Die Erfindung bezieht sich auf eine Reibungspumpe mit
den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
Allgemein gehören zu den Reibungsvakuumpumpen Gaede-Pumpen
(in einem Gehäuse rotierender Zylinder mit Pumpspalt
und zwischen Einlass und Auslass gelegenem Sperrspalt),
Holweck-Pumpen (in einem Gehäuse rotierender
Zylinder mit wendelförmigen, stator- oder rotorseitig
angeordneten Nuten), Siegbahn-Pumpen (rotierende und
stehende Ringscheiben mit spiralförmig gestalteten Nuten)
und Turbomolekular-Pumpen, die mit Lauf- und Leitschaufeln
ausgerüstet sind. Es ist bekannt, Reibungspumpen
mit unterschiedlich gestalteten Pumpenabschnitten
auszurüsten.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
eine Reibungsvakuumpumpe mit einer einfachen Gaedespumpenstufe
auszurüsten, die im Bereich des Übergangs zwischen
Molekularströmung und viskoser Strömung gute Fördereigenschaften
hat.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden
Merkmale der Patentansprüche gelöst.
Besonders vorteilhaft ist, dass die erfindungsgemäße
Gaedepumpenstufe mit einer Siegbahnstufe kombinierbar
ist, so dass eine kompakte Pumpstufe mit optimalen Fördereigenschaften
realisiert werden kann. Mit einer in
dieser Weise ausgebildeten Vakuumpumpe kann ein relativ
hoher Vorvakuumdruck (größer 10 mbar) erzeugt werden,
so dass Pumpen dieser Art mit kleinen und preiswerten
Vorvakuumpumpen betrieben werden können.
Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung sollen
anhand von in den Figuren 1 bis 18 dargestellten Ausführungsbeispielen
erläutert werden. Es zeigen
- Figur 1 eine Reibungsvakuumpumpe mit mehreren
Stufen,
- Figur 2 einen Schnitt durch die Pumpe nach Figur 1 in Höhe
der Statorscheibe einer Siegbahn-Stufe
- Figur 3 einen Schnitt durch die Pumpe nach Figur 1 in Höhe
einer sich in Förderrichtung an den Siegbahn-Pumpenabschnitt
anschließenden weiteren Pumpstufe,
- Figuren 4, 5 und 6 ein weiteres Ausführungsbeispiel für
eine Pumpe nach der Erfindung,
- Figuren 7, 8 ein Ausführungsbeispiel für eine Pumpe nach
der Erfindung mit einer besonderen Rotoraufhängung,
- Figuren 9 bis 12 Schnitte durch weitere Lösungen für
druckseitig angeordnete Pumpstufen und
- Figuren 13 bis 18 Schnitte durch Pumpstufen, die als kombinierte
Siegbahn/Gaede-Stufen ausgebildet sind.
Beim Ausführungsbeispiel nach Figur 1 handelt es sich um eine
Reibungsvakuumpumpe 1, deren Gehäuse mit 2 bezeichnet ist. Der
obere, zylindrisch gestaltete Gehäuseabschnitt 3 umfaßt und
zentriert den Stator 4, der eine Mehrzahl von Statorringen 5,6
und 7 umfaßt. Der Rotor 8 stützt sich über die Lager 9 und die
Pumpenwelle 10 im Pumpengehäuse 2 ab. Der Antriebsmotor ist mit
11 bezeichnet. Während des Betriebs der Pumpe ist an den
Einlaßflansch 12 ein zu evakuierender Rezipient angeschlossen.
Infolge der Drehung des Rotors 8 werden die Gase zum Auslaß 13
gefördert, an den eine Vorvakuumpumpe angeschlossen ist.
Das Ausführungsbeispiel nach Figur 1 ist mit insgesamt 3
Pumpenabschnitten ausgerüstet. Der hochvakuumseitige Pumpenabschnitt
besteht aus Turbomolekularpumpenstufen. Die Statorringe
5 tragen jeweils die nach innen gerichteten Statorschaufeln 14,
denen am Rotor 8 befestigte Rotorschaufeln 15 zugeordnet sind.
Der zweite Pumpabschnitt weist Siegbahnpumpenstufen auf. Diese
umfassen rotierende, am Rotor 8 befestigte Ringscheiben 16,
deren Oberflächen eben sind. Zwischen den Rotorringscheiben 16
befinden sich die Statorringscheiben 17. Die Statorringe 6
tragen die Statorringscheiben 17; vorzugsweise sind sie einstückig
ausgebildet. Die Statorringscheiben 17 sind stirnseitig
mit spiralförmigen Vorsprüngen 18 und entsprechenden Nuten 19
ausgerüstet (vgl. Figur 2). Die spiralförmige Gestaltung ist
jeweils so gewählt, daß eine kontinuierliche Gasströmung vom
Einlaß 12 zum Auslaß 13 sichergestellt ist, d.h. daß beim
dargestellten Ausführungsbeispiel die oberhalb einer Statorringscheibe
6 befindlichen pumpaktiven Flächen der Siegbahnstufen
die Gase von außen nach innen und die unterhalb einer
Statorringscheibe 6 befindlichen pumpaktiven Flächen der
Siegbahnstufen die Gase von innen nach außen fördern. Es sind
jeweils drei spiralförmige Nuten bzw. Vorsprünge vorgesehen,
die sich jeweils über etwa 360° erstrecken. Die Anzahl, Tiefe,
Breite und Steigung der Spiralen bestimmt die Pumpeigenschaften
des aus Siegbahnstufen bestehenden Pumpenabschnittes. Durch
Austauschen von Statorringscheiben 17 mit geeignet gestalteten
Spiralen können die Pumpeigenschaften unterschiedlichen Einsatzbedingungen
angepaßt werden.
Beim Ausführungsbeispiel nach Figur 1 fördert die letzte
druckseitige Siegbahn-Stufe die Gase von außen nach innen. Von
dort aus gelangen sie in eine für den Zwischenbereich zwischen
Molekularströmung und viskoser Strömung besonders geeignete
Pumpenstufe, die nach Art einer Kreiselrad-Arbeitsmaschine
ausgebildet ist. Diese umfaßt am Rotor 8 befestigte, in Bezug
auf die Drehrichtung (Pfeil 21 in Figur 3) nach hinten gekrümmte,
sich im wesentlichen axial erstreckende Laufschaufeln
22. Diesen sind Kreiselrad-Arbeitsmaschine Leitschaufeln 23
zugeordnet, die vom Statorring 7 getragen werden. Die Leitschaufeln
23 bilden Strömungskanäle 24, die etwa senkrecht zu
den äußeren Bereichen der Laufschaufeln angeordnet sind und vom
Gas in etwa radialer Richtung nach außen durchströmt werden. Im
äußeren Bereich sind die Strömungskanäle 24 mit Öffnungen 25
versehen, durch die die Gase zur Vorvakuumseite der Pumpe
gelangen. In Figur 1 ist der Strömungsweg der Gase durch den
Pfeil 26 gekennzeichnet.
Beim in Figur 1 dargestellten Ausführungsbeispiel fördert die
erste auf die Turbomolekularpumpenstufen folgende Siegbahnstufe
die Gase von außen nach innen. Die der Statorringscheibe 17 der
ersten Siegbahnstufe vorgelagerte Rotorringscheibe 16 hat einen
kleineren Durchmesser als die übrigen Rotorringscheiben 16 und
trägt an ihrem Umfang gegenüber den übrigen Rotorschaufeln 15
verkürzte Schaufeln 27. Dadurch ist ein möglichst störungsfreier
Übergang zwischen den verschiedenen Pumpenabschntten
gewährleistet. Für den Fall, daß die erste Siegbahnstufe die
Gase von innen nach außen fördern soll, kann eine entsprechend
gestaltete erste Statorringscheibe 17 mit gegenüber den übrigen
Scheiben vergrößertem Innendurchmesser vorgesehen sein, die an
ihrer Innenseite verkürzte Statorschaufeln trägt.
Auch beim Ausführungsbeispiel nach Figur 4 sind hochvakuum- bzw.
einlaßseitig zunächst ein Turbomolekularpumpenabschnitt
und daran anschließend ein Siegbahn-Pumpenabschnitt vorgesehen.
Die sich an den Siegbahn-Pumpenabschnitt anschließende, vorvakuumseitige
Pumpstufe ist nach Art einer Seitenkanalpumpe
ausgebildet. Dazu sind in den einander zugewandten, sich radial
erstreckenden Oberflächen der letzten Rotorringscheibe 28 (Fig.
5) und der letzten Statorringscheibe 29 (Fig. 6) im Querschnitt
etwa halbrund gestaltete, einander zugewandte, im wesentliche
kreisförmige Nuten 31, 32 vorgesehen. Die saugseitig angeordnete
rotierende Nut 31 ist mit einer Vielzahl von Querstegen 33
ausgerüstet. Die druckseitig angeordnete, feststehende Nut 32
hat in Bezug auf die geförderten Gase einen Einlaß 34 und einen
Auslaß 35. Ihr Einlaß 34 ist ein sich radial nach außen erstreckender
Nutabschnitt, der die durch den peripheren Pumpspalt
zwischen Ringscheibe 27 und Stator 4 strömenden Gase
aufnimmt. Der Auslaß 35 ist eine sich im wesentlichen axial
erstreckende Bohrung, welche die Nut 32 mit dem Vorvakuumraum
verbindet. Einlaß 34 und Auslaß 35 liegen unmittelbar nebeneinander
und sind durch einen Steg 36 voneinander getrennt, um
Rückströmungen zu vermeiden. Eine Aufteilung der Nut 32 in zwei
oder mehr Nutabschnitte, jeweils mit einem Einlaß 34 und einem
Auslaß 35, ist möglich.
Beim Ausführungsbeispiel nach den Figuren 7 und 8 stützt sich
die Welle 10 über ihre Lager 9 zunächst auf der Innenseite
eines hülsenförmigen Trägers 41 ab. Das obere Ende des Trägers
41 ist mit einem Kragen 42 ausgerüstet. Das untere Ende des
Trägers ragt in eine Ausnehmung 43 eines Gehäusebauteiles 44
hinein, welche nur einen geringfügig größeren Durchmesser hat
als der Außendurchmesser des Trägers 41. Ein O-Ring 45 zwischen
dem Träger 41 und der Innenseite der Ausnehmung 43 sichert die
zentrische Position des Trägers 41. Zur Abstützung des Trägers
41 im Gehäuse 2 sind drei sich im wesentlichen axial erstreckende
Stäbe 46 vorgesehen, die am Kragen 42 und am Gehäusebauteil
44 befestigt sind. Führt ein in dieser Weise aufgehängter
Rotor 8 infolge von Stößen oder beim Durchfahren von Resonanzen
Schwingungen aus, dann sind die Amplituden sehr klein und
ausschließlich radial gerichtet. Der O-Ring 45 wirkt bei
Schwingungen dieser Art als Dämpfungselement. Dadurch können
die Pumpspalte zwischen den pumpaktiven Flächen, insbesondere
zwischen den Stator- und Rotorringscheiben der Siegbahnstufen,
sehr klein ausgebildet und damit eine sehr gute Pumpenwirkung
erzielt werden.
Fig. 9 zeigt ein Ausführungsbeispiel für eine Pumpe nach der
Erfindung, bei der sich der Rotor auf einem feststehenden
Zapfen 51 des Gehäuses 2 abstützt und der Antriebsmotor 11 als
Außenläufermotor ausgebildet ist. Zur Befestigung der Stäbe 46
ist der Zapfen 51 an seinem oberen Ende mit einem Kragen 52
ausgerüstet. Der hülsenförmige Träger 41 weist an seinem
unteren Ende einen nach innen gerichteten Rand 53 auf. Zwischen
Kragen 52 und Rand 53 erstrecken sich die Stäbe 46.
Im übrigen schließt sich an den Siegbahn-Pumpenabschnitt
druckseitig ein Holweckpumpenabschnitt an, der aus dem Statorring
55 mit den wendelförmig gestalteten Vorsprüngen 56 und der
Außenseite des zylindrischen Rotorabschnittes 57 besteht.
Dieser trägt auf seiner Innenseite den Motorrotor.
An den Holweckpumpenabschnitt schließt sich noch ein Gaedepumpenabschnitt
an. Dieser umfaßt statorseitig den Statorring 60
mit zwei umlaufenden Stegen 61, 62, welche die Nut 63 bilden,
und rotorseitig den entsprechend verlängerten Rotorabschnitt
57. Den Einlaß in die Gaedepumpenstufen bilden eine oder
mehrere Öffnungen 64 (vgl. auch Fig. 10) im oberen Steg 61.
Diese liegen unmittelbar neben einem oder mehreren feststehenden,
in die Nut 63 hineinragenden Vorsprüngen 65, die mit dem
Rotor 57 den Sperrspalt 66 bilden. Die Auslaßöffnung(en) 67
befinden sich im unteren Steg 62 und münden in den Vorvakuumraum
der Pumpe 1. Beim Ausführungsbeispiel nach Figur 10 ist
die Nut 63 in zwei Abschnitte aufgeteilt. Es sind zwei parallel
zueinander angeordnete Gaedepumpenstufen vorgesehen. Sie weisen
jeweils die Einlaßöffnung 64 sowie die Auslaßöffnungen 67 auf
und erstrecken sich jeweils über etwa 180°. Der Pfeil 68
kennzeichnet die Drehrichtung des Rotors 57.
Bei den Ausführungen nach den Figuren 11 und 12 ist die Nut 63
nicht mehr ringförmig gestaltet. Durch entsprechende Wahl der
Nut-Tiefe (oder auch Nut-Breite) haben die sich zwischen Einlaß
64 und Auslaß 67 erstreckenden Abschnitte der Nut 63 einen
abnehmenden (Fig. 11) bzw. ständig wechselnden (Fig. 12)
Querschnitt. Dadurch wird der gewünschte Druckaufbau erzielt.
Bei der Ausführung nach Fig. 12 sind mehrere Kammern 69 vorhanden,
in denen nacheinander ein relativ langsamer Druckaufbau
und eine relativ schnelle Expansion stattfinden. Der Druck
nimmt von Kammer zu Kammer zu.
Die Figuren 13 bis 18 zeigen Ausführungsformen für Siegbahnstufen,
die mit Gaedestufen kombiniert sind. Die Außendurchmesser
der rotierenden Ringscheiben 17 sind dazu derart gewählt,
daß zwischen ihrer Peripherie und dem sie umgebenden
Stator 4 jeweils ein äußerer Ringraum 71, 72 vorhanden ist.
Weiterhin ist der Innendurchmesser der Statorringscheiben 16
derart gewählt, daß jeweils ein innerer Ringraum 73, 74 vorhanden
ist. Aus Figur 13, welche eine Draufsicht auf eine
Statorringscheibe mit zwei spiralförmigen Nuten 19 zeigt, ist
ersichtlich, daß sich in den Ringräumen 71, 72 feststehende
Vorsprünge 75, 76 bzw. 77, 78 befinden, die gemeinsam mit dem
Außenumfang der Rotorringscheiben 16 bzw. dem rotierenden
Zentralteil (z.B. Rotor 8 oder Welle 10) Sperrspalte 79, 80
bilden.
Während des Betriebs dreht sich der Rotor in Richtung des
Pfeiles 81 (Fig. 13). Diese Drehung bewirkt ein Mitreißen der
Gasmoleküle in den beiden Abschnitten des Ringraumes 71 in
Richtung der Pfeile 82, 83 (Gaedepumpeffekt).
Infolge des Vorhandenseins der Vorsprünge 75, 76 werden die
Gase in die spiralförmigen Nuten nach innen gefördert (Siegbahnpumpeffekt)
und gelangen dort in die Abschnitte des Ringraumes
73. Dort werden sie in Richtung der Pfeile 84, 85
mitgerissen und gelangen auf der Unterseite der in Figur 13 in
Draufsicht dargestellten Statorringscheibe 16 in die Nuten 19,
welche derart ausgebildet sind, daß sie die Gase wieder nach
außen fördern.
Beim Ausführungsbeispiel nach den Figuren 16 bis 18 sind die
pumpaktiven Oberflächen dadurch vergrößert worden, daß die Höhe
der äußeren Ringräume 71, 72 größer gewählt worden ist als die
Dicke der rotierenden Scheiben 17 und daß die Scheiben 17 mit
ihren äußeren Rändern in die Ringräume 71, 72 hineinragen. Die
Vorsprünge 75, 76 müssen bei dieser Lösung U-förmig gestaltet
sein (fig. 18). Auch innerhalb der inneren Ringräume kann die
pumpwirksame Oberfläche vergrößert werden, wenn der rotierende
Zentralteil mit Vorsprüngen ausgerüstet ist. Ein Beispiel für
einen ringförmig gestalteten Vorsprung 86 ist in Figur 17
gestrichelt eingezeichnet.
Die beschriebenen und in den Figuren 13 bis 18 dargestellten
Lösungen für kombinierte Gaede-/Siegbahnstufen können anstelle
der in den Pumpen nach den Figuren 1, 4 und 7 wirksamen Siegbahnstufen
vorhanden sein. Besonders geeignet sind die kombinierten
Stufen jedoch für in der Nähe der Vorvakuumseite
befindliche Pumpenabschnitte. Die Anzahl der in den jeweiligen
Ringräumen 71 bis 74 vorhandener Sperrspalte ist beliebig. Sie
ist der Anzahl und der Ausbildung der auf den Statorringscheiben
befindlichen Nuten 19 anzupassen.