erfindung Kollagen. Es
kann sich um Kollagen humanen, bovinen oder murinen Ursprungs handeln.
Bevorzugter verwendet man Typ I Kollagen.
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Wie
es zuvor angegeben ist, umfassen die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
vorteilhafterweise einen Träger,
der die Verankerung der Zellen erlaubt. Der Ausdruck „Verankerung" bezeichnet jegliche Form
einer biologischen und/oder chemischen und/oder physikalischen Wechselwirkung,
die eine Adhäsion und/oder
Fixierung der Zellen auf dem Träger
zur Folge hat. Zudem können
die Zellen den verwendeten Träger entweder
bedecken oder in das Innere dieses Trägers eindringen oder beides
tun. Man bevorzugt im Rahmen der Erfindung die Verwendung eines
festen, nicht toxischen und/oder biologisch verträglichen
Trägers.
Insbesondere kann man Polytetrafluorethylenfasern (PTFE) oder einen
Träger
biologischen Ursprungs verwenden.
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Die
Implantate gemäß der Erfindung
können
an verschiedenen Stellen des Organismus implantiert sein. Insbesondere
kann die Implantation in der Peritonealhöhle, im subkutanen Gewebe (einem
Bereich über dem
Schambein, Fossae iliacae oder inguinalae, etc.), in einem Organ,
Muskel, Tumor, im Zentralnervensystem oder auch unter einer Mukosa
erfolgen. Die Implantate gemäß der Erfindung
sind besonders vorteilhaft, insofern sie die Kontrolle der Freisetzung
des therapeutischen Produkts im Organismus erlauben: Diese ist zuallererst
durch die Infektionsmultiplizität
und durch die Anzahl an implantierten Zellen bestimmt. Danach kann die
Freisetzung entweder durch Entfernen des Transplantats, was definitiv
die Behandlung beendet, oder durch Verwendung von regulierbaren
Expressionssystemen kontrolliert sein, die eine Induktion oder Suppression
der Expression der therapeutischen Gene erlauben.
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Die
vorliegende Erfindung stellt daher ein sehr wirksames Mittel für die Behandlung
oder Prävention neurodegenerativer
Krankheiten dar. Sie ist ganz besonders für die Behandlung der Alzheimer
Krankheit, der Chorea Huntington und der Epilepsie angepasst. Außerdem kann
für diese
Behandlung sowohl der Mensch wie auch jedes Tier, wie Schafe, Rinder,
Haustiere (Hunde, Katzen, etc.), Pferde, Fische etc., in Betracht
kommen.
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Die
vorliegende Erfindung wird noch erschöpfender mit Hilfe der Beispiele
und Figuren beschrieben, die als Veranschaulichung und nicht als
Beschränkung
betrachtet werden sollen.
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Legende der Figuren
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1:
Struktur des pLTRIXGAD67-Vektors
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2a und 2b:
Infektion der HiB5 und ST14a-Zelllinien mit einem Ψ-2 Klon,
der ein Produzent für die
GAD codierende rekombinante Retroviren ist.
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3:
Glutamatdecarboxylase-Aktivität
verschiedener Klone, die von Zelllinien abstammen, die mit einem
für die
GAD codierenden rekombinanten Retrovirus infiziert sind.
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4 und 5:
Kontrolle der in vivo Transplantation der GAD exprimierenden HiB5-Klone
(4B) und St14a-Klone (5A und 5B)
im Vergleich mit nicht-infizierten ST14a-Zellen (4A).
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6:
In vitro GABA-Freisetzung von den gentechnisch veränderten
Zellen.
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Allgemeine
molekularbiologische Techniken
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Die
in der Molekularbiologie herkömmlicherweise
eingesetzten Verfahren, wie die präparativen Extraktionen von
Plasmid-DNA, die Zentrifugation der Plasmid-DNA im Cäsiumchlorid-Gradienten, die Elektrophorese
auf Agarose- oder Acrylamidgelen, die Reinigung von DNA-Fragmenten mittels
Elektroelution, die Phenol- oder Phenol-Chloroform-Extraktion von
Proteinen, die DNA-Fällung
in salzhaltigem Medium mit Ethanol oder Isopropanol, die Transformation
in Escherichia coli, etc.. sind dem Fachmann gut bekannt und sind
in der Literatur ausführlich
beschrieben [Maniatis T. et al., „Molecular Cloning, a Laboratory
Manual", Cold Spring
Harbor Laboratory, Cold Spring Harbor, N.Y., 1982; Ausubel F.M.
et al. (eds.), „Current
Protocols in Molecular Biology",
John Wiley & Sons,
New York, 1987].
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Die
Plasmide vom Typ pBR322, pUC und die Phagen der Serie M13 sind im
Handel erhältlich
(Bethesda Research Laboratories).
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Für die Ligationen
können
die DNA-Fragmente entsprechend ihrer Größe mittels Elektrophorese in Agarose-
oder Polyacrylamidgelen getrennt, mit Phenol oder einem Gemisch
aus Phenol/Chloroform extrahiert, mit Ethanol gefällt, dann
in Gegenwart der DNA-Ligase des Phagen T4 (Biolabs) gemäß Herstelleranleitung
inkubiert werden.
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Das
Auffüllen
der überhängenden
5'-Enden kann mit
dem Klenow-Fragment der E. coli DNA-Polymerase I (Biolabs) gemäß den Herstellerbestimmungen
erfolgen. Die Zerstörung
der überhängenden
3'-Enden erfolgt
in Gegenwart der DNA-Polymerase des Phagen T4 (Biolabs) gemäß den Herstellerempfehlungen.
Die Zerstörung
der überhängenden
5'-Enden erfolgt
mit Hilfe einer S1-Nuklease-Behandlung.
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Die
in vitro gerichtete Mutagenese von synthetischen Oligonukleotiden
kann gemäß dem von
Taylor et al. entwickelten Verfahren [Nucleic. Acids Res. 13 (1985)
8749–8764]
unter Verwendung des von Amersham gelieferten Kits erfolgen.
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Die
enzymatische Amplifikation der DNA-Fragmente mit der PCR [Polymerase
catalyzed Chain Reaction, Saiki R.K. et al., Science 230 (1985)
1350–1354;
Mullis K.B. und Faloona F.A., Meth. Enzym. 155 (1987) 335–350] genannten
Technik kann unter Verwendung eines „DNA thermal cycler" (Perkin Elmer Cetus)
entsprechend Herstellerangaben durchgeführt werden.
-
Die
Verifizierung der Nukleotidsequenzen kann mit dem von Sanger et
al. entwickelten Verfahren [Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 74 (1977)
5463–5467]
unter Verwendung des von Amersham gelieferten Kits erfolgen.
-
Beispiele
-
Beispiel 1. Konstruktion
des pLTR IX GAD67-Vektors, der das für die GAD67 codierende Gen
unter der Kontrolle des LTR-Promotors des Rous Sarkom-Virus trägt (1).
-
Dieses
Beispiel beschreibt die Konstruktion eines Vektors, der eine für die GAD67
codierende cDNA-Sequenz unter der Kontrolle eines Promotors umfasst,
der aus der LTR des Rous Sarkom-Virus
(LTR-RSV) besteht.
-
1.1. Ausgangsvektor (pLTR
IX):
-
Der
pLTR IX-Vektor enthält
insbesondere die linke Region des Ad5-Adenovirus, umfassend die
ITR und die Verpackungsstelle, den LTR-Promotor von RSV und eine
Region des Ad5-Adenovirus, die vom pIX-Gen bis zur EagI-Restriktionsstelle
reicht und die die in vivo homologe Rekombination erlaubt. Dieser
Vektor ist von Stratford-Perricaudet et al. beschrieben worden (J.
Clin. Invest. 90 (1992) 626).
-
1.2. Konstruktion einer
cDNA-Sequenz, die für
die GAD67 codiert.
-
Um
die Herstellung des Vektors gemäß der Erfindung
zu erlauben, ist eine für
die GAD67 der Ratte codierende cDNA-Sequenz folgendermaßen konstruiert
worden:
- – Ein
cDNA-Klon, der der mRNA der GAD67-Glutamatdecarboxylase entspricht,
ist mit Hilfe einer immunologischen Durchmusterung einer cDNA-Expressionsbank
des Rattengehirns, die im lambda GT11-Vektor konstruiert ist, isoliert
worden (Julien et al., Neurosci. Letters 73 (1987) 173). Die Art
und die genaue Position der für
die GAD67 codierenden Sequenz in dem isolierten Klon ist durch Sequenzierung
des Inserts ermittelt worden. Das im Klon enthaltene Insert ist
dann durch Verdau mit Hilfe des EcoRI-Enzyms isoliert, dann in die
entsprechende Stelle des pSPT18-Vektors oder Bluescript-Vektors
(Pharmacia) subkloniert worden.
-
1.3. Konstruktion des
pLTR IX GAD67-Vektors
-
Dieses
Beispiel beschreibt die Konstruktion des pLTR IX GAD67-Vektors,
der die für
die GAD67 codierende Sequenz unter Kontrolle der LTR des RSV-Virus
wie auch Sequenzen des Ad5-Adenovirus enthält, die die in vivo Rekombination
erlauben.
-
Das
EcoRI-HindIII-Fragment mit 2 kb ist durch enzymatischen Verdau aus
dem in Beispiel 1.2 hergestellten Konstrukt isoliert worden. Dieses
2 kb Fragment enthält
die GAD67 codierende Sequenz, die sich 118 bp stromaufwärts des
Translationsinitiationscodons erstreckt und 70 bp stromabwärts des
Terminationscodons liegt. Dieses Fragment ist mittels Elektrophorese
auf einem LMP („Low
Melting Point")
Agarosegel isoliert und gereinigt worden und dann mit T4-DNA-Polymerase behandelt
worden, um freie Enden zu erhalten. Dieses Fragment ist dann in
die SalI-kompatible Stelle des pLTR IX-Vektors inseriert worden
(Beispiel 1.1.), um den GAD67-pLTR IX-Vektor zu erzeugen. Die gesamte
Nukleotidsequenz des GAD67-Inserts ist danach mittels Didesoxynukleotid-Sequenzierung
verifiziert worden.
-
Beispiel 2. Funktionalität des GAD67-pLTR
IX-Vektors
-
Die
Fähigkeit
des GAD67-pLTR IX-Vektors, in einer Zellkultur eine biologisch aktive
Form der GAD zu exprimieren, ist durch eine transitorische Transformation
von 293-Zellen gezeigt worden. Hierfür sind die Zellen (2 × 106 Zellen pro Schale mit 10 cm Durchmesser)
in Gegenwart von Transfectam transfiziert worden (8 μg Vektor).
Die Expression der für
die GAD codierenden Sequenz und die Produktion des biologisch aktiven Proteins
sind mit folgenden Tests nachgewiesen worden:
- – Nachweis
und Quantifizierung der GAD-mRNA erfolgte mit der Northern-Blot-Technik
(siehe zum Beispiel Julien et al., Neurosci. Letters 73 (1987) 173
für ein
detailliertes Protokoll)
- – Detektion
des GAD-Proteins erfolgte mit der Western-Blot-Technik unter Verwendung
des polyklonalen Antikörpers
K2 (Chemicon) (siehe ebenfalls Julien et al., Neurosci. Letters
73 (1987) 173 für
ein detailliertes Protokoll)
- – Nachweis
und Quantifizierung der GAD-Aktivität (Synthese von GABA) aus dem
Zelllysat. Hierfür
werden die Zellen 48 Stunden nach der Transfektion lysiert und das
Lysat wird durch Zentrifugation mit 100.000 g geklärt. Das
Lysat wird nun in Gegenwart eines anti-GAD-Antikörpers inkubiert, der wiederum
selbst an Sepharose-Kügelchen
gebunden ist. Der eingesetzte Antikörper ist insbesondere der Antikörper Nr.
1440, der die Eigenschaft aufweist, die katalytische Aktivität der GAD
zu erhalten (Oertel et al., Neurosci. 6 (1981) 2715). Selbstverständlich können andere
Antikörper,
die vergleichbare Eigenschaften aufweisen, eingesetzt und eventuell
hergestellt werden. Der Antikörper-GAD-Komplex
wird anschließend
vom Zelllysat getrennt und in Gegenwart von [1-14C]
L-Glutamat inkubiert. Das im Verlauf der Reaktion freigesetzte 14CO2, das die Umwandlung
von Glutamat in GABA widerspiegelt, wird auf einem Hyamin-getränkten Filter
gesammelt und im Flüssigszintillationszähler gezählt. Zwei
Negativkontrollen, ein vorimmunisiertes Antiserum und ein spezifischer
GAD-Hemmer, die γ-Acetylen-GABA, erlauben
die Subtraktion des Hintergrunds und folglich die Bestimmung des
spezifischen Signals (siehe auch Julien et al., Neurosci. Letters
73 (1987) 173).
-
Beispiel 3. Konstruktion
eines rekombinanten Ad-GAD67-Adenovirus, das eine für die GAD67
codierende Sequenz enthält
-
Der
GAD67-pLTR IX-Vektor ist linearisiert und mit einem defizienten
adenoviralen Vektor in die Helferzellen (293-Linie) co-transfiziert
worden, die in trans die von den E1-Regionen (E1A und E1B) des Adenovirus codierten
Funktionen mitbringen.
-
Genauer,
das Ad-GAD67-Adenovirus ist durch eine in vivo homologe Rekombination
zwischen einem mutierten Ad-d11324 Adenovirus (Thimmappaya et al.,
Cell 31 (1982) 543) und dem pLTR IX-GAD67-Vektor nach dem folgenden
Protokoll erhalten worden: das GAD67-pLTR IX-Plasmid und das Ad-d11324-Adenovirus, linearisiert
mit dem ClaI-Enzym, sind in die 293-Linie in Gegenwart von Calciumphosphat
co-transfiziert worden, um die homologe Rekombination zu erlauben.
Die so erzeugten rekombinanten Adenoviren sind durch eine Plaque-Aufreinigung
selektiert worden. Nach der Isolierung wird die DNA des rekombinanten
Adenovirus in der 293-Zelllinie amplifiziert, was zu einem Kulturüberstand
führt,
der nicht gereinigtes rekombinantes defektes Adenovirus mit einem
Titer von ungefähr
1010 pfu/ml enthält.
-
Die
viralen Partikel werden danach mittels Zentrifugation in einem Cäsiumchlorid-Gradieriten
nach bekannten Techniken gereinigt (siehe insbesondere Graham et
al., Virology 52 (1973) 456). Das Ad-GAD67-Adenovirus kann bei –80°C in 20%
Glycerin aufbewahrt werden.
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Beispiel 4. Funktionalität des Ad-GAD67-Adenovirus
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Die
Fähigkeit
des Ad-GAD67-Adenovirus, Zellen in Kultur zu infizieren und im Kulturmedium
eine biologisch aktive Form der GAD67 zu exprimieren, ist mittels
Infektion der humanen 293-Zelllinie
gezeigt worden. Das Vorliegen von aktiver GAD67 im Kulturüberstand
ist dann unter denselben Bedingungen wie in Beispiel 2 bestimmt
worden.
-
Diese
Untersuchungen erlauben zu zeigen, dass das Adenovirus eine biologisch
aktive Form der GAD67 in Zellkultur gut exprimiert.
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Beispiel 5. In vivo Übertragung
des GAD67-Gens von einem rekombinanten Adenovirus
-
Dieses
Beispiel beschreibt die in vivo Übertragung
des GAD67-Gens mit Hilfe eines adenoviralen Vektors gemäß der Erfindung.
Es zeigt, wie die Wirkungen der Vektoren der Erfindung auf verschiedene
Tiermodelle nachgewiesen werden können.
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Das
rekombinante GAD67-Adenovirus kann in verschiedene Stellen des Nervensystems
injiziert werden. Insbesondere erfolgt die Injektion in die folgenden
verschiedenen Stellen: in den medianen Kern des Septums, in den
dorsalen Teil des Hippocampus, in das Striatum, in die Substantia
nigra und in den entorhinalen Cortex.
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Das
injizierte Adenovirus ist das in Beispiel 3 hergestellte Ad-GAD67-Adenovirus,
das in gereinigter Form (3,5 × 106 pfu/ml) in einer Phosphat gepufferten Saline
(PBS) verwendet wird. Die Injektionen erfolgen mit Hilfe einer Kanüle (280 μm Außendurchmesser),
die mit einer Pumpe verbunden ist. Die Injektionsgeschwindigkeit
ist auf 0,5 μl
fest eingestellt, hernach bleibt die Kanüle weitere 4 Minuten an Ort
und Stelle, bevor sie entfernt wird.
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Die
Injektionsvolumina in den Hippocampus, in das Septum, Striatum und
in die Substantia nigra betragen jeweils 3, 2, 2 × 3 und
2 μl. Die
Konzentration an injiziertem Adenovirus beträgt 3,5 × 106 pfu/μl.
-
Für die Injektion
in den Hippocampus sind die stereotaktischen Koordinaten folgendermaßen: AP
= –4; ML
= 3,5; V = –3,1
(die Koordinaten von AP und ML sind mit Bezug auf das Bregma festgelegt,
die V-Koordinate ist auf die Oberfläche des Cranium auf Niveau
des Bregma bezogen).
-
Für die Injektion
in das Septum sind die stereotaktischen Koordinaten folgendermaßen: AP
= 1; ML = 1; V = –6
(die Koordinaten von AP und ML sind mit Bezug auf das Bregma festgelegt,
die V-Koordinate ist auf die Oberfläche des Cranium auf Niveau
des Bregma bezogen). Unter dieser Bedingung bildet die Kanüle einen Winkel
von 9° bezogen
auf die Vertikale (in medio-lateralem Sinne), um den medianen venösen Sinus
zu umgehen.
-
Für die Injektion
in die Substantia nigra sind die stereotaktischen Koordinaten folgendermaßen: AP
= –5,8;
ML = +2; V = –7,5
(die Koordinaten von AP und ML sind mit Bezug auf das Bregma festgelegt,
die V-Koordinate ist auf die Dura mater bezogen).
-
Für die Injektionen
in das Striatum sind die stereotaktischen Koordinaten folgendermaßen: AP
= +0,5 und –0,5;
ML = 3; V = –5,5
(die Koordinaten von AP und ML sind mit Bezug auf das Bregma festgelegt,
die V-Koordinate ist auf die Dura mater bezogen).
-
Die
therapeutischen Wirkungen der Verabreichung des Adenovirus gemäß der Erfindung
sind mit drei verschiedenen Analysen nachgewiesen worden: einer
histologischen und immunhistochemischen Analyse, einer quantitativen
Analyse und einer Verhaltensanalyse, die die Fähigkeit der Vektoren der Erfindung
bestätigt, eine
biologisch aktive GAD in vivo zu produzieren.
-
Referenzbeispiele
-
Beispiel 6. Konstruktion
des retroviralen pMoMuLV-GAD-Plasmids, das das für die GAD 67 codierende Gen trägt.
-
Die
cDNA der Glutamatdecarboxylase der Ratte, die in ein retrovirales
Plasmid inseriert worden ist, umfasst 163 nicht codierende Basenpaare
in 5' und 377 in
3'. Der für die GAD
codierende offene Leserahmen umfasst 1782 Basenpaare. Diese cDNA
ist zwischen den beiden LTR des Vektors unter der transkriptionellen Kontrolle
der 5'-LTR inseriert.
Die retrovirale Sequenz enthält
dort ebenfalls eine Sequenz, die ihre Verpackung erlaubt. Schließlich enthält das Plasmid
auch ein Gen für
die Ampicillinresistenz, das die Selektion der Bakterien nach ihrer
Transformation erlaubt.
-
Schema
der rekombinanten retroviralen Sequenz des Plasmids:
-
Diese
cDNA der GAD 67 der Ratte ist aus dem pY21-GAD-Plasmid durch SalI/PstI-Schneiden
erhalten worden, um ein Fragment mit 2,32 Kilobasen zu erzeugen,
das die für
die GAD codierende Sequenz umfasst. 28 mg pY21-GAD-Plasmid sind
mit 5 Einheiten eines jeden Enzyms eine Stunde bei 37°C geschnitten worden.
Nach Verdau ist die DNA mit Ethanol gefällt worden, dann ist das GAD-Insert
nach einer Elektrophorese auf 1% LMP-Agarosegel (mit einer niedrigen
Schmelztemperatur) gereinigt worden.
-
Der
pMoMuLV-TH-Vektor, der die für
die Transkription und Integration erforderlichen Sequenzen (beziehungsweise „LTR" und „ψ") umfasst, ist mit
den Enzymen SalI und NsiI geschnitten worden. Dieses Schneiden hat
die Entfernung der cDNA der Tyrosinhydroxylase des Vektors und die
Erzeugung einer Klonierungsstelle für die cDNA der GAD erlaubt
(die Enzyme NsiI und PstI bilden kompatible kohäsive Enden). 10 mg DNA sind
mit 5 Enzymeinheiten in einer Stunde bei 37°C geschnitten worden. Der Vektor
ist mit demselben Verfahren wie die cDNA der GAD gereinigt worden.
-
90
ng cDNA der GAD und 360 ng pMoMuLV-Vektor sind über Nacht bei 16°C in Gegenwart
von T4-Bakteriophagen DNA-Ligase ligiert worden.
-
Die
Hälfte
der ligierten DNA ist in kompetente E. coli Bakterien (XL1 Blue)
mittels Elektroporation eingeführt
worden und die transformierten Zellen sind in einer 100 mg/ml Ampicillin
enthaltenden LB/Agarose Petri-Schale selektiert worden. Die rekombinanten
pMoMuLV-GAD-Klone sind durch Verdau mit den Enzymen HindIII und
KpnI, die den Vektor und das Insert asymmetrisch schneiden, identifiziert
worden. Die Analyse von 24 bakteriellen Klonen durch Schneiden mit
HindIII/KpnI hat von diesen eine Isolierung von 4 Klonen erlaubt, die
dem erwarteten Plasmid entsprechen. Einer dieser Klone ist für die Herstellung
des retroviralen Plasmids verwendet worden.
-
Das
pMoMuLV-GAD-Plasmid ist mittels Reinigung der Plasmid-DNA eines
rekombinanten Klons im CsCl-Gradienten nach dem Verfahren von Birnboim
und Doly (Nucleic Acids Research, Vol. 7: 1513–1523, 1979) hergestellt worden.
-
Beispiel 7. Transfektion
der Retrovirus-Produzentenzellen.
-
Für diesen
Schritt haben wir die ψ-2-Zelllinie
verwendet, die ein Provirus besitzt, das alle für die Verpackung der retroviralen
Transkripte erforderlichen Funktionen exprimiert, das aber für das Verpackungssignal ψ defekt
ist. Aufgrund dieser Deletion sind die Transkripte des Provirus
nicht verpackt. Im Gegenteil wird ein Retrovirus, dem diese Verpackungsfunktionen
fehlen, das aber hierfür
eine Sequenz besitzt, von dieser trans-komplementierenden Zelle
verpackt werden können.
-
Die ψ-2-Zellen
sind mit dem pMoMuLV-GAD-Plasmid und einem Plasmid (pUC-SVNEO), das ein Gen für die Neomycinresistenz enthält, mit
Hilfe einer Calciumphosphat-Präzipitation
co-transfiziert
worden (Chen und Okayama, Molecular and Cellular Biology, Vol. 7:
2745–2752, 1988).
Ein Präzipitat,
das 20 mg pMoMuLV-GAD und 2 mg pUC-SVNEO umfasst,
ist 18 Stunden mit 106 Zellen in Kontakt
gebracht worden. Anschließend
wird die Kultur in DMEM-Medium
(Gibco), supplementiert mit Antibiotika (100 Einheiten/ml Penicillin;
100 Einheiten/ml Streptomycin) und fötalem Kälberserum (10% vol/vol), weiter
kultiviert.
-
Zwei
Tage nach der Transfektion werden die Zellen in sieben Petri-Schalen
(10 cm Durchmesser) überführt und
im selben Medium kultiviert, dem 600 mg/ml Neomycin zugegeben ist,
um die transfizierten Zellen zu selektieren.
-
Fünfzehn Tage
nach Beginn der Selektion werden die Neomycin-resistenten Klone
mit einer Pasteur-Pipette entnommen und in einem 25 cm2 Kolben
kultiviert.
-
Wenn
die Zellen der Neomycin-resistenten ψ-2-Klone konfluent sind, werden
sie mit dem neuen Medium 12 Stunden in Kontakt gebracht. Dieses
Medium, das die von den ψ-2-Zellen
produzierten Retroviren enthält,
wird geerntet, in Flüssigstickstoff
eingefroren und bei –80°C bis zur
Verwendung aufbewahrt.
-
Beispiel 8. Durchmusterung
der ψ-2-Klone
mittels Infektion der Zellen der NIH-3T3-Linie.
-
Um
die Qualität
und die Quantität
der von den verschiedenen ψ-2-Klonen
produzierten Retroviren zu bestimmen, sind die ψ-2-Klone mittels Untersuchung
ihres Infektionspotenzials auf den Zellen der NIH-3T3-Linie (Fibroblasten-Zelllinie,
die aus immortalisierten Fibroblasten der Maus besteht) indirekt
getestet worden. Hierfür
sind die retroviralen Überstände der
35 ψ-2-Klone zur Infizierung
der Zellen verwendet worden, und nach Infektion sind sie entweder
für eine
Durchführung
eines Western-Blots geerntet oder für eine immuncytochemische Detektion
der GAD fixiert worden (2). Die Ergebnisse
dieser Versuche haben uns erlaubt, den ψ-2-Klon zu selektieren, der das stärkste Infektionspotenzial
aufwies.
-
Beispiel 9. Infektion
der HiB5- und ST14a-Zelllinien mit den Retroviren
-
Die
retroviralen Überstände, die
von dem in Beispiel 8 selektierten ψ-2-Klon stammen, sind für eine Infektion
der beiden Vorläufer-Zelllinien
HiB5 und ST14a des Zentralnervensystems verwendet worden:
- – HiB5:
Zelllinie, die von einer Primärkultur
des Hippocampus der Ratte (sechzehnter Tag des embryonalen Stadiums)
stammt und mit dem thermosensitiven T-Antigen von SV40 immortalisiert
ist. Die Zellen dieser Linie sind Vorläufer von neuronalen Zellen
und Gliazellen (Renfranz et al., Cell Vol. 66: 713–729, 1991).
- – ST14a:
diese Linie ist auf die gleiche Art und Weise wie die vorhergehende
Linie immortalisiert worden, stammt aber von einer Primärkultur
des Striatums der Ratte ab.
-
Die
Zellen der HiB5- und ST14a-Linien besitzen die Eigenschaft, sich
in vitro bei 33°C
zu teilen, stellen aber die Zellteilung ein, sobald sie in das Zentralnervensystem
der Nager implantiert sind, deren Körpertemperatur bei 39°C liegt.
Diese Zellen können
sich folglich leicht in vitro (bei 33°C) weiterentwickeln und sind
in vivo nicht tumorgen.
-
Sie
müssen
bei der Infektion nicht konfluent sein: die Zellteilung (und die
DNA-Synthese, die sie zur Folge hat) ist für die Integration des retroviralen
Genoms in das Genom der Wirtszelle erforderlich (Lo et al., Molecular
Neurobiology Vol. 2: 156–182,
1988).
-
Das
Medium wird mit dem retroviralen Überstand ersetzt, zu dem 10
mg/ml Polybren gegeben worden ist. Die Zellen bleiben zwölf Stunden
mit dem retroviralen Überstand
in Kontakt, dann wird das Medium mit normalem Medium ersetzt.
-
Für diese
nicht leicht zu infizierenden Zellen haben wir ein Verfahren der
wiederholten Infektionen angewandt: die Zellen sind fünfmal jeweils
einmal pro Tag in fünf
Tagen infiziert worden. Der Prozentsatz an infizierten Zellen ist
nach jeder Infektion immuncytochemisch bestimmt worden.
-
Nach
fünf Infektionen
lag der Prozentsatz an infizierten Zellen bei 33% für die HiB5-Linie
und bei 17% für
die ST14a-Linie (2a und 2b).
-
Wir
haben eine Subklonierung dieser infizierten Zelllinien unternommen,
um die GAD exprimierende Zellklone zu erhalten. Petri-Schalen (10
cm Durchmesser) sind mit den infizierten Zellen mit jeweils 1000,
500 oder 200 Zellen pro Schale besät worden. Die isolierten Zellklone
sind nach 15 Kultivierungstagen entnommen worden. Wir haben 17 von
der HiB5-Linie stammende
Klone und 20 von der ST14a-Linie stammende Klone isoliert.
-
Beispiel 10. Funktionalität des pMoMuLV-G-Retrovirus
-
Die
GAD-Enzymaktivität
ist mit dem Verfahren von Hamel et al. (Journal of Neurochemistry
Vol. 39: 842–849,
1982), das von Brass et al. (Journal of Neurochemistry Vol. 59:
415–424,
1992) modifiziert ist. Das Prinzip dieser Enzymaktivitätsmessung
beruht auf dem Nachweis der GABA, die aus einem Tritium-markierten Vorläufer (3H-Glutamat) bei Inkubation des die GAD enthaltenden
Proteinextraktes bei 37°C
gebildet wird. Diese Reaktion erfolgt in Gegenwart des Cofaktors
der GAD (Pyridoxalphosphat) und eines Inhibitors der GABA-Transaminase,
um die gebildete GABA zu erhalten. Die gebildete Tritium-markierte
GABA wird anschließend
von Glutamat mit Hilfe einer Ionenaustauscherharzsäule getrennt,
dann wird die Menge an gebildeter GABA mit Hilfe eines Szintillationszählers ermittelt.
Das detaillierte Protokoll der quantitativen Bestimmung ist folgendermaßen:
Die
Zellen werden in einem Natriumphosphat-Puffer (pH = 7,4), der EDTA
(10 mM), Rinderserumalbumin (BSA, 5 mg/l) und Triton X-100 (0,5%
vol/vol) enthält,
lysiert. Die enzymatische Reaktion erfolgt mit 80 ml Zelllysat,
zu dem gegeben wird: (1) 10 ml Lösung,
die Pyridoxalphosphat (200 mM, Cofaktor der GAD) und Aminoethyl-iso-thiouroniumbromid
(10 mM, Inhibitor der GAD-Transaminase) enthält; (2) 10 ml Lösung, die
5 mM nicht markiertes Glutamat und 106 dpm
Tritium-markiertes Glutamat, das nach dem Verfahren von Bird (1976) unmittelbar
vor Verwendung gereinigt wird, enthält.
-
Die
Reaktionsmischung wird dann 90 Minuten bei 37°C inkubiert. Die Reaktion wird
durch Zugabe einer unmittelbar vor Verwendung zubereiteten 0,5 ml
Kupferlösung
(6,92 g/l CuCl2; 59,6 g/l Na3PO4; 21,68 g/l Natriumborat) beendet, die eine
Komplexierung des Glutamats erlaubt. Die Suspension wird 10 Minuten
auf Eis gehalten, damit sich der Komplex bildet, dann wird der Kupferniederschlag
mittels Zentrifugation (13.000 rpm, 5 Minuten) entfernt.
-
Der Überstand
wird auf eine Dowex Harzsäule
(AG-1X8 Acetat, Biorad) gegeben, die das verbleibende Glutamat zurückhält. Die
Säule wird
zweimal mit 0,5 ml Wasser gewaschen. Das GABA-Produkt wird durch Zählen des
in 10 ml Szintillationsflüssigkeit
(Aqueous Counting Scintillant, Amersham) gelösten Eluats bestimmt.
-
Der
Hintergrund der Reaktion wird durch Ersetzen des Zelllysats mit
Lysepuffer ohne Zellen ermittelt. Die Konzentration der Proteine
des Zelllysats wird der Methode von Bradford folgend (Analogical
Biochemistry Vol. 72: 248–254,
1976) bestimmt. Die Enzymaktivität
ist in nmol gebildete GABA/mg Proteine/Stunde ausgedrückt.
-
Die
Messung der Glutamatdecarboxylase-Aktivität ist bei jedem Klon durchgeführt worden,
der von den mit dem für
die GAD codierenden rekombinanten Retrovirus infizierten Zelllinien
stammt. Gleichzeitig ist die GAD-Aktivität in den Striatum-Extrakten
und des Retrovirus produzierenden ψ-2-Klons bestimmt worden. Die
Ergebnisse der quantitativen Bestimmung sind in 3 dargestellt.
So exprimierten von den 17 Klonen, die von infizierten HiB5-Zellen
stammten, 3 große
Mengen an GAD. Ebenso exprimierten von den Klonen, die von der ST14a-Linie abstammten,
3 von 20 die GAD stark. Ein HiB5-Klon und ein ST14a-Klon sind für eine Transplantation
behalten worden, wobei ihre Glutamatdecarboxylase-Enzymaktivität jeweils
erreichte:
- – HiB5-Klon: 5,17 nmol/mg Protein/Stunde
- – ST14a-Klon:
7,20 nmol/mg Protein/Stunde
- – Striatum:
7,13 nmol/mg Protein/Stunde.
-
Man
kann ebenfalls einen Western-Blot nach dem von Towbin et al. beschriebenen
Protokoll (P.N.A.S. Vol. 76: 4350–4354, 1979) durchführen:
30
ml Zelllysat (gleicher Puffer wie für die Zellaktivität) wird
im kochenden Wasserbad in Gegenwart von 15 ml „Laemmli Blau" (Laemmli, Nature
Vol. 227: 680–685,
1970) denaturiert. Diese Lösung
wird auf ein 0,1% haltiges SDS 10% Polyacrylamidgel geladen. Die
Migration erfolgt über
Nacht bei 30 mV. Nach Migration werden die Proteine auf eine Nitrocellulose-Membran transferiert.
Die GAD wird mittels Immundetektion nachgewiesen.
-
Die
Immundetektionen haben uns die Charakterisierung der GAD auf Western-Blot-Membranen
auf Zelllinien-Kulturen und auf Gewebeschnitten nach Transplantation
erlaubt. Sie sind mit einem Serum von GAD-immunisierten Kaninchen
durchgeführt
worden. Das Serum ist 1 : 3000 verdünnt eingesetzt und über Nacht
bei 4°C
inkubiert worden. Der erste Antikörper ist mit Peroxydase (Vectastain
ABC kit, Vector Laboratories) detektiert worden. Im Falle von Gewebeschnitten,
die nach Transplantationen erhalten waren, ist der erste Antikörper ebenfalls mit
einem Fluorescein-markierten zweiten Antikörper (FITC goat anti-rabbit,
Nordic) detektiert worden.
-
Beispiel 11. In vivo Übertragung
des GAD67-Gens von einem rekombinanten Retrovirus
-
Die
Klone, die von den HiB5- und ST14a-Zelllinien abstammen und eine
Enzymaktivität
zeigen, sind in das Striatum von Sprague-Dawley Ratten transplantiert
worden, die zuvor mit Equitesin anästhesiert worden waren.
-
7,5 × 105 Zellen, die in 3 ml serumfreiem DMEM aufgenommen
sind, sind in 3 Minuten in die folgenden Koordinaten stereotaktisch
injiziert worden:
- – Vorderseite: +0,6 mm bezogen
auf das Bregma,
- – Seite:
+3 mm bezogen auf das Bregma,
- – Tiefe: –4,5 mm
bezogen auf die Dura mater.
-
Die
Nadel ist vor dem Entfernen 3 Minuten an Ort und Stelle gelassen
worden.
-
Ein
bis zwei Wochen nach der Transplantation sind die Tiere mit einer
4% Paraformaldehyd-Lösung bei
4°C perfundiert
worden und die Gehirne sind seziert und mit dem Gefrier-Mikrotom
geschnitten worden (Dicke 40 μm).
Eine immunhistochemische Untersuchung ist durchgeführt worden.
Der erste Antikörper
(polyklonaler anti-GAD-Kaninchen-Antikörper) ist entweder mit einem
Peroxidase-gekoppelten zweiten Antikörper oder mit einem fluoreszierenden
zweiten Antikörper
detektiert worden. Wir haben folglich eine für die GAD spezifische Immunmarkierung
in den Transplantaten von infizierten HiB5- und ST14a-Zellen verglichen
mit Transplantaten, die von nicht infizierten Zellen stammen, nachweisen
können
(4 und 5),
in 4A sind die nicht infizierten ST14a-Zellen dargestellt, 4B zeigt
den HiB5-Klon, der das Transgen exprimiert, 5A und 5B zeigen
den ST14a-Klon, der das Transgen exprimiert. In allen 4 und 5 weisen
die Pfeile auf die infizierten Zellen, die das Transgen exprimieren.
Die Ergebnisse zeigen, dass die infizierten Klone eine starke Expression
des Transgens nach Transplantation aufrechterhalten.
-
Beispiel 12. In vitro
GABA-Freisetzung
-
Die
GABA-Freisetzung von den HiB5-GAD- und ST14a-GAD-Klonen, die für die Transplantation
berücksichtigt
worden sind, ist in vitro untersucht worden.
-
Hierfür sind die
Klone auf einer Platte mit 6 Vertiefungen kultiviert worden, dann
mit einer Lösung
von „Hank's balanced salts" (HBSS, Gibco) vor
einer weiteren Inkubation im selben Medium fünfzehn Minuten gespült worden.
Nach Inkubation ist das Medium geerntet, zwecks Entfernung der Zellen
zentrifugiert und mittels HPLC analysiert worden. Die Zellen sind
ebenfalls für
die Bestimmung der Proteinkonzentration geerntet worden. Die HPLC
ist nach der von Kehr und Ungerstedt beschriebenen Methode (J. Neurochem.
Vol. 51: 1308–1310,
1988) durchgeführt
worden und hat den Nachweise einer bedeutenden Freisetzung von GABA von
den Zellen in ihr Kulturmedium erlaubt. Die Ergebnisse sind in 6 dargestellt.