Polyimide mit CF2O-Strukturelementen
Die Erfindung betrifft kettenförmige polycyclische Bisanhydride sowie Po- lyimide, die durch Polykondensation der kettenförmigen polycyclischen Bisanhydride mit Diaminen erhältlich sind.
Flüssigkristallanzeigen (LCDs) gewinnen zunehmend an Bedeutung und werden heute schon für eine Vielzahl von Anwendungen eingesetzt. Bei- spiele sind Armbanduhren, Notebook-Computer, TV-Geräte sowie Anzeigendisplays in der Instrumentenkonsole von Kraftfahrzeugen oder im Flugzeug-Cockpit.
In ihrer einfachsten Form besteht eine Flüssigkristallanzeige aus einer flüssigkristallinen Schicht mit gegenüberliegenden Seiten, einem Satz E- lektroden auf jeder Seite der flüssigkristallinen Schicht und einer polyme- ren Orientierungsschicht zwischen jedem Satz Elektroden und der flüssig- kristallinen Schicht. Die Orientierung der flüssigkristallinen Moleküle erfolgt in einem bestimmten Winkel, der als Neigungswinkel bezeichnet wird, be- züglich der Ebene der Innenseite der beiden Substrate, beispielsweise
Glasplatten, Kunststoffolien oder Quarzplatten, welche die Elektroden tragen. Die Innenseiten der Substrate weisen eine Beschichtung aus Sätzen transparenter Elektroden (elektrische Leiter) auf, üblicherweise aus Indium-Zinn-Oxid. Der Orientierungsvorgang wird durch Aufbringen des orga- nischen Polymers aus Lösung auf die beiden mit Indium-Zinn-Oxid beschichteten Substrate durchgeführt. Nach Entfernen der Lösungsmittel und/oder Aushärten der Polymerschichten werden die Substratoberflächen üblicherweise mit Stoff in eine bestimmte Richtung gerieben oder poliert. Das Reiben bzw. Polieren dient der Herstellung einer einheitlichen opti- sehen Richtung. Nach dem Polieren beider Substrate werden diese um 70 bis 360° zueinander verdreht, mit geeigneten Abstandshaltern und unter Verwendung von organischen Haftmitteln miteinander verbunden und mit den unterschiedlichsten Mischungen flüssigkristalliner Materialien gefüllt. In diesem Stadium des Herstellprozesses werden häufig Polarisationsfilme auf die äußeren Substratoberflächen durch Laminieren aufgebracht.
Schließlich werden die elektrischen Verbindungen zu beiden Substraten hergestellt.
Filme aus Polyimiden sind die heute am häufigsten verwendeten Orientie- rungsfilme. Polyimidfilme dienen zur Kontrolle der Orientierung und des
Neigungswinkels der Flüssigkristall-Moleküle in Flüssigkristallanzeigen. Diese sind sehr dünn, im allgemeinen beträgt ihre Dicke zwischen 100 und 2000 A. Die Orientierung in eine einzige Richtung wird durch Polieren mit speziellen Textilmaterialien induziert. Der tatsächliche Neigungswinkel wird als Funktion der Ordnung der Polymere auf der Oberfläche der resultierenden Oberflächenenergie, der Art des Textilmaterials, das zum Polieren der Oberfläche verwendet wird, und der Größe der beim Polieren aufgewendeten Arbeit bestimmt.
Aufgabe der Erfindung ist es, neue Polyimid-Materialien, die zur Herstellung von polymeren Orientierungsfilmen in Flüssigkristallanzeigen geeignet sind, bereitzustellen.
Gelöst wird die Aufgabe durch kettenförmige polycyclische Bisanhydride, enthaltend 2 bis 12 kettenständige Cyclen, ausgewählt aus 1 ,3-Phenylen, 1 ,4-Phenylen, 2,6-Naphthylen, 2,7-Naphthylen, 1 ,4-Cyclohexylen, Bicyclopentylen, Bicyclooctylen, Cubylen, die mit Halogen, Cyano, Alkyl, Fluoralkyl, Alkoxy und/oder Fluoralkoxy ein- oder mehrfach substituiert sein können, wobei die Cyclen durch Brücken-Gruppen, ausgewählt aus einer Einfachbindung, -CF2O-, -OCF2-, -O-, -S-, -SO2-, -CO-, -NH-, -(CH2)ι-ιo-, - (CF2)ι-ιo-. -CH(CH3)-, -CH(CCI3)-, -CH(CF3)-, -C(CH3)2-, -C(CF3)2-, -C≡C-, - CH=CH-, -CF=CH-, -CH=CF-, -CF=CF-,
verknüpft sind mit der Maßgabe, daß mindestens eine Brücken-Gruppe - CF
2O- oder -OCF
2- ist, wobei die Polycyclen an beiden Kettenenden durch verschiedene Gruppen ausgewählt aus
terminiert sind.
Bevorzugte kettenförmige polycyclische Bisanhydride sind solche der allgemeinen Formel (I):
E" Z1-A ÜZ2-B Ü - Z3— C^-D^-F
(D
worin
A, B, C und D gleich oder verschieden sein können und 1 ,3-Phenylen, 1 ,4-Phenylen, 2,6-Naphthylen, 2,7-Naphthylen und 1 ,4- Cyclohexylen, die mit Halogen, Cyano, Alkyl, Fluoralkyl, Alkoxy und/oder Fluoralkoxy ein- oder mehrfach substituiert sein können, bedeuten,
E und F gleich oder verschieden sein können und
bedeuten,
Z1, Z2, Z3, Z4 und Z5 gleich oder verschieden sein können und eine Einfachbindung, -CF2O-, -OCF2-, -O-, -S-, -SO2-, -CO-, -NH-, -(CH2)ι.ιo-, -(CF2)ι-ιo-, -CH(CH3)-, -CH(CCI3)-, -CH(CF3)-, -C(CH3)2-, -C(CF3)2-, -C≡C-, CH=CH-, -CF=CH-, -CH=CF-, -CF=CF-,
bedeuten mit der Maßgabe, daß mindestens eine der Gruppen Z1 bis Z5 -CF2O- oder -OCF2- ist, und
w, x, y und z unabhängig voneinander 0 oder 1 sind.
Bevorzugte Gruppen Z sind eine Einfachbindung - CF2O-, -OCF∑-, -CO-, -CH2-, -CH2CH2-( -O-, -S-, -SO2-, -CF2CF2-, -C(CH3)2-, -C(CF3)2-,
Besonders bevorzugte kettenförmige polycyclische Bisanhydride sind solche mit symmetrischem Aufbau der allgemeinen Formel (II) - (V):
A, B wie obenstehend definiert sind,
z1, z-1, z2, z-2, z3 die Bedeutung von Z1 - Z5 wie obenstehend definiert haben mit der Maßgabe, daß
Z"1 = -OCF2- wenn Z1 = -CF2O- und umgekehrt,
Z"2 = -OCF2- wenn Z2 = -CF2O- und umgekehrt,
Z"1 = -CH=CF- wenn Z1 = -CF=CH- und umgekehrt,
Z"2 = -CH=CF- wenn Z2 = -CF=CH- und umgekehrt,
Z"1 = Z1 und Z"2 = Z2 in allen anderen Fällen ist.
Beispiele sind kettenförmige polycyclische Bisanhydride der Formeln (Ha) (VI):
worin Z2 , Z - 3 wie obenstehend definiert sind.
Ganz besonders bevorzugt sind die Verbindungen (Ha) mit Z3 = eine Einfachbindung, -O- oder -C(CF3)2-, Verbindungen (llb) mit Z3 = eine Einfachbindung, -O- oder -C(CF3)2- und Verbindungen (IVa) mit Z2 = eine Einfachbindung, -CH2CH2- oder -CF2CF2-.
Zur Herstellung der -O-CF2-Brücken eignen sich verschiedene Verfahren, wie sie nachstehend aufgeführt sind. Ansonsten werden die erfindungsgemäßen kettenförmigen polycyclischen Bisanhydride nach den an sich bekannten Methoden der präparativen organischen Chemie, wie in Hou- ben-Weyl, Methoden der Organischen Chemie, Stuttgart, DE, beschrieben, erhalten.
Nach einem Verfahren wird zunächst ein aromatisches Halogenid in eine Grignard-Verbindung oder in eine lithiierte Verbindung überführt und dann mit Schwefelkohlenstoff in die Dithiocarbonsäure überführt. Die Dithiocar- bonsäure wird mit einem Phenol in Gegenwart eines Alkalimetallhydrids und Jod in einen Thioester überführt. Mit einem Fluorierungsmittel wird aus dem Thioester dann die gewünschte -O-CF2-Brücke gebildet.
Nach einem anderen Verfahren wird zunächst ein Cyclohexanon mit He- xamethylphosphortriamid und Dibromdifluormethan umgesetzt, wobei ein Difluorhexylidenderivat erhalten wird. An dieses wird zunächst Brom addiert und dann durch Reaktion mit einem Phenolat unter gleichzeitiger Ab- Spaltung von Bromwasserstoff unter Ausbildung einer -CF2-O-Brücke ve- rethert.
Nachteile dieser Verfahren sind, daß die Reaktionsgeschwindigkeiten niedrig, die Ausbeuten unzufriedenstellend und die Aufarbeitung und Rei- nigung des Produkts aufwendig sind.
Gemäß einem bevorzugten Verfahren wird zunächst ein Bis(alkylthio)carbenium-Salz in Gegenwart einer Base mit einer mindestens eine Hydroxylgruppe aufweisenden Verbindung umgesetzt und an- schließend, vorzugsweise in situ, mit einem Fluorierungsmittel und einem Oxidationsmittel zur Verbindung mit mindestens einer -CF2-O-Brücke im Molekül oxidativ fluoriert.
Die Bis(alkylthio)carbenium-Salze lassen sich sehr einfach aus den ent- sprechenden Carbonsäuren oder aktivierten Carbonsäurederivaten herstellen. Geeignete Carbonsäurederivate sind beispielsweise Carbonsäure-
halogenide, Carbonsäurepseudohalogenide, Carbonsäuresulfonylate, welche geeignet substituiert sind, beispielsweise ein Trifluormethansulfonylat. Weiter können verwendet werden Carbonsäureanhydride und Alkyl- bzw. Phenylcarbonsäureester. Die Salze fallen in sauberer Form aus der Reak- tionslösung aus und können ohne weitere Reinigung in der nächsten Stufe eingesetzt werden.
Das Bis(alkylthio)carbenium-Salz wird durch Reaktion mit der mindestens eine Hydroxylgruppe enthaltenden Verbindung zunächst zum Dithi- oorthoester umgesetzt. Dieser Dithioorthoester wird im allgemeinen nicht isoliert, sondern sofort weiter umgesetzt. Dabei erfolgt die oxidative Fluorierung zur eine -CF2-O-Gruppe enthaltenden Verbindung unter sehr milden, leicht basischen Bedingungen und ist daher im Gegensatz zu den konventionellen Methoden mit einer Vielzahl von ungeschützten funktio- nellen Gruppen, z.B. einer Nitrilgruppe, kompatibel. Als weiterer Vorteil ergibt sich, daß die Stereochemie der Reste, beispielsweise ein eis- oder trans-Cyclohexylenrest, bei der Reaktion erhalten bleibt. Die prinzipiellen Schritte sind in der folgenden Abbildung 1 zusammengefaßt.
A B C D Abb. 1 Reaktionsschema zur Herstellung von Verbindungen mit einer CF2O-Brücke.
Das Carbonsäurederivat A, in dem X beispielsweise steht für -OH, Halogen, Pseudohalogen, substituiertes Sulfonat, ein Anhydrid, Alkoxy oder Phenoxy, wird mit einem Alkylthiol zum Bis(alkylthio)carbenium-Salz B umgesetzt. Bevorzugt werden Dithiole verwendet, die zur Ausbildung eines zyklischen Kations führen. Insbesondere geeignet sind daher Ethandithiol, Propandithiol oder 1 ,2-Benzoldithiol, die zur Ausbildung von Dithianylium- bzw. Dithiolanyliumsalzen führen. Dieses Salz B wird anschließend mit ei- ner Hydroxyverbindung Rb-OH zum Orthoester C umgesetzt. Der Or- thoester C wird im allgemeinen nicht isoliert, sondern direkt oxidativ zur
Verbindung D umgesetzt. Das Verfahren ist universell einsetzbar, so daß Ra und Rb an sich keinen Beschränkungen unterliegen. Ra und Rb können also unabhängig voneinander beispielsweise ein Alkyl-, ein Aryl-, ein Cyc- loalkyl oder ein Alkenylrest sein, wobei diese Reste wiederum beliebig substituiert sein können, beispielsweise durch Halogen, Pseudohalogen, Hydroxy- oder Carbonylgruppen.
Vorteile des zuletzt beschriebenen Verfahrens sind, daß es mit zufriedenstellenden Reaktionsgeschwindigkeiten zu guten Ausbeuten führt. Zwischen- und Endprodukte sind auf einfache Weise zu reinigen.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind ferner Polyimide mit -CF2O- Gruppen, die durch Polykondensation von erfindungsgemäßen kettenförmigen polycyelischen Bisanhydriden und gegebenenfalls weiteren polycyelischen Bisanhydriden mit Diaminen erhältlich sind.
Geeignete Diamine sind die Diamine der nachfolgenden Formeln (VII) (XXXVI):
CF,
(XXVII)
(XXXII)
(XXXIII)
Bevorzugte Diamine sind kettenförmige polycyelischen Diamine, die an den Kettenenden durch -NH2 terminiert sind.
Besonders bevorzugte Diamine enthalten 2 bis 12 kettenständige Cyclen, ausgewählt aus 1 ,3-Phenylen, 1 ,4-Phenylen, 2,6-Naphthylen, 2,7- Naphthylen, 1 ,4-Cyclohexylen, Bicyclopentylen, Bicyclooctylen und Cubylen, die mit Halogen, Cyano, Alkyl, Fluoralkyl, Alkoxy und/oder Fluoralkoxy ein- oder mehrfach substituiert sein können, wobei die Cyclen durch Brückengruppen ausgewählt aus einer Einfachbindung, -CF2O-, -OCF2-, -O-, -S-, -SO2-, -CO-, -NH-, -(CH2)ι-ιo-, -(CF2)1-10-, -CH(CH3)-, -CH(CCI3)-, -CH(CF3)-, -C(CH3)2-, -C(CF3)2-, -C≡C-, -CH=CH-, CF=CH-, -CH=CF-, -CF=CF-,
Spezielle Diamine weisen die allgemeine Formel (XXXV) auf:
(XXXV) worin
A, B, C und D gleich oder verschieden sein können und 1 ,3-Phenylen, 1 ,4-Phenylen, 2,6-Naphthylen, 2,7-Naphthylen, 1 ,4- Cyclohexylen, Bicyclopentylen, Bicyclooctylen und Cubylen, die mit Halogen, Cyano, Alkyl, Fluoralkyl, Alkoxy und/oder Fluoralkoxy ein- oder mehrfach substituiert sein können, bedeuten,
Z1 Z2 Z3
Z4 und Z5 gleich oder verschieden sein können und eine Einfachbindung, -CF2O-, -OCF2-, -O-, -S-, -SO2-, -CO-, -NH-, -(CH2)ι-ιo-, -(CF2)ι-ιo-, -CH(CH3)-, -CH(CCI3)-, -CH(CF3)-, -C(CH3)2-, C(CF3)2-, -C≡C-, -CH=CH-, -CF=CH-, CH=CF-, -CF=CF-,
-NH2 unabhängig voneinander in 3- oder 4-Position gebunden ist, und
w, x, y und z unabhängig voneinander 0 oder 1 sind.
Beispiele sind Diamine der allgemeinen Formeln (XXXVI) bis (XL)
(XXXVII)
(XXXVIII)
worin
A, B wie obenstehend definiert sind,
z z z2,
T\ z3 die Bedeutung von Z1 - Z5 wie obenstehend definiert haben mit der Maßgabe, daß
Z"1 = -OCF2- wenn Z1 = -CF2O- und umgekehrt, Z"2 = -OCF2- wenn Z2 = -CF2O- und umgekehrt,
Z"1 = -CH=CF- wenn Z1 = -CF=CH- und umgekehrt, Z"2 = -CH=CF- wenn Z2 = -CF=CH- und umgekehrt, Z"1 = Z1 und Z'2 = Z2 in allen anderen Fällen ist,
-NH2 an beiden Kettenenden übereinstimmend in 3- oder in
4-Position gebunden ist.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind ferner Polyimide, die durch Polykondensation von erfindungsgemäßen kettenförmigen polycyelischen Bisanhydriden und/oder weiteren polycyelischen Bisanhydriden mit kettenförmigen polycylischen Diaminen, die an den Kettenenden durch -NH2
terminiert sind und mindestens eine Brückengruppe, ausgewählt aus - CF2O- oder -OCF2-, aufweisen, erhältlich sind.
Die Diamine können analog den Diaminen der allgemeinen Formeln (XXXVI) bis (XL) aufgebaut sein mit der zusätzlichen Maßgabe, daß mindestens eine Brückengruppe in den Diaminen -CF2O- oder -OCF2- ist.
Geeignete weitere Bisanhydride sind die Verbindungen der Formeln (XLI) bis (LVIII):
(XLVII)
(XLVIII)
Die genannten Monomere zeichnen sich trotz ihres vergleichsweise hohen Molekulargewichts durch eine sehr gute Löslichkeit in den üblichen organischen Lösungsmitteln aus. Durch die Größe der repititiven Einheiten wird die relative Anzahl der Verknüpfungspositionen (Imidbindungen) erniedrigt. Diese Verknüpfungspositionen können zur Bindung ionischer Verunreinigungen an das Polymer beitragen und so die Verwendbarkeit des Polymers als Bestandteil elektronischer Bauteile beeinträchtigen, beispielsweise durch Verringerung des elektrischen Widerstands. Die Reduktion der Anzahl der Verknüpfungspositionen bezogen auf das Molekulargewicht stellt also einen entscheidenden Vorteil dar.
Vorteile der erfindungsgemäßen Polyimide sind ferner ihre hohe thermische, photochemische und chemische Stabilität, ihre hohe Lipohilie, ihr hoher elektrischer Widerstand sowie ihre geringe Affinität zu ionischen Verunreinigungen. Diese Eigenschaften bieten insbesondere Vorteile beim Einsatz der Polyimide in elektronischen Bauteilen, beispielsweise als Orientierungsmaterial in LCDs oder organischen Leuchtdioden (OLEDs) oder als Isolationsmaterial für elektronische Schaltkreise.
Der Polyimid-Orientierungsfilm kann durch Lösungspolymerisation von im wesentlichen äquimolaren Mengen des Bisanhydrid und des Diamins, vorzugsweise bei Raumtemperatur bis 50°C beispielsweise in N- Methylpyrrolidon oder N,N-Dimethylacetamid als Lösungsmittel hergestellt werden. In der erhaltene Polyamidsäure-Lösung kann anschließend durch chemische Imidierung mit Essigsäureanhydrid und Pyridin bei 50°C oder durch thermische Imidierung durch Erhitzen auf 70 bis 250°C das Imid gebildet werden. Das erhaltene Polyimid kann anschließend gefällt, filtriert und im Vakuum getrocknet werden. Das Polyimid kann anschließend in γ- Butyrolacton als Lösungsmittel gelöst und durch Spin-Coating auf eine mit Indium-Zinn-Oxid beschichtete Glasplatte aufgebracht und bei einer Temperatur von beispielsweise 150°C bis 220°C während eines Zeitraums von im allgemeinen einer Minute bis zwei Stunden imidisiert und getrocknet werden. Die so erhaltene Polyimid-Beschichtung kann anschließend in an sich bekannter Weise poliert werden, um den die Orientierung kontrollierenden Film zu erhalten. Eine Übersicht über herkömmliche Techniken zur Einstellung der Orientierung findet sich beispielsweise bei I. Sage in Ther- motropic Liquid Chrystals, herausgegeben von G. W. Gray, John Wiley & Sons, 1987, Seiten 75 bis 77 und bei J. M. Geary et al., Journal of Applied Physics, Vol. 62 (10), 1987, Seiten 4100 - 4108.
Die Erfindung wird durch die nachstehenden Beispiele näher erläutert.
Beispiele
Herstellung der Monomere
Beispiel 1
2: Eine Mischung von 0,2 mol 1 0,48 mol 1 ,3-Propandithiol und 0,6 mol
Trifluormethansulfonsäure wird 1 h auf 120°C erwärmt. Man läßt die Mischung auf 80°C abkühlen, verdünnt mit 300 ml Acetonitril und verdünnt anschließend mit 2 I Dibutylether. Nach dem Abkühlen auf 0°C wird das ausgefallene Produkt 2 abgesaugt, mit Diethylether gewaschen und ge- trocknet.
Ausbeute: 92 %
Kupplung mit p-Nitrophenol zu 3 und weitere Umsetzung zu 4: 0,1 mol 2 wird in 500 ml CH2CI gelöst und auf -78°C gekühlt. Man tropft bei derselben Temperatur eine Mischung aus 0,4 mol p-Nitrophenol und 0,4 mol NEt3, verdünnt mit 300 ml CH2CI2 zu, gefolgt von 1 mol NEt33HF. Danach wird 1 mol Br2 langsam unter Konstanthaltung der Temperatur zugetropft. Man läßt auf RT kommen und arbeitet wässrig auf. Das Reaktionsprodukt wird mit einem geeigneten Laufmittel chromatographiert und anschließend aus MTB-Ether umkristallisiert (Fp. = 158 - 159°C). Die Nitroverbindung wird in Gegenwart von Lindlar-Katalysator in THF zum Diamin hydriert. Zur Aufreinigung wird das Produkt 4 aus Pentan kristallisiert (Fp. = 120°C). Ausbeute: 47 %
Beispiel 2
5: Die Synthese erfolgt analog zu 3, wobei an Stelle von p-Nitrophenol 4-Hydroxyphthalsäureanhydrid eingesetzt wird. Ausbeute: 62 %
Beispiel 3
7: 0,3 mol 6 werden in 1 I Ethanol gelöst und in Gegenwart von 10 g 5 Gew.-% Rh auf C bei 50°C und 50 bar Druck hydriert. Nach Abtrennen bei Katalysators wird das Rohprodukt wiederholt aus Aceton umkristallisiert, um die reine trans/trans-Dicarbonsäure 7 in 22 %iger Ausbeute zu erhalten.
: Eine Mischung von 0,2 mol 7, 0,48 mol 1 ,3-Propandithiol und 0,6 mol Trifluormethansulfonsäure wird 1 h auf 120°C erwärmt. Man läßt die Mischung auf 80°C abkühlen, verdünnt mit 300 ml Acetronitril und verdünnt anschließend mit 2 I Dibutylether. Nach dem Abkühlen auf 0°C wird das ausgefallene Produkt 8 abgesaugt, mit Diethylether gewaschen und getrocknet. Ausbeute: 87 %
10
Kupplung mit p-Nitrophenol zu 9 und weitere Umsetzung zu 10: 0,1 mol 8 wird in 500 ml CH2CI2 gelöst und auf -78°C gekühlt. Man tropft bei derselben Temperatur eine Mischung aus 0,4 mol Phenol und 0,4 mol NEt3, verdünnt mit 300 ml CH2CI2 zu, gefolgt von 1 mol NEt33HF. Danach wird 1 mol Br2 langsam unter Konstanthaltung der Temperatur zugetropft. Man läßt auf RT kommen und arbeitet wässrig auf. Das Reaktionsprodukt wird mit einem geeigneten Laufmittel chromatographiert und anschließend umkristallisiert. Die Nitroverbindung wird in Gegenwart von Lindlar-Katalysator in THF zum Diamin hydriert. Zur Aufreinigung wird das Produkt kristallisiert. Ausbeuten: 42 %
Beispiel 4
11 : Die Synthese erfolgt analog zu der Synthese von 9, wobei an Stelle von p-Nitrophenol p-Benzaldehyd eingesetzt wird. Ausbeute: 58 %
Beispiel 5
12
13
14
15
: 51 ,97 mmol 2-Trimethylsilyl-1 ,3-dithian werden in 250 ml THF gelöst. Zu dieser Lösung werden bei -70°C 31 ,707 ml einer 15 gew.-%igen Lösung von Butyllithium (51 ,97 mmol) zugetropft. Man läßt innerhalb von 4 h allmählich auf 0°C erwärmen, kühlt erneut auf -70°C ab und läßt 23,708 mmol des Diketons 12 in 50 ml THF zutropfen, wobei ein farbloser Niederschlag ausfällt. Nach beendeter Zugabe wird die Kühlung entfernt und man läßt über Nacht rühren. Anschließend gibt man den Ansatz auf 400 ml Eiswasser und extrahiert 5 mal mit Dichlor- methan. Die vereinigten organischen Phasen werden zweimal mit gesättigter NaCI-Lösung gewaschen und über Natriumsulfat getrocknet. Das Lösungsmittel wird im Vakuum entfernt und das leicht gelbe Rohprodukt aus Dichlormethan umkristallisiert. Man erhält farblose Blättchen des Produktes 13. Die Mutterlauge der Kristallisation wird einge- engt und der Rückstand erneut aus Dichlormethan umkristallisiert.
Ausbeute: 77,3 %
: 17,383 mmol 13 werden in 100 ml Dichlormethan suspendiert und zu dieser Suspension werden unter Eiskühlung 34,774 mmol Trifluor- methansulfonsäure zugetropft. Anschließend läßt man die klare gelbe
Lösung 1 h bei Raumtemperatur rühren. Dann wird der Ansatz auf -70°C abgekühlt und eine Lösung von 52,153 mmol 4-Nitrophenol und 62,576 mmol Triethylamin in 20 ml Dichlormethan tropfenweise hinzugegeben. Nach 1 h werden langsam 151 ,976 mmol Triethylamin- trishydrofluorid und anschließend portionsweise innerhalb von 30 min eine Suspension von 173,833 mmol DBH in 70 ml Dichlormethan hinzugegeben. Man läßt 60 min rühren, läßt anschließend den Ansatz auf -20CC erwärmen und gibt die orangefarbene Suspension vorsichtig auf eine eiskalte Mischung aus 500 ml 1 M Natronlauge und 50 ml Natri- umhydrogensulfitlösung. Der pH-Wert wird mit 32 gew.-%iger Natronlauge auf 7 eingestellt, die wässrige Phase abgetrennt und dreimal mit Pentan extrahiert. Die vereinigten organischen Phasen werden über Natriumsulfat getrocknet. Das Lösungsmittel wird im Vakuum entfernt und der Rückstand mit Dichlormethan/n-Heptan 1 : 1 über Kieselgel filtriert. Das Rohprodukt wird aus Dichlormethan/n-Hexan umkristalli-
siert. Man erhält schwach gelbe Kristalle des trans, trans-Produktes 14 mit einem Schmelzpunkt von 164°C. Ausbeute: 57,2 %
5: Die Nitroverbindung 14 wird in Gegenwart von Lindlar-Katalysator in THF zum Diamin 15 hydriert. Die nach der Hydrierung erhaltene Lösung wird über Kieselgel filtriert. Es wird mit MTB-Ether nachgewaschen und das Lösungsmittel im Vakuum entfernt. Der Rückstand wird aus Essigsäure umkristallisiert. Ausbeute: 36,3 %
13
6: 17,383 mmol 13 werden in 100 ml Dichlormethan suspendiert und es werden unter Eiskühlung 34,774 mmol Trifluormethansulfonsäure zu- tropfen gelassen. Anschließend läßt man die klare gelbe Lösung 1 h bei Raumtemperatur rühren. Dann wird der Ansatz auf -70°C abgekühlt und eine Lösung von 52,149 mmol 5-Hydroxyphthalsäurean- hydrid und 62,576 mmol Triethylamin in 40 ml Dichlormethan tropfenweise hinzugegeben. Nach 1 h werden langsam 151 ,976 mmol Triethylamin-trishydrofluorid und anschließend portionsweise innerhalb von 30 min eine Suspension von 173,833 mmol DBH in 70 ml Dichlormethan hinzugegeben. Nach 60 min Rühren läßt man den Ansatz auf -20°C erwärmen und gibt die orangefarbene Suspension vorsichtig auf eine eiskalte Mischung aus 500 ml 1 M Natronlauge und 50 ml
Natriumhydrogensulfitlösung. Der pH-Wert wird mit 32 gew.-%iger Natronlauge auf 7 eingestellt, die wässrige Phase abgetrennt und dreimal mit Pentan extrahiert. Die vereinigten organischen Phasen werden ü- ber Natriumsulfat getrocknet. Das Lösungsmittel wird im Vakuum entfernt und der Rückstand mit Dichlormethan/n-Heptan 1 : 1 zunächst ü- ber Kieselgel filtriert und anschließend chromatographiert (Rf = 0,11). Man erhält ein schwach gelbes Öl. Aus Toluol/n-Pentan kristallisieren farblose, watteartige Nadeln. Ausbeute: 60,5 %.
Herstellung der Polyimide
Beispiel 7
Das Anhydrid 5 und das Diamin 4 werden in NMP gelöst und unter Stickstoff 22 h bei Raumtemperatur gerührt. Anschließend wird 6 h auf 100°C erhitzt und das Polymer durch Zugabe von 50 %igem wässrigem Ethanol ausgefällt. Das Rohprodukt wird einmal aus 20 ml und einmal aus 30 ml NMP durch Zugabe von 50%igem wässrigem Ethanol umgefällt.