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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Wärme-Management-Vorrichtung, die
die Wärmeableitung
in beispielsweise einer elektrischen Einrichtung ermöglicht,
und ein Verfahren zum Herstellen einer derartigen Vorrichtung. Insbesondere
betrifft die Erfindung eine Wärme-Management-Vorrichtung,
die für
elektrische Durchführungen
geeignet ist und als direkte Schnittstelle zu aktiven Elementen
dienen kann.
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Elektronische
und elektrische Bauelemente sind sowohl Strom- als auch Wärmequellen.
Wie bekannt ist, ist es notwendig, stabile Betriebsbedingungen und
-temperaturen aufrecht zu erhalten, um für einen zuverlässigen Betrieb
derartiger Bauelemente zu sorgen. Daher sind effiziente Verfahren
zum Wärme-Management und zur
Wärmeableitung
erforderlich. Üblicherweise
wird dies erreicht, indem Wärme-Management-Vorrichtungen
vorgesehen werden, die angrenzend an und in Kontakt mit dem elektronischen
Bauelement oder der Leiterplatte angeordnet werden. In der Schaltung
erzeugte Wärme wird
an die Wärme-Management-Vorrichtung übertragen
und in dieser abgeleitet. Für
eine optimale Effizienz ist es wünschenswert,
daß die
Wärme-Management-Strukturen
die höchst
mögliche
Wärmeleitfähigkeit,
eine effiziente externe Verbindungsmöglichkeit und eine geeignete
mechanische Stärke
aufweisen. Um diese Ziele bei thermisch anspruchsvollen Anwendungen
zu erreichen, sind bei einigen bekannten Vorrichtungen Materialien
mit hoher Wärmeleitfähigkeit
in Verbundstrukturen verkapselt. Diese Vorrichtungen erzielen jedoch
oft lediglich eine begrenzte Leistung bei erheblichen Leitfähigkeitsverlusten, üblicherweise
40%, und Gewichts- und Größenzunahmen.
Beispiele derartiger Strukturen sind in
EP 0 147 014 ,
EP 0 428 458 ,
US 5,296,310 ,
US 4,791,248 und
EP 0 231 823 beschrieben. Die leistungsfähigsten
zur Zeit erhältlichen
Wärme-Management-Systeme
weisen Leitfähigkeiten
auf, die üblicherweise
1,000 W/mK nicht überschreiten.
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Aktuelle
Technologien stellen kein Wärme-Management
zur Verfügung,
das für
zahlreiche Anwendungen ausreichend ist und gleichzeitig eine effiziente
elektrische Verbindung zwischen Schichten oder Seiten von Leiterplatten
bereitstellt. Ein weiteres Problem ist, daß die Masse und das Volumen
bekannter Wärme-Management-Systeme
relativ groß ist.
Dies wirkt sich auf die Gesamtgröße elektronischer
Systeme aus, in welche derartige Vorrichtungen integriert sind.
Heutzutage ist dies höchst
unvorteilhaft, da die Elektronikindustrie zur Miniaturisierung neigt.
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Wärme-Management-Systeme
werden oftmals als Substrate für
Träger
von elektronischen Hybridschaltungen verwendet. Bei einer bekannten
Anordnung wird Beryllium als Wärmeableiter
verwendet. Dieses weist eine Wärmeleitfähigkeit
von ungefähr
280 W/mK bei Raumtemperatur auf. Auf diesem ist oben eine Schicht
eines Dielektrikums angeordnet, auf welcher später Goldkontakte gebildet werden,
um auf diese Weise eine Verbindung zu anderen elektrischen Schaltungen
zu ermöglichen.
Ein Nachteil dieser Anordnung ist, daß Beryllium ein gefährliches
Material ist, tatsächlich
ist es karzinogen und im allgemeinen schwer zu verarbeiten. Darüber hinaus neigt
das Dielektrikum dazu, dick zu sein, was die Gesamtstruktur voluminös macht.
Ferner ist die Herstellung der Gesamtstruktur kostspielig, teilweise aufgrund
der Verwendung von Gold als Kontaktmaterial.
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Ziel
der vorliegenden Erfindung ist es, ein Wärme-Management-System bereitzustellen,
das eine hohe Wärmeleitfähigkeit
hat, jedoch eine geringe Masse und ein geringes Volumen. Die Erfindung ist
in den Ansprüchen
dargelegt. Vorzugsweise ist das Verkapselungsmaterial direkt auf
dem Kohlenstoff aufgebracht und ist in der Lage, die Festigkeit des
Kohlenstoffes zu erhöhen,
wobei das Verkapselungsmaterial vorzugsweise ein Polyimid oder Epoxidharz
oder ein beliebiges anderes geeignetes Polymer ist.
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Vorzugsweise
weist der anisotrope Kohlenstoff eine Mosaik-Ordnung oder eine hohe Ordnung auf.
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Wenn
der anisotrope Kohlenstoff thermalisiertes pyrolytisches Graphit
ist, weist er vorzugsweise Mosaik-Ordnung oder eine hohe Ordnung
auf. Der thermalisierte pyrolytische Graphit kann in der Ebene bei
Raumtemperatur eine Wärmeleitfähigkeit
von 1550-1850W/mK aufweisen. Üblicherweise
weist der thermalisierte pyrolytische Graphit einen geringen Zugfestigkeitswert
in der orthogonalen Richtung auf.
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Wenn
der anisotrope Kohlenstoff pyrolytisches Graphit ist, kann der pyrolytische
Graphit in einer "wie
abgeschiedenen" oder
teilweise geordneten Form vorliegen. Die Leitfähigkeit des pyrolytischen Graphits
kann in einer Ebene in dem Bereich von 300–420 W/mK liegen. Die Zugfestigkeit
der Platte kann in der orthogonalen Ebene 1,5 Ksi betragen.
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Vorzugsweise
ist der anisotrope Kohlenstoff eine Platte. Vorzugsweise weist die
Kohlenstoffplatte eine Dicke in dem Bereich von 100–500 μm auf. Die Kohlenstoffplatte
kann eine Dicke in dem Bereich von 200–250 μm oder 250–300 μm oder 300–350 μm oder 350–400 μm oder 400–450 μm oder 450–500 μm aufweisen.
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Vorzugsweise
weist das den Kohlenstoff kapselnde Material einen geringen Wärmeausdehnungskoeffizienten
und eine hohe Zersetzungstemperatur auf, wie beispielsweise ein
Polyimid, beispielsweise PI 2734 von DuPont (Marke), bei dem der
Wärmeausdehnungskoeffizient
ungefähr
13 ppm/C und die Zersetzungstemperatur ungefähr 500°C beträgt.
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Die
Beschichtung kann eine Schichtdicke im Bereich von wenigen Mikrometern
bis zu einigen zehn Mikrometern aufweisen. Eine mehrschichtige Beschichtung
kann auf dem Kohlenstoff gebildet werden, um die gewünschte Dicke
aufzubauen.
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Vor
der Verkapselung kann eine Matrix aus feinen Öffnungen, vorzugsweise mit
einem Durchmesser von 200 μm,
durch die Kohlenstoffplatte gebildet werden. Diese Öffnungen
werden bei der Verkapselung der Platte verfüllt. Ein Vorteil davon ist, daß dies die
Wahrscheinlichkeit von internen Schichtablösungen vermindert.
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Gemäß einem
zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein elektrisches
System bereitgestellt, wie es in den Ansprüchen aufgezeigt ist.
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Die
Vorrichtungen können
direkt auf der Oberfläche
aufgebracht sein oder können
unter Verwendung beispielsweise einer dünnen Schicht eines flüssigen Klebstoffs
aufgeklebt sein.
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Vorzugsweise
sind die Bauelemente in Polyimid oder Epoxidharz oder Acryl oder
Polyurethan oder Polyester oder einem beliebigen anderen geeigneten
Polymer verkapselt.
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Vorzugsweise
ist eine Mehrzahl von Schichten aus elektrischen Komponenten vorgesehen,
wobei alle durch Schichten aus Polyimid getrennt sind. Üblicherweise
sind die elektrischen Kontakte aus einer dünnen Schicht Metall, beispielsweise
Aluminium, gefertigt.
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Gemäß einem
dritten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum
Herstellen einer Wärme-Management-Vorrichtung,
wie es in den Ansprüchen
aufgezeigt ist, bereitgestellt, wobei vorzugsweise das Verkapselungsmaterial
derart beschaffen ist, daß die
Festigkeit des Kohlenstoffes verstärkt wird.
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Das
Verfahren kann zusätzlich
ein Aushärten des
Verkapselungsmaterials umfassen.
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Vorzugsweise
umfaßt
der Schritt des Aufbringens ein Aufstreichen, Rollen, Eintauchen,
Besprühen,
Aufschleudern, Aufdrucken oder Siebdrucken. Vorzugsweise umfaßt der Schritt
des Aufbringens bei Polyimid, welches aus einer einzigen Komponente
besteht, ein Aufstreichen des Polyimids oder ein Aufbringen davon
unter Verwendung einer Rolle. Für
ein Aufbringen in fester Phase kann eine Form verwendet werden.
Dies erfordert eine vorpolymerisierte Folie des Verkapselungsmaterials,
die direkt auf die gereinigte Oberfläche aufzubringen ist. Dieses
kann nützlich
sein, wenn einfache Wärme-Management-Vorrichtungen
ohne interne Öffnungen
benötigt
werden. Vorzugsweise kann der Kohlenstoff und die Form im Vakuum
und bei hoher Temperatur zusammengepreßt werden.
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Vorzugsweise
umfaßt
der Schritt des Aufbringens ein Aufbringen mehrerer Schichten Verkapselungsmaterial
wie beispielsweise Polyimid oder Epoxidharz oder Acryl oder Polyurethan
oder Polyester oder ein beliebiges geeignetes Polymer, bis die gewünschte Schichtdicke
erreicht wird.
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Vorzugsweise
umfaßt
das Verfahren ein Reinigen einer Oberfläche des Kohlenstoffes, um die
gereinigte Kohlenstoffoberfläche
zu erhalten.
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Vorzugsweise
umfaßt
der Schritt des Reinigens ein Verwenden von Bimsmehl unter Wasser zum
Entfernen losen Materials, gefolgt von einer Trocknung. Vorzugsweise
umfaßt
der Schritt des Trocknens ein Trocknen des Kohlenstoffs durch Ausbacken
der Kohlenstoffoberfläche
zum Entfernen von Feuchtigkeit, beispielsweise für eine Stunde bei 100°C.
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Vorzugsweise
umfaßt
der Schritt des Reinigens ein Entfetten des Kohlenstoffs, beispielsweise durch
Spülen
mit Aceton.
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Bei
einer Verwendung von Polyimid ist es bevorzugt, daß der Schritt
des Aushärtens
ein Erhitzen des Kohlenstoffs auf 150°C für beispielsweise eine Stunde
und eine anschließende
zyklische Temperaturbeanspruchung der Schaltung bei 150°C für 30 Minuten,
bei 250°C
für 30
Minuten und schließlich
für 30 Minuten
bei 300°C
umfaßt.
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In
dem Fall von Epoxid kann dieses aus einer einzigen Komponente bestehen
oder kann andernfalls eine Zweikomponentenmischung sein. Bei dem Einkomponententyn
kann anschließend
ein zweistufiges Kleben ausgeführt
werden, indem zuerst der Kleber bei einer gegebenen Temperatur (üblicherweise
um 120°C)
getrocknet wird, um das Lösungsmittel zu
entfernen und eine feste Phase zu bilden, und indem dieser anschließend bei
einer höheren
Temperatur, (üblicherweise
um 180°C)
erhitzt wird, um die Polymerisation abzuschließen. In dem Fall des Zweikomponentenepoxids
bewirkt die anfängliche
Mischung der Komponenten den Start des Polymerisationsprozesses
und der Prozeß kann
anschließend eine
beliebige Zeit zwischen Minuten und mehreren Stunden brauchen, abhängig von
dem speziellen Epoxid, für
die Beendigung des Prozesses.
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Vorzugsweise
umfaßt
das Verfahren ferner ein Bohren des Kohlenstoff zur Bildung zumindest
einer Öffnung
vor Aufbringung des Verkapselungsmaterials. Diese zumindest eine Öffnung kann
vollständig
mit Verkapselungsmaterial gefüllt
werden. Die Öffnungen
können
mit Verkapselungsmaterial gefüllt werden,
das mit Glasfaserkugeln vermischt ist, wobei jede Kugel üblicherweise
eine Durchmesser von 30 μm
aufweist. Dieser Prozeß kann
ausgeführt
werden, bevor die reine Polyimidbeschichtung zum Verkapseln der
Oberfläche
der Platte verwendet wird, und kann die Gleichmäßigkeit der Beschichtungsdicke über die
Oberfläche
der Platte erhöhen,
indem die Möglichkeit
einer an den Rändern
der ursprünglichen Öffnungen
in den Platten auftretenden Kantenflucht vermieden wird. In beiden
Fällen
wird die zumindest eine Öffnung
erneut aufgebohrt, sobald der Verkapselungsprozeß beendet ist, um eine Durchgangsöffnung bereitzustellen,
die elektrisch von dem Kohlenstoffkern isoliert ist.
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Vorzugsweise
wird eine Schicht eines leitenden Materials in der zumindest einen Öffnung aufgebracht,
um elektrische Verbindungen zu schaffen, wodurch elektrische Verbindungen
durch den Kohlenstoff ermöglicht
werden. Vorzugsweise ist das leitende Material ein Metall, beispielsweise
eine dünne Schicht
Aluminium. Alternativ können
die Ränder,
die die zumindest eine Öffnung
definieren, derart mit dem Verkapselungsmaterial beschichtet werden,
daß eine
Durchgangsöffnung
durch den Kohlenstoff erhalten bleibt, um auf diese Weise zu vermeiden,
daß der
Schritt des Bohrens durch das Verkapselungsmaterial ausgeführt werden
muß.
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Das
Verfahren kann ferner ein Bilden einer Matrix aus feinen Öffnungen
durch den Kohlenstoff umfassen. Diese Öffnungen werden selbstverständlich verfüllt, wenn
die Platte vollständig
verkapselt wird.
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Gemäß einem
vierten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum
Herstellen einer elektrischen Komponente, wie es in den Ansprüchen aufgezeigt
ist, bereitgestellt.
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Der
Schritt des Aufbringens kann ein Herstellen der Elemente direkt
auf der Oberfläche
oder ein Ausbilden der Elemente oder einer die Bauelemente enthaltenden
Dünnschichtmehrschichtschaltung
getrennt von der Kohlenstoffoberfläche und ein Befestigen dieser
an der Oberfläche
umfassen. Vorzugsweise umfaßt
der Schritt des Befestigens ein Auftragen eines Klebers auf die
Bauelemente oder die Schaltung oder die Kohlenstoffoberfläche und
ein Zusammendrücken
der Bauelemente oder der Schaltung und der Oberfläche bei
Raumtemperatur und in einem geringen Vakuum.
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Vorzugsweise
werden die elektrischen Kontakte unter Verwendung von Dünnschichtverarbeitungstechniken,
beispielsweise unter Verwendung von Aluminium, aufgebracht.
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Verschiedene
Vorrichtungen und Verfahren, in welchen die vorliegende Erfindung
realisiert ist, werden nun lediglich exemplarisch und unter Bezugnahme
auf die folgenden Zeichnungen beschrieben, wobei:
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1 einen
Querschnitt durch eine Kohlenstoffplatte ist;
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2 ist
ein Querschnitt durch eine Platte, die teilweise mit einem Verkapselungsmaterial
wie beispielsweise Polyimid oder Epoxidharz oder Acryl oder Polyurethan
oder Polyester oder einem beliebigen anderen geeigneten Polymer
beschichtet wurde;
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3 ist
ein Querschnitt durch eine Platte, die vollständig mit dem Verkapselungsmaterial
verkapselt wurde;
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4 ist
ein Querschnitt durch eine Kohlenstoffplatte, in die Öffnungen
gebohrt wurden;
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5 ist
ein 4 ähnlicher
Querschnitt, mit der Ausnahme, daß die Platte mit Verkapselungsmaterial
beschichtet wurde;
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6 ist
ein 5 ähnlicher
Querschnitt, mit der Ausnahme, daß Öffnungen durch das Verkapselungsmaterial
ausgebildet sind;
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7 ist
ein Querschnitt ähnlich
dem von 6, wobei die Platte mit Metall
bedeckt wurde;
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8 ist
ein Querschnitt ähnlich
dem von 7, wobei Verbindungsstrukturen
auf beiden Seiten der Platte geätzt
wurden;
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9 ist
ein Querschnitt durch eine Platte ähnlich der in 3 gezeigten,
auf welcher eine elektrische Mehrschichtschaltung direkt hergestellt
wurde;
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10 ist
ein Querschnitt ähnlich
dem von 9, jedoch wurde in diesem Falle
die elektrische Mehrschichtschaltung auf einer Oberfläche der
Kohlenstoffplatte unter Verwendung eines Epoxidharzes befestigt;
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11 ist 10 ähnlich,
mit der Ausnahme, daß die
Mehrschichtschaltung unter Verwendung eines Epoxids auf einer Oberfläche einer
Kohlenstoffplatte befestigt ist, die mit Polyimid beschichtet wurde;
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12 ist
ein Querschnitt durch eine Struktur, ähnlich der von 9 ist,
mit der Ausnahme, daß eine
Kompensationsschicht auf der Rückseite
enthalten ist, und 14 ist eine Draufsicht auf eine
großen Kohlenstoffplatte,
auf welcher eine Mehrzahl von bearbeiteten Stellen angeordnet ist.
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1 zeigt
eine Kohlenstoffplatte 10. Diese besteht üblicherweise
aus thermalisiertem pyrolytischem Graphit mit einer Mosaik-Ordnung
oder einer hohen Ordnung, mit einer Wärmeleitfähigkeit (gezeigt durch Pfeil
A) von 1550–1850
W/mK in der Ebene und einer Wärmeleitfähigkeit
von 8–25
W/mK in der orthogonalen Richtung (gezeigt durch Pfeil B), wobei
beide Richtungen geringe Zugfestigkeitswerte aufweisen. Dieses Material
ist brüchig,
zerbricht leicht und ist daher im allgemeinen schwierig zu handhaben.
Darüber
hinaus führt
jeder Kontakt mit diesem Material aufgrund seiner eigenen Weichheit und
dem schichtartigen Aufbau dazu, daß geringe Spuren davon auf
die berührte
Oberfläche übertragen
werden. Dies ist bei elektrischen Schaltungen unvorteilhaft, bei
denen einzelne Splitter oder Stücke von
leitendem Material dazu führen
können,
daß Kurzschlüsse gebildet
werden.
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Die
Platte 10 kann alternativ aus pyrolytischem Graphit in
einer "wie abgeschiedenen" oder in teilweise
geordneter Form sein. Dieses Material ist anisotrop und weist üblicherweise
eine Wärmeleitfähigkeit
in dem Bereich von 300–420
W/mK in einer Ebene (allgemein gezeigt durch Pfeil A in 1)
und 3W/mK in der orthogonalen Richtung (gezeigt durch Pfeil B in 1)
mit entsprechenden Zugfestigkeiten von 14 Ksi und 1,5 Ksi auf.
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Die
Platte 10 kann eine Dicke in dem Bereich von 100–500 μm, vorzugsweise
200 μm aufweisen, obgleich
sie jede für
eine gegebene Anwendung geeignete Dicke aufweisen kann.
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Um
ein Wärme-Management-Leiterplatte
zu bilden, die eine hohe Wärmeleitfähigkeit
aufweist, und die eine ausreichende mechanische Steifheit hat, um
elektrische Komponenten darauf befestigen zu können, wird die Platte 10 direkt
mit einem Verkapselungsmaterial beschichtet. Geeignete Verkapselungsmaterialien 12 umfassen
Polyimid oder Epoxidharz oder Acryl oder Polyurethan oder Polyester 12 oder
irgendein beliebiges anderes derartiges Polymer, das direkt auf
die Kohlenstoffoberfläche
aufgebracht werden kann und das in der Lage ist, die Steifheit der
Platte zu erhöhen,
ohne ihre Wärmeleitfähigkeit
signifikant zu vermindern. Ein Beispiel eines geeigneten Polyimids
ist PI 2734, bereitgestellt von DuPont (Marke).
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Vor
der Beschichtung kann eine Matrix aus feinen Öffnungen durch die (nicht gezeigte)
Platte gebildet werden. Der Durchmesser dieser Öffnungen beträgt üblicherweise
200 μm.
Dies hat den Vorteil, daß es
die Möglichkeit
einer internen Schichtablösung
vermindert.
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Um
den Verkapselungsprozeß auszuführen, wird
die Oberfläche
der Platte 10 zunächst
unter Wasser mit Bimsmehl gebürstet,
um auf diese Weise sämtliches
lose Material zu entfernen. Die Platte wird für eine Stunde bei 100°C getrocknet
und beispielsweise mit Aceton entfettet. Eine Schicht eines Verkapselungsmaterials,
beispielsweise PI 2734, wird anschließend ungefähr 8 μm dick auf eine Oberfläche der
Platte unter Verwendung einer Bürste
aufgebracht, und die Platte wird für ungefähr eine Stunde auf 150°C erhitzt,
um das Polyimid teilweise zu polymerisieren. Dies führt dazu,
daß eine
Seite der Platte 10 mit dem Polyimid 12, wie es
in 2 gezeigt ist, beschichtet ist.
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Die
vorhergehenden Schritte werden anschließend auf jeder Seite der Platte 10 wiederholt, bis
sie vollständig
verkapselt ist und die gewünschte Dicke
des Polyimids erreicht ist, wie es in 3 gezeigt
ist, wodurch ein Wärme-Management-Leiterplatte 13 gebildet
wird. Im allgemeinen werden diese Schritte auf alternierenden Oberflächen ausgeführt, so
daß die
Ebenheit der Leiterplatte bewahrt werden kann. In diesem Stadium
ist es wichtig, sicherzustellen, daß alle Seiten und Kan ten der
Platte bedeckt werden. Wenn es jedoch aus einem Grund notwendig
ist, das Graphit zu kontaktieren, können kleine Öffnungen
in dem Polyimid belassen werden, obgleich diese verfüllt würden, wenn
der entsprechende Kontakt hergestellt wird. Schließlich wird
die Leiterplatte 13 einer zyklischen Temperaturbeanspruchung unterzogen,
so daß sie
aushärtet.
Die thermische Temperaturbeanspruchung einer mit PI 2734 verkapselten
Kohlenstoffplatte umfaßt üblicherweise
ein Erhitzen der Leiterplatte 13 auf 150°C für 30 Minuten, auf
200°C für 30 Minuten,
auf 250°C
für 30
Minuten und auf 300°C
für 30
Minuten. Wenn ein hohes Maß an
Ebenheit erforderlich ist, werden die Leiterplattenoberflächen während der
Aushärtungsstufe
in einer Presse bei geringem Vakuum gepreßt.
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Der
Verkapselungsprozeß ist
geeignet, der Spezifikation und geometrischen Form der benötigten Wärme-Management-Struktur
zu entsprechen. Wenn die geometrische Form des Substrates beispielsweise
innen Öffnungen
und/oder einen komplexen Umfang umfaßt mit dem Erfordernis, daß sämtliche
Oberflächen
und Kanten gleichmäßig beschichtet
werden müssen,
wird das Verkapselungsmaterial vorzugsweise unter Verwendung einer
Bürste
oder einer Rolle auf die gereinigte Kohlenstoffoberfläche aufgebracht.
Dies ermöglicht,
daß sämtliche
Oberflächen
und Ränder
wie erforderlich beschichtet werden. Alternativ könnte das
Substrat unter Verwendung von Techniken wie beispielsweise Eintauchen, Aufschleudern,
Besprühen,
Aufdrucken oder Siebdrucken beschichtet werden. Der Trocknungs-,
Aushärtungs-
und der optionale Verpressschritt bei geringem Vakuum werden dann
auf die gleiche Weise und in gleicher Abfolge wie zuvor beschrieben
ausgeführt.
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Die
Verarbeitungsschritte sind für
sämtliche Verkapselungsmaterialien
im wesentlichen gleich, jedoch variieren, wie es zu erwarten ist,
die Temperaturen, die zum Erzeugen einer teilweisen Polymerisation
und Aushärtung
verwendet werden. In dem Fall von Epoxidharz beispielsweise wird
bei Verwendung des Typs 610 FR4, sobald der Kohlenstoff vollständig verkapselt
ist, dieses üblicherweise
bei 180°C
für ungefähr eine
Stunde erhitzt, um das Harz zu härten und
dadurch die Wärme-Manage ment-Leiterplatte
zu bilden. Sofern erforderlich, können weitere Epoxidschichten
durch Wiederholen der Schritte des Aufbringens des Harzes und des
Erhitzens der Leiterplatte hinzugefügt werden, um eine Verkapselungsschicht
der erforderlichen Dicke zu bilden.
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Gemäß einer
weiteren Verkapselungstechnik, die Epoxidharz verwendet, beispielsweise
STYCAST (Typ 1266), wobei es sich um ein Zweikomponenten-Epoxidharz
handelt, können
sämtliche
Harzverarbeitungsschritte bei Raumtemperatur ausgeführt werden.
Dies minimiert die Möglichkeiten
des Erzeugens interner Spannungen oder innerer Schichtablösung des
Substrates. Die Vorbereitungen der Substratoberflächen vor
der Verkapselung werden wie zuvor beschrieben ausgeführt. Die
Technik zum Aufbringen des Epoxidharzes auf die Oberfläche des
Substrates unter Verwendung von beispielsweise Siebdruck oder einer
Bürste
oder einem Roller wird ebenfalls anhand der gleichen Überlegungen zur
Substratgeometrie und -form bestimmt.
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In
dem Fall der Bearbeitung bei Raumtemperatur, bei dem Aushärtungszeiten
zwischen Minuten und mehreren Stunden liegen können, und zwar abhängig von
den Eigenschaften des jeweiligen Epoxidharzes, weist der Verkapselungsprozeß üblicherweise
eine Abfolge von Aushärtungsverfahren
auf. Eine Umgebung mit einem anfänglich
geringen Vakuum fördert
ein Entgasen und sorgt für
eine blasenfreie Beschichtung. Diesem folgt die kombinierte Anwendung
sowohl eines geringen Vakuums als auch eines hohen Anpreßdruckes
auf die Leiterplatte. Auf diesem Wege kann ein hohes Maß mechanischer Ebenheit
für die
verkapselte Wärme-Management-Struktur
bereitgestellt werden.
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Das
Verfahren des Verkapselns der Platte 10 in einem beliebigen
der beschriebenen Verkapselungsmaterialien hält die Wärmeleitfähigkeit der Platte im wesentlichen
auf ihrem Wert vor der Beschichtung. Wenn beispielsweise thermalisiertes
pyrolytisches Graphit verwendet wird, weist die resultierende Wärme-Management-Leiterplatte
eine Wärmeleitfähigkeit
von üblicherweise
1700 W/mK bei Raumtemperatur in der Ebene auf. Es ist verständlich,
daß bei
geringeren Temperaturen die Leitfähigkeit wahrscheinlich höher ist.
Dies ist vorteilhaft. Ein weiterer Vorteil des Verfahrens des Einkapselns
des Kohlenstoffes ist, daß die
Ebenheit der Wärme-Management-Leiterplatte üblicherweise über eine
Platte, die 100 mm mal 100 mm groß ist, plusminus 5 μm gehalten
werden kann, vorausgesetzt das ursprüngliche Material ist angemessen
eben.
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Unter
Verwendung des weiter oben beschriebenen Verkapselungsverfahrens
ist es möglich,
beispielsweise eine Graphitplatte 10 mit einer Dicke von
200 μm in
einer Polyimid- oder Epoxidharz- oder Acryl- oder Polyurethan- oder
Polyesterschicht mit einer Dicke in dem Bereich von 8–30 μm, vorzugsweise
15 μm, einzukapseln.
Dies führt
zu einer Wärme-Management-Leiterplatte 13 mit
einer Gesamtdicke in dem Bereich von 208–230 μm. Ein Verkapseln der Platte
in dieser Materialmenge führt
zu einer Leiterplatte mit einer Zugfestigkeit, die signifikant höher ist
als die der ursprünglichen
Kohlenstoffplatte, wodurch die Leiterplatte ausreichend gefestigt wird,
um sicher gehandhabt zu werden. Dies wird mit einer vernachlässigbaren
Zunahme an Volumen und einem vernachlässigbaren Verlust von Wärmeleitfähigkeit
erreicht. Dies ist unerwartet und vorteilhaft.
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Bei
vielen Anwendungen sind Wärme-Management-Vorrichtungen
zwischen Schichten von gedruckten Leiterplatten angeordnet. Daher
ist es vorteilhaft, eine direkt elektrische Verbindung zwischen
entgegengesetzten Seiten der Vorrichtung zu ermöglichen. Um dies in dem vorliegenden
Falle zu erreichen, wird vor der Verkapselung eine Matrix von Öffnungen
in der Graphitplatte 10 durch beispielsweise Bohrung gebildet.
Dies ist in 4 gezeigt. Die Öffnungen 14 sollten
jeweils einen Durchmesser aufweisen, der größer ist als der gewünschte endgültige Durchmesser. Üblicherweise
würde der
Durchmesser der auf dieser Stufe gebildeten Öffnungen 14 zumindest
200 μm größer sein
als der gewünschte Durchmesser.
Die Öffnungen 14 können natürlich in einem
beliebigen gewünschten
Layout gebildet sein. Polyimid oder Epoxidharz oder Acryl oder Polyurethan
oder Polyester 12 oder ein beliebiger anderer Polymer wird
anschließend
auf die Platte 10 aufgebracht, um deren Oberflächen zu
beschichten und die Öffnungen 14 zu
füllen,
wie es in 5 gezeigt ist. Wenn gewünscht können die Öffnungen
in der Tat mit einer Mischung des Verkapselungsmaterials, beispielsweise
Polyimid, und Glaskugeln verfüllt
werden. Dieser Prozeß kann
ausgeführt
werden, bevor das reine Polyimid zum Verkapseln der Oberfläche der
Platte verwendet wird. Dies verbessert die Gleichförmigkeit
der Beschichtungsdicke über
die Oberfläche
der Platte, indem die Möglichkeit
des Auftretens einer Kantenflucht um die Ränder der anfänglichen Öffnungen
vermieden wird. Sobald die Platte vollständig verkapselt ist, wird sie
anschließend
wie oben beschrieben bearbeitet, um eine starre im hohen Maße wärmeleitfähige Leiterplatte
bereitzustellen.
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Um
elektrische Verbindungen durch die Leiterplatte bereitzustellen,
werden die verfüllten Öffnungen 14 erneut
gebohrt, um Öffnungen 16 mit
einem geringeren Durchmesser, üblicherweise
100 μm oder
größer, zu
bilden, wie es in 6 gezeigt ist. Auf diesem Wege
werden Durchgänge
durch die Leiterplatte gebildet, jedoch bleibt das Graphitmaterial 10 mit
dem Polyimid oder Harz oder Acryl oder Polyurethan oder Polyester 12 oder
einem beliebigen anderen geeigneten Polymer verkapselt und so elektrisch isoliert.
Ein Metall 18 wie beispielsweise Aluminium wird dann auf
beide Seiten der Leiterplatte aufgebracht, wie es in 7 gezeigt,
ist, üblicherweise
unter Verwendung von Aluminiumdünnschichtverarbeitungstechniken.
Anschließend
werden Verbindungsstrukturen 20 unter Verwendung von Standardtechniken
auf beide Seiten der Leiterplatte geätzt, wie es in 8 gezeigt
ist. Auf diesem Wege wird eine Leiterplatte 22 mit metallisierten Öffnungen
durch eine verkapselte Kohlenstoffplatte geschaffen, wobei das Metall
in den Öffnungen
vollständig
von dem Kohlenstoff 10 isoliert ist.
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Die
verkapselte Wärme-Management-Leiterplatte 13, 22 kann
als eine Schnittstelle zu zahlreichen Anordnungen/Baugruppen verwendet
werden. Beispielsweise kann es für
ein direktes Wärme-Management
von Keramikstrukturen wie beispielsweise Aluminiumoxid, Berylliumoxid
und Aluminiumnitrid oder Metallsubstraten wie beispielsweise Beryllium verwendet
werden. Dies wird erreicht durch Aufbringen beispielsweise einer
dünnen
Schicht eines flüssigem
Epoxidharzes auf eine Oberfläche
des Keramiksubstrates, Erhitzen des Substrates auf 125°C zum Polymerisieren
des Harzes und anschließendem
Anordnen des Substrates auf der Kohlenstoffplatte 10 oder
der Wärme-Management-Leiterplatte 10, 22.
Ein Pressen bei 180°C
bei hohem Druck und geringem Vakuum wird anschließend angewendet, um
eine blasenfreie Schnittstelle mit einer Dicke von lediglich wenigen
Mikrometern zu schaffen. Ein alternativer Prozeß ist, das Keramik- oder Metallsubstrat mit
einer dünnen
Schicht eines flüssigen
Epoxidklebers (üblicherweise
wenige Mikrometer dick) zu beschichten, dieses auf der Platte aus
anisotropem Kohlenstoff oder der Wärme-Management-Leiterplatte
anzuordnen und es durch Polymerisation des Epoxids unter Druck und
bei geringem Vakuum bei Raumtemperatur daran zu befestigen, um eine
blasenfreie Schnittstelle zu schaffen.
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Die
Wärme-Management-Leiterplatte 13, 22 kann
ferner für
die kundenspezifische Gestaltung von Dünnschicht-Mehrschichtschaltungen
unter Verwendung alternierender Schichten von im Vakuum abgeschiedenem
Aluminium und Polyimid verwendet werden. Das Aluminium 24 kann
direkt auf das Polyimid oder Harz oder Acryl oder Polyurethan oder
Polyester der Leiterplatte 13, 22 aufgebracht
werden, üblicherweise
unter Verwendung von Dünnschichtaluminiumtechniken,
so daß Schichten
mit Dicken von 5 μm
aufgebracht werden können. 9 zeigt
Aluminium 24, das auf einer Schicht von Epoxidharz 26 aufgebracht
ist, welche wiederum auf einer Oberfläche der Platte 10 aufgebracht
ist. Da die beschichtete Oberfläche
der Platte 10 eben ist, ist die Auflösung der zum Aufbringen des
Aluminiums 24 verwendeten Lithographie gut. Dies bedeutet,
daß kleine
Merkmale einfach definiert werden können. Polyimid 28 wird anschließend über das
Aluminium durch Aufschleudern oder Siebdrucken aufgebracht. Daher
kann die Dicke der Polyimidschicht 28 beispielsweise so
gering wie 8 μm
sein. Unter Verwendung üblicher
Herstellungstechniken werden anschließend Öffnungen durch das Polyimid 28 an
entsprechenden Stellen definiert, so daß folgende Metallschichten 30,
die diese Öffnungen
füllen,
einen elektrischen Kontakt zu dem Aluminium 24 schaffen
können.
Zwischen den nachfolgenden Metallschichten 30 sind üblicherweise Schichten aus
Polyimid 28 angeordnet. Natürlich kann diese Bearbeitung
auf entgegengesetzten Seiten der Platte 10 durchgeführt werden,
wodurch eine doppelseitige elektrische Komponente mit einer immanenten
Wärme-Management-Fähigkeit
bereitgestellt wird.
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Die
Dünnschicht-Mehrschichtschaltungen können ferner
auf alternativen Substraten, beispielsweise Aluminium, hergestellt
werden und anschließend
chemisch separiert werden. Diese Schaltungen oder andere kundenspezifisch
gestaltete Mehrschichtschaltungen, welche auf Polyimidschichten oder
auf Epoxidharz basierten Schichten 31 hergestellt werden
können,
können
ebenfalls mit der anfänglichen
anisotropen Kohlenstoffplatte verbunden werden, indem beispielsweise
eine dünne
Schicht eines flüssigen
Epoxidklebers 32 (überlicherweise
wenige Mikrometer dick) auf die Platte 10 aufgebracht wird,
die Mehrschichtschaltung auf dieser Oberfläche angeordnet wird und Polymerisieren
des Epoxides unter Druck und geringem Vakuum bei Raumtemperatur
ermöglicht
wird, um eine blasenfreie Schnittstelle zu schaffen. Eine Vorrichtung,
die durch Aufbringen eines Epoxidharzes 32 auf die Kohlenstoffplatte 10 hergestellt
wurde, ist in 10 gezeigt. In diesem Falle
fungiert das Epoxidharz 32 sowohl als Fixiermittel zum
Befestigen der Mehrschichtschaltung an der Kohlenstoffplatte 10 als
auch zusätzlich
als Material zum Verkapseln der Kohlenstoffplatte. Im Gegensatz dazu
zeigt 11 eine Mehrschichtschaltung,
die unter Verwendung eines Epoxidharzes 32 mit einer Oberfläche einer
Kohlenstoffplatte 10 verbunden ist, die beispielsweise
mit Polyimid 36 beschichtet worden ist.
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Bei
unter Verwendung eines der oben genannten Prozesse beschriebenen
Hybridstrukturen können
Temperaturänderungen Änderungen
der Länge
der strukturellen Komponenteschichten bewirken. Die Längenveränderungen
der verkapselten Leiterplatte unterscheiden sich von denen des Materials,
das die befestigte Mehrschichthybridstruktur bildet. Dieser Effekt
vermindert die Gesamtoberflächenebenheit,
was bei einigen Anwendungen ein Nachteil sein kann. Es wurde jedoch
gefunden, daß eine optimale
Ebenheit über
einen Temperaturbereich, üblicherweise
100°C, gehalten
werden kann, indem eine Kompensationsschicht von Verkapselungsmaterial
auf der Seite der Wärme-Management-Platine aufgebracht
wird, die zu der Seite entgegengesetzt liegt, welche das Hybrid
trägt.
Diese Kompensationsschicht sollte aus dem gleichen Material sein
und im wesentlichen die gleiche Dicke aufweisen, wie die Materialschichten,
die die Mehrschichthybridstruktur bilden. Auf diesem Wege weist
jede Seite der Leiterplatte ungefähr den gleichen Wärmeausdehnungskoeffizienten
auf und die Gesamtebenheit der Leiterplatte variiert nicht wesentlich.
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Die
Kompensationsschicht kann realisiert werden entweder durch Aufbauen
zusätzlicher Schichten
von Verkapselungsmaterial auf der Leiterplatte bis zum Erreichen
der gewünschten
Dicke oder alternativ durch Kleben einer Form des Materials auf die
Oberfläche
der Leiterplatte in ähnlicher
Weise wie zuvor beschrieben. Als ein Beispiel zeigt 12 die Struktur
von 9, auf welche eine Kompensationsschicht aus Polyimid 37 aufgebracht
worden ist, die eine Dicke aufweist, die ungefähr der kombinierten Dicke der
Schichten 28 aus 10 entspricht,
vorausgesetzt daß in
diesem Falle die Dicke der Hybridstruktur von den Polyimidschichten 28 bestimmt
wird. Als weiteres Beispiel zeigt 13 die
Struktur von 11, auf welche eine Kompensationsschicht
aus Polyimid 37 geklebt worden ist, welche eine Dicke aufweist,
die ungefähr
der kombinierten Dicke der Schichten 28 und 31 der
Struktur von 11 entspricht. Dies setzt wiederum
voraus, daß die
Dicke der Hybridschicht durch die Schichten 28 und 31 bestimmt
ist.
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Um
eine zusätzliche
Festigkeit der zusammengesetzten Struktur zu schaffen und/oder um
die Ränder
gegen Stoß oder
Schichtablösung
zu schützen,
kann die anisotrope Kohlenstoffplatte in einem umgebenden dünnen Rahmen
eingefügt
sein, welcher vorzugsweise aus Material gefertigt ist, das den gleichen
Wärmeausdehnungskoeffizienten
wie die Struktur aufweist, beispielsweise Kohlenstofffaser. Auf
diese Weise wird eine einzige ebene Oberfläche bereitgestellt, die beschichtet
werden kann und an der Mehrschichtschaltung mit dem oben beschriebenen
Raumtemperaturprozeß befestigt
werden kann.
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Hybridbauelemente,
die beispielsweise Mehrschichtschaltungen und eine Wärme-Management-Leiterplatte
aufweisen, können
auf verschiedenen Wegen hergestellt werden. Bei einer Technik wird
eine Mehrzahl derartiger Bauelemente aus einer großen Kohlenstoffplatte
gefertigt. 14 zeigt eine derartige Platte 38,
auf welcher sich sechs Bearbeitungsstellen 40 befinden.
Jede Bearbeitungsstelle ist beispielsweise mit Polyimid beschichtet,
worauf die Mehrschichtschaltungen entweder direkt aufgetragen werden
können
oder unter Verwendung eines Epoxidklebers befestigt werden können. Sobald
die Bearbeitung jeder Stelle beendet ist, wird die Platte 38 geschnitten,
um sechs einzelne Bauelemente zu bilden. Die unbeschichteten Seiten
der Kohlenstoffplatte werden anschließend wie zuvor beschrieben bearbeitet,
um eine vollständige
Verkapselung des Kohlenstoffes und die Bildung einer Wärme-Management-Leiterplatte
sicherzustellen. Ein Vorteil dieser speziellen Technik ist, daß Probleme
im Zusammenhang mit den Rändern
der Kohlenstoffplatte 38 vermieden werden.
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Diese
Verfahren erlauben es, daß die
Wärmeleitfähigkeit
und die Eigenschaft der geringen Masse der anfänglichen Wärme-Management-Struktur nach Verbindung
mit den kundenspezifisch hergestellten Mehrschichtschaltungen bewahrt
bleiben.
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Wie
zuvor bemerkt, wurden in einigen bekannten Anwendungen, bei denen
eine relativ hohe Wärmeleitfähigkeit
erforderlich ist, Berylliumoxidsubstrat mit einer Schicht eines
darauf gebildeten Dielektrikums verwendet, und Goldkontakte wurden
auf das Dielektrikum aufgebracht. Jedoch stellt das elektronische
Hybridbauelement, das die erfindungsgemäße Wärme-Management-Vorrichtung
verwendet, eine signifikant höhere
Wärmeleitfähigkeit
mit einer signifikanten Verminderung der Kosten bereit. Darüber hinaus
ist die Herstellung derartiger Vorrichtungen weniger problematisch,
da die verwendeten Materialien nicht gefährlich sind.
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Das
oben beschriebene Verfahren ermöglicht
die Herstellung von elektrischen Baugruppen mit hohen Komponentendichten,
die auf einer Graphitplatte oder einem Graphitkern mit hoher Wärmeleitfähigkeit
und mit geringer Masse aufgebaut sind, wobei kundenspezifische elektrische
Verbindungen zwischen entgegengesetzten Flächen ermöglicht werden. Dies wird ohne
Verwendung gefährlicher
Materialien realisiert.
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Die
thermalisiertes pyrolyisches Graphit verwendende Wärme-Management-Leiterplatte
weist eine optimale Wärmeleitfähigkeit
in der Ebene auf, üblicherweise
1550–1850
mK bei Raumtemperatur, während
sie gleichzeitig eine geringe Masse und eine einfach zu handhabende
Struktur aufweist. Darüber hinaus
können
die Substrate einfach als Schnittstellen zwischen anderen Schaltungen
verwendet werden. Ferner kann vor der Verkapselung eine beliebige
Geometrie des Kohlenstoffes verwendet werden, so daß die Wärme-Management-Vorrichtung
kundenspezifisch für
jede spezielle Anwendung gefertigt werden kann.
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Bei
Verwendung der Wärme-Management-Strukturen
zum Kühlen
elektrischer Systeme wird oftmals Wärmeleitfett als Schnittstelle
verwendet. Es ist angedacht, daß eine
Wärme-Management-Vorrichtung, bei
welche die Erfindung verwendet wird, anstelle des Fettes verwendet
werden könnte,
wobei es klar ist, daß die
bei einer solchen Anwendung verwendete Vorrichtung relativ dünn sein
sollte.
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Der
Fachmann wird erkennen, daß Variationen
der beschriebenen Anordnungen möglich
sind, ohne den Schutzbereich der Erfindung zu verlassen. Demgemäß ist die
obige Beschreibung mehrerer Ausführungsbeispiele
exemplarisch und nicht beschränkend.
Darüber
hinaus ist dem Fachmann klar, daß geringe Modifikationen ohne
signifikante Änderungen
des oben beschriebenen Konzeptes gemacht werden können.